Der CompeGPS TwoNav Aventura gehört zu den interessanten Neuerscheinungen unter den Outdoor-Navigationssystemen. Nicht nur, weil der Aventura Outdoor- und Autonavigation in einem Gehäuse vereint und ein 3,5-Zoll Display bietet, sondern auch einen perfekten Einstieg in die faszinierende Welt der Rasterkarten ermöglicht.

Auf kartenfähigen Outdoor-Navigationssystemen wurden bislang vor allem Vektorkarten eingesetzt. 2009 beginnt dagegen ein neuer Trend. Gleich drei Hersteller bringen rasterkartenfähige Outdoor-Navis auf den Markt: CompeGPS den TwoNav Aventura, Lowrance die Endura-Serie und Satmap den Active 10.

Für Rasterkarten sprechen einige Argumente. Eine kleine Übersicht zeigt die Vor- und Nachteile der jeweiligen Welt:

Vektorkarten

  • Über den gesamten Zoombereich scharf
  • Teils abstrakte Darstellung
  • Verknüpfen von Informationen, z.B. Straßennamen, mit den Kartenelementen
  • Routing entlang von Wegen und Straßen
  • Informationsgehalt in Abhängigkeit von der Zoomstufe
  • Kleinere Dateigrößen im Vergleich zu Rasterkarten

Rasterkarten

  • Nur in einem bestimmten Zoombereich scharf (außer Multilayer-Maps)
  • Informationsgehalt, Optik und Papierkarten-Feeling erleichtern die Orientierung
  • Kartenmaterial mit extra gekennzeichneten Wanderwegen erhältlich (Kompass Digital Maps, AV-Karten)
  • Auch für exotische Regionen verfügbar
  • Eingescannte Karten verwendbar
  • Beim Ausrichten der Karte in Fahrtrichtung, z.B. beim Radeln, steht der Text mitunter auf dem Kopf

CompeGPS setzt beim TwoNav Aventura auf beide Kartentypen: Vektorkarten zur sprachgeführten Straßennavigation, Rasterkarten zur Outdoor-Navigation. Ein weiterer, auf dem Aventura verwendbarer Kartentyp, sind Relief-Karten mit Höhendaten.

Der CompeGPS TwoNav Aventura wird vom Importeur Variotek mit einem umfangreichen Zubehörpaket und unterschiedlichen Kartenmaterial angeboten. Zum Zubehör gehören:

  • 4 GB microSD-Karte
  • Kfz-Frontscheibenhalterung
  • USB-Kabel
  • 12 V Kfz-Ladestecker
  • Cradle (Halteschale)
  • DVD mit Software (CompGPS Land), Karten (Höhendaten von Europa, Straßenkarten) und Handbuch
  • Bedienungsanleitung

Als Kartenmaterial stehen Straßenkarten von D/A/CH oder Westeuropa zur Auswahl, zusätzlich erhält der Käufer ein kleines, frei wählbares Gebiet der CompeGPS Topo-Deutschland. Der Preisunterschied für das gesamte Bundle mit der D/A/CH- oder Westeuropa-Karte ist moderat: 599.- Euro zu 649.- Euro. Die auf der CD enthaltene PC-Software CompGPS Land läßt sich nach erfolgter Registrierung 30 Tage lang kostenlos testen. Nach dem Testzeitraum können nur noch Basisfunktionen, wie das Übertragen von Karten auf den Aventura, genutzt werden.

Der Aventura wird auch von Touratech verkauft. Das Bundle enthält zusätzlich einen Kunststoff Screen-Protektor sowie eine weitere DVD mit zusätzlichen Höhendaten, einer topographische Karte von Deutschland 1:100.000 sowie einer Testversion der PC-Software Touratech QV.

CompeGPS TwoNav Aventura und Garmin GPSmap 60Cx
Klassiker und Newcomer: Garmin GPSmap 60CX und CompeGPS TwoNav Aventura im Größenvergleich

TwoNav Aventura: Äußerlichkeiten, Bedienung, Technik

Der CompeGPs TwoNav Aventura gehört wie das Mynav 600 Professional und das Satmap Active 10 zu den PDA-ähnlichen Outdoor-Navigationssystemen. Wegen des 3,5-Zoll Displays fällt das Gerät entsprechend groß aus. Die Abmessungen lauten 7,5 x 13 x 3,0 cm, das Gewicht beträgt inklusive Akku moderate 260 Gramm.

Von allen Navis mit 3,5-Zoll Display liegt der Aventura am besten und sichersten in der Hand. Dies verdankt er vor allem der taillierten Gehäuseform und dem umlaufenden Gummirand. Die Steuerung des Gerätes erfolgt über mehrere Tasten, einen Joystick und den Touchscreen. Wird der als Zubehör erhältliche Screen-Protektor angebracht, stehen ausschließlich die Tasten zur Verfügung. Nicht nur Biker, sondern auch Kajakfahrer können sich über die auf der Gehäuseoberseite liegenden Tasten freuen. Am Lenker befestigt, bzw. in einen Aquapac eingetütet, bleibt der Aventura weiterhin bedienbar. Auch mit Handschuhen, egal ob dünne Fahrrad- oder dicke Winterhandschuhe, gibt es kaum Einschränkungen. Ein weiterer Pluspunkt: Die Bedienung mit einer Hand ist ebenfalls problemlos möglich. Der mitgelieferte Stylus wird lediglich zum schnellen Blättern in Listen und Setzen von Wegpunkten benötigt.

Neben dem Ein-Ausschalter und einer Hold-Taste zum Blockieren des Bildschirms gibt es folgende Anschlüsse: USB 2.0 Anschluß Typ Mini-B, Kopfhörerbuchse für 3,5 mm Klinkenstecker, MCX-Anschluß für eine externe GPS-Antenne und einen seriellen I/O-Port. Auf der unteren Schmalseite befindet sich der Slot für SDHC-Karten mit einer Kapazität bis zu 32 GB. Das Batteriefach wird über eine kleine Flügelschraube befestigt, zum Abziehen des Deckels ist einiges an Handkraft nötig. Zu guter Letzt gibt es noch einen ausreichend langen, in das Gehäuse integrierten Stylus und eine Öse für eine Handschlaufe. Sämtliche Anschlüsse sind von auswechselbaren Gummikappen verdeckt. Das Gerät ist nicht IPX7 zertifiziert, soll aber wasserdicht sein (siehe YouTube Video: WaterTestAventura).

[Update 17.07.2010]: Mittlerweile gibt es Anwenderberichte von Bikern, nach denen es bei starkem Regen zu Feuchtigkeit im Display kommen kann!
[Update 22.05.2011]: Um das Display besser vor Regen zu schützen, erweitert CompeGPS den Lieferumfang um einen Plexiglas Screen Protector.

Zum Booten braucht das Aventura knapp 40 Sekunden, ein für Windows CE Navis typischer Wert. Beim Thema Speed gibt es insgesamt nichts zu meckern. Lediglich beim beim Zoomen oder Verschieben einer Rasterkarte kommt es schon einmal vor, daß man einen kurzen Moment dem Bildaufbau zuschauen darf. Die Praxistauglichkeit wird dadurch allerdings in keinster Weise geschmälert. Wird das Gerät an einem PC angeschlossen, dann tauchen im Windows-Explorer zwei neue Laufwerke auf. Eines für die Speicherkarte ("TwoNavData") und eines für den internen Speicher mit der Navisoftware ("TwoNav").

Die serielle Schnittstelle dient zum Verbinden des Aventuras mit anderen Geräten. Ein entsprechendes Kabel wird demnächst für € 19.- erhältlich sein.

Eine Reset-Taste versteckt sich hinter der Abdeckung für die SD-Karte. Rechts neben dem Kartenslot, auf der Seite der seriellen Schnittstelle, befindt sich der Taster.

TwoNav Aventura: Benutzeroberfläche und Funktionen

Die Benutzeroberfläche ist in zwei Farben gehalten: Grün für die Outdoor-Navigation, grau für die Straßen-Navigation. Bei den ersten Spielereien mit dem Gerät ensteht schnell die erste Meinung: "Wow, einfach zu bedienen, ein übersichtliches Menü". Dazu trägt vor allem die in wenige Seiten geliederte Oberfläche bei: Karte, Tripcomputer, Kompass, Höhenprofil und Hauptmenü.

Leider trügt der positive Eindruck. Erst nach einem intensiven Studium des Handbuchs und stundenlangem Ausprobieren zeigt sich, wo welche Kontextmenüs schlummern. Dahinter verbirgt sich ein immenser Funktionsumfang, der seines Gleichen sucht. Bis dem Nutzer bekannt ist, welche Möglichkeiten der Aventura bietet und was wie funktioniert, ist schon einiges an Zeit und Geduld notwendig!

Trotz der vielen Möglichkeiten fehlen Funktionalitäten wie Paperless Geocaching, Mitteln von Wegpunkten, Sight’n’Go, ein Menü zum schnellen Zurücksetzen der Daten des Tripcomputers, aber auch das Wechseln zwischen Groß- und Kleinschreibung. Sehr wünschenswert wäre auch ein Full Screen Modus. Daneben zeigt es sich, daß hier und da noch Fehler lauern. Das ist kein Hals und Beinbruch, vor allem wenn man sieht, wie lange es bei manchem Mitbewerber dauert, bis ein Gerät durch zahlreiche Updates perfekt ist.

Das Umschalten zwischen Outdoor- und Autonavigation ist ganz easy, zumal beide Menüs identisch aufgebaut sind. Leider gibt es keine unterschiedlichen Profile. Konfigurationseinstellungen für die Outdoor-Navigation wirken sich auf die Auto-Navigation aus – und umgekehrt!

TwoNav Aventura: Display

Das transflektive 3,5-Zoll Farbdisplay bietet immens viel Fläche, was sich vor allem beim Ablesen und Interpretieren der Karte positiv bemerkbar macht. Wer dieses Angebot erst einmal gewohnt ist, möchte garantiert nicht mehr auf ein Outdoor-Navi mit Mini-Bildschirm umsteigen!

Die Beleuchtung des Displays kann stufenlos zwischen 0% und 100% reguliert werden. Im Schatten oder bei bewölktem Himmel ist in der Regel ein Wert in der Größenordnung von 20% bis 30% notwendig, um eine optimale Ablesbarkeit zu garantieren – ansonsten ist das Display viel zu dunkel. Wenn das Gerät am Fahrradlenker befestigt ist, wird am besten der Maximalwert eingestellt, um eine optimale Ablesbarkeit zu gewährleisten. Die immense Leuchtkraft bei maximaler Beleuchtung kann so manche Schwäche ausgleichen. Ein Spiegeln des Displays stört bisweilen die insgesamt gute Ablesbarkeit.

Zu der obligatorischen Frage "Wie schlägt sich der Aventura im Vergleich zu Garmin-Geräten wie dem Oregon oder dem GPSmap 60?": Die bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen hervorragende Ablesbarkeit eines 60er erreicht der Aventura bei weitem nicht. Mit dem Oregon liegt er auf gleichem Level, eventuell ist das Aventura-Display sogar als etwas besser einzustufen. Die Brillianz des Oregon-Displays unter direkter Sonneneinstrahlung – vorausgesetzt, der Oregon wird mit der Hand perfekt ausgerichtet – erreicht der Aventura nicht ganz, Vorteile gewinnt er aber aus der Display-Helligkeit bei maximaler Beleuchtung.

CompeGPS TwoNav Aventura

TwoNav Aventura: Akkulaufzeit

Das Aventura bezieht seine Energie aus einem 3.000 mA/h Lithium-Akku. Alternativ können 3x AA Akkus verwendet werden, der notwendige Adapter ist aber noch nicht erhältlich. Im Setup sind zum Anpassen an die jeweilige Spannungscharakteristik unterschiedliche Batterie-/Akkutypen wählbar (Alkaline, NiMh, Lithium). Zum Schonen der Energievorräte kann ein automatisches Ausschalten des Displays und Pausieren der Trackaufzeichnung eingestellt werden.

CompeGPS gibt eine Laufzeit von 10 bis 20 Stunden an. Im Test wurden Werte von rund 15:00 Stunden (kontinuierliche Trackaufzeichnung, Beleuchtung bei 20-30%, automatisches Abschalten der Beleuchtung) bzw. 11:45 Stunden (Displaybeleuchtung dauerhaft bei 100%, kein automatisches Abschalten der Beleuchtung, Trackaufzeichnung an) erreicht.

Äußerst praktisch ist die integrierte Ladeelektronik. Während einer Fahrt zum Einsatzort wird der interne Akku des Aventuras im Auto aufgeladen.

TwoNav Aventura: GPS-Empfang

Das CompeGPS Twonav Aventura ist mit einem bewährten SiRF III Chip ausgerüstet. Über den Antennentyp ist nichts bekannt. Die Form des Gehäuses läßt auf eine Patch-Antenne schliessen (abgewinkelter Teil oben am Gehäuse, analog zum Satmap Active 10).

Um die Position zu ermitteln, benötigt der Aventura nach 24 Stunden Ruhepause im Mittel 71 Sekunden, was unter Berücksichtigung der langen Bootdauer von knapp 40 Sekunden immer noch ein guter Wert ist.

Für "langsame" Fortbewegungsarten, z.B. Wandern, kann mit einem Patch "static navigation" deaktiviert werden (Infos und Download: CompeGPS).

Mehrere Trackaufzeichnungen zeigen die Qualität der GPS-Einheit des Aventuras im Vergleich zu Garmin-Geräten. Bei allen Kandidaten wurde als Aufzeichnungsmodus "automatisch" eingestellt.

Beim ersten Track (Aventura: blau, 60Cx: rot, Oregon: grün) weist der Aventura an Stellen mit einem schwierigen GPS-Empfang einen deutlichen Zick-Zack Verlauf auf. Beim Oregon zeigt sich ein unruhiger Verlauf über die gesamte Strecke, während der 60Cx eine gewohnt gute Vorstellung abgibt und sich nur an wenigen Stellen Schnitzer erlaubt (Tracklänge: Oregon 17,4 km, 60Cx 15,7 km, Aventura 16,9 km).

Tracks als kmz-Datei herunterladen und beispielsweise in Google Earth betrachten.

Beim zweiten Track (Aventura: blau, 60Cx: grün, Oregon: rot) zeigt der Oregon wieder einen unruhigen Verlauf über die gesamte Strecke, was sich deutlich in der Tracklänge wiederspiegelt: Oregon 17,3 km, 60Cx 15,2 km, Aventura 15,3 km. Die Trackaufzeichnung des Aventuras – mit "static navigation off" – ist vom Feinsten.

Tracks als kmz-Datei herunterladen

TwoNav Aventura: Auto-Navigation

Autonavigation mit dem TwoNav Aventura

Mit einem Klick wird zur Autonavigation gewechselt. Ziele lassen sich auf alle nur erdenklichen Arten eingeben: Heimatadresse (die sich anscheinend nachträglich nicht ändern läßt?), Adressen, POI, Favoriten, letzte Ziele, über die Karte, Wegpunkte/Routen/Tracks und Koordinaten. Die Eingabe von Adressen ist auf jeden Fall sehr verbesserungswürdig: Umlaute kennt die Software nicht (statt "München" muß "Munchen" getippt werden); nicht alle Postleitzahlen stehen zur Verfügung; kleine Orte werden nicht gefunden. Wer zum Beispiel nach Fall bei Lenggries oder Praxmar in Österreich möchte, muß die Lokalität über die Karte suchen.

Auch zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten sind gegeben: Schnelle oder kurze Route, Ausschluß vom Maut, Autobahnen und unbefestigten Straßen, Einstellen von Parametern für die Routenneuberechnung, Geschwindigkeits- und Blitzerwarnungen, Öko-Rechner zur Ermittlung der CO2 Emissionen.

Ein buntes Kartenbild und eine violett eingezeichnete Strecke kennzeichnen die optische Navigation. Ein dynamischer Richtungspfeil mit Entfernungsangabe weist auf Manöver hin. Straßennamen werden am Bildrand eingeblendet, in der konfigurierbaren Infoleiste stehen Angaben wie Fahrtzeit und Geschwindigkeit.

Großes Manko bei der Navigation ist der extrem leise Lautsprecher, so daß die knappen und eher spärlichen Ansagen kaum zu verstehen sind. Allerdings gibt es ein paar Möglichkeiten, diesen Nachteil auszugleichen. Über die Kopfhörerbuchse lassen sich beispielsweise kleine Handylautsprecher oder über ein Kabel (3,5 mm Klinke auf 3,5 mm Klinke) sogar Autoradios, die einen entsprechenden Eingang besitzen, anschliessen.

Die Routenführung ist ebenfalls nicht optimal. In städtischen Bereichen wählt der Aventura auch bei der Einstellung "Zeit/Entfernung an" Strecken, die eher einen kurzen statt einer schnellen Route entsprechen. Die Ansagen können sehr verwirrend sein. An Stellen, an denen es wirklich nur geradeaus geht, erfolgen Kommandos wie "links halten".

TwoNav Aventura: Outdoor-Navigation mit Wegpunkten, Routen und Tracks

GPS-Daten wie Wegpunkte, Routen und Tracks lassen sich auf dem Aventura in Hülle und Fülle speichern. Einzigste Begrenzung ist der auf der SD-Karte zur Verfügung stehende Speicherplatz. Vom Aventura aufgezeichnete Tracks werden als TRK-, Routen als RTE-Dateien abgelegt. GPX-Dateien kann die Software ebenfalls lesen. Wer bereits eine umfangreiche GPX-Tracksammlung sein Eigen nennt, braucht sie nur in das Verzeichnis TwoNavData\Data kopieren, anschließend stehen sie im Menü "Daten" zum Navigieren bereit. Auch beim Tracklog ("Active Log") gibt es kein Limit. Tracks mit 80.000 und mehr Punkten sind problemlos möglich, bei den Routen gibt es keine Beschränkungen bezüglich der Wegpunktanzahl. DieTrackaufzeichnung erfolgt wahlweise nach Zeit, Strecke oder automatisch.

Neben den klassischen Navigationsfunktionen bietet der CompeGPS Aventura immens viele Funktionen, die das Herz eines jeden GPS-Enthusiasten höher schlagen lassen. Dazu gehören: Konvertieren von Tracks in Routen oder von Routen in Tracks, Umkehren von Routen und Tracks, Reduzieren von Tracks auf eine bestimmte Punktzahl, Zeichnen von Routen oder Tracks auf dem Display, Verschieben einzelner Punkte … und vieles mehr! Das Erstellen von Routen oder Tracks erweist sich allerdings als recht pfrimelig. Jedem Track und jeder Route lassen sich unterschiedliche Farben und Strichstärken zuweisen. Ebenso können mehrere Tracks aktiviert und auf der Karte angezeigt werden. Richtig klasse ist der Cursor. Via Joystick lassen sich mit ihm Wegpunkte äußerst präzise setzen. Zum Arbeiten mit Papierkarten stehen 62x Koordinatensysteme und 122x Kartenbezugssysteme zur Auswahl (Fehler beim Zählen nicht ausgeschlossen!)

Bei der Tracknavigation braucht der Wanderer oder Radfahrer nur dem auf der Karte eingezeichneten Track folgen. Der dynamische Richtungspfeil oben links am Bildschirm ist eine zusätzliche Orientierungshilfe, die eingeblendete Entfernungsangabe gibt die gesamte Strecke bis zum Endpunkt an. Auf der Kompassseite zeigt ein kleiner, schwarzer Pfeil die einzuschlagende Richtung an. Schade, daß der Pfeil nicht größer ausfällt und rot gehalten ist, dies würde die Ablesbarkeit deutlich verbessern!

Das Navigieren entlang einer Route erfolgt von Wegpunkt zu Wegpunkt. Auf der Karte wird die Richtung zum nächsten Wegpunkt mit einer rot/gelben Linie angezeigt. Der Pfeil auf der Kartenseite zeigt die Richtung, die Entfernungsangabe gibt die Distanz zum nächsten Wegpunkt an. In den Systemeinstellungen gibt es viele Möglichkeiten, das Verhalten bei der Routennavigation zu beeinflussen. Im Menü "Gelände > Näch. WPT > Zumschaltung d. Wegpu… " finden sich einige interessante Einträge wie "Radius beliebiger WPT", "Bisektor nächster WPT" oder "Nächst. WPT o. 10% WPT", deren Sinn sich erst nach einiger Spielerei und vielen Spaziergängen erschließt! Ein Tutorial, das alle Optionen genau erklärt, wäre überaus wünschenswert.

Die GoTo Navigation zu einem einzelnen Wegpunkt erfolgt analog zur Routen-Navigation mit Hilfe der farbigen Linie und des Richtungspfeils.

TwoNav Aventura: Rasterkarten und PC-Software

Wie bereits erwähnt, erschließt sich mit dem TwoNav Aventura die Welt der Rasterkarten. Über PC-Programme wie CompeGPS Land oder Touratech QV werden die Karten in das RMAP-Format des Aventura konvertiert und anschliessend auf die Speicherkarte kopiert. Der Aventura liest auch Karten im ECW Format, die beispielsweise mit dem GIS-Programm Global Mapper erstellt werden. Global Mapper ist eher ein Programm für Spezialisten, während sichCompeGPS Land und Touratech QV auch für Otto-Normal-GPS-Nutzer eignen – einige Zeit zum Einarbeiten ist aber notwendig!

Höhenmodell, Straßenkarte, Rasterkarten-Kachel
Höhenmodell, Straßenkarte, Rasterkarten-Kachel

Touratech QV kann folgende Karten lesen und konvertieren: Kompass Digital Maps, Magicmaps Tour Explorer Karten, TOP 50, Swiss Map, Alpenvereinskarten und viele andere Karten, die Touratech anbietet. CompeGPS Land arbeitet mit vielen von CompeGPS angebotenen Karten zusammen, liest aber auch Kompass Maps, Swiss Maps, Garmin und Top 50 Karten.

Um die Karten für den Aventura aufzubereiten, müssen sie zuerst in einzelne Kacheln aufgeteilt werden. Touratech QV erlaubt in der aktuellen Version 4.0.122 Kacheln mit maximal 9.000 x 6.000 Pixel. Mit etwas Übung und einem flotten PC geht das Konvertieren recht schnell über die Bühne.

Beim Arbeiten mit den Karten bietet der Aventura einige praktische Funktionen:

  • Überlagern von Karten: Beispielsweise läßt sich eine Vektorkarte mit Straßendaten über eine Rasterkarte legen.
  • Es lassen sich insgesamt drei Kartenkacheln und ein Höhenmodell aktivieren.
  • Mit der Auto-Maps Funktion lädt die Software in Abhängigkeit von der Position die jeweils beste Karte; im Geländemodus die Karte mit der besten Auflösung.
  • Die Kartenliste kann schnell sehr umfangreich werden, mit einer Suchfunktion lassen sich alle verfügbaren Karten für die aktuelle Position herausfiltern.

TwoNav Aventura: Zubehör

Die stabile und ausreichend lange Fahrzeughalterung ist Made in Germany by Herbert Richter Design. Der Aventura wird mit einem abnehmbaren Cradle an der Kfz-Halterung befestigt, ein Kugelkopf erlaubt ein perfektes Ausrichten. Das Cradle kann außerdem an eine Richter-Fahrradhalterung oder eine RAM-Mount Halterung montiert werden. Der Preis für die Halterung ist moderat, so daß sich eine größere Zweirad-Flotte kostengünstig ausrüsten läßt. Die Bikehalterung macht ebenfalls einen stabilen Eindruck, der Aventura befindet sich aber sehr hoch über dem Lenker. Ob der Aventura bei harten Biketouren im Cradle sicher gehalten wird, muß sich erst noch herausstellen.

Der praktische Screen-Protektor wurde schon erwähnt, auf eine zusätzliche Display-Schutzfolie sollte trotzdem nicht verzeichtet werden. Im Zubehörkatalog werden noch eine Tasche und spezielle Halterungen für Motorräder, Quads und Geländewagen aufgeführt.

Fazit


Das Crossover-Navigationssystem CompeGPS TwoNav Aventura verbindet Auto- und Outdoor-Navigation in einem Gehäuse. Sein Können beweist er vor allem bei Touren abseits befestigter Straßen. Als Kfz-Navi kann er derzeit nicht empfohlen werden – was sich durch Software-Updates aber jederzeit ändern kann!

Der TwoNav Aventura gehört nach Meinung von Navigation-Professionell zu den Top Outdoor-Navigationssystemen. Besonders hervorzuheben sind der immense Funktionsumfang und die Möglichkeit, Rasterkarten von unterschiedlichsten Anbietern einzusetzen. Die Software ist zum jetzigen Zeitpunkt zwar bei weitem noch nicht ausgereift, trotzdem macht das Navigieren mit dem Aventura viel Spaß.

Der CompeGPS TwoNav Aventura eignet sich vor allem für Anwender, die "GPS" als ein Hobby betrachten, gerne am PC Karten bearbeiten und sich nicht von der Funktionsvielfalt des Aventuras abschrecken lassen.

Leser-Bewertung

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (223 GPS-Fans, ∅: 76,41 %)
Loading...

Mit einem Klick auf die entsprechende Anzahl an Sternen können Sie das CompeGPS TwoNav Aventura bewerten!

[Update 05.02.2014]: Für den TwoNav Aventura sind mittlerweile zahlreiche Software-Updates mit diversen Änderungen erschienen. Für 2014 hat CompeGPS die intuitiv zu bedienende TwoNav Version 3 angekündigt; einen ersten Preview gibt es in diesem Beitrag.

CompeGPS TwoNav Aventura im Test was last modified: März 12th, 2016 by Joachim Bardua

Pin It on Pinterest

Share This