Südtirol: Wandern mit GPS
Südtirol gehört zu den Traumregionen eines jeden Wanderers.
So ist es kein Wunder, daß der Alpenverein Südtirol und die Südtiroler Landesverwaltung ein interaktives Wanderportal ins Leben gerufen haben.
Grundlage des Wanderinformationssystems ist das Südtiroler-Wegeprojekt, dessen Ziel es ist, rund 18.000 km Wege, 25.000 Wegweiserstandorte und 25.000 Punkte (Gipfel, Hütten) in Südtirol zu erfassen.
Die Webseite bietet eine große Auswahl an Tourenvorschlägen. Von der Almen-, über die Frühlings- bis zur Gipfeltour stehen viele Kategorien zur Auswahl zur Verfügung.
Zu den Touren gibt es Informationen wie Schwierigkeit, Höhenprofil und Strecke. Selbstverständlich kann zu jeder Tour, um sie auf einem GPS-Gerät weiterzuverwenden, ein Track im GPX-Format heruntergeladen werden.
Highlight des Informationssystems ist die Möglichkeit, individuelle Touren zu kreieren. Eigene Touren und interessante Tourenvorschläge können unter einem persönlichen Account abgespeichert werden.
Die Wege lassen sich wahlweise auf einer topographischen Karte oder einem Luftbild darstellen.
Ein Klasse für sich ist die 3D-Darstellung der Landschaft, die mit Microsoft Virtual Earth realisiert wird.
Die Bedienung der Webseite gestaltet sich einfach und intuitiv, das Vergrößern, Verkleinern und Verschieben der Karte erfolgt sehr flott.
DasTrekkingportal Südtirol ist eine tolle Anwendung, die jede Urlaubsplanung zum Vergnügen macht.
Zur Navigation mit den heruntergeladenen Tracks wird sinnvollerweise ein Outdoor GPS-Gerät eingesetzt, weitere Informationen finden Sie in diesen Artikeln:
- Outdoor-Navigation: GPS-Handhelds
- Übersicht zu Gerätetests: Outdoor Navigationssysteme
- Navigation mit GPS-Tracks aus Tourenportalen
Die Internetadresse des Portals lautet: www.trekking.suedtirol.info






Danke für den informativen Kommentar! Grüße
Hallo kappa,
da ich aus Südtirol stamme folgende Antworten.
>Die 18.000 km wurden doch nicht wirklich alle vermessen. Da müssen
>ja Horden von Menschen unterwegs gewesen sein.
Ja, die Wanderwege des AVS wurden alle vermessen (GPS). In den Sommern 2003-2004 sind ca. 5 Leute den ganzen Sommer über die Wanderwege abgegangen (6-8h pro Tag).
Das GPS-Gerät (ähnliche werden für die GPS-Bauvermessung) verwendet war in einem Rucksack (inkl. schwere Akkus :/ ) eingebaut. Die tellerförmige GPS-Antenne war auf den Rucksack draufgebaut; Bedienung über PDA. Auf Forstwegen wurde die Antenne auf das Autodach montiert.
Die Wanderwege wurden als Polygone gespeichert, wobei alle 1-2 Sekunden automatisch ein Polygonpunkt gesetzt wurde. Jeder einzelne Wegweiser wurden im PDA zusätzlich noch getrennt eingegeben inkl. des genauen Wortlautes auf den Wegweisern und Himmelsrichtungen. Dort wurde die Genauigkeit durch Dauermessung (1-2 Minuten) erhöht.
Wichtige Fixpunkte (Hütten, …) wurden natürlich durch klassische Landvermessung genau eingemessen bzw. waren bereits als Koordinaten bekannt.
Obwohl die Wege schon 2003-2005 gemessen wurden ist die Aktualität im Vergleich zu Straßenkarten unwichtig, da sich die Wege in den letzten 50 Jahren kaum geändert haben – Änderungen werden aber schon nachgeführt.
Zur Genauigkeit kann ich leider keine genaue Auskunft geben, aber soweit ich mich errinnere lag sie bei 5-10m – ich weiß aber nicht ob danach noch differenzielles GPS (DGPS) zur Anwendung kam um die Genauigkeit auf dm bzw. cm zu erhöhen.
Ich glaube auch nicht, daß die Qualität bzw. Fehlergenauigkeit bei Wanderwegen eine Rolle spielt. Wenn links und rechts vom aktuellen Pfad jeweils 1km kein andere Weg verläuft ist es ziemlich egal ob das GPS nun global gesehen den Weg 5m weiter links oder rechts anzeigt. Zudem: Wenn jemand mit dem GPS-Gerät in der Hand durch die Bergwelt läuft spricht das nicht unbedingt von einem erfahrenen Berggeher – insbesondere wenn sich ca. alle 30m eine Weiß-Rote Markierung entlang der AVS-Wanderwege befindet.
Ich schreibe das alles hier, um die Aussagen des obigen Artikels zu unterstreichen, die der Autor vielleicht noch mehr hätte hervorheben können. Es geht auf trekking.suetirol.info (noch) nicht hauptsächlich um das Herunterladen der GPX-Tracks, sondern um Informationen über geplante Touren zu bekommen.
Jeden Sommer “sterben” (sorry für den Ausdruck) ein paar Dutzend Wanderer in Südtirol, weil sie entweder sich in zu abschüssiges Gelände gewagt haben oder eine über ihre Kräfte gehende Tour gewählt haben und dann einem Herzinfarkt erlegen sind. Als Beispiel: Diesen Sommer haben sich 2 Frauen im Umkreis von 1km von meinem Haus verirrt. Tage danach wurden Sie tot aufgefunden. Ein Monat später gab es dort einen Herzinfarkt durch Überbelastung.
Das Südtiroler Trekking Portal gibt sehr gut Auskunft über den Routenverlauf / Schwierigkeitsgrad / Zeitdauer, damit jeder seine Tour auf seine Bedürfnisse vorab anpassen kann.
Insbesondere bei der Zeitdauer muss ich den Machern der Trekking-Seite ein Lob aussprechen (Normale GPS-Programme lassen beim Wandern ja oft den dazwischenliegenden Höhenverlauf außer acht). Bei meinem letzten Bergaufstieg (Dauer: 3h, Höhenunterschied: 1000m) war ich bei zügigem Gehen nur 5min schneller als im Portal angegeben – das zeugt von der Qualität der Seite.
In diesem Sinne:
Vorab gut planen und danach ohne Gefahren die Natur genießen. LG
Die 18.000 km wurden doch nicht wirklich alle vermessen. Da müssen ja Horden von Menschen unterwegs gewesen sein.
Warum schreibt man eigentlich nie hin, wie genau die Daten sind und mit welchem Gerät mit welcher Fehlergenauigkeit gemessen wurde? Dann könnte der Wanderer auch vergleichen mit seinem eigenem Gerät, ob die Werte passen. Oder soll das Versuch und Irrtum bleiben?
Merkwürdig das dies nie ein Thema ist. Sollte eigentlich ein Qualitätskriterium so eines Portals sein, die Datenbeschreibung. Wobei bei vielen anderen Portalen die Informationen noch weniger vorhanden sin.