Mobile Endgeräte mit einem integrierten GPS-Empfänger erleben auch bei Outdoor-Aktivitäten einen großen Boom.

Sie werden für alle nur erdenklichen Freizeitaktivitäten eingesetzt:

  • Geocaching
  • Wandern, Trekking, Bergsteigen
  • Mountainbiken, Radwandern, Rennradeln
  • Kajak, Tourenpaddeln
  • Segeln, Geschwindigkeitsmessungen beim Surfen

Vom reinrassigen GPS-Handgerät, über PDAs, Handies und Smartphones, Autonavigationssystemen bis hin zu Spezialisten für einzelne Sportarten stehen die unterschiedlichsten Gerätetypen zur Verfügung.

Trend 1:Einsatz unterschiedlichster Endgeräte bei allen nur erdenklichen Freizeitaktivitäten

Outdoor GPS-Handgeräte

In dieser Klasse tummeln sich altbewährte Systeme wie das eTrex oder das GPSmap 60 von Garmin, aber auch Newcomer wie die Triton-Serie von Magellan oder der Garmin Colorado bzw. die Oregon-Serie.

Bei Outdoor GPS-Handgeräten sind folgende Kriterien von Bedeutung:

  • Schutz vor Staub und Wasser
  • Akku-/Batterielebensdauer
  • Handhabung, User Interface, Menüführung
  • Display
  • Funktionsumfang, Ausstattung
  • Systemeigenschaften: GPS-Empfang, Bootdauer
  • Zubehör, insbesonders digitale Karten

Schutz vor den Elementen

Allen Geräten ist eines gemein: Sie sind perfekt gegen die Widrigkeiten des Outdoor-Lebens geschützt.

Staub, Schmutz und Wasser können Ihnen in der Regel wenig anhaben. Den sinnvollen Mindeststandard nach IPX7 hinsichtlich Wasserdichtigkeit erfüllen mittlerweile alle Geräte.

Akku-/Batterielebensdauer

Auch hier gilt der Grundsatz: Um so länger, um so besser!

In dieser Disziplin ist das Garmin eTrex unbestrittener Klassenprimus, aber auch das GPSMap 60Cx/CSx sticht positiv hervor.

Bei den Neulingen Garmin Colorado und Magellan Triton muß hingegen eine Extraladung Energiequellen für jede Tour einplant werden – für Wochenend- und Tagestouren kein Problem, bei längeren Trekkingtouren unter Umständen ein entscheidendes KO-Kriterium.

Allerdings kann die Frage „Wozu brauche ich das Gerät?“ das Problem relativieren. Möchte ich bei einer Trekkingtour “Jeden Tag, 10 Stunden lang, jeden Meter, den ich laufe” als Track aufzeichnen, oder möchte ich nur ab und zu meine Position bestimmen….? Im ersten Fall ist ein eTrex das Gerät der Wahl, im zweiten Fall ist die Frage nach der Batterielebensdauer weniger relevant.

Trend 2:Neue Geräte (Colorado, Triton) zeichnen sich durch kürzere Akku-Laufzeiten aus
Mountainbike: Idealer Einsatzzweck für GPS-Geräte

Bedienung in Abhängigkeit vom Einsatzzweck

Bei der Bedienung setzen sich, ähnlich wie in der Handywelt, zunehmend neue Konzepte durch.

Waren bislang mehrere Tasten gang und gebe, geht der Trend zum Touchscreen, wie zum Beispiel beim Magellan Triton 1500/2000 (Kombination Touchscreen & Tasten) und der neuen Garmin Oregon-Serie. Einen weiteren Weg schlägt Garmin beim Colorado mit einem Scrollrad ein.
Touchscreen mit großen Icons, Garmin Oregon; Quelle: www.garmin.de
Ein Grund für die neuen Bedienkonzepte ist der Drang der Hersteller, die Outdoor-Geräte für viele Anwender attraktiv zu machen.

Bislang haben GPS-Handgeräte eher “Hardcore-User” angesprochen, die neuen Modelle sollen dagen für ein größeres Publikum interessant sein und die GPS-Handhelds aus ihrer Nische herausholen.

Entscheidend – wie bei vielen Punkten – ist der geplante Einsatzzweck. Ein Wanderer hat andere Ansprüche als ein Mountainbiker oder ein Paddler.

Für Paddler, insbesonders Seekayaker, ist es wichtig, daß das GPS-Gerät auch in einer wasserdichten Zusatzhülle bedienbar bleibt (ideal: Garmin GPSMap 60/76) oder sogar schwimmfähig ist (GPSMap 76).

Der Mountainbiker hingegen braucht ein Handheld, das auch auf holprigen Strecken eine schnelle Einfingerbedienung erlaubt (ideal: Garmin GPSmap 60Cx/CSx).

Für Wanderer und Radtouristen ist jegliche Art von User Interface akzeptabel, Hauptsache, das GPS ist mit nur einer Hand sicher bedienbar.

Trend 3:Weg von den Tasten, hin zu neuen Bedienkonzepten und übersichtlichen Menüs

Das Display von Outdoor-Handgeräten

Farbdisplays gehören sicherlich zu den beliebtesten Features bei GPS-Handgeräten. Bei der Technik steht derzeit ein Generationswechsel Richtung hochauflösender, transflektiver Displays (Garmin Colorado, Garmin Oregon, Magellan Triton) an – die pixelige Darstellung des eTrex ist Schnee von gestern.

Die neue Generation bringt allerdings einen gravierenden Nachteil mit: Ohne Zusatzbeleuchtung sind die Displays in vielen Situationen schwierig ablesbar – mit der Folge, daß die Batterielebensdauer sinkt.

Der folgende Vergleich zeigt Screenshots von einem eTrex Vista HCx, GPSMap 60Cx und dem Colorado 300 (Karte: Topo Deutschland Vers. 2, Details: normal; Abbildungen zum Vergrößern anklicken).

eTrex Vista HCx; 176 x 220 Pixel GPSmap 60Cx; 160 x 240 Pixel Colorado 300; 240 x 400 Pixel

Trend 4:Hochauflösende Farbdisplays prädestinieren die Geräte für den Einsatz digitaler Karten

GPS-Empfänger und Starten des Systems

Der GPS-Empfang ist das A und O eines Outdoor-Handhelds. Neben der Genauigkeit und Empfindlichkeit ist die Zeitdauer bis zu ersten Positionsbestimmung wichtig (TTFF, siehe GPS Know-how).

Nach den Erfahrungen von Navigation-Professionell ist in dieser Disziplin der Klassiker Garmin GPSMap 60Cx/CSx dank sehr ausgewogener Eigenschaften nach wie vor das Maß der Dinge.

Dicht auf den Fersen folgen der Magellan Triton 400, dessen GPS-Empfänger zwar nicht so empfindlich ist, dafür aber sehr genaue Ergebnisse liefert und Garmin’s eTrex-Serie. Der GPS-Empfänger der eTrex-Serie ist hinsichtlich der Empfindlichkeit die unangefochtene Nummer Eins.

Auch der Garmin Oregon und der Garmin Colorado weisen sehr gute Empfangseigenschaften auf. Allerdings können beim Colorado, insbesonders nach dem Starten des Gerätes, gelegentliche Fehlpositionierungen (Driften der Position) auftreten.

Beim Bootvorgang und der Zeitdauer bis zu ersten Positionsbestimmung sind das eTrex und GPSMap 60Cx/CSx absolute Spitzenklasse. Während ein Colorado oder Triton noch startet, haben die Beiden bereits die Position bestimmt.

Der Triton bietet allerdings einen Standby-Modus, so daß der quälende Startvorgang entfallen kann.

Colorado 300, nahezu perfekter GPS Empfang

Funktionsumfang von Outdoor-Geräten

Zu den gesammelten Funktionen von GPS-Geräten ließe sich ein mehrseitiger Artikel verfassen, deshalb sollen an dieser Stelle nur ein paar Kernaussagen getroffen werden.

Auch ein preisgünstiges Gerät (Garmin Geko, eTrex H, Magellan Triton 200) ohne jeglichen Schnickschnak, bietet alle grundlegenden Funktionen, um die ureigenen Aufgaben eines GPS-Handgerätes, wahrzunehmen: Bestimmen der Position und Navigation mit Wegpunkten, Routen und Tracks. Alle anderen Features sind im Grunde nicht nötig, sondern nur „nice to have“.

Eine der wichtigsten Funktionen ist ein umfangreiches Trackmanagement (Triton, eTrex, GPSMap 60, Oregon). Dazu gehört die Anzeige von Tracks in unterschiedlichen Farben, das Abspeichern von Tracks mit möglichst vielen Punkten (z.B. bis zu 10.000 Punkte beim Colorado, Oregon und Triton) und das Navigieren mit Tracks. Das beste Trackmanagement bietet derzeit der Garmin Oregon.

Generell geht der Trend in Richtung eierlegende Wollmilchsau. Vorreiter ist Magellan, die ihr Top-Modell Triton 2000 zusätzlich mit einer Digitalkamera, Audioausgabe und einem Kopfhöreranschluß ausstatten. Der Garmin Oregon und Colorado bieten Sportlern die Möglichkeit, einen Trittfrequenzsensor bzw. einen Pulsmesser anzuschliessen.

Je nach Einsatzzweck können auch ein barometrischer Höhenmesser und ein elektronischer Kompass Sinn machen. Geräte, die auch im ausgeschalteten Zustand den Luftdruck messen, sind besonders praktisch. Somit sind sie perfekt zur Wettervorhersage einsetzbar (Beispiel: Garmin Colorado 300, Garmin Oregon 300/400).

Autonavigation – allerdings ohne Sprachausgabe – beherrschen inzwischen einige Modelle. Top-Platzierungen nehmen der Garmin Colorado und Oregon ein, bei denen diese Funktion einem Autonavi sehr nahe kommt.

Eine Verschmelzung von Outdoor- und Autonavi mit Sprachausgabe hat CompeGPS mit dem Modell Twonav Aventura angekündigt, für den Magellan Triton 2000 soll, laut Informationen im Internet, eine derartige Erweiterung angedacht sein.

Eine Marktübersicht mit allen Funktionen finden Sie unter diesem Link: Marktübersicht Outdoor GPS-Handgeräte.

Trend 5:Zahlreiche Funktionen erweitern das Anwendungsspektrum von Outdoor-Handgeräten

Zubehör zu Outdoor GPS-Geräten

Neben Halterungen für’s Fahrrad oder Rucksack ist das Angebot an digitalen Karten ein kaufentscheidender Faktor

Spitzenreiter ist Garmin, mit dem größten und aktuellsten Angebot an digitalen Karten. Der neue Oregon 400 ist sogar mit einer vorinstallierten Topokarte von Europa 1:100.000 ausgestattet, die auch Länder wie Norwegen, Island und die Türkei beinhaltet.

Magellan ist endlich dabei, sein Kartenangebot zu verbessern. Von Deutschland gibt es inzwischen eine neue Topo-Karte mit der Bezeichnung TopoHD. Im Vergleich zu Garmin ist das Angebot an digitalen Karten, die auf der Magellan-Webseite verzeichnet sind, aber immer noch gering.

Allerdings gibt es bei den Tritonen die Option, Rasterkarten zu verwenden. In den USA ist dies bereits möglich, bei uns wird die Funktion hoffentlich noch dieses Jahr eingeführt, vermutlich im Zusammenspiel mit der PC-Planungssoftware Touratech QV.

Der große Nachteil von digitalen Karten ist der finanzielle Einsatz. Ein GPS begeisterter Outdoor-Sportler muß schon einiges an Geld berappen, um beispielsweise die wichtigsten, europäischen Spielwiesen abzudecken.

Eine interessante Alternative zu den kommerziellen Produkten sind deshalb Free Maps, die eine zunehmende Verbreitung finden.

Trend 6:Digitale Karten gehören zum Standard, Free Maps finden zunehmend Verbreitung

Schattenseiten der aktuellen Entwicklung

Neue Geräte kommen oftmals in einem unausgereiften Stadium auf den Markt, entweder wird auf sinnvolle Funktionen verzichtet oder die Geräte-Software ist noch recht fehlerbehaftet.

Ein großes Ärgernis: Viele Bedienungsanleitungen sind alles andere als ausreichend. Manche Funktionen werden überhaupt nicht oder nur unzureichend beschrieben, so daß der Anwender auf eigene Experimente oder Userforen (magellanboard.de, naviboard.de) angewiesen ist.

Trend 7:Unausgereifte Geräte mit unzureichenden Handbüchern kommen auf den Markt

Geräte für diverse Sportarten

Garmin Forerunner 405; Quelle: www.garmin.deIn diese Klasse fallen Produkte wie der Garmin Forerunner 405/305 sowie der der Edge 705/605.

Sie sollen insbesonders Lauf- und Radsportler, aber auch Skater, Nordic-Walker etc., ansprechen.

Neben umfangreichen Funktionen zur Trainingssteuerung bieten sie Navigationsfeatures in unterschiedlichster Ausprägung an.

Bei den Forerunner-Modellen sind sie eher grundlegender Natur (GoTo, Zurück zum Start), beim Edge 705 gibt es mit der entsprechenden Kartengrundlage sogar Autonavigationsfunktionalität.

Trend 8:Spezialisten für die unterschiedlichsten Sportarten erobern den Markt

PDA und Co

PDA in wasserdichter Hülle; Quelle: www.aquapac.dePDAs gehören zu einer aussterbenden Spezies, die durch Smartphones vom Markt verdrängt werden.

Dennoch gibt es für Windows-PDAs, wie auch Smartphones, eine Vielzahl von kommerziellen und kostenlosen Softwareprodukten für den Outdoorgebrauch.

Die aufgeführten Softwareprodukte erlauben zudem den Einsatz von Rasterkarten.

Kommerzielle Software:

  • Geogrid-PDA-Viewer der Landesvermessungsämter
  • MagicMaps2Go
  • Kompass-Karten mit eigener PDA-Software
  • Alpenvereinskarten mit eigener PDA-Software
  • ADAC Tourguide Deutschland im Zusammenspiel mit der PDA-Software MagicMaps2Go
  • Pathaway, idealerweise im Zusammenspiel mit der PC-Planungssoftware Touratech QV
  • Fugawi Global Navigator mit eigener PDA-Software

PDAs und Smartphones haben den großen Nachteil, daß sie weder wasserdicht- noch staubgeschützt sind, zudem ist die Akkulaufzeit recht kurz.

Kunstgriffe wie wasserdichte Hüllen oder zusätzliche Akkupacks können die Nachteile im gewissen Umfang ausgleichen.

Derzeit sind Smartphones und PDAs nur für den gelegentlichen Outdoor-Einsatz geeignet – oder um einen ausgedienten PDA sinnvoll zu nutzen.

Mit zukünftigen, leistungsstarken Akkus, energieschonenden Chipsätzen und speziellen Outdoor-Gehäusen haben Smartphones auch im Outdoor-Bereich großes Potential.

Online-Communities und spezielle Software (Wayfinder Active, Ape@map etc) werden zu dieser Entwicklung beitragen.

Einen weiteren Schub erhalten Handies und Smartphones durch Fußgängernavigation, Stichwort: Nokia Maps 2.0.

Trend 9:Smartphones werden sich bei Outdoor-Aktivitäten ihren Platz erobern

Autonavigationssysteme

Reinrassige Autonavigationssysteme wie Garmins nüvi-Serie bieten die Möglichkeit, topographische Karten einzusetzen.

Mit Hilfe von Routen, die vorher am PC zusammengestellt wurden, kann eine einfache Navigation auch abseits von Straßen erfolgen.

Insgesamt gesehen haben Autonavigationssysteme mehr Nachteile als Vorteile: Empfindlich gegenüber den Elementen, kuze Akkulaufzeiten, wenig Navigationsfunktionen und ein für Outdoor-Zwecke wenig brauchbares Design.

Zwei ganz neue Navigationssysteme von Garmin, daß nüvi 500 und 550, umgehen diese Nachteile. Sie sind ein Hybrid aus Auto- und Outdoor-Navigationssystem. Der Einsatz abseits der Straße wird durch ein wasserdichtes Gehäuse, einen auswechselbarer Akku und die Verwendung von topographischen Karten ermöglicht.

Trend 10:Autonavigationssysteme werden für den Outdoor-Einsatz fit gemacht
Garmin nüvi 500, Outdoor-Modus; Quelle: www.pressebox.de
GPS-Hardware für Outdoor-Aktivitäten: Trends und Technik was last modified: Juli 25th, 2018 by Joachim Bardua
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