Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr im Wintereinsatz (Bild: Navigation-Professionell.de)

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr im Einsatz (Bild: Navigation-Professionell.de)(zum Vergrößern anklicken)

Mit der fenix führt Garmin ein neues GPS-Gerät für Outdoorer ein. Dahinter verbirgt sich allerdings kein klassisches Outdoor-Navi à la eTrex, Oregon oder GPSmap, sondern eine GPS-Uhr!

Die fenix wird von Garmin als GPS-Uhr für Bergsteiger, Wanderer, Radfahrer, Jäger, Backpacker beworben. Für Geocacher, Trailrunner, Ultramarathonläufer, Skibergsteiger und die Ultraleichtfraktion unter den Outdoorern ist die fenix aber genauso interessant.

Um den unterschiedlichen Zielgruppen gerecht zu werden, hat Garmin viele, von seinen Outdoor-Navis bekannte Funktionen in ein 83 Gramm leichtes Gehäuse gepackt. Dazu kommen noch ein paar Anleihen von den Forerunner-Laufsportuhren und moderne Technik wie 3D-Kompass, Barometer, ANT+ und Low-Energy-Bluetooth.

Navigation-Professionell.de war mit der fenix beim Wandern, Bergsteigen und Geocaching unterwegs. Was sie kann – und wo ihre Grenzen sind – verrät der folgende Testbericht!

Inhalt:

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr beim Geocaching

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr beim Geocaching

Garmin fenix: Technik

Gehäuse

Hightech-Optik pur – lautet der erste Eindruck von der fenix. Das technische Äußere kommt bei der Mehrheit der befragten Outdoorern sehr gut an. Am Handgelenk wirkt die fenix mit Abmessungen von 4,9 x 4,9 x 1,7 cm nicht gerade unauffällig, mit 1,7 cm baut sie zudem recht hoch. Beim Wechseln eng anliegender Outdoor-Kleidung kann es schon einmal knapp werden – manches Bündchen ist einfach zu eng für die fenix.

Die Bedienung erfolgt mit fünf Funktionstasten, einer orangefarbenen und vier silbernen. Die Tasten geben Anlaß zur Kritik. Bei einer Uhr in dieser Preisklasse – die unverbindliche Preisempfehlung beträgt immerhin € 399,00 – kommt der Wunsch nach mehr Qualität auf. Die Tasten machen keinen der fenix angemessenen, wertigen Eindruck; zumindest ein satter Druckpunkt wäre wünschenswert.

Update 11.02.2013: Nach drei Monaten Dauereinsatz zeigt sich keine Verschlechterung beim Druckverhalten der Tasten. Allerdings kommt es hin und wieder vor, dass die eine oder andere Taste – z.B. durch Kontakt mit der Outdoor-Jacke oder dem Winterhandschuh – unabsichtlich betätigt wird. Mit der Folge, dass beispielsweise der GPS-Empfang deaktiviert wird.

Insgesamt gesehen macht die fenix aber einen sehr robusten und hochwertigen Eindruck. Beim Glas handelt es sich um ein kratzgeschütztes, mineralisches Glas. Sie ist bis 50 m wasserbeständig, Garmin empfiehlt aber, unter Wasser auf das Drücken der Tasten zu verzichten. Außerdem sollte das Dichtungssystem keinem starken Druck ausgesetzt werden, z.B. durch Wellen beim Paddeln oder Raften.

Als Uhr für Bergsteiger muß sie mit Handschuhen bedienbar sein. Bei Touren unter winterlichen Bedingungen zeigt sich, dass die fenix dieser Herausforderung gewachsen ist. Mit dünnen Fleecehandschuhen läßt sie sich problemlos bedienen, mit dickeren Winterhandschuhen ist die Bedienung auch noch gut gewährleistet.

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr: Die Bedienung erfolgt mit fünf Tasten

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr: Die Bedienung erfolgt mit fünf Tasten

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr: Drei seitliche Tasten, goldene Kontakte für die Ladeklemme

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr: Drei seitliche Tasten, goldene Kontakte für die Ladeklemme

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr: Ladeklemme zum Aufladen des Akkus und Datenaustausch mit einem PC

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr: Ladeklemme zum Aufladen des Akkus und Datenaustausch mit einem PC

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr: Die Ladeklemme wird sicher und stabil an der fenix befestigt

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr: Die Ladeklemme wird sicher und stabil an der fenix befestigt

Akku

Die fenix verfügt über einen integrierten, vom Nutzer nicht auswechselbaren Lithium-Akku mit einer Kapazität von 500 mAh. Garmin gibt folgende Laufzeiten an: 16 bis 50 Stunden im GPS-Modus, 3 Wochen im Sensormodus (vermutlich bei dauerhaft aktivierten, internen Sensoren) und 6 Wochen als Uhr. Die 16 Stunden beziehen sich laut Handbuch auf den “normalen GPS-Modus“, die 50 Stunden auf den “UltraTrac-GPS-Modus“, bei dem die GPS-Position nicht laufend, sondern nur einmal pro Minute aktualisiert wird.

Im Test sind wir auf folgende Zeiten gekommen:

  • 15,5 Stunden (Aktive Navigation, kontinuierliche Trackaufzeichnung alle 5 s, Beleuchtung permanent 0%, Kompass/Höhenmesser mit Einstellung “immer an“)
  • 15 Stunden (Aktive Navigation, kontinuierliche Trackaufzeichnung alle 5 s, Beleuchtung permanent 0%, Kompass/Höhenmesser mit Einstellung “immer an“, aktivierter Herzfrequenzsensor)
  • 52 Stunden (GPS im UltraTrac-Modus, Trackaufzeichnung, Beleuchtung permanent 0%, Sensoren deaktiviert)
  • 27 Stunden (Indoor-Modus, kontinuierliche Herzfrequenzmessung, Beleuchtung permanent 0%)

Die von Garmin angegebenen Werte sind also sehr realistisch. Die angegebenen Zeiten können aber nur als Anhaltswerte dienen, da es viele, die Akkulaufzeit beeinflussende Faktoren gibt: Displaybeleuchtung, aktive Navigation, Trackaufzeichnung mit unterschiedlichen Parametern, Verwenden von internen Sensoren (Kompass/Höhenmesser) oder externen Sensoren (Herz-/Trittfrequenz, Temperatur), Datenaustausch mit anderen Garmin GPS-Geräten per ANT+, Smartphone-Anbindung mit Bluetooth.

Zum Aufladen des Akkus dient eine Ladeklemme, die via USB-Stecker mit dem mitgelieferten Netzteil oder einer USB-Buchse an PC oder Laptop verbunden wird. Die Ladeklemme läßt sich – im Gegensatz zu mancher Ladeklemme bei den Garmin Forerunner Modellen – sicher und stabil an der fenix befestigen. Eine komplette Aufladung des Akkus mit dem mitgelieferten Netzteil benötigt rund 02:15 hh:mm. Wer länger auf Tour ist, kann die fenix mit einem Powerakku bzw. Solarladegerät fit machen.

Beim Anschliessen an einen PC verhält sich die fenix je nach Konfiguration (Einstellungen > System > USB-Modus):

  • Garmin: Beim Anschliessen taucht zunächst die Frage “Massenspeichermodus aktivieren” am Display auf. Bei “nein” wird der Akku aufgeladen, die Uhr bleibt dabei bedienbar. In diesem Modus kann die fenix NMEA-Daten an einen Empfänger senden (Tools für einen Windows-PC: Fransons GpsGate, VisualGPS).

    Garmin fenix: Energieversorgung im Winter

    Garmin fenix: Energieversorgung im Winter (zum Vergrößern anklicken)

  • Massenspeicher: Die Uhr geht sofort in den Massenspeichermodus über, mittels Windows-Explorer besteht Zugriff auf den internen Speicher bzw. die einzelnen Ordner.

Update 24.02.13 Die Garmin fenix auf Tour mit Energie versorgen (Abbildung rechts)

Bei mehrtägigen oder sehr langen Touren kommt der Akku an seine Grenzen – insbesonders bei großer Kälte. Die Akkulaufzeit läßt sich aber durch einen externen Powerakku deutlich verlängern. Dazu braucht man nur einen entsprechenden Akku in die (warme) Jackentasche stecken, das fenix Ladekabel durch den Ärmel ziehen und beide miteinander verbinden. Die Vorgehensweise mag aufwendig und unbequem erscheinen, funktioniert in der Praxis aber besser als erwartet.

GPS

Garmin fenix Satellitenseite

Garmin fenix Satellitenseite

Die fenix bestimmt die Position mit Hilfe des amerikanischen Global Positioning System (GPS). Die GPS-Antenne ist in das Gehäuse und nicht in das Armband integriert. Bei Bedarf läßt sich WAAS/EGNOS aktivieren, was in der Outdoor-Praxis in der Regel aber keine erkennbare Verbesserung der Genauigkeit zur Folge hat.

Ergänzung 12.11.2012: Garmin macht keine Angaben zum verbauten GPS-Chipsatz. Allerdings gibt es einen Hinweis. Der Garmin WebUpdater bietet im Rahmen des Software-Updates auf Version 2.90 auch ein Update für den GPS-Empfänger an, die Version lautet “GPS Chipset Type M4”. Daraus läßt sich schließen, dass es sich vermutlich um einen Chip von Mediatek handelt.

Wer Outdoor-GPS-Geräte von Garmin kennt, lernt die extrem kurzen Zeiten bis zur ersten Positionsbestimmung schätzen (TTFF: Time To First Fix). Die fenix kann in dieser Disziplin mit den Handgeräten nicht ganz mithalten. Zur Positionsbestimmung braucht sie in der Regel länger, teilweise liegt die TTFF im Minutenbereich. Dies dürfte einerseits einem Miniatur-Antennen-Design geschuldet sein, andererseits ist zu vermuten, dass Garmin bei der fenix auf die Hotfix-Technologie der Handgeräte verzichtet.

Besonders wichtig ist die Genauigkeit der Uhr. Im Rahmen unseres laufenden Tests aufgezeichnete Tracks zeigen, dass die Garmin fenix mit GPS-Geräten wie dem Garmin GPSmap 62st und dem Garmin eTrex 30 mithalten kann.

Beispiel für eine Trackaufzeichnung (Garmin fenix: blau; Garmin GPSmap 62st: rot; Garmin eTrex 30: grün (GPS + GLONASS aktiviert)): Tracks als kml-Datei herunterladen und z.B. in Google Earth betrachten!

Im UltraTrac-Modus wird die Position nur jede Minute aktualisiert. Der Vorteil einer längeren Akkulaufzeit wird mit dem Nachteil erkauft, dass Trackaufzeichnungen die Streckenverläufe weniger akkurat wiedergeben. Die Handhabung des UltraTrac-Modus hat Garmin erleichtert: Aktiviert der Anwender den UltraTrac-Modus, dann geht die fenix automatisch in die Trackaufzeichnungsmethode “UltraTrac” über. Wird zwischenzeitlich die Navigation zu einem Ziel aktiviert, erfolgt wieder ein automatischer Wechsel in den voreingestellten Modus, z.B. “Aufzeichnung alle 10 Meter

Schnittstellen

Neben dem bereits beschriebenen USB-Anschluß bietet die fenix folgende Schnittstellen zur Kommunikation mit der Außenwelt:

  • ANT+: Zum drahtlosen Datenaustausch mit externen Sensoren (Herzfrequenzsensor, Garmin GSC 10 Geschwindigkeits/Trittfrequenzsensor, tempe Temperatursensor, Foot Pod). Außerdem wird per ANT+ mit dem Chirp Geocaching-Sender kommuniziert und es lassen sich Wegpunkte/Route/Tracks/Geocaches mit anderen Garmin GPS-Geräten austauschen. Hinweis: Die fenix wertet nur die Trittfrequenz- und nicht die Geschwindigkeitsdaten des GSC 10 Sensors aus, sie eignet sich also nur bedingt für Indoor-Trainings auf dem Fahrrad.
  • Bluetooth Smart (Low Energy Bluetooth): Dahinter verbirgt sich eine spezielle, weniger Strom verbrauchende Bluetooth-Verbindung, beispielsweise zum Verbinden mit Herzfrequenzsensoren. Bei der fenix dient die Bluetooth-Schnittstelle derzeit ausschließlich zur Kommunikation mit Apple Smartphones (ab iPhone 4S) bzw. Tablets (ab iPad 3rd Generation), dazu muß die App “Garmin BaseCamp Mobile” installiert sein. Für Android gibt es noch keine entsprechende App.

Interne Sensoren

Die fenix verfügt über drei integrierte Sensoren und wird deshalb auch als ABC-Uhr bezeichnet (Altimeter, Barometer, Compass). Die Sensoren lassen sich dauerhaft aktivieren oder zum Energiesparen nur bei Bedarf einschalten (Einstellungen > Sensoren > Modus > bei Bedarf/immer ein)

Barometrischer Höhenmesser: Der Höhenmesser der fenix ist selbstkalibrierend, alternativ wird er durch ein manuelles Eingeben der Meereshöhe justiert. In der Praxis zeigt es sich immer wieder, dass eine Kombination beider Methoden sinnvoll und komfortabel ist: Den Höhenmesser zu Beginn einer Tour manuell kalibrieren und während der Tour auf die Automatik vertrauen. Auf diese Weise werden sehr akkurate Ergebnisse erzielt, z.B. beim Messen der An-/Abstiegshöhenmeter (Beispiele in den Kommentaren unterhalb des Artikels).

Analog zu den GPS-Handgeräten stehen zwei Modi zur Verfügung. Verwendung als Barometer zum Aufzeichnen und Visualisieren von Luftdruckänderungen (Einstellung: Baro.Profil > Fest) oder von Höhenänderungen, z.B. für die zurückgelegten Höhenmeter einer Tour (Einstellung: Baro.Profil > Variabel).

Kompass: Beim integrierten Kompass handelt es sich um einen selbstkalibrierenden 3-Achsen-Kompass. Sein Vorteil gegenüber einem 2-Achsen-Kompass: Die Himmelsrichtungen werden auch bei horizontaler Ausrichtung der fenix korrekt angezeigt.

Temperatursensor: Der integrierte Temperatursensor hat den Nachteil, dass die Messwerte beim Tragen der Uhr durch die Körpertemperatur verfälscht werden. Wer also Wert auf korrekte Angaben legt, sollte den externen Tempertursensor “tempe” auf die Wunschliste setzen. Dieser läßt sich beliebig platzieren und liefert unverfälschte Daten. Kostenpunkt: rund € 30.- (Straßenpreis)

Tipp: Die fenix hat an der rechten Seite zwei kleine Öffnungen zum Bestimmen des Luftdrucks. Sie sollten nie durch Schmutz zugesetzt sein.

Speicher, zusätzliche Karten

Topografische OpenStreetMap-Karte auf der Garmin fenix

OpenStreetMap-Karte auf der Garmin fenix, überlagert von dem Wegpunkt “Zugspitze

Die Garmin fenix verfügt laut Windows-Explorer über eine Speicherkapazität von 25 MB, davon sind noch 22 MB verfügbar. Da die vorinstallierte Basiskarte nur einen geringen Gebrauchswert hat, kann sie durchaus gelöscht werden, um den Speicherplatz etwas zu erweitern (Datei “gmapbmap.img” im Ordner “Garmin“, Datei aber vorher sichern!).

Laut Garmin lassen sich auf der fenix keine topografischen Karten installieren. Mit etwas Trickserei ist dies aber problemlos möglich. Mit der Software “Garmin MapInstall” lassen sich kleine Ausschnitte von OpenStreetMap-Karten auf die fenix kopieren. Dazu muß die mit MapInstall übertragene Image-Datei umbenannt werden, z.B. von “Freizeitkarte_Deutschland.img” in “gmapbmap.img“. Entgegen der ursprünglichen Erwartung hat sich die OSM-Karte als sehr hilfreich erwiesen – trotz des kleinen Graustufendisplays. Allerdings wird dem Komfort einiges an Speicherplatz geopfert.

Update 11.02.2013: Mittlerweile gibt es spezielle topografische Karten für die fenix.

Garmin gibt folgende Speicherkapazität für GPS-Daten an:

  • 1.000 Wegpunke
  • 50 Routen (die Anzahl an Wegpunkten pro Route ist nicht spezifiziert)
  • 100 gespeicherte Tracks, 10.000 Punkte/Track

Die fenix versteht sich aber nicht nur mit Tracks, Routen und Wegpunkten, sondern auch mit Geocaches und POIs. POIs stehen nach dem Import in dem Menü GPS-Extras > POIs > Extras zur Verfügung. Eine umfangreiche Sammlung kostenloser POIs gibt es beispielsweise auf der Webseite von Garmin in Form von gpi-Dateien. Um sie auf der fenix verwenden zu können, muß nur ein zusätzlicher Ordner Garmin\POI angelegt und die gpi-Dateien dorthin kopiert werden. GPX-Dateien mit Geocaches gehören in den Ordner Garmin\GPX. Garmin macht keine Angaben zur Speicherkapazität für Geocaches und POIs.

Garmin fenix: Funktionen

Bedienung, Menü, Profile

Aller Anfang ist schwer! Schließlich wollen viele Funktionen mit fünf Tasten bedient werden. Im Vorteil ist, wer schon ein Outdoor-GPS-Gerät von Garmin besitzt und mit den wichtigsten Funktionen vertraut ist. Die Menüstruktur der fenix ist vergleichsweise kompliziert, am Anfang verläuft man sich schon einmal in den Tiefen der vielen Untermenüs. Wie die eigenen Erfahrungen zeigen, sind Fehlbedienungen zu Beginn nicht auszuschliessen.

Wie alle anderen Garmin Outdoor-GPS-Geräte, bietet auch die fenix unterschiedliche, von Garmin vordefinierte Profile (Bergsteigen, Wandern, Laufen, Fahrrad, Geocaching, Angeln, Segeln, Luftfahrt). Diese Profile lassen sich verwenden wie sie sind oder an die eigenen Zwecke anpassen (Tipp: Die Original-Profile vorher auf Festplatte sichern, sie befinden sich im Ordner Profiles). Eine Alternative ist das Anlegen von zusätzlichen, individuellen Profilen. Für jedes Profil kann z.B. die Anzahl an Datenseiten, die Inhalte der einzelnen Datenfelder oder die Tastenbelegung der Uhr geändert werden. Sinnvoll ist es, mit Hilfe der Profile den Energieverbrauch zu optimieren, beispielsweise bei einem Profil fürs Wandern die Suche nach ANT+ Sensoren auszuschalten.

Alltagsuhr

Garmin fenix: Zeitanzeige, Datum, Akkusymbol, Sonnenuntergang

Garmin fenix: Zeitanzeige, Datum, Akkusymbol, Sonnenuntergang

Auch für den Einsatz als Alltagsuhr bietet die fenix so einiges. Zunächst empfiehlt es sich, ein eigenes Profil z.B. mit der Bezeichnung “Alltag” anzulegen. Mit wenigen Klicks wird dann von einem Freizeitspaß-Profil zum täglichen Einerlei gewechselt.

Neben dem Deaktivieren aller potentiellen Energieverbraucher hat es sich bei diesem Profil als praktisch erwiesen, die Funktion “Taschenlampe” auf die “nach oben” Taste zu legen; die morgendliche Suche nach dem Schlüsselloch am Auto wird damit erleichert. Die Zeitseite ist ebenfalls konfigurierbar, es lassen sich wahlweise Sekunden einblenden oder Angaben zu Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeiten. Weltenbummler können noch eine Seite für eine zweite Zeitzone hinzufügen. Weitere praktische Funktionen sind Wecker, Timer und Stoppuhr.

Geocaching

Bei der fenix hat Garmin erstmals eine komplette paperless Geocaching-Funktionalität in einer GPS-Uhr verwirklicht. Der Funktionsumfang entspricht nahezu dem der aktuellen Garmin Outdoor-GPS-Handgeräte. Der Geocacher kann Beschreibungen, Hints und Logs lesen, bei Multicaches die Koordinaten für den nächsten Abschnitt eingeben und zu guter Letzt die Geocaches loggen. Einen Bildbetrachter gibts natürlich nicht, ebenso stehen keine komplexen Filterfunktionen zur Verfügung. Beim Aufrufen von Beschreibungen oder Logs kommt der Prozessor an seine Grenzen, eine gewisse Wartezeit ist hinzunehmen.

Die fenix kann nicht nur GPX-Dateien mit einzelnen Geocaches verarbeiten, sondern auch Pocket Queries. Als Quelle dienen die Geocaching-Portale geocaching.com, opencaching.de und opencaching.com. Aber nicht wundern, in der Geocache-Liste werden immer nur 17 Geocaches aus der näheren Umgebung angezeigt.

Outdoor-Navigation

Outdoor-Navigation ist die große Stärke der Garmin fenix. Dazu bietet sie alle grundlegenden Funktionen, lediglich auf ein automatisches Routing muß verzichtet werden.

Folgende Funktionen stehen Outdoorern zur Verfügung:

  • Navigieren mit Wegpunkten, Routen, Tracks und POIs (Points of Interest)
  • Tracback (Navigieren zum Startpunkt eines Tracks)
  • Peilen&Los
  • Eingeben von Zielkoordinaten
  • Anlegen, Mitteln und Projizieren von Wegpunkten
  • Auswählen eines Punkts auf der Karte, Navigieren zu diesem Punkt
  • Sonne & Mond, Jagd & Angel Kalender
  • Flächenberechnung
  • MOB (Man over Board)
  • Unterschiedliche Alarmtöne für (jeweils Ton, Vibration oder beides)
    • Annäherung an Wegpunkte und Geocaches
    • Distanz (Intervall, Ziel:Distanz, Kursabweichung)
    • Zeit (Intervall, bis Sonnenuntergang, Ziel:Ankunft)
    • Höhe (Minimum, Maximum, Anstieg, Abstieg)
    • Navigations-Ankunft (Punkte, Tracks, Routen)
    • Tempo (Minimum, Maximum)
    • Herzfrequenz (Minimum, Maximum, Bereichsänderung)
    • Trittfrequenz (Minimum, Maximum)
    • Akku (Warnung erfolgt bei individuellem Schwellwert, z.B. bei 10% Ladung)
  • Einstellen von unterschiedlichen Trackaufzeichnungsmethoden und Positionsformaten
  • Autopause und Autosave Funktionen für die Trackaufzeichnung
  • Darstellung von zahlreichen Datentypen (gegliedert in die Kategorien Alle/Zeit/Geschwindigkeit&Distanz/Navigation/Reisedaten/Höhe/Luftfahrt/Status/Heading/Fitness)

Interessant ist, welche Möglichkeiten die fenix zum Starten der Trackaufzeichnung bietet. Dabei nimmt die Taste unten links eine Schlüsselposition ein. Durch ein längeres Drücken dieser Taste wird im ersten Schritt mit “Start GPS” der GPS-Empfänger aktiviert. Ist die Position bekannt, wird durch ein erneutes Drücken und Aktivierung der Funktion “Start Tracking” die Trackaufzeichnung gestartet. Wenn die Aufzeichnung läuft, stehen in diesem Menü folgende Funktionen zur Auswahl: “Track Pause” (alternativ “Track fortsetzen”), “Track speichern”, “Track löschen “und “Stop GPS”. Die wichtigsten Trackfunktionen lassen sich also über ein zentrales Menü schnell aufrufen!

Es gibt aber noch eine Alternative, sie lauten “Auto Start” und “Auto Save” (im Setup für Tracks zu finden). Bei aktiviertem “Auto Start” beginnt die Aufzeichnung automatisch nach dem Aktivieren des GPS-Empfängers. Diese Automatik ist sehr praktisch, da somit das Starten der Aufzeichnung nicht mehr vergessen wird – jedem Outdoorer ist dies sicherlich schon einmal passiert! “Auto Save” setzt hinsichtlich Komfort noch eins obendrauf. Auch das Speichern eines Tracks am Ende der Tour gerät jetzt nicht mehr in Vergessenheit. Bei aktiviertem “Auto Save” speichert die fenix automatisch den aktuellen Track, sobald der GPS-Empfänger deaktiviert wird. Die Kombination von “Auto Start” und “Auto Save” hat aber auch einen Nachteil. Will der Outdoorer beispielsweise nur einmal die Position bestimmen und aktiviert bzw. deaktiviert GPS, dann hat er gleich eine überflüssige Trackdatei im Speicher (etwas umständliche Alternative: erst den Track löschen und dann GPS ausschalten). Die beiden Funktionen sollten deshalb nur in Kombination mit unterschiedlichen Profilen eingesetzt werden, z.B. zum Wandern “Auto Start” und “Auto Save” ein-, zum Geocaching ausschalten.

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr beim Geocaching

Garmin fenix Outdoor-GPS-Uhr beim Geocaching (Bild: Navigation-Professionell.de)(zum Vergrößern anklicken)

Training, Laufsport, Fahrrad

Die Garmin fenix wurde bei diesem Test primär unter dem Gesichtspunkt “Outdoor” betrachtet. Deshalb folgen an dieser Stelle nur ein paar Eindrücke, die während des Tests gewonnen wurden.

Ein anfänglicher Kritikpunkt an der fenix war, dass kein Foot Pod bzw. ANT+ fähiger Leistungsmesser angeschlossen werden kann. Garmin hat inzwischen darauf reagiert, mit der neuen Software-Version 2.90 können die Daten von einem Foot Pod ausgewertet werden. Die fenix läßt sich jetzt also für Indoor-Aktivitäten einsetzen. (weitere Infos: Getting FIT with fenix)

Die fenix bietet insgesamt nur wenig Trainingsfunktionen, allerdings ist nicht auszuschliessen, dass im Rahmen weiterer Software-Updates der Funktionsumfang erweitert wird. Es lassen sich Benutzerdaten hinterlegen (Alter, Gewicht, Größe, Geschlecht, Aktivsportler ja/nein), Herzfrequenzzonen definieren, diverse Alarme einstellen (z.B. zur Überwachung der Herzfrequenz), die Funktion “Auto Runde” aktivieren und unterschiedliche Daten numerisch oder in Form von Diagrammen darstellen (alleine in der Datenkategorie “Fitness” stehen 38 Datentypen zur Auswahl) – mit dem Funktionsumfang eines Garmin Forerunner oder Garmin Edge kann die fenix derzeit aber bei weitem nicht mithalten.

Garmin fenix: Software

Der volle Funktionsumfang der fenix läßt sich erst im Zusammenspiel mit PC-Programmen nutzen. Die wichtigsten im Überblick:

  • Garmin BaseCamp (Windows/Mac): Die kostenlose Software von Garmin für alle Outdoorer, zum Planen und Verwalten von Touren bzw. Austauschen von Daten mit der fenix (Wegpunkte/Tracks/Routen). BaseCamp liest ausschlieslich gpx-Dateien, dies ist beim Konfigurieren der Uhr zu berücksichtigen (Einstellungen > Tracks > Ausgabe > gpx, fit, gpx/fit). Die gpx-Dateien enthalten neben den GPS-Daten noch Informationen zur Temperatur und Herzfrequenz, weitere trainingsrelevante Daten enthalten nur die fit-Dateien (Auswertung in Garmin Connect, siehe unten). Um BaseCamp optimal nutzen zu können, sind topografische Karten sinnvoll. Nutzer, die keine Garmin Karten haben, können kostenlose OpenStreetMap-Karten installieren (siehe OSM-Karten für Garmin GPS-Geräte).
  • Garmin WebUpdater (Windows/Mac): Ein kostenloses Tool um die Firmware der fenix auf den neuesten Stand zu bringen.
  • Garmin MapInstall (Windows/Mac): Zum Installieren von Kartenausschnitten auf der fenix.
  • Garmin Connect: Dahinter versteckt sich kein Software-Produkt, sondern eine Online-Community zum Analysieren von Trainingsdaten, Erstellen von Fitnesszielen, Planen von Trainings und noch vieles mehr. Voraussetzung ist ein Account bei Garmin, außerdem muß zum Datenaustausch mit der fenix das Garmin Communicator-Plug-In (Windows/Mac) auf dem PC installiert sein. Garmin Connect kann die fit-Dateien der fenix lesen und verarbeiten. Aufgrund der limitierten Trainingsfunktionen der fenix können nicht alle Möglichkeiten von Garmin Connect verwendet werden, z.B. lassen sich keine Trainings auf die fenix übertragen; ein Erstellen von Strecken ist dagegen möglich, sie tauchen auf der fenix im Track-Menü auf. Der Nachteil von Garmin Connect ist, dass es sich um eine Online-Plattform handelt. Wer also keinen Internet-Zugang hat oder seine Daten nicht in die Garmin Cloud hochladen möchte, hat das Nachsehen. Das Programm Garmin Training Center, mit dem sich Trainingsdaten auf dem PC analysieren lassen, erkennt zwar die fenix, kann die Daten aber nicht lesen. Daran wird sich vermutlich nichts ändern, da die Software von Garmin nicht mehr weiterentwickelt wird. Update 18.11.12: Die Aktivitäten lassen sich aus Garmin Connect als gpx-/tcx-/kml-Dateien exportieren, ein Import der tcx-Dateien in das Training Center ist möglich.
  • GPSBabel (Windows/Mac/Linux): Kostenloses Tool zum Konvertieren unterschiedlicher Dateiformate, kann ab Version 1.4.4 die Garmin fit-Dateien verarbeiten und in beliebige Dateformate umwandeln. In das tcx-Format umgewandelte fit-Dateien lassen sich aber nicht in das Garmin Training Center importieren.
  • SportTracks (Windows): Analyse-Tool, läßt sich anstelle des Training Centers verwenden. Kann die fit-Dateien der fenix importieren und die Daten auf Online-Karten darstellen. Eine kostenlose Testversion ist erhältlich, die Vollversion kostet $35.00 USD.

Garmin fenix: Sonstiges

Lieferumfang:

  • Garmin fenix
  • USB-Kabel mit Ladeklemme
  • Netzteil mit Adaptersteckern
  • Schnellstartanleitung (Handbuch per Download erhältlich)

Getestete Software: 2.80 (seit dem 02.11.12 ist Version 2.90 verfügbar)
Setup-Guide: Garmin fenix optimal konfigurieren

Garmin fenix: Fazit

Der vierwöchige Test zeigt: Die Garmin fenix bietet viel! Sie eignet sich vor allem für Outdoorer, die ein leichtes “Immer-Dabei-GPS-Gerät” fürs Handgelenk suchen, sei es zum Wandern, Geocaching, Bergsteigen oder für Skitouren. Der Funktionsumfang ist überzeugend, schließlich sind nahezu alle Funktionen der Garmin GPS-Handgeräte vorhanden. Dazu kommen eine gute Akkulaufzeit, integrierte Sensoren, ANT+ und – als Novum für eine GPS-Uhr – Bluetooth zum Verbinden mit einer Smartphone-App.

Die Sportfraktion unter den Outdoorern dürfte hingegen von der fenix enttäuscht sein, da sie nur bedingt Trainingsfunktionen bietet. Trail Runner, Mountainbiker oder Teilnehmer an Skitourenrennen, denen eine Kontrolle der Herzfrequenz oder Anzeige von Daten wie Pace oder Trittfrequenz vollkommen ausreicht, finden in der fenix dagegen eine interessante Alternative zu den Forerunner-Sportuhren bzw. GPS-Handgeräten von Garmin.

Update 08/2014: Durch zahlreiche Software-Updates hat Garmin den Funktionsumfang der fenix mittlerweile kräftig erweitert (z.B. Trainingsfunktionen, Smartphone-Konnektivität).

Update 12.02.2013: Fazit nach mehr als drei Monaten Dauereinsatz

Mittlerweile gehört die fenix zum Standardequipment bei jeder Outdoortour. Gründe gibt es dafür genug. Vorteile wie das minmales Gewicht, der “Immer-Dabei-Charakter” und die Optik mit Outdoorfeeling sorgen dafür, dass sich die fenix einen festen Platz in der Ausrüstungsliste erobert hat. Der professionelle Funktionsumfang ist ein weiteres Argument. Bei winterlichen Aktivitäten wie Skibergsteigen und Schneeschuhwandern läßt sich der Puls kontrollieren, die Tour für das elektronische Tagebuch aufzeichnen, schnell mal ein Wegpunkt abspeichern, die Höhenmeter präzise ablesen und der Luftdruck kontrollieren. Dazu bietet die fenix noch ein gewisses Maß an Sicherheit. Nach einer Abfahrt über einer Bergflanke läßt sich die Skiaufstiegsspur jederzeit wiederfinden, mit Trackback kann man sich bei Nebel zurück zum Ausgangspunkt lotsen lassen. Aber auch bei Aktivitäten wie Fotografieren bietet sie Vorteile, beispielsweise das Aufzeichnen eines Tracks zum Geotaggen von Fotos oder zum Beantworten der Frage “Wann ist Sonnenuntergang?”.

Zwar dauert es einige Zeit bis die Bedienung verinnerlicht ist, die Uhr konfiguriert ist und alle wichtigen Funktionen durchgespielt sind, aber anschließend hat man ein GPS-Gerät fürs Handgelenk, auf dass man so schnell nicht mehr verzichten möchte!

Empfohlener Online-Shop:

Garmin fenix: Bewertung

Leser-Bewertung

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (66 GPS-Fans, ∅ Score: 79,70 %)

Mit einem Klick auf die entsprechende Anzahl an Sternen können Sie die Garmin fenix bewerten!

Pro

  • Funktionsumfang analog zu Garmin GPS-Handgeräten
  • UltraTrac-Modus
  • Gute Akkulaufzeiten
  • Viele Konfigurationsmöglichkeiten
  • Profile ermögliche eine aktivitätsspezifische Konfiguration
  • ABC-Uhr mit Höhenmesser, Barometer, Kompass
  • Autokalibrierung der Sensoren
  • ANT+ und Bluetooth 4.0
  • Anbindung an Smartphone-App BaseCamp Mobile
  • Import von POIs möglich
  • Ausgabe von NMEA-Daten
  • Foot Pod Unterstützung für Indoor-Trainings

Contra

  • Keine Leistungsmesser Unterstützung
  • Bedienung erfordert längere Einarbeitungszeit, komplexe Konfiguration
  • Wartezeit beim Aufrufen von Geocache-Logs/-Beschreibungen
  • Ungenügendes Handbuch
Outdoor-GPS-Uhr Garmin fenix im Test was last modified: März 20th, 2016 by Joachim Bardua

Pin It on Pinterest

Share This