Fahrrad-Navi Mio Cyclo 505 HC: Übersichtliches Hauptmenü (Bild: Mio)

Fahrrad-Navi Mio Cyclo 505 HC: Übersichtliches Hauptmenü (Bild: Mio)

Leistungsorientierte Rennradfahrer und Mountainbiker sind die Zielgruppen des neuen Fahrrad-Navigationsgerätes Mio Cyclo 505 HC. Das Cyclo 505 HC zeichnet sich durch Turn-by-Turn-Navigation, OSM- und Tele Atlas Karten von Westeuropa, Trainingsfunktionen und ANT+ zum Anschliessen von Sensoren aus.

Um Radsportlern einen schnellen Einstieg in die Welt des Trainierens und Navigierens zu ermöglichen, kommt das Mio Cyclo 505 HC im Komplettpaket.

Dazu gehören neben einer Fahrradhalterung ein Herzfrequenzgurt und ein Geschwindigkeits-/ Trittfrequenzsensor-Set. Ein Netzladegerät und ein USB-Kabel vervollständigen den Lieferumfang. Das Ganze ist zum UVP von 469,99 Euro erhältlich.

Wer es günstiger möchte, kann auf das Mio Cyclo 505 setzen (ohne ANT+ Zubehör, ansonsten identisch, UVP: 419,99 Euro) oder zum Mio Cyclo 500 greifen (ohne ANT+, UVP: 399,99 Euro).

Dieser Test des Cyclo 505 HC kann problemlos auf das Cyclo 505 und mit Einschränkungen auf das Cyclo 500 übertragen werden. Alle Details zu den Geräten (Technik, Funktionen, Unterschiede) gibt es in unserer Fahrrad-Navi-Übersicht.

Mio Cyclo 505 HC: Technik

Das Mio Cyclo 505 HC hat aber nicht nur ANT+ an Bord. Als erstes Fahrrad-Navi überhaupt bietet es Wi-Fi und Bluetooth 4.0. Per Wi-Fi läßt sich das Cyclo 505 mit MioShare – dem Online Touren- und Trainingsportal von Mio – zum Hoch- und Herunterladen von Touren verbinden. Wer nach einer Tour nach Hause kommt, kann also ohne großen Aufwand die Strecke synchronisieren und anschließend am PC analysieren. Das aus unserer Sicht wesentlich interessantere Bluetooth ist aktuell noch nicht verwendbar. Es soll das Mio Cyclo 505 für "die Technologien von morgen" bereit machen (Quelle. Mio Webseite). Denkbar sind eine Smartphone-Anbindung bzw. die Verwendung von Bluetooth-Sensoren. Eine konkrete Aussage von Mio zum wann und was gibt es bislang aber nicht!

Das Verbinden mit den im Lieferumfang befindlichen ANT+ Sensoren geht schnell und zuverlässig über die Bühne, egal ob beim erstmaligen Verbinden oder beim wiederholten Einschalten des Gerätes. Neben Herz-/Trittfrequenz-/Geschwindigkeitssensoren lassen sich auch Leistungsmesser mit dem Cyclo 505 HC koppeln (nicht ausprobiert); eine komplette Übersicht über kompatible ANT+ Sensoren gibt es bei www.thisisant.com. Der Herzfrequenzsensor erweist sich als komfortabel, der kombinierte Geschwindigkeits-/ Trittfrequenzsensor muss allerdings Kritik einstecken. Die zweiteilige Konstruktion – die beiden Sensoren sind mit einem Kabel verbunden – läßt sich nicht bei jedem Fahrradtyp optimal anbringen (Abbildungen unten); zudem ist der Speichenmagnet nicht für jeden Speichentyp geeignet.

Das Mio Cyclo 505 HC läßt sich als ein formschönes Fahrrad-Navi charakterisieren. Das Gewicht beträgt 129,3 g (nachgewogen), die Abmessungen 6,1 x 10,3 x 1,97 cm (nicht nachgemessen). Auf der Gehäuserückseite gibt es ein Bajonett zum Ansetzen an die Fahrradhalterung sowie einen USB-Anschluß, den eine Gummikappe vor Feuchtigkeit und Schmutz schützt. Das Gehäuse besitzt die bei Outdoor-Navis übliche IPX7 Zertifizierung gegenüber Feuchtigkeit.

Als Display hat Mio ein kapazitives 3-Zoll Farbdisplay mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel verbaut. Das Display zeichnet schön scharf, die Ablesbarkeit ist auch bei ungünstigen Bedingungen – z.B. Sonne schräg von der Seite – als gut zu bezeichnen. Bei stark bewölktem Himmel bzw. dunkler Umgebung läßt es sich ebenfalls einwandfrei ablesen. Ein Aktivieren der Displaybeleuchtung ist unter allen Lichtbedingungen vorteilhaft.

Der integrierte, nicht auswechselbare Li-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 1.500 mAh; laut Mio liefert er Energie für 12 Stunden. Im Test sind wir auf einen guten Wert von 07:15 bis 07:45 hh:mm gekommen (Display kontinuierlich 100% beleuchtet, aktive Navigation und Trackaufzeichnung, ANT+ Sensoren angeschlossen). Wird der Stromverbrauch auf ein Minimum reduziert (Beleuchtung dauerhaft 0%, Karte nach Norden ausgerichtet, keine Sensoren, keine Navigation, Trackaufzeichnung aktiviert) kommt man auf rund 11 Stunden. Die von Mio angegebenen 12 Stunden erscheinen nicht praxisgerecht. Auf Tour sind 8 bis 9 Stunden ein realistischer Wert, vorausgesetzt, die automatische Abschaltung der Hintergrundbeleuchtung wird genutzt.

Das Cyclo 505 HC läßt sich zum Aufladen an einen externen Akku anschliessen und bleibt dabei einsatzbereit; ein Aufladen während der Fahrt per Nabendynamo sollte also kein Problem sein.

Beim Andocken an PC bzw. Laptop besteht die Auswahl zwischen "Mit PC verbinden" und "Nur aufladen". Wird "Mit PC verbinden" gewählt, geht es in den Massenspeichermodus über. Im Windows-Explorer sind dann zwei Laufwerke "Mio_system" und "Mio_data" zu sehen. Das Laufwerk "Mio_data" dient zum Aufnehmen von GPX-Dateien (z.B. Touren aus dem Internet) bzw. Speichern aller mit dem Cyclo 505 aufgezeichneten Strecken. Diese werden in nach Benutzerprofilen gegliederten Ordnern abgelegt. Ein schönes Detail: das Cyclo 505 speichert alle Strecken im GPX- und FIT-Format. Die FIT-Dateien lassen sich problemlos zu diversen Internetportalen hochladen (ausprobiert mit Garmin Connect). Die Speicherkapazität für Nutzerdaten ist ausreichend groß, sie beträgt 100 MB.

Beim GPS-Empfänger setzt Mio auf einen SiRFStarIII Chip mit InstantFixII. InstantFixII – das Gerät berechnet die Bahndaten der Satelliten im voraus – sorgt für eine sehr schnelle Positionsbestimmung; nervige Wartezeiten beim Starten einer Tour sind damit passé. Mit dem Mio 505 HC aufgezeichnete Strecken erweisen sich als akkurat, die Trackpunkte werden automatisch alle zwei Sekunden gesetzt (die Aufzeichnungsrate läßt sich nicht ändern). Unterhalb einer Geschwindigkeit von ca. 4 km/h werden aber nur noch wenige Trackpunkte gesetzt. Wer sein Mountainbike den Berg hochträgt oder sich in Schrittgeschwindigkeit eine Killersteigung hochkämpft, darf sich nicht wundern, wenn die Streckenlänge – z.B. in der Trackaufzeichnung – zu kurz ausfällt!

Weiterhin bietet das Mio einen barometrischen Höhenmesser und einen elektronischen Kompass. Der Höhenmesser läßt sich im Gegensatz zu dem Kompass nicht manuell kalibrieren; die Kalibrierung erfolgt über die GPS-Höhe.

(Abbildungen zum Vergrößern anklicken)

Mio Cyclo 505: Trittfrequenz- GeschwindigkeitssensorMio Cyclo Trittfrequenz-/Geschwindigkeitssensor, am Rennrad befestigt
Mio Cyclo Trittfrequenz-/Geschwindigkeits- sensor: Der Geschwindigkeitssensor (hinten) muss bei einem MTB sehr schräg gestellt werden, damit er sich nahe genug an dem Speichenmagneten befindet; Vordergrund: TrittfrequenzsensorMio Cyclo Trittfrequenz-/Geschwindigkeits- sensor: Befestigung am Rennrad; der Abstand zwischen Kettenstrebe und Speichen ist nicht so groß wie bei dem MTB, der Geschwindig- keitssensor (hinten) muss deshalb nicht so extrem schräg gestellt werden.
Mio Cyclo: Fahrradhalterung
Mio Cyclo Lenker-/Vorbauhalterung: Die Befestigung erfolgt durch zwei Kabelbinder; das Navi wird mittels Bajonett sicher befestigt. Im Lieferumfang befindet sich eine Halterung, weitere gibt es als Zubehör für 17,99 Euro.

Mio Cyclo 505 HC: Bedienung, Setup

Das Mio 505 Hc läßt sich wirklich einfach bedienen. Das Hauptmenü und einige Untermenüs bestehen aus übersichtlichen, großen Kacheln. Sie ermöglichen einen schnellen Zugriff auf die einzelnen Funktionen. Durch die Menüs läßt sich schnell blättern, eine gute Hilfe ist die Taste unterhalb des Displays, die zum Zurückblättern sowie Ein-/Ausschalten dient und auch während des Fahrens gut zu bedienen ist.

Das kapazitive Display trägt seinen Teil zu der flüssigen Bedienung bei. Aber Achtung, nur wenn es trocken ist! Die erste Regenfahrt offenbart: Ist das Display so richtig nass, geht fast nichts mehr! Selbst die großen Kacheln des Hauptmenüs reagieren nur verzögert, manchmal auch gar nicht oder nur bei einem kräftigen Antippen. Im leicht feuchten Zustand gibt es dagegen keine Probleme. Mit langen Fahrradhandschuhen läßt es sich im trockenen bzw. leicht feuchten Zustand einwandfrei bedienen.

Das Setup des Cyclo 505 ist schnell erledigt, die wichtigsten Einstellungen betreffen das

  • Definieren von Herzfrequenz- und Leistungszonen
  • Aktivieren/Deaktivieren der verwendeten ANT+ Sensoren
  • Erstellen von Profilen
  • und die Routenoptionen

Für jedes Profil werden Name, Geburtsdatum, Gewicht, Fahrradgewicht, Geschlecht und ein Typ (Stadtrad, Mountainbike, Rennrad, Laufen, Innen) benötigt. Zusätzlich läßt sich jedem Fahrrad-Profil eine Radgröße (in cm) sowie separate Herzfrequenz- und Leistungszonen zuordnen.

Die Strecken für die Turn-by-Turn-Navigation werden auf Basis der Profile bzw. der jeweiligen Routenoptionen berechnet. Die Routenoptionen für ein MTB-Profil können beispielsweise so aussehen: Haupstraßen nach Möglichkeit meiden, Fahrradrouten erlauben, unbefestigte Wege bevorzugen, Kopfstein (nur OSM) erlauben (jeweils mögliche Alternativen: bevorzugen, erlauben, nach Möglichkeit meiden). Die Option Kopfstein wird vermutlich nur für niederländische oder belgische OSM-Karten relevant sein!

Weiterhin lassen sich die einzelnen Datenseiten individuell anpassen, indem die Anzahl und Inhalte der Datenfelder gewählt werden. Es stehen 56 verschiedene Datentypen zur Auswahl.

Die auf dem Cyclo 505 HR installierte Software Mio Dodge (Version 3.0.5.4814 vom 22.03.2013) stammt nicht von Mio, sondern wird von der ungarischen Firma GPS Tuner Ltd. entwickelt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es zahlreiche Ähnlichkeiten zu dem kürzlich getesteten a-rival Teasi one gibt, das ebenfalls auf einer GPS Tuner Software basiert.

Mio Cyclo 505 HC: Kartenmaterial

Das Mio Cyclo 505 HC wird mit vorinstallierten Karten von folgenden europäischen Ländern ausgeliefert: Andorra, Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Gibraltar, Großbritannien, Irland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Norwegen, Niederlande, Portugal, San Marino, Spanien, Schweden, Schweiz, Vatikanstadt (Quelle: Mio).

Dabei handelt es sich um Straßenkarten von Tele Atlas sowie OpenStreetMap-Karten. Die Tele Atlas Karten stammen gemäß den Versionsinfos auf dem Gerät von Q4/2011, die OSM-Karten von Q1/2013. Laut der Mio-Supportseite (FAQs) ist beabsichtigt, im Jahr vier Updates der OSM- und zwei Updates der Tele Atlas Karten herauszugeben.

Die Karten sind eine wichtige Grundlage für das Durchführen von Touren, insbesondere für das automatische Routing zu einem beliebigen Ziel. Je mehr Straßen und Wege enthalten sind und je genauer diese differenziert sind (Asphaltstrassen, Forstwege, Wanderwege, Radwege, …), um so besser können die vom Cyclo 505 berechneten Routen ausfallen – vorausgesetzt, die Routing-Algorithmen der GPS Tuner Software sind darauf abgestimmt.

Die auf dem Mio vorinstallierten OSM-Karten zeichnen sich durch einen geringen Detaillierungsgrad aus. Es gibt keine Höhenlinien, es wird lediglich zwischen Wald und sonstiger Landbedeckung unterschieden, es ist nicht jedes Gewässer eingezeichnet, nicht für jeden kleinen Ort wird ein Namen angezeigt, zudem gibt es auf der Karte keinen Unterschied zwischen Forststrassen und kleinen Wanderwegen – obwohl diese Infos in den ursprünglichen OSM-Karten durchaus vorhanden sind. Die Kartenqualität erschwert die Orientierung vor allem beim Mountainbiken, außerdem ist es ziemlich schwierig, bei einer Zieleingabe über die Karte das anvisierte Ziel überhaupt aufzuspüren.

Hinzu kommt, dass der Informationsgehalt der OSM-Karten je nach Land generell sehr unterschiedlich ausfällt – nicht überall in Europa ist die OSM-Community so fleissig wie in Deutschland! Für manche Urlaubsregionen sind die vorinstallierten OSM-Karten deshalb nur eingeschränkt tauglich; ein Thema, das aber alle Fahrrad-Navis mit OSM-Karten betrifft. Wer sich ein Bild über die mögliche Kartenqualität in seinen Zielregionen machen möchte, kann den OSM-Viewer aufrufen. Da es sich beim Mio Cyclo um ein geschlossenes System handelt und sich somit keine topographischen Karten von Drittanbietern installieren lassen, kann das Problem auch nicht umgangen werden.

Aber es sind noch weitere Schwächen auszumachen: Auf den Karten – egal ob OSM oder Tele Atlas – werden keine POIs bzw. die vom Benutzer gespeicherten Favoriten angezeigt, außerdem werden beim Herauszoomen aus den Karten die meisten Straßen und Wege viel zu früh ausgeblendet.

Mio Cyclo 505 HC: Navigation

Wie schlägt sich das Mio 505 HC in seiner Kernfunktion, dem Navigieren? Wir haben das Mio in erster Linie beim Mountainbiken, aber auch beim Wandern eingesetzt und zusätzlich einige Rennradtouren in der Region gecheckt. Testregion war das Bayerische Oberland, das Navigieren in größeren Städten stand nicht im Mittelpunkt.

Das Mio bietet im wesentlichen folgende Möglichkeiten:

  • Automatische Berechnung einer Strecke zum Ziel. Der Anwender muss nur das Ziel eingeben, anschließend berechnet das Mio gemäß den Vorgaben eine Strecke. Das Ziel läßt sich wie folgt definieren: Heimatort, Adresse (Land, Ort, Postleitzahl, Straße, Hausnummer), Kartenpunkt, Koordinate, Favorit (= vom Nutzer angelegter Wegpunkt).
  • Navigieren entlang von Strecken. Dies können vom PC auf das Mio übertragene oder bereits gefahrene, auf dem Mio als Tracks gespeicherte Strecken sein. Das Mio führt den Fahrradfahrer entlang der vorgegebenen Strecke.
  • Surprise Me: Das Mio berechnet automatisch bis zu drei beliebige Strecken zu einem Ziel, der Radler kann zwischen den Vorschlägen wählen. Ziele sind Adressen, POIs, Favoriten und Punkte auf der Karte. Zusätzlich gibt es eine Rundenfunktion, je nach Vorgabe (z.B. die Strecke soll eine Länge von 50 km haben) werden bis zu drei Vorschläge berechnet, Start und Ziel sind identisch.
  • Zum Start: Das Mio führt den Fahrradfahrer zum Ausgangspunkt zurück (auf einer neuen oder entlang der bisher zurückgelegten Strecke).

Das automatische Routing basiert auf drei Vorgaben: dem gewählten Profil (Rennrad, Mountainbike, …), den Routenoptionen (z.B. Haupstraßen meiden) und den aktivierten Karten (OSM oder Tele Atlas). Je nach Vorgaben fallen die Routenvorschläge unterschiedlich aus!

Wie sehen nun die vom Mio berechneten Strecken aus?

Zunächst zu den Surprise Me Touren. Die Strecken kann man durchaus zum Erkunden von unbekannten Gegenden verwenden. Allzu hohe Erwartungen darf der Radfahrer allerdings nicht haben. Die Strecken führen gern mal in Form einer Acht durch die Gegend oder machen einen unnötigen Schlenker (hin und zurück auf dem gleichen Weg), so als ob das Gerät versucht, irgendwie die Vorgabe zu erfüllen, z.B. ein Runde von 50 Kilometern. Teilweise werden abstruse Strecken erstellt, die kaum ein Fahrradfahrer so planen würde.

Beim Rennradeln und Mountainbiken fallen die Ergebnisse sehr unterschiedlich aus. Die Vorschläge können ganz hervorragend sein ("So würde ich auch fahren!") oder zum einem Kopfschütteln führen ("Das kann doch nicht sein!"). Es kommt vor, dass der Rennradler einen großen Umweg in Kauf nehmen muss oder der Mountainbiker auf einen bergauf absolut unfahrbaren Weg geroutet wird bzw. einer Landstraße folgen soll, obwohl es schöne Feldwege gibt.

Solche Schwächen lassen sich zumindest teilweise umgehen, indem z.B. die Rennradtour auf Basis der OSM- statt der Tele Atlas Karten geplant wird oder die Routingoptionen geändert werden.

Hilfreich wäre es, wenn das Cyclo 505 weitere Routingoptionen zum Optimieren der Strecken bieten würde. Ein Vergleich mit dem a-rival Teasi one, das wie erwähnt auf der gleichen Software basiert, zeigt dies. Während das Mio den Mountainbiker über eine Landstraße führt, wählt das Teasi eine interessante Strecke über unbefestigte Wirtschaftswege. Vorausgesetzt, man setzt beim Teasi die Optionen "einfache bzw. kurze Strecke" ein, mit denen sich die Route feintunen läßt.

Generell zeigt sich: Das automatische Berechnen von Strecken zu einem beliebigen Ziel läßt sich als eine gute Möglichkeit betrachten, um von A nach B zu gelangen. Unterwegs sollte man dennoch die Augen offen halten und gegebenenfalls einen anderen Weg nehmen. Das Navi ist dann eine Hilfe, um am Ziel anzukommen. Außerdem empfiehlt es sich, in der Planungsphase mit allen Optionen zu spielen, um ein Ergebnis gemäß den eigenen Vorstellungen zu erzielen. Bei langen Touren macht es auf jeden Fall Sinn, diese am PC zu planen und auf das Cyclo 505 zu übertragen. Ein Beispiel für ein empfehlenswertes Online-Portal zum Planen von Touren ist openrouteservice.org

Unterwegs weisen Richtungspfeile und eine auf der Karte grün eingezeichnete Strecke den Weg, Piepstöne machen auf Abbiegungen aufmerksam. Im Tripcomputer gibt es alle nötigen Infos (Geschwindigkeit, verbleibende Höhenmeter, …), ein Höhenprofil zeigt Steigungen und Abfahrten an. Bei Bedarf kann der Strecke ein Zwischenziel hinzugefügt werden. Wird ein neues Zwischenziel gewählt, wird das alte ersetzt. Auch gibt es keine Möglichkeit, mit dem Mio beliebige Mehrzielrouten zu planen.

Was beim Biken stören kann, ist das Verhalten beim Abweichen von der Route. Das Cyclo 505 versucht viel zu lange, den Radler auf die Ursprungsroute zurückzuführen.

Mio Cyclo 505 HC: Training

Das Cyclo 505 HC ermöglicht es, nach einer Entfernungs-, Zeit- oder Kalorienvorgabe zu trainieren, beispielsweise "Ich will 2.000 Kalorien verbrennen". Weiterhin gibt es noch Trainings nach Herzfrequenz- und Leistungszonen (z.B. um über einen bestimmten Zeitraum in der HF-Zone 4 zu fahren), inklusive Herzfrequenz- und Leistungs- zonenalarme. Bei jedem Training wird eine Extra-Datenseite eingeblendet, die je nach individueller Konfiguration z.B. die verbrauchten und die Rest-Kalorien anzeigt.

Insgesamt gesehen sind Trainingsfunktionen für ein Gerät in dieser Preisklasse recht einfach gehalten. Zumindest ein virtueller Trainingspartner wäre wünschenswert.

Mio Cyclo 505 HC: Sonstiges

  • Mio stellt mit MioShare ein Online-Portal zur Verfügung, mit dem sich die gefahrenen Strecken verwalten und analysieren sowie neue Route planen bzw. mit anderen Nutzern tauschen lassen. Die gefahrenen Strecken werden automatisch allen Nutzern zur Verfügung gestellt, einen privaten Modus scheint es nicht zu geben!
  • Zum Einspielen von Software-Updates und Erstellen von Geräte-Backups wird die PC-Software MioShare Desktop benötigt; die Installation erweist sich als nicht ganz einfach.

Mio Cyclo 505 HC: Fazit

Das Mio Cyclo 505 HC soll sportliche Rennradfahrer und Mountainbiker ansprechen, die bereit sind, 470.- Euro für ein GPS-Gerät hinzulegen, das zwei Welten vereint: Fahrrad-Navi und Trainingscomputer.

Für diesen ambitionierten Preis kann der Käufer einiges erwarten. Er bekommt ein elegantes GPS-Gerät mit diversen Navigations- und Trainingsfunktionen, Kartenmaterial von OpenStreetMap und Tele Atlas, technischen Highlights wie ANT+, Bluetooth 4.0, Wi-Fi, einem kapazitven Display, automatischem Routing zum Ziel und einem kompletten Lieferumfang inklusive ANT+ Sensoren.

Im Detail zeigen sich aber einige Schwächen. Das Routing ist noch nicht ausgereift, Funktionen wie der Surprise Me Modus sind zu hinterfragen, das Display ist bei Nässe schlecht zu bedienen, die OSM-Karten bieten wenig Orientierungsmöglichkeiten – um nur ein paar Punkte zu nennen.

Das Cyclo 505 HC eigent sich nach unserer Einschätzung in erster Linie für Rennradfahrer, die eine Orientierungshilfe für unbekannte Gegenden benötigen, am PC geplante Tour abfahren möchten und wichtige Trainingsinformationen wie Herz- und Trittfrequenz im Blick haben wollen.

Mit dieser Vorstellung dürfte das Mio Cyclo 505 HC es aber insgesamt recht schwer haben, sich am Markt durchzusetzen. Zumal es auf eine starke Konkurrenz trifft. Dazu gehören der Garmin Edge 800 (ca. 340.- Euro inklusive Sensoren) bzw. sein Nachfolger, der Garmin Edge 810 (ca. 490.- Euro inkl. Sensoren) sowie der demnächst erhältliche Falk Pantera 32+ (430.- Euro, ebenfalls inklusive ANT+ Sensoren).

Update 16/06/2014: Mittlerweile gibt es für den 505 HC ein umfangreiches Software-Update mit über 150 Verbesserungen

Mio Cyclo 505 HC: Bewertung

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Mio Cyclo 505 HC: Pro und Contra

Pro

  • Flotter GPS-Empfang
  • Ablesbarkeit des Displays
  • Ansprechendes Design
  • Automatisches Routing
  • Mehrere Profile (MTB, Rennrad, …)
  • Als rudmentäres Auto-Navi einsetzbar
  • Einfache Bedienung
  • OSM- und Tele Atlas Karten
  • Aufzeichnungen im GPX und FIT Format
  • Wi-Fi zum Hochladen von Daten
  • Kompletter Lieferumfang

Contra

  • Bedienung des kapazitiven Displays bei Nässe
  • Höhenmesser nicht manuell kalibrierbar
  • Keine Trackaufzeichnung bei Schrittgeschwindigkeit
  • Kein Ex-/Import von POIs und Favoriten möglich
  • Keine Anzeige von POIs und Favoriten auf der Karte
  • Software unterstützt kein Planen von Mehrzielrouten
  • Detaillierungsgrad der OSM-Karten
  • Routingfunktionen der Software nicht ausgereift
  • Konstruktion des Geschwindigkeits-/Trittfrequenzsensors
  • MioShare-Online unterstützt nur den MS Internet Explorer und bietet keinen privaten Modus

Getestete Software-Version: Mio Dodge 3.0.5.4814 vom 22.03.2013

Mio Cyclo 505 HC – ein Fahrrad-Navi für Sportler im Test was last modified: Mai 4th, 2015 by Joachim Bardua

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