Drei Garmin Outdoor-GPS-Geräte im Test: eTrex 30, GPSmap 62stc, Montana 650t
Wer auf der Suche nach einem Outdoor-GPS-Gerät zum Wandern, Fahrradfahren oder Geocachen ist, kommt an Garmin nicht vorbei – der US-Hersteller hat schließlich eine riesige Palette an GPS-Geräten für die unterschiedlichsten Outdoor-Aktivitäten im Programm.
Um die Qual der Wahl zu erleichtern, hat Navigation-Professionell.de drei aktuelle Garmin Outdoor-Lotsen einem ausführlichen Test unterzogen:
- Garmin eTrex 30
- Garmin GPSmap 62stc
- Garmin Montana 650t
Warum haben wir diese drei Kandidaten getestet? Einerseits: Es sind die Top-Modelle der einzelnen Geräteserien. Andererseits: Nach unserer Meinung sind sie – von Spezialisten wie dem Foretrex 401 und dem GPSmap 78s mal abgesehen – die derzeit interessantesten Outdoor-GPS-Geräte von Garmin. Einen besonderen Anteil an dieser Einschätzung haben die verbauten Farbdisplays – ihre Ablesbarkeit ist einfach überzeugend!
Solche Top-Outdoor-Navis haben natürlich ihren Preis. Aber keine Bange, es muss nicht immer ein High-End-GPS-Gerät sein. Auch die anderen Modelle der jeweiligen Baureihen sorgen für Outdoor-Spaß – und kosten teilweise deutlich weniger! Die Testergebnisse lassen sich problemlos auf die kleineren Geschwister übertragen, Unterschiede gibt es lediglich bei Ausstattung und Funktionen.
Neu: Vergleichstest preiswerte Outdoor-GPS-Geräte
Garmin Outdoor Test: Inhalt
- Test-Teilnehmer
- Gehäuse, Handhabung, Bedienung
- Display
- Energieversorgung
- GPS-Empfang
- Funktionen
- Zubehör, Karten, Software
- Lieferumfang
- Kritikpunkte
- Zusammenfassung, Kaufberatung
Garmin Outdoor Test: Die Teilnehmer
Garmin Montana 650t: Zu einem Straßenpreis von rund 555.- EUR bietet das Montana 650t so ziemlich alles, um Outdoorer, Geocacher, 4×4 Fahrer, Wassersportler und andere glücklich zu machen. Deutlich günstiger ist das Montana 650, bei dem gegenüber dem 650t lediglich auf die Freizeitkarte von Europa (Maßstab: 1:100.000) verzichtet werden muss. Dafür kostet das 650 nur 465.- EUR. Beim kleinsten Spross der Familie, dem Montana 600, fehlt neben der Freizeitkarte noch die integrierte Digitalkamera. Kostenpunkt für das Montana 600: 440.- EUR.
Garmin GPSmap 62stc: In der GPSmap 62 Reihe – dahinter verbergen sich richtige Outdoor-Allrounder – stehen immerhin fünf Lotsen zur Auswahl:
- GPSmap 62stc: 445.- EUR
- GPSmap 62sc: 395.- EUR
- GPSmap 62st: 360.- EUR
- GPSmap 62s: 300.- EUR
- GPSmap 62: 239.- EUR.
Die “c” Modelle sind mit einer Digitalkamera bestückt, die “t” Modelle zusätzlich mit einer europäischen Freizeitkarte 1:100.000. Ansonsten sind alle – bis auf folgende Ausnahmen – identisch ausgerüstet. Beim 62stc und 62sc mußte der Anschluß für eine externe GPS-Antenne der Digitalkamera weichen, beim 62stc und 62st beansprucht die vorinstallierte Freizeitkarte einigen Platz im internen Speicher. Das GPSmap 62 ist der Minimalist in der 62er Reihe: Hier verzichtet Garmin unter anderem auf Höhenmesser, Kompass, Speicherkartenslot und ANT+. Am schwersten wiegt die Verzicht auf den Kartenslot. Grund: Bei den topographischen Karten von Garmin geht der Trend Richtung Kartenmaterial, das auf microSD-Karten vorinstalliert ist.
Garmin eTrex 30: Die preiswerte eTrex-Serie ist nicht nur für Sparfüchse, sondern für alle Outdoorer, die ein kleines und leichtes Gerät bevorzugen, interessant. Außer dem eTrex 30 (210.- EUR) gibt es noch das puristische eTrex 10 (105.- EUR) und das eTrex 20 (180.- EUR). Unterschiede zwischen dem eTrex 20 und eTrex 30 sind das Fehlen von Höhenmesser, Kompass und ANT+ beim eTrex 20. Beide Geräte verfügen aber über einen Slot für microSD-Karten – ideal für Freunde topographischer Karten!
(Alle Preisangaben: Straßenpreise von Amazon.de, Stand 06/2012)
Wer sich zu den einzelnen Geräten informieren möchte, sollte folgende Einzeltests lesen:
Weitere Informationen zu Technik und Funktionen gibt es hier:
Garmin Outdoor Test: Gehäuse, Handhabung, Bedienung
Die drei Outdoor-Lotsen können kaum unterschiedlicher sein: das kleine und leichte eTrex 30, das relativ große und schwere Montana 650t und das eher schlank gebaute GPSmap 62stc, das auch beim Gewicht zwischen den beiden anderen Kandidaten liegt.
Bei der Betrachtung des Gewichts müssen die Energieversorger miteinbezogen werden. Besonders positiv stechen Lithium-Batterien bzw. der Lithium-Akkublock des Montanas hervor. Mit ihnen lassen sich nicht nur hervorragende Laufzeiten, sondern auch niedrige Gesamtgewichte erreichen. Mit NiMH Akkus Typ eneloop werden die Geräte minimal schwerer. eneloop Akkus bieten ebenfalls lange Laufzeiten, dazu eine geringe Selbstentladung und ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis.
| Modell | Abmessungen (in cm) | Gewicht (ohne Batterien) | Gewicht (mit Lithium Batterien) | Gewicht (mit eneloop Akkus) | Gewicht (mit Akkublock) |
| eTrex 30 | 5,3 x 9,9 x 3,3 | 99 g | 128 g | 151 g | |
| GPSmap 62stc | 6,1 x 16,0 x 3,6 | 168 g | 197 g | 220 g | |
| Montana 650t | 7,5 x 14,4 x 3,6 | 252 g | 296 g | 330 g | 294 g |
(Alle Angaben basieren auf eigenen Messungen; Einzelgewichte: eneloop HR-3UTGA Akku 26 g, Energizer Lithium Batterie 14,6 g, Montana Akkublock 41,5 g)
Das Gesamtgewicht kann beim geplanten Einsatzzweck eine Rolle spielen. Anhänger von Ultralight-Trekking werden eher zum eTrex 30 greifen. In Verbindung mit Lithium-Batterien ist es unter dem Gewichtsaspekt einfach unschlagbar. Aber hier hat jeder seine eigenen Kriterien. Der Autor – selbst ein Freund von Leichtausrüstung – greift inzwischen gerne zum Montana, da er andere Vorteile bietet. Dank des großen 4-Zoll Displays bleibt die Papierkarte meistens im Rucksack (oder gleich ganz zu Hause): Das Display bietet viel Übersicht und ermöglicht ein einfaches Planen von Routen – Vorteile, die auch nicht außer acht zu lassen sind!
Beim Bedienungskonzept prallen zwei Welten aufeinander: das nahezu ausschließlich per Touchscreen bedienbare Montana und die beiden Tastennavis eTrex und GPSmap. Aber auch bei diesen Beiden gibt es Unterschiede. Das eTrex wird über fünf seitliche Tasten und einen Thumbstick bedient, beim 62er sind es acht Tasten und eine Wippe auf der Gehäuseoberseite sowie eine weitere Taste an der Seite. Die Bedienung sollte wieder in Abhängigkeit von den anvisierten Spielwiesen betrachtet werden, Beispiele:
- Bei Wintereinsätzen mit dicken Handschuhen sind die beiden Tastengeräte erste Wahl, allen voran das GPSap 62stc. Das Montana kann dank der großen Buttons aber gut mithalten.
- Beim Wassersport – wenn die Geräte zusätzlich in einer wasserdichten Hülle verpackt sind – ist das GPSmap 62stc das Optimum, dicht gefolgt vom Montana, Schlußlicht ist das eTrex, bei dem der Thumbstick beim Bedienen in der Hülle Probleme bereitet.
- Auf dem Mountainbike war Autors Darling bislang ein GPSmap 62st. Die obenliegenden Tasten lassen eine schnelle und sichere Bedienung zu. Inzwischen mußte es allerdings dem eTrex weichen, da dieses klein, leicht und am Lenker schön unaufällig ist – auch wenn seine Bedienung über die seitlichen Tasten und den Thumbstick nicht ganz so optimal ist.
- Wanderer und Geocacher sind fein raus: Sie haben freie Auswahl und können nach Belieben zwischen den unterschiedlichen Konzepten wählen.
Alle drei Lotsen lassen sich mit einer Hand bedienen, für das Montana sollte man/frau allerdings nicht gerade mit zierlichen Händen gesegnet sein. Rechts- und Linkshänder werden gleichermaßen glücklich, lediglich das eTrex ist für den Betrieb mit der rechten Hand etwas besser geeignet. Wird sein Thumbstick mit dem Daumen der linken Hand geschubst, dann gibt es nur eine eingeschränkte Sicht auf das Display.
Die Menüs sind bei allen drei Outdoor-Lotsen recht ähnlich aufgebaut und glänzen durch eine logische Struktur. Das Montana setzt sich bei der Benutzerführung aber an die Spitze des Feldes: der Touchscren sorgt in Verbindung mit den großen Icons für ein Aha-Erlebnis. Einsteiger in die Materie müssen bei allen drei Testteilnehmern allerdings einiges an Energie investieren: Bis das Gerät konfiguriert ist und alle Funktionen intus sind, sind einige Übungsstunden angesagt.
Deshalb lauten die wichtigsten Tipps:
- Zum Einstieg die beste Literatur zum Thema kaufen,
- das jeweilige Garmin Handbuch durcharbeiten (befindet sich bei jedem Gerät als PDF im internen Speicher) und
- unsere Infoseiten lesen.
- Viel Zeit in die Konfiguration des Gerätes stecken. Alle drei Garmins bieten die Möglichkeit, individuelle Profile anzulegen und zu konfigurieren. Beispielsweise für Mountainbiken, Wandern, Geocaching (alternativ: die von Garmin vorgegebenen Profile verwenden). Zusätzlich lohnt es sich, die Menüs für jedes Profil zu optimieren, beispielsweise durch das Ausblenden nicht benötigter Icons bzw. Seiten oder dem Ändern von Elementreihenfolgen – die Übersichtlichkeit läßt sich dadurch deutlich steigern.
- Bei jeder Gelegenheit: Rausgehen und Ausprobieren!
Einen einmaligen Komfort bietet das Montana 650t mit dem Anlegen von Kurzbefehlen. Beispielsweise läßt sich ein Kurzbefehl mit der Bezeichnung “Wanderung” definieren und im Hauptmenü verankern. Startet der Wanderer eine neue Tour, reicht ein Klick auf das Symbol “Wanderung” und das Display geht ins Hochformat über, die Karte wird angezeigt und in Bewegungsrichtung ausgerichtet, Trackspeicher und Reisecomputer werden zurückgesetzt und zusätzlich startet eine neue Trackaufzeichnung.
Garmin Outdoor Test: Display
Bei den Displays gibt es gravierende Unterschiede. Die wichtigsten Fakten lauten:
- eTrex 30: 176×220 Pixel, 3,5 x 4,4 cm (15,4 cm²), ca. 2,2 Zoll Diagonale, 2.514 Pixel/cm²
- GPSmap 62stc: 160×240 Pixel, 3,6 x 5,5 cm (19,8 cm²), 2,6 Zoll Diagonale, 1.939 Pixel/cm²
- Montana 650t: 272×480 Pixel, 5,1 x 8,9 (45,4 cm²), 4 Zoll Diagonale, 2.876 Pixel/cm²
In der Praxis äußern sich die Unterschiede hauptsächlich in dem für Informationen zur Verfügung stehenden Platz. Richtig klasse ist natürlich das Garmin Montana. Die folgenden Screenshots verdeutlichen es eindrucksvoll (links: Montana, oben rechts: GPSmap, unten rechts: eTrex):
![]() | ![]() |
![]() |
Auf die Ablesbarkeit der Displays bei unterschiedlichen Lichtbedingungen wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen. Grund: Alle drei Testteilnehmer sind in dieser Disziplin richtig gut und gehören zu den Besten unter den Outdoor-Navis. Allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den drei Kandidaten. Wird die Beleuchtung auf Maximum gestellt, toppt das Montana die beiden anderen mit Leichtigkeit. Die immense Helligkeit geht allerdings deutlich zu Lasten der Akkulaufzeit! Zweitplatzierter ist das eTrex, Dritter das GPSmap.
Garmin Outdoor Test: Energieversorgung
Bei der Energieversorgung setzt Garmin auf AA Akkus bzw. Batterien. Das Montana läßt sich außerdem mit einem Lithium-Akkublock betreiben. Mit den von uns bevorzugten 2.000 mAh eneloop Akkus ergeben sich ungefähr folgende Laufzeiten (Mittelwerte aus Messungen der Einzeltests, in Klammer: Li-Akkupack beim Montana):
| Modell | Energiesparmodus (hh:mm) | Volle Power (hh:mm) |
| Garmin eTrex 30 (nur GPS) | 25:10 | 09:50 |
| Garmin GPSmap 62stc | 20:30 | 10:00 |
| Garmin Montana 650t | 22:00 (18:40) | 05:20 (03:15) |
(Volle Power: Beleuchtung dauerhaft 100%, Trackaufzeichnung, Karte in Fahrtrichtung, aktive Navigation; Energiesparmodus: Beleuchtung aus, Energiesparmodus ein, Trackaufzeichnung, Karte nach Nord, keine Navigation)
In der Praxis ligen die zu erreichenden Laufzeiten irgendwo zwischen diesen beiden Werten, je nachdem, wie der Outdoorer sein Gerät einsetzt bzw. konfiguriert. Beim eTrex ist noch anzumerken: werden GPS und GLONASS Satelliten zur Positionsbestimmung herangezogen, dann verringert sich die Laufzeit um ca. 10%.
Weiterlesen: Garmin Outdoor-Test – Teil 2
Seiten: 1 2









ich fahre eine Koga-Fahrrad „Randonneur“ mit dem Multifunktionslenker „Multigrip“ und einer Lenkertasche von Ortlieb.
Mit welcher Fahrradhalterung kann ich den Montana 600 anbringen, ohne auf den Koga-Multfunktionslenker und die Ortlieb-Lenkertasche zu verzichten?
Hallo,
Probleme Verarbeitung 62er-Serie:
- kennt ihr den aktuellen Stand des leidigen Problems der Ablösung Tastaturbeschriftung (=klarer Qualitätmangel)? Garmin möchte kategorisch keine Info geben, die dem Kunde hilfreich wär. Ist Problem nun behoben, wenn ja: wie ist das fürn Kunde erkennbar? (z. B. über Seriennummer).
- die FW-Entwicklung bei Garmin wird immer mehr und mehr zu nem Disaster …… Verschlimmbesserung übder Verschlimmbesserung.
Selbst den Bug (oder wird’s mittlerweile als feature verkauft): masisve Abweichungen der anzeigten von den realen Anstiegshöhenmetern bekommt Garmin nicht in den Griff – oder will es nicht?
Das Garminforum http://bit.ly/czv1eT
ist mittlerweile voll von ernsthaften Berichten und Anfragen und leider auf von persönlichen Angriffen, die gegen KRITISCHE und Lösungsforderne Kunden ergehen
- das “Teil” kann nicht mehr weiterempfohlen worden und es stellt sich die Frage, ob Garmin noch als kundenfreundlich bezeichnet werden darf oder man einen weiten Bogen drum machen sollte in der Hoffnung, das die Mitbewerber nicht die gleiche Strategie fahren und auch mehr in qualitativ in Sachen Mechanik und SW bieten (können/wollen).
Hallo,
das Problem mit der sich ablösenden Tastaturbeschriftung kenne ich von meinem 62er, das allerdings eines der ersten verfügbaren Geräte war. Ob bei den späteren Serien etwas geändert wurde, ist mir nicht bekannt. Die Abweichungen bei den Anstiegshöhenmetern ärgern mich auch. Hier kann man nur hoffen, dass Garmin/USA ein entsprechendes Firmware-Update herausbringt!
Grüße
Kostenlose OpenStreetMap-Vektorkarten inkl. Routung lassen sich neuerdings auch für den Sportiva+ kinderleicht generieren und anpassen (CompeGPS Land BETA).
Daher würde mich mal ein Vergleichstest zu der Sportiva+ Rasterkarten Referenz interessieren,