Mio Cyclo 305 Fahrrad-Navi mit Surprise Me!-Modus (Bild: Mio)Ist das Mio Cyclo 300 der Traum vieler Fahrradfahrer? Immerhin bietet das Cyclo 300 eine automatische Routenberechnung entlang von Straßen und Wegen, eine Turn-by-Turn-Navigation von A nach B und soll auch noch einfach zu bedienen sein!

Mio hat drei verschiedene Geräte der Cyclo-Serie im Programm. Das hier vorgestellte

  • Cyclo 300 mit vorinstallierten Karten von Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein,
  • das Cyclo 300 Europa mit Karten von 22 westeuropäischen Ländern
  • und das Cyclo 305 HC, ebenso mit Europa-Karten und der Möglichkeit, per ANT+ verschiedene Sensoren anzuschliessen (Geschwindigkeit-/Kadenz-/Herzfrequenz).


Die drei Fahrradnavis sind zu Preisen (UVP) von 299,99 EUR (Cyclo 300), 349,99 EUR (Cyclo 300 Europa) und 399,99 EUR (Cyclo 305 HC) erhältlich. Dazu kommt ein Lieferumfang, der alles beinhaltet, was der Radler zum Einstieg braucht: Netzladegerät, Fahrradhalterung, Schnellstartanleitung und ein USB-Kabel zum Anschliessen an den PC. Weiteres Zubehör gibt es im Mio Online-Shop, z.B. zwei weitere Fahrradhalterungen für 17,99 EUR.

Mio Cyclo 300 Test: Inhalt

  1. Gehäuse, Technik
  2. Bedienung, Funktionen
  3. Zieleingabe, Navigation
  4. Mio Share Software
  5. Fazit, Bewertung

Mio Cyclo 300 Test: Gehäuse, Technik

Beim Betrachten des Gehäuses fällt als erstes auf: Das Cyclo 300 – "designed in Belgium, assembled in China" – sieht dem Outdoor-Navi Medion Gopal s3857 zum Verwechseln ähnlich! Größter Unterschied ist der integrierte Sockel für die Fahrradhalterung auf der Gehäuserückseite. Sein Vorteil: ein Handgriff genügt und das Cyclo 300 rastet in die mit zwei Kabelbindern an Lenker oder Vorbau montierte Fahrradhalterung ein. Wer beim Biken auf Nummer sicher gehen und das Mio mit einer Schlaufe zusätzlich am Lenker sichern möchte, hat das Nachsehen. Auf eine in das Gehäuse integrierte Öse verzichtet Mio.

Wie das Medion-Navi ist das Cyclo 300 sehr flach gebaut um wirkt somit sehr unauffällig: ideal, um es an jedem Zweirad-Boliden ohne optische Einbußen befestigen zu können. Die wichtigsten Daten lauten: 6,7 x 12,1 x 1,8 cm und 156 g (nachgewogen: 153,6 g).

Die Verbindung zur Außenwelt wird über eine Micro-USB-Buchse auf der Gehäuserückseite hergestellt. Ein vom Nutzer nicht auswechselbarer Gummideckel verdeckt die Buchse, sodass die nach IPX7 spezifizierte Wasserdichtigkeit nicht gefährdet ist. Einen Batteriefachdeckel sucht man vergebens. Schließt nährt sich das Cyclo 300 von einem integrierten, nicht auswechselbaren 1.500 mAh Li-Akku, der für eine Laufzeit von bis zu 12 Stunden sorgen soll. Im Test sind wir auf Zeiten von knapp 8 Stunden im Powermodus (dauerhaft maximale Displayhelligkeit, aktive Navigation, Trackaufzeichnung) bzw. 13 Stunden im Sparmodus (Displayhelligkeit minimiert, keine Navigation, aktive Trackaufzeichnung) gekommen, im gemischten Betrieb waren durchaus 9,5 Stunden drin. Damit eignet sich das Cyclo 300 auch für längere Tagestouren. Aufgeladen wird es am besten mit dem mitgelieferten Ladegerät, nur leider gibt es während des Ladevorgangs keinen Hinweis, ob der Akku voll ist oder nicht. Ein Hinweis auf dem Display wäre angebracht. Wer Mehrtagestouren abseits von Steckdosen plant, kann das Cyclo mittels eines externen Akkus laden.

Für den GPS-Empfang sorgt ein SiRFStarIII Chip mit InstantFixII. Dank dieser bewährten Kombination wird die Position in der Regel schnell und zuverlässig bestimmt. Der 400 MHz Samsung Prozessor bietet ausreichend Speed, egal ob beim Aufrufen von Funktionen, Verschieben und Zoomen der Karte oder Berechnen einer Strecke. Zu erwähnen ist noch, dass das Cyclo 300 über einen elektronischen Kompass und einen barometrischen Höhenmesser verfügt. Der Kompass läßt sich manuell kalibrieren, der Höhenmesser dagegen nicht. Vermutlich wird er automatisch über die GPS-Höhe geeicht.

Das farbige Touchscreendisplay bietet eine Auflösung von 240 x 400 Pixel bei einer Größe von 3-Zoll (ca. 3,9 x 6,6 cm). Das wichtigste Beurteilungskriterium eines Displays ist die Ablesbarkeit bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Beim Cyclo 300 wird in der Regel ein gewisse Quantum an Hintergrundbeleuchtung benötigt. Bei dunkler Umgebung reicht in der Regel eine Einstellung auf ca. 30% Helligkeit aus, bei Sonnenschein kommt das Display allerdings auch bei 100% Helligkeit schnell an seine Grenzen.

Alle technischen Daten gibt es hier: Fahrrad-Navi-Galerie

Mio Cyclo 300 Test: Bedienung, Funktionen

Die übersichtliche Benutzeroberfläche des Fahrrad-Navis Mio Cyclo 300 (Bild: Mio)

Nach dem erstmaligen Einschalten des Cyclos – der Startvorgang geht in flotten 20 Sekunden über die Bühne – werden Einstellungen wie Sprache und Einheiten abgefragt und ein Benutzerprofil angelegt. Anschließend präsentiert sich die aus sechs großen Buttons aufgebaute Benutzeroberfläche: Übersicht, Navigieren, Verlauf, Surprise Me, Training und Einstellungen lautet die Auswahl.

Schon die ersten Spielereien zeigen: Das Mio Cyclo 300 ist genial einfach zu bedienen! Die Buttons sind schön groß, die Menüs strukturiert und übersichtlich – so macht Bedienung Spaß! Die Touchscreenbedienung wird durch eine Taste zum Verlassen der einzelnen Menüs bzw. Ein-/Ausschalten des Gerätes perfekt ergänzt.

Was bietet das Cyclo 300? Die sechs großen Buttons weisen darauf hin:

  • Übersicht: Dahinter verbergen sich die Kartenseite und mehrere Seiten mit Datenfeldern wie z.B. Entfernung, Geschwindigkeit, Höhe, Anstieg etc., es gibt Hinweise zum GPS-Empfang, Akku-Ladestand und zur Uhrzeit, außerdem läßt sich hier die Trackaufzeichnung starten bzw. stoppen.
  • Navigieren: Stoppen der aktiven Navigation, Navigation zurück zum Start und Auswählen eines Ziels (Heimatort, Adresse, Strecken, POI, Punkt auf der Karte, Koordinaten, Favoriten)
  • Verlauf: Übersicht über alle bisher aufgezeichneten Strecken, mit vielen statistischen Daten und Höhenprofil; Aktivieren einer Strecke zum Navigieren.
  • Surprise Me: Das Gerät berechnet drei beliebige Rundtouren um den aktuellen Standort, dabei läßt sich eine Mindestentfernung bzw. ein Zeit-/Geschwindigkeitsvorgabe machen.
  • Training: Training nach Entfernung, Zeit oder Kalorien, z.B. "Ich will 1.000 Kalorien verbrennen"
  • Einstellungen: Hier können noch grundlegende Änderungen erfolgen. Beispielsweise ob OpenStreetMap- oder Tele Atlas Karten verwendet werden sollen, Stärke und Dauer der Displaybeleuchtung, Anlegen weiterer Profile (Name, Geburtsdatum, Gewicht, Geschlecht, Fahrradtyp), konfigurieren der Seiten und Datenfelder.

Mio Cyclo 300 Test: Zieleingabe, Navigation

Das Mio Cyclo 300 bietet zum Navigieren mehrere Optionen: Wahlweise eine Fahrrad- oder Autonavigation in Verbindung mit den vorinstallierten OpenStreetMap-Karten oder Tele Atlas-Straßenkarten. Das Gerät kann allerdings nur eine Streckenlänge von maximal 200 Kilometern berechnen.

Der Fahrrad- oder Autofahrer wird mit Hilfe einer grün eingezeichneten Strecke, Richtungspfeilen und Abbiege- hinweisen wie "Rechts in 50 m" gelotst. Sprachansagen gibt es keine, dafür weisen deaktivierbare Piepstöne dezent auf Abbiegungen hin. Auf den gewohnten Komfort eines Autonavis muss dabei verzichtet werden. Macht aber nichts, schließlich ist das Cyclo 300 primär ein Fahrradnavi, die Autonavigation dient eher als Notbehelf oder um zu dem Startpunkt einer Fahrradtour zu gelangen.

Zum Auswählen eines Ziels gibt es im Menü "Zieleingabe" diverse Möglichkeiten. Die wichtigsten sind sicherlich die Auswahl eines POIs (Point-of-Interest), einer Adresse, eines beliebigen Punkts auf der Karte oder einer Strecke. Hinter dem Menüpunkt "Strecken" verbergen sich Tracks, die von der Mio Share-Webseite heruntergeladen wurden oder beliebige GPX-Dateien, die der Nutzer in den Ordner "Dodge > tracks" (Laufwerk "Mio_data") kopiert hat. Alternativ lassen sich im Menü "Verlauf" vom Nutzer aufgezeichnete Strecken wählen. Die Auswahl an POIs ist schön gemacht, da es viele Kategorien gibt, inklusive einer Kategorie "Fahrradladen". Allerdings lassen sich keine eigenen POIs (oder beliebige Wegpunkte) auf das Gerät übertragen. Somit ist man darauf angewiesen, dass Mio regelmäßig aktualisierte Karten mit neuen POIs zur Verfügung stellt.

Die Auswahl eines Ziels über die Karte leidet darunter, dass die von Mio bereitgestellten OSM-Karten sehr einfach gehalten sind. Es sind keine POIs eingezeichnet, die unterschiedlichen Wegearten sind kaum differenziert, kleinere Wege sind auf der Karte nur schwer zu erkennen und es wird – außer Gewässern und bebauten Zonen – nicht zwischen verschiedlichen Nutzungsarten unterschieden. Außerdem ist zu beachten, dass die Qualität der OSM-Karten von Region zu Region oder von Land zu Land sehr unterschiedlich ist. Weiße Flecken in der Karte sind derzeit also nicht auszuschliessen.

Ist das Ziel gefunden und der Modus "Fahrrad" gewählt, berechnet das Cyclo 300 sehr flott eine Strecke. Der Radfahrer hat allerdings kaum Möglichkeiten, die Streckenführung zu beeinflussen. Es gibt keine Optionen wie geringe Distanz, Vermeiden von unbefestigten Wegen oder großen Straßen. Lediglich der im Profil hinterlegte Fahrradtyp sowie die gewähle Karte haben einen Einfluß. Der Rennradler wird immer über Teerstraßen geschickt, der Mountainbiker bei aktivierter OSM-Karte auch über Forst- und Wirtschaftswege. Ansonsten muß der Radfahrer den zugrundeliegenden Routing-Algorithmen vertrauen. Auch besteht keine Möglichkeit, die Strecken mit Hilfe von Via-Punkten zu beeinflussen oder mit Hilfe eines Routenplaners Routen mit mehreren Zwischenzielen zu erstellen. Rundstrecken – für Fahrradfahrer sehr wichtig – lassen sich auf dem Cyclo 300 leider nicht erstellen. Wer das möchte, muß die Tour am PC planen bzw. eine GPX-Datei auf das Gerät kopieren.

Allerdings gibt es noch die Surprise Me!-Funktion zum Berechnen von drei Rundstrecken rund um den aktuellen Standort. Die Strecken lassen sich durch individuelle Vorgaben, wie z.B. eine Streckenlänge von 30 km, beeinflussen. Dann können Touren von 13 km, aber auch 60 km Länge herauskommen. Die Surprise Me!-Strecken fallen aber teilweise arg gekünstelt aus, beispielsweise verlaufen sie schon einmal in Form einer Acht. Unterm Strich dürfen keine zu hohen Erwartungen an den Surprise Me!-Modus gestellt werden, er kann aber eine Hilfe sein, eine unbekannte Gegend zu entdecken.

Mio Cyclo 300 am Fahrradlenker (Bild:  Navigation-Professionell.de)Mio Cyclo Fahrradhalterung (Bild:  Navigation-Professionell.de)

Mio Cyclo 300 Test: Mio Share Software

Für seine Cyclo-Geräte stellt Mio die kostenlose PC-Software Mio Share zur Verfügung. Die Installation ist ganz easy: Gerät an den PC anschliessen, die Datei "MioShare_Setup" im Laufwerk "Mio_system" aufrufen und anschließend die Anwendung installieren.

Mit Mio Share lassen sich – nach erfolgter Registrierung – Software-Updates durchführen, ein Backup des Geräts anlegen, das Handbuch herunterladen, Tracks erstellen bzw. Tracks von der Mio-Community auf das Mio Cyclo übertragen sowie die gefahrenen und aufgezeichneten Strecken in die Mio-Cloud hochladen.

Die Software ist zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht ausgereift. Es kommt zu Fehlermeldungen, der Funktionsumfang beim Planen von Tracks ist verbesserungswürdig und es stehen noch nicht allzu viele Routen in der Mio-Community zur Auswahl. Außerdem ist Mio Share auf eine Online-Verbindung angewiesen. Wer also am Wochenende oder im Urlaub – weitab vom Internet – eine Tour planen und auf das Mio übertragen möchte, muss eine zusätzliche Tourenplanungssoftware auf seinem Laptop installieren. Vorausgesetzt, ein mobiler PC gehört überhaupt zum Urlaubsgepäck.

Mio Cyclo 300 Test: Fazit, Bewertung

Das Mio Cyclo 300 hat unter einem Aspekt die Krone auf: so einfach und spielend läßt sich kaum ein anderes Outdoor-Navi bedienen! Allerdings wird die einfache Handhabung durch einen vergleichsweise reduzierten Funktionsumfang erkauft. Das Mio Cyclo 300 kann zwar automatisch von A nach B routen, aber dafür fehlen für Fahrradfahrer wichtige Funktionen wie das Planen von Mehrzielrouten bzw. Rundstrecken. Bei der Reduktion auf das Wesentliche ist Mio schlichtweg über das Ziel hinausgeschossen. Es wäre wünschenswert, wenn durch Software-Updates weitere grundlegende Funktionen hinzukommen würden. Außerdem ist die Qualität der OpenStreetMap-Karten verbesserungswürdig, um dem Radfahrer eine bessere Zieleingabe über die Karte zu ermöglichen bzw. unterwegs die Orientierung zu erleichtern.

Ansonsten bietet das Cyclo 300 ein vernünftige Akkulaufzeit, eine integrierte Fahrradhalterung und einen kompletten Lieferumfang – unterm Strich ist das Gesamtpaket aber als zu teuer für das derzeit Gebotene anzusehen. Das Cyclo 300 dürfte es schwer haben, sich gegenüber der gesammelten Outdoor-Navi- oder Smartphone-Konkurrenz durchzusetzen.

Empfohlener Online-Shop:

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Pro

  • Übersichtliche Bedienung
  • Einfache Konfiguration
  • Klein und leicht
  • Automatisches Routing von A nach B
  • Navigieren mit beliebigen Tracks im GPX-Format
  • Lieferumfang

Contra

  • Akku nicht auswechselbar
  • Ablesbarkeit des Displays bei Sonneneinstrahlung
  • Eingeschränkter Funktionsumfang
  • Kein Planen von Routen auf dem Gerät möglich
  • Detaillierung der OSM-Karten
  • Mio Share Software nur online nutzbar
  • Preis/Leistungsverhältnis

Getestete Software: Mio Dodge 1.2.2.0 (entwickelt von gpstuner.com), ROM Version R11.10.00.55
Karten: OSM 2012-04-02, Tele Atlas 2012-04-11

Update 27.04.2013

Mittlerweile gibt es ein umfangreiches Update für die Mio Cyclo 300 Serie. Die wichtigsten Neuerungen lauten:

  • Verbesserter Surprise Me! Modus: Jetzt können Surprise Me! Routen von der aktuellen Position zu einer Adresse, einem POI oder einem beliebigen Punkt auf der Karte erstellt werden. Außerdem kann eine beliebige weite Distanz gewählt werden.
  • Verbessertes Routing: Für jedes Benutzerprofil läßt sich jetzt einstellen, ob asphaltierte, unbefestigte Straßen, Kopfsteinpflaster, Hauptverkehrsstraßen usw. vermieden werden sollen.
  • Einfache Geräteverwaltung: Benutzer können jetzt Verlauf, Strecken, Favoriten, Adressen und POIs direkt auf dem Gerät bearbeiten oder löschen; eine Verbindung zu MioShare ist nicht mehr notwendig.
  • Verbesserte Navigationsanweisungen: Die während der Fahrt ausgegebenen Navigationsanweisungen wurden verbessert. Die Navigationspfeile und Entfernungen sind jetzt besser zu erkennen.
  • Insgesamt über 150 große und kleine Verbesserungen
  • Neues OSM-Kartenmaterial mit mehr Details

(Quelle: Mio)

Navigationssystem für Fahrradfahrer: Mio Cyclo 300 was last modified: April 27th, 2013 by Joachim Bardua

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