Klassiker contra Newcomer – Der Garmin eTrex Legend HCx ist fast schon ein alter Hase unter den Outdoor GPS-Handgeräten, der Magellan Triton 400 dagegen ein junger Hüpfer, der erst seit ein paar Monaten auf dem Markt ist.

Beide Geräte sind in der gleichen Preisklasse angesiedelt, der Legend HCx kostet ca. 180.- Euro, der Triton 400 ca. 200.- Euro.

Äußerlichkeiten und Handhabung

Bei Größe und Gewicht geben sich beide nicht viel: 5,5 x 11,8 x 3,0 cm und 187 g (Triton) bzw. 5,6 x 10,7 x 3,0 cm 156 g (Legend).

Bei der Handhabung sieht es schon anders aus. Der Legend HCx liegt dank des umlaufenden Gummimantels und der Fingermulde an der Unterseite deutlich sicherer in der Hand.

Beide Geräte werden ausschließlich über Tasten bedient. Beim Triton sind sie seitlich und unterhalb des Displays angeordnet. Die Tasten an der Oberseite sind viel zu klein geraten, so daß man zu deren Bedienung gerne die Fingernägel einsetzt.

Die Bedienung des eTrex ist wegen der seitlichen Tasten etwas gewöhnungsbedürftig. Sie flutscht erst dann so richtig, wenn die Aufgaben der einzelnen Tasten in Fleisch und Blut übergegangen sind. Der Joystick an der Oberseite reagiert manchmal etwas hakelig.

Bei der Verarbeitung macht der eTrex den hochwertigeren Eindruck, insbesonders was die Stabilität des Rückdeckels angeht. Die Schraube zum Befestigen des Triton-Rückdeckels macht nicht den besten Eindruck. Es empfiehlt sich, einer langen Haltbarkeit zuliebe, sie nicht allzu fest anzuziehen.

Garmins eTrex Geräte haben bei der Dauerhaltbarkeit ein Problem. Es gibt Exemplare, bei denen sich mit der Zeit der Gummimantel abzulösen anfängt .

Beide GPS-Handgeräte sind mit einer Öse für eine Handschlaufe sowie einem USB-Anschluß versehen. Die Öse verdient ein extra Lob, da sie inzwischen nicht immer selbstverständlich ist. Beim eTrex ist der USB-Anschluß vom verbreiteten Typ Mini-B, beim Magellan Triton 400 ein proprietärer Stecker, der ein weiteres Kabel auf dem Schreibtisch bedeutet.

Disziplin 1Äußerliches & Handhabung: Leichte Vorteile für den eTrex Legend HCx

Menüführung

Da der Autor die Garmin Menüs fast schon im Schlaf herunterbeten kann, ist eine neutrale Bewertung nur schwer möglich. Beide Geräte lassen sich nach einiger Übung auf einfachste Weise bedienen.

Disziplin 2Menü: Beide Athleten gehen gemeinsam über die Ziellinie
Magellan Triton 400; Quelle: www.magellangps.com

Magellan Triton 400;
Quelle: www.magellangps.com

Garmin eTrex Legend HCx; Quelle: www.garmin.de

Garmin eTrex Legend HCx;
Quelle: www.garmin.de

Display

Beim Display sieht die Sache schon ganz anders aus. Mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixel (Display B x H: 3,4 x 4,5 cm) läßt der Triton 400 den Legend HCx mit 176 x 220 Pixel (Display B x H: 3,3 x 4,3 cm) mit einem deutlichem Abstand hinter sich. Insbesonders die Kartendarstellung ist bei so einer hohen Auflösung ein Vergnügen!

Den Vorteil erkauft sich der Triton teuer, da die Hintergrundbeleuchtung verhältnismäßig häufig eingeschaltet werden muß – was bekanntermaßen Folgen für die Akkulebensdauer hat.

Disziplin 3Display: Ein glänzender Sieg des Triton 400 – aber mit einem Wehrmutstropfen

Systemeigenschaften

In dieser Disziplin sollen die Stabilität der Software, die Zeit zum Booten, der GPS-Empfang und die Batterie-/Akkulaufzeit betrachtet werden.

Systemabstürze kommen beim eTrex nie vor. Beim Triton kann dagegen, auch mit der aktuellen Firmware (Vers. 1.41), ab und zu ein Neustart notwendig sein.

Beim Starten hängt der Garmin den Magellan locker ab. Der Triton braucht ca. 30 bis 35 Sekunden zum Booten, der Legend gerade einmal knapp 10 Sekunden!

Ebenso sieht es bei der Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung aus. Zum Testen wurden beide Geräte nebeneinander gelegt und in vorgegebenen Intervallen wieder eingeschaltet. Es wurde die Zeit vom Einschalten bis zur Positionsbestimmung gemessen.

Der eTrex benötigt im Mittel 11 Sekunden, der Triton 73 Sekunden! Beim Vergleich wurde allerdings nicht berücksichtigt, daß der Triton 400 einen Standby-Modus besitzt, so daß der langsame Startvorgang wegfallen kann.

Auch bei der Empfindlichkeit des GPS-Empfängers zeigen sich deutliche Unterschiede. Werden beide Geräte in einem Raum nebeneinander gelegt, dann zeigt der eTrex Legend seine Klasse. Ruckzuck sind Satelliten gefunden und die Position bestimmt, während der Triton noch auf der Suche ist. Nebenbei bemerkt, in dieser Disziplin ist die eTrex-Serie einsame Spitze!

Im Gelände sieht es aber anders aus. Nach einigen Praxistests zeigt es sich, das sich beide Kandidaten nichts schenken!

Die Tracks in den interaktiven Kartenansichten belegen das Ergebnis. Zu diesem Zweck wurden die Geräte senkrecht am rechten bzw. linken Rucksackträger befestigt (was für GPS-Handgeräte mit einer Patch-Antenne sicherlich nicht das Optimum ist) und durch diverse Karwendeltäler geschleppt.

Die tief eingeschnittenen Karwendeltäler eignen sich ideal für derartige Tests. Sie haben schon so manches GPS-Gerät an seine Grenzen gebracht, da der GPS-Empfang häufig suboptimal ist und Reflexionen durch Felswände die Messungen beeinträchtigen.

In der ersten Karte weisen alle Kandidaten (rot: Triton 400; grün: Legend HCx, blau: Referenzgerät Garmin GPSMap 60Cx) übereinstimmende Track-Aufzeichnungen auf. Lediglich der eTrex zeigt in dem östlichen Tal ein Abdriften der Spur nach Westen, während der Triton und der 60Cx im Talgrund bleiben.

Die zweite Karte (rot: Triton 400; grün: Legend HCx) zeigt deutliche Ausreisser bei beiden Kandidaten, begründet in den sehr schlechten Empfangsbedingungen.

In der Summe zeigen der Triton und der Legend beim Aufzeichnen von Tracks sehr gute Ergebnisse!

Tracks in Google Earth

Tracks in Google Earth

Kommen wir zur Batterielaufzeit, der Königsdisziplin des eTrex, da bei ihm mit guten Ni-MH Akkus im Outdoor-Alltag Laufzeiten von weit mehr als 20 Stunden möglich sind, beim Triton sind es ca. 13 – 14 Stunden.

Disziplin 4System: Deutlicher Sieger eTrex Legend HCx

Funktionsumfang

Der Triton 400 hat zum jetzigen Zeitpunkt (Firmware 1.41) noch nicht alle Funktionen an Bord. Beispielsweise ist die “Reise”-Funktionalität noch nicht vorhanden, ebenso fehlt eine Wegpunkt-Projektion, das An-/Abschalten von WAAS/EGNOS oder ein benutzerdefiniertes Gitter.

Dafür bietet er eine komfortable Geocaching-Funktion und die Verwendung von Digitalfotos.

Bei GPS-Handgeräten gehören Wegpunkte, Routen und Tracks zum Handwerkszeug. Leider schweigt sich Magellan darüber aus, wieviele Wegpunkte etc. der Triton erlaubt. Hier ist man auf eigene Experimente angewiesen oder darf in Internetforen suchen.

Demnach ist der Triton 400 auf 1.000 Wegpunkte, 15 Tracks mit max. 5.000 Punkten sowie 20 Routen mit 50 Routenpunkten beschränkt.

Der eTrex erlaubt 1.000 Wegpunkte, 20 Tracks mit max. 500 Punkten und 20 Routen mit je 125 Routenpunkten, zusätzlich kann er Tracks auf der Speicherkarte ablegen.

Eine Übersicht über alle Funktionen finden Sie in diesem PDF-File

Disziplin 5Funktionen: In der Summe ein leichter Vorsprung für den Legend HCx

Digitale Karten

Digitales Kartenmaterial ist wohl das wichtigste Zubehör für ein Outdoor GPS-Handgerät. Schaut man sich die Webseiten von Garmin und Magellan an, dann hat Garmin eindeutig die größere Auswahl.

Magellan ist allerdings dabei, sein Angebot rundzuerneuern. Beispielsweise gibt es eine neue TopoHD Karte von Deutschland sowie neues Kartenmaterial von Österreich. Zudem empfiehlt es sich, das Internet zu durchsuchen. Dabei stößt man schnell auf das eine oder andere Highlight, z.B. schwedische Fjällkarten für den Triton (Magellansverice.se).

Außerdem bietet der Triton 400 die Option, Rasterkarten verwenden zu können. Vermutlich werden noch in 2008 entsprechende Lösungen angeboten werden.

Auch bei kostenlosen Free Maps überwiegen die Karten für Garmin-Geräte, aber auch hier tut sich inzwischen einiges auf der Magellan-Seite, Beispiel: maps4me.de.

Disziplin 6Digitale Karten: Der derzeitige Sieger lautet Garmin

Gesamtergebnis

Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Garmin eTrex Legend HCx der eindeutige Sieger dieses Vergleichstests.

Der Magellan Triton 400 hat allerdings das Potential, mit dem eTrex mindestens gleich zu ziehen.

Dazu muß Magellan eine stabile Firmware und die noch ausstehenden Funktionen zur Verfügung stellen. Beim Kartenmaterial ist Magellan bereits dabei, den deutlichen Abstand zu Garmin zu verringern.

GesamtergebnisTestsieger: Garmin eTrex Legend HCx
Klassiker contra Newcomer: Garmin eTrex Legend HCx und Magellan Triton 400 was last modified: März 15th, 2009 by Joachim Bardua
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