Nike+ GPS-Sportuhr, Foto: TomTom

Cool, peppig, stylisch – charakterisiert die neue Nike+ Fitness GPS-Sportuhr. Für die auffällige, extravagante Optik sorgen die Farbkombination schwarz mit neongelb und das große, rechteckige Display.

Die Nike+ – ein Gemeinschaftsprodukt von Nike und TomTom – hebt sich aber nicht nur mit ihrem Design von GPS-Sportuhren anderer Hersteller ab. Bei der Entwicklung wurde auf eine besonders einfache Handhabung Wert gelegt.

Die Benutzerfreundlichkeit zeigt sich an einem einmaligen Detail. Das Armband hat einen integrierten USB-Anschluß! Praktisch, da die Nike Sportuhr ihr ganzes Potential nur im Zusammenspiel mit PC oder Laptop ausspielen kann (dazu später mehr).

Nike+ GPS-Sportuhr: Technik

Die Nike+ Sportwatch erscheint im ersten Moment etwas groß. Dazu trägt auch das breite Armband bei. Der Schein trügt, ein direkter Vergleich mit einer Garmin-Uhr (siehe Fotostrecke, unten) kann den Eindruck nicht bestätigen. Generell ist die Nike+ sehr angenehm zu tragen und eignet sich auch für ein eher schlankes Handgelenk. Als ein kleiner Nachteil erweist sich die Abdeckklappe des USB-Anschlusses. Beim An- bzw. Ablegen der Uhr kann sie stören. Und stellt sich die Frage, wie die USB-Kontakte auf Schweiß reagieren. Erst ein Dauertest kann zeigen, ob es zur Korrosion kommt.

Nike gibt folgende Akkulaufzeiten an: 9 Stunden mit aktiviertem GPS und eingeschaltetem Sensor bzw. 70 Tage im Standby-Modus an. Die Werte haben sich im Test als durchaus realistisch erwiesen.

Die Sportuhr ist bis 5 ATM wasserdicht, feuchte Verhältnisse machen ihr also nichts aus. 5 ATM bedeutet lautet Wikipedia “Die Uhr ist auf eine Wasserdichtigkeit bis 5 bar geprüft, was dem Druck einer angenommenen Wassersäule von 50 Metern entspricht. Damit ist sie bestens geeignet für den täglichen Gebrauch wie z. B. Baden, Duschen oder Händewaschen.“.

Der GPS-Empfänger verrichtet seine Arbeit zuverlässig. Die Position steht schnell zur Verfügung (Voraussetzung: regelmäßiges Aktualisieren der GPS-Daten mit Hilfe der Nike+ Connect Software), die Streckenaufzeichnungen fallen akkurat aus. Für Indoor-Aktivitäten ohne GPS-Empfang liefert Nike einen Schuhsensor mit, dessen nicht auswechselbare Batterie 1.000 Stunden halten soll (Strom wird nur in Bewegung verbraucht). Der Schuhsensor soll aber auch im Freien Vorteile haben. Dort sorgt er bei schwachem GPS-Signal für eine bessere Messgenauigkeit.

Die Nike+ speichert bis zu 15 Stunden Laufdaten. Ist der Speicher voll, wird optisch und akkustisch darauf hingewiesen. Dann läßt sich zwar ein neuer Lauf starten, aber unter Umständen nicht ganz aufgezeichnen. Die vorhandenen Daten werden nicht überschrieben!

Nike+ GPS-Sportuhr: Bedienung, Menü, Konfiguration

Die Bedienung der Nike+ erfolgt über drei seitliche Tasten: Zwei Schwarze zum Scrollen und eine Neongelbe zum Auswählen. Zu Erwähnen ist der angenehme Druckpunkt der Tasten. Außerdem wird durch ein kräftiges Antippen des Displays (kein Touchscreen-Display!) die Beleuchtung aktiviert oder eine neue Runde eingeläutet. Die Beleuchtung bleibt für ein paar Sekunden, ein dauerhaftes Anschalten ist leider nicht möglich.

Das sehr übersichtliche Menü besteht aus vier Hauptebenen: clock (Uhr), run (Laufen), history (Laufhistorie), records (Rekorde, z.B. “längster Lauf”, basierend auf Daten im Nike+ Online-Portal). Lediglich unter “run” lassen sich noch ein paar Optionen einstellen (GPS/Schuhsensor/Herzfrequenzsensor an/aus, Laps/Intervals jeweils an/aus/manuell). Das wars, die eigentliche Konfiguration der Sportuhr erfolgt ausschließlich über den PC! Selbst die Uhrzeit läßt sich nicht direkt auf der Nike+ ändern – ein krasser Nachteil z.B. beim Wechseln der Zeitzone.

Zum Konfigurieren muß die Software Nike+ Connect auf dem PC installiert sein. Für die Installation hat Nike eine Hilfe mitgegeben. Wird die Uhr erstmals mit dem PC verbunden, erscheint im Windows-Explorer ein separates Laufwerk mit der Bezeichnung “SportWatch”. In dem Laufwerk ist ein Link zur Nike+ Support-Webseite hinterlegt. Dort läßt sich ein Handbuch und die Software herunterladen. Einzigste Voraussetzung zum Verwenden der Uhr ist noch das Anlegen eines Benutzerkontos bei der Nike+ Laufsport-Community.

Anschließend geht alles wie von selbst: Uhr andocken, die Software startet, die Trainingsdaten werden automatisch hochgeladen und die Uhr wird aktualisiert (GPS-Satellitendaten, Firmware).

Für den Nutzer hat der gesamte Ablauf viele Vorteile: die Installation verläuft unkompliziert, die Trainingsdaten landen automatisch im Nike+ Laufsport-Portal und die Uhr bleibt stets auf dem neuesten Stand.

Nike+ GPS-Sportuhr: Im Einsatz

Auf der Uhrenseite werden in großen – und somit gut ablesbaren- Ziffern die Uhrzeit, in kleinen Ziffern seitlich daneben Tag und Monat und ein Hinweis zum Akkuladestand angezeigt. Zum Starten eines Laufs muß nur das Menü “run” aktiviert werden, anschließend verbindet die Uhr die Sensoren (Schuhsensor, Pulsgurt) und bestimmt die GPS-Position. Durch “Start” wird die Aufzeichnung aktiviert, durch ein weiteres Drücken der neongelben Taste läßt sich der Lauf unterbrechen oder beenden.

Zum Visualisieren der Messwerte während des Laufs gibt es zwei Datenfelder. In dem großen Datenfeld wird beispielsweise der Pace angezeigt. Der Datentyp (alternativ: Streckenlänge, gelaufene Zeit, Pace, durchschnittlicher Pace, verbrauchte Kalorien, Uhrzeit, Herzfrequenz) kann während des Laufens nicht geändert werden, die Einstellung erfolgt am PC mit Hilfe der die Nike+ Software. Der Inhalt des kleinen Datenfeldes läßt sich dagegen aktiv über die Tasten ändern, die grundlegende Konfiguration erfolgt ebenfalls per PC (Datentypen analog zum großen Feld).

Im Setup läßt sich definieren, wann eine neue Runde (Lap) gestartet wird. Drei Möglichkeiten stehen zur Verfügung: aus, manuell durch Antippen des Displays oder automatisch z.B. alle 1.000 Meter. Steht die Einstellung auf manuell, kann es zu Fehlern kommen. Aus Versehen wird schon mal eine neue Runde aktiviert.

Nach einer Trainingseinheit heißt es nur: Uhr abnehmen, an den PC stecken und Daten online auswerten – einfacher gehts kaum noch!

Beim Arbeiten mit dem Nike+ Laufsport-Portal zeigt sich ein deutlicher Nachteil: Die von der Sportuhr importierten Werte lassen sich nicht exportieren. Da mit keinem anderen Analysetool Zugriff auf die in der Uhr gespeicherten Daten besteht, kann der Anwender somit nicht nach Belieben über seine Trainingswerte verfügen! Außerdem: die Nike+ Online-Plattform macht einen (subjektiv gesehen) sehr gewöhnungsbedürftigen Eindruck.

Hinweise auf dem Display (Reminder) wie “iust do it” oder “all time best” sollen für zusätzliche Motivation sorgen. Sie erscheinen auch in Abhängigkeit von Trainingszielen, die vom Online-Portal auf die Uhr geladen wurden.

Nike+ GPS-Sportuhr: Fazit

Mit ihrer peppigen Optik hebt sich die Nike+ deutlich von anderen GPS-Sportuhren ab. Die Nike/TomTom SportWatch kann vor allem mit einem einfachen Handhabungskonzept überzeugen: angefangen bei der notwendigen Software-Installation und dem Datenabgleich mit dem PC, über die Einstellung der Uhr bis hin zur Bedienung. Allerdings stört es, dass sie sich nur mit Hilfe eines PCs konfigurieren läßt. Als Nachteil ist auch die fehlende Exportmöglichkeit der persönlichen Trainingsdaten anzusehen; sie sind leider nur im Nike Online-Portal auswertbar.

Für das Gebotene erscheint die Nike+ Sportuhr zu teuer. Derzeit kostet sie immerhin 199.- Euro. Wer noch einen Herzfrequenzsensor (Polar WearLink+ Sender) verwenden möchte, muß weitere 60.- Euro hinlegen.

Nach unserer Einschätzung eignet sich die Nike+ Laufsportuhr in erster Linie für Freizeitsportler, die sich nicht mit komplexer Technik auseinandersetzen möchten und auf einen großen Funktionsumfang verzichten können.

Empfohlener Online-Shop:

Leser-Bewertung

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (79 GPS-Fans, ∅ Score: 71,65 %)

Mit einem Klick auf die entsprechende Anzahl an Sternen können Sie die Nike+ Laufsportuhr bewerten!

Nike+ GPS-Sportuhr: Lieferumfang

  • Nike+ GPS-Sportuhr
  • Schuhsensor
  • USB-Kabel
  • Schnellstart-Anleitung

Viele technische Daten und eine Vergleichsmöglichkeit mit anderen GPS-Sportuhren enthält die Navi-Galerie für Fitness GPS-Sportuhren.

Fotostrecke Nike+ GPS-Sportuhr (anklicken!)

Nike+ SportWatch – Fitness GPS-Sportuhr im Test was last modified: März 20th, 2016 by Joachim Bardua
Share This