Outdoor-GPS-Geräte gibt es inzwischen in Hülle und Fülle und in den unterschiedlichsten Preisklassen. Für viele Outdoorer sind vor allem GPS-Handgeräte interessant, die folgenden Vorgaben entsprechen:

  • Kartenfähige GPS-Geräte zum Wandern, Fahrradfahren und Geocaching
  • Bedienung per Touchscreen
  • Das Gesamtpaket soll inklusive einer topografischen Karte von Deutschland ungefähr 400.- Euro kosten

Solche Outdoor-Navis lassen sich universell einsetzen, elegant bedienen und bieten ein optimales Preis/Leistungsverhältnis. Folgende Geräte erfüllen die Anforderungen:.

  • Falk IBEX 32 mit Premium Outdoor-Karte Deutschland (Markteinführung 2013): 369.- bis 379.- Euro
  • Falk LUX 32 mit Premium Outdoor-Karte Deutschland (Markteinführung 2012): 379.- bis 399.- Euro
  • Garmin Montana 600 inkl. Topo Deutschland v6 Pro (Markteinführung 2011): 435.- bis 460.- Euro
  • Garmin Oregon 600 inkl. Topo Deutschland v6 Pro (Markteinführung 2013): 358.- bis 390.- Euro

(Straßenpreise Stand 01/2014)

Weitere Kandidaten kommen von CompeGPS (Aventura, Sportiva2) und Magellan (eXplorist 510/610/710). Sie finden aber keine Berücksichtigung, da sich die CompeGPS-Geräte aufgrund einer zwar leistungsfähigen, aber recht komplexen Software weniger für den normalen Freizeit-Outdoorer eigenen (eine überarbeitete, intuitive Software soll 2014 kommen) bzw. bei den Magellan-Geräten die Zukunft äußerst ungewiss ist (kaum Software-Updates, Verfügbarkeit von Karten, neue Modelle 2014?).

Outdoor-GPS-Vergleichstest 2014: Die Testkandidaten

Outdoor-GPS-Vergleichstest 2014: Falk IBEX 32, Garmin Montana 600, Falk LUX 32, Garmin Oregon 600 (von links nach rechts)

Alle Bilder: Die Testkandidaten beim Geocaching (N 47°53.355′ E011°24.000′)

Bewertung: Der Test ist so konzipiert, dass in jeder Testkategorie (Gehäuse, Energieversorgung, …) Punkte vergeben werden. Der Sieger erhält vier, der Zweitplatzierte drei, der Drittplatzierte zwei und für den vierten Platz gibt es einen Punkt. Liegen mehrere Geräte gleichauf, werden die Punkte gerecht geteilt. Und zum Schluß wird zusammengezählt und ein Testsieger gekürt!

Hinweis: Anstelle des Montana 600 wurde zum Testen ein Montana 650t eingesetzt. Dies hat auf die Testergebisse und die Bewertung keinen Einfluss!

Inhaltsverzeichnis:

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UPDATE 12/2014: Mittlerweile hat sich bei Falk einiges getan, mit einem Karten- und Software-Update wird so mancher Kritikpunkt beseitigt! In dem folgenden Text wird auf die Änderungen eingegangen.

Outdoor-GPS Vergleichstest: Gehäuse, Handhabung

Die wichtigsten Fakten (Abmessungen, Gewicht):

  • Falk IBEX 32: 7,7 x 11,6 x 2,4 cm, ca. 197 g (inkl. Li-Akkupack)
  • Falk LUX 32: 6,5 x 12,0 x 3,0 cm, ca. 241 g (inkl. NiMH-Akkus)
  • Garmin Montana 600: 7,5 x 14,4 x 3,6 cm, ca. 341 g (inkl. NiMH-Akkus), ca. 293 g (inkl. Li-Akkupack),
  • Garmin Oregon 600: 6,1 x 11,4 x 3,3 cm, ca. 211 g (inkl. NiMH-Akkus), ca. 211 g (inkl. NiMH-Akkupack)

Der Falk IBEX und der Garmin Montana bieten mit 3.5- bzw. 4-Zoll die größten Displays in der Testrunde; ihre Gehäuse fallen dennoch sehr unterschiedlich aus. Der Montana ist im Vergleich zu dem flachen, leichten und recht handlichen IBEX schon ein gewaltiger Brocken. Seine Abmessungen und sein Gewicht sind nicht nur dem großen Display geschuldet, sondern auch dem Akkufach, das immerhin drei AA Batterien aufnehmen kann. Der LUX und der Oregon liegen in dieser Hinsicht zwischen dem IBEX und dem Montana. Der Oregon ist bei gleicher Displaygröße (3-Zoll) leichter und handlicher als der LUX.

Wie die Geräte in der Hand liegen, unterliegt subjektiven Kriterien. Die persönliche Reihenfolge lautet: Oregon > LUX > IBEX > Montana

Der Batteriefachdeckel läßt sich am besten beim Oregon und Montana öffnen, beim IBEX und LUX braucht man dazu den Fingernagel. Deshalb sind die Falk-Geräte auch weniger gut für Wintertouren geeignet, das Öffnen ist selbst mit Fingerhandschuhen schwierig. Das Einsetzen und Verschliessen des Deckels gelingt am besten beim LUX und Montana, gefolgt vom Oregon, Schlußlicht ist der IBEX.

Gehäuse, Handhabung
GPS-GerätBewertung
Garmin Oregon4 Punkte
Garmin Montana3 Punkte
Falk LUX2 Punkte
Falk IBEX1 Punkt

Alle vier Kandidaten sind nach Schutzart IPX7 vor Feuchtigkeit geschützt (IPX7: Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen). Zu diesem Zweck wird der USB-Anschluß bei allen vier Geräten durch eine Schutzkappe abgedichtet, die beim LUX, Montana und Oregon durch ein Schräubchen gesichert und somit leicht austauschbar ist. Das Öffnen dieser Abdeckung gestaltet sich beim IBEX recht umständlich, da wieder der Fingernagel eingesetzt werden muss. Beim Oregon stört es dagegen, dass man beim Verschliessen der Abdeckung konzentriert zur Sache gehen muss, um einen wasserdichten Sitz zu gewährleisten.

Wer das Gerät mit einer Schlaufe am Körper sichern möchte, findet mit dem LUX, Montana oder Oregon den richtigen Partner; beim IBEX ist die Öse an der falschen, oberen Gehäuseseite angebracht.

Unter Berücksichtigung aller aufgeführten Kriterien gewinnt der Oregon ganz knapp vor dem Montana, dicht dahinter kommt der LUX, deutliches Schlußlicht ist der IBEX.

Rückseiten der vier Testkandidaten

Rückseiten der vier Testkandidaten: Falk IBEX, Garmin Montana, Falk LUX, Garmin Oregon (von links nach rechts)

Outdoor-GPS Vergleichstest: Energieversorgung

Bei der Energieversorgung setzen Falk bzw. Garmin auf unterschiedliche Konzepte. Der IBEX läßt sich nur mit einem speziellen, auswechselbaren Li-Akku betreiben, der LUX ausschließlich mit AA Batterien/Akkus. Montana und Oregon bieten dagegen ein universelles, duales System. Sie lassen sich entweder mit AA Batterien/Akkus oder speziellen Akkupacks betreiben. Die Akkupacks lassen sich wie der Akku vom IBEX im Gerät laden, beim Montana handelt es sich dabei um einen Li-Akku, beim Oregon um zwei miteinander verbundene NiMH-Akkus.

Die Preise für die Original-Akkupacks lauten (Straßenpreise 01/14):

  • Falk IBEX: 28.- Euro
  • Garmin Montana: ab 26.- Euro
  • Garmin Oregon: ab 22.- Euro (nicht im Lieferumfang)

Maßgebliches Kriterium für die Bewertung sind die in der Praxis zu erreichenden Laufzeiten. Folgende Zeiten wurden mit den Akkupacks der Hersteller bzw. den von uns empfohlenen 1.900 mAh eneloop LSD-NiMH-Akkus Typ HR-3UTGB bzw. 2.900 mAh Polarcell NiMH-Akkus ermittelt (Angaben in hh:mm):

Angabe HerstellereneloopPolarcellAkkupack
minimalmaximalminimalmaximalminimalmaximal
Falk IBEX 32n/a10:3006:30
Falk LUX 32n/a07:1506:0008:3005:45
Garmin Montana 60022/16*21:1505:4515:0006:1518:4503:15
Garmin Oregon 6001617:4505:1522:0008:4516:4505:15
*: 22 Stunden mit AA Batterien, 16 Stunden mit Li-Akku; Maximaler Energieverbrauch (Beleuchtung dauerhaft 100%, Trackaufzeichnung, aktive Navigation, Karte in Fahrtrichtung ausgerichtet), Minimaler Energieverbrauch (Beleuchtung 0%, Trackaufzeichnung, keine aktive Navigation, Karte nach Norden ausgerichtet, Energiesparmodus)

Energieversorgung
GPS-GerätBewertung
Garmin Montana4 Punkte
Garmin Oregon3 Punkte
Falk IBEX2 Punkte
Falk LUX1 Punkt

Die gemessenen Zeiten sind als Anhaltswerte zu verstehen. Die tatsächlichen Laufzeiten liegen – je nachdem wie der Anwender sein Gerät benutzt – zwischen den angegebenen Eckwerten. Die Praxis zeigt, dass mit dem Montana und dem Oregon eine Wochenendtour möglich ist, bei den Falk-Geräten sind Ersatzakkus unverzichtbar.

Sieger in dieser Disziplin ist der Montana 600, der sich knapp vor dem Oregon 600 platziert. Der dritte Platz geht an den IBEX 32, Schlußlicht ist der LUX 32. Die Garmin-Geräte zeigen nicht nur überragende Laufzeiten, als ein zusätzliches Plus erweist sich das duale Batteriekonzept.

Outdoor-GPS Vergleichstest: Display

Die wichtigsten technischen Daten lauten:

  • Falk IBEX 32: 3,5 Zoll, 9 cm Diagonale, 5,4 x 7,2 cm, 240 x 320 Pixel, resistiver Touchscreen
  • Falk LUX 32: 3 Zoll, 7,6 cm Diagonale, 3,9 x 6,5 cm, 240 x 400 Pixel, resistiver Touchscreen
  • Garmin Montana 600: 4 Zoll, 10 cm Diagonale, 5,1 x 8,9 cm, 272 x 480 Pixel, resistiver Touchscreen
  • Garmin Oregon 600: 3 Zoll, 7,6 cm Diagonale, 3,9 x 6,5 cm, 240 x 400 Pixel, kapazitiver Touchscreen

Der Garmin Oregon 600 verfügt als einzigster Testkandidat über ein kapazitives Display, das eine elegante Bedienung à la Smartphone ermöglicht. Hinsichtlich der Auflösung sind der Oregon und der LUX Spitzenreiter, gefolgt vom Montana, die geringste Auflösung hat das Display des IBEX. Die unterschiedlichen Auflösungen zeigen sich vor allem bei einem direkten Vergleich der Geräte; z.B. werden Karten auf den hochauflösenden Displays feiner und schärfer dargestellt. Viel wichtiger ist aber die zur Verfügung stehende Fläche. Insbesondere beim Montana, aber auch beim IBEX, macht das Arbeiten mit Karten wesentlich mehr Spaß als mit den Navis der 3-Zoll Klasse. Ein weiterer Vorteil der großen Displays zeigt sich beim Eingeben von Adressen, die größeren Buttons haben nicht nur beim Tippen mit Fingerhandschuhen Vorteile.

Entscheidend Beurteilungskriterium ist die Ablesbarkeit bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Folgende Erfahrungen wurden gemacht:

  • Im Schatten, Wald und bei bedecktem Himmel sind alle Displays gut ablesbar. Die Displays der Falk-Geräte erweisen sich im direkten Vergleich aber als recht dunkel, sodass bei ihnen die Hintergrundbeleuchtung wesentlich früher aufdreht werden muss als bei Garmin.
    Display
    GPS-GerätBewertung
    Garmin Oregon4 Punkte
    Garmin Montana3 Punkte
    Falk IBEX1,5 Punkte
    Falk LUX1,5 Punkte
  • Bei diffusem Sonnenschein, schrägem Lichteinfall oder gleißendem Licht in Kombination mit Schnee kommen der IBEX und LUX schnell an ihre Grenzen. Selbst mit Maximalbeleuchtung sind Details manchmal nur schwierig zu erkennen, ein Spiegeln der Displays trägt seinen Teil dazu bei. Der Montana und der Oregon sind bei voll aufgedrehter Hintergrundbeleuchtung dagegen gut ablesbar.

In der Summe aller Eigenschaften hat der Oregon 600 derzeit das beste Touchscreen-Display unter den Outdoor-Navis. Das Display vom Montana ist in bezug auf seine Ablesbarkeit ebenfalls excellent, was sich insbesondere im direkten Vergleich zu den nicht mehr zeitgemäßen Displays der Falk-Navis zeigt.

Die Bewertung fällt entsprechend aus, der Oregon 600 bekommt die volle Punktzahl, gefolgt vom Montana. IBEX und LUX teilen sich Platz drei und vier.

Outdoor-GPS Vergleichstest: GPS

Weder Falk noch Garmin machen auf ihren Webseiten Angaben zur verbauten GPS-Hardware. In den Geräte-Handbüchern von Falk gibt es aber folgende Infos: LUX 32 mit SiRFstar III Chip und einer 13×13 mm großen Patchantenne, IBEX 32 mit einem GloNav GNS7560 Chip und einer 12×12 mm großen Patchantenne. Zu Garmin finden sich Infos im Web. Beim Oregon soll ein Mediatek MT3332N, beim Montana ein STMicroelectronics STA2065 Empfänger seinen Dienst verrichten. GPS-Signale werden bei beiden Geräten über relativ große Patch-Antennen empfangen.

Alle vier Geräte bestimmen die Position mit Hilfe des amerikanischen GPS Systems, der Oregon kann zusätzlich Signale von russischen GLONASS Satelliten empfangen. Ein Vorteil, der sich vor allem bei ungünstigen Empfangsbedingungen auswirkt (z.B. bei einer ungünstiger Satelliten-Geometrie in Gebirgstälern oder Häuserschluchten). Beim Montana und Oregon läßt sich zusätzlich WAAS/EGNOS aktivieren, was in der Outdoor-Praxis aber nur selten relevant ist. Interessanter ist dagegen Garmins HotFix Technologie. Damit wird eine extrem schnelle Berechnung der Position nach dem Starten der Geräte erzielt (HotFix: aus den empfangenen Signalen werden die Positionen der Satelliten für einige Tage im Voraus berechnet). Der Montana bietet ein weiteres Extra, bei ihm läßt sich per Kabel eine externe GPS-Antenne anschliessen.

Trackaufzeichnung: Vergleich Garmin und Falk

Oregon und Montana (grün, gelb) zeigen den Verlauf auf einem kleinen, in der Karte nicht eingezeichneten Pfad, der IBEX zentriert die Position auf eine nahe gelegene Forststraße (Einstellung: "Position auf Straße an".

Die Anordnung der GPS-Antenne ist für einen optimalen GPS-Empfang von grundlegender Bedeutung. Bei beiden Garmin-Geräten sitzt die Patch-Antenne auf der Rückseite im oberen Teil des Gehäuses. Daraus resultiert: Montana und Oregon haben theoretisch den besten Empfang, wenn sie horizontal und mit dem Display nach unten gehalten werden! Für die Falk-Geräte gibt es keine Infos zur Lage der Antenne. Ein optimaler Empfang scheint aber bei senkrechter Haltung der Geräte gegeben zu sein.

Um den GPS-Empfang von unterschiedlichen Geräten zu vergleichen, werden gerne Trackaufzeichnungen herangezogen. Eine Eigenschaft der Falk-Geräte macht einen Vergleich aber unmöglich: Die Position wird immer wieder auf den am nächsten gelegenen Weg zentriert (Abbildung rechts). Damit erscheinen die Tracks auf den ersten Blick als sehr genau, spiegeln aber keineswegs die Realität wieder; außerdem kommt es zu interessanten Aufzeichnungsmustern.

Beim Garmin Oregon 600/650 wird oftmals kritisiert, dass Trackaufzeichnungen bei aktiviertem GPS & GLONASS sehr ungenau ausfallen. Dies kann im Test nicht reproduziert werden, möglicherweise gibt es unterschiedliche Exemplare ("Montags-Modelle"). Die Aufzeichnungen fallen sogar besser aus als beim Montana.

Anhand der folgenden Trackaufzeichnungen kann sich jeder selbst ein Bild machen (herunterladen und in Google Earth betrachten):

GPS
GPS-GerätBewertung
Garmin Oregon4 Punkte
Falk IBEX2 Punkte
Falk LUX2 Punkte
Garmin Montana2 Punkte

Des Weiteren wurden die vier Testgeräte beim Geocaching eingesetzt. Punktlandungen waren mit allen Geräten möglich.

Update 12/2014: Seit dem Software-Update 5.0 läßt sich bei den Falk-Geräten die Trackaufzeichnung steuern. Jetzt ist es möglich, das Zentrieren auf den nächsten Weg auszuschalten. In der folgenden Trackaufzeichnung werden der Oregon und der LUX miteinander verglichen, beide Aufzeichnungen liegen auf Augenhöhe.

Der Garmin Oregon 600 erhält die volle Punktzahl; den Ausschlag geben die Kombination von GPS & GLONASS, die HotFix Technologie und die Qualität der Trackaufzeichnungen. Montana, IBEX und LUX erhalten die gleiche Punktzahl (Vorteil Montana: Anschluss für eine externe Antenne).

Der Testsieger: Garmin Oregon 600

Garmin Oregon 600, Kompassseite

Outdoor-GPS Vergleichstest: System, Speicher, Höhenmesser

In diesem Abschnitt werden wichtige Systemeigenschaften wie die Speicherkapazität und die Zeit zum Starten des Gerätes beurteilt. Außerdem wurde der barometrische Höhenmesser genauer unter die Lupe genommen.

United Navigation macht weder auf der Falk-Webseite noch in den Gerätehandbüchern Angaben zur Speicherkapazität für Karten, Tracks, Routen, Geocaches etc. Die Kapazität wird aber vermutlich nur durch den zur Verfügung stehenden physikalischen Speicherplatz bzw. durch Einschränkungen seitens des Betriebsystems begrenzt.

Werden der IBEX bzw. der LUX als Massenspeicher an einen PC angeschlossen, dann lassen sich über den Windows-Explorer folgende Infos abrufen:

  • Falk IBEX 32: 3,58 GB Speicher, davon 3,15 GB belegt und 445 MB frei
  • Falk LUX 32: 3,63 GB Speicher, davon 3,47 GB belegt und 166 MB frei

Der Speicherplatz läßt sich bei den Falk-Geräten durch microSD-Karten (bis 32 GB) großzügig erweitern.

Beim Oregon und Montana stehen dem Anwender mit fast 1,8 GB bzw. 3 GB deutlich mehr interner Speicher zur freien Verfügung. Die Speicherkapazität läßt sich ebenfalls mit microSD-Karten (bis 32 GB) erweitern; dann muss allerdings die zum Bundle gehörige microSD-Karte mit der Topo-Deutschland weichen.

Im Gegensatz zu Falk macht Garmin exakte Angaben zur Speicherkapazität für Karten, Tracks, Wegpunkten usw. (weitere Infos/Anmerkungen: Garmin Outdoor-GPS-Geräte: Speicher, Dateien):

Montana 600/650(t)Oregon 600/650(t)
  • 2.000 GPX Dateien
  • 4.000 Wegpunkte
  • 12.000 Geocaches
  • 200 Routen, 250 Punkte pro Route
  • 200 gespeicherte Tracks
  • 2.000 archivierte Tracks
  • 10.000 Punkte pro Track
  • 500 Custom Map Kacheln
  • 250 BirdsEye Satellitenbilder Dateien
  • Anzahl Kartensegmente: ungefähr 4.000
  • 2.000 GPX Dateien
  • 4.000 Wegpunkte
  • 4 Millionen Geocaches
  • 200 Routen, 250 Punkte pro Route
  • 200 gespeicherte Tracks
  • 2.000 archivierte Tracks
  • 10.000 Punkte pro Track
  • 500 Custom Map Kacheln
  • 250 BirdsEye Satellitenbilder Dateien
  • Anzahl Kartensegmente: 4.000

Und wie lange benötigen die Geräte zum Starten? Je nach Anwendungszweck ist dies ein wichtiges Kriterium. Wer beispielsweise das Outdoor-Navi nur hin und wieder mal zum Bestimmen der Position nutzt, freut sich über einen schnellen Startvorgang.

Mit der gleichen Anzahl an GPX-Dateien (ca. 110 Tracks, 4 Geocaching Pocket Queries) brauchen sie

  • Falk IBEX: 1 Minute 25 Sekunden
  • Falk LUX: 1 Minute
  • Garmin Oregon: 15 Sekunden
  • Garmin Montana: 16 Sekunden

Es muss noch ergänzt werden, dass die Falk-Navis über einen praktischen Standby-Modus verfügen. Außerdem ist anzumerken, das der Startvorgang bei den Garmins mit zunehmender Datenmenge länger dauert.

Beim Zoomen und Verschieben von Topo-Karten verhalten sich allen Testkandidaten in etwa gleich. Das Aufrufen langer Geocache- oder Track-Listen geht bei den Garmins etwas schneller voran, bei Funktionsaufrufen, Eingaben etc. gibt es praktisch keine Unterschiede.

Ein interessantes Kapitel ist der barometrische Höhenmesser, der bei korrekter Handhabung den Outdoorer beispielsweise über die zurückgelegten Höhenmetern informiert. Bei der Implementierung dieser Funktion gibt es große Unterschiede zwischen Falk und Garmin.

Um den Höhenmesser optimal nutzen zu können, ist eine Kalibrierung unerläßlich. Bei Falk läßt sich der Höhenmesser "automatisch", "manuell per Höhenangabe" oder mit der Option "auf Standardluftdruck" kalibrieren. Bei Garmin gibt es noch mehr Möglichkeiten. Er läßt sich manuell durch Eingaben der Höhe, der per GPS gemessenen Höhe oder des Luftdrucks kalibrieren. Zusätzlich gibt es beim Oregon eine Autokalibrierung mit den Optionen "aus", "nur beim Einschalten" und "fortlaufend" (Montana: nur ein/aus). Bei der Autokalibrierung wird, egal ob Falk oder Garmin, die GPS-Höhe als Maßstab herangezogen.

Diese Vielfalt an Optionen ist bei den Garmin-Geräten zwar vorteilhaft, macht die Handhabung aber komplizierter (ausführlicher Artikel zum Thema)

Um zu prüfen wie genau die Höhenmesser arbeiten, wurden die An- und Abstiegshöhenmeter auf zahlreichen Touren gemessen (siehe Tabelle unten). Aus den Ergebnissen läßt sich folgendes Ableiten:

Zunächst ist festzuhalten, dass es sich um ein komplexes Thema handelt, bei dem viele Faktoren eine Rolle spielen: Großwetterlage, Luftdruckänderungen während der Tour, tageszeitliche Erwärmung, Erwärmung mit der Höhe, Kalibrierungsmethode.

System, Speicher, Höhenmesser
GPS-GerätBewertung
Falk IBEX2,5 Punkte
Falk LUX2,5 Punkte
Garmin Montana2,5 Punkte
Garmin Oregon2,5 Punkte

Generell liefern alle vier Geräte vernünftige Angaben zu den zurückgelegten Höhenmetern, die für normale Anwendungszwecke, sprich Freizeitaktivitäten, vollkommen ausreichen sollten. Die Falk-Geräte scheinen bei den aufsummierten Höhenmetern tendenziell aber etwas großzügiger zu sein.

Zum Kalibrieren empfiehlt es sich, die Höhe beim Starten der Tour manuell einzugeben (aus einer Papierkarte ablesen oder der digitalen Topo-Karte entnehmen). Unterwegs kann man das Gerät manuell nachkalibrieren oder – als bequeme Methode – aktiviert die Autokalibrierung, die damit zu erzielenden Ergebnisse reichen in der Regel vollkommen aus.

Bewertung: Alle vier Testgeräte verfügen über ausreichend Speicherkapazität. Die Garmin-Geräte haben durch den schnellen Systemstart Vorteile, die Falk-Geräte gleichen dies durch einen Standby-Modus aus. Da alle vier GPS-Geräte beim Aufrufen von Funktionen etc. in etwa gleich flott sind und die Höhenmesser vergleichbare Werte liefern, werden die zu erreichenden Punkte gerecht verteilt.

KLICK: Tabelle mit Messwerten ein- oder ausblenden
Tour 1*Tour 2*Tour 3*Tour 4*
Höhenmeter Soll circa430 m960 m780 m670 m
An-/AbstiegStart/EndeAn-/AbstiegStart/EndeAn-/AbstiegStart/EndeAn-/AbstiegStart/Ende
Falk IBEX455/469860/8651045/968720/751813/847860/872
Falk LUX470/470860/8661002/977720/747685/677740/746
Garmin Montana449/437860/876961/962720/719789/796860/852655/671740/724
Garmin Oregon427/429860/860940/962720/719785/803860/842639/652740/726
Tour 5**Tour 6***Tour 7****Tour 8
Höhenmeter Soll circa940 m690 m630 m
An-/AbstiegStart/EndeAn-/AbstiegStart/EndeAn-/AbstiegStart/EndeAn-/AbstiegStart/Ende
Falk IBEX936/921735/753696/680790/809670/657739/764
Falk LUX954/936735/721708/690790/789667/648747/751
Garmin Montana937/918735/754692/688790/795631/633748/746
Garmin Oregon934/947735/722676/680790/788629/630736/737
  • An-/Abstieg: gemessene Höhenmeter; Start/Ende: Höhenangabe bei Tourstart/-ende (erster Wert: zum Kalibrieren verwendet).
  • * Kalibrierung: Manuelle Kalibrierung aller Geräte beim Starten der Tour, Montana und Oregon mit Autokalibrierung.
  • ** Kalibrierung: Manuelle Kalibrierung aller Geräte beim Starten der Tour, Oregon und IBEX unterwegs mehrmals nachkalibriert, Montana und IBEX nicht (Autokalibrierung bei Garmin ausgeschaltet).
  • *** Kalibrierung: Manuelle Kalibrierung aller Geräte beim Starten der Tour, alle Geräte mit aktiver Autokalibrierung.
  • **** Kalibrierung: Keine manuelle Kalibrierung, alle Geräte mit aktiver Autokalibrierung.
  • Software-Versionen: Oregon v3.60, Montana v5.40, IBEX/LUX Outdoor 3.2
Falk IBEX beim Geocaching

Falk IBEX beim Geocaching

Outdoor-GPS Vergleichstest: Schnittstellen

Zur Kommunikation mit der Außenwelt ist bei allen vier GPS-Geräten eine USB-Schnittstelle integriert. Beim LUX, Montana und Oregon vom Typ Mini-USB, beim IBEX vom Typ Micro-USB. Bei den Falk-Geräten ist sie als USB 2.0 spezifiziert, Garmin spricht von Highspeed-USB (zu den genauen Datenraten siehe Wikipedia).

Die Falk-Geräte gehen beim Anschliessen an einen PC ohne Wenn und Aber in den Massenspeichermodus über. Bei Garmin läßt sich der USB-Anschluß konfigurieren und auf vielfältige Weise nutzen. Die Geräte gehen wahlweise in den Massenspeichermodus über, lassen sich als GPS-Maus nutzen und werden mit Strom versorgt (siehe Schnittstellen bei Garmin-GPS-Geräten).

Schnittstellen
GPS-GerätBewertung
Garmin Montana3,5 Punkte
Garmin Oregon3,5 Punkte
Falk IBEX1,5 Punkte
Falk LUX1,5 Punkte

Die Garmin-Geräte bieten aber noch weitere Schnittstellen. Mit dem drahtlosen ANT+ lassen sich Daten zwischen kompatiblen Garmin-Geräten austauschen (z.B. Geocaches, Tracks) und Daten von einem Herz-, Trittfrequenz- oder Temperatursensor abgreifen. Beim Oregon kommt noch eine Bluetooth-, beim Montana eine serielle Schnittstelle dazu. Die Bluetooth 3.0 Schnittstelle des Oregons dient ebenfalls zum Datenaustausch zwischen kompatiblen Garmin-Geräten bzw. mit einem iPhone, auf dem die Garmin BaseCamp Mobile App installiert ist.

Die Bewertung ist einfach, die Garmin-Geräte bieten deutlich mehr Funktionalität. Die Punkte werden jeweils zwischen den Falk- bzw. Garmin-Geräten gleichmäßig verteilt

Weiterlesen: Outdoor-GPS-Test: Falk und Garmin im Vergleich – Teil 2

Outdoor-GPS-Test: Falk und Garmin im Vergleich was last modified: Februar 23rd, 2016 by Joachim Bardua

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