Innvovation pur – Als erstes Outdoor-Navigationssystem bietet das MyNav 600 Professional ein automatisches Routing nicht nur auf der Straße, sondern entlang sämtlicher in der topographischen Karte enthaltenen Wege, egal ob es sich um einen Wanderweg, Klettersteig oder eine Forststraße handelt. Der Wanderer oder Radfahrer wird wie bei einem Autonavigationssystem mit optischen Hinweisen und Sprachansagen durch die Natur geführt.

Nicht nur Outdoor- und Straßen-Routing, sondern noch weitere, interessante Merkmale zeichnen das MyNav 600 Professional aus: 3,5-Zoll Farbdisplay, Touchscreen, barometrischer Höhenmesser, 3-achsialer Kompass und ein Multimediapaket.

Das MyNav 600 Professional wird im Handel für stolze 650.- Euro angeboten; allerdings befindet sich ein umfangreiches Zubehörpaket im Lieferumfang:

  • 4 GB microSD-Karte mit Kartenmaterial und Navigationssoftware
  • Kfz-Frontscheibenhalterung
  • Halterung für Fahrradlenker
  • Tragegurt
  • 3x NiMH Akkus
  • USB-Kabel
  • Kfz-Ladestecker
  • CD mit Software, Karten und Handbuch
  • Bedienungsanleitung

Das Universal-Navi wird mit folgendem Kartenmaterial ausgeliefert:

  • Straßenkarten von Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Slowenien und Kroatien
  • Outdoor-Karte Deutschland Südost (= Bayern)

Auf der MyNav-Webseite sind noch weitere topographische Karten aufgeführt: Dolomiten, Zentralalpen, Toskana, Westalpen/Ligurien, Zentral-Appennin (Abruzzen). Weitere Karten, wie Deutschland Südwest, Schweiz und Österreich, sind in Vorbereitung.

Übersicht über die Karten:Toporegionen, ppm GmbH.

Äußerlichkeiten, Handhabung, Anschlüsse

Das MyNav 600 bringt ein stolzes Gewicht von rund 305 g inklusive Akkus auf die Waage. Mit Abmessungen von 135 x 75 x 32 mm gehört es nicht gerade zu den kleinen Outdoor-Navigationssystemen. Bei der Handhabung scheiden sich die Geister. Während die Einen das MyNav als ein außerordentlich gut und sicher in der Hand liegendes Gerät empfinden, sehen Andere das genaue Gegenteil.

Im Vergleich zu einem Handschmeichler wie dem Garmin Oregon schneidet das MyNav in der Tat sehr schlecht ab. Allerdings sollte man nur ähnliche Geräte miteinander vergleichen. Von allen Kandidaten – MyNav 600, Satmap Active 10, CompeGPS TwoNav Aventura – ist das Handling beim spanischen TwoNav Aventura am besten gelöst.

Die unterhalb des Displays angeordneten Tasten des MyNav 600 läßt man schnell links liegen, da eine fast 100% Steuerung über den Touchscreen möglich ist. Hilfreich ist der in den Batteriefachdeckel integrierte, aber arg kurz geratene Stylus.

Garmin Oregon, MyNav 600, Garmin GPSmap 60Cx

Als größtes Ärgernis erweist sich der Verschluß des Batteriefachdeckels. Der hohe Fummelfaktor dürfte so manchen nicht gesellschaftsfähigen Ausdruck zu Tage fördern – vor allem bei Wintertouren mit deftigen Minusgraden und dicken Handschuhen! Das Gleiche gilt für die Kfz-Halterung. Das Befestigen des MyNav erweist sich als Geduldsspiel, da die Frontscheibenhalterung jedesmal abgenommen werden muß. Das Outdoor-Navi läßt sich mit der mitgelieferten Trageschlaufe bequem um den Hals hängen, doch für einen sinnvollen Einsatz erweist sich die Schlaufe als viel zu kurz. Um das MyNav während einer Wanderung sicher aufzubewahren, ist ein zusätzlicher Griff in den Geldbeutel notwendig. Der Lieferumfang enthält keine Tasche, mit der das Gerät beispielsweise am Gürtel oder Rucksackträger befestigt werden kann.

Die mitgelieferte Fahrradhalterung stellt sich ebenfalls als eine Quelle der Freude heraus – kurzum, sie hat ziemlich viel Verbesserungspotential:

  • Zum Batteriewechsel müsssen zwei Schrauben geöffnet werden (macht insgesamt 16 Umdrehungen – mit einer Münze geht’s am besten).
  • Das Navi befindet sich sehr weit über dem Lenker: Für manche Lenkrad-Ästheten, Mountainbiker und Rennradler ein Knockout-Kriterium.
  • Die Handhabung ist insgesamt zu umständlich.

Anschlüsse und Tasten

  • Ein/Aus-Schalter
  • Tasten für Hintergrundbeleuchtung und Bildschirmverriegelung
  • Mini-USB Typ B
  • 3,5 mm Klinkenstecker für Kopfhörer
  • 6 Kontakte auf der Unterseite
  • Stylus im Batteriefachdeckel integriert
  • microSD-Karten Slot
  • Öse für einen Tragegurt

Alle Anschlüsse werden von wasserdichten Gummikappen verdeckt. Das Gerät ist nach Schutzart ip57 spezifiziert (= Schutz gegen Staubablagerungen und zeitweiligen Untertauchen).

Benutzeroberfläche

Nach dem Starten des Navis stehen Buttons für die Navigationsanwendung, den Videoplayer, MP3-Player, Bildbetrachter und für das Setup zur Auswahl. Navigieren und gleichzeitig einen Song hören ist möglich, als erstes muß der MP3-Player und dann die Navigationssoftware gestartet werden. Um von der Karte zum MP3-Player zu wechseln, muß zuerst die Navi-Anwendung beendet werden.

Die Software des MyNav 600 benötigt schon einige Einarbeitungszeit, um sämtliche Funktionen zu verstehen und alle Fallstricke auszuloten. Ist diese Hürde erst einmal genommen, läßt sich das Navi – bis auf ein paar Kleinigkeiten – sehr gut bedienen.

Bedienung mit Handschuhen: Mit dünnen Fleece- oder Fahrradhandschuhen gibt es kaum Probleme, mit gefütterten Finger-Winterhandschuhen wird es dagegen sehr schwierig, die Touchscreen-Buttons punktgenau zu treffen.

MyNav 600 Professional

Display

Eine spannende Frage ist die Qualität des Displays. Das 3,5-Zoll Display mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixel hebt sich nicht nur hinsichtlich der Größe von den meisten Mitbewerbern ab. Die Ablesbarkeit ist in der Summe sehr gut, bei prallem Sonnenschein kommt aber auch das MyNav schnell an seine Grenzen. In diesem Fall muß die Hintergrundbeleuchtung auf Maximum gestellt werden; in vielen Situationen reicht jedoch die kleinste Stufe aus. Die Tendenz zum Spiegeln stellt sich als störend heraus, eine reflexionsmindernde Schutzfolie ist somit Pflicht.

Die ursprüngliche Annahme, daß die internen Akkus beim Autofahren über das Kfz-Ladekabel aufgeladen werden, trifft nicht zu. Die Batterieladeanzeige des MyNav zeigt ein vermeindliches Aufladen an, wenn das Gerät per USB angeschlossen ist.

Akkulaufzeit

Im Outdoor-Einsatz ist das MyNav 600 mit einer mittelprächtigen Akkulaufzeit gesegnet. Mit 2.500 mAh NiMH-Akkus wurde eine Laufzeit von ca. 14 Stunden erreicht (Trackaufzeichnung an, permanente Hintergrundbeleuchtung in der kleinsten Stufe). Bei einem zweiten Durchgang wurden knapp 16 Stunden erreicht (2.500 mAh NiMH-Akkus, Hintergrundbeleuchtung deaktiviert, Trackaufzeichnung an, nicht zum Navigieren genutzt). Ein weiterer Versuch ergibt etwas mehr als 8 Stunden (2.500 mAh NiMH-Akkus, volle Beleuchtung, kontinuierliche Trackaufzeichnung, ca. 4 Stunden navigiert).

GPS-Empfang

Beim GPS-Empfang glänzt das Mynav 600 nur so, es kann sich problemlos mit den Besten seiner Art messen. Die Position wird in der Regel sehr schnell bestimmt. Trackaufzeichnungen zeigen im Vergleich zu diversen Garmin Outdoor-Navigationsgeräten die Klasse des MyNav 600:

  • Karte 1; rot: MyNav, gelbgrün: Colorado 300, grün: eTrex Vista HCx, blau: Oregon 300
  • Karte 2; grün: MyNav, rot: Oregon 300, blau: GPSmap 60Cx

Tracks als kmz-Datei herunterladen
Tracks als kmz-Datei herunterladen

Das MyNav 600 Professional als Auto-Navi

Das MyNav fühlt sich nicht nur bei Outdoor-Einsätzen wohl, sondern auch auf der Straße. Zum Berechnen von Routen bietet die Software zwei Methoden an: „Auto schnell“ und „Auto kurz“. Weitere Kriterien sind „mit Mautgebühr“, „mit Autobahnen“, „mit Schotterwegen“ und „mit Wirtschaftswegen“.

Bei der Routenführung kann man sich auf das MyNav 600 voll verlassen, die Wahl der Strecken konnte bei allen Testfahrten überzeugen. Bezüglich der optischen und akkustischen Zielführung ist das Mynav nicht mit reinrassigen Autonavigationssystemen vergleichbar. Die Sprachansagen sind recht einfach gehalten. Störend wirkt die bei hoher Lautstärke blechern klingende Stimme. Äußerst positiv macht sich dagegen das helle und kontrastreiche Kartenbild bemerkbar.

Anwender, die nur hin und wieder ein Autonavi benötigen oder ihren Gerätepark auf ein Minimum beschränken wollen, dürften mit den Fähigkeiten des MyNav als Autonavigationssystem glücklich werden.

Das MyNav 600 Professional im Outdoor-Einsatz

Die mitgelieferte Karte ist eine Kombination von NAVTEQ-Straßenkarte und topographischer Karte. Zu den Pluspunkten zählt die Geländeschummerung, die einen plastischen Eindruck von der Topografie vermittelt – allerdings nur in Regionen mit einer ausgeprägten Morphologie. Mankos der Karte lauten: Nicht in jeder Region – Beispiel Fränkische Schweiz – sind alle Waldflächen eingezeichnet; die Waldgebiete werden außerdem nur bei deaktiviertem "Gelände" Kartenlayer angezeigt. Für eine topographische Karte ist es außerdem sehr ungewöhnlich, daß Höhenlinien in Gewässern verlaufen.

Das MyNav 600 Professional berechnet seine Routen auf jedem verzeichnetem Feld- , Wald- und Wiesenweg und leitet den Wanderer oder Radfahrer mit Hilfe von Sprachansagen durch das Gelände. Zur Routenberechnung stehen unterschiedliche Methoden zur Auswahl. Die Palette reicht von „Fahrrad“ über „Wanderweg leicht“ bis „Ski“, je nach gewähltem Typ gibt es zusätzliche Kriterien wie „mit einfachen Wanderwegen“ oder „mit Wirtschaftswegen“. Ein weiterer Faktor bei der Berechnung sind die Wegekategorien. Die Software unterscheidet zwischen 26 Kategorien, inklusive Skipisten und Liftanlagen.

Routenberechnung MyNav 600Routenberechnung MyNav 600

Um ein perfektes Outdoor-Roouting zu gewährleisten, muß das Kartenmaterial möglichst viele und korrekt klassifizierte Wege und Straßen beinhalten. Zwei typische Freizeitregionen, die Fränkische Schweiz und die Ammergauer Alpen, wurden unter dem Gesichtspunkt „Was bietet das Wegenetz“, einer eingehenden Prüfung unterzogen – nicht nur am Schreibtisch, sondern auch auf Schusters Rappen.

Fränkische Schweiz: Asphaltierte Straßen, Wirtschaftswege und Forststraßen sind in Hülle und Fülle eingezeichnet. Radfahrer dürften daran ihre Freude haben, Wanderer und Singletrail-Flitzer müssen dagegen mit Einschränkungen leben. Die Karte enthält zwar viele, als Wanderwege kategorisierte Abschnitte, ein sinnvolles Routing ist damit nicht immer möglich. Zahlreiche kleine Pfade, die auch in Natura als Wanderwege ausgewiesen sind, fehlen. Die Folge: Der Wanderer oder Biker muß häufig einen Umweg in Kauf nehmen. Eine Kombination von MyNav-Routing und Orientierung mit Papierkarte ist deshalb ein Mittel der Wahl. Der MyNav-Topokarte muß allerdings zu gute gehalten werden, daß diese kleinen Wege derzeit in keiner digitalen Karte enthalten sind!

Als störend stellt sich heraus, daß hier und da klitzekleine Abschnitte von Wegen fehlen. Folglich berechnet die Software Umwege. Weiterhin fällt auf, daß separate Radwege, die neben einer Bundesstraße verlaufen, auf der Karte nicht dargestellt werden – ein Nachteil für die Planung von Radtouren.

Ammergauer Alpen: Beispiele für Tourenplanungen sind Aufstiege auf den Schellschlicht, Kreuzspitze und Notkarspitze. Die Wege zum Gipfel und die anschliessenden Abstiege werden perfekt geroutet. Abbildung 3. zeigt das Auswählen eines Gipfels (Notkarspitze) aus der POI-Datenbank.

Wanderung auf den Schellschlicht, MyNav 600MyNav 600, Tour auf die Kreuzspitze
POI-Gipfel: NotkarspitzeNotkarspitze

Bei nicht zufriedenstellender Routenführung empfiehlt es sich, jede Tour mit den Methoden „Wanderweg leicht“, „Wanderweg schwer“, „Wanderweg mit Klettersteig“ oder „Frei“ durchzuspielen; das Ergebnis kann sehr unterschiedlich ausfallen. Hinweis: Das MyNav berechnet in Abhängigkeit von der gewählten Wegekategorie stets die kürzeste Route.

Bei manchen Touren wird der optimale Wegverlauf nur durch das Setzen von Zwischenzielen erreicht. Ein Beispiel ist der Aufstieg auf den Kramer bei Garmisch. Das MyNav kann den üblichen Aufstieg (Weg Nr. 255 von SE) nicht routen. Entweder wählt es eine Aufstiegsroute über den Westgrat (Abbildung links, Einstellung: Wanderweg leicht oder schwer) oder einen sehr ungewöhnlichen Pfad auf der Ostseite (Abbildung rechts, Einstellung: Wanderweg mit Klettersteig). Weg Nr. 255 läßt sich nur mit Hilfe eines Zwischenziels auswählen (Abbildung unten, Einstellung: Wanderweg mit Klettersteig).

Kramer von WestenKramer von Osten
Der übliche Aufstieg auf den Kramer

Es fällt auf, daß einige Wege, z.B. auf die Hochplatte oder der Schützensteig bei Ammerwald, in der Karte fehlen. Außerdem sind zahlreiche Wege falsch kategorisiert, z.B als Klettersteig statt Wanderweg. Besonders kritisch ist zu sehen, daß auch aufgelassene Wege oder Jägersteige als Wanderwege oder Klettersteige ausgewiesen sind. Wie die Praxis zeigt, wählt die MyNav-Software solche Pfade zur Wegführung aus.

Wie funktioniert das Navigieren auf Tour?

"Halten Sie sich rechts", "Biegen Sie nach links ab", "Falls möglich wenden Sie", "Sie sind bei der Zwischenetappe", "Neue Streckenkalkulierung" lauten die Ansagen, mit denen der Wanderer oder Radfahrer konfrontiert wird. Die ursprüngliche Befürchtung, daß die Meldungen stören, trifft im Großen und Ganzen nicht zu, die Häufigkeit der Ansagen ist auf das Notwendigste beschränkt. Die Orientierung erfolgt in erster Linie mit Hilfe der Karte, die Ansagen haben eher unterstützenden Charakter.

Das MyNav weist auf ein Abweichen von der Strecke darauf hin: "Sie sind vom Weg abgekommen". Je nach Einstellung poppt dann ein Fenster mit der Frage, ob die Route neu berechnet werden soll, auf. Läßt der Radfahrer oder Wanderer ein geplantes Zwischenziel aus, dann versucht das Gerät ihn permanent zu diesem Punkt zu dirigieren. Um das Zwischenziel auszulassen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder das Zwischenziel löschen oder die Funktion "Anzeige > Zwischenziel auslassen > Zwischenziel auslassen in Karte zeigen" zu aktivieren. In diesem Fall wird das Zwischenziel durch Antippen eines Icons übersprungen.

Navigieren mit Tracks

Das MyNav bietet nicht nur ein automatisches Routing, sondern kann auch zur klassischen Navigation mit Tracks eingesetzt werden. Die Tracks im gpx-Format müssen in das Verzeichnis „\SDMMC\MyNav\MyNav_SDSO\BDTRC“ kopiert werden. Über das Menü „Routenplanung > Touren > Tracks“ werden sie geladen und zum Navigieren in Richtung Start bzw. Ziel eingesetzt.

Tracknavigation MyNav 600 ProfessionellDas Navigieren erfolgt entlang des auf der Kartenseite rot eingezeichneten Tracks. Sprachansagen gibt es keine, ebenso wenig wie eine Kompassseite, auf der ein markanter Pfeil die Richtung vorgibt. Der rot eingezeichnete Track wird durch kleine, weiße Richtungspfeile ergänzt. Die Pfeile zeigen stets in Richtung der ursprünglichen Trackaufzeichnung.

Vom MyNav aufgezeichnete Tracks werden im internen trc-Format abgespeichert, zum Exportieren gibt es die separate Funktion „In GPX umwandeln“. Bei aktivierter Trackaufzeichnung wird jede Sekunde ein Punkt gesetzt. Weitere Methoden, z.B. eine automatische Aufzeichnung oder nach Strecke, gibt es leider nicht. Deshalb sollte man sich angewöhnen, die Trackaufzeichnung bei jeder längeren Pause zu deaktivieren.

Wünsche für die nächste Software-Version: Trackaufzeichnung bei aktiver Tracknavigation, Navigieren mit Routen im gpx-Format, Trackaufzeichnung nach weiteren Methoden.

Der Speicherplatz für Tracks und MyNav-Routen – aber auch von Fotos, Videos und MP3-Musik – wird nur durch den auf der Speicherkarte verfügbaren Platz von rund 1,4 GB begrenzt.

Kompass und Barometer

Ein elektronischer Kompass und ein Barometer gehören ebenfalls zur Ausstattung. Der Kompass wird durch eine 360° Drehung in der Horizontalen sowie Vertikalen kalibriert. Er läßt sich auf der Kartenseite aktivieren und zeigt magnetisch Nord an.

Der vom Barometer gemessene Luftdruck wird nur bei aktiviertem Kompass angezeigt. Der Luftdruck wird laut Handbuch zur Berechnung und Angabe der Steigung sowie für die Erstellung von Höhenprofilen während der Navigation benötigt.

Multimedia

Das Navigationssystem bietet auch Multimedia an: Video-Player (AVI, ASF, WMa, MPG, MP4), Bildbetrachter und Musik-Player (MP3, WMA, OGG).

Getestet wurde ausschließlich der MP3-Player. Mit Kopfhörern ist die Musikqualität mittelprächtig, als sehr störend stellt sich die viel zu hohe, minimale Lautstärke heraus.

Setup

Das Setup des MyNav bietet viele Optionen, die man konsequent ausprobieren sollte. Beispiele sind das Ausblenden von Kartenlayern (z.B. Autobahnen und Bundesstraßen), selektive Auswählen von POI, Aktivieren von Blitzerwarnungen (vorher muß eine TXT- oder ASC-Datei mit Blitzern importiert werden), Farbeinstellungen (Tag/Nacht/Outdoor/automatisch) oder die Wahl zwischen ABC- und QWERTY-Tastatur .

Negativ fällt auf, das als Koordinatensystem nur Gauss Boaga und WGS84 wählbar sind.

Höhenprofil einer geplanten Tour, Kramer

Weitere Funktionen

  • Anzeige eines Höhenprofils einer geplanten Tour.
  • Luftlinien-Navigation
  • Zielsuche nach zahlreichen Kriterien: Adresse, Favoriten, Letzte Ziele, POI, Geo Notiz, Koordinaten, spezielle Wanderwege, Pisten (Langlauf, grüne/blaue/rote/schwarze Piste) und Liftanlagen (Ski-, Sessel, …)
  • Geo-Notizen: Wegpunkte, die mit Text, Audio oder Fotos verknüpft sind. Die Notizen lassen sich in beliebigen Kategorien gliedern. Geo Notizen bieten viele Möglichkeiten, die Funktion ist im Handbuch sehr ausführlich beschrieben.
  • Trip-Computer mit Stoppuhr und vielen Statistiken.
  • Verwenden von redaktionell aufbereiteten Touren von outdooractive.com. (geplant)

PC-Software

Das MyNav 600 wird mit dem PC oder Laptop per ActiveSync verbunden und steht anschließend im Windows Explorer als „Mobiles Gerät“ zur Verfügung.

Zum Planen und Verwalten von Touren und Tracks wird auf der CD eine entsprechende Anwendung mitgeliefert, die inklusive Kartenmaterial auf einem PC installiert werden kann. Die digitale Karte spielt ihr Potential erst so richtig auf einem großen PC-Bildschirm aus!

Das MyNav Programm "MapManager", dessen Benutzeroberfläche analog zu der Anwendung auf dem 600 Professionell aufgebaut ist, erlaubt ein komfortables Planen von Touren und anschließendes Übertragen auf das Navi. Geo-Notizen oder gpx-Tracks lassen sich von einem beliebigen Verzeichnis importieren und ebenfalls auf das MyNav exportieren

Fazit

Das MyNav 600 Professional ist zweifellos ein innovatives Crossover-Navigationssystem für Straße und Outdoor.

Von allen derzeit erhältlichen Outdoor-Navigationssystemen hebt sich das italienische MyNav durch eine automatische Routenplanung auf allen in der Karte enthaltenen Wegen und Straßen ab. Mit diesem Konzept spricht MyNav insbesonders GPS-Novizen und Outdoor-Freunde an, die auf eine vom PC unabhängige Tourenplanung Wert legen. Per Autonavigation zum Wanderparkplatz fahren, Ziel eingeben und die Tour beginnen – mit dem MyNav 600 Professional keine Fiktion, sondern Realität. Es sind aber einige Einschränkungen zu beachten, da die mitgelieferte topographische Karte von Bayern nicht ohne Fehler ist. Eine Neuauflage des Kartenmaterials ist allerdings in Vorbereitung – das revolutionäre iPhone war zu Beginn seiner Karriere auch nicht perfekt!

Outdoor erfahrene GPS-Profis könnten von dem MyNav enttäuscht sein. Dem Gerät fehlen bei Outdoor-Navis übliche Funktionen, Beispiele: Nur zwei Koordinatensysteme einstellbar, fehlende Kompassseite mit Richtungszeiger, kein ausgefeiltes Trackmanagement, Trackaufzeichnung nur jede Sekunde.

Die Hardware überzeugt im Großen und Ganzen – von Batteriefachdeckel, Kfz- und Fahrradhalterung mal abgesehen.

Technische Details zum MyNav 600 enthält die Marktübersicht Outdoor.

Leser-Bewertung

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)
Loading...

Mit einem Klick auf die entsprechende Anzahl an Sternen können Sie das MyNav 600 bewerten!

Ausführlicher Test: Crossover-Navi MyNav 600 Professional was last modified: Juni 3rd, 2013 by Joachim Bardua

Pin It on Pinterest

Share This