Der MagicMaps Tour Explorer – ein Klassiker unter den Tourenplanungs- und Kartenprogrammen für PC und Laptop – steht inzwischen in Version 6 zur Verfügung. Im Rahmen des Versionsupgrades von Version 5 auf Version 6 hat MagicMaps einige Neuerungen eingeführt. Dazu gehören eine Integration von OpenStreetMap Wege- und POI-Daten sowie eine Cloud-Anbindung, bezeichnet als "MagicMaps Live".

Den Tour Explorer 6 – eine Kombination von Software und Rasterkarten im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000 – gibt es in zahlreichen Ausgaben, Beispiele:

  • Tour Explorer 50 Deutschland-Gesamt: 99,90 EUR (Maßstab 1:50.000)
  • Tour Explorer 25 Deutschland-Gesamt: 199.- EUR (Maßstab 1:25.000)
  • Tour Explorer 25 Bayern: 49,90 EUR (Maßstab 1:25.000)
  • Tour Explorer 25 Nordrhein-Westfalen: 49,90 EUR (Maßstab 1:25.000)
  • Tour Explorer 25 Set Süd (= Baden-Württemberg und Bayern): 79,90 EUR (Maßstab 1:25.000)
  • Explorer 50 Österreich: 49,90 EUR (Maßstab 1:25.000)

Desweiteren bietet MagicMaps den Tour Explorer noch mit Karten von der Schweiz und Luxemburg an, allerdings nicht in der neuen Version 6.0. Zusätzliche Upgrade-Angebote von Version 3.0, 4.0 oder 5.0 des Tour Explorers Deutschland bzw. Österreich erleichtern den Umstieg auf die neue Version 6.0.

Hinweis: Der Tour Explorer läuft ausschließlich unter Windows, unterstützt werden Windows 7, Vista und XP.

MagicMaps Tour Explorer 6.0: Viele Funktionen

Was läßt sich mit dem Tour Explorer alles anstellen?

  • Ausschnitte der jeweiligen Rasterkarte auf ein kompatibles GPS-Gerät bzw. Smartphone übertragen.
  • Kartenausschnitte zum Mitnehmen auf die Tour ausdrucken.
  • GPS-Daten (Wegpunkte, Tracks) mit diversen GPS-Geräten austauschen; Touren (Tracks) in unterschiedlichen Formaten importieren bzw. exportieren (z.B. *.gpx, *.kml, *.kmz, *.tcx).
  • Digitalfotos georeferenzieren.
  • Über MagicMaps Live Daten mit anderen Anwendungen von MagicMaps austauschen (z.B. Scout für iPhone und Android) (noch in der Beta-Phase).
  • Wander- und Fahrradtouren mit Hilfe der Routingfunktion erstellen.
  • Touren planen und bearbeiten (z.B. Navigationsrichtung umkehren, Tracks mit exakten Höhendaten versehen).
  • Höhenprofil und statistische Daten zu einer Tour analysieren (z.B. Dauer, höchster Punkt).
  • Wegpunkte anlegen, bearbeiten und auf das GPS-Gerät übertragen bzw. importieren.
  • Entfernungen messen, Flächen anlegen.
  • Touren in 3D betrachten und 3D-Flüge durchführen.
  • Anzeigen von: Städtenamen, POIs, OSM-Wegenetz, ADFC-Radwegenetz.
  • Statt Rasterkarte ein Luftbild verwenden.
  • Vorgefertigte Tourenvorschläge einblenden (z.B. Donau Radweg), die Touren sind auf GPS-Geräte übertragbar.

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Zum Erstellen von Touren bietet der Tour Explorer mehrere Möglichkeiten. Zum einen die Funktion Linie, mit der eine beliebige Strecke auf der Karte zusammengeklickt wird. Die Strecke kann beispielsweise entlang des ADFC-Radwegenetzes, des OSM-Wegenetzes, den in der Rasterkarte eingezeichneten Wegen und Straßen oder einfach nur querfeldein verlaufen.

Alternativ kommt das komfortable automatische Routing zum Einsatz. Als Grundlage dienen das ADFC- bzw. das OpenStreetMap-Wegenetz. Der Anwender muss dazu nur einen Start- und Zielpunkt bzw. einen oder mehrere Zwischenpunkte definieren und schon berechnet der Tour Explorer die passende Strecke. Durch Ändern der Berechnungsparameter wie Schwierigkeit der Strecke (leicht, mittel, schwer, sportlich) oder Wanderwege bevorzugt nutzen läßt sich die Streckenführung zusätzlich beeinflussen.

Mit der Integration des OSM-Wegenetzes hat der neue Tour Explorer deutlich hinzugewonnen Viele kleine Pfade und Wege stehen jetzt zum Routing zur Verfügung. Allerdings kann es passieren, dass die berechnete Strecke von den in der Rasterkarte eingezeichneten Wegen abweicht, da die OpenStreetMap-Wege durchaus etwas anders verlaufen können. Auch ist nicht auszuschliessen, dass das OSM-Wegenetzes in manchen Regionn noch lückenhaft ist.

Nach der Planung – egal mit welcher Methode – wird die Strecke als Track auf das GPS-Gerät übertragen und steht zum Navigieren bereit.

Tipp: Das OSM-Wegenetz wird erst durch Aktivieren der entsprechenden Rubriken des Straßenwegenetzes auf der Karte eingeblendet. Fußwege erscheinen dann als – schlecht erkennbare – feine graue Linien (Funktion: Ansicht > Straßen und POI).

MagicMaps Tour Explorer 6.0: Automatisches Routing entlang des OSM-Wegenetzes (zum Vergrößern anklicken)

Beim Planen von Touren offenbaren sich schnell einige Stärken und Schwächen des Tour Explorers. Als besonders praktisch erweist sich das Anlegen von Projekten. Damit lassen sich die GPS-Daten ordnen, z.B. kann ein Projekt Gardasee Juni 2012 lauten und Tracks und Wegpunkte des letzten Urlaubs beinhalten.

Der GPS-Assistent, ein Tool zum Datenaustausch mit GPS-Geräten, glänzt beispielsweise mit der Möglichkeit, beim Exportieren von Tracks die Anzahl an Trackpunkten vorgeben zu können. Ein sinnvolles Detail, vor allem für Besitzer älterer Garmin-Geräte! Auf der anderen Seite zeigt der Assistent ein paar verbesserungswürdige Details. Er unterstützt eher weniger verbreitete Geräte von Xplova oder MyNav, aber nicht alle aktuellen Garmin-Geräte. Beim Import von Wegpunkten von einem eTrex 10 kommt es zu der Fehlermeldung: Diese Version des Garmin-Protokolls kann nicht gelesen werden (zum Vergleich: bei einem älteren Oregon 300 gibt es dabei keine Probleme). Seitens MagicMaps ist hierzu ein Update geplant, der Termin steht aber noch nicht fest. Die Wegpunkte lassen sich aber mit der GPX-Import-Funktion problemlos importieren.

Weitere Kritikpunkte betreffen die Bedienung des Tour Explorers. Die Breite der Objektliste läßt sich nicht beliebig ändern, zudem würden frei verschiebbare Symbolleisten mit direktem Zugriff auf die einzelnen Funktionen die Bedienung erleichtern.

Das Kopieren von Rasterkarten auf ein kompatibles GPS-Gerät gehört zu den weiteren Stärken des Tour Explorers. Mit Hilfe des Assistenten lassen sich die Karten komfortabel übertragen, entweder in Form einzelner Kartenausschnitte oder entlang eines Tracks. Dabei läßt sich der Exportbereich um den Track definieren (z.B. 1.000 m), die Helligkeit der Karte einstellen sowie ein Namen für die Datei vergeben.

Kompatible Geräte bzw. Software-Produkte sind: MagicMaps Scout für iPhone/Android/Lowrance/Falk-PNDs, MagicMaps2Go, Falk Lux/Ibex, Xplova, MyNav, VDO GP7 und einige Garmin-Geräte (Colorado, Dakota, Edge 800, GPSmap 62, Oregon). Ein Karten-Export auf nicht aufgeführte Garmin-Geräte funktioniert trotzdem. Bei Garmin-Geräten sind allerdings einige Beschränkungen bezüglich der Anzahl und der Größe der Kartenausschnitte zu beachten. Die Schnittstelle des Tour Explorers ist aber entsprechend programmiert, beispielsweise meckert sie beim Kartenexport auf einen Oregon, wenn die maximal mögliche Anzahl an Kartenausschnitten überschritten wird. Im Test wurde allerdings festgestellt, dass die Schnittstelle im Zusammenspiel mit einem Montana 650 das von Garmin vorgegebene Limit nicht berücksichtigt.

Eine Funktion zum Übertragen von mehreren passgenau angeordneten Kartenausschnitten gehört auf die Wunschliste für die nächste Version des Tour Explorers. Dann ließen sich Karten eines größeren Zielgebietes lückenlos bzw. ohne zu große Überschneidungen auf das GPS-Gerät kopieren.

Was unbedingt zu beachten ist: Es können nur Karten des Tour Explorers Deutschland auf GPS-Geräte von Garmin übertragen werden; aus lizenzrechtlichen Gründen ist dies mit dem Tour Explorer Österreich oder Schweiz nicht möglich.

Die vielen Funktionen zum Bearbeiten von Linien (= Tracks) gehören zu den Highlights. Beispiele sind das Umdrehen der Navigationsrichtung, Splitten in Teilstücke oder Hinzufügen von Höheninformationen, die auf einem exakten digitalen Geländemodell des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie beruhen.

Der Tour Explorer kann auch Digitalfotos georeferenzieren (Geotagging). Mit wenigen Klicks lassen sich Bilder einlesen und mit Hilfe einer Trackaufzeichnung georeferenzieren. Was leider fehlt: ein Tool zum Synchronisieren der Zeitstempel.

MagicMaps Tour Explorer 6.0: zahlreiche POIs am Schloß Linderhof

MagicMaps Tour Explorer 6.0: Umfangreiche POI-Sammlung, Beispiel Schloß Linderhof

MagicMaps Tour Explorer 6.0: MagicMaps Live

Mit MagicMaps Live will MagicMaps den Datenaustausch zwischen mobilen Geräten und PC vereinfachen. Die Anwendung ist noch in der Betaphase, soll aber nach und nach ausgebaut werden.

Derzeit lassen sich in den browserbasierten Tour Explorer Online GPX-Dateien importieren, auf Google-Karten visualisieren und in der MagicMaps Cloud abspeichern. Die PC-Version des Tour Explorers kann diese Daten importieren, bearbeiten und lokal speichern. Im Test hat diese Funktion einwandfrei funktioniert, ein Datenaustausch mit Mobilgeräten wurde allerdings nicht ausprobiert.

MagicMaps Tour Explorer 6.0: Zusammenfassung

Alles in allem ist der MagicMaps Tour Explorer 6.0 ein starkes Stück Software. Ausgestattet mit hochwertigen Rasterkarten, einem exakten digitalen Höhenmodell, dem OSM-Wegenetz und dem ADFC-Radwegenetz bietet der Tour Explorer 6.0 viel Leistung fürs Geld. Dazu kommen viele interessante Funktionen, allen voran das automatische Routing, die zahlreichen Möglichkeiten zum Bearbeiten von Tracks und mit MagicMaps LIVE eine zukunftsweisende Cloud-Anbindung. Auf der anderen Seite haben Funktionen wie der Assistent zum Übertragen von Daten oder das Georeferenzieren von Digitalfotos Optimierungsbedarf.

Der Tour Explorer 6.0 eignet sich vor allem für GPS-Freunde, die nicht nur auf der Suche nach einer Software zum Planen und Verwalten von Touren sind, sondern auch ihr GPS-Gerät mit Rasterkarten füttern wollen.

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Pro

  • Automatisches Routing ermöglicht ein komfortables Planen von Touren
  • Integriertes ADFC- und OSM-Wegenetz
  • Umfangreiche POI-Sammlung
  • Hochwertige Rasterkarten auf Basis der amtlichen topografischen Karten
  • Digitales Geländemodell des Bundesamtes für Kartographie
  • Großer Funktionsumfang
  • Anbindung an MagicMaps Live
  • Preis/Leistungsverhältnis

Contra

  • Schwächen bei der Bedienung
  • Einzelne Funktionen sind verbesserungswürdig
Ausprobiert: MagicMaps Tour Explorer 6.0 was last modified: Januar 12th, 2017 by Joachim Bardua

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