Navigation mit Satellitenhilfe findet nicht nur bei Wanderern und Radfahrern immer mehr Anhänger, sondern auch bei Wanderreitern. GPS-Navigation ist nicht nur ein faszinierendes Hobby, sondern hat auch zahlreiche praktische Vorteile. Mit Trackback immer den Weg nach Hause finden, wichtige Orte als Wegpunkt abspeichern oder die zurückgelegte Strecke als Track aufzeichnen und mit Gleichgesinnten austauschen, sind nur ein paar Beispiele für einen sinnvollen Einsatz von GPS-Geräten.

Wer sich mit GPS-Navigation näher auseinanderzusetzen möchte, braucht als Erstes ein GPS-Gerät. Prinzipiell eignet sich auch ein Handy, Smartphone oder ein ausgedienter PDA als Navigationssystem. Solche Geräte haben deutliche Nachteile: Sie sind weder wasserdicht, noch allzu robust und im entscheidenden Moment ist garantiert der Akku leer. Für Wanderreiter zählen noch weitere Argumente. Das Gerät sollte bei einer Unachtsamkeit den Absturz von einem Pferd möglichst unbeschadet überstehen, mit einer Hand bedienbar sein und ein übersichtliches, intuitiv nutzbares Menü bieten. All diesen Ansprüchen werden am besten reinrassige Outdoor GPS-Handgeräte gerecht, zumal sie inzwischen nicht mehr die Welt kosten.

Selbst mit dem einfachsten Basisgerät läßt es sich hervorragend navigieren. Allerdings setzen sich immer mehr Outdoor-Navis mit Farbdisplay und Speicherplatz für topographische Karten durch. Topo-Karten auf dem Navi sind nicht nur trendy, sondern erleichtern das Navigieren ungemein!

Das Angebot an GPS-Handgeräten ist inzwischen fast schon unüberschaubar. Wenn man aber alle für einen Wanderreiter wichtigen Kriterien in Betracht zieht, kristallisieren sich schnell nur wenige Kandidaten heraus. Die Namen lauten: Garmin GPSmap 60CSx, Garmin Oregon 300 und Lowrance Endura Safari. Wer etwas Geld sparen möchte, kann getrost zu den kleineren Geschwistern wie GPSmap 60Cx, Oregon 200 oder Endura Outback greifen, muß dafür aber auf manche Funktion verzichten. In die andere Richtung geht es ebenfalls, Beispiele sind das Oregon 400t oder das neue Oregon 550. Anstelle der Oregon-Serie sind auch die neuen Garmin Dakota Navis eine Option. Sie sind quasi eine 1:1 Kopie der Oregons, nur viel kleiner und noch handlicher – ideal vor allem für zarte Frauenhände!Garmin GPSMAP60CSx, Foto: Garmin

GPS für Wanderreiter: Garmin GPSmap 60CSx

Das GPSmap 60CSx ist ein zigtausendfach bewährtes Gerät, das sicher in der Hand liegt, ein unter allen Bedingungen hervorragend ablesbares Display hat, mit Kompass und Höhenmesser glänzt und viel Speicherplatz für Karten und GPS-Daten bietet. Die Akkulaufzeit des GPSmap 60CSx beträgt etwa 18 Stunden (Herstellerangabe). Kurzum, ein Gerät mit dem man nichts falsch machen kann! Sein Straßenpreis beträgt ca. 250.- Euro.

GPS für Wanderreiter: Garmin Oregon 300

Garmin Oregon 300, Foto: Garmin
Ein Vertreter der modernen Touchscreen-Welt ist das Garmin Oregon 300, das für rund 290.- Euro erhältlich ist. Da es ausschließlich über den Bildschirm bedient wird, läßt sich so schnell, einfach und intuitiv bedienen wie wenig andere Outdoor GPS-Geräte. Dazu stellt es dem Anwender immens viel Speicherplatz zur Verfügung und hat ebenfalls einen elektronischen Kompass und einen barometrischen Höhenmesser an Bord. Die plastische Geländedarstellung ist auf dem hochauflösenden Display eine Klasse für sich. Dafür ist das Display aber nicht unter allen Bedingungen perfekt ablesbar. Das Oregon 300 wird wie die meisten Outdoor-Navis am besten mit 2x AA NiMH-Akkus betrieben, die Laufzeit beträgt ungefähr 16 Stunden.

GPS für Wanderreiter: Lowrance Endura Safari

Lowrance Endura Safari
Der dritte Vorschlag, das Lowrance Endura Safari, ist ein Newcomer. Zwar liegen noch keine ausführlichen Testberichte vor, Interessenten sollten den Safari aber im Auge behalten.

Das Safari vereint zwei Welten: Bedienung per Tasten und Touchscreen. Das Bedienungskonzept des handlichen Lowrance-Navis überzeugt auf der ganzen Linie, das übersichtliche Menü trägt seinen Teil dazu bei. Kompass und Höhenmesser sind vorhanden, ein weiterer Pluspunkt ist die Speicherkapazität von bis zu 32 GB. Ein besonderes Bonbon ist die Möglichkeit, neben Vektorkarten auch Rasterkarten einsetzen zu können. Mit der Softwareerweiterung MagicMaps Scout lassen sich Rasterkarten von MagicMaps und vom Kompass-Verlag verwenden. Was ist die Besonderheit von Rasterkarten? Vorteile sind die Papierkarten-Optik und der hohe Informationsgehalt, so daß nicht nur Navi-Anfängern die Orientierung deutlich erleichtert wird. Lowrance gibt als Batterielaufzeit 15 Stunden an. Der Wert gilt für Alkaline-Batterien, mit guten Akkus dürften noch ein paar Stündchen mehr zu erwarten sein. Das Lowrance Safari wird für ca. 390.- Euro gehandelt.

GPS für Wanderreiter: Digitale Karten für das Outdoor-Navi

Was wird außer einem GPS-Gerät sonst noch benötigt? Wer sich für ein kartenfähiges Gerät entscheidet, benötigt natürlich digitale Karten. Bei Garmin sind es beispielsweise die Topo-Deutschland v3 (Kostenpunkt ca. 179.- Euro), Topo-Österreich v2 oder Topo Schweiz v2. Die Deutschlandkarte ist sogar auf 8.000 km Wanderwegen routingfähig, eine Funktion, wie man sie bislang vom Autonavi kennt. Die Schweiz- bzw. die Österreich-Karte sind sogar auf dem ganzen Wegenetz routingfähig! Für Garmin-Geräte gibt es nicht nur viele kommerzielle Karten, sondern auch ein großes Angebot an kostenlosen “Free Maps”. Dazu gehört sogar eine topographische Reit- und Wanderkarte des OpenStreetMap-Projekts (Link zum weiteren Stöbern: GPS Webkatalog – Free Maps). Lowrance und MagicMaps haben ebenfalls ein großes Angebot an Karten von Deutschland, Österreich und der Schweiz im Programm. Die Lowrance Topokarten von Deutschland kosten ca. 149.- Euro.

Die topographischen Karten werden auch auf einem PC zur Tourenplanung eingesetzt. Die Karten-CD verfügt über eine entsprechende Software. Bei Garmin nennt sich die Anwendung MapSource, bei MagicMaps Tour Explorer (Anmerkung: Für die neuen Lowrance-Karten gibt es zu diesem Thema noch keine Informationen). Mit der PC-Software kann der Anwender komfortabel Touren planen und verwalten und sie als Track auf das Navi übertragen. Tracks sind eine perfekte Grundlage für die Outdoor-Navigation. Bei der Tracknavigation braucht der Reiter nur der farbigen Linie auf der Karte folgen oder läßt sich den Weg von einem Richtungszeiger auf der Kompassseite weisen.

Wer keine topographischen Karten auf dem Navi oder PC hat, kann trotzdem Touren planen und sie zur Track-Navigation einsetzen. Einerseits gibt es zahlreiche Internetportale, die fertige Touren als gpx-Tracks zum Download bereit stellen, andererseits bieten Outdoor-Communities Online-Karten an. Beispiele sind gpsies.com, www.outdooractive.com und für Wanderreiter Unterwegs-mit-Pferden.
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GPS für Wanderreiter: Sinnvolles Zubehör

Zu guter Letzt wird noch etwas Zubehör benötigt. Um das Gerät vor einem Sturz zu sichern, sollte man es am Körper oder Pferdegeschirr befestigen. Garmin liefert zu dem Oregon einen praktischen Karabinerclip mit, zum GPSmap 60CSx eine Handgelenkschlaufe und einen Gürtelclip. Das Lowrance-Gerät verfügt über eine große Öse, um eine Handschlaufe oder Reepschnur durchzuziehen. Lowrance bietet auch eine funktionelle Tasche an, die z.B. an einem Rucksackträger befestigt wird.

Die Mitnahme von Zusatzakkus ist bei jeder Tour Pflicht. Sollte das Gerät wegen Energiemangel ausfallen, kann so mancher Anwender Probleme bekommen. Nicht nur Pessimisten sollten deshalb außer Akkus stets eine topographische Papierkarte im Gepäck haben! Empfehlenswert sind LSD-NiMh Akkus, die sich durch eine geringe Selbstentladung auszeichnen. Klassenprimus sind die Eneloop-Akkus von Sanyo, die im 4er Pack ca. 9.- Euro kosten. Alle vorgeschlagenen Geräte benötigen noch eine microSD-Karte zum Speichern von Daten. Die Preise sind inzwischen äußerst moderat, ein 4 GB Karte kostet in etwa 9.- Euro.

GPS-Navigation für Wanderreiter: Geräte, Karten, Zubehör was last modified: Juni 3rd, 2013 by Joachim Bardua
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