NAVIGON – ein altbekannter Name unter den Navi-Apps!

Garmin hat die bewährte und beliebte Navigations-App erst kürzlich modernisiert. Der 2016er NAVIGON Jahrgang kommt mit einigen interessanten Neuerungen: Dazu gehören ein flexibles und übersichtliches Preismodell, ein Map Manager zum Verwalten der Onboard-Karten und eine moderne Benutzeroberfläche.

Mit der neuen, wie gehabt für Android und iOS verfügbaren Version, will Garmin in erster Linie Neukunden ansprechen. Aber auch an Bestandskunden wird gedacht: Die bisherige NAVIGON App bleibt erhalten und wird weiterhin mit Updates versorgt.

NAVIGON App Startscreen

NAVIGON App: Startscreen

NAVIGON App Test: Preismodell, Map Manager

Die NAVIGON App kann heruntergeladen und über 7 Tage kostenlos getestet werden. Anschließend kann sich der Anwender für ein Paket entscheiden: 4,99 EUR für einen Monat, 29,99 EUR für ein Jahr oder 79,99 EUR für einen unbegrenzten Nutzungszeitraum.

Der jeweils für eine Kartenregion – z.B. Europa – geltende Paketpreis beinhaltet Kartenupdates, Blitzerwarner, Kraftstoffpreise, 3D-Ansichten, Verkehrsnachrichten etc. Der Kauf von Zusatzfunktionen ist in der neuen Version also nicht mehr nötig und gestaltet das Preismodell sehr übersichtlich und benutzerfreundlich.

Der Anwender kann jederzeit eine weitere Kartenregion hinzubuchen, zur Auswahl stehen neben Europa Nordamerika und Australien/Neuseeland.

Das nächste Highlight ist der neue Map Manager. Damit kann der Nutzer für die gebuchte Region beliebige Länderkarten bzw. Ergänzungen wie 3D Ansichten herunterladen. Das selektive Herunterladen der Onboard-Karten ist – im Gegensatz zu Komplettpaketen – nicht nur bei Smartphones und Tablets mit knappen Speicherplatz vorteilhaft.

NAVIGON App: Bezahlssystem, In-App Shop

NAVIGON App: Das übersichtliche Preismodell

NAVIGON App: Map Manager

NAVIGON App: Der Map Manager zum selektiven Herunterladen von Länderkarten

NAVIGON App Test: Benutzeroberfläche, Zieleingabe

Die neue, moderne Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich aufgebaut. Nach dem Starten der App landet der Anwender auf der Kartenseite, durch ein Antippen des Hamburger Icons oben links wird das Hauptmenü geöffnet, durch ein nach links Wischen bzw. Antippen der noch sichtbaren Karte geht es wieder zurück zur Karte.

Das eigentliche Hauptmenü lässt sich aber nur aufrufen, wenn keine Navigation aktiv ist. Während des Navigierens stehen wichtige Funktionen wie z.B. Ziele auf der Route oder Kraftstoffpreise im Umfeld der Route durch ein Antippen der drei Punkte oben rechts zur Auswahl.

Die Zieleingabe bietet alle Möglichkeiten einer modernen Navi-App, inklusive einer praktischen Online-Suche, die das Eingeben z.B. von “Pizzeria” (Umfeldsuche) oder “Thai Bad Tölz” (gezielte Suche an einem Ort) erlaubt. Erwähnenswert ist auch das präzise Setzen eines Ziels auf der Kartenseite mit Hilfe eines Pins.

Das Eingeben von Zielen kann auch ohne den Umweg über das Hauptmenü erfolgen. Ein Feld oberhalb der Karte ermöglicht das Eintippen einer kompletten Adresse wie z.B. “München Tegernseer Platz 7”, alternativ wird durch Antippen des Mikrofon-Symbols eine Eingabe per Sprache aktiviert. Praktisch: Über zwei Icons links bzw. rechts vom Suchfeld wird eine Navigation zum Heimatort bzw. zur Arbeit gestartet.

Neben dem bereits erwähnten Map Manager bzw. Shop sind im Hauptmenü die Menüpunkte “Ziel eingeben, Routenplanung, Fahrtaufzeichnungen, Einstellungen” gelistet.

Durch die Einstellungen ist man schnell durch, besonders erwähnenswert sind die große Auswahl an Stimmen, die bei Nutzern beliebte Möglichkeit, Tempolimitwarnungen individuell einstellen zu können (z.B. innerorts bei 15 km/h, außerorts bei 20 km/h) und die Bluetooth-Optionen.

Für die Sprachausgabe via Bluetooth lässt sich zwischen den Optionen “HFP” (Hands Free Profile, schnurlose Telefonie im Auto*) und “A2DP” (Advanced Audio Distribution Profile, Streaming von Audiodaten*) wählen. Im Test hat die Übertragung per HFP an ein Skoda Infotainmentsystem problemlos funktioniert, allerdings ist zu beachten, dass die Navigationsansagen wie ein Telefonat behandelt werden. Radio, Musik etc. werden stummgeschaltet, auf dem Infotainmentdisplay wird ein “unbekannter Anrufer” angezeigt.

(*Quelle: Wikipedia)

Unter Fahrtaufzeichnungen werden alle gefahrenen und aufgezeichneten Strecken aufgelistet, vorausgesetzt, die Funktion wurde in den Einstellungen aktiviert. Zu den einzelnen Strecken stehen dann grundlegende Fahrtdaten und eine Übersichtskarte zur Verfügung, außerdem lassen sie sich im gpx-Format exportieren.

Der Eintrag Routenplanung ermöglicht ein komfortables Erstellen von Mehrzielrouten, die sich speichern und somit wiederholt nutzen bzw. editieren lassen.

NAVIGON App Hauptmenü

NAVIGON App Hauptmenü

NAVIGON App Zieleingabe

NAVIGON App: Zieleingabe

NAVIGON App Test: Navigation

Beim Navigieren bleibt Navigon sich selbst treu, der Anwender erhält die Navigon typische Kartenansicht mit einer in orange eingezeichneten Strecke, kombiniert mit vielen optischen Navigationshilfen.

Die vorbildlichen Sprachansagen klingen natürlich und sind sehr ausführlich gehalten, wenngleich sie sich manchmal fast schon zu sehr in die Länge ziehen. Wie auch immer, sie machen einen zusätzlichen Blick auf die Karte häufig überflüssig.

Oberhalb der Karte werden in drei Feldern die verbleibende Strecke, die Ankunftszeit und die Geschwindigkeit angezeigt, durch ein Fingerwischen wird zur verbleibenden Fahrtzeit und GPS-Höhe gewechselt. Schade, dass die verbleibende Fahrtzeit nicht gleich mit angezeigt wird, zumindest bei Smartphones mit XXL-Displays sollte dies kein Problem sein.

Zur Routenberechnung stehen viele Methoden zur Auswahl (PKW, Fußgänger, schnell, optimal, kurz, schön, diverse Vermeidungen, …). Bei aktiviertem MyRoutes kann der Fahrer aus bis zu drei Streckenvorschlägen wählen. Die Strecken führen insgesamt sicher zum Ziel, wenngleich die Streckenwahl hier und da mal nicht ganz so plausibel auszufallen scheint.

Besonders gut gefällt auch die Integration der HERE Verkehrsnachrichten in die Navigation. Der Fahrer erhält bereits im MyRoutes Screen erste Informationen zur Verkehrslage, wobei die Darstellung in großen Städten wie München etwas unübersichtlich erscheint. Unterwegs werden je nach Einstellung entsprechende Hinweise im Kartenscreen eingeblendet (siehe Abbildungen).

Auf fest installierte Blitzer wird zuverlässig hingewiesen, an den möglichen Standorten mobiler Blitzer wurden während der Testphase keine angetroffen. Durch das Antippen eines Symbols auf der Kartenseite kann jederzeit eine neue “Gefahrenquelle” hinzugefügt werden. In der neuesten Version der App wird auch ohne aktive Navigation vor Gefahrenstellen gewarnt.

Weitere interessante Funktionen:

  • Kraftstoffpreise (Diesel, Super 95, Super e10 95, Super Plus 98) in der Umgebung der Route bzw. ohne aktive Navigation in der weiteren Umgebung; Tankstelle als Ziel auswählbar.
  • Ziele rechts oder links von der Route (POI).
  • Aktuellen Standort speichern.
  • Sperren der nächsten 500 m, 1,0 km, 5,0 km.
  • Einfügen eines Zwischenziels in die Route.
  • Glympse, anderen die Position und Ankunftszeit mitteilen.
  • Parkplatzsuche in Zielnähe, Live-Dienst zum Auffinden von Parkplätzen am Straßenrand (nicht ausprobiert).
  • Hinzufügen von Blitzerstandorten (Antippen eines Symbols auf der Kartenseite).
  • Merken der Parkposition & Fußgängernavigation.
NAVIGON App: Zielführung

NAVIGON App: Zielführung und Parkposition/Fußgängernavigation (blaue Fahne)

NAVIGON App: Verkehrsmeldungen gibts auch ohne aktive Navigation

NAVIGON App: Verkehrsmeldungen gibts auch ohne aktive Navigation

NAVIGON App: Hinweis auf Verkehrsmeldung

NAVIGON App: Verkehrsmeldung beim Navigieren

NAVIGON App: Verkehrsübersicht im MyRoutes Screen

NAVIGON App: Verkehrsübersicht im MyRoutes Screen

NAVIGON App Test: Fazit

Auch in der aktuellen 2016er Version kann die NAVIGON App als Rundum-sorglos-Paket charakterisiert werden. Mit einem temporären oder dauerhaften Freischalten der App kann man im Grunde nichts falsch machen, da die NAVIGON App eine zuverlässige Navigation in Kombination mit sinnvollen, im Preis inbegriffenen Live-Diensten bietet.

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NAVIGON App Test – Vorteile

  • Einfaches, all inklusive Bezahlssystem
  • Praktischer Map Manager
  • Übersichtliches Menü
  • Vorbildliche Navigationsansagen
  • Kompletter Funktionsumfang inkl. Live-Dienste

NAVIGON App Test – Nachteile

  • Maximal drei Infofelder oberhalb der Karte
Die neue 2016er NAVIGON App im Test was last modified: Juli 18th, 2017 by Joachim Bardua
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