Wer an Garmin denkt, denkt zuerst an Outdoor-GPS-Geräte. Zu unrecht, bietet der Marktführer mit den Forerunner-Modellen doch auch eine breite Auswahl an GPS-gestützten Sportcomputern. Sie eignen sich hervorragend für die Trainingssteuerung beim Laufen, Nordic Walking, Inline Skating, Langlaufen und anderen Ausdauersportarten. Vor kurzem wurde die Familie um ein weiteres Mitglied ergänzt, den Forerunner 110 HR, der vor allem Freizeitsportler ansprechen soll. Ob ihm das gelingt? Navigation-Professionell.de hat´s ausprobiert.

Überraschung schon beim Auspacken: Der Forerunner 110 HR ist kaum größer als eine Multifunktionsuhr und längst nicht so »klobig« wie andere Sportcomputer auf GPS-Basis. Was sich auch im Gewicht niederschlägt: Gerade mal 54 Gramm bringt Garmin´s neuester Fitnesspartner auf die Waage.

In punkto Funktionsumfang beschränkt sich der Forerunner 110 HR auf das Wesentliche. Er gibt Auskunft über Laufzeit, zurückgelegte Strecke, Geschwindigkeit oder Pace (Zeit pro Kilometer), Herzfrequenz und verbrauchte Kalorien. Mehr braucht man als Freizeitsportler in der Regel auch nicht.

Forerunner 110 – Empfang

Klein aber oho: In punkto Empfang gibt sich der Forerunner 110 keine Blöße. Egal ob dichter Laubwald oder Straßenschluchten, der Empfang war auf den Trainingsrunden von Navigation-Professionell.de stets einwandfrei. Kein Wunder, steckt in dem kompakten Trainingspartner doch der bewährte SiRFstarIII-Chip. Dank »HotFix«-Technologie ermittelt der Forerunner in der Regel auch die erste Positon nach dem Einschalten (mit Hilfe vorausberechneten Satellitendaten) recht flott, wenn auch nicht so schnell wie z.B. die Oregons. Trotzdem sollte man ihn beim Laufen und Biken über Shirt oder Jacke tragen, die Geschwindigkeitsangaben und die Kursaufzeichnungen fallen dann v.a. im Grenzbereich genauer aus.

Der GPS-Empfang wird übrigens automatisch aktiviert, sobald man von der »Zeitanzeige« auf die Stoppuhr-Seite blättert (siehe Abschn. Bedienung). Umgekehrt stellt sich der Empfang nach einiger Zeit wieder ab, sobald man zurück auf die Zeitseite schaltet.

Garmin Forerunner 110 – Menü & Bedienung

Ein Extralob heimst der Forerunner 110 für die genial einfache Bedienung ein. Das übersichtliche Menü erschließt sich selbst Einsteigern ohne stundenlanges Studium des Handbuchs. So öffnet sich zum Beispiel schon beim ersten Einschalten ein Menü, das bei den wichtigsten Einstellungen hilft – von den Einheiten für Distanz und Geschwindigkeit bis zum Zeitformat (12 oder 24 Stunden).

Das Menü selbst besteht i.w. aus drei Hauptseiten, durch die man mit der farblich abgesetzten »Page-Taste« blättert:

  • der »Zeitseite« mit Uhrzeit und Datum
  • der Stoppuhr-Seite und
  • der Herzfrequenzanzeige (nur bei angelegetem Brustgurt aktiv)
Zeit-SeiteStoppuhr-SeiteHerzfrequenz-Seite

Auf der Stoppuhr- und der HF-Seite werden zudem die zurückgelegte Distanz (oben) und die Pace (Zeit pro Kilometer, unten) angezeigt, was auch auf dem Gehäuse bezeichnet ist (siehe Abb.). Perfekt! Alternativ lässt sich statt der Pace auch die Geschwindigkeit einstellen.

Garmin Forerunner 110 – Trainingsfunktionen

Der Forerunner 110 HR besitzt noch eine weitere Menüseite, die man durch langes Drücken der Page-Taste aufruft. Eine Art »Hauptmenü« fasst Trainingsfunktionen und Einstellungen zusammen. Die wichtigsten im Überblick:

  • Protokoll: Hier findet man die Protokolle aller Trainingsläufe (und –fahrten) mit Datum, Uhrzeit, zurückgelegter Distanz, Laufzeit, verbrauchten Kalorien, Duchschnittspace oder –geschwindigkeit sowie – bei angelegtem Sensor – der durchschnittlichen Herzfrequenz (siehe auch Abschnitt Training).
  • Alarm: In diesem Menü kann man die Dauer einer Trainingseinheit vorgeben. Nach Ablauf der Zeit ertönt ein Alarm.
  • Auto Lap: Nützlich, wenn man eine Strecke – z.B. im Stadion – mehrmals hintereinander läuft. Man gibt dazu die Länge der Runde ein (zwischen 400 Meter und 2 Kilometer), woraufhin die Funktion automatisch die Runden- bzw. Zwischenzeit speichert, sobald man die entsprechende Distanz zurückgelegt hat.
  • Benutzer: Um ein Benutzerprofil anzulegen, gibt man Alter, Geschlecht, Gewicht, Größe sowie seine »Aktivitätsklasse« ein. Letztere hängt davon ab, wie oft und in welchem Umfang man trainiert. Bei der Einstufung hilft eine Tabelle im Handbuch. Die Daten im Benutzerprofil werden z.B. für die korrekte Berechnung des Kalorienverbrauchs benötigt (»FirstBeat Technologie«).

Weitere Menüs betreffen die Einstellungen – von der Menüsprache bis zu den Einheiten für Distanz und Pace, die Kopplung mit dem Herzfrequenzsensor und die Systeminfos zum Gerät.

Garmin Forerunner 110 – Trainingspraxis

Der Forerunner 110 HR lässt sich per ANT+ Technologie drahtlos mit einem Brustgurt koppeln. Das Gerät sucht und erkennt den Sensor automatisch, was bei allen Testläufen von Navigation-professionell.de problemlos klappte. Tipp, falls der Sensor nicht erkannt wird: Im Menü unter »Zubehör« muss »Herzfrequenzsensor« auf »ein« gestellt sein. Apropos ANT+: Beim Forerunner 110 HR lässt sich nur der Herzfrquenzgurt über die drahtlose Technologie koppeln, nicht aber andere Sensoren (z.B. zur Leistungsmessung)!

Aufgezeichnetes Trainings-Protokoll

Bevor man den Workout startet, wechselt man von der Zeit- zur Stoppuhr-Seite, wobei auch der Satellitenempfang aktiviert wird. Ein Balkendiagramm gibt Auskunft über den Stand der Satelltenerfassung. Sobald die Anzeige verschwindet, besteht Kontakt. Jetzt bleibt nur noch die Starttaste zu drücken und schon erscheinen alle Trainingswerte im Display. Unterwegs lassen sich Runden- und Zwischenzeiten durch Drücken der Lap-Taste bzw. mit der Funktion Auto Lap (siehe Abschn. Menü) speichern.

Der Forerunner 110 fungiert aber nicht nur als Datenzentrale für unterwegs. Zusätzlich wird die Trainingsstrecke mit allen Leistungsdaten als Protokoll aufgezeichnet (im Format *.fit). Doch Vorsicht: Strecke und Daten werden erst (als Protokoll) gespeichert, wenn man die Reset-Taste drückt (d.h. die Stoppuhr auf Null stellt). Einmal gespeichert, kann man alle Protokolle im »Hauptmenü« aufrufen und die jeweiligen Trainingsdaten einsehen (siehe Abschn. Menü & Bedienung).

Forerunner 110 HR – Trainingsanalyse am Computer

Forerunner 110 HR: PC- und Ladekabel

Mit der Gratis-Software Trainingcenter und dem Online-Portal Garmin Connect (www.garminconnect.com) stehen zwei leistungsfähige Werkzeuge für die Analyse der vom Forerunner 110 HR aufgezeichneten Daten und Strecken zur Verfügung. So kann man beispielsweise Herzfrequenz-Diagramme mit (GPS-)Höhen- und Steigungsprofilen überlagern. Ebenso ist es möglich, die gelaufene Strecke auf einer Karte (bei Trainingcenter auf Garmin-Karten, bei Connect auf Google Maps) oder in Google Earth darzustellen, was auch die streckenbezogene Auswertung des Workouts erlaubt.

Verbunden wird der Forerunner mit dem Computer über ein spezielles, mitgeliefertes USB-Kabel mit vierpoliger Klemme, das gleichzeitig als Ladekabel dient. Tipp: Einmal angeschlossen, meldet sich der Forerunner als Laufwerk im Windows-Explorer (bzw. am Mac) an, z.B. als Garmin (I:). Im Ordner »Activities« sind alle aufgezeichneten Protokolle gespeichert, wo sie z.B. auch gelöscht werden können (Alternativ lassen sich Protokolle natürlich auch am Gerät löschen).

Garmin Forerunner 110 – Batterielaufzeit

Wie alle Sportcomputer von Garmin, besitzt auch der Forerunner 110 einen fest eingebauten Lithium-Akku (200 mAh). Im Trainingsmodus mit aktiviertem GPS und Herzfrequenzmesser lassen sich – so die Testergebnisse von Navigation-professionell.de – damit Laufzeiten von etwa 7 bis 8 Stunden erzielen. Ohne GPS-Funktion, nur als Uhr verwendet, reicht der Akku für ca. 2 ½ bis 3 Wochen.

Garmin Forerunner 110 – Fazit

Sinnvolle ausgestattet, einfach zu bedienen, empfangsstark: Im Forerunner 110 HR finden Freizeitsportler, die sich einfach nur fit halten wollen oder sich auf kommende Herausforderungen – ob Marathon, Alpencross oder Trekkingabenteuer – vorbereiten wollen, einen exzellenten Fitnesscoach.

Zumal mit der kostenlosen Software Trainingcenter und dem Online-Portal Garmin Connect auch eine vielfältige Analyse aller Trainingsdaten am Computer möglich ist. Davon abgesehen macht der elegante Forerunner 110 HR auch im Alltag, als normale Uhr, eine gute Figur.

Garmin Forerunner 110 – Lieferumfang / Preis

Der Forerunner 110 ist in drei Versionen erhältlich:

Garmin Forerunner 110 HR (mit Brustgurt)
als Damen- (grau/rosa) und Herrenmodell (schwarz/rot)
Preis: je 229 Euro

Garmin Forerunner 110 (ohne Brustgurt)
Unisex-Modell (grau/grau), empfehlenswert, wenn man schon einen ANT+ Brustgurt besitzt.
Preis: 179 Euro

Alle Modelle inklusive PC-/Lade-Kabel (USB) und Netzladegerät.

Empfohlene Online-Shops:

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Sportsfreund – Garmin Forerunner 110 HR im Test was last modified: August 13th, 2015 by Joachim Bardua

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