Falk S450, Foto: FalkBeim S450 – dem Top-Modell der neuen S-Serie – setzt Falk auf eine dezente Weiterentwicklung seiner Navi-Modellpalette. Vom Äußeren erinnert das S450 an die Falks der Vision- oder F-Serie, das gleiche gilt für die Falk-Navigator Software. Feine Unterschiede zeigen sich erst im Detail! Der aktuelle Falk-Navigator – Version 11.5 – glänzt mit Neuerungen wie Park & Go und einer optimierten Navigation in Tunnels und Kreisverkehren.

Wie sich Neues und Bewährtes im Navi-Alltag schlägt, zeigt unser ausführlicher Test.

Falk S450 Test: Technisches

4,3-Zoll Display mit 480 × 272 Pixel Auflösung, 4 GB interner Speicher (Erweiterung über microSD-Karten bis 16 GB) und USB 2.0 lauten einige grundlegende Daten. Beim GPS-Empfänger setzt Falk auf den bei Navis selten anzutreffenden Hersteller SiGe Semiconductor. On the Road entäuscht die GPS-Einheit nicht. Die Position wird zuverlässig und schnell bestimmt, lediglich in kurzen Tunnels kommt es hin und wieder vor, dass reflektierte GPS-Signale zu einer wilden Routenberechnung außerhalb des Tunnels führen. Macht nichts, denn in der Summe ist die Tunnelnavigation beim Falk S450 ganz excellent – mehr dazu weiter unten.

Der 1.200 mAh Lithium-Akku hat eine knappe Laufzeit von etwas mehr als zwei Stunden, das TMC-Modul ist in das Gehäuse integriert, so dass auch ohne die externe Antenne bedingt Verkehrsnachrichtenempfang möglich ist. Die mit dem langen Ladekabel (12/24 V) verbundene TMC-Antenne läßt sich abnehmen und separat im Cockpit verlegen. Der TMC-Empfang erweist sich als ganz hervorragend, zwei/drei kleine Aussetzer während der Testphase trüben das Bild ein wenig (Anzeige von “Kein Empfang”, Restart des Gerätes nötig). Zum Booten benötigt das Falk-Navi rund 75 Sekunden, was selbst für ein auf Windows CE basierendes System viel zu lange ist. Es empfiehlt sich, im Alltag das Gerät nicht auszuschalten, sondern in den Stand-By zu versetzen.

Die solide, ca. 13 cm lange Fahrzeughalterung fixiert das S450 mittels Magnet. Das Navi wird ruckzuck eingesetzt, da es keine Aktivhalterung ist, muß aber noch das Ladekabel in die USB-Buchse am Gehäuse gesteckt werden. Der Stecker des USB-Kabels ist leider nicht abgewinkelt. Er ragt rund zwei Zentimeter nach unten weg und stört damit nicht nur die Optik, sondern verhindert auch ein Anbringen des Gerätes unmittelbar über den Armaturen. Ein weitere Nachteil: Der Kugelkopf der Halterung bietet nur einen eingeschränkten Verstellradius. Insbesonders bei sehr schrägen Frontscheiben läßt sich das S450 nur schlecht ausrichten.

Falk S450 Test: Funktionen und Navigation

Wie erwähnt, setzt Falk auf eine dezente Weiterentwicklung seiner Navigationssoftware. Menü, Benutzerführung und viele Funktionen entsprechen deshalb anderen Falk Navis, wie beispielsweise dem von uns getesteten Falk Vision 700.

Funktionsaufrufe und Seitenwechsel erfolgen dank großer Buttons sehr sicher, die Benutzerführung ist logisch und schnell durchschaut. Einzig und alleine die hier und da auftretenden, kurzen Wartezeiten können stören. Die intelligente Zieleingabe bietet alle wichtigen Optionen, inklusive einer Zielwahl über Koordinaten (drei Positionsformate zur Auswahl). Wünschenswert: Etwas größere Buttons zum Tippen der Buchstaben. Erwähnenswert: Die POI-Datenbank ist über die PC-Software “Falk Navi-Manager” erweiterbar.

Zu den Funktionen gehören: 3D-Landschaften (3D-Gebäude optional für 19,95 Euro), klickbare POIs (POI anklicken und Infos abrufen), Umleitungsmanager (komfortables Verwalten von Umleitungen, z.B. von Stauumfahrungen oder manuell gesperrten Streckenabschnitten), Guided Tours (mehrtägige Touren entlang bekannter Sehenswürdigkeiten), MARCO POLO Reiseführer, StadtAktiv/Bus & Bahn (berücksichtigt bei der Routenplanung u.a. den Öffentlichen Personennahverkehr), Geschwindigkeitswarnungen, Blitzerwarner, Mehrzielrouten (inkl. Streckenoptimierung), ein Bordcomputer mit vielen statistischen Daten und weitere Extras (Rechner, Bildbetrachter, MP3-Player, Adressbuch, Spiele; Download und Installation über Falk Navi-Manager).

Kommen wir zu den wichtigsten Aufgaben eines Navis: Streckenberechnung und Navigation. Für die Strecken stehen mehrere Profile (PKW, Motorrad, Fahrrad, Fußgänger), zahlreiche Routenoptionen (schlaue/schnelle/kurze/ökonomische Routen), Ausschlußkriterien (Autobahnen, Fähren, Tunnels, inklusive Maut/Vignette Unterscheidung) und die Anzeige von zwei Alternativrouten zur Verfügung. Besonders bewährt haben sich die schlaue und die ökonomische Route. Bei der schlauen oder auch lernenden Navigation berücksichtigt das S450 bei der Routenwahl historische Verkehrsdaten. Dies führt zu tendenziell realistischen Fahrtzeitangaben und im Vergleich zu “schnellen” Routen auch zu einer anderen Streckenführung.

Jeder Fahrer kann helfen, die Datenbasis für die lernende Navigation zu verbessern. Das S450 zeichnet die gefahrenen Strecken auf, die über den Falk Navi-Manager – vorausgesetzt der Nutzer stimmt zu – an Falk gesendet, verarbeitet und anschließend zum Download bereitgestellt werden. Tipp: Die Strecken werden im internen Speicher des S450 in dem Ordner \Navigator\GpxTrack als gezippte gpx-Dateien gespeichert und können z.B. von Google Earth gelesen werden. Aber Achtung, beim Synchronisieren mit dem Navi-Manager verschwinden sie wie von Zauberhand!

Wer sein Falk-Navi nicht mit dem Navi-Manager abgleichen kann oder will, kann bei der Routenberechnung dennoch auf historische Verkehrsdaten zurückgreifen. Entsprechende Dateien sind zusammen mit dem Kartenmaterial im internen Speicher vorinstalliert (Dateiname z.B. GermanySouth_TrafficPattern.psf). Sie gibts für: Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Tschechien, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Dänemark, Frankreich, Österreich und Italien.

Beispiele für die Routenberechnung (schnelle Route). In dieser Disziplin erobert sich das S450 einen guten Mittelplatz; vor allem lange Strecken werden recht schnell berechnet:

  • Nahverkehr, 8 km: 6,3 Sek
  • Autobahn/Stadt kombiniert, 50 km: 8,5 Sek.
  • Fernverkehr, 400 km: 11,9 Sek.
  • Fernverkehr, 810 km: 14,8 Sek.
  • Fernverkehr, (Autobahn und Landstraße), 1000 km: 16,2 Sek.

Und aufs Navigieren versteht sich das S450 ebenfalls. Als besonders toll erweisen sich immer wieder der Nachtbildschirm, die gute Übersicht über die vorausliegende Strecke, die statischen Bilder für Kreisverkehre und Tunnels, die 3D-Landschaft und weitere Navigationshilfen wie der Fahrspurassistent. Als hilfreich beim Suchen eines Parkplatzes in Zielnähe erweist sich die Funktion “Park & Go”. Auf dem Kartenbildschirm stehen nur zwei Felder zur Anzeige von Daten wie der Reststrecke zum Ziel oder der Geschwindigkeit zur Verfügung, dafür ist die Belegung individuell konfigurierbar.

Stichwort Tunnelnavigation: Das S450 leitet souverän durch Tunnels, auf Abbiegungen wird sogar vor und im Tunnel hingewiesen: “Im Tunnel die Zweite rechts abbiegen”, “In 400 Metern auf die A9 Richtung Nürnberg abbiegen” lauten die Meldungen! Für die Sprachansagen stehen zwei Text-to-Speech Stimmen “Sandra” und “Peter” zur Auswahl, die Meldungen sind klar und verständlich, lediglich bei Städtenamen kommt es zu kleinen Unstimmigkeiten. Bei Fahrern, die sich in erster Linie anhand der Sprachansagen führen lassen, kommt schnell der Wunsch nach häufigeren Ansagen auf. Die akkustische Qualität ist bei maximaler Lautstärke nicht unbedingt die beste.

Verkehrsnachrichten empfängt das Falk S450 über TMC. TMCpro (= NAVTEQ Traffic) kann für 90 Tage kostenlos getestet werden (Download über Navi-Manager nötig), anschließend kostet der empfehlenswerte Dienst 24,95 Euro. Die Nachrichten sind gut in die Navigation integriert, allerdings stört es, dass Meldungen nur dann berücksichtigt werden können, wenn sie maximal 50 km entfernt sind. Schade, da somit z.B. Mega-Ferienstaus nur durch manuelles Eingreifen vermeidbar sind (über »Straße sperren« im Menü »Umleitung«).

Falk S450 Test: Lieferumfang

  • Magnet-Frontscheibenhalterung
  • USB-Kabel
  • Autoladekabel mit TMC-Antenne
  • 10.- Euro Gutschein für naviFIT-Einbaulösung
  • Gutschein für Falk Premium Kartendienst

Falk S450 Test: Software und Karten

Getestete Software: Falk Navigator 11.5 (Buildnr: 3932 vom 07.10.2010)
Kartendaten: 2011-1 (Falk Versionsnummer)
Falk Premium Karten-Dienst: Registriert der Kunde sein Navi innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf, dann erhält er innerhalb von zwei Jahren bis zu vier kostenlose Karten-Updates.
Kartenmaterial Europa, 44 Länder: D, A, CH, B, L, F, E, I, NL, DK, GB, IRL, N, FIN, FL, GBZ, AND, RSM, P, V, S, MC, SL, SK, PL, H, CZ, BG, GR, HR, BIH, AL, MK, RO, LV, EST, LT, SRB, MD, MNE, BY, RU, UA, IS.

Fazit: Falk S450

Navigieren kann es, das Falk S450! Dazu hat es noch ein Ass im Ärmel: schlaue Routen, basierend auf historischen Verkehrsdaten. Im Zusammenspiel mit der sehr guten optischen Zielführung kann beim Navigieren nichts mehr schiefgehen. Auch die weitere Ausstattung kann sich sehen Falk S450 Logolassen. Dabei punktet das Falk-Navi durch Funktionen wie Mehrzielrouten oder Extras wie den Reiseführer. In der Summe macht das S450 vieles gut und bietet viel. Zu Kritisieren ist vor allem die eingeschränkte Verstellmöglichkeit der Frontscheibenhalterung, an manche Eigenheit der Falk-Software – z.B. Staus in mehr als 50 km Entfernung lassen sich nicht berücksichtigen – kann man sich gewöhnen.

Empfohlene Online-Shops:

Pro

  • Optische Zielführung
  • Sehr guter Nachtbildschirm
  • Geteilter Split Screen Bildschirm
  • Lernende/Schlaue Navigation auf Basis historischer Verkehrsdaten
  • Zahlreiche Routenoptionen, Alternativrouten
  • Funktionsumfang (Reiseführer, Mehrzielrouten, …)
  • Umfangreiches Kartenmaterial
  • Falk Premium Karten-Dienst

Contra

  • Langwieriger Bootvorgang
  • Verstellbarkeit der Frontscheibenhalterung
  • Nur zwei Datenfelder in der Kartenansicht
  • Handbuch nur per Download
  • Aussetzer beim TMC Empfang
  • Keine Ladekontrollleuchte am Gehäuse

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S-Klasse Navi: Falk S450 im Test was last modified: Januar 16th, 2016 by Joachim Bardua

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