Route 66 ist bereits ein Klassiker unter der Navigationssoftware. Grund genug, der aktuellen Version Route 66 Mobile 8 näher auf den Zahn zu fühlen.

Route 66 für Windows Mobile wird in zwei Versionen angeboten. Mit Karten von D/A/CH für 59,99 Euro bzw. von Westeuropa für 119,99 Euro (Preisangaben Route 66 Online-Store). Die Verkaufspreise liegen bei diversen Internet-Händlern aber deutlich unter den Route 66 Angaben.

Die Software wird auf einer DVD ausgeliefert und kann auf einer beliebigen Speicherkarte installiert werden. Somit lassen sich auch mehrere GB große SDHC-Karten moderner Smartphones nutzen.

Nach der Installation wird Route 66 über das Internet aktiviert, die Software ist somit nur auf einem Gerät verwendbar. Bei Kauf eines anderen Handies kann die Lizenz über den Route 66 Support auf das neue Gerät transferiert werden.

Vor dem Kauf empfiehlt es sich, die Kompatibilitätsliste auf der Route 66 Webseite zu checken. In diesem Test wurde ein Sony Ericsson XPERIA X1 eingesetzt.

Route 66: Setup Karte

Route 66: Übersichtliche und einfache Bedienung

Die Bedienung von Route 66 überzeugt auf der ganzen Linie. Das Menü ist übersichtlich gegliedert, nur wenige Funktionen, z.B. die Routensimulation, sind etwas versteckt.

Die Buttons fallen auf dem 3-Zoll WVGA-Display des Sony Ericsson XPERIA groß genug aus, um alle wesentlichen Funktionen mit dem Finger aufzurufen. Der Stylus muß lediglich beim Konfigurieren der zahlreichen Grundeinstellungen oder zur Adresseingabe gezückt werden.

Die virtuelle Tastatur ist zu kritisieren, da es auf der Tastatur recht eng zugeht und die einzelnen Buchstaben nur schlecht auseinanderzuhalten sind.

Route 66: Zieleingabe

Zur Eingabe von Zielen bietet Route 66 viele Möglichkeiten an, dazu gehören:

  • Orte: Eingabe von Adressen, Stadtzentren, Straßenmitte
  • Favoriten: Heimatort, Büro, etc.
  • Sehenswürdigkeiten (= POI): In 15 Kategorien gegliedert
  • Historie: Liste bereits eingegebene Ziele, läßt sich zusätzlich nach Buchstaben filtern
  • Kontakte: Aus dem Adressbuch des Handies
  • Eingabe von Koordinaten
  • Zielauswahl über die Karte
  • Suche nach POI in der Nähe, am Zielort, bei GPS Position, auf der Route (jeweils 10 km links bzw. rechts von der Route), und weitere

Route 66, Zieleingabe
Die Eingabe von Adressen ist bei Route 66 eine Besonderheit. Statt Ort, Straße und Hausnummer in separate Felder zu tippen, wird die gesamte Adresse – oder nur Teile davon – in eine Zeile eingegeben. Anschließend zeigt Route 66 sämtliche in Frage kommenden Ziele als Liste an. Wird beispielsweise “München” eingetippt, dann listet Route 66 insgesamt 74 Ziele auf, inklusive sämtlicher Ortsteile von München. Bei Bedarf läßt sich die Liste nach Buchstaben filtern. Beim Tippen muß man sich nicht viel Mühe geben, da Route 66 auch Eingaben wie “Munche” anstelle von “München” versteht. Eine Schrifterkennung anstelle der QWERTZ- bzw. ABC-Tastatur ist eine weitere Besonderheit.

Ob die Volltextsuche von Route 66 schneller und komfortabler ist als die übliche Art der Adresssuche sei dahin gestellt – sie hat zumindest ihren eigenen Reiz.

Route 66: Flott unterwegs

Bei der Berechnung von Routen stellt Route 66 in Kombination mit dem XPERIA X1 so manches ausgewachsenes PNA in den Schatten. Sämtliche Routen stehen in kurzer Zeit zur Verfügung, (Beispiele, Einstellung: Schnellste Route):

  • Nahverkehr, 8 km: 1,5 Sek
  • Autobahn/Stadt kombiniert, 50 km: 6,5 Sek.
  • Fernverkehr, 400 km: 17,5 Sek.
  • Fernverkehr, 810 km: 27,4 Sek.

Auch sonst gibt es in der Tempo-Disziplin nichts zu meckern. Wartezeiten kennt Route 66 praktisch keine. Eine Suche nach Sonderzielen über alle Kategorien hinweg erfolgt richtig flott. Zum Erfassen von 4.601 Sonderzielen braucht die Software gerade einmal 4,5 Sekunden.

Route 66

Route 66: Navigation mit Schwächen

Das Kartenbild von Route 66 gehört zu den übersichtlichen seiner Art. Dank zahlreicher Konfigurationsmöglichkeiten läßt es sich perfekt an die eigenen Wünsche anpassen. Zu Auswahl stehen beispielsweise unterschiedliche Farbschemata, die bei Bedarf auch noch verändert werden können. Das Justieren des Blickwinkels der 3D-Karte erweist sich als richtig praktisch. Mit dem kleinsten Wert von “20” erhält man während der Fahrt einen perfekten Überblick über die Strecke.

Das automatische Abdunkeln der Karte beim Einfahren in einen Tunnel ist ein schönes Feature von Route 66. Die Navigation geht auch im Tunnel weiter, was bei so manchem Navi nicht selbstverständlich ist. Die Nachtansicht ist insgesamt sehr angenehm gestaltet. Die aktuelle Version von Route 66 hat an dieser Stelle allerdings einen Bug. Route 66 startet tagsüber auch dann im Nachtmodus, wenn vorher im Setup “Nachtfärbung” auf “automatisch” eingestellt wurde.

Die optische Zielführung kann zwar nicht mit Features wie Reality View oder einer realen Beschilderungsanzeige aufwarten, sie ist aber dennoch gut gelungen. In der Infoleiste am Bildschirmrand werden Richtungspfeile und Zusatzinfos (Geschwindigkeit, Fahrtstrecke etc.) eingeblendet. Bis auf die Zusatzinfos sind alle Daten auch auf dem hochauflösendem Display des XPERIA X1 gut abzulesen.

Route 66: Geplante Strecke

Die Sprachansagen sind nicht gerade überaus freundlich, dafür aber sehr gut verständlich und bis auf wenige Ausnahmen vom Timing optimal. Lediglich auf Autobahnen wünscht man sich hier und da zusätzliche Ansagen.

Bei der Routenführung kann Route 66 nicht immer überzeugen. Es treten Situationen auf, bei denen sich der Fahrer frägt: “Ups, was will es den jetzt?”. Auch in der Einstellung “schnellste Route” kommt es vor, daß Route 66 durch eine Ortschaft lotst, anstelle die Umgehungsstraße zu nehmen (Beispiel: Garmisch – Innsbruck, Ortsdurchfahrt Mittenwald). Beim Abweichen von der vorgeschlagenen Route nervt Route 66 so richtig. Anstelle sofort eine Alternativroute zu berechnen, ertönt eine Aufforderung zum Wendemanöver nach dem anderen.

Route 66: Einige Funktionen nur gegen Aufpreis

Beim Ausprobieren von Route 66 stößt man schnell auf das Menü “Extras”. Dahinter verbergen sich Funktionen wie z.B. “Wetter”, “Stimmen” oder “Verkehrsinfo”. Um einige dieser Inhalte nutzen zu können, muß man allerdings zuerst den Route 66 Store aufsuchen, Beispiele:

  • Sicherheitskameras (Radarfallen, Blitzerampeln): z.B. Europa 29,99 Euro
  • TMC Verkehrsmeldungen: Für 17 europ. Länder, Abo für ein Jahr, 29,95 Euro
  • Wetter: Wettermeldungen bis 14 Tage im Voraus, Abo für ein Jahr, 9,99 Euro
  • Zusätzliche Karten: 43 Länder Europas, 99,99 Euro
  • Lonely Planet Reiseführer: z.B. Hamburg 0,99 Euro

Die Einkäufe im Route 66 Store lassen sich mit der PC-Software Route 66 Sync bequem erledigen. Die Software erstellt zudem Backups, informiert über Karten-Updates, erlaubt ein Fernsteuern von Route 66 und kann bei Problemen eine Systemmeldung per Mail versenden.

Immerhin gibt es im Store kostenlose Farbschemata und Stimmen zum Download, allerdings nur nach Eingabe von Mail-Adresse und Telefonnummer (!).

Fazit

Route 66 stellt sich als eine solide Navisoftware für Windows Mobile heraus. Besonders hervorzuheben sind die einfache Bedienung, das flotte System sowie die clevere Zieleingabe. Als großes Plus erweist sich die Kompatibilität zu modernen WVGA Smartphones wie dem HTC Touch HD oder Sony Ericsson XPERIA X1.

Bei der optischen und akkustischen Zielführung ist Route 66 allerdings nicht mit Programmen wie dem Navigon MobileNavigator 7 zu vergleichen. Zudem nervt Route 66 beim Abweichen von der Route mit wiederholten Aufforderungen zum Wenden.

Route 66 kostet je nach Kartenmaterial ca. 30.- bis 50.- Euro – ein fast schon konkurrenzloser Preis! Sinnvolle Zusatzfunktionen sind gegen Aufpreis erhältlich. Wer Route 66 mit Wetter-, Verkehrsmeldungen sowie Sicherheitskameras aufrüsten will, muß weitere 70.- Euro berappen!

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Pro

  • Flotte Software, keine Abstürze während der Testphase
  • Gute optische Zielführung
  • Gut verständliche Navigationsanweisungen
  • Übersichtliches Menü
  • Clevere Zieleingabe
  • Routenplanung mit Zwischenzielen
  • Automatisches Abdunkeln der Karte im Tunnel
  • Viele Konfigurationsmöglichkeiten
  • Günstiger Basispreis

Contra

  • Sinnvolle Funktionen nur gegen Aufpreis, z.B. Verkehrsmeldungen
  • Schwächen bei der Routenführung
  • Beim Abweichen von der Route wiederholtes Auffordern zu Wendemanövern
  • Unübersichtliche, virtuelle Tastatur
  • Für PKW nur “schnellste” und “kürzeste” Route zur Auswahl
  • Nachtansicht verdunkelt nicht alle Seiten
  • Ohne GPS-Position keine Routenberechnung

Getestete Version: Route 66 Mobile 8 WM 8.0.6126
Karten-Release: Navteq Q3/2008

Navi-Software Route 66 Mobile 8 im Test was last modified: Juni 3rd, 2013 by Joachim Bardua
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