Der Newcomer unter den Outdoor-Navigationssystemen wurde von Navigation-Professionell bereits in einem ausführlichen, ersten Testbericht vorgestellt. Schwerpunkte waren die Themen Hardware, Handhabung, Menü, Basiskarte und die topographische Karte von Deutschland.

Im zweiten und abschließenden Teil des Tests stehen MagicMaps Scout, Auto- und Outdoor-Navigation, Geocaching und Datenaustausch im Vordergrund.

Endura Safari: MagicMaps Scout

Rasterkartenspezialist MagicMaps bietet für Lowrance Navis die Outdoor-Software MagicMaps Scout an. Die Scout-Software wird separat oder im Bundle mit dem MagicMaps Tour Explorer 50 Deutschland verkauft. Der Tour Explorer ist eine Tourenplanungs- und Verwaltungssoftware für den PC auf Basis von topographischen Rasterkarten.

Mit MagicMaps Scout sind unterschiedliche Rasterkarten auf dem Safari nutzbar: MagicMaps Karten, KOMPASS Digital Maps und "D-Sat 7" Luftbilder von Buhl Data.

MagicMaps Scout wird auf einer Speicherkarte installiert und läuft als eigenständige Anwendung auf dem Safari. Der Scout verwendet den GPS-Empfänger und die Tasten des Safaris, der elektronische Kompass und der barometrische Höhenmesser bleiben ebenso außen vor, wie der interne Speicher des Enduras. MagicMaps Scout liest GPS-Daten wie z.B. Tracks ausschließlich von der Speicherkarte.

Die Scout-Software läßt sich am besten über den Touchscreen steuern. Ein Stylus ist eine perfekte Ergänzung, da so mancher Button recht klein ausfällt. Zu den Funktionen der Software gehört es, Tracks aufzuzeichnen und mit Tracks zu navigieren. Die Tracks im GPX-Format werden beispielsweise mit dem Tour Explorer auf die Speicherkarte übertragen. Alternativ kann unter den mitgelieferten Radtouren in Deutschland oder Österreich gewählt werden (ca. 40.000 km). Dazu gehören Touren wie z.B. der Donau-Bodensee oder Hamburg-Ruegen Radweg. Sehr praktisch ist das Planen von Radtouren entlang des ADFC-Radwegenetzes (ca. 125.000 km). Der Radler muß nur den Startpunkt und das Ziel eingeben und schon berechnet MagisMaps Scout die Strecke. Als Start oder Ziel lassen sich ausschließlich Ortsnamen eingeben. Individuelle Vorgaben beeinflussen den Streckenverlauf, dazu gehören beispielsweise "Rennrad" oder "Mountainbike", "Anstiege vermeiden" oder "Verkehrsbelastung ignorieren. Wie die Praxis zeigt, empfiehlt es sich, mit den Optionen zu spielen und sich die Strecken vor dem Start genau anzuschauen. Dadurch werden unliebsame Überraschungen bei der Streckenführung ausgeschlossen. Ein großes Highlight während der Radtour sind die akkustischen Navigationsanweisungen, mit denen MagicMaps Scout den Radler durch die Lande führt.

MagicMaps Scout hat nicht nur Vorteile, sondern auch ein paar Schwachstellen. Dazu gehören: Nicht sämtliche Funktionen des Safaris werden genutzt, zum Durchführen von Grundeinstellungen (z.B. Dauer der Displaybeleuchtung) ist ein Schliessen der Anwendung nötig, nervige Wartezeiten beim Starten der Software oder Aufrufen von Funktionen, ein Scrollen der Karte mit den Tasten ist nur mit vielen Klicks machbar, Trackaufzeichnung nur nach Zeit.

Trotz dieser Einschränkungen ist MagicMaps Scout eine ideale Erweiterung für den Lowrance Endura, die nicht nur für Nutzer mit einer bereits vorhandenen Rasterkarten-Sammlung interessant ist.

MagicMaps ScoutMagicMaps Scout
MagicMaps Scout Bild 1: Startseite. Bild 2: Track (blau) mit Rasterkarte.

Endura Safari: Outdoor-Navigation

Navigation mit Wegpunkten, Routen und Tracks gehört bei Outdoor-Navis zum Standard. Eine häufige Frage lautet: Wie viele GPS-Daten kann ich abspeichern? Lowrance gibt 2.000 Wegpunkte, 60 Routen mit jeweils maximal 250 Wegpunkten, 30 Trails (Tracks) und bis zu 3.000 Geocaches an. Die GPS-Daten im GPX-Format lassen sich ausschließlich in dem internen Speicher ablegen. Im Test wurden zahlreiche, hauptsächlich mit Garmin-Geräten aufgezeichnete Tracks aus der heimischen Sammlung in den internen Speicher geschoben. Sie wurden alle problemlos erkannt, bei manchen Tracks hat allerdings das Höhenprofil gefehlt. Gegen Ende des Tests standen im Trackmenü rund 90 Tracks zur Auswahl, inklusive 35 vom Safari aufgezeichneter Tracks.

Zur Trackaufzeichnung stehen die Modi "Zeit" und "Entfernung" mit den Vorgaben "2, 5, 10, 30 Sekunden bzw. 1, 5, 30 Minuten" und "5, 10, 20, 30, 100, 150, 400 Meter" zur Verfügung. Individuelle Einstellungen gibt es ebensowenig wie einen Modus "Automatisch". Der aktive Trackspeicher (Active Log) nimmt maximal 10.000 Punkte auf.

Um mit Tracks zu Navigieren gibt es folgende Möglichkeiten: Trackback (Navigation zurück zum Ausgangspunkt) oder Navigieren entgegen oder in Aufzeichnungsrichtung des Tracks. Die Tracknavigation kann an jeder Stelle des Tracks begonnen werden. Vermisst werden dagegen die Optionen, einzelnen Tracks unterschiedliche Farben zuweisen bzw. sie individuell aktivieren oder deaktivieren zu können. Ein weiteres Beispiel für fehlende Funktionen ist die Wegpunkt-Projektion.

Die Tracknavigation erfolgt über die Karten-, Kompass- oder Navigationsseite. Beim Durchspielen der einzelnen Funktionen tauchen immer wieder kleine Highlights auf. Befindet man sich beispielsweise abseits von dem eigentlichen Track, so weist auf der Navigationsseite eine kleine Richtungsmarke mit Meterangabe auf die Abweichung hin.

Ein "Abbiegetest" gehört zu den Testprozeduren von Navigation-Professionell. Der Kandidat muß den Anwender mit Hilfe der Kompassseite entlang eines Tracks führen, der vor Abbiegungen nur so strotzt. Der Endura Safari erledigt diese Aufgabe mit Bravour. Der Richtungspfeil zeigt exakt und mit gutem Timing an, wann es nach rechts oder links geht – besser als ein vergleichsweise mitgeführter Garmin Oregon 300 und Dakota 20!

Der Safari weist den Nutzer beim Erreichen eines Ziels akkustisch darauf hin. Die Meldungen sind aber nicht individuell konfigurierbar. Zu erwähnen sind noch die einzelnen Wegpunkten zuordenbaren Sprachnotizen.

Auswählen des aktuellen TracksTrackback
KompassseiteNavigationsseite, Richtungspfeil
Trackback, Bild 1: Aktuelle Trackaufzeichnung, die mit "Zurück am Weg" zum Ausgangspunkt verfolgt wird. Bild 2: hellblau zu verfolgender Weg; rot bereits zurückgelegte Strecke, eingezeichnet bis zum nächsten Wegpunkt; schwarz/grau doppelt-gestrichelt Aktuelle Trackaufzeichnung; schwarz/weiß einfach-gestrichelt Eingezeichneter Weg. Bild 3: Kompassseite. Bild 4: Navigationsseite.

Endura Safari: Auto-Navigation

Zielführung mit PfeilenDie optional erhältliche Navteq-Straßenkarte von Gesamt-Europa (42 Länder) erlaubt eine sprachgesteuerte Autonavigation. Gleich bei der ersten Testfahrt kommt der große Aha-Effekt: Die Sprachansagen sind nahezu identisch zu Medion oder Krämer-Automotive Navis. Beide Hersteller setzen auf Software der Firma Electrobit in Erlangen.

Ohne auf jedes Detail einzugehen, resultiert aus dieser Kooperation eine sehr gute Autonavigation. Die Sprachansagen überzeugen bei Ausgabe über den eingebauten Lautsprecher und maximaler Lautstärke vollauf. Wer einen perfekten Sound haben möchte, kann den Safari über die Kopfhörerbuchse mit der Autohifianlage oder kleinen Handylautsprechern koppeln.

Bei der Zieleingabe über die ABC-Tastatur steht der Safari großen PNAs in nichts nach: Umlaute sind ebenso vorhanden wie eine rasche Vorselektion möglicher Ziele und eine Ausblendung von Buchstaben.

An Routing-Optionen stehen zur Verfügung:

  • Fortbewegungsart: PKW, Fußgänger, Fahrrad, Motorrad
  • Routenart: Schnellste, Kürzeste, Ökonomische
  • Fähren: Meiden, Verwenden
  • Autobahnen/Schnellstraßen: Meiden, Verwenden
  • Mautstraßen: Meiden, Verwenden

Achtung: Bei der Wahl der Routenart gibt es einen Bug. Die schnelle Strecke entspricht der kurzen, die kurze der ökonomischen, die ökonomische der schnellen!

Eingeben einer AdresseTastatur

Endura Safari: Geocaching

Für Geocacher hat sich Lowrance etwas Besonderes einfallen lassen. Die maximal 3.000 Geocaches lassen sich nach zahlreichen Kriterien filtern. Nicht nur nach "alle", "gefunden" oder "nicht gefunden", sondern zusätzlich nach Typ (Traditional, Multi, … insgesamt 15x Optionen), Reihenfolge (Entfernung, Name), Größenbereich (Micro, Small, Regular, Large), Schwierigkeitsbereich und Geländebereich (jeweils 1 bis 5, in Stufen von 0,5 Einheiten). Was leider fehlt: Eine gezielte Suche nach Namen bzw. GC Code.

Das trendige Paperless Geocaching hat Lowrance beim Safari ebenfalls verwirklicht. Angezeigt werden: Beschreibung, letzte Logs, Trackables zeigen, Feldnotiz hinzufügen ("Habe es gefunden", "Habe es nicht gefunden", Wartung erforderlich" und ein Freitext-Feld). Spoiler können in den internen Speicher oder die Speicherkarte kopiert und mit dem Photo Explorer betrachtet werden. Sie sind aber nicht mit den Caches verknüpft, allerdings zeigt der Photo Explorer entsprechende Ordnernamen an.

Die Geocaches wurden zum Testen in Form einzelner GPX-Dateien und PocketQueries installiert. PocketQueries sind derzeit nur bis zu einer Dateigröße von 3 MB möglich. Ob Größe, Typ oder Schwierigkeit, die Einträge zu den Caches sind korrekt. Die Beschreibungen sind fehlerfrei und nahezu ohne html Zeichen. Bei komplexen Multicaches sind die Beschreibungen und Formeln zur Berechnung von Stationen nicht immer eindeutig, da eine sinnvolle Formatierung fehlt (siehe Bild 3, unten). Die Additional Waypoints von Multicaches sind inklusive Beschreibung im Wegpunkte-Menü zu finden. Es gibt keinen erkennbaren Bezug zwischen Wegpunkt und dazugehörigen Cache. Ein weiterer Wunsch lautet: Im "Finde"-Menü zwischen dem vollständigen Namen und dem GC-Code wechseln zu können.

Die Eingabe von Koordinaten ist für Geocacher ganz wichtig. Beim Safari ist diese Funktion pfiffig umgesetzt: Die Eingabe erfolgt von hinten, da beim Cachen häufig nur die letzten Ziffern geändert werden müssen. Einzigster Nachteil sind die kleinen Buttons für die einzelnen Ziffern – Platz wäre auf dem Bildschirm aber genug vorhanden!

Möchte man zu einem Cache navigieren, lassen sich auf der Kartenseite für Geocacher hilfreiche Datenfelder einblenden: "Nächste Peilung (Grafik)" zeigt einen kleinen Richtungspfeil, "Entfernung zum Nächsten" die Entfernung zum Cache und über "EPE" erhält der Geocacher Angaben zur GPS-Genauigkeit. Die aktuellen Koordinaten stehen in einem vierten Datenfeld bereit. Das Annähern an einen Geocache mit dem Kompass hat in der Praxis gut funktioniert, bei langsamer Geschwindigkeit tendiert er aber zu einer ungenauen Anzeige.

Eine von manchen Geocachern geschätzte Funktion ist das Abgleichen von Field Notes mit geocaching.com. Zu diesem Zweck wird die Datei "FieldNotes.log" hochgeladen, eine ausführliche Beschreibung dazu gibt es auf der genannten Webseite.

Geocaches in ListeGeocache Details
Bild 1: Geocache Listenansicht.Bild 2: Details zu einem Geocache.
Beschreibung eines GeocachesGeocache Filter
Bild 3: Beschreibung eines Geocaches.Bild 4: Filteroptionen.
Geocache OptionenEingabe von Koordinaten
Bild 5:Geocache Optionen.Bild 6: Eingeben von Koordinaten.
Geocache, Zielsuche über KarteGeocaching mit der Kompassseite
Bild 7: Suchen eines Geocaches mit der KarteBild 8: Navigieren zu einem Cache mit dem Kompass.

Endura Safari: Speicherverwaltung, Datenaustausch

Der Endura Safari wird via USB-Kabel mit einem PC verbunden. Im Windows-Explorer taucht er als Massenspeicher auf. "Endura" heist das neue Laufwerk, über das Zugriff auf den knapp 200 MB großen, internen Speicher besteht. Der Anwender braucht GPX-Dateien oder komplette Ordner mit GPX-Dateien nur in den Ordner "GPX" kopieren, anschließend stehen sie unter "Tracks" oder "Geocaches" im Menü des Safaris zur Verfügung. Bei größeren GPX-Files legt der Safari ein internes Ordnersystem an. PC-Programme wie Touratech QV, GSAK und andere können direkt auf den internen Speicher zugreifen und Files in jede Richtung kopieren.

Wird eine Speicherkarte mit topografischen Karten oder Multimedia-Dateien eingelegt, dann erscheint nur diese im Windows-Explorer – der interne Speicher wird leider nicht als weiteres Laufwerk angezeigt.

Der Safari bietet die Möglichkeit, NMEA Daten beispielsweise an Autopiloten auszugeben. Zu diesem Zweck wird ein "mini USB NMEA Out Kabel" benötigt, das bei Online-Händlern für 25,00 EUR gelistet ist.

Endura Safari: Sonstiges

Lieferumfang
Endura Safari
Der Lieferumgang ist minimalistisch gehalten. Das 24 seitige, englischsprachige Benutzerhandbuch ist zu kritisieren, da es die vielen Funktionen nur unzureichend beschreibt. Ein Manko, mit dem Lowrance aber nicht alleine ist.

  • USB-Kabel
  • Benutzerhandbuch
  • Schnellstartanleitung
  • Display-Schutzfolie (Schutz vor Kratzern und Vermeiden von Spiegelungen)

Zubehör

  • Fahrzeug-, Marinehalterung, RAM Mount Fahrrad/Relinghalter, Tragetasche, diverse Stromadapter und ein NMEA-Kabel.
  • Einen Überblick über das Kartenmaterial von Lowrance ist in diesem Artikel zu finden: Topographische Karten für Outdoor-Navis. Neben den topographischen Karten können Marine-Karten verwendet werden.

Sonstige Software

Weitere Software wie GPS-Mate und GCacheMate von ConfiTek läßt sich auf einfachste Weise installieren und im "Werkzeuge" Menü auswählen.

Getestete Software-Version

  • V 1.0.75897 EU Safari

Fazit

Der Lowrance Endura Safari wurde während des Tests auf zahlreichen Wanderungen und beim Geocaching eingesetzt. Der Endura Safari hinterläßt ein positives Bild, das aber durch einige Einschränkungen getrübt wird. Dem Tester gefallen an dem Endura Safari vor allem GPS-Empfang, Hardware, Menü, Handhabung per Touchscreen und Tasten sowie der viele Speicherplatz für GPX-Dateien. Die Autonavigation und das gelungene Geocache-Handling tragen ebenfalls zu der positiven Einschätzung bei.

Dem stehen nicht nur die kurze Akkulaufzeit, vor allem aber das topographische Kartenmaterial von Lowrance gegenüber. Allerdings besteht die Möglichkeit, mit MagicMaps Scout Rasterkarten auf dem Safari zu verwenden. Die Endura-Software muß noch in einigen Bereichen optimiert werden. Änderungen am Layout und zusätzliche Funktionen – z.B. Wegpunkt-Projektion und ein umfangreiches Trackmanagement – stehen an erster Stelle der Wunschliste.

Insgesamt gesehen hat der Lowrance Endura Safari das Potential, nicht nur gut, sondern ganz hervorragend zu sein. Vorausgesetzt, dass mit Software-Updates nachgebessert und das Kartenmaterial überarbeitet wird.

Empfohlene Online-Shops:

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Software-Update Version 1.2:

  • Additional position formats and datums added including: Position Formats – UTM, MGRS, and other regional grids; Map Datums – NAD27, NAD83, and other regional datums
  • Improved map panning, zooming and redraw with physical buttons
  • Enhanced Compass calibration
  • Refined user interface and better visability on the Trip Computer and Satellite Status page displays
  • Added ability to import/export GPX files directly from a microSD card or save files to a microSD card
  • Improved handling of GPX trail and waypoint files for map display or list loading
  • Improved compatibility of Endura recorded trails and waypoints with 3rd party websites or software programs

Download: Endura Safari Update 1.2

Software-Update Version 1.4.0

  • Updates the European base maps with improved coastline and railroad detail
  • Improved land use data – symbology and colors for various land types for better readability
  • Improved hydrography – display of intermittent streams and lesser waterways has been deemphasized to improve readability of other features
  • Add compatibility for Endura to plug-and-play marine fishing/mapping content i.e. Navionics (viewer only), as well as Americas marine mapping – Fishing Hot Spots Pro and LakeMaster – available on microSD
  • Various other minor enhancements or bug fixes
Outdoor-Navi Lowrance Endura Safari im Test – Teil 2 was last modified: Februar 3rd, 2012 by Joachim Bardua

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