Drei Garmin GPS-Geräte im großen Vergleichstest (Montana, eTrex, GPSmap 62)Wer auf der Suche nach einem Outdoor-GPS-Gerät zum Wandern, Fahrradfahren oder Geocachen ist, kommt an Garmin nicht vorbei – der US-Hersteller hat schließlich eine riesige Palette an GPS-Geräten für die unterschiedlichsten Outdoor-Aktivitäten im Programm.

Um die Qual der Wahl zu erleichtern, hat Navigation-Professionell.de drei aktuelle Garmin Outdoor-Lotsen einem ausführlichen Test unterzogen:

  • Garmin eTrex 30
  • Garmin GPSmap 62stc
  • Garmin Montana 650t

Warum haben wir diese drei Kandidaten getestet? Einerseits: Es sind die Top-Modelle der einzelnen Geräteserien. Andererseits: Nach unserer Meinung sind sie – von Spezialisten wie dem Foretrex 401 und dem GPSmap 78s mal abgesehen – die derzeit interessantesten Outdoor-GPS-Geräte von Garmin. Einen besonderen Anteil an dieser Einschätzung haben die verbauten Farbdisplays – ihre Ablesbarkeit ist einfach überzeugend!

Solche Top-Outdoor-Navis haben natürlich ihren Preis. Aber keine Bange, es muss nicht immer ein High-End-GPS-Gerät sein. Auch die anderen Modelle der jeweiligen Baureihen sorgen für Outdoor-Spaß – und kosten teilweise deutlich weniger! Die Testergebnisse lassen sich problemlos auf die kleineren Geschwister übertragen, Unterschiede gibt es lediglich bei Ausstattung und Funktionen.

Neu: Vergleichstest preiswerte Outdoor-GPS-Geräte

Garmin Outdoor Test: Inhalt

  1. Test-Teilnehmer
  2. Gehäuse, Handhabung, Bedienung
  3. Display
  4. Energieversorgung
  5. GPS-Empfang
  6. Funktionen
  7. Zubehör, Karten, Software
  8. Lieferumfang
  9. Kritikpunkte
  10. Zusammenfassung, Kaufberatung

Garmin Outdoor Test: Die Teilnehmer

Garmin Montana 650t: Zu einem Straßenpreis von rund 555.- EUR bietet das Montana 650t so ziemlich alles, um Outdoorer, Geocacher, 4x4 Fahrer, Wassersportler und andere glücklich zu machen. Deutlich günstiger ist das Montana 650, bei dem gegenüber dem 650t lediglich auf die Freizeitkarte von Europa (Maßstab: 1:100.000) verzichtet werden muss. Dafür kostet das 650 nur 465.- EUR. Beim kleinsten Spross der Familie, dem Montana 600, fehlt neben der Freizeitkarte noch die integrierte Digitalkamera. Kostenpunkt für das Montana 600: 440.- EUR.

Garmin GPSmap 62stc: In der GPSmap 62 Reihe – dahinter verbergen sich richtige Outdoor-Allrounder – stehen immerhin fünf Lotsen zur Auswahl:

  • GPSmap 62stc: 445.- EUR
  • GPSmap 62sc: 395.- EUR
  • GPSmap 62st: 360.- EUR
  • GPSmap 62s: 300.- EUR
  • GPSmap 62: 239.- EUR.

Die "c" Modelle sind mit einer Digitalkamera bestückt, die "t" Modelle zusätzlich mit einer europäischen Freizeitkarte 1:100.000. Ansonsten sind alle – bis auf folgende Ausnahmen – identisch ausgerüstet. Beim 62stc und 62sc mußte der Anschluß für eine externe GPS-Antenne der Digitalkamera weichen, beim 62stc und 62st beansprucht die vorinstallierte Freizeitkarte einigen Platz im internen Speicher. Das GPSmap 62 ist der Minimalist in der 62er Reihe: Hier verzichtet Garmin unter anderem auf Höhenmesser, Kompass, Speicherkartenslot und ANT+. Am schwersten wiegt die Verzicht auf den Kartenslot. Grund: Bei den topographischen Karten von Garmin geht der Trend Richtung Kartenmaterial, das auf microSD-Karten vorinstalliert ist.

Garmin eTrex 30: Die preiswerte eTrex-Serie ist nicht nur für Sparfüchse, sondern für alle Outdoorer, die ein kleines und leichtes Gerät bevorzugen, interessant. Außer dem eTrex 30 (210.- EUR) gibt es noch das puristische eTrex 10 (105.- EUR) und das eTrex 20 (180.- EUR). Unterschiede zwischen dem eTrex 20 und eTrex 30 sind das Fehlen von Höhenmesser, Kompass und ANT+ beim eTrex 20. Beide Geräte verfügen aber über einen Slot für microSD-Karten – ideal für Freunde topographischer Karten!

(Alle Preisangaben: Straßenpreise von Amazon.de, Stand 06/2012)

Wer sich zu den einzelnen Geräten informieren möchte, sollte folgende Einzeltests lesen:

Weitere Informationen zu Technik und Funktionen gibt es hier:

Größenvergleich: Garmin GPSmap 62stc, Garmin Montana 650t, Garmin eTrex 30 (von links nach rechts)

Größenvergleich: Garmin GPSmap 62stc, Garmin Montana 650t, Garmin eTrex 30 (von links nach rechts),

Garmin Outdoor Test: Gehäuse, Handhabung, Bedienung

Die drei Outdoor-Lotsen können kaum unterschiedlicher sein: das kleine und leichte eTrex 30, das relativ große und schwere Montana 650t und das eher schlank gebaute GPSmap 62stc, das auch beim Gewicht zwischen den beiden anderen Kandidaten liegt.

Bei der Betrachtung des Gewichts müssen die Energieversorger miteinbezogen werden. Besonders positiv stechen Lithium-Batterien bzw. der Lithium-Akkublock des Montanas hervor. Mit ihnen lassen sich nicht nur hervorragende Laufzeiten, sondern auch niedrige Gesamtgewichte erreichen. Mit NiMH Akkus Typ eneloop werden die Geräte minimal schwerer. eneloop Akkus bieten ebenfalls lange Laufzeiten, dazu eine geringe Selbstentladung und ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis.

ModellAbmessungen (in cm)Gewicht (ohne Batterien)Gewicht (mit Lithium Batterien)Gewicht (mit eneloop Akkus)Gewicht (mit Akkublock)
eTrex 305,3 x 9,9 x 3,399 g128 g151 g
GPSmap 62stc6,1 x 16,0 x 3,6168 g197 g220 g
Montana 650t7,5 x 14,4 x 3,6252 g296 g330 g294 g

(Alle Angaben basieren auf eigenen Messungen; Einzelgewichte: eneloop HR-3UTGA Akku 26 g, Energizer Lithium Batterie 14,6 g, Montana Akkublock 41,5 g)

Das Gesamtgewicht kann beim geplanten Einsatzzweck eine Rolle spielen. Anhänger von Ultralight-Trekking werden eher zum eTrex 30 greifen. In Verbindung mit Lithium-Batterien ist es unter dem Gewichtsaspekt einfach unschlagbar. Aber hier hat jeder seine eigenen Kriterien. Der Autor – selbst ein Freund von Leichtausrüstung – greift inzwischen gerne zum Montana, da er andere Vorteile bietet. Dank des großen 4-Zoll Displays bleibt die Papierkarte meistens im Rucksack (oder gleich ganz zu Hause): Das Display bietet viel Übersicht und ermöglicht ein einfaches Planen von Routen – Vorteile, die auch nicht außer acht zu lassen sind!

Beim Bedienungskonzept prallen zwei Welten aufeinander: das nahezu ausschließlich per Touchscreen bedienbare Montana und die beiden Tastennavis eTrex und GPSmap. Aber auch bei diesen Beiden gibt es Unterschiede. Das eTrex wird über fünf seitliche Tasten und einen Thumbstick bedient, beim 62er sind es acht Tasten und eine Wippe auf der Gehäuseoberseite sowie eine weitere Taste an der Seite. Die Bedienung sollte wieder in Abhängigkeit von den anvisierten Spielwiesen betrachtet werden, Beispiele:

  • Bei Wintereinsätzen mit dicken Handschuhen sind die beiden Tastengeräte erste Wahl, allen voran das GPSap 62stc. Das Montana kann dank der großen Buttons aber gut mithalten.
  • Beim Wassersport – wenn die Geräte zusätzlich in einer wasserdichten Hülle verpackt sind – ist das GPSmap 62stc das Optimum, dicht gefolgt vom Montana, Schlußlicht ist das eTrex, bei dem der Thumbstick beim Bedienen in der Hülle Probleme bereitet.
  • Auf dem Mountainbike war Autors Darling bislang ein GPSmap 62st. Die obenliegenden Tasten lassen eine schnelle und sichere Bedienung zu. Inzwischen mußte es allerdings dem eTrex weichen, da dieses klein, leicht und am Lenker schön unaufällig ist – auch wenn seine Bedienung über die seitlichen Tasten und den Thumbstick nicht ganz so optimal ist.
  • Wanderer und Geocacher sind fein raus: Sie haben freie Auswahl und können nach Belieben zwischen den unterschiedlichen Konzepten wählen.

Alle drei Lotsen lassen sich mit einer Hand bedienen, für das Montana sollte man/frau allerdings nicht gerade mit zierlichen Händen gesegnet sein. Rechts- und Linkshänder werden gleichermaßen glücklich, lediglich das eTrex ist für den Betrieb mit der rechten Hand etwas besser geeignet. Wird sein Thumbstick mit dem Daumen der linken Hand geschubst, dann gibt es nur eine eingeschränkte Sicht auf das Display.

Die Menüs sind bei allen drei Outdoor-Lotsen recht ähnlich aufgebaut und glänzen durch eine logische Struktur. Das Montana setzt sich bei der Benutzerführung aber an die Spitze des Feldes: der Touchscren sorgt in Verbindung mit den großen Icons für ein Aha-Erlebnis. Einsteiger in die Materie müssen bei allen drei Testteilnehmern allerdings einiges an Energie investieren: Bis das Gerät konfiguriert ist und alle Funktionen intus sind, sind einige Übungsstunden angesagt.

Deshalb lauten die wichtigsten Tipps:

  • Zum Einstieg die beste Literatur zum Thema kaufen,
  • das jeweilige Garmin Handbuch durcharbeiten (befindet sich bei jedem Gerät als PDF im internen Speicher) und
  • unsere Infoseiten lesen.
  • Viel Zeit in die Konfiguration des Gerätes stecken. Alle drei Garmins bieten die Möglichkeit, individuelle Profile anzulegen und zu konfigurieren. Beispielsweise für Mountainbiken, Wandern, Geocaching (alternativ: die von Garmin vorgegebenen Profile verwenden). Zusätzlich lohnt es sich, die Menüs für jedes Profil zu optimieren, beispielsweise durch das Ausblenden nicht benötigter Icons bzw. Seiten oder dem Ändern von Elementreihenfolgen – die Übersichtlichkeit läßt sich dadurch deutlich steigern.
  • Bei jeder Gelegenheit: Rausgehen und Ausprobieren!

Einen einmaligen Komfort bietet das Montana 650t mit dem Anlegen von Kurzbefehlen. Beispielsweise läßt sich ein Kurzbefehl mit der Bezeichnung “Wanderung” definieren und im Hauptmenü verankern. Startet der Wanderer eine neue Tour, reicht ein Klick auf das Symbol “Wanderung” und das Display geht ins Hochformat über, die Karte wird angezeigt und in Bewegungsrichtung ausgerichtet, Trackspeicher und Reisecomputer werden zurückgesetzt und zusätzlich startet eine neue Trackaufzeichnung.

Garmin Outdoor Test: Display

Bei den Displays gibt es gravierende Unterschiede. Die wichtigsten Fakten lauten:

  • eTrex 30: 176x220 Pixel, 3,5 x 4,4 cm (15,4 cm²), ca. 2,2 Zoll Diagonale, 2.514 Pixel/cm²
  • GPSmap 62stc: 160x240 Pixel, 3,6 x 5,5 cm (19,8 cm²), 2,6 Zoll Diagonale, 1.939 Pixel/cm²
  • Montana 650t: 272x480 Pixel, 5,1 x 8,9 (45,4 cm²), 4 Zoll Diagonale, 2.876 Pixel/cm²

In der Praxis äußern sich die Unterschiede hauptsächlich in dem für Informationen zur Verfügung stehenden Platz. Richtig klasse ist natürlich das Garmin Montana. Die folgenden Screenshots verdeutlichen es eindrucksvoll (links: Montana, oben rechts: GPSmap, unten rechts: eTrex):

Garmin Montana: Eine Geocache-Beschreibung auf dem 4-Zoll DisplayGarmin GPSmap 62stc: Geocache-Beschreibung auf dem 2,6 Zoll Display
Garmin eTrex 30: Geocache-Beschreibung auf dem kleinen 2,2-Zoll Display

Auf die Ablesbarkeit der Displays bei unterschiedlichen Lichtbedingungen wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen. Grund: Alle drei Testteilnehmer sind in dieser Disziplin richtig gut und gehören zu den Besten unter den Outdoor-Navis. Allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den drei Kandidaten. Wird die Beleuchtung auf Maximum gestellt, toppt das Montana die beiden anderen mit Leichtigkeit. Die immense Helligkeit geht allerdings deutlich zu Lasten der Akkulaufzeit! Zweitplatzierter ist das eTrex, Dritter das GPSmap.

Garmin Outdoor Test: Energieversorgung

Bei der Energieversorgung setzt Garmin auf AA Akkus bzw. Batterien. Das Montana läßt sich außerdem mit einem Lithium-Akkublock betreiben. Mit den von uns bevorzugten 2.000 mAh eneloop Akkus ergeben sich ungefähr folgende Laufzeiten (Mittelwerte aus Messungen der Einzeltests, in Klammer: Li-Akkupack beim Montana):

ModellEnergiesparmodus (hh:mm)Volle Power (hh:mm)
Garmin eTrex 30 (nur GPS)25:1009:50
Garmin GPSmap 62stc20:3010:00
Garmin Montana 650t22:00 (18:40)05:20 (03:15)

(Volle Power: Beleuchtung dauerhaft 100%, Trackaufzeichnung, Karte in Fahrtrichtung, aktive Navigation; Energiesparmodus: Beleuchtung aus, Energiesparmodus ein, Trackaufzeichnung, Karte nach Nord, keine Navigation)

In der Praxis ligen die zu erreichenden Laufzeiten irgendwo zwischen diesen beiden Werten, je nachdem, wie der Outdoorer sein Gerät einsetzt bzw. konfiguriert. Beim eTrex ist noch anzumerken: werden GPS und GLONASS Satelliten zur Positionsbestimmung herangezogen, dann verringert sich die Laufzeit um ca. 10%.

Garmin Outdoor Test: GPS-Empfang

Beim Empfangen von Satellitensignalen bieten die Garmin-Geräte einige Besonderheiten, allen voran das eTrex 30. Die neuen eTrex-Navis sind die ersten Outdoor-Consumer-GPS-Geräte überhaupt, die neben Signalen vom amerikanischen GPS- auch Signale vom russischen GLONASS-System empfangen und auswerten können. Nach unseren Erfahrungen kann dies bei ungünstigen Satellitengeometrien bzw. Abschattungssituationen (tief eingeschnittene Täler, Häuserschluchten) zu einer besseren Genaugkeit führen. Allerdings sollte man diesen Vorteil nicht überbewerten, unter "normalen" Bedingungen ist davon nicht viel zu merken. Daneben bieten alle Testteilnehmer – dank HotFix-Technologie – eine extrem schnelle Bestimmung der Position.

Bei den verbauten GPS-Antennen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Modellen. Beim GPSmap 62stc kommt eine Helix-Antenne zum Einsatz, die für die typische Optik des GPSmap 62 sorgt. Das eTrex ist dagegen mit einer Keramik-Patch-Antenne, die sich oberhalb des Displays bzw. links vom Thumbstick befindet, ausgestattet. Beim Montana kommt nach unseren Infos eine Patchantenne, die im Gehäuse auf der Rückseite neben dem Kameraobjektiv angeordnet ist, zum Einsatz. Der Theorie nach haben GPS-Geräte mit einer Helix-Antenne einen optimalen GPS-Empfang bei senkrechter Anordnung des Gerätes (ideal z.B. am Rucksackträger, die Antenne zeigt dann nach oben), Geräte mit einer Patchantenne dagegen bei horizontaler Anbringung (z.B. das eTrex +/- horizontal am Fahrradlenker befestigt). Beim Montana erscheint die Positionierung der Antenne im ersten Moment recht ungewöhnlich. Gemäß seiner sehr unterschiedlichen Zielgruppen – Outdoor, Auto, 4x4, Marine – resultieren daraus aber auch Vorteile, z.B. beim Einsatz als Autonavi hinter der Windschutzscheibe.

Soweit die Theorie, wie sieht es in der Praxis aus? Zum Testen haben wir uns unter anderem auf unsere Hausstrecke begeben, eine abschnittsweise tief eingeschnittene Schlucht, in der schon manches GPS-Gerät an seine Grenzen gekommen ist. Die Strecke wurde gleich dreimal abgelaufen, um alle Eventualitäten auszuschliessen.

Jedes Gerät zeigt abschnittsweise Abweichungen vom eigentlichen Streckenverlauf. Am besten kommt noch das GPSmap 62stc weg, dicht gefolgt vom eTrex und dem Montana. Besonders beim Montana, aber auch beim eTrex dürfte sich das Befestigen am Rucksackträger negativ auswirken, da die Antenne dann nicht optimal ausgerichtet ist. Dazu kommen noch Abschattungen durch den Körper und Einflußfaktoren wie z.B. Reflexionen durch Felswände. Insgesamt gesehen befinden sich alle drei getesteten Geräte aber auf einem sehr hohen Niveau. Wer das Optimum will, muss auf richtig teures Profi-Equipment umsteigen!

Download der Tracks zum Vergleichen: Garmin Vergleichstest (Entpacken und kmz-Datei beispielsweise mit Google Earth öffnen)

(blau: Montana, grün: eTrex, rot: GPSmap; Montana und eTrex am Rucksackträger befestigt, GPSmap in der Rucksackdeckeltasche mit der Antenne schräg nach oben.)

Garmin Outdoor Test: Funktionen

Die Garmin-Geräte bieten Funktionen in Hülle und Fülle. Zwar könnte man sich noch die eine oder andere Verbesserung wünschen, in der Summe läßt sich aber mit allen drei Outdoor-Lotsen hervorragend navigieren. Von den vielen Funktionen haben wir ein paar herausgepickt:

ActiveRouting

Dahinter verbirgt sich eine Funktion, mit der Garmin das automatische Routing entlang von sämtlichen in den Karten enthaltenen Wegen und Straßen optimiert. ActiveRouting läßt sich allerdings nur in Verbindung mit Garmins neuester Kartengeneration nutzen. Aktuell sind es die Topo Deutschland 2012 Pro und die Transalpin 2012 Pro.

Einen wichtigen Unterschied gibt es bei den Geräten. Der volle Funktionsumfang von ActiveRouting steht nur beim Montana 650t bzw. dem GPSmap 62stc zur Verfügung (Funktionen und Unterschiede im Detail, siehe: Garmin ActiveRouting). Beim eTrex gibt es wie bisher nur die Routenberechnungsmethoden Auto/Motorrad, Fussgänger und Fahrrad, auf neue Methoden wie Tourradfahren, Mountainbiking und Bergsteigen muss hingegen verzichtet werden. Außerdem: Wird mit dem eTrex eine Strecke im Modus "Fahrrad" berechnet, fällt die Streckenführung bis auf kleine Nuancen immer gleich aus – unabhängig davon, ob die neue Topo Deutschland 2012 Pro oder die Vorgängerversion Topo Deutschland 2010 installiert ist.

Aufgrund dieser Einschränkungen ist das eTrex nicht für jede Aktivität erste Wahl, Beispiel Alpencross. Wer auf Tour alle Vorteile der Transalpin 2012 Pro nutzen möchte, sollte besser zum GPSmap 62stc greifen. Allerdings lassen sich mit dem eTrex 30 aktivitätsspezifische Routen zum Navigieren einsetzen, die mit BaseCamp – Garmins kostenlose PC-Software zum Planen und Verwalten von Touren – berechnet und anschließend auf das Gerät übertragen werden.

Beim 62er und dem Montana stehen insgesamt neun individuell konfigurierbare Routenberechnungsmethoden zur Auswahl. Je nach gewählter Methode fallen die berechneten Strecken meistens sehr unterschiedlich aus. Wer mit der Streckenführung nicht ganz zufrieden ist, braucht nur eine andere Aktivität wählen. Beispielsweise kann ein Mountainbiker mit der Aktivität "Wandern" hervorragende Ergebnisse erzielen. Und wenn dem Biker die Strecke immer noch nicht zusagt, dann kann er sie mit der Funktion "Set Via Point" (Setzen eines Zwischenziels) noch weiter beeinflussen. Bei sehr langen Strecken bzw. bei Rundtouren schlägt dagegen die Stunde des Routenplaners. Damit lassen sich Routen mit mehreren Zwischenzielen definieren. Das ideale Gerät für diesen Zweck ist das Montana. Die Bedienung per Touchscreen bzw. das große Display ermöglichen auf verhältnismäßig einfache Weise, selbst eine komplexe Route zu planen.

Unterm Strich bedeutet ActiveRouting vor allem beim Montana und GPSmap einen deutlichen Mehrwert. In Verbindung mit den neuen Karten entsteht daraus ein Zusatznutzen, der die Outdoor-Navigation deutlich erleichtern kann.

Garmin Montana:  ActiveRouting, mit dem Routenplaner erstellte Route

Garmin Montana: ActiveRouting, mit dem Routenplaner erstellte Route

Garmin Montana: Höhenprofil einer mit ActiveRouting berechneten Strecke

Garmin Montana: Höhenprofil einer mit ActiveRouting berechneten Strecke

Autonavigation

Alle drei Testgeräte lassen sich als Autonavi einsetzen. Besonderen Komfort bietet allerdings nur das Montana, idealerweise in Verbindung mit der Garmin Kfz-Saugnapfhalterung (Straßenpreis: 69.- EUR). Ein in die Halterung integrierter Lautsprecher sorgt für die Ausgabe der Sprachansagen. Alternativ kann an den Audioausgang des Montanas (3,5 mm Klinkenbuchse) ein Kopfhörer oder ein Autoradio, das über einen 3,5 mm Aux-Eingang verfügt, angeschlossen werden. Zum Verbinden mit dem Radio wird nur ein Kabel mit beidseitigen 3,5 mm-Klinkensteckern benötigt. Als Basis für die Autonavigation dient routingfähiges Kartenmaterial wie der Garmin City Navigator NT (Beispiel: Karten von D-A-CH, Norditalien und Ostfrankreich gibt es für 36.- EUR, vorinstalliert auf einer microSD-Karte). Beim Navigieren bietet das Montana nüvi-Feeling, inklusive Warnungen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen und Ansagen von Straßennamen.

Beim eTrex und GPSmap fällt das Navigieren auf der Straße deutlich rudimentärer aus und eignet sich eher als Notbehelf. Statt Sprachansagen gibt nur Hinweistöne, außerdem sind die Displays für diesen Einsatzzweck arg klein.

Digitalkamera

Das Montana 650t bzw. das GPSmap 62stc bieten eine 5 Megapixel Digitalkamera. “Braucht man so etwas überhaupt?” lautet die erste Frage. Heutzutage hat schließlich so ziemlich jeder Outdoorer eine Digitalkamera oder zumindest ein Handy mit Digicam dabei. “Wozu also?” – Den Einsatzzweck des Montanas bzw. GPSmap sehen wir auch nicht beim Knipsen von Schnappschüssen oder anspruchsvollen Urlaubsbilder, sondern eher beim Dokumentieren. Da die Bilder gleich noch mit Koordinaten versehen werden (“Geotagging”), ist eine spätere Zuordnung problemlos möglich. An die Bildqualität dürfen nicht die höchsten Ansprüche gestellt werden, zum Dokumentieren reicht sie aber vollkommen aus.

Im Setup läßt sich der Speicherort für die Bilder wählen (intern, Speicherkarte) und die Qualität einstellen (5/3,2/1 MP), außerdem gibt es noch einen Modus für schwaches Licht. Weiterhin lassen sich die Bilder im Bildbetrachter anschauen, als Diaschau vorführen und als Navigationsziel einsetzen.

Bildergalerie: Aufnahmen mit dem Garmin Montana 650t und dem GPSmap 62stc (anklicken)

 

Garmin Outdoor GPS-Geräte: Zubehör, Karten, Software

Was wären Outdoor-GPS-Geräte ohne das ganze Drumherum wie Zubehör, Karten oder PC-Software? Dann liesen sie sich nicht am Fahrradlenker befestigen, das Planen und Verwalten von Touren am PC wäre nicht möglich und ohne Karten müßte beim Navigieren auf so manchen Komfort verzichtet werden.

Rucksackhalterungen

Beim Wandern ist der optimale Platz für ein GPS-Gerät der Rucksackträger. Warum? Das Gerät ist immer griffbereit und die GPS-Antenne hat den bestmöglichen Empfang. Dazu wird eine entsprechende Halterung benötigt. Für den eTrex und den GPSmap bietet sich der praktische Karabinerclip an, der beim GPSmap sogar zum Lieferumfang gehört. Damit läßt sich das teure Stück nahezu unverlierbar am Rucksack befestigen.

Beim Montana wirds schon schwieriger. Der Outdoorer ist entweder auf eine Bastellösung angewiesen oder besorgt sich im Fachhandel eine passende Digitalkamera-Tasche (alternativ: die Garmin-Tragetasche für 8,99 EUR), die am besten mit einem Karabiner am Rucksackträger befestigt wird. [Update] Im August 2012 wird Garmin eine Halterung/Tasche für das Montana auf den Markt bringen.

Fahrradhalterungen

Die wichtigsten Halterungen im Überblick:

  • Garmin Fahrradhalterung (eTrex, GPSmap): Leicht, optisch unauffällig, zuverlässig, einfache Montage und preiswert – was will man mehr?
  • Garmin Fahrradhalterung (Montana): Eine der wenigen Halterungen für das Montana. Die Halterung wird mit zwei Schrauben am Lenker befestigt und sorgt auch abseits von Asphaltstrecken für einen sicheren Halt des Montanas (auf heftigen Trails à la Gardasee wurde sie nicht ausprobiert). Mit Hilfe eines speziellen Torx Schraubendrehers mit Innenloch läßt sich die Arretierung für das Montana zusätzlich verriegeln (ein Schraubendreher befindet sich im Lieferumfang, für den Fall der Fälle sollte man aber einen weiteren Torx dabei haben, z.B. im Reparaturset).
  • freedimension Halterung von Weisskopftechnik (GPSmap 62): Eine exklusive und nicht gerade billige Halterung "Made in Germany", stabil und schützt das Navi vor Erschütterungen.
  • RAM Mounts (eTrex, GPSmap, Montana): Die Amerikaner bieten ein universelles Befestigungssystem für Fahrrad, Auto, Motorrad, Marine etc. an. Zum Befestigen eines Gerätes werden eine Halteschale und ein Befestigungselement für den Fahrradlenker benötigt. Großer Vorteil von RAM Mounts ist die Integration in ein riesiges Angebot an Zubehör, Nachteile sind die relativ großen Halteschalen, außerdem befinden sich die Geräte sehr weit über dem Lenker – also nichts für Fahrradästheten.

Bildergalerie: Fahrradhalterungen für Garmin-Geräte (anklicken)

Software

Garmin stellt den Anwendern zahlreiche kostenlose Zusatzprogramme, allen voran Garmin BaseCamp zum Planen und Verwalten von Touren, zur Verfügung. Ein Vorteil, den mancher Mitbewerber im Outdoor-Navi-Markt nicht bieten kann. Ebenso gut: Viele Programme gibt es nicht nur für Windows, sondern auch für Mac!

Topographische Karten

Auf allen getesteten Geräten lassen sich topographische Karten und Luftbilder einsetzen. Bei den Karten wird zwischen Vektor- und Rasterkarten unterschieden, wobei jeder Typ seine Stärken und Schwächen hat. Ideal kann die Kombination sein: eine Rasterkarte als Basis, eine Vektorkarte als Layer (z.B. Straßen, Wanderwege und POI überlagern die Rasterkarte). Eine derartige Kombination bietet Garmin z.B. bei der Topo Swiss v3 an. Die vorgestellten Garmin-Geräte sind allerdings keine ausgesprochenen Rasterkarten-Spezialisten, in dieser Disziplin haben Geräte von Satmap und CompeGPS die Nase vorn. Zudem hat das eTrex 30 seine Mühe mit diesem Kartentyp, da das Zoomen und Verschieben der Rasterkarten alles andere als flott zu bezeichnen ist.

Dafür bietet Garmin etwas anderes: eine immense Auswahl an topographischen Vektorkarten! Außerdem wird das Angebot durch viele, kostenlos erhältliche OpenStreetMap-Karten ergänzt. Die Qualität der OSM-Karten ist allerdings von Land zu Land sehr unterschiedlich. Besonders empfehlenswerte Karten gibt es beispielsweise von Deutschland, Island, Polen, der Slowakei und Tschechien.

Garmin Outdoor GPS-Geräte: Lieferumfang

Garmin eTrex 30Garmin GPSmap 62stcGarmin Montana 650t
  • Schnellstartanleitung
  • Handbuch (PDF) im Gerätespeicher
  • USB-Kabel
  • Schnellstartanleitung
  • Handbuch (PDF) im Gerätespeicher
  • USB-Kabel
  • Karabinerclip
  • 2x NiMH Akkus
  • Netzladegerät
  • Schnellstartanleitung
  • Handbuch (PDF) im Gerätespeicher
  • USB-Kabel
  • Akkupack
  • Netzladegerät

Garmin Outdoor Test: Ein paar Kritikpunkte

Etwas Kritik Garmin muss sich Garmin bei der Verarbeitung der Geräte gefallen lassen, allen voran der GPSmap 62 Serie. Zum Zeitpunkt der Markteinführung haben die ersten Serien beim Anfassen noch deutliche Knarzgeräusche von sich gegeben. Das Problem ist durch eine Produktionsänderung inzwischen behoben worden, zumindest zeigt das fabrikneue Testgerät GPSmap 62stc diesbezüglich keinerlei Auffälligkeiten. Ein weiterer Schwachpunkt betrifft die Tasten, da sie – zumindest bei einem nicht übermäßig beanspruchten GPSmap 62st – erste Abnutzungserscheinungen zeigen. Für das Montana und das eTrex liegen noch keine eigenen Langzeiterfahrungen vor, allerdings berichten vereinzelte User im Groundspeak- bzw. Garmin-Forum, dass beim eTrex der D-Ring zum Verriegeln des Batteriefachdeckels abbrechen kann.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Garmins Firmware-Politik. Einerseits ist es absolut positiv, dass die Geräte kontinuierlich verbessert werden und neue Funktionen hinzukommen, andererseits wäre aber etwas mehr Qualität angebracht. Es kommt leider immer wieder vor, dass auch Nicht-Beta-Updates fehlerhaft sind. Beispiel GPSmap 62stc, mit der Software-Version 3.00 (Installation über den WebUpdater) wurden als Aufstiegshöhenmeter knapp 1.600 m angezeigt, in der Realität waren es aber nur ca. 470 m!

Garmin Outdoor Test: Welches Garmin soll ich kaufen?

Geocaching, Wandern, Trekking, Wanderreiten, Alpinismus, Skitouren, Radeln, Mountainbiken, Paddeln, Seekajaking, Segeln, 4x4, Motorrad lautet eine Liste möglicher Aktivitäten, für die sich die vorgestellten GPS-Geräte eignen. Nur welches ist das richtige für mich?

Garmin Montana 650t: Ein universelles GPS-Gerät für nahezu alle Outdoor-Aktivitäten (Bild: Garmin)Garmin Montana 650t (Straßenpreis: ca. 555.- EUR): Das Montana hat sich im Test als richtiger Allrounder erwiesen – außer für Aktivitäten, bei denen es auf jedes Gramm und jeden Zentimeter ankommt, beispielsweise Mountainbiken, Ultralight-Trekking, Alpinismus und Skitouren.

Seine Vorzüge sind insbesonders die erstklassige Bedienung, das große und sehr gute Display sowie der gesamte Funktionsumfang (es gibt eigentlich nichts, was das Montana nicht kann). Seine größte Schwäche: der Kaufpreis – vor allem wenn noch Kartenmaterial und Zubehör einkalkuliert wird! Wer ein Montana sein Eigen nennen möchte, etwas Geld sparen will und auf Freizeitkarte und Digitalkamera verzichten kann, der kann bedenkenlos zum Montana 600 greifen. Die Ersparnis beträgt immerhin rund 115.- EUR.

Garmin GPSmap 62s: Ein echter Allrounder im Retro-Look (Bild: Garmin, GPSmap 62)Garmin GPSmap 62stc (Straßenpreis: ca. 445.- EUR): Das GPSmap 62stc ist der zweite Allrounder im Bunde, der sich für so ziemlich alle Outdoor-Abenteuer eignet.

Seine großen Vorteile sind beim Display, der Akkulaufzeit und dem kompletten Funktionsumfang zu sehen. Im Vergleich zum Montana 650t fehlen allerdings die Sprachansagen, das Display ist deutlich kleiner und das Bedienungskonzept fällt nicht so elegant aus. Dafür wiegt das 62stc weniger und der Geldbeutel wird geschont. Wie beim Montana gilt: Durch Verzicht auf Digitalkamera und Freizeitkarte läßt sich richtig Geld sparen. Dann ist das GPSmap 62s erste Wahl, das gegenüber dem 62stc ca. 145.- EUR weniger kostet.

Garmin eTrex 30 im großen Garmin Vergleichstest (Bild: Garmin)Garmin eTrex 30 (Straßenpreis: ca. 210.- EUR): Seine Stärken sind vor allem bei Gewicht, Größe, Akkulaufzeit, dem gut ablesbaren Display und der GLONASS-Integration zu sehen. Seine größte Schwäche ist das träge Verhalten beim Zoomen und Verschieben von Karten, vor allem von Rasterkarten. Gegenüber den anderen Testgeräten muss auch auf einige Funktionen verzichtet werden. So gibt es weniger Schnittstellen zur Außenwelt (z.B. ist kein Übertragen von NMEA-Daten möglich) und ActiveRouting wird nicht in voller Schönheit unterstützt.

Dafür gehört das eTrex 30 zu den günstigen GPS-Geräten am Markt. Aufgrund der geringen Preisdifferenz von ca. 30.- EUR empfiehlt es sich nicht, auf das eTrex 20 zu setzen. Dann muss auf praktische Funktionen wie ANT+ (zur drahtlosen Datenübertragung zwischen kompatiblen Garmin-Geräten bzw. Anschließen eines Herz-/Trittfrequenzsensors), Höhenmesser und elektronischen Kompass verzichtet werden.

Das eTrex 30 eigent sich vor allem zum Wandern, Mountainbiking, Alpinismus, Geocaching und alle Mehrtages- bzw. Ultralight-Touren.

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Drei Garmin Outdoor-GPS-Geräte im Test: eTrex 30, GPSmap 62stc, Montana 650t was last modified: Juli 18th, 2017 by Joachim Bardua

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