Navigon für Android: Hauptmenü – Schneller Zugriff auf die wichtigsten Funktionen

Navigon für Android gehört mit 100.000 bis 500.00 Installationen in den letzten 30 Tagen zu den beliebten Navigationsanwendungen für Android-Smartphones. Zudem erhält die Navigon-App mit 3,5 von 5 möglichen Sternen eine überdurchschnittliche Bewertung (*).

Gründe genug, Navigon für Android einen erneuten Test zu unterziehen. Schließlich liegt unser erster Test schon drei Jahre zurück – damals allerdings noch unter der Produktbezeichnung Navigon MobileNavigator.

(*) Navigon Europe, Quelle: Google Play

Navigon für Android Test: Preise und Installation

Bei der Frage "Welche Navi-App soll ich mir kaufen" ist der Kaufpreis ein wichtiges Kriterium. Navigon für Android gibt es in mehreren Varianten: Mit Karten von Europa, D-A-CH oder mit regionalen Karten wie z.B. für Italien. Die Preise variieren zwischen 59,95 Euro (z.B. für Europa) und 39,95 Euro (regionale Ausgaben).

Aber was wäre eine App ohne Erweiterungen? Per InApp-Kauf kann Navigon für Android mit zusätzlichen Funktionen kräftig aufgerüstet werden. Eine Übersicht:

  • FreshMaps für Navigon Europe: 29,95 € (24 Monate lang viermal jährlich Kartenupdates)
  • FreshMaps für Regionalvarianten (inklusive Upgrade auf Navigon Europe, Kartenupdates 24 Monate lang): 39,95 €
  • TrafficLive Verkehrsmeldungen: 19,95 € (Preis für TrafficLive ist einmalig)
  • Mobile Alert Live (Echtzeit-Informationen zu mobilen Blitzern): 0,95 € (Preis für Mobile Alert Live ist einmalig)
  • Urban Guidance (Öffentliche Verkehrsmittel werden in die Navigation miteinbezogen): 4,95 €
  • Panorama View 3D: 9,95 €
  • Cockpit: 4,95 €
  • POI all-in-one: 9,95 €
  • LPG Filling Stations: 9,95 €
  • Michelin Hotel and Restaurant Guide: 19,95 €
  • Michelin Green Guide: 14,95 €
  • ADAC Camping Guide 2012: 19,95 €

Die Preisgestaltung zeigt: Navigon für Android ist kein billiges Vergnügen! Werden die Europa-Variante und sinnvolle Erweiterungen wie FreshMaps, TrafficLive, Mobile Alert Live und das POI-Paket zugrunde gelegt, dann sind auf einen Schlag rund 120.- Euro fällig. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich bei TrafficLive, Mobile Alert Live und POI all-in-one um einmalige Kosten handelt – im Gegensatz zu FreshMaps. Den Kauf des Kartenaktualisierungsdienstes kann man zwar noch etwas herausschieben, spätestens nach einem Jahr sollte man sich aber neue Karten gönnen.

Für den regelmäßigen Einsatz der Live-Dienste (Verkehrs-/Wettermeldungen, Blitzer, Urban Guidance) ist eine Datenflatrate sinnvoll. Während der mehrwöchigen Testphase sind immerhin ca. 4 MB über die Leitung gegangen. Werden diese Dienste bei Auslandfahrten verwendet, fallen noch weitere Kosten an. Wer dagegen auf "Live" verzichten kann, kann die App im Ausland auch im Flugmodus betreiben. Schließlich ist es eine Onboard-App, die Karten befinden sich auf dem Gerät und die Routenberechnung funktioniert auch ohne Mobilfunk-Verbindung.

Navigon für Android läuft auf Android Smartphones und Tablets mit Android 2.2 oder höher. Die Installation der App und des Kartenmaterials erfolgt im internen Speicher des Gerätes. Schade, das Kartenmaterial wird nicht automatisch auf der – falls vorhanden – externen Speicherkarte installiert. Somit wird wertvoller interner Speicher verschenkt. Zumal nicht alle Smartphones die Möglichkeit bieten, Daten auf den externen Speicher auszulagern (wie z.B. das im Test eingesetzte Samsung Galaxy S3). TomTom macht es mit seiner Android-App vor, das Kartenmaterial wird von Anfang an auf der Speicherkarte installiert.

Dafür bietet Navigon für Android ein besonderes Extra: Mit dem Map Manager lassen sich die nur wirklich benötigten Karten auf dem Gerät vorhalten!

Navigon für Android Test: Bedienung und Zieleingabe

Beim Bedienen ist Navigon für Android schlichtweg Spitze. Große Buttons – die je nach Displayausrichtung in einem oder zwei verschiebbaren Balken zusammengefasst sind – ermöglichen einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Zum Eingeben eines Ziels bietet Navigon für Android alle wichtigen Optionen, inklusive einer Eingabe von Koordinaten, einer Online-Suche nach POIs mit Google oder Foursquare, dem Anlegen von Favoriten und dem Zugriff auf die Kontakte des Smartphones. Das Eingeben von Adressen ist schnell erledigt, einen expliziten "Nach Hause" Button gibt es nicht, die Heimatadresse wird am besten als Favorit hinterlegt.

Nach der Zieleingabe werden auf einer separaten Seite wichtige Informationen angezeigt: Wie ist das Wetter am Zielort, welche POIs und Parkmöglichkeiten gibt es in Zielnähe und wieviele Verkehrsstörungen liegen vor. Wer mag, kann noch eine Google Street View-Ansicht vom Ziel abrufen (nicht für alle Lokalitäten verfügbar). Besonders gut gefällt auch das Tempo, mit dem sämtliche Informationen auf der Seite dargestellt werden. Im nächsten Schritt kann der Anwender wählen, wie er das Ziel erreichen will: als Fußgänger, mit öffentlichen Verkehrsmitteln (setzt Urban Guidance voraus) oder mit dem Auto.

Wird "Auto" gewählt, dann erhält der Nutzer auf einer weiteren Seite bis zu drei Vorschläge für die Route, inklusive Angaben zur Fahrtzeit und Streckenlänge. Eine der Strecken wird mit "MyRoute" gekennzeichnet. Mit einem Klick läßt sich die bevorzugte Variante auswählen und die Navigation starten.

Besonders gut gefällt auch die Bedienung während des Navigierens. Durch Antippen des Optionen-Buttons des Smartphones gelangt man zu einer Liste mit nützlichen Schnellzugriffen, beispielsweise auf Verkehrsmeldungen oder Ziele entlang der Route.

Navigon für Android Test: Routen und Navigation

Für die Routenberechnung besteht die Wahl zwischen unterschiedlichen Profilen (PKW, LKW, Motorrad, Fahrrad, Fußgänger) und Routentypen (schnell, optimal, kurz, schön), zudem können Autobahnen, Mautstraßen, Fähren und Anliegerstraßen berücksichtigt, vermieden oder ausgeschlossen werden.

Den gewählten Routen kann man sich in der Regel – insbesonders in der Einstellung "schnell" – anvertauen. Zum Vergleich herangezogene Navi-Apps oder PNDs, die Routen auf Basis historischer Verkehrsdaten berechnen, zeigen hier und da eine andere, als besser einzustufende Routenführung. Als Maßstab dienen dabei auch persönliche Erfahrungswerte.

Beim Abweichen von der Strecke und der anschließenden Neuberechnung kommt schon einmal der Gedanke "Diese Variante würde ich nicht wählen" in den Sinn. Zudem neigt Navigon für Android beim Abweichen von der Route dazu, den Fahrer wiederholt auf die ursprüngliche Strecke zurückführen zu wollen – auch wenn es gute Alternativen gibt. Auch fällt auf, dass die vorhergesagten Fahrtzeiten recht optimistisch ausfallen – zumindest für den defensiven Fahrstil des Testers!

Zu den großen Stärken von Navigon für Android gehört die Zielführung per Karte und Sprache. Die Sprachansagen sind sehr angenehm, freundlich, meistens präzise genug und vom Timing fast optimal. Wem die Lautstärke und die Qualität des Smartphone Lautsprechers nicht ausreicht, kann die Ansagen über ein Bluetooth-Autoradio ausgeben.

Die zu fahrende Strecke wird auf der Karte sehr übersichtlich dargestellt, Richtungspfeile und der tolle aktive Fahrspurassistent unterstützen das Navigieren. Allerdings wird der zur Verfügung stehende Platz nicht optimal ausgenutzt: Es werden wahlweise die Entfernung zum Ziel und die Ankunftszeit oder die aktuelle Geschwindigkeit und die verbleibende Fahrtzeit eingeblendet. Die permanente Anzeige von allen vier Datentypen wäre sehr hilfreich, außerdem fällt die Schrift recht klein aus.

Mit "Bitte beachten Sie die Hinweise auf dem Bildschirm" weist Navigon für Android auf Verkehrsmeldungen hin. Ein Symbol am Bildschirm zeigt die Entfernung bis zur nächsten Störung bzw. die zu erwartende Verzögerungszeit an. Die Art der Darstellung erscheint im Vergleich zu den Apps von TomTom und Alk insgesamt nicht ganz so gelungen; bei diesen Apps weist ein Balken neben der Karte deutlich auf die Verkehrssituation hin.

Navigon für Android Test: Weitere Funktionen

Funktionen wie das Sperren von Streckenabschnitten (nächste 500 m, 1.000 m, 5.000 m), Blitzerwarner, Notfallhilfe, ein Parkplatzsuche am Ziel, das komfortables Einfügen von Zwischenzielen, die individuell konfigurierbare Warnungen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen und das Erstellen von Mehrzielrouten erleichtern das Autofahrerleben.

Mit Glympse wird Freunden und Bekannten die Position bzw. voraussichtliche Ankunftszeit mitgeteilt, Google Street View bietet für manche Ziele eine realistische Vorschau und wer gern zu Fuß unterwegs ist, kann die gut umgesetzte Fußgängernavigation nutzen. Durch die bereits erwähnten InApp-Käufe lassen sich noch mehr praktische Funktionen nachrüsten.

Navigon für Android Test: Fazit

Navigon für Android gehört zu Recht zu den beliebten und empfehlenswerten Navi-Apps für Android-Smartphones. Die übersichtlichen Menüs erleichtern die Bedienung, die Zielführung – optisch wie akkustisch – ist hervorragend, der Funktionsumfang läßt keine Wünsche übrig. Die gewählten Routen sind überzeugend, allerdings würde man sich bei einer Navi-App in dieser Preisklasse noch eine optimierte Routenberechnung auf Basis historischer Verkehrsdaten wünschen.

Navigon für Android ist kein Sonderangebot, vor allem wenn man die Anwendung durch sinnvolle InApp-Käufe wie Verkehrsmeldungen und FreshMaps-Kartenupdates erweitert – dann kommt man schnell auf über 100.- Euro!

Insgesamt betrachtet kann Navigon für Android allen Autofahrern empfohlen werden, die häufig unterwegs sind und auf Smartphone- statt PND-Navigation setzen.

Leser-Bewertung

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Pro

  • Einfache Bedienung
  • Funktionsumfang
  • Mehrzielrouten
  • Überzeugende Sprachansagen
  • Optische Navigation
  • Dynamischer Fahrspurassistent
  • Zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten
  • Map Manager: Installation der nur wirklich benötigten Karten

Contra

  • Optimistische Angaben zur Fahrtzeit
  • Verhalten beim Abweichen von der Route
  • Maximal zwei Datenfelder (z.B. mit der Fahrtzeit/Geschwindigkeit) auf der Kartenseite
  • Karten werden im internen Speicher des Smartphones installiert
  • Keine Bedienungsanleitung erhältlich
Navigon für Android im Test was last modified: Mai 4th, 2015 by Joachim Bardua

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