5 Gründe für die Polar M400

  • Exakte Herzfrequenzmessungen
  • Funktionsumfang
  • Zahlreiche Sportprofile
  • Einfache Konfiguration via Webseite
  • Klasse Preis-Leistung-Verhältnis

Wer an Polar denkt, denkt sofort an Training, Herzfrequenz, Sportuhren und Finnland. Zu Recht, denn das finnische Unternehmen Polar bietet seit vielen Jahren ein breite Auswahl an Sportuhren mit Herzfrequenzmessung an. Sie eignen sich hervorragend für die Trainingssteuerung beim Laufen, Trailrunning, Nordic Walking, Langlaufen und anderen Ausdauersportarten.

Einige Sportuhren verfügen über einen integrierten GPS-Empfänger. Von den drei Modellen mit GPS – RC3 GPS, M400, V800 – sticht insbesondere die M400 hervor. Warum? Die Polar M400 bietet für wenig Geld einen klasse Funktionsumfang: alle wichtigen Laufsportfeatures, 24/7-Aktivitätstracking, Zurück-zum-Start, Fitness Test, Running Index, Assisted GPS, Smartphone-Konnektivität, Smart-Notifications (demnächst, Software-Update ist angekündigt) und vieles mehr!

Die Polar M400 ist bereits für 115.- Euro zu haben (Straßenpreis). Für 150.- Euro liegt dem Paket noch ein Polar H7 Herzfrequenzsensor bei. Ein Preis-Leistungspaket, das derzeit kaum zu toppen ist!

Polar M400 GPS-Sportuhr (Bild: Polar)

Polar M400: Alltagsuhr, Gehäuse, Bedienung, Technik

Die Polar M400 ist eine Sportuhr und sieht wie eine Sportuhr aus – ob man sie als Alltagsuhr tragen möchte ist Geschmackssache! Die schwarze oder weiße M400 macht einen überaus soliden Eindruck und verspricht eine lange Lebensdauer. Dazu trägt auch die Wasserbeständigkeit bis 30 m Tiefe bei, laut Polar ist die M400 sogar zum Baden und Schwimmen geeignet.

Das Armband trägt sich angenehm, bereits nach kurzer Zeit bekommt es aber einen used Look. Sehr positiv ist die Länge des Armbandes, sodass sich die M400 bei kalter Witterung gut oberhalb der Kleidung tragen läßt.

Polar macht auf seiner Webseite keine Angaben zu Größe und Gewicht. Nachgewogen ergibt sich ein Gewicht von 55,9 g. Damit liegt die M400 gut im Rennen. Zum Vergleich, eine TomTom Cardio kommt auf 63 g, ein Garmin Forerunner 220 auf 41 g, ein Garmin Forerunner 620 auf 44 g und eine Suunto Ambit3 Run auf 72 g.

Die schnell erlernbare Bedienung erfolgt mittels fünf Tasten. Gewöhnungsbedürftig ist lediglich das Pausieren bzw. Beenden einer Trainingsaufzeichnung über die Zurück-Taste. Intuitiv drückt man eher die Start-Taste, mit der aber eine neue Runde eingeläutet wird. Besonders gut gefällt das Schnell-Menü: Vor dem direkten Starten eines Trainings lassen sich noch Einstellungen wie Autopause ein / aus oder Trainingstöne aus / leise / laut / sehr laut vornehmen.

Das Display bietet eine Anzeigefläche von 2,4 x 2,4 cm und eine Auflösung von 128 x 128 Pixel. Die Ablesbarkeit ist insgesamt sehr gut, bei Bedarf läßt sich für 10 Sekunden die Hintergrundbeleuchtung aktivieren.

Als Speicherkapazität gibt Polar "30 Std. Training mit GPS und Herzfrequenz" an, außerdem läßt sich die Trainingshistorie der letzten vier bzw. der Trainingsplan für die nächsten vier Wochen abrufen.

Für den Alltagsgebrauch stehen Uhrzeit, Datum und ein Wecker zur Verfügung. Die Anzeige läßt sich variieren, so ist auch eine analoge Darstellung der Uhrzeit möglich.

Polar M400: Akku

Polar macht folgende Angaben zu den Laufzeiten:

  • Bis zu 8 Std. Trainingszeit bei aktiviertem GPS und Herzfrequenzmessung.
  • 24 Tage als Alltagsuhr und Aktivitätstracker.

Im Test sind wir im ersten Fall auf ziemlich genau 07:50 hh:mm gekommen. Die Kombination Alltagsuhr / Aktivitätstracker wurde nicht explizit getestet, die M400 scheint aber eine gefühlte Ewigkeit zu laufen!

Das Aufladen des 190 mAh Akkus erfolgt via Standard microUSB-Anschluss; es wird also kein proprietäres Kabel benötigt.

Polar M400: GPS-Empfang

Beim Starten eines Trainings gibt es kaum etwas ärgerlicheres, als auf den GPS-Empfänger warten zu müssen. Nicht so bei der Polar M400, dank Assisted-GPS (kurz A-GPS) wird die Position in weniger als einer Minute bestimmt. Voraussetzungen: Der Hinweis "Ruhig stehen, um das GPS-Siganl zu suchen" wird befolgt und die A-GPS-Daten werden regelmäßig über die Desktop-Software Polar FlowSync aktualisiert. Die Daten sind bis zu 14 Tage gültig, diese Zeitspanne sollte man aber nicht unbedingt ausreizen. Was anscheinend nicht möglich ist: Die A-GPS-Daten über die Smartphone-App Polar Flow bzw. die Mobilfunkverbindung zu aktualisieren.

Zum verbauten GPS-Chip macht Polar keine Angaben. Laut Internet soll es sich um einen u-blox 7 Chip handeln, der für schweizerische Präzision steht.

Ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung des GPS-Empfängers ist die Genauigkeit der Aufzeichnungen bzw. der gemessenen Streckenlängen. Auch in dieser Disziplin ist nur Positives zu berichten.

Beispiele für gemessene Streckenlängen (*: stark abweichende, ungenaue Aufzeichnungen):

  • Aktivität 1 (Polar M400 / Garmin fenix): 5,9 / 6,4* km
  • Aktivität 1a (Polar M400 / Garmin Forerunner 210): 5,9 / 5,7 km
  • Aktivität 1a (Polar M400 / Fitbit Surge): 5,9 / 5,76 km
  • Aktivität 2: (Polar M400 / Garmin fenix): 9,7 / 9,9 km
  • Aktivität 3 (Polar M400 / Sony Smartwatch 3 / Garmin Oregon): 9,7 / 12,3* / 9,9 km
  • Aktivität 4 (Polar M400 / Sony Smartwatch 3 / Fitbit Surge): 5,1 / 5,9* / 5,15 km

Die Polar M400 auf der Hausstrecke: sehr gute Reproduzierbarkeit im Vergleich zu anderen Sportuhren (M400: magenta)

Polar M400: Herzfrequenz-Messungen

Aus Neugierde wurden die Polar M400 mit einem Garmin Forerunner 210 (mit ANT+ Herzfrequenzsensor) verglichen. Die beiden Herzfrequenz-Diagramme zeigen eine perfekte Übereinstimmung.

Aktivität 1: Polar M400

Aktivität 1: Garmin Forerunner 210

Die Polar M400 gibt es mit bzw. ohne Herzfrequenzsensor zu kaufen. Das Bundle aus Sportuhr und Sensor ist ca. 15.- Euro günstiger als ein getrennter Kauf, der aber einen Vorteil hat: anstelle des schwarzen Brustgurtes kann einer in blau oder pink gewählt werden.

Manch einen Sportler mag es stören, wenn die Sensoreinheit das Laufshirt deutlich ausbeult. Der Polar H7 Herzfrequenzsensor hat die Tendenz dazu, er ist nicht so elegant klein wie der Suunto Smart Sensor und sogar etwas weniger flach gebaut (ca. 3 mm) als der Garmin Premium ANT+ Sensor.

Drei Herzfrequenzsensoren: Suunto Smart, Polar H7, Garmin Premium

Größenvergleich: Suunto (oben), Polar (Mitte), Garmin (unten)

Polar M400: Konfiguration

Zum Konfigurieren der M400 gibt es diverse Möglichkeiten. Eine entscheidene Rolle nimmt der Polar Flow Webservice ein. In dem persönlichen Konto lassen sich alle Benutzerdaten hinterlegen (Größe, Gewicht etc.), ein Aktivitätsziel auswählen (z.B. Niveau 1 für einen typischen Büroangestellten) und bevorzugte Sportarten definieren. Eine besondere Bedeutung haben die Sportprofile. Jedes Sportprofil besteht aus einer Sportart (von Badminton bis Zirkeltraining, über 50 zur Auswahl) und Vorgaben wie automatische Runde, Autopause, Trainingstöne, Herzfrequenzzonen, Trainingsansichten und andere. In dem Abschnitt Trainingsansichten wird definiert, welche und wieviele Datenseiten und Datentypen später auf der M400 angezeigt werden. Eine klasse Geschichte, mit der sich die M400 perfekt an die eigenen Vorstellungen anpassen läßt!

Auf der M400 können folgende Einstellungen vorgenommen werden: allgemeine Einstellungen (z.B. Tastentöne ein / aus), Uhreinstellungen (z.B. Datumsformat), Benutzereingaben (Größe / Gewicht / Geburtsdatum / Geschlecht / Trainingspensum / Maximale Herzfrequenz) und Sportprofile. In den Sportprofilen lassen sich Änderungen an Trainingstönen / HF-Einstellungen / GPS-Aufzeichnung / Geschwindigkeitseinstellungen / Autopause / Autorunde vornehmen. Bei Änderungen am Benutzerprofil und anschließender Synchronisation der M400 per Polar Flow App erscheinen die neuen Vorgaben auch im Onlineprofil.

Was leider nicht möglich ist, neue Sportprofile per Flow App hinzuzufügen bzw. bestehende Profile zu ändern. Dies muss immer online über den Webservice erfolgen. Praktischer wäre es, wenn diese Option per App und Mobilfunkverbindung möglich wäre. In dieser Hinsicht ist Epson ein Vorbild, über die Run Connect App können die Sportuhren umfangreich konfiguriert werden.

Gleiches gilt für Workouts, neue Trainingsziele können nur im Webservice definiert werden. Direkt auf der Uhr bzw. mit der Flow App ist es nicht möglich.

Mehr braucht man nicht: Polar M400, Polar H7 HF-Gurt, Laufschuhe

Polar M400: Funktionen

Das Polar erstklassige Trainingsuhren baut ist bekannt. Sämtliche Funktionen können – im Vergleich zu anderen GPS-Sportuhren von Polar – dieser Seite entnommen werden: Polar M400 – V800 – RC3. An dieser Stelle wird nur auf solche Funktionen eingegangen, die besonders gut gefallen bzw. den Reiz der M400 ausmachen.

Back-to-Start ist der erste Kandidat. "Zurück-zum-Ausgangspunkt" kann dem Läufer im Fall der Fälle helfen, wieder zum Ausgangspunkt seines Trainings zurückzufinden. Eine Funktion, die bei vielen GPS-Sportuhren nicht mehr zu finden ist (z.B. Garmin Forerunner 220, Epson SF-810).

Als Nächstes sind die Sportprofile zu nennen. Die Polar M400 ist weder eine Triathlonuhr mit Multisportmodus noch eine Radsportuhr mit Anschlussmöglichkeit für Fahrradsensoren, sie kann aber trotzdem zum Aufzeichnen von diversen Aktivitäten wie z.B. Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren eingesetzt werden. Diese Aufzeichnungen werden im Trainingstagebuch mit den entsprechenden Sportartenpiktogrammen gekennzeichnet und lassen sich analog zu jeder Laufsportaktivität auswerten.

24/7-Tracking gehört derzeit zu den schwer angesagten Themen im Fitness-Bereich. Die Polar M400 misst mit Hilfe eines Beschleunigungssensors das tägliche Aktivitätspensum, analysiert die Daten und zeigt an, ob das gesetzte Aktivitätsziel erreicht wird. Eine Aktivitätsleiste gibt den Fortschritt wieder, ein Inaktivitätsalarm weist darauf hin, dass etwas Bewegung sinnvoll ist. Zusätzlich lassen sich die verbrauchten Kalorien, die zurückgelegten Schritte und die Aktivitätszeit abrufen. Eine nette Animation zeigt an, dass heute z.B. noch 00:57 hh:mm Laufen oder 02:11 hh:mm Walken zu absolvieren wären, um das Ziel zu erreichen. Wie genau diese Daten sind sei dahingestellt, entscheidend ist, dass der Träger zum Bewegen motiviert wird – und diese Aufgabe erfüllt die M400! Eine Funktion ist allerdings verzichtbar: eine Analyse der Schlafdaten. Einerseits ist die M400 nicht unbedingt als nächtliche Begleitung geeignet, andererseits spürt man nichts deutlicher als fehlenden Schlaf. Eine Analyse der Schlafqualität wird erst dann interessant, wenn z.B. auf die möglichen Ursachen für schlechten Schlaf hingewiesen wird (zu viel Arbeit, Übertraining, …).

Die eigene Fitness kann reglmäßig mit Hilfe des Polar Fitness Tests analysiert werden. Das Ergebnis dieses Tests ist der Polar OwnIndex, welcher mit der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) vergleichbar ist und zum Bewerten der aeroben Fitness herangezogen wird (ausführliche Infos enthält das M400 Handbuch). Entsprechende Tabellen geben Auskunft über die eigene Fitness-Klasse (sieben Stufen von schwach bis exzellent). Eine ähnliche Aussage ermöglicht der Running Index, mit dem sich Fortschritte bei der Laufleistung beobachten lassen.

Anzumerken ist noch, dass diese Tests anscheinend nur im Zusammenspiel mit dem Polar H7 Herzfrequenzsensor möglich sind. Die Polar M400 läßt sich zwar prinzipiell mit anderen Bluetooth-Gurten einsetzen (ausprobiert mit einem Suunto Sensor), beim Starten des Fitness-Tests kommt aber immer die Meldung "Herzfrequenz nicht gefunden" (obwohl die Herzfrequenz während einer Aktivität angezeigt wird).

Ein Anzeigen von Smart-Meldungen (Hinweise auf eingehende Telefonate, SMS, Mails etc.) ist derzeit noch nicht möglich, Polar hat aber ein entsprechendes Software-Update angekündigt.

Die M400 läßt sich zusätzlich mit dem Polar Bluetooth Smart Laufsensor koppeln, der weitere Möglichkeiten zur Trainingssteuerung bietet (nicht ausprobiert).

Polar M400: Software, Apps, Online-Portal

Polar Flow App: Aktivitäten eines Tages

  • Polar FlowSync Desktop-Software (Mac, Windows): Zum Synchronisieren der M400 mit dem Polar Flow Webservice, einspielen von Software-Updates und von A-GPS Daten.
  • Polar Flow App (Android, iOS): Darstellung der Aktivitäten, Trainingstagebuch, Synchronisation der Aktivitäten zw. M400 und Webservice.
  • Polar Flow Webservice: Trainingsplanung, Trainingstagebuch, Einstellungen, Sportprofile.

Einen besonders positiven Eindruck hinterläßt der Polar Flow Webservice. Das Portal wirkt sehr aufgeräumt und optisch ansprechend und bietet viele Analysefunktionen. Vermisst wird lediglich ein Filtern nach Sportprofilen (oder wurde nicht gefunden?).

Die Exportmöglichkeiten sind unbedingt erwähnenswert, Strecken lassen sich als gpx-, Trainingseinheiten als tcx- oder csv-Dateien exportieren.

Bei der Polar Flow App werden dagegen, wie bereits erwähnt, wichtige Features vermisst. Anzumerken ist noch, dass der Datenaustausch zwischen App und Sportuhr via Bluetooth unkompliziert und zuverlässig funktioniert.

Polar Flow Webservice: Trainingstagebuch für einen Monat

Polar M400: Lieferumfang

Lieferumfang Polar M400 HR:

  • GPS-Sportuhr
  • Bluetooth-Brustgurt H7 (je nach Bundle)
  • USB-Kabel
  • Kurzanleitung

Polar M400: Fazit

Die Polar M400 HR erweist sich im Test als ein erstklassiger Begleiter – nicht nur beim Laufen, sondern auch bei anderen sportlichen Aktivitäten. Sie eignet sich für Einsteiger gleichermaßen wie für Laufsportprofis. Dazu trägt vor allem der Funktionsumfang bei, der durch ein 24/7-Aktivitätstracking und (angekündigte) Smart-Meldungen auf sinnvolle Weise ergänzt wird. Die M400 bietet vernünftige Akkulaufzeiten, eine einfache Bedienung und viele Konfigurationsmöglichkeiten, insbesondere was die vielen Sportprofile angeht. Zu kritisieren ist aber die Abhängigkeit vom Polar Flow Webservice; in dieser Hinsicht wäre es wünschenswert, wenn Polar den Funktionsumfang der Flow App deutlich erweitern und eine Trainingsplanung bzw. Konfiguration der M400 per App ermöglichen würde.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, 115.- Euro (bzw. 150.- Euro mit HF-Sensor) sind ein fairer Preis für die Polar M400!

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Polar M400: Pro und Contra

Pro

Contra

  • Immenser Funktionsumfang
  • Viele Sportprofile
  • Genaue GPS-Aufzeichnungen
  • Optik und Funktionsumfang des Polar Flow Webservices
  • Ausführliches Handbuch
  • Zwei Jahre Garantie
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Funktionalität der Polar Flow App
  • Trainingsplanung nur online per Polar Flow Webservice
  • Kein Vibrationsalarm
Test: Polar M400 – ein Preis-Leistungs-Hammer was last modified: Juli 17th, 2017 by Joachim Bardua

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