Garmin Dakota 20: das bewährte Outdoor GPS-Gerät im Geocaching-Test. Der leichtgewichtige Navigationszwerg Dakota 20 bietet alle wichtigen Funktionen für erfolgreiches Geocaching, inklusive »Paperless Geocaching« und viel Speicherplatz für Caches. Der Kandidat mußte sein Können auf zahlreichen Geocaching-Streifzügen unter Beweis stellen. Das Ergebnis verrät Ihnen der erste Artikel einer Serie zum Thema Geocaching, in deren Mittelpunkt Tests vieler aktueller Outdoor GPS-Geräte stehen.

Update 07/2015, die Nachfolger sind da: Garmin eTrex 25 Touch und eTrex 35 Touch

Als Quelle für die Geocaches wurde die wohl bekannteste Online-Community gewählt: Geocaching.com. Die Webseite verzeichnet mittlerweile in Deutschland 131.911 Geocaches – für Nachschub ist also gesorgt! Navigation-Professionell.de hat sich für den Test einen kostenpflichtigen Premium-Account bei Geocaching.com eingerichtet. Sein großer Vorteil: Der Download von Pocket Queries als Geocache-Quelle für den Dakota (Pocket Query: Datenbankabfrage bei Geocaching.com, die eine Datei mit bis zu 500 Geocaches generiert, wird per Mail zugeschickt).

Überblick Garmin Dakota 20

Klein und handlich – so läßt sich das Outdoor-Navi Garmin Dakota 20 bestens charakterisieren. Die Abmessungen betragen nur 5,5 x 10 x 3,3 cm, das Gewicht fällt mit rund 160 g inklusive Batterien moderat aus. Besonders Kinder und Geocacher mit schlanken Händen dürften an dem Handschmeichler Gefallen finden.

Der spielerisch zu bedienende GPS-Zwerg besitzt ein 2,6-Zoll Farbdisplay mit einer Auflösung von 160 x 240 Pixel. Dies mag gegenüber anderen Garmin-Geräten wie den Oregons als etwas wenig erscheinen. Die Oregons verfügen über 240 x 400 Pixel bei einer Displaygröße von 3-Zoll. Im direkten Vergleich sieht man den Unterschied – das Dakota-Display ist schlichtweg etwas gröber. In der Praxis sollte man ihn aber nicht überbewerten. Weit schwerer wiegt eine andere Schwäche des Dakota-Bildschirms: Selbst bei maximaler Hintergrundbleuchtung ist es recht dunkel. Der Nachteil hat aber einen Vorteil. Das Dakota 20 ist mit einer langen Akkulaufzeit gesegnet. Werden alle Energiesparmaßnahmen ergriffen (z.B. automatisches Abschalten des Displays nach einer definierten Zeit), dann sind mit leistungsfähigen NiMH-Akkus oder Lithium-Batterien durchaus 20 Stunden und mehr drin.

Beim GPS-Empfang spielt der Dakota in der Oberliga. Dank HotFix Technologie – das Gerät berechnet die Positionen der Satelliten für einige Tage im Voraus – wird der Standort in der Regel flott bestimmt. Der GPS-Empfänger ist empfindlich genug, um auch unter widrigen Bedingungen (dichter Wald, Häuserschluchten) für einen zuverlässigen Empfang zu sorgen. Die Zeit zum Starten (Bootdauer) beträgt ca. 10 bis 13 Sekunden – ein klasse Wert!

Ansonsten bietet der Dakota 20 eine nahezu perfekte Komplettausstattung: Alle Navigationsfunktionen moderner Outdoor-Navis (Route, Track, GoTo, Wegpunkt-Projektion, Sight 'N Go …), barometrischer Höhenmesser, 3-Achsen Digitalkompass (zeigt die Richtung auch dann korrekt an, wenn das Gerät nicht waagrecht gehalten wird), viel Speicherkapazität für Karten und GPS-Daten, Wecker, Stoppuhr, Kalender und vieles mehr sind an Bord.

Besonderes Highlight: Der Schatzsucher Dakota 20 läßt sich nicht nur mit Vektor-, sondern auch mit Rasterkarten füttern. Rasterkarten bieten ähnlich wie Papierkarten ein sehr anschauliches Bild von der Landschaft und erleichtern somit die Orientierung.

Garmin Dakota 20, Hauptmenü

Nachteile gibt es aber auch: Die Rasterkarten werden am Bildschirm nur langsam aufgebaut und das Übertragen der Karten auf das Dakota macht nur mit einer kostenpflichtigen Zusatzsoftware wie Touratech QV so richtig Spaß. Trotzdem: Wer es einmal gewohnt ist, möchte garantiert nicht mehr auf Rasterkarten verzichten!

Das Dakota 20 besitzt unterschiedliche Nutzer-Profile, darunter auch ein Geocaching-Profil. Einmal aktiviert, werden von Garmin vordefinierte, aber konfigurierbare Einstellungen geladen. Dazu gehört ein individuelles Anordnen der Icons auf dem Bildschirm, so dass alle wichtigen Geocaching-Funktionen auf den ersten beiden Menüseiten auftauchen (Beispiel: Abbildungen rechts).

Weitere Informationen zum Dakota 20 gibt’s in dem ausführlichen Test von Navigation-Professionell.de: Test – Garmin Dakota 20.

Wie kommen die Geocaches auf das Dakota 20?

Um den Dakota 20 mit Caches von Geocaching.com zu füttern, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Download einzelner GPX-Files (beinhalten jeweils einen Geocache), z.B. GC1Y2K1.gpx. Die Dateien werden vom PC mit einem Datei-Explorer in den Ordner \Garmin\GPX des internen Speichers oder der microSD-Karte kopiert. Achtung: Das Dakota kann maximal 200 GPX-Files laden!
  • Übertragen einzelner GPX-Files über die direkte Schnittstelle von Geocaching.com zum Dakota. Voraussetzung: Das Garmin Communicator Plugin muß auf dem PC installiert sein (ermöglicht den Datenaustausch zwischen Dakota und Geocaching.com Webseite).
  • Erstellen eines Pocket Queries auf Geocaching.com. Die Datei wird per Mail zugesendet, anschließend entpackt und ebenfalls in den Ordner \Garmin\GPX kopiert. Die Pocket Queries können maximal 500 Geocaches enthalten sowie weitere Dateien (*-wpts.gpx) mit den zusätzlichen Wegpunkten (additional waypoints, z.B. eine Parkmöglichkeit) der einzelnen Caches. Diese werden ebenfalls in den Ordner \Garmin\GPX kopiert und stehen anschließend im Dakota unter dem Icon »Wegpunkt-Manager« zur Verfügung, die Geocaches dagegen unter dem Icon »Geocaches«.

Garmin gibt als Speicherkapazität bis zu 2.000 Geocaches an, zusätzlich können bis zu 1.000 Wegpunkte geladen werden. Navigation-Professionell.de hat’s ausprobiert und vier Pocket Queries inklusive Wegpunkte auf den Dakota geladen. Sämtliche Caches, aber nicht alle Wegpunkte (die 4x Queries enthalten rund 1.900 Waypoints), wurden einwandfrei geladen. Die Performance des Dakotas (Aufrufen der Caches, Blättern durch die Listen) leidet nur wenig unter der Datenfülle, beispielsweise kommt es zu kurzen Wartezeiten beim Aufrufen von langen Cachebeschreibungen.

Welche Geocache Informationen bietet das Dakota 20?

Die Suche nach einem Cache findet über die Kartenseite oder das Geocache-Menü statt. In diesem Menü werden die Caches in einer Liste gemäß zunehmender Entfernung vom aktuellen Standort aufgeführt. Die Liste zeigt die Geocaches mit Namen (»Zum Alpenblick IV«) oder GC-Code (»GC1Y2K1«) an. Die jeweilige Einstellung (Name oder Code) erfolgt umständlich im Setup.

Die Suche wird über ein Freitextfeld, z.B. alle Caches mit »Alpenblick« im Namen, verfeinert oder durch Vorgaben wie »Suche bei einem Wegpunkt« oder »Suche bei einem kürzlich gefundenem Element« eingeschränkt. Was leider fehlt: Weitere Filtermöglichkeiten, z.B. nach Schwierigkeit, Cachetyp (Traditional, Multi, …) oder weiteren Attributen. Hier sind Hersteller wie Lowrance mit der Endura-Serie oder Magellan mit dem neuen eXplorist GC einen Schritt weiter.

Ergänzung 09.06.10: Ein neues Software-Update ermöglicht die ersehnten Filter-Funktionen (Geocache-Filterfunktionen)

Welche Infos gibt es zu jedem Cache?: Name, Typ, Schwierigkeit, Gelände-Schwierigkeit, Cache-Größe, Anzahl Trackables (»verfolgbare Elemente«), GC-Nummer, Besitzer, Koordinaten, Beschreibung, Infos zu Additional Waypoints, die letzten fünf Logs. Weitere Attribute wie »Kletterausrüstung notwendig« oder »Tauchen« enthält die Beschreibung nicht.

Hints (kleine Hinweise zum Auffinden des Caches) werden nur bei aktiver Navigation zum eigentlichen Geocache angezeigt – ein krasser Nachteil beim Suchen von Multicaches! Warum? Bei Multicaches muß der Geocacher häufig die Koordinaten der nächsten Station berechnen. Um dahin zu navigieren, verlässt er den Geocaching-Modus und füttert einen beliebigen Wegpunkt mit den berechneten Koordinaten. Die Hints (und die gesamte Cache-Beschreibung!) sind dann nicht lesbar, es muß zuerst wieder die Navigation zu dem eigentlichen Geocache gestartet werden.

Ergänzung 13.08.10: Inzwischen gibts eine Multicache-Funktion (Dakota Software Update (mit Screenshots))

Die Beschreibungen sind auf dem kleinen Display recht übersichtlich, so dass man selbst bei Multicaches komplexe Berechnungsformeln für die Koordinaten der nächsten Station gut erkennen kann. Was allerdings stört, ist die Unempfindlichkeit des Touchscreens. Es benötigt schon einen kräftigen Fingerdruck, um die Seite nach oben oder unten zu verschieben.

Spoilerbilder (Hinweise zu einem Cache als Bild) kann das Dakota nicht anzeigen. Seine Oregon-Kollegen haben immerhin einen separaten (suboptimalen) Bildbetrachter an Bord, der sich mit Spoilerbildern füttern läßt. Es soll für den Dakota zwar einen Workaround in Verbindung mit den Programmen Spoilersync bzw. GSAK (siehe: GPS-Links: Geocaching) geben, dies wurde aber nicht ausprobiert. Die Bordmittel des Dakotas stehen im Vordergrund des Tests!

Die im Wegpunkte-Menü aufgeführten Additional Waypoints lassen keinen direkten Zusammenhang mit dem jeweiligen Geocache erkennen. Sie sind lediglich anhand der Namen (Beispiel, Cache: GC1XEYW, Wegpunkt: 001XEYW) oder einer ähnlichen Entfernungsangabe zu identifizieren. Wer z.B. den zu einem Cache gehörigen Hinweis auf einen Parkplatz sucht, macht dies am besten über die Kartenseite.

Wie navigiere ich mit dem Dakota 20 zu einem Geocache?

Garmin Dakota 20, Karte im Geocaching-Modus, Geocaching-Dashboard

Dakota 20: Navigation zu einem Cache mit der Karte

Das Navigieren zu einem Cache erfolgt über die Kartenseite (ein magenta »Gummiband« führt zum Ziel) oder mit Hilfe des Kompass. Spezielle Geocaching-Dashboards informieren z.B. über die Anzahl gefundener Caches. Eine praktische Alternative zu den Dashboards sind individuell konfigurierbare, transparente Datenfelder auf der Kartenseite. Beispielsweise lassen sich die aktuellen Koordinaten, die GPS-Genauigkeit, die Reststrecke zum Ziel und ein Richtungszeiger einblenden (Abbildung rechts).

Multicaches verlangen spezielle Funktionen wie Wegpunkt-Projektion und das Eingeben von Koordinaten für die nächste Station. Kein Problem – das Dakota kann es! Mit der Funktion »Position mitteln« können Wegpunkte mit einer besonders guten Genauigkeit erstellt werden. Für Cache Owner ist das Mitteln beim Anlegen eines neuen Caches durchaus sinnvoll.

Stichwort »Paperless Geocaching«. Papierlose Schatzsuche soll das Geocachen erleichtern. Vorbei die Zeiten, in denen man Zettel mit den kompletten Cachebeschreibungen durch die Gegend schleppt. So die Theorie, die Praxis sieht etwas anders aus. Für Traditional Caches geht die Rechnung auf, die im Dakota abgespeicherten Informationen reichen völlig aus. Bei vielen Multicaches erweist es sich dagegen als praktisch, die Beschreibungen der Übersicht halber auszudrucken und mitzunehmen. Da häufig Koordinaten berechnet und Zwischenergebnisse notiert werden müssen, sollte der Geocacher zumindest ein Notizbuch dabeihaben.

Dakota 20: Navigation zu einem Cache mit dem Kompass

Dakota 20: Kompass im Geocaching-Modus

Ansonsten ist der Geocaching-Workflow beim Dakota 20 gut gelungen. Die Funktionen sind schnell durchschaut und alle Aktionen wie das Anlegen und Projizieren von Wegpunkten oder Eingeben von Koordinaten in Fleisch und Blut übergegangen. Das übersichtliche Menü und die großen Icons erleichtern das Handling ungemein.

Das Dakota 20 bringt noch zwei weitere, für’s Geocaching sinnvolle Features mit. Zum einen den Taschenrechner zum Berechnen von Koordinaten etc, zum anderen die Autonavigation. Vorausgesetzt, das richtige Kartenmaterial ist installiert (Garmin City Navigator NT), führt das Dakota in die Nähe des Geocaches, allerdings ohne Sprachansagen.

Der drahtlose Datenaustausch sei ebenfalls noch erwähnt. Damit besteht die Möglichkeit, einzelne Caches auf andere Garmin-Geräte zu übertragen (Oregon, Colorado).

Wie logge ich mit dem Dakota 20 meinen Fund bei Geocaching.com?

Nach dem Fund will der erfolgreiche Geocacher natürlich das Ereignis notieren. Das Menü »Geocache Status« bietet »gefunden, nicht gefunden, Reparatur erforderlich, unversucht« zur Auswahl. Im nächsten Schritt wird mit »Kommentar hinzufügen« der Fund beschrieben. Auch hier gilt: Die Einträge lassen sich nur bei aktiver Navigation zum Cache vornehmen, und nicht, wenn ein separater Wegpunkt zum Navigieren verwendet wird (wie es bei Multis oft der Fall ist).

Die Einträge speichert das Dakota im internen Speicher in einer »Field Notes« Datei (Dateiname: geocache_visits.txt) ab, Beispiel für einen Eintrag: GC1Y2K1,2010-03-19T12:46Z,Found it,"Einfacher Hin und Mit".

Anschließend werden die Field Notes via PC zu Geocaching.com hochgeladen und im Benutzerprofil hinterlegt (Die Uploadseite ist etwas schwierig zu finden, deshalb hier der Link: http://www.geocaching.com/my/uploadfieldnotes.aspx).

Fazit

Das Garmin Dakota 20 erweist sich als ein zuverlässiger Begleiter bei allen Geocaching-Abenteuern. Klein, leicht, handlich, eine einsteigerfreundliche Bedienung und alle grundlegenden Navigationsfunktionen zeichnen den Dakota 20 aus. Geocacher dürfen sich zudem über »Paperless Geocaching«, die Speicherkapazität (bis zu 2.000 Geocaches), den unkomplizierten Datenaustausch mit Geocaching.com und das Führen von Field Notes freuen. Das Display erweist sich als die größte Schwäche. Selbst bei voll aufgedrehter Hintergrundbeleuchtung ist es beim Cachen im düsteren Wald schon arg dunkel.

Der Navizwerg Dakota 20 wurde im Rahmen des Tests auf zahlreichen Geocaching-Touren eingesetzt, sei es bei einem schnellen »Hin und Mit« oder einem komplexen Multicache. Das Gerät konnte voll und ganz überzeugen – wenn ein Cache mal nicht gefunden wurde, dann lag es garantiert nicht am Dakota!

Wer zum Geocachen ein günstiges Garmin-Navi mit Touchscreen sucht, kommt an dem Dakota 20 nicht vorbei. Zu einem Straßenpreis von rund € 240.- stellt es nicht nur für Geocacher mit einem schmalen Geldbeutel eine interessante und gute Alternative zu der Garmin Oregon-Serie dar, die bei ca. € 340.- beginnt (Oregon 450). Der kleine Bruder Dakota 10 kostet zwar € 20.- weniger, allerdings muss man auf Kompass, Höhenmesser, wechselbare Speicherkarte und drahtlosen Datenaustausch verzichten.

Empfohlener Online-Shop:

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Garmin Dakota 20 – GPS-Geräte im Geocaching-Test (1) was last modified: Juli 23rd, 2015 by Joachim Bardua

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