Geotagging, zu deutsch Geokodierung, ist zur Zeit in aller Munde ist. Richtig populär ist Geokodierung erst durch Flickr und Google Earth geworden.

Bei diesem Vorgang werden Bildern, aber auch Filmen, geographische Koordinaten hinzugefügt. Die Koordinaten, in der Regel Längengrad, Breitengrad und Meereshöhe, werden in den Metadaten des jeweiligen Objekts abgelegt. Bei Digitalfotos handelt es sich um die EXIF-Daten, die im Header des Bildes gespeichert sind.

Georeferenziertes Foto (Wieskirche/Oberbayern) in Flickr

Wozu Geokodierung?

Neben der Möglichkeit den Aufnahmestandort jederzeit wieder aufsuchen zu können, steht die Darstellung von Fotos in Google Earth oder Flickr an erster Stelle. So lassen sich die Fotos des letzten Outdoor-Trips in eine Karte einbetten. Tolle Beispiele werden auf der Webseite von TrimbleOutdoors gezeigt. Dort finden Sie eine große Sammlung von Wanderungen in den USA. Die einzelnen Trips werden in Google Maps visualisiert, zusätzlich können Fotos eingeblendet werden (Sehenswertes Beispiel).

Wie geokodiere ich meine Bilder?

NAVIGATION-PROFESSIONELL.de stellt Ihnen im Folgenden die wichtigsten Möglichkeiten zum Referenzieren ihrer Bildern vor.

Digitalkamera mit gekoppeltem GPS-Empfänger

Digitalkameras können via Bluetooth, WLAN oder Kabel mit einem GPS-Empfänger verbunden werden. Die Koordinaten werden gleichzeitig mit der Aufnahme abgespeichert. Auf diese Weise erspart man sich das separate Geotagging der Bilder. Die kabellose Verbindung stellt die wohl eleganteste Lösung dar.

Ricoh bietet mit dem Modell Caplio 500SE eine robuste, extrem outdoortaugliche 8-Megapixel-Kamera an, die das Geokodieren von Digitalfotos auf einfachste Weise ermöglicht. Über Bluetooth werden die Daten externer GPS-Geräte empfangen. In Deutschland läuft der Vertrieb über alta4, der Preis liegt mit GPS-Empfänger bei ca. € 999,- bis € 1.100,-.

Nikon hat das GPS-Kabel MC-35 im Programm. Über das Kabel können Empfänger, die dem NMEA0183-Standard entsprechen, an die Nikon Modelle D200, D2Hs oder D2Xs angeschlossen werden. Es werden geografische Länge, Breite, Höhe sowie die UTC-Zeit in den Metadaten abgespeichert.

Canon vertreibt den kabellosen Daten-Transmitter WFT-E2, der den Anschluss eines separaten GPS-Gerätes an Canon-Spiegelreflexkameras ermöglicht.

Mit Google Earth & Picasa

Picassa ist eine von Google angebotene, kostenlose Software zum Organisieren und Bearbeiten von Fotos. In Kombination mit der aktuellen Version von Google Earth ist das Geokodieren einzelner Bilder ein Kinderspiel. Für größere Serien ist diese Methode allerdings zu aufwendig.

Wie funktionierts? Importieren Sie als erstes die gewünschten Bilder in Picassa. Anschliessend starten Sie über Tools > Geotag > Geotag mit Google Earth Google Earth. Unten rechts im Bild erscheint eine Übersicht mit den importierten Fotos. Zuerst wählen Sie Eines aus, dann Zoomen sie in Google Earth mit Hilfe des Fadenkreuzes auf den Aufnahmestandort. Zum Schluß klicken Sie auf Geotag und Fertig. An der vorgegebenen Stelle wird ein Vorschaubild eingeblendet, ein weiterer Klick und es öffnet sich eine Großansicht.

Zusätzlich finden Sie in Google Earth in der linken Leiste unter Orte > My Picasa Pictures einen Eintrag zu Ihrem Foto. Wenn Sie diesen mit rechts anklicken, können Sie über speichern unter eine kmz-Datei erstellen. So wird Ihnen ermöglicht, das referenzierte Foto jederzeit wieder in Google Earth anzusehen, beziehungsweise die Datei weiterzugeben. Durch das Geokodieren in Google Earth werden die Koordinaten gleichzeitig in die EXIF-Daten des jeweiligen Fotos eingetragen.

Digitalkamera und separates GPS-Gerät

Sind Sie bereits glücklicher Besitzer eines GPS-Gerätes?

Dann können Sie mit dessen Hilfe Ihre Bilder geokodieren. Für diesen Zweck eignen sich bereits einfache Modelle, wie beispielsweise von Garmin das Geko 201 oder das Etrex. Von Magellan bietet sich das Modell eXplorist 210 an. Weiterhin benötigen Sie eine GPS-Planungssoftware. Die Vielfalt an derartiger Software ist groß. Beispiele sind Touratech QV, Fugawi, MapSend Lite von Magellan und MapSource von Garmin. Ausführliche Informationen zum Arbeiten mit GPS-Geräten finden Sie in unserem Buchtip weiter unten in diesem Beitrag.

Das Geokodieren wird mit einem der folgenden, überwiegend kostenlosen Programme durchgeführt:

Wie gehen Sie jetzt vor?

Für die Zeit Ihrer Fotosession aktivieren sie in Ihrem GPS-Gerät die Trackaufzeichnung. Damit wird in bestimmten Abständen eine geographische Koordinate mit Uhrzeit im Track-Log abgespeichert. Zu Hause müssen Sie mit Hilfe Ihrer Planungssoftware den Log mit den Koordinaten von Ihrem GPS-Gerät herunterladen und auf der Festplatte abspeichern. Zum Abspeichern eignet sich am besten das gpx-Format. Zusätzlich müssen die Digitalfotos in einem beliebigen Ordner abgelegt werden.

Tip: Eine hervorragende Einführung in das Arbeiten mit GPS-Geräten, Planungsprogrammen, Tracks usw. finden Sie in dem Buch “GPS Navigation” von Uli Benker, Bruckmann Verlag.

Nach diesen Vorarbeiten kommt beispielsweise der COPIKS PhotoMapper zum Einsatz. Über File > Import images werden zunächst die zu kodierenden Bilder geladen. Anschließend werden über File > Import GPS data die als gpx-Datei gespeicherten Koordinaten geladen. Der PhotoMapper vergleicht dann den Zeiteintrag im Header eines jeden Fotos mit den Zeiteinträgen im Log-File des Tracks. Bei entsprechender Übereinstimmung (mit einer gewissen Toleranz) werden den Fotos die Koordinaten zugewiesen.

Über Tag selected images wird dann die endgültige Zuweisung, sprich der Eintrag in die EXIF-Daten, durchgeführt. Mit Export to Google Earth können Sie die Bilder auf dem Satellitenbild bewundern.

Mit etwas Übung gelingt dieser ganze Vorgang in wenigen Minuten!

Google Earth: Fototour um die Wieskirche

Das Geotagging ist an eine wichtige Voraussetzung gekoppelt: Digitalkamera und GPS-Gerät müssen eine möglichst identische Systemzeit haben. Idealerweise nehmen Sie als Referenz die Zeit des GPS-Gerätes und stellen diese in Ihrer Kamera ein. Ebenso sollten Sie, falls einstellbar, in Ihrem GPS-Gerät ein möglichst kleines Aufzeichnungintervall wählen (z.B. Garmin Geko 201: Auflösung auf hoch stellen). Somit erhalten Sie besonders viele Einträge im Log.

Wie exakt die Ortsangabe eines Fotos ist hängt von zwei Faktoren ab. Einerseits von der Genauigkeit mit der das GPS-Gerät seine Koordinaten ermittelt, andererseits von der Übereinstimmung der Zeiteinträge im GPS-Logfile bzw. Header der Fotos.

Danksagung: Zahlreiche Anregungen zu dieser Vorgehensweise habe ich auf der Webseite www.mooschn.de erhalten.

Falls Sie kein separates Outdoor-GPS-Gerät besitzen gibt es noch diverse Alternativen. Zwei Beispiele:

Sony bietet das GPS System GPS-CS1KA an, das mit allen Exif 2.1-kompatiblen Kameras kombinierbar ist. Hierbei handelt es sich um einen kleinen, 55 Gramm schweren Empfänger, der ähnlich wie ein GPS-Gerät parallel zu den Aufnahmen die Daten mitlogged. Der Preis liegt bei ca. € 150,-.

Von Jobo kommt das photoGPS, ein Empfänger, der in den Blitzschuh der Kamera gesteckt wird. Simultan zur Aufnahme werden die geographischen Daten abgespeichert. Das Zusammenführen von Fotos und Geodaten erfolgt am heimischen PC. Das photoGPS wird voraussichtlich ab Sommer 2007 zum Preis von € 149,- erhältlich sein.

Geokodierung & Flickr

Sie wollen jetzt Ihre Fotos in Flickr anschauen?

Die mit den hier vorgestellten Methoden geokodierten Fotos können Sie selbstverständlich direkt zu Flickr hochladen. Um Flickr bekannt zu machen, daß die Koordinaten mitgeliefert werden, müssen Sie vor dem Upload folgendes tun: Öffnen Sie in Flickr das Menü Your Account, dann klicken Sie auf Privacy & Permissions und setzen den Eintrag Import EXIF location data auf yes.

Fazit

Viele Wege führen zum Ziel!

Die zweifellos eleganteste Lösung stellt das Abspeichern der Koordinaten in die EXIF-Daten simultan zur Aufnahme dar. Idealerweise erfolgt dies über eine drahtlose Verbindung zwischen Kamera und GPS-Empfänger. Eine große Zukunft werden sicherlich Kameras mit eingebauten Empfänger haben. Es ist zu erwarten, daß solche Modelle sukzessive auf den Markt kommen werden.

Für gelegentliches Geotagging und eine kleine Anzahl von Bildern bietet sich die Methode Picasa & Google Earth an.

Für größere Mengen von Bildern ist ein separates GPS-Gerät in Kombination mit Planungs- und Geotaggingsoftware derzeit wohl die beste Lösung. Zusätzlich lassen sich die Geräte für die Outdoor-Navigation, sei es beim Radfahren oder Wandern, einsetzen.

Geotagging – Voll im Trend! was last modified: Mai 3rd, 2015 by Joachim Bardua
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