Mit dem eXplorist GC wandelt Magellan auf neuen Pfaden – schließlich handelt es sich um ein GPS-Gerät ausschließlich für Geocacher. Der eXplorist GC bildet den Auftakt zu einer neuen Geräteserie. Mit weiteren Modellen (eXplorist 510, 610, 710) will Magellan im boomenden Outdoor-Markt wieder richtig Fuß fassen.

Der GPS-Schatzsucher soll mit einigen Besonderheiten Geocachern Appetit machen: Vorinstallierte Geocaches (999 Top Geocaches in Europa), eine weltweite Basiskarte mit einem detaillierten Straßennetz in Nordamerika und Westeuropa, Paperless Geocaching, Geocaching.com kompatibel und eine 30 Tage Premium Mitgliedschaft für Geocaching.com zum Ausprobieren.

Was der eXplorist GC beim Geocachen leistet, hat Navigation-Professionell.de auf einigen Geocaching-Streifzügen ausprobiert.

Magellan eXplorist GC: Hardware

Gerade einmal 147 g (ohne Akkus) wiegt der in grau gehaltene, gut verarbeitete eXplorist. Gewicht, Abmessungen (5,6 x 11,1 x 3,6 cm) und Form machen aus dem GC ein hosentaschenfreundliches Outdoor-Navi Typ “Handschmeichler”. Seine Energie bezieht er aus zwei AA Akkus/Batterien, die laut Magellan eine Laufzeit von 18 Stunden versprechen. Im Test sind wir mit 2.700 mAh NiMH Akkus auf 09:15 hh:mm (permanente Hintergrundbeleuchtung mit maximaler Beleuchtung, kontinuierliche Trackaufzeichnung, eingeschaltete Töne und aktive Navigation), 17:15 hh:mm (auf Beleuchtung wurde nach Möglichkeit verzichtet, keine Töne, keine Trackaufzeichnung, aktive Navigation) bzw 17:20 (kontinuierliche Trackaufzeichnung, Beleuchtung wenig benutzt, Töne aus, wenig navigiert) gekommen. Der eXplorist bietet somit ausreichend Energiereserven für lange Geocachingtouren. Praktisch ist der Energiesparmodus, der den eXplorist in einen Ruhezustand versetzt. Ein schönes Feature: Tracks zeichnet er im Sparmodus weiterhin auf.
eXplorist GC, Rückseite und Batteriefachdeckel
Der Batteriefachdeckel wird mit einer Viertel-Schraubenumdrehung geöffnet und entfernt, lediglich das Einsetzen erweist sich als etwas hakelig. Eine umlaufende Dichtung schützt das darunterliegende Batteriefach wirkungsvoll vor Feuchtigkeit (wasserdicht nach IPX-7). In dem Batteriefachdeckel hat Magellan noch eine Schiene, deren Zweck das Anbringen von noch nicht erhältlichem Zubehör sein dürfte, sowie drei kleine Löcher für den Lautsprecher integriert. An der unteren Längsseite – hinter einer Gummidichtung – befinden sich Reset-Knopf und USB-Anschluß sowie eine bügelförmige Halterung, beispielsweise zum Befestigen einer Handschlaufe.

Die Bedienung des Schatzsuchers erfolgt ausschließlich über Tasten (unbeleuchtet) und einen Joystick. Damit ist er gleichermaßen für Rechts- und Linkshänder geeignet, der Bedienung mit einer Hand bzw. mit dünnen Fleecehandschuhen steht nichts im Wege.

Geocaches speichern ohne Ende

Auf einen Speicherkartenslot hat Magellan verzichtet, dafür protzt der Kleine mit einem internen Speicher von 1,8 GB. Mehr ist auch nicht nötig, da für Benutzerdaten immerhin rund 500 MB zur Verfügung stehen (Applikation und Basiskarte nehmen ca. 1,2 GB in Anspruch).

An Geocaches nimmt der eXplorist GC 10.000 Stück auf, das entspricht zwanzig Pocket Queries (PQ) von Geocaching.com! Mit dieser immensen Kapazität kann kaum ein anderes Outdoor-Navi mithalten (Ausnahmen: Satmap Active 10, CompeGPS Aventura/Sportiva). Es geht aber noch weiter: Sämtliche Additional Waypoints der Geocaches (bei zwanzig PQ können dies eine Menge sein!) und die in den Geocache-Beschreibungen enthaltenen Bilder hält der eXplorist ebenfalls vor. Außerdem kann der Nutzer 500 individuelle Wegpunkte und eigene Hintergrundbilder für die Benutzeroberfläche speichern.

Das relativ kleine 2,2-Display bietet eine immens hohe Auflösung (240 x 320 Pixel) und somit eine gestochen scharfe Darstellung der Bildschirminhalte. Bei der Ablesbarkeit kann der eXplorist mit den Besten seiner Art aber nicht mithalten, denn ohne Hintergrundbeleuchtung geht fast nichts. Egal ob im Schatten, bei bewölktem Himmel oder diffusem Licht, ein gewisses Quantum Zusatzlicht ist stets notwendig. Das gleiche gilt bei prallem Sonnenschein, außer man richtet das Display mit der Hand in einem optimalen Winkel zur Sonne aus.

Der eXplorist GC basiert auf einem Windows 5.0 CE Core. Outdoor-Navis mit diesem Betriebssystem brauchen zum Starten oftmals recht lange. Der eXplorist dagegen nicht, mit immerhin 3.500 Caches und anderen Benutzerdaten an Bord braucht er gerade einmal 30 Sekunden!

Zur Positionsbestimmung setzt Magellan auf einen WAAS/EGNOS-fähigen SiRFstarIII Empfänger in Kombination mit einer Patchantenne. Die GPS-Einheit hat bei allen Geocaching-Touren nicht entäuscht, die Position wird flott und akkurat bestimmt. Einzigste Ausnahme: Unter ungünstigen Empfangsbedingungen – getestet in sehr dichtem Wald – kommt es schon mal vor, dass der eXplorist bis zum ersten Positionsfix recht lange braucht und die angegebenen Koordinaten eine teils deutliche Abweichung zeigen. Es dauert dann einen kleinen Moment, bis die korrekte Position angezeigt wird. Ein kleiner Bug: Auf der Satellitenseite stimmt die Nummerierung der Satalliten nicht ganz.

Wird der eXplorist mit einem PC verbunden, stehen drei Optionen zur Auswahl: Massenspeichermodus zum Datenaustausch, Stromversorgung des eXploristen oder das Übertragen von NMEA-Daten zum PC (passende Treiber fehlen aber noch).

Magellan eXplorist GC: Geocaches laden

Perfekt: Geocaches lassen sich auf einfachste Weise auf den eXploristen bringen, die Optionen lauten:

  • 1: Die GPX-Dateien mit den Geocaches (Pocket Queries, einzelne Caches) per Drag & Drop in den Ordner \Geocaches kopieren. GPX-Dateien mit den Additional Waypoints der Pocket Queries gehören in den Ordner \Waypoints.
  • 2: Übertragen einzelner Geocaches (= jeweils eine GPX-Datei) von Geocaching.com mittels des Magellan Communicator Plugins (Download von Magellan Webseite erforderlich).
  • 3: Mit Hilfe der Desktop-Anwendung Magellan VantagePoint (VP). VP kann auf Geocaching.com Accounts zugreifen, Pocket Queries herunterladen und mit dem eXploristen synchronisieren.

Bei Methode 2. und 3. werden zusätzlich die in den Beschreibungen der Caches enthaltenen Bilder auf den eXploristen übertragen, Spoilerbilder aber nicht. Eine Methode zum Kopieren von Spoilern muß noch ausgetüfftelt werden (eventuell mit Hilfe der Software GSAK “Geocaching Swiss Army Knife”, kostenpflichtig).

Magellan eXplorist GC: Menü, Bedienung

Wie schon erwähnt, wird Magellans Schatzsucher ausschließlich mit Tasten und Joystick gesteuert. Dies funktioniert sehr gut, lediglich beim Benutzen des Joysticks kommen hin und wieder Fehlbedienungen vor, ein konzentriertes Hin- und Herschieben des Sticks ist zumindest bei den ersten Gehversuchen angesagt.

Das Menü wird durch fünf Hauptseiten geprägt: Werkzeuge (Einstellungen, Statistiken, Satellitenseite etc.), Karte, Geocaches, Wegpunkte und Übersicht (Kompass bzw. Dashboard). Weitere Funktionen ruft man über zahlreiche Submenüs auf, die teils so viele Optionen bieten, dass die Übersicht verloren geht.

Beim Klicken durchs Menü zeigen sich immer wieder sinnvolle Details. Beispielsweise verbirgt sich hinter dem Eintrag “Folge Wegpunkte” eine pfiffige Funktion. Damit wird direkt auf die Additional Waypoints eines Geocaches (= zusätzliche Wegpunkte, z.B. eine Parkmöglichkeit oder der erste Stage eines Multis) zugegriffen. Mit dieser Umsetzung hat der eXplorist GC derzeit ein Alleinstellungsmerkmal unter den Geocaching-Navis!

Richtig fein ist auch der direkte Zugriff auf alle Details (Beschreibung, Hints, …) vor und während des Navigierens zu einem Cache. Bei Multis gibt es aber eine Einschränkung, da bei ihnen in der Regel das Anlegen eines Wegpunktes als nächstes Navigationsziel nötig ist. Wird zu diesem Wegpunkt navigiert, können die Infos zu dem eigentlichen Cache nur dann gelesen werden, wenn er erneut angeklickt bzw. als Ziel gewählt wird. Praktischer wäre beispielsweise das Anlegen eines Child Waypoints ohne den “Geocaching-Modus” verlassen zu müssen. Das Eingeben von berechneten Koordinaten bzw. eine Wegpunktprojektion sollten für diesen Wegpunkt auch möglich sein (auf der Kartenseite gibt zwar ein Submenü “Wegpunkt hinzufügen”, ein Eintippen von Koordinaten ist aber ebenso nicht vorgesehen wie ein direkter Zugriff auf die Projektion).

Die Fotostrecke zeigt einen Workflow für einen Multicache (nicht alle Schritte/Screens abgebildet)(anklicken):
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Magellan eXplorist GC: Geocache-Details, Filter, Navigation

Bei den Themen Geocache-Details bzw. Filter-/Sortierfunktionen läuft der eXplorist GC zur Hochform auf. Es sind wirklich alle wichtigen Infos vorhanden (Name, GC Code, Hints, Logs, Hinweise auf Travel Bugs, Bilder, ….). Tipp: Zusätzliche Attribute, wie “Für Kinder empfohlen”, werden nur angezeigt, wenn im Geocaching.com Profil “GPX 1.0.1” eingestellt ist. Die umfangreichen Listen lassen sich nach Herzenslust sortieren und filtern (siehe Fotostrecke unten), eine einmal vorgenommene Filterdefinition bleibt auch bei einem Neustart des Gerätes erhalten. Das Anlegen unterschiedlicher Filter ist aber nicht vorgesehen.

Eine Schwäche offenbart sich beim Ablesen. Die kleine Schriftgröße kann so manchem Geocacher Probleme bereiten.

Das Navigieren zu einem Geocache erfolgt mit Hilfe der Kartenseite oder des Kompasses (schönes Detail: Anzeige von Sonnen- und Mondstand). Auf der Karte gibt eine grüne GoTo-Linie die Richtung zum Ziel vor, in der Einstellung “smarter Pfeil” wird in Zielnähe ein hilfreicher, animierter Kreis eingeblendet. Zusätzlich weisen unterschiedliche Cursorfarben (blau, grün, gelb, rot) darauf hin, ob der Geocacher noch auf dem richtigen Weg ist. Der eXplorist GC hat keinen elektronischen Kompass an Bord. Im Gegensatz zu Geräten mit E-Kompass, die auch im Stand die Richtung zum Ziel anzeigen, muß man sich beim eXploristen also bewegen. Ein direkter Vergleich unterschiedlicher Geräte mit oder ohne diesem Hilfsmittel zeigt aber, dass ein E-Kompass nicht unbedingt notwendig ist. Ob der Cache gefunden wird oder nicht hängt meist von anderen Faktoren ab – auf den letzten Metern zählen in erster Linie Qualitäten wie Erfahrung und Intuition!

Die vorinstallierte, weltweite Karte (komplettes NAVTEQ Straßennetz von Nordamerika und Westeuropa, ansonsten nur Hauptstrassen, inklusiver größerer Seen, Flüsse etc.) erweist sich als eine gute Orientierungshilfe, insbesonders in Städten. Ein wichtiger Hinweis: Es lassen sich keine weiteren Karten auf dem eXplorist GC installieren!

Update 30.01.2013: Ein Software-Update v2.13 ermöglicht jetzt die Installation weiterer Karten!

Magellan eXplorist GC: Geocache-Funde loggen

Der Fund (oder der Mißerfolg) eines Caches läßt sich von der Kartenseite am schnellsten durch Aufrufen der Funktion “Optionen > Gefunden” loggen. Das Eintippen von Bemerkungen ist möglich, dabei zeigt sich aber der Nachteil von Tasten-Navis: Die Eingabe längerer Texte dauert ganz schön lange, Touchscreen-Navis haben in dieser Disziplin eindeutig die Nase vorn – allerdings lassen sich die Kommentare auch bequem daheim eingeben.

Logs speichert der eXplorist in einer Field Notes Datei (newlogs.txt) ab. Sie enthält den GC Code, Datum, Uhrzeit und die Bemerkung und läßt sich direkt zu Geocaching.com hochladen.

Fotostrecke zu weiteren Funktionen (anklicken):

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Magellan eXplorist GC: Einige weitere Funktionen

  • Wegpunkt-Projektion: Nur für die aktuelle Position implementiert; beliebige bzw. schon existierende Wegpunkte lassen sich nicht projieren (Sight’N Go “Peilen und Los” ist nicht an Bord).
  • Track-Aufzeichnung: Das Aufzeichnen und Speichern eines Tracks ist möglich (z.B. der aktuellen Geocaching-Tour); eine Tracknavigation (auch Backtrack) gibt es nicht. Die Trackaufzeichnung erfolgt nach Zeit (wahlweise 5/10/20/60 Sekunden).
  • Die Funktion “Geocache hinzufügen” berechnet die Position über einen Zeitraum von 2 Minuten (trotz mehrerer Versuche, das Mitteln scheint noch nicht richtig zu funktionieren).
  • Anzahl und Inhalte der Datenfelder sind konfigurierbar.
  • Zahlreiche Statistiken: Tageskilometer, Zeit in Bewegung, Anzahl gefundener Geocaches, Suchdauer für den jeweiligen Cache, durchschnittliche Suchdauer ….
  • Erringen von Auszeichnungen (“Geocache Awards”)
  • Diverse Anleitungen zum Geocaching sind auf dem eXplorist vorinstalliert.
  • Eintippen von Angaben zum Besitzer.
  • Ein umfangreiches Setupmenü, zahlreiche Koordinatensysteme bzw. Kartendaten.
  • Alarmtöne (ausreichend laut), bei Annäherung ans Ziel und bei GPS Fix.

Magellan eXplorist GC: Fazit

Viel Speicherplatz, exzellente Detailinformationen zu den Geocaches und pfiffige Funktionen: Der Magellan eXplorist GC ist für Geocacher, die Geocachen und nichts als Geocachen, aber für andere Outdoor-Aktivitäten – wie Biken oder Wandern – keine GPS-Unterstützung benötigen, ein empfehlenswertes GPS-Handgerät. Einzig und allein der aktuelle Straßenpreis von rund 200.- Euro erscheint uns leicht zu hoch.

Das Geocachen hat mit dem handlichen eXploristen richtig Spaß gemacht und in allen Fällen zum Ziel geführt! Und noch etwas: Der positive Gesamteindruck, den der eXplorist GC hinterläßt, macht schon jetzt Appetit auf die drei “großen” eXploristen 510, 610 und 710. Wir sind gespannt!

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Lieferumfang:

eXplorist GC
USB-Kabel
Zwei Lithium-Batterien
Kurzanleitung
Geocaching.com Gutschein

Testversion: Software Version 1.5.1330.320
Technischen Daten zu allen Modellen enthält die Geräte-Übersicht von Navigation-Professionell.de.
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Tipps zum eXplorist GC
Antike Karte und futuristischer Kompass
Bedienung:

  • Mit den Zoom + bzw Zoom – Tasten kann man schnell zum Anfang bzw. Ende einer Liste springen.

Geheime Tastenfunktionen (Quelle: www.exploristforum.com)

  • Hinzufügen eines futuristischen Kompasses: Tools > Settings > Compass > Left > Up > Right > Down > Left > Up > Right > Down > Left > Zoom – > Zoom – > Zoom + > Zoom +
  • Hinzufügen eines Hintergrundbildes (Antike Karte): Tools > Settings > Backgrounds > Zoom – > Zoom – > Zoom + > Zoom + > Zoom – > Zoom +

eXplorist GC Software-Updates

22.12.2010: V. 1.6 Sustatining Release

  • Bad Nav Fields (related to bad positioning close to destination).
  • Position averaging bug when placing geocaches.
  • Smart Arrow slow down.
  • Download
Magellan eXplorist GC – GPS-Geräte im Geocaching-Test (6) was last modified: Januar 30th, 2013 by Joachim Bardua
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