Test: GARMIN GPSMAP 60Cx

Garmin GPSmap 60Cx; Produktfoto von www.garmin.de

Das GARMIN GPSMAP 60Cx gehört zu den Topmodellen der GPS-Handgeräte von Garmin.

Schon optisch macht das Handheld einen robusten Eindruck und verspricht eine hervorragende Eignung für alle Outdooraktivitäten. Auffällig sind das große Display, die abstehende Helix-Antenne sowie die Wipptaste im Tastaturfeld.

Aufgrund seiner Größe, der Formgebung und den Noppen liegt es stabil in der Hand, zur Aufbewahrung in der Jackentasche ist jedoch weniger geeignet. Das Gewicht liegt inklusive Batterien bei ca 200 Gramm, die Abmessungen betragen 15,5 cm x 6,1 cm x 3,3 cm (H x B x T).

Anschlußmöglichkeiten für externes Zubehör verbergen sich auf der Rückseite hinter wetterfesten Schutzkappen. Diese sind sogar auswechselbar – ein hervorragendes Detail bezüglich Servicefreundlichkeit.

Die Schnittstellen im Einzelnen sind ein USB- und ein serieller Anschluss zur Datenübertragung, wobei der serielle Anschluss auch für eine externe Stromversorgung (z.B. über den Zigarettenanzünder im Auto) genutzt werden kann. Auch ein Anschluss für eine externe Antenne ist vorhanden. Auf der Rückseite befindet sich der große Batteriefachdeckel, der selbstverständlich gegen Staub und Wasser abgedichtet ist.

Zur Energieversorgung des Garmin GPSMAP 60Cx lassen sich folgende Batterietypen (Typ AA) nutzen: Alkaline, NiMH-Akkus sowie Lithium-Zellen. Der Hersteller gibt bei normalen Gebrauch eine Laufzeit von bis zu 18 Stunden an. Dies hat sich als ein praxisrelevanter Wert erwiesen. Für Outdooraktivitäten empfiehlt sich zur Gepäckoptimierung die Nutzung von Lithium-Batterien.

Das GPSMAP 60Cx ist nach dem IPX-7 Standard wasserdicht. Dieser Standard besagt, daß das GPS-Gerät in 1 m Wassertiefe bis zu 30 Min. dicht bleibt, schwimmfähig ist es hingegen nicht.

Der Autor hat das GPSMAP 60Cx seit einem Jahr in intensivem Outdoorgebrauch. Probleme mit der Wasserdichtigkeit gab es bislang keine. Für Kajaktouren wird das Garmin zusätzlich in einem AQUAPAC Phone-GPS untergebracht. Somit trotzt es auf dem Vordeck des Kajaks auch Extremsituationen und ist aufgrund der Luftfüllung des Aquapacs sogar schwimmfähig.

Im Zentrum der übersichtlichen Tastatur befindet sich die Wipptaste („Rocker“), welche der Bewegung des Cursors bzw. der Dateneingabe dient. Die Tasten IN/OUT werden zum Zoomen des Kartenmaßstabs genutzt. Über FIND wird die Suchfunktion aufgerufen, bei längeren Drücken wird die „mann über bord“-Funktion (MOB) aufgerufen. Mit MARK kann der aktuelle Standort abgespeichert werden.

PAGE dient zum Aufrufen der einzelnen Seiten, mit MENU werden die jeweiligen Seitenoptionen aufgerufen. Durch zweimaliges Drücken gelangt man in das Setup. QUIT und ENTER runden den Funktionsumfang ab. Der EIN/AUS-Knopf befindet sich neben der Antenne. Der Druckpunkt der Tasten erweist sich als etwas zu weich. Hin und wieder kommt es vor, daß die Wipptaste mehrfach gedrückt werden muß bevor eine Reaktion erfolgt.

Zum Lieferumfang gehören:

  • Deutsch- bzw. englischsprachige Bedienungsanleitung
  • Quick Start Guide
  • Handschlaufe
  • 1x 64 MB microSD Speicherkarte
  • USB-Kabel
  • Befestigungsclip für Gürtel oder Rucksackträger
  • MapSource Trip & Waypointmanager

Was sind nun die Besonderheiten des GPSMAP 60Cx?

An erster Stelle ist der SirfSTAR-III Empfänger genannt, dessen Empfindlichkeit und Genauigkeit phenomenal ist. Selbst in Fensternähe am Schreibtisch sitzend besteht Satellitenempfang. Auch im Handschuhfach des Autos oder in der Deckeltasche des Rucksacks hat der Empfänger Satellitenkontakt. Weiterhin zeichnet sich das 60Cx durch eine schnelle Verarbeitung der Daten aus. Der Bildaufbau der Karten geht sehr zügig voran.

Eine Trackaufzeichnung (Biketour durch die Dolomiten) in einer interaktiven Kartenansicht zeigt die Genauigkeit, mit der der 60Cx die Positionsdaten ermittelt. Die Daten können auch als GPX-Datei heruntergeladen werden (Download).

Ein weiteres Highlight ist die Nutzung von microSd Speicherkarten. Sie dienen dem Abspeichern von topographischen Karten und Stadtplänen. Dieses Feature setzt sich bei GPS-Geräten immer mehr durch und erweitert den Einsatzbereich ungemein.

Autonavigation ist eine weitere Funktion des Garmin. Durch Abspeichern des Garmin City Navigators auf der microSD-Karte läßt sich der 60Cx um diese Möglichkeit erweitern. Allerdings entfällt die bei Autonavigationssystemen übliche Sprachansage.

Zu den Besonderheiten gehört auch das schon erwähnte farbige Display. Mit einer Größe von 3,7 cm x 5,5 cm und einer Auflösung von 160 x 240 Pixel sowie 256 Farben gehört es mit zu den Besten am Markt.

Tipp: Zum Schutz des Display entweder die optinal erhältliche Schutztasche oder eine aufklebbare Displayfolie verwenden.

Hinsichtlich seiner Ausstattung unterscheidet sich der 60Cx von seinem größeren Bruder dem GPSMAP 60CSx durch das Fehlen eines barometrischen Höhenmessers und eines elektronischen Kompasses. Beide Features sind ein „nice to have“ – und schränken den Outdoor-Einsatz des GPSMap 60Cx in keinster Weise ein. Im Gegenteil, der elektronische Kompass gilt als reinster Stromfresser.

Die auswechselbare microSD-Speicherkarte wird ähnlich wie bei einem Handy unter den Batterien eingebaut. Dies erweist sich in der Praxis aufgrund der Größe der Karten als etwas fummelig. Durch ein Update der Firmware auf Version 3.2 lassen sich inzwischen auch SD 2-Karten einsetzen, welche eine Speicherkapazität von mehr als 2 GB haben.

Wenden wir uns jetzt dem Gebrauch des Gerätes zu. Beim ersten Einschalten erfolgt die Initialisierung des 60Cx. Diese dauert etwas länger als ein normaler Warmstart, da sich der Empfäger erst seine Satelliten zusammensuchen und die Almanach-Daten aktualisieren muss. Nach der ersten Inbetriebnahme zeigt sich die Überlegenheit des SirfSTAR-III Empfängers. Bis zur Angabe der aktuellen Positionsdaten dauert es in der Regel nur wenige Sekunden.

Auf der Satellitenseite erhält man am oberen Bildrand in der Statusleiste Infos wie zum Batteriestand und zum Satellitenstatus. Idealerweise wird das Symbol „3D“ eingeblendet, dann empfängt das Gerät mindestens 4 Satelliten. Dies hat eine hohe Genauigkeit und eine Berechnung der aktuellen Meereshöhe zur Folge. Unter der Statusleiste wird die Position und die Genauigkeit eingeblendet. Unter Optimalbedingungen kann ein Wert von +/- 2 m erreicht werden.

Den größten Teil der Anzeige nimmt die Satellitendarstellung ein. Es werden die empfangenen Satelliten mit Nummern, sowie ihrer Lage am Horizont aufgeführt. Am unteren Bildrand werden die einzelnen Satelliten in Bezug auf ihre Feldstärke eingeblendet. Je höher der Balken, desto größer ist auch die Feldstärke.

Wichtig für einen optimalen Empfang ist die Ausrichtung des Gerätes. Modelle wie das Garmin GPSMAP 60Cx mit einer Helix-Antenne müssen ca. 45° Grad nach schräg oben gehalten werden.

Setup-Einstellungen des GPSMAP 60Cx, siehe Setup von Outdoor GPS-Geräten.

Garmin GPSMAP 60Cx: Satellitenseite Kartenseite Tripcomputer

Widmen wir uns jetzt der Kartenansicht, welche im Outdooralltag am häufigsten gebraucht wird. Die Karten werden beim Zoomen zügig aufgebaut. Mit der Wipptaste läßt sich der Ausschnitt verschieben. Neben den zur jeweiligen Karte gehörigen Informationen werden die aktuelle Position, einzelne Wegpunkte oder Tracks angezeigt.

Über MENÜ läßt sich die Kartenanzeige benutzerspezifisch konfigurieren. Es lassen sich die auf dem Gerät abgespeicherten Karten aktivieren oder deaktivieren, der Detailgrad definieren, Zommfaktoren einstellen – die Möglichkeiten sind so zahlreich, daß an dieser Stelle nicht näher darauf eingegangen werden kann.

Der Tripcomputer ist selbsterklärend. Er zeigt je nach Einstellung nützliche Informationen wie Tages-KM, Höchstgeschwindigkeit, Meereshöhe und Gesamtkilometer an. Er sollte vor jeder Tour zurücksetzt werden.

Eine weitere wichtige Funktion ist das Trackmenü. In diesem Menü läßt sich die Aufzeichnung starten, Einstellungen vornehmen, einzelne Tracks löschen oder abspeichern sowie die TRACBACK-Funktion (Rückverfolgung eines aufgezeichneten Tracks) aktivieren. Generell lassen sich Tracks mit bis zu 10.000 Punkten aufzeichnen. In dem internen Speicher lassen sich maximal 20 Tracks mit bis zu 500 Punkten abspeichern.

Auf der Kompassseite zeigt bei aktiver Navigation (z.B. GOTO- oder TRACBACK-Funktion) ein Pfeil die Richtung zum Ziel an. Ergänzende Informationen sind beispielsweise die Entfernung zum Ziel.

Die vielfältigen Zusatzfunktionen wie Kalender, Annäherungsalarm, Taschenrechner, Stoppuhr, Sonne & Mond, Jagd & Angel und diverse Spiele für Schlechtwettertage lassen sich am schnellsten durch zweimaliges Drücken der MENÜ-Taste erreichen. Trackseite

Im internen Speicher befinden sich eine Basiskarte und internationale Marine-Karte, die allerdings nur grundlegende Informationen liefern. In der Praxis wird man separat zu erwerbende Karten wie den Garmin Metroguide oder topographische Karten einsetzen. Die Karten lassen sich mit dem im Lieferumfang enthaltenen Trip & Waypointmanager auf das Gerät übertragen.

Die Auswahl an Zubehör ist mannigfach. Darunter befinden sich beispielsweise eine Schutztasche, ein Fahrradhalter (Tip: Das Gerät zusätzlich mit der Handschlaufe am Fahrrad sichern), diverse externe Antennen und Kabel zur Stromversorgung – so daß jeder Nutzer seinen Aktivitäten entsprechend das jeweilige Zubehör findet.

Fazit

Mit dem GARMIN GPSMAP 60Cx erhält der Käufer ein ausgereiftes Gerät, daß aufgrund seiner robusten Bauweise für sämtliche Outdoor-Aktivitäten geeignet ist. Es zeichnet sich durch einen sehr performanten Chipsatz und hervorragende Empfangseigenschaften aus.

Das große, farbige Display, die übersichtlichen Menüs sowie die zahlreichen Funktionen tragen zur Leistungsfähigkeit und einfachen Bedienung bei. Ergänzt wird dies durch das umfangreiche Zubehör und die Möglichkeit zur Autonavigation.

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Empfohlener Einsatzzweck

  • Alle Outdoor-Aktivitäten

Pro

  • Ausgereift und zigfach bewährt
  • Referenzgerät bzgl. GPS-Empfang
  • Schneller Systemstart
  • Viele Konfigurationseinstellungen
  • Sehr gutes Farbdisplay
  • Autorouting
  • Vielfältige Alarmfunktionen
  • Alle grundlegenden Navigationsfunktionen: GoTo, Backtrack, Wegpunkt-Projektion, Wegpunkte, Routen, Tracks
  • Befestigungsmöglichkeit für Handschlaufe
  • Einfache Bedienung mit einer Hand
  • Bedienung in Aquapac möglich
  • Alle Tasten auf der Oberseite: Perfekt zum Biken
  • microSD-Karten
  • Wasserdicht nach IPX7
  • Anschluss für externe GPS-Antenne
  • Serieller Anschluss
  • Ausgabe von NMEA-Daten möglich
  • Beleuchtete Tasten
  • Lange Batterielaufzeit

Contra

  • Groß und nicht unbedingt für Jackentaschen tauglich
  • Tracks werden beim Speichern auf 500 Pkt. reduziert
  • Tracks auf microSD-Karte können nicht zur Navigation genutzt werden
  • Keine Weckfunktion

Es gibt bisher 4 Kommentare »

  1. Vom kleinen e-Trex bis nunmehr zum map 60Cx habe ich mich fortlaufend modernisiert. Das 60 Cx ist einfach unschlagbar. Die neue Topo Deutschland v 2 ist in Verbindung mit dem Gerät eine regelrechte “Versicherung” auf jeder Exkursion geworden. Unschlagbar bis jetzt. Da sollte Garmin an der Finesse dieser Baureihe arbeiten, anstatt sich auf neue Geräteversionen zu verlegen. Absolut wünschenswret und technisch ohne Aufwand wäre die Aufrüstung der 60 Cx für einen 4 GB Micro SD Chip. Dann könnte ohne Chipwechsel auf den Citynavigator umgeschaltet werden. Routing im Wagen, Rucksack aus dem Kofferraum und umschalten auf das Topo Deutschland. Outdoorherz was willst Du mehr??? Mich könnte nur ein Diebstahl von meinem map 60Cx trennen. Beim Routing ist das Gerät ohnehin unschlagbar, in der Praxis erlebt!! Alle Fahrer mit Umleitungsgeräten fuhren kollektiv von der Autobahn ab und da es alle mit den Geräten taten, ebenso kollektiv in den Stau auf der Bundesstraße. Wenn man mit dem map 60Cx auf der Höhe ist (Training), dann sehe ich auf das gute Kartenbild und habe die Chance notfalls über Wirtschaftswege weiträumig zu umfahren. Man muss aber lernen die Karte zu lesen, was bei der neuen Topo v2 sehr leicht fällt. Garmin map 60Cx … einfach konkurenzlos, zuverlässig und sicher; man müsste den Slogan von Globetrotter nutzen.. mit Gwrmin draußen zuhause. Schöne Grüße …

  2. [...] ausführlichen Bericht zum Garmin 60Cs gibt es auch bei navigation-professionell.de Share and [...]

  3. Auf eine Besonderheit des 60C(S)x möchte ich noch hinweisen, welche von mir besonders geschätzt wird: Grafische Eingabe von Routen – man kann sich also eine Tagesroute ohne Routenplaner draußen vor Ort (mit etwas Übung) selbst eingeben. Pro Route (20 möglich) können 50 Wegpunkte in die Karte gesetzt werden, welche dann zu einer Straßenroute mit Abbiegehinweisen umgerechnet werden.
    Prinzipell geht’s so: Nach Aufruf “neue Route” -> “aus der Karte”
    bewegt man den Zeiger mit der Wipptaste. Hat man den Zeiger an der gewünschten Stelle, wartet man ca 1 sec und erhält eine Rückmeldung, was für ein Objekt (oder auch keines) das Gerät an dieser Stelle identifiziert hat. Ist es die gewünschte Straße, drückt man “Enter” und man hat einen Wegpunkt gesetzt. Bewegt man den Zeiger weiter, hängt nun am Zeiger ein “Gummiband”, das den Zeiger mit dem letzten Wegpunkt verbindet. Gleichzeitig sieht man die Information über die Entfernung des Zeigers zum letzten Wegpunkt. Setzt man nun weitere Wegpunkte, so sind die einzelnen Wepgunkte in ihrer Reihenfolge ebenfalls mit dem Gummiband verbunden. Ist man mit den Wegpunkten fertig, stößt man die Berechnung an, und die bisherige Luftlinienroute wird nun zu einer Straßenroute umgerechnet und kann navigiert werden. Wegen dieser Möglichkeit habe ich mir das Gerät zum Auto- und Motorradfahren gekauft und finde dieses Feature für mich unverzichtbar.

  4. Ach ja noch eins: mittlerweile läuft bei mir eine 8 GB Mikro-SD Karte. Angeblich sollen noch größere möglich sein.

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