Magellan CrossoverGPS mit offenen SD-Kartenslot

Das Magellan CrossoverGPS ist das erste multifunktionale GPS-Gerät, das die Vorzüge sprachgesteuerter Straßennavigation mit Möglichkeiten zur Outdoor-Navigation kombiniert. Somit ist das Magellan ein bedeutender Schritt in Richtung eines All-in-One GPS-Gerätes, eine Entwicklung, die mit Sicherheit die nahe Zukunft bestimmen wird.

Crossover GPS: Erster Eindruck und Spezifikationen

Das Magellan kommt in einem kompakten, schwarzen Gehäuse, welches von dem abnehmbaren, grauen Sports Guard gut gegen Stösse geschützt wird. Das Gewicht liegt mit Sports Guard bei ungefähr 270 Gramm, die Abmessungen betragen circa 8,6 x 10,9 x 2,8 cm (H x B x T). Die Formgebung orientiert sich an Autonavigationssystemen und nicht an Outdoor-Handgeräten. Die Wasserdichtigkeit wird mit IPX4 spezifiziert, dies bedeutet, es besteht ein Spritzwasserschutz von allen Seiten.

Auffällig ist das große, hintergrundbeleuchtete Farbdisplay mit einer Größe von 5,4 x 7,2 cm und einer Diagonale von 3,5 Zoll. Die Auflösung beträgt 320 x 240 Pixel bei 64.000 Farben. Durch Gummiabdeckungen geschützt finden sich folgende externe Anschlüsse und Tasten: Display Aus-Schalter, Reset-Taste und SD-Karten Slot auf der linken Seite; rechts sind der An/Aus-Schalter, USB-, Kopfhörer- und Netzanschluss angeordnet.

Eine Stummschaltung des Lautsprechers empfiehlt sich bei Outdooraktivitäten.

Der Lieferumfang enthält:

  • Sports Guard
  • SD-Karte
  • Netzteil mit Europa-Stecker
  • USB-Kabel
  • Windschutzscheibenhalterung
  • Klebescheibe für das Armaturenbrett
  • Kfz-Netzadapter
  • CD mit Magellan-Tools
  • Zwei Kurzanleitungen für die ersten Schritte

Ein ausführliches Handbuch kann von der Magellan-Webseite heruntergeladen werden. Wünschenswertes Zubehör, das Magellan derzeit (noch?) nicht im Programm hat, wären eine Handschlaufe, ein Clip zur Befestigung an Gürtel oder Rucksackträger und eine Halterung für den Fahrradlenker.

Laut Handbuch ist das Crossover GPS ausschlieslich kompatibel zu MapSend-Karten auf bespielten SD-Karten. Kartenprodukte von CD bzw. DVD können nicht eingesetzt werden. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist die Auswahl an SD-Karten allerdings noch gering, hier sollte Magellan noch nachbessern. Eine Ausnahme macht das Angebot an BlueNav-Karten für die Seenavigation (siehe aktuelle Übersicht).

Gleich bei der ersten Initialisierung zeigt sich die Qualität des farbigen Displays, daß auch bei Sonneneinstrahlung recht gut ablesbar ist. Alle Funktionen werden spielend über das Touchscreen gesteuert. In Kombination mit dem intuitiven, leicht verständlichen Menü ein hervorragendes Detail. Die Bildschirmsymbole hingegen machen einen etwas altbackenen Eindruck. Das Setup für die wichtigsten Systemeinstellungen erfolgt automatisch beim ersten Einschalten des CrossoverGPS.

Nutzung des Crossover als Musik-Player und Fotodatenbank

Auch diese beide Funktionen unterstreichen den Charakter des Magellan als ein multifunktionales Freizeit-GPS-Gerät. Mit Hilfe der mitgelieferten Software lassen sich spielend einfach MP3- oder WMA-Dateien mit den Lieblingssongs übertragen. Diese werden sinnvollerweise auf der SD-Speicherkarte abgelegt. Die Verwaltung erfolgt über das intuitive Menü. Die Funktionalität erstreckt sich bis hin zu einem Equalizer oder der Erstellung einer Playlist.

Ein kleiner Wehrmutstropfen für die Nutzung als MP3-Player sind Größe, Gewicht und Form, die nicht gerade als taschenfreundlich zu bezeichnen sind. Die strikte Trennung der Hauptfunktionen bewirkt, daß der Musik-Player beispielsweise nicht parallel zur Freizeitnavigation genutzt werden kann. Schade!

Auch die Photodatenbank bietet umfangreiche Möglichkeiten wie eine Diashow, Zoomfunktion und vieles mehr. Es ist empfehlenswert nicht allzugroße Dateien abzuspeichern, da ansonsten die Leistungsgrenze des Intel Prozessors beim Laden und Zoomen erreicht wird.

Autonavigation mit dem CrossoverGPS

Im Gegensatz zu routingfähigen GPS-Handgeräten, deren funktioneller Schwerpunkt auf der Outdoor-Navigation liegt, besitzt das CrossoverGPS eine sprachgesteuerte Routingfunktion.

Nach aktivieren des Navigationsmenüs hat man sofort die wichtigsten Funktionen zur Auswahl: Karte, Adresse, Sonderziele, Heimatadresse, Adressbuch und Kreuzung. Im Untermenü werden Tripcomputer, Trip-Planer, erweiterte Sonderziele, Zielland und eigene Einstellungen angeboten.

Um das anvisierte Ziel auszusuchen gibt es diverse Möglichkeiten: Auswahl aus dem Adressbuch, Wahl eines Sonderziels wie z.B. eines Restaurants oder einer Sehenswürdigkeit, Suche nach Postleitzahl oder Stadt bzw. Wahl der Heimatadresse. Ein schönes Detail bei der Suche nach einer Adresse ist neben der Sprachunterstützung die QuickSpell-Funktion, die eine logische Überprüfung der Eingabe durchführt und durch Autovervollständigung schnell das gewünschte Ergebnis herbeiführt.

Nach dieser Auswahl fragt das Magellan CrossoverGPS nach einer Methode zur Routenberechnung: Schnellste, Autobahnen bervorzugt und Vermeidung von Mautstraßen wird angeboten. Weitere Varianten gibt es leider nicht. Eine Berechnung der kürzesten Strecke ist wünschenswert. Vielleicht wird dies bei einem Software-Update berücksichtigt. Nach der Routenberechnung, die sehr flott von statten geht, wird zugleich die Kartenansicht eingeblendet. Interessant ist der sprachgesteuerte Simulationsmodus, mit dem sich eine Route vorab anschauen läßt. Für den täglichen Gebrauch sollte er allerdings deaktiviert werden.

Mit Hilfe des Trip-Planers lassen sich Routen mit mehreren Zwischenstationen erstellen. SmartDetour ermöglicht die Berechnung einer Alternativroute bei erhöhtem Verkehrsaufkommen. Im Osterreiseverkehr hat sich diese Option prima bewährt.
Was derzeit noch nicht funktioniert ist die Ansage von Straßennamen und Anschlußstellennamen. Dies sollte mit einem zukünftigen Firmwareupdate behebbar sein.

In der Praxis erweist sich die Autoroutingfunktion als sehr genau und souverän. Die deutliche Sprachansage liefert alle notwendigen Informationen in hervorragender Qualität. Ein “Ding Dong” weist frühzeitig auf Abbiegungen hin. Lediglich die letzte Ansage zu einer Abbiegung kommt manchmal etwas spät. Weitere Angaben erhält der Fahrer über den Positionsbildschirm, der durch Antippen der oberen Leiste in der Kartenansicht aufgerufen wird. Er zeigt den aktuellen Standort, auch mit geographischen Breiten- und Längenangaben, die aktuellen Querstrassen, einen Kompass, die Meereshöhe und die Geschwindigkeit an. Durch Antippen des Symbols für das nächste Manöver werden detaillierte Fahranweisungen eingeblendet.

Magellan CrossoverGPS mit Kartenansicht

Ein weiteres tolles Feature läßt sich mit Hilfe des mitgelieferten Sonderzieldatei-Editors verwirklichen. Besonders im Freizeit/Outdoorbereich hat man schnell den Wunsch per Autonavigation ein Ziel anzusteuern, das in keiner Datenbank vorhanden ist. Beispielsweise den Startpunkt einer Wanderroute. Wie läßt sich dies umsetzen? Ein möglicher Workaround wird hier vorgestellt: Mit Hilfe eines separaten Planungsprogramms wie Touratech oder Fugawi wird der genaue Punkt auf der Karte bestimmt und anschließend in einer *.gpx-Datei abgespeichert. Diese wird mit dem Sonderzieldatei-Editor geöffnet und wiederum als *.mgln-Datei gespeichert. Mit den Magellan Tools wird die *.mgln-Datei per USB-Verbindung auf das Gerät übertragen. Im Menü erweiterte Sonderziele läßt sich der Eintrag zur Autonavigation aussuchen.

Dank des mitgelieferten Zubehörs gelingt die Installation des CrossoverGPS an der Windschutzscheibe des Autos oder mittels Klebepad auf dem Armaturenbrett spielend einfach. Die Stromversorgung erfolgt über den Kfz-Stecker durch den Zigarettenanzünder.

Das optional erhältliche TrafficKit zum Empfang aktueller Verkehrsinformationen stellt eine sinnvolle Erweiterung dar. In diesem Review konnte es allerdings nicht berücksichtigt werden.

Outdoor-Navigation

Im Handbuch wird diese Anwendung folgendermaßen beschrieben: „Die Freizeitanwendung bietet einfache Navigationsfunktionen zum Wandern und Zelten. Ohne optional erhältliche Karten (Magellan MapSend Topo) können Sie Tracks erstellen, Wegpunkte hinzufügen, gespeicherte Wegpunkte ansteuern und mit Backtrack der bisherigen Strecke zum Ausgangspunkt folgen. Das Magellan CrossoverGPS enthält eine Basiskarte für alle Freizeitaktivitäten.“

Schauen wir uns als erstes die Kartenseite an, der eine zentrale Funktion zukommt. Die zugrundeliegende vektorielle Basiskarte enthält wesentliche Informationen zu Ortschaften, Strassen, Seen, Flüsse, Parkplätzen, Eisenbahnlinien …. . Höhenlinien werden ebenfalls dargestellt. Beim Zoomen der Karte werden sie unterhalb eines Maßstabs von 500 m ausgeblendet. Im Vergleich zu den Basiskarten anderer GPS-Geräte ist der Informationsgehalt der Magellan-Karte wesentlich höher. Wunder darf man allerdings nicht erwarten. Gerade für Wanderungen und Radtouren ist die Anzeige von Forststrassen, kleinen Wegen und Angaben zu Geländetyp wie Wald oder offene Flächen sinnvoll. Dies ist aber nicht implementiert. Für diesen Zweck gibt es die optionalen MapSend Topo-Karten.

Die Kartenseite ermöglicht einen schnellen Zugriff auf alle Informationen die im Outdooralltag benötigt werden. Sie läßt sich leicht über den Touchscreen verschieben. Es passiert jedoch schnell, daß eines der zahlreichen Submenüs unbeabsichtigt geöffnet wird. Oben rechts auf der Kartenseite des Crossover GPS wird der Satellitenstatus eingeblendet; angetippt und schon öffnet sich ein Fenster mit detaillierten Informationen zu den empfangenen Satelliten. Ein schönes Detail ist der eingeblendete Kompass, antippen und sofort erfahren wir Informationen zu Position, Höhe, Datum, Uhrzeit, Geschwindigkeit und Tageskilometer. Mittels eines kleinen Pins wird die aktuelle Position als Wegpunkt abspeichert.

Über Goto können einzelne Wegpunkte, wie beispielsweise das vorher definierte Basislager, angesteuert werden. Nach der Wahl des Ziels wird auf der Kartenseite ein Linie eingezeichnet, der man einfach nur folgen muß. Auf die Zielankunft weist das Magellan CrossoverGPS optisch und akustisch hin. Alternativ läßt sich die Kompassseite nutzen. Eine kleine Markierung an der Kompassrose zeigt die zu folgende Richtung an. Achtung: Dies funktioniert konstruktionsbedingt nur in Bewegung. Im Stand wird die Zielrichtung nicht korrekt angezeigt.

Benutzerdefinierte Einstellungen lassen sich im Optionsmenü tätigen. Für die geographische Breite und Länge stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl. An dieser Stelle ist es wünschenswert, daß auch das UTM-Format zur Verfügung steht. Die Einstellung eines Kartenbezugssystems, wie bei Outdoor-GPS-Geräten üblich, fehlt. Auch im Handbuch findet sich dazu keine Information. Im Vergleich mit anderen GPS-Geräten kann davon ausgegangen werden, daß das weltweit gültige WGS 84 als Vorgabe eingestellt ist.

Eine grundlegende Anwendung von GPS-Geräten ist das Aufzeichnen von Tracks. Auch diese Disziplin beherrscht das CrossoverGPS. Während einer Tour wird damit die gewählte Route automatisch aufgezeichnet. Dies ist, um in der Nomenklatur des CrossoverGPS zu bleiben, der aktive Track. Nach beendeter Tour kann der Anwender den aktiven Track unter einem beliebigen Namen abspeichern und ihn in Zukunft für eine weitere Tour nutzen. Mittels Backtrack kann der abgespeicherten Route wieder gefolgt werden. Über die Funktion Umkehren kann auch die Zielrichtung des Tracks geändert werden. Das Aufzeichnen und Zurückverfolgen von Tracks wurde im Rahmen dieses Reviews mehrfach ausprobiert. Es hat sich bewährt; die Tracks lassen sich sogar in voller Länge mit allen Wegpunkten abspeichern (Im Test waren dies bis zu 1000 Punkte).

Wenn die maximale Anzahl der Tracks im Speicher erreicht wird macht es Sinn diese zu exportieren. Anschließend lassen sie sich archivieren oder mit einer Planungssoftware bearbeiten. Analog lassen sich auch Tracks, die beispielsweise in einem der zahlreichen Tourenportale erhältlich sind, per Import auf das Crossover übertragen. Der Datenimport und Datenexport ist im Optionsmenü angesiedelt. Im Handbuch wird der Vorgang nicht näher beschrieben. NAVIGATION-PROFESSIONELL beschreibt hier einen Workaround, der freundlicherweise vom Magellan-Support zur Verfügung gestellt wurde. Dazu wird zusätzlich ein externes SD-Kartenlesegerät sowie als Software MapSend Lite Beta V2.00 benötigt. Eine direkte Übertragung per USB-Kabel ist nicht möglich.

Den vollständigen Workaround erhalten Sie hier: Download: Workaround

Dank des Sirfstar III Empfängers hat das Crossover auch unter schlechten Bedingungen einen sehr guten Empfang. Im Vergleich zu unserem Referenzgerät konnten keine Abweichungen festgestellt werden. Für den Outddoralltag ist die Formgebung weniger gelungen. Das Gerät liegt nicht griffig in der Hand, eine einhändige Bedienung ist nicht möglich. Dank der Schutzfunktion des Sports Guard und der IPX4-Spezifikation sollte es auch widrigen Bedingungen trotzen.

Der Funktionsbereich Seenavigation konnte bei diesem Review nicht berücksichtigt werden.

Fazit

Das Magellan CrossoverGPS beschreitet einen neuen Weg und definiert den Beginn einer neuen Klasse von GPS-Geräten. Es beherrscht alle grundlegenden Funktionalitäten eines sprachgesteuerten Autonavigationssystem wie auch eines outdoor tauglichen GPS-Empfängers. Mit diesem Ansatz wird es sicherlich viele Freunde finden, die sich beide Welten in einem Gerät vereint wünschen.

Am heimischen PC einen Track aus einem Tourenportal herunterladen, auf das GPS einspielen, ins Auto steigen, sich zum Ziel lenken lassen, die Wandertour durchführen, aus der Datenbank ein nahes Restaurant aussuchen (Telefonnummer inklusive) und im Anschluss per Autonavigation zum Kino geleitet werden – alles mit dem CrossoverGPS kein Problem!

Die Schwächen liegen eher im Detail. An erster Stelle ist es wünschenswert, daß Magellan das Angebot an Zubehör erweitert. Weitere topographische Karten, eine Handschlaufe und ein Fahrradhalter stehen an erster Stelle der Wunschliste. Eine Ergänzung des Setups um das UTM-Format, sowie des Autoroutings um die Auswahlmöglichkeit kürzeste Strecke vervollkommnen die Möglichkeiten des Gerätes.

Summa summarum, NAVIGATION-PROFESSIONELL ist überzeugt, daß das Magellan CrossoverGPS seinen Platz am Markt erobern wird!

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Test: Magellan CrossoverGPS was last modified: April 25th, 2018 by Joachim Bardua
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