Falk Lux 22: Fahrrad- und Outdoor-Navi (Bild: Falk)


Mit dem LUX 22 und LUX 32 führt Falk zwei neue Navis für Fahrradfahrer, Outdoorer und Geocacher ein. Die beiden Neulinge unter den Outdoor-Navis basieren auf dem bewährten Falk LUX 30.

Die wichtigsten Neuerungen beim LUX 22 lauten: Basiskarte Plus und die Funktionen "Mein Rundkurs" und "iGPX".

Beim LUX 32 kommen noch eine Premium Outdoor Karte, Premium Outdoor POIs und die Funktionen "Meine Route", "Bus & Bahn" sowie ein Marco Polo Reiseführer dazu.

Navigation-Professionell.de hat sich das Basismodell LUX 22 näher angeschaut. Mit einem UVP von 279,95 Euro dürfte der LUX 22 vor allem Einsteiger in das faszinierende Thema Outdoor-Navigation ansprechen, aber auch alle Fahrradfahrer, Wanderer und Geocacher, die auf der Suche nach einem GPS-Gerät zu einem moderaten Preis sind. Zum Vergleich: Der Falk LUX 32 kostet mit der Premium Outdoor Karte von Deutschland stolze 399,95 Euro (UVP).

Die vorinstallierte Basiskarte Plus ist sicherlich die hervorstechende Neuerung beim Falk LUX 22. Die Besonderheit: Falk setzt erstmals auf Community-Kartenmaterial. Die Basiskarte basiert auf OpenStreetMap Karten bzw. der internationalen Fahrradkarte OpenCycleMap.

Inhalt:

  1. Gehäuse
  2. Energieversorgung
  3. Speicher, Prozessor, GPS, Schnittstellen, Sensoren
  4. Display
  5. Bedienung
  6. Karten
  7. Navigation
  8. Software
  9. Lieferumfang
  10. Fazit, Leser-Bewertung

Falk LUX 22: Gehäuse

Beim Gehäuse setzt Falk auf Technik und Design des LUX 30. Die Abmessungen betragen wie bisher 6,5 x 12 x 3 cm, das Gewicht liegt ebenfalls bei 235 g (inklusive eneloop Akkus). Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, das Gerät macht einen äußerst stabilen Eindruck. Dank der strukturierten Seitenflächen liegt der LUX sicher in der Hand. Für Outdoorer mit kleinen Händen dürfte er aufgrund von Größe und Form aber weniger geeignet sein.

Zum Sichern des Gerätes läßt sich in den großen Bügel eine (Reep-)Schnur einfädeln. Praktisch: Der Bügel befindet sich an der unteren Längsseite. Das LUX zeigt – z.B. beim "um den Hals hängen" – immer mit dem Kopf nach unten und befindet sich mit einem Griff in einer idealen Ablese-Position.

Der Batteriefachdeckel wird mit Hilfe eines Drehverschlusses geöffnet. Die Konstruktion ist äußerst unpraktisch, zum Anheben des Klappmechanismuses ist der Einsatz eines Fingernagels unumgänglich, mit langen Fahrradhandschuhen ist ein Öffnen schier unmöglich. Hinter dem Batteriefachdeckel verbergen sich die Aufnahme für die beiden AA Akkus und der Slot für eine microSD-Karte. Der LUX 22 ist optimal vor Feuchtigkeit geschützt (Spezifikation: IPX7); dies betrifft auch den USB-Anschluß, den eine auswechselbare Gummikappe vor den Widrigkeiten des Outdoor-Lebens bewahrt.

Falk LUX 22: Energieversorgung

Seine Energie bezieht der LUX aus zwei AA Akkus bzw. Batterien. Falk gibt mit Standard-Batterien eine Laufzeit von 5 Stunden an (Default-Einstellung: 40% Helligkeit, 70% Lautstärke, Piepstonnavigation, Quelle: Falk). Im Test sind wir mit den von uns bevorzugten und empfohlenen 1.900 mAh eneloop Akkus auf Laufzeiten zwischen 04:45 hh:mm (permanent 100% Beleuchtung, aktive Navigation und Trackaufzeichnung, Sprachansagen, Karte in Fahrtrichtung) und 07:20 hh:mm (dauerhaft 0% Beleuchtung, keine Navigation, Trackaufzeichnung an) gekommen. Die mitgelieferten Alkaline-Batterien ergeben eine Laufzeit von 05:15 hh:mm (aktivierte Trackaufzeichnung, zeitweise aktive Navigation, Beleuchtung 30%, automat. Abschaltung der Beleuchtung aktiv, keine Sprachansagen). Die gemessenen Werte stimmen gut mit den Messergebnissen des Falk LUX 30 Tests überein.

Ergänzung 07.06.13: Mit PolarCell 2.900 mAh NiMH Akkus sind Laufzeiten von rund 05:30 (analog eneloop Akkus: permanent 100% Beleuchtung, aktive Navigation und Trackaufzeichnung, Sprachansagen, Karte in Fahrtrichtung) bzw. 08:45 hh:mm möglich (analog eneloop Akkus: dauerhaft 0% Beleuchtung, keine Navigation, Trackaufzeichnung an). Wer also auf den großen Vorteil der eneloops, die geringe Selbstentladung, verzichten kann, sollte den LUX mit leistungsfähigen NiMH Akkus betreiben.

Im Endeffekt bedeutet dies: Ein ausreichender Nachschub an Energieriegeln sollte immer im Gepäck sein. Zusätzlich sollte auf Tour das automatische Abschalten der Bildschirmbeleuchtung genutzt werden. Dann schaltet sich der Bildschirm nach einer vorgegebenen Zeit aus, Funktionen wie die Trackaufzeichnung und die Navigation laufen aber weiter.

Der LUX 32 läßt sich auch über einen externen Akku betreiben, das Gerät bleibt dabei bedienbar. Der Akku wird an die USB-Buchse angeschlossen. Ein wichtiger Hinweis: Eingelegte AA Akkus werden nicht aufgeladen.

Falk LUX 22: Rückseite (links: Abdeckung der USB-Buchse, Mitte: Batteriefach mit microSD-Kartenslot, rechts: Lautsprecher, unten: die beiden seitlichen Tasten)

Falk LUX 22: Speicher, Prozessor, GPS, Schnittstellen, Sensoren

Beim Anschliessen an einen PC oder ein Laptop geht der LUX 22 automatisch in den Massenspeichermodus über. Der Windows-Explorer zeigt für das neue Laufwerk "Falk" einen Speicherkapazität von 3,63 GB an, davon sind noch rund 1,5 GB frei und stehen für Anwenderdaten zur Verfügung (Karten, Tracks, Geocache, …).

Ein Speicherkartenslot nimmt eine bis zu 32 GB große microSDHC-Karte auf. Wozu läßt sich der Kartenslot nutzen? Falk bietet seine Zusatzkarten wie die Premium Outdoor Karte Deutschland auf microSD an. Diese lassen sich somit problemlos verwenden: Eine komplizierte Installation ist nicht notwendig, ein Einlegen der microSD-Karte reicht vollkommen aus. Außerdem liest der LUX 22 GPX-Dateien (Routen, Tracks, Wegpunkte, Geocaches) von der Speicherkarte. Dazu muss der Anwender auf der Speicherkarte einen Ordner mit der Bezeichnung "GPXImport" anlegen und die gewünschten GPX-Dateien dorthin kopieren.

Den Startvorgang absolviert der LUX mit einigen Geocaches, Tracks und Rasterkarten an Bord in 55 Sekunden. Wem dies zu langwierig ist, kann den LUX in den Stand-by-Modus versetzen. Durch ein Antippen des Ein/Aus-Schalters ist er sofort einsatzbereit.

Der im LUX verbaute ARM-Prozessor sorgt für Power. Die vorinstallierte Basiskarte läßt sich flott verschieben und zoomen, bei Rasterkarten wie den MagicMaps Tour Explorer Karten dauert es etwas länger. Das Aufrufen von langen Geocache-Listen ist ausreichend schnell, Strecken zu entfernten Zielen werden ruckzuck berechnet.

Beim LUX 22 setzt Falk auf einen bewährten SiRFstarIII GPS-Chip, eine Patchantenne dient zum Sammeln der Satellitensignale. Nach dem Einschalten des Gerätes wird die Position schnell genug bestimmt, mit dem Spitzenreiter in dieser Disziplin, dem neuen Garmin Oregon 600/650, kann der LUX aber nicht mithalten.

Um die Empfangseigenschaften des GPS-Empfängers zu testen, wurden beim Wandern und Biken einige Tracks aufgezeichnet und analysiert. Drei Beispiele:

Tour 1 (unsere Standardteststrecke) führt durch eine teils tief eingeschnittene Schlucht in den Bayerischen Alpen. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten wurde die Runde zweimal gedreht. Ein Garmin GPSmap 62st dient zum Vergleich. Die mit dem LUX aufgezeichneten Tracks zeigen ein sehr gutes Ergebnis, allerdings gibt es eine Einschränkung: In den Abschnitten mit den schwierigsten Empfangsbedingungen (Felswände, tiefe Schlucht, Wald) kommt es teilweise zu einer deutlichen Positionsdrift. Das Beispiel läßt sich als kmz-Datei herunterladen und in Google Earth analysieren (GPSmap 62st: blau bzw. hellgrün, Falk LUX 22: rot bzw. olivgrün).

Tour 2 hat unterschiedliche Testbedingungen zu bieten: von offenen Wiesenflächen bis hin zu einer stark eingeschnittenen Schlucht mit einer teils dichten Bewaldung. Auf dieser Tour zeigt der LUX kaum Schwächen und kann mit den ebenfalls getesteten Garmin-Geräten mithalten. Als kmz-Datei herunterladen und in Google Earth analysieren (Oregon 600 mit GPS + GLONASS: rot, GPSmap 62st: grün, Falk LUX 22: blau)

Tour 3 – ein kleiner Spaziergang in Berlin – zeigt ein interessantes Phänomen, das bereits beim Fahrradfahren und Wandern aufgefallen ist. Der LUX 22 zentriert anscheinend immer wieder die Position auf die am nächsten gelegene Straße. Dadurch sieht seine Trackaufzeichnung im ersten Moment wesentlich genauer aus, insgesamt gibt aber der zum Vergleich herangezogene Oregon 600 den Verlauf besser wieder. Der Baumbestand und an den Gebäuden reflektierte Satellitensignale machen beiden Geräten beim Aufzeichnen der Strecke allerdings zu schaffen. Download: kmz-Datei (am besten in Kartenanwendung betrachten).

(Testbedingungen: LUX 22 und Oregon 600 am Rucksackträger befestigt, LUX 22 jeweils Einstellung "Position auf Straße aus"; GPSmap 62st in der Rucksackdeckeltasche mit Antenne nach oben)

Der USB-Anschluß ist die einzigste Schnittstelle. Beim Anschliessen an einen Windows-PC geht der LUX automatisch in den Massenspeichermodus über. Im Windows-Explorer ist dann das neues Laufwerk "Falk" zu sehen, über das Zugriff auf den internen Speicher besteht. Bei eingelegter microSD-Speicherkarte wird ein weiteres Laufwerk angezeigt.

Beim LUX 22 sind ein elektronischer 3D-Kompass und ein barometrischer Höhenmesser verbaut. Der Kompass dient ausschließlich zum Anzeigen der Himmelsrichtungen; er läßt sich auf der Kartenseite als Overlay einblenden. Um den Höhenmesser einsetzen zu können, ist ein Kalibrieren notwendig. Dies erfolgt je nach Einstellung automatisch (alle 15 Minuten, vermutlich anhand der GPS-Höhe), durch das manuelle Eingeben der Höhe oder durch ein Zurücksetzen auf den Standardluftdruck.

Ergänzung 07.06.13:

Wie genau arbeitet der barometrische Höhenmesser? Zwei Beispiele von unserer Standardtour (Tour 1, siehe oben), bei der die Auf- bzw. Abstiegshöhe 495 Höhenmeter beträgt (statistischer Wert aus vielen Messungen).

Der LUX 22 kommt laut Tripcomputer auf 526/528 m bzw. 495/501 m (je Aufstieg/Abstieg). Beide Messungen sind sehr exakt, die Abweichungen beim ersten Wert liegen im normalen Rahmen. Andere Geräte zeigen auf diesen Touren folgende Werte: 532/502 m bzw. 506/471 m (Garmin Montana), 488/501 m bzw. 457/498 m (Garmin fenix), 506/478 m bzw. 505/478 m (Garmin GPSmap 62st), 460/458 m (Medion S3867). Zur Methode: Alle Geräte werden zu Beginn der Tour manuell kalibriert, der Tripcomputer wird zurückgesetzt (bei den Garmin Geräten ist die Autokalibrierung auf "kontinuierlich" gesetzt, d.h. der Höhenmesser wird während der Tour zusätzlich automatisch kalibriert).

Die Werte stammen beim LUX aus den entsprechenden Datenfeldern des Tripcomputers. Schaut man dagegen – nach dem Speichern der Tour – in den Trackmanager, sehen die Werte anders aus. Dort wird als Höhendifferenz jeweils 526 m angezeigt, im Höhenprofil werden als "Höhenmeter auf" 695 m bzw. 644 m, als "Höhenmeter ab" 695 m bzw. 643 m angezeigt. Geht man noch einen Schritt weiter und schaut sich die Trackaufzeichnung am PC im Falk Navi-Manager an, dann werden im Aufstieg 467 m bzw. 449 m, im Abstieg 470 m bzw. 455 m angezeigt.

Was nun? Im Tripcomputer werden sehr wahrscheinlich die (genaueren) barometrisch gemessenen Werte angezeigt, im Trackmanager als Höhendifferenz ebenfalls der barometrisch ermittelte Wert, im Höhenprofil dagegen die (ungenaueren) per GPS gemessenen Werte. Und im Navi-Manager?

Falk LUX 22 im Outdoor-Test: Auf dem Display ist das übersichtliche Hauptmenü zu sehen.

Falk LUX 22 im Outdoor-Test: Auf dem Display ist das übersichtliche Hauptmenü zu sehen.

Falk LUX 22: Display

Das resistive Touchscreen-Display hat eine Größe von 3-Zoll, die Auflösung beträgt 240×400 Pixel. Um das Display überhaupt ablesen zu können, ist in der Regel ein Aktivieren der Hintergrundbeleuchtung unumgänglich. Herrschen dunkle Verhältnisse (dichter Wald, stark bewölkter Himmel, Schatten), reicht im allgemeinen ein Beleuchtungswert von ca. 30% aus. Bei kräftigem Sonnenschein kommt das Display – je nach Ausrichtung – auch bei maximaler Hintergrundbeleuchtung schnell an seine Grenzen kommen; ein Spiegeln beeinträchtigt die Ablesbarkeit zusätzlich.

Beim Testen zeigt sich, dass beim Mountainbiken eine dauerhaft voll aufgedrehte Beleuchtung sinnvoll ist. Beim Wandern hingegen reicht ein kleinerer Wert – das Gerät läßt sich schließlich mit der Hand optimal ausrichten, außerdem kann die Beleuchtung kurzfristig hochgedreht werden.

Schriften, Symole etc. stellt das Touchscreen-Display schön scharf dar. Einige Texte, z.B. die Beschriftung der Datenfelder auf der Kartenseite bzw. des Tripcomputers und der POI-Symbole dürften für einige Anwender aber zu klein geraten sein.

Falk LUX 22: Bedienung

Ein großes Plus des Falk LUX ist die einfache Bedienung. Ein wichtiges Bedienelement ist die Leiste unterhalb der Karte. Mit einem Antippen wird in das übersichtliche Hauptmenü gewechselt, zusätzlich lassen sich häufig benötigte Funktionen schnell aufrufen, z.B. das Starten der Trackaufzeichnung oder Einblenden des Kompasses. Dazu kommen pfiffige Funktionen wie das längere Drücken des Hauptmenü-Buttons; dadurch werden alle Buttons und Datenfelder auf der Kartenseite ausgeblendet.

Das Scrollen durch Listen mit Fingerhilfe geht flott über die Bühne, zum Blättern durch das Hauptmenü langt eine Wischbewegung quer über den Bildschirm. Die Bedienung leidet aber darunter, dass so mancher Button recht klein ausfällt. Da ist Tippen mit “spitzen Fingern” angesagt! Mit langen Fahrradhandschuhen wird es noch etwas schwieriger.

Die beiden seitlichen Tasten sind eine wertvolle Hilfe, mit der oberen werden Helligkeit und Lautstärke reguliert, mit der unteren Taste wird wahlweise ein Wegpunkt gespeichert oder die Trackaufzeichnung gestartet.

Ein paar Kritikpunkte gibt es. Möchte man im Track-Manager einen Track mit einem Namen versehen und vetippt sich dabei, muss die komplette Eingabe gelöscht und der Namen neu getippt werden – der Cursor läßt sich zum Löschen einzelner Buchstaben nicht frei positionieren. Manchen Anwender könnte es auch stören, wenn er nach dem Starten bzw. Pausieren der Trackaufzeichnung mit Hilfe des Track-Managers sofort wieder auf der Kartenseite landet, statt im Track-Manager zu bleiben.

Falk LUX 22: Karten

Der Falk LUX 22 ist mit der vorinstallierten Basiskarte Plus von 20 europäischen Ländern ausgestattet. Die Länderliste lautet: Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Italien, San Marino, Vatikanstadt, Spanien, Kroatien, Frankreich, Monaco, Andorra, Polen, Dänemark, Tschechien, Ungarn, Bulgarien.

Die Karte basiert auf der internationalen Fahrradkarte OpenCycleMap. Beim Beurteilen der Karte ist die Bezeichnung "Basiskarte" ganz wichtig. Warum? Einerseits fehlen zum Orientieren wichtige Kartenelemente wie Höhenlinien oder Infos zur Landbedeckung (keine Unterscheidung in Wald, Wiesen, etc.), andererseits geht der Informationsgehalt über das hinaus, was manch andere Basiskarten bieten (z.B. von Garmin). Die Basiskarte Plus verfügt schließlich über das komplette Wegenetz der OpenCycleMap und ist auf allen eingezeichneten Wegen routingfähig. Positiv fällt dabei auf, dass auf der Falk-Karte – zumindest in der Testregion – zwischen unterschiedlichen Wegetypen differenziert wird.

Wer weiteres Kartenmaterial benötigt, hat folgende Möglichkeiten. Falk bietet detaillierte Premium Outdoor-Karten von folgenden Ländern: Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol, Mallorca, BeNeLux, Italien Nord und eine TransAlp-Karte (Süd-Deutschland, Österreich, Nord-Italien). Alle Karten werden auf microSD-Karte geliefert, die Preise variieren zwischen 99,95 und 249,95 Euro.

Eine weitere Option sind Karten von MagicMaps. In Verbindung mit der Tourenplanungssoftware "Tour Explorer" lassen sich Rasterkarten von Deutschland, Österreich und den Ostalpen (Deutschland, Österreich, Italien, Liechtenstein, OSM-Karten der Schweiz) auf dem LUX installieren (weitere Infos siehe unten).

Wer detaillierte Karten von weiteren Urlaubsregionen braucht, hat allerdings das Nachsehen. Karten von sonstigen Drittanbietern gibt es nicht. Außerdem ist zu beachten, dass die OpenStreetMap-Basiskarte nicht in allen Ländern über ein so dichtes Wegenetz verfügt wie beispielsweise in Deutschland.

Update: Mit MagicMaps LIVE besteht inzwischen die Möglichkeit, Karten von weiteren Regionen (Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz, Spanien, USA) auf den LUX zu laden!

Der LUX bietet eine vorinstallierte POI-Sammlung. Vor der Haustür des Autors wimmelt es darin nur so von Bildstöcken, Wasserreservoirs und Hügelgräbern, dafür gibt es z.B. keine Ärzte und Postämter. Andere wichtige POIs wie Bushaltestellen, Seilbahnstationen, Hotels oder Fahrradschlauchautomaten sind dagegen enthalten. Wem das Angebot an POIs nicht ausreicht, kann den LUX 22 mit einer Premium Outdoor Karte inklusive Premium Outdoor POIs erweitern oder mit Hilfe der PC-Software "Falk Navi-Manager" eigene POIs importieren.

Das Straßen- und Wegenetz ist ständigen Veränderungen unterworfen. Wer seine Karte aktuell halten möchte, sollte sie in regelmäßigen Abständen aktualisieren. Falk bietet zu diesem Zweck einen Bereitstellungservice für die Basiskarte Plus an, die Karte wird einmal pro Jahr neu zur Verfügung gestellt. Dieser Service kostet allerdings. Und zwar 19,95 Euro für zwei Jahre (ein entsprechender -50% Gutschein liegt dem Gerät bei). Andere Hersteller bieten hier mehr. Bei Medion sind die OSM-Karten kostenlos (Medion S3857, Medion S3867), für Garmin Geräte gibt es von diversen Anbietern größtenteils kostenlose und regelmäßig aktualisierte OSM-Karten.

Falk LUX 22: Navigation

Ein Highlight des Falk LUX 22 ist die sprachgesteuerte Turn-by-Turn Navigation entlang des gesamten Wegenetzes der OSM-Karte: Ziel eingeben und los! Zum Eingeben von Zielen bietet das Falk viele Möglichkeiten: Adressen, Heimatort, Sonderziele, zuletzt verwendete Ziele, eine Position in der Karte, Wegpunkte, Koordinaten, Geocaches, Tracks und Touren.

Sprachansagen beim Fahrradfahren oder Wandern mögen im ersten Moment befremdlich erscheinen. Aber selbst der Autor des Artikels hat zumindest beim Radeln daran gefallen gefunden. Statt ständig auf das Display schauen zu müssen kann man den Blick schweifen lassen (oder auf den Verkehr achten) und verpasst trotzdem keine wichtige Abbiegung! Wie auch immer, wer es nicht mag, kann den LUX auf Piepstöne umstellen oder die Beschallung komplett ausstellen und sich mit Hilfe der Karte und optischen Navigationshilfen zum Ziel führen lassen.

Entscheidend sind die vom LUX 22 berechneten Routen. Nach der Zieleingabe stehen als Grundlage für die Routenberechnung zwei Aktivitäten zur Auswahl: Fahrrad und Fußgänger. Für jede Aktivität gibt es noch die Optionen flach (weniger Höhenmeter), bergig (mehr Höhenmeter), kurz (möglichst kurze Strecke) und Luftlinie (direkte Linie über Stock und Stein).

Wie sehen die berechneten Routen aus? Im Fahrradmodus zeigt sich, dass die Strecken sehr asphaltlastig sind. Den Mountainbiker wird es weniger freuen, den Rennradler schon eher, aber er muss damit rechnen, schon einmal über eine Schotterstraße geschickt zu werden. Insgesamt gesehen sind die Strecken allenfalls für Tourenradler geeignet. Änliches gilt für Fußgänger. Auch in diesem Modus muss man damit leben, dass der LUX den Wanderer auf Landstraßen zum Ziel führt. Falk weist in seinem Handbuch darauf hin (Seite 26): "Im Unterschied zur Premium Outdoorkarte ist diese Karte nicht qualitätsgeprüft sondern basiert auf den Informationen einer freien Community im Internet. Aus diesem Grund gibt es keine Wegeklassifizierung und es kann zu Einschränkungen in der Routenqualität kommen." (Hinweis: Die Streckenführung wurde von Navigation-Professionell.de ausschließlich in einer ländlichen Gegend getestet).

Wer mehr Berechnungsoptionen möchte, sollte auf eine Premium Outdoorkarte umsteigen. Dann gibt es zusätzliche Kriterien wie "Straßenverkehr vermeiden" oder "Wanderwege bevorzugen". Welche Auswirkungen diese Optionen haben, muss ein Test zeigen!

Falk LUX 22: Alternativrouten

Falk LUX 22: Alternativrouten

Das LUX bietet aber noch mehr. Der Radler oder Wanderer kann Zwischenziele eingeben, Alternativrouten berechnen lassen oder eine Mehrzielroute planen. Dazu gibt es noch einen Rundkurs-Modus. Nach Eingabe von Start und Ziel und der Vorgabe von einer Distanz (z.B. 50 km) oder einer Zeit (z.B. 2 h) berechnet das LUX eine beliebige Rundstrecke. Dabei gelten aber die oben gemachten Erfahrungen ("Wandern entlang der Landstraße").

Radfahrer und Wanderer, die auf einer möglichst optimalen Strecke zum Ziel gelangen wollen, sollten besser auf am PC geplante oder aus dem Internet heruntergeladene Touren zurückgreifen. Sind diese einmal auf den LUX geladen, stehen sie im Track-Manager zum Navigieren zur Verfügung. Nach dem Auswählen eines Tracks fragt das LUX: "Track in Route umwandeln, um Abbiegehinweise zu erhalten" oder "Trackführung direkt starten"? (dahinter steckt die Funktion "iGPX"). Wie die Praxis zeigt, läßt sich mit beiden Methoden eine Tour zuverlässig und komfortabel abfahren.

Beim Thema Navigation ist noch zu erwähnen, dass der LUX über eine interessante Geocaching-Funktion verfügt.

Folgende Schwächen sind aufgefallen: Ein stärkeres Hereinzoomen in die Karte wäre wünschenswert (bei einem Maßstabsbalken von 40 m ist Schluss), außerdem lassen sich mit dem LUX erstellte Wegpunkte nicht auf den PC übertragen (zumindest wurde keine Möglichkeit gefunden)

Falk LUX 22: Software

Was wäre ein Outdoor-Navi ohne Zusatzsoftware? Nicht viel, denn erst mit der richtigen PC-Software wird das ganze Potential ausgeschöpft.

Falk bietet den kostenlosen Falk Navi-Manager (als Download erhältlich) zum Durchführen von Software-Updates, Übertragen von Touren, POIs und GPX-Dateien an. Außerdem stellt er die auf dem LUX gespeicherten Tracks auf einer Karte dar und informiert unter anderem zu Länge, Zeit und Höhenmetern. Wer aber so richtig in die Tourenplanung einsteigen möchte, braucht eine leistungsfähige PC-Software.

Dazu bietet sich der MagicMaps Tour Explorer an, eine Kombination aus PC-Software und Rasterkarten. Der Tour Explorer bietet viele Funktionen zum Planen und Verwalten von Touren und ist somit ein guter Begleiter des Falk Lux, zumal sich die Rasterkarten auf den Falk LUX übertragen lassen. Den Tour Explorer Version 6 gibt es in unterschiedlichen Ausgaben, beispielsweise mit Karten von Bayern (Maßstab 1:25.000) für 49,90 Euro, Karten von Norddeutschland ((Maßstab 1:25.000) für 79,90 Euro oder mit Karten von Gesamt-Deutschland im Maßstab 1:50.000 zum Preis von 99,90 Euro.

Wer allerdings Geld sparen möchte, hat folgende kostenlose Möglichkeiten. Touren online planen und auf den LUX übertragen (z.B.openrouteservice.org), ein Internet-Tourenportal besuchen oder sich die kostenlose Planungssoftware Garmin BaseCamp besorgen und sie mit ebenfalls kostenlosen OpenStreetMap-Karten einsetzen. Eine weitere Option ist die Open Source Anwendung QLandkarte GT.

Falk LUX 22: Lieferumfang

  • Falk LUX 22
  • Zwei AA Alkaline-Batterien
  • USB-Kabel
  • Fahrradhalterung
  • Kurzanleitung
  • Handbuch als PDF im internen Speicher des LUX
  • Gutschein -20% für den MagicMaps Tour Explorer
  • Gutschein für kostenlose 30 Tage Geocaching.com Premium-Mitgliedschaft
  • Gutschein für den Aktualisierungsservice der Basiskarte Plus, 19,95 Euro für zwei Jahre, entspricht 50% Rabatt.
  • Gutschein über einen einmaligen Rabatt von 50.- Euro auf eine Premium-Outdoor-Karte

Getestete Software: Outdoor 3.1 (Buildnr. 4854), Kartendaten 2013-1 Outdoor
Ausführliche technische Daten enthält die Falk Navi-Galerie.

Falk LUX 22 Test: Fazit

Der neue LUX 22 erweist sich im Test als eine gelungene Weiterentwicklung des LUX 30. Die langen Wartezeiten beim Berechnen von Routen sind passé, dazu kommen sinnvolle Neuerungen wie die "iGPX" Tracknavigation und die Basiskarte Plus. Auf der anderen Seite sind einige Schwächen des LUX 30, wie z.B. die kurze Akkulaufzeit, hinzunehmen.

Mit der Basiskarte Plus erhält der Falk LUX 22 einen besonderen Mehrwert, da sie das komplette OSM-Wegenetz enthält. Das Wegenetz kann der Fahrradfahrer oder Wanderer komfortabel nutzen: Mit wenigen Klicks berechnet der LUX automatisch eine Route zu einem beliebigen Ziel. Beim Navigieren mit der Basiskarte Plus kommt allerdings schnell der Wunsch nach detailliertem Kartenmaterial und einer umfangreichen POI-Sammlung auf. Derartige Premium Outdoor Karten inklusive POIs bietet Falk von Deutschland, Österreich, der Schweiz und einigen wichtigen Urlaubsregionen an. Da zum Lieferumfang des LUX 22 ein Gutschein für eine Premium Karte gehört, fällt die erste Investition auch nicht so hoch aus: Die Deutschland-Karte kostet dann nur 99,95 statt 149,95 Euro. Oder man kauft sich gleich den Falk LUX 32 inklusive Deutschland-Karte.

Der Falk LUX 22 kann allen Radfahrern und Wanderern empfohlen werden, die auf der Suche nach einem unkomplizierten und komfortablen Outdoor-Navi sind.

Empfohlene Online-Shops:

NEU: Falk LUX 32 Premium Outdoor Karte im Test

[Update 04/14] Neue Funktionen, Verbesserungen und Karten: Falk Outdoor Software-Update 5.0

Leser-Bewertung

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Pro

  • Automatisches Routing auf allen Wegen
  • Planung von Mehrzielrouten auf dem Gerät
  • Turn-by-Turn Navigation mit Sprachansagen
  • iGPX Tracknavigation
  • Papierloses Geocaching
  • Einfache Bedienung, übersichtliches Menü
  • Viel Speicher für Karten, Tracks etc.
  • Basiskarte mit vielen Wegen
  • Optionale Rasterkarten von MagicMaps
  • Fahrradhalterung gehört zum Lieferumfang

Contra

  • Kurze Akkulaufzeit
  • Ablesbarkeit des Displays
  • Eingeschränktes Angebot an Premium-Karten
  • Berechnete Strecken fallen asphaltlastig aus
  • Umfang der vorinstallierten POI-Sammlung
  • Mit dem Lux erstellte Wegpunkte sind nicht auf den PC übertragbar
  • Kosten für die Aktualisierung der Basiskarte Plus
  • Montage der Fahrradhalterung
Falk LUX 22 Test – Outdoor-Navi mit Sprachansagen was last modified: Februar 23rd, 2016 by Joachim Bardua

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