Garmin GPSmap 62s
Sind die Garmin Newcomer GPSmap 62, GPSmap 62s und GPSmap 62st ideale Geocaching-Navis? In einem Praxistest ist Navigation-Professionell.de dieser Frage nachgegangen. Die drei Neuen glänzen immerhin mit Features, die viele Geocacher und Outdoorer beim Vorgänger GPSmap 60C(S)x vermissen.

An erster Stelle sind Paperless Geocaching und der Speicherplatz für 5.000 Geocaches zu nennen. Paperless Geocaching macht Stift und Papier oftmals überflüssig, da die Cachebeschreibungen mit an Bord sind. 5.000 Geocaches sind eine Menge Stoff für Exkursionen vor der Haustür oder längere Urlaubsreisen. Und wer einen Geocache mal nicht dabei hat, kann jetzt seine Sammlung komplettieren. Hat der Geocaching-Kollege einen GPSmap 62s(t) im Einsatz (alternativ: Oregon 300/400/450/550, Dakota 20 oder Colorado 300), dann lassen sich einzelne Caches drahtlos zwischen den Geräten hin und her schaufeln.

Garmin GPSmap 62: Geocaches laden

Für unsere Geocaching-Touren haben wir als Quelle für Geocaches Pocket Queries von Geocaching.com verwendet. Das Bündeln von 500 Caches inklusive zusätzlicher Wegpunkte in einem Query ist schließlich ein unschlagbarer Vorteil (siehe auch: Begriffe rund ums Geocaching).

Um die Caches auf das GPSmap 62s(t) zu kopieren, gibts eine Menge PC-Tools. Besonders empfehlenswert ist GSAK (Geocaching Swiss Army Knife, kostenpflichtig), dass mit einem Makro wie GarminExport.gsak zur Höchstform aufläuft. Für den Artikel haben wir uns aber auf die Standardmittel beschränkt und die Zusatztools außer Acht gelassen!

Wie bei allen Garmin-Geräten lassen sich die Queries ganz einfach mit Drag and Drop aufs GPSmap 62s(t) bringen. Der Inhalt des entpackten ZIP-Files (= zwei GPX-Dateien) muß lediglich in den Ordner \Garmin\GPX kopiert werden (egal ob Speicherkarte oder interner Speicher). Und einzelne Geocaches (= eine GPX-Datei) lassen sich genauso in den Speicher schieben oder über die direkte Geocaching.com Schnittstelle laden.

Zu beachten ist aber, dass der GPSmap 62s(t) nur 2.000 Wegpunkte aufnimmt. Jeder einzelne Pocket Query beinhaltet auch eine Wegpunkt-Datei (Additional Waypoints, z.B. mit Angaben zu Parkmöglichkeiten), die schon mal 500 bis 600 Punkte enthalten kann. Bei mehreren Queries ist das Limit von 2.000 Wegpunkten schnell erreicht!

Weiterführender Artikel: Mein Garmin GPS-Gerät mit Geocaches füttern

Garmin GPSmap 62: Geocache-Details, Filter

Um die Liste mit den Geocaches aufzurufen, gibts mehrere Wege. Entweder über die »Find«-Taste oder (falls aktiviert) mit Hilfe des Seitenbandes (eine Art Schnellzugriffmenü). Die Caches werden gemäß zunehmender Entfernung vom aktuellen Standort aufgeführt, wahlweise mit Namen (»Zum Alpenblick IV«) oder GC-Code (»GC1Y2K1«). Die jeweilige Einstellung (Name oder Code) erfolgt über ein schnell zugängliches Untermenü.

Bei der Suche nach einem speziellen Cache zeigt sich eine Stärke der 62er-Serie (analog zum Oregon und Dakota). Über ein Freitextfeld läßt sich die Suche verfeinern (z.B. alle Caches mit »Alpenblick« im Namen) oder über diverse Filter aussieben. Typ, Größe, Schwierigkeit, Gelände und Status lauten die Filter-Parameter; zudem läßt sich zwischen einem Quickfilter und individuell programmierten Filtern wählen. Und als ebenso praktisch erweist sich die Funktion »Suchen nahe«. Dann kann man Caches in der Nähe eines Wegpunktes, der aktuellen Position oder eines beliebigen Punkts auf der Karte aufspüren.

Was uns beim Cachen stört: Die im Wegpunkte-Menü aufgeführten Additional Waypoints lassen keinen direkten Zusammenhang mit dem jeweiligen Geocache erkennen. Sie sind lediglich anhand der Namen oder einer ähnlichen Entfernungsangabe zu identifizieren. Wer z.B. den zu einem Cache gehörigen Hinweis auf einen Parkplatz sucht, macht dies am besten über die Kartenseite

Welche Infos gibt es zu jedem Cache?: Name, Typ, Schwierigkeit, Gelände-Schwierigkeit, Cache-Größe, Anzahl Trackables (»verfolgbare Elemente«), GC-Nummer, Besitzer, Koordinaten, Beschreibung, Infos zu Additional Waypoints, die letzten fünf Logs. Weitere Attribute wie »Kletterausrüstung notwendig« oder »Tauchen« enthält die Beschreibung nicht.

Kleiner Tipp: Seitenweises Blättern, z.B. in den Cachebeschreibungen bzw. der Geocacheliste mit den Tasten »In« bzw »Out«.

Garmin GPSmap 62: Bedienung, Geocaching-Funktionen, Navigation

Dem Bedienkonzept gehört auf der Suche nach dem richtigen Geocaching-Navi eine besondere Aufmerksamkeit: Der Eine liebt einen Touchscreen, der Andere bevorzugt Tasten – oder eine Kombination von beidem! Die 62er sind zu 100% Tastennavis, was im iPhone-Zeitalter antiquiert erscheinen mag. Aber nur im ersten Moment! Die Geocaching-Praxis zeigt, dass die Bedienung über acht Tasten und zentrale Wippe äußerst effektiv ist und schnell zum Ziel führt. Bei anderen Outdoor-Aktivitäten, z.B. beim Biken, haltendie Tester von Navigation-Professionell.de ein Tasten-Navi sowieso für erste Wahl. Wichtig für Nachtcaches: Die Tasten des GPSmap 62s(t) sind beleuchtet. Als einzigster Nachteil des Tastatur-Interface entpuppt sich das Eingeben von Texten; mit einem Touchscreen kommt man schneller zum Ziel!

Eine praktische Sache sind die vordefinierten Profile. Zur Auswahl stehen Freizeit, Geocaching, Fahrzeug, Marine, Fitness oder Klassisch (= »Look and Feel« wie beim GPSmap 60C(S)x). Jedes Profil läßt sich individuell anpassen, z.B. kann jeder Cacher die gewünschte Seitenfolge frei definieren oder andere Einheiten definieren. Ebenso lassen sich eigene Profile kreieren (Weitere Informationen enthält der ausführliche Test des Garmin GPSmap 62s(t)).

Mit der neuen Software-Version 2.44 Beta hat Garmin den 62ern ein neues Feature spendiert, dass den Geocaching-Workflow bedeutend vereinfacht. Mit der Funktion »Enter Next Stage« werden die (berechneten) Koordinaten des nächsten Stages eines Multicaches eingegeben. Dann braucht der Geocacher – so wie es bisher der Fall war – nicht mehr den Geocaching-Modus verlassen und kann jederzeit auf die Cachebeschreibung, Hints oder Logs zurückgreifen. Klasse!

Hinsichtlich des Funktionsumfangs hat der GPSmap 62s(t) alles zu bieten, was der Geocacher so braucht: Wegpunkt-Projektion, Mitteln von Positionen, Peilen und Los, Eingeben von Koordinaten (verbesserungswürdig, da mit unnötiger Klickerei verbunden!), Annäherungswegpunkte (optischer und akkustischer Hinweis beim Erreichen einer vorgegebene Distanz zum Cache), Taschenrechner und ein Kalender, der anzeigt, an welchem Tag wieviel Wegpunkte markiert, Tracks aufgezeichnet oder Geocaches gefunden wurden. Zu den vermissten Funktionen gehört lediglich ein Bildbetrachter für Spoiler-Bilder.

Das Navigieren zu einem Cache erfolgt meistens über die Kartenseite mit Hilfe einer GoTo-Linie (magenta »Gummiband«). Wer mag, kann ein spezielles Geocaching-Dashboard einblenden (Inhalt: kleiner Kompass, Entfernung zum Ziel, Anzahl gefundener Geocaches, Name des Geocaches). Alternativ stehen auf der Kartenseite verschiedene, individuell konfigurierbare Datenfelder zur Auswahl.

Noch ein paar Worte zum GPS-Empfang. Der GPS-Empfänger des GPSmap 62s(t) liefert in kürzester Zeit die Position – nicht nur ungeduldige Naturen können sich freuen! Auch im dichten Wald bestimmen die 62er die Position zuverlässig und akkurat. Unserer Meinung nach ist es auf den letzten Metern aber viel wichtiger, sich auf die eigene Erfahrung und Intuition zu verlassen, als auf das GPS-Gerät!

Nach dem Fund will der erfolgreiche Geocacher natürlich das Ereignis notieren. Das Menü »Geocache suchen« bietet »gefunden, nicht gefunden, Reparatur erforderlich, unversucht« zur Auswahl. Im nächsten Schritt wird mit »Kommentar hinzufügen« der Fund beschrieben. Die Einträge speichert der 62er im internen Speicher in einer »Field Notes« Datei (Dateiname: geocache_visits.txt) ab, Beispiel für einen Eintrag: GC1Y2K1,2010-03-19T12:46Z,Found it,”Einfacher Hin und Mit”. Wieder zuhause, werden die Field Notes via PC zu Geocaching.com hochgeladen und im Benutzerprofil hinterlegt.

Garmin GPSmap 62: Fazit

Unsere Geocaching-Touren zeigen, dass die Garmin GPSmap 62er Serie Potential hat, sich zu Geocachers-Darling zu entwickeln. Zu den Vorteilen zählen wir: das hervorragende Display, die flotte Bedienung, Paperless Geocaching, die Speicherkapazität, den Funktionsumfang und das große Angebot an topografischen Karten (inklusive OpenStreetMap). Besonders erwähnenswert ist der Geocaching-Workflow, der mit der Software-Version 2.44 Beta noch einmal verbessert wurde.

Mit dem GPSmap62/62s/62st hat Garmin eines der besten, derzeit erhältlichen Geocaching-Navis im Programm!

Weiteres zu Gehäuse, Display & Co siehe: Ausführlicher Test Garmin GPSmap 62s(t))

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Testversion: Software Version 2.44 Beta, GPS Software Version 4.52
Technischen Daten zu allen Modellen enthält die Geräte-Übersicht von Navigation-Professionell.de.
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Garmin GPSmap 62 Serie – GPS-Geräte im Geocaching-Test (4) was last modified: Mai 4th, 2015 by Joachim Bardua

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