Outdoor-GPS-Gerät: Magellan eXplorist 110 (Bild: Magellan)

Outdoor-GPS-Gerät: Magellan eXplorist 110 (Bild: Magellan)

Zuwachs für die Magellan eXplorist Familie! Mit dem eXplorist 110 erweitert Magellan sein Angebot an Outdoor-Navis.

Die Magellan eXplorist Serie umfasst damit sieben GPS-Geräte: 710, 610, 510, 310, 110 und GC lauten die Bezeichnungen. Der eXplorist 710 ist das Topmodell, der eXplorist 110 und der eXplorist GC sind die preiswerten Basismodelle.

Der neue eXplorist 110 unterscheidet sich vom eXplorist GC hinsichtlich Ausstattung und Einsatzzweck. Der eXplorist GC ist ein Geocaching-Spezialist, der eXplorist 110 eignet sich auch für Aktivitäten wie Wandern und Fahrradfahren. Beide Einsteiger-GPS-Geräte sind für rund 130.- Euro zu haben.

Der eXplorist 110 wird mit folgendem Zubehör ausgeliefert:

  • Zwei AA Lithium-Batterien
  • Mehrsprachige Schnellstartanleitung
  • Gutschein für eine kostenlose 30 Tage Premium-Mitgliedschaft bei Groundspeak (Betreiber des Geocaching-Portals “Geocaching.com”)

Ein USB-Kabel zum Anschliessen an den PC ist dem Rotstift zum Opfer gefallen. Handbuch und notwendige Software werden am besten von der US-Seite von Magellan bzw. der deutschsprachigen Serviceseite heruntergeladen (www.magellangps.com, service.magellangpseurope.com). Ein deutsches Handbuch sucht man derzeit allerdings vergeblich.

eXplorist-Freunde sollten auf jeden Fall die kostenlose Software VantagePoint auf ihrem PC installieren (zum Planen und Verwalten von Touren, Übertragen von Geocaches und vieles mehr; nur für Windows). Wer einzelne Geocaches von der Webseite Geocaching.com direkt auf den eXploristen kopieren möchte, braucht noch den Magellan Communicator (für Windows & Mac). Und zu guter Letzt: Um eine PC-Software wie VantagePoint mit Positionsdaten zu versorgen, werden die Magellan eXplorist NMEA Treiber benötigt.

Magellan eXplorist 110: Technik

Der eXplorist 110 ist ein kleines und handliches Outdoor-GPS-Gerät. Wegen seiner Größe kann er insbesondere Outdoorern mit kleinen Händen empfohlen werden. Aber auch die Bedienung über vier Tasten und Thumbstick trägt zu dieser Empfehlung bei. Tasten und Thumbstick liegen recht eng beinander, Nutzern mit zarten Finger sollte die Bedienung leichter fallen.

Die Optik wird durch den Bügel am unteren Gehäuseende geprägt. Daran läßt sich beispielsweise eine stabile Reepschnur zum Sichern des Gerätes anbringen. Auf der Gehäuserückseite gibt es noch eine Aufnahme für die Fahrrad- bzw- Kfz-Halterung. Bezüglich der Verarbeitung macht der eXplorist 110 einen sehr hochwertigen und vertrauenerweckenden Eindruck.

Zur Energieversorgung setzt Magellan auf zwei AA Batterien bzw. Akkus. Laut Magellan beträgt die Laufzeit 18 Stunden, im Test sind wir mit den von uns bevorzugten eneloop NiMH-Akkus (1.900 mAh, Typ HR-3UTGA) auf rund 9 Stunden (Messwerte: 08:39, 09:03, 09:04 hh:mm) bzw. ca. 19 Stunden (Messwerte: 18:40, 19:40, 19:15 hh:mm) gekommen. Der erste Wert repräsentiert einen maximalen Energieverbrauch (Beleuchtung dauerhaft 100%, aktive Navigation, Trackaufzeichnung), der zweite Wert einen minimalen Energieverbrauch (Beleuchtung 0%, Ruhezustand, Trackaufzeichnung). In der Praxis wird die Laufzeit irgendwo zwischen diesen beiden Werten liegen. Alternativ läßt sich das Gerät an einer externen Stromquelle betreiben (PC, Kfz-Steckdose, externer Akku), eingelegte Akkus werden aber nicht aufgeladen.

Zum Empfangen von GPS-Signalen dient ein bewährter SiRFstarIII Chip in Kombination mit einer Patch-Antenne. Im Test zeigt sich, dass das Gerät den besten Empfang bei senkrechter bzw. “schräg nach oben” Ausrichtung hat. Damit ist der kleine eXplorist zum Geocachen und Wandern prädestiniert. Die Positionsbestimmung dauert meist etwas länger als bei vergleichbaren Garmin-Geräten, funktioniert insgesamt aber sehr zuverlässig. Besonders gut gefällt dem Tester das präzise Heranführen an die Koordinaten von Geocaches; Trackaufzeichnungen sind in der Regel sehr präzise. Beim Aufzeichnen von Tracks muß man allerdings aufpassen. Befindet sich das Gerät im energiesparenden Ruhezustand und wird durch ein Antippen des Ein-/Ausschalters geweckt, dann macht sich dies durch teils deutliche Abweichungen in der Trackaufzeichnung bemerkbar. Die Positionsbestimmung gerät quasi kurzfristig außer Tritt, ein anschließendes manuelles Bearbeiten der Tracks am PC ist notwendig.

Der folgende Download enthält eine Trackaufzeichnung von unserer Teststrecke, zum Vergleich dienen zwei Garmin-Geräte (rot: Magellan eXplorist 110, grün: Garmin eTrex 30 mit GPS und GLONASS, blau: Garmin GPSmap 62st; eXplorist 110 und eTrex 30 jeweils am Rucksackträger befestigt, GPSmap 62st in der Deckeltache mit der Antenne schräg nach oben).

Download: Magellan eXplorist Track (Entpacken und kmz-Datei beispielsweise mit Google Earth öffnen)

Magellan eXplorist 110 beim Geocaching (Bild: Navigation-Professionell)

Magellan eXplorist 110 beim Geocaching (Bild: Navigation-Professionell) (zum Vergrößern anklicken)


(Weitere Bilder: Fotogalerie Outdoor-Navigationssysteme)

Dem Nutzer stehen 500 MB interner Speicher zur Verfügung, eine Erweiterung über Speicherkarten ist nicht vorgesehen. Magellan gibt als Speicherkapazität für Anwenderdaten 500 Wegpunkte, 25 Routen mit je 25 Punkten, 500 Geocaches und 10 Tracks an. Die einzelnen Tracks können aus bis zu 5.000 Punkten bestehen. Im Track-Menü werden aber interessanterweise bis zu 25 Tracks zuzüglich des aktiven Tracks angezeigt. Dies können mit dem eXplorist aufgezeichnete oder auf das Gerät kopierte Tracks sein (bzw. eine Mischung davon). Wenn die Grenze von 25 Stück überschritten wird, taucht beim Speichern die Meldung “Die maximale Anzahl von Strecken wurde erreicht” auf. Wem diese – angesichts des üppigen Speichers von 500 MB – eingeschränkte Kapazität nicht ausreicht, sollte den eXplorist GC (10.000 Geocaches) bzw. den eXplorist 310 (1.000 Wegpunkte, 50 Routen mit je 50 Punkten, 10.000 Geocaches, 50 Tracks, 10.000 Punkte/Track) in Betracht ziehen.

Der eXplorist 110 hat eine weltweite Basiskarte an Bord (u.a. mit dem gesamten Straßennetz von N-Amerika und Westeuropa). Trotz anfänglicher Skepsis zeigt sich, dass diese Karte – zumindest in bebauten Gebieten – durchaus eine gute Orientierungshilfe sein kann. Laut Magellan kann der eXplorist 110 keine weiteren Karten aufnehmen. Wer zum Basteln bereit ist, kann diese Hürde allerdings umgehen (weitere Infos: Magellanboard).

Eine Schwäche des eXplorist 110 ist das teils träge Verhalten beim Aufrufen von Funktionen. Die Basiskarte läßt sich aber flott verschieben und zoomen.

Das 2,2-Zoll Farbdisplay hat eine Auflösung von 240 x 320 Pixel. Es zeichnet wunderbar scharf, für manchen Outdoorer kann die Schriftgröße aber zu klein sein. Die Ablesbarkeit des stark spiegelnden Displays ist insgesamt gesehen sehr gut, bei Sonnenschein mit Licht von der Seite kommt es aber – trotz voll aufgedrehter Hintergrundbeleuchtung – an seine Grenzen.

Magellan eXplorist 110: Funktionen

Magellan eXplorist 110: Tracknavigation

Magellan eXplorist 110: Tracknavigation (grün: zum Navigieren verwendeter Track, türkis: Führungslinie, magenta: Ursprungslinie, rot/weiß: aktuelle Trackaufzeichnung)

Vom Funktionsumfang ist der Magellan eXplorist 110 ein Generalist zum Geocaching, Wandern, Fahrradfahren und anderen Outdoor-Aktivitäten.

Neben Standards wie Routen-, Wegpunkt- und Tracknavigation bietet er: papierloses Geocaching, Mitteln von Wegpunkten, Wegpunkt-Projektion (vom aktuellen Standort, nicht von beliebigen Wegpunkten), Angel & Jagd bzw. Sonne & Mond Kalender, Flächenberechnung, zahlreiche Alarme (z.B. bei Annäherung an einen Geocache), unterschiedliche Dashboards (Kompass, Höhenprofil, Daten, Satelliten), Benutzerangaben (Name, Adresse, …) auf dem Startbildschirm und viele Konfigurationsmöglichkeiten. Was fehlt sind eine Funktion zum Peilen und eine POI-Sammlung.

Im Test wurde der eXplorist in erster Linie beim Wandern und Geocaching eingesetzt. Dabei haben vor allem die Art der Tracknavigation und die Geocaching-Funktionalität überzeugt. Mit der aktuellen Firmware lassen sich Geocaches allerdings nicht z.B. nach Status und Typ filtern (obwohl im englischen Handbuch beschrieben). Verbesserungspotential gibt es noch beim Workflow für Multicaches, sprich die Integration von Wegpunkten für die einzelnen Stages. Wünschenswert wäre noch eine Verknüpfung der Caches mit ihren “additional Waypoints” (zusätzliche Wegpunkte, z.B. Parkplätze).

Magellan’s Bedienungsphilosophie hat man schnell verinnerlicht, der eXplorist 110 sollte sich auch gut für Einsteiger in die Materie eignen.

Geocaches lassen sich auf alle nur erdenklichen Arten auf des Gerät übertragen. Als Quellen dienen die Portale Geocaching.com, Opencaching.de oder die Garmin-Seite Opencaching.com. Wie schon erwähnt, gehört ein Gutschein für eine 30 Tage Premium-Mitgliedschaft bei Geocaching.com zum Lieferumfang des Gerätes. Wer nach Ablauf der 30 Tage alle Vorteile von Geocaching.com weiterhin nutzen möchte (z.B. Pocket Queries erstellen, komplette Cachebeschreibungen statt nur Koordinaten zu erhalten), muß zahlen. Die weitere Mitgliedschaft kostet $ 30.-/Jahr.

Die Geocaches lassen sich nach dem Download mit dem Windows-Explorer direkt auf das Gerät kopieren (Ordner: Geocaches); dies können Pocket Queries oder GPX-Dateien mit einzelnen Caches sein. Eine weitere Möglichkeit ist es, mit Hilfe des Magellan Communicator Plugins einzelne Geocaches von der Geocaching.com Webseite auf den 110 zu übertragen (Funktion: Send to GPS). Alternativ lassen sich Tools wie Magellan VantagePoint oder GSAK nutzen. Das kostenlose VantagePoint bietet eine direkt Schnittstelle zu Geocaching.com und kann sogar die in den Geocachebeschreibungen enthaltenen Bilder auf den eXplorist kopieren, vorausgesetzt, der Geocacher ist Premium-Mitglied (Hinweis: einen separaten Bildbetrachter für Spoilerbilder gibt es nicht).

Magellan eXplorist 110: Zusammenfassung

Kurzum: Der Magellan eXplorist 110 hat im Test außerordentlich Spaß gemacht! Der Kleine von Magellan hat sich bei den unterschiedlichsten Outdoor-Aktivitäten bewährt, allen voran beim Geocaching und Wandern.

Der Outdoorer erhält für 130.- Euro ein funktionales GPS-Gerät mit einer guten Akkulaufzeit und einem guten Display, verpackt in ein handliches und peppiges Gehäuse. Der Funktionsumfang läßt etwas Raum für Verbesserungswünsche, Kritik muß Magellan vor allem aber dafür einstecken, dass es kein deutschspachiges Handbuch gibt und der eXplorist 110 noch nicht einmal auf der deutschen Magellan-Webseite gelistet ist.

Manche Outdoorer können sich an der relativ eingeschränkten Speicherkapazität für GPS-Daten stören. Wer in der gleichen Preisklasse bleiben und das Gerät hauptsächlich zum Geocaching einsetzen möchte, für den kommt der eXplorist GC in Frage (ebenfalls für 130.- Euro zu haben). Der GC kann immerhin 10.000 Geocaches verwalten. Deutlich mehr kostet der eXplorist 310 (Straßenpreis ca. 170.- Euro). Dafür bietet er neben 10.000 Geocaches viel Platz für Tracks, Routen und Wegpunkte und kann sogar mit weiteren Karten bestückt werden.

Update 05.11.2012: Ein deutsches Handbuch gibt es jetzt auf http://service.magellangpseurope.com

Wer Technik und Funktionen der drei eXploristen vergleichen möchte, dem steht unsere Navi-Datenbank zur Verfügung.

Empfohlener Online-Shop:

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Pro

  • Klein und handlich
  • Funktionsumfang
  • Gute Akkulaufzeit
  • Ablesbarkeit des Displays
  • Verarbeitungsqualität
  • Kostenlose VantagePoint Software
  • Preis-/Leistungsverhältnis

Contra

  • Speicherkapazität für Tracks, Geocaches etc
  • Teils träges Reagieren auf Eingaben
  • Mit aktueller Firmware kein Filtern von Geocaches möglich
  • Kein USB-Kabel im Lieferumfang
  • Keine deutschsprachige Bedienungsanleitung verfügbar

Getestete Software: 1.12

Ganz schön stark der Kleine: Magellan eXplorist 110 Test was last modified: April 18th, 2017 by Joachim Bardua
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