Neuer Vergleichstest 2012 mit allen aktuellen Outdoor-GPS-Geräten von Garmin: Garmin Outdoor-Test.

Garmin Klassiker gegen Garmin Newbies – So lautet der Tenor dieses Vergleichstests. Im Outdoor-Einsatz sollen aktuelle und schon länger auf dem Markt befindliche Garmin GPS-Geräte ihr Können zeigen.

Als Testkandidaten standen vier Outdoor-Navis zur Verfügung (Zeitpunkt der Markteinführung in Klammern):

  • Garmin GPSMap 60Cx (Anfang 2006)
  • Garmin eTrex Vista HCx (Sommer 2007)
  • Garmin Colorado 300 (Anfang 2008)
  • Garmin Oregon 300 (Sommer 2008)

Generationenwechsel: Die 2008er Modelle bringen einiges an Neuerungen mit, beispielsweise hochauflösende Displays und innovative Bedienkonzepte. Statt Tasten werden ein Drehrad (Colorado) bzw. ein Touchscreen (Oregon) eingesetzt.

Äußerlichkeiten und Handhabung

Die Outdoor-Navis glänzen mit folgenden Abmessungen und Gewichten (B x H x T, Gewicht mit Batterien):

  • GPSMap 60Cx: 6.1 x 15.5 x 3.3 cm, 213 g
  • eTrex Vista HCx: 5.6 x 10.7 x 3.0 cm, 156 g
  • Colorado 300: 6,0 x 13,9 x 3,5 cm, 207 g
  • Oregon 300: 5,8 x 11,4 x 3,5 cm, 193 g

Der eTrex ist eines der kleinsten und leichtesten Geräte seiner Art; auf der anderen Seite steht das GPSMap 60Cx, dessen Größe eine gewisse Taschenunfreundlichkeit bedingt. Alle vier Modelle liegen sicher und stabil in der Hand, Tester’s Favorit ist eindeutig der handliche Oregon. Die Handhabung aller vier Kandidaten, ob mit Taste, Drehrad oder Touchscreen, gelingt mit dünnen Fingerhandschuhen problemlos. Rechts- wie auch Linkshänder werden mit dem jeweiligen Bedienkonzept gleichermaßen glücklich.

Vom Colorado abgesehen, läßt sich bei allen Geräten eine Handschlaufe anbringen.

Bedienung und Menüführung

Die ausschließliche Bedienung über Tasten prädestiniert den GPSMap 60Cx für sämtliche Outdoor-Aktivitäten. Ob am MTB-Lenker, in einem wasserdichten AquaPac verpackt oder beim Wandern, der 60Cx eignet sich für wirklich Alles.

Beim eTrex ist die Bedienung wegen der seitlich angeordneten Tasten schon etwas komplizierter. Der Vista HCx läßt sich erst dann so richtig flott benutzen, wenn die Aufgaben der Tasten in Fleisch und Blut übergegangen sind. Für einen AquaPac bzw. einen Fahrradlenker ist er nicht so ganz perfekt geeignet wie der 60Cx.

Garmin hat mit dem Oregon das erste Outdoor GPS-Gerät eingeführt, das nahezu auschließlich über einen Touchscreen bedient wird. Das Konzept erlaubt einen breiten Anwendungsbereich und macht so richtig Laune! Bei der Menüführung kann der Oregon 300 von allen Geräten am meisten überzeugen. So einfach und intuitiv kann kein anderes Outdoor GPS-Gerät bedient werden! Nur das Konfigurieren der einzelnen Seiten ist etwas mühselig, da es keine Shortcuts zum Setup gibt.

Die Bedienung des Colorados ist von allen vier Anwärtern auf den GPS-Thron am umständlichsten gelöst. Die Kombination aus Rock ‘n Roller, zwei Funktionstasten und dem nicht perfekten Menü ist schlichtweg kompliziert. Beim Wandern oder Tourenradeln stellt es weniger ein Problem dar, beim Mountainbiken und Paddeln allerdings schon, zumal der Colorado in einer wasserdichten AquaPac-Hülle nicht mehr benutzbar ist – Folgen siehe unten.

Die Screenshots zeigen Ausschnitte aus den Menüs der einzelnen Geräte:

eTrex Vista HCxGPSmap 60Cx
eTrex Vista HCxGPSmap 60Cx
Colorado 300 Oregon 300
Colorado 300Oregon 300

Display

Beim Display gibt es gravierende Unterschiede zwischen den Generationen, die technischen Details lauten:

  • GPSmap 60Cx: 3.8 x 5.6 cm (B x H), 160 x 240 Pixel
  • Vista HCx: 3.3 x 4.3 cm (B x H), 176 x 220 Pixel
  • Colorado 300: 3,8 x 6,3 cm cm (B x H), 240 x 400 Pixel
  • Oregon 300: 3,8 x 6,3 cm cm (B x H), 240 x 400 Pixel

Auflösung und Displaygröße der 2008er Modelle ist schon eine Klasse für sich, so daß man die Oldies schnell links liegen lassen möchte – zumindest im ersten Moment.

Die hochauflösenden, transflektiven Displays haben einen gravierenden Nachteil: Da sie recht dunkel sind (der Oregon konstruktionsbedingt noch etwas mehr als der Colorado), ist die Hintergrundbeleuchtung unverzichtbar. Eine kürzere Akkulaufzeit ist die unvermeidliche Folge. Das dunkle Display erweist sich insbesonders beim Fahrradfahren als Nachteil. Wenn das Navi am Lenker montiert ist, kann man es für eine bessere Ablesbarkeit nun einmal nicht optimal ausrichten. Ein weiterer Nachteil: Hochauflösende Displays verbrauchen mehr Strom!

Die Screenshots zeigen, wie eine topographische Karte dargestellt wird (Alle Bilder: Topo Deutschland v2, Details: normal; Größe der Bilder gemäß Auflösung in Pixel):

eTrex VistaHCx; 176 x 220 PixelGPSmap 60Cx; 160 x 240 Pixel
eTrex Vista HCxGPSmap 60Cx
Colorado 300; 240 x 400 PixelGarmin Oregon 300, 240 x 400 Pixel
Colorado 300Oregon 300

Systemeigenschaften

In dieses Kapitel fallen wichtige Eigenschaften wie die Akkulaufzeit, die Bootdauer vom Einschalten bis zum ersten Screen und der GPS-Empfang.

Batterie-/Akkulaufzeit

Der eTrex Vista HCx verhält sich in dieser Disziplin weltmeisterlich. Mit guten NiMH-Akkus sind im Outdoor-Einsatz Zeiten von deutlich über 20 Stunden möglich – ideal für lange Touren und Expeditionen, bei denen auf jedes Gramm geachtet werden muß. Zweitplatzierter ist der GPSmap 60Cx mit 17 bis 20 Stunden, der Oregon kommt auf 14 bis 16 Stunden, der Colorado auf 11 bis 14 Stunden (Erfahrungswerte, Einsatz möglichst ohne Hintergrundbeleuchtung, Töne und WAAS/EGNOS deaktiviert, Kompass aus).

Von Garmin werden folgende Zeiten angegeben (in Stunden, eTrex/60Cx/Oregon/Colorado): 25/18/16/15.

Bootdauer

Eine lange Startzeit kann recht nervig sein, wenn man z.B. nur hin und wieder seine Position bestimmen möchte, ohne das Gerät permanent eingeschaltet zu haben.

Alle vier Navis booten innerhalb von 8 bis 10 Sekunden – ein sehr guter, praxistauglicher Wert (Vorgaben: ohne Speicherkarte, keine Tracks, Wegpunkte etc., nur Basiskarte). Die Zeiten können z.B. mit viel Kartenmaterial auf dem Gerät länger ausfallen.

GPS-Empfang

Aufgrund vieler Erfahrungswerte kann man dem GPSmap 60Cx mit Sicherheit den in der Summe aller Eigenschaften besten GPS-Empfang attestieren. An Empfindlichkeit und Genauigkeit stellt er nach wie vor das Maß der Dinge dar. Die anderen drei Kandidaten kämpfen hart um den zweiten Platz. Beim Colorado und Vista gibt es aber hin und wieder das Problem, das eine deutliche Positionsdrift auftritt. Ob das Manko mit dem aktuellen Firmware-Update (GPS Chipset Type M vom 06.08.09) behoben ist, muß sich noch zeigen.

Ergänzung 26.09.09: Mit aktueller Firmware liegen alle Geräte auf gleichem Niveau, lediglich der Vista zeigt unter schwierigen Empfangsbedingungen weiterhin eine deutliche Positionsdrift.

Folgende Trackaufzeichnungen vermitteln einen Eindruck:

Rot: GPSmap 60Cx; Blau: Vista HCx; Grün: Oregon 300; Gelbgrün: Colorado 300

Tracks in Google Earth betrachten/Download als kmz-Datei

Der zweite Vergleich zeigt beim eTrex Vista deutlich die erwähnte Positionsdrift, ansonsten liegen alle Vier auf gleichem Niveau.

Grün: GPSmap 60Cx; Gelbgrün: Vista HCx; Rot: Oregon 300; Blau: Colorado 300

Tracks in Google Earth betrachten/Download als kmz-Datei

Bei einem Empfindlichkeitstest in einem Zimmer in Fensternähe tritt der eTrex als absolute Spitzengerät hervor. Während seine Geschwister noch auf der Suche sind, hat er schon längst die Position bestimmt. An zweiter Stelle folgt der GPSmap 60Cx, dann der Oregon oder der Colorado.

In einem weiteren Test wurde die Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung gemessen. Dazu wurden die GPS-Geräte nebeneinander gelegt und für einen Zeitraum von 30 Minuten eingeschaltet. Im Anschluß wurden sie nach vorgegebenen Zeitabständen wieder eingeschaltet und die Zeit bis zur Positionsbestimmung gemessen. (Drei Messreihen, alle Angaben in Sekunden inkl. Startzeit; Bedingungen wie beim Messen der Startzeiten)

GPSMap 60CxeTrex Vista HCxColorado 300Oregon 300
Startzeit98109
15 Min.9/9/98/8/815/24/3116/13/13
30 Min.12/10/1710/9/1580/45/2936/12/13
60 Min.29/10/169/10/1225/50/4118/56/30
120 Min.9/33/119/9/1243/46/4525/63/12
240 Min.36/45/3939/38/4644/41/4940/37/39
Durchschnitt19/21/1815/15/1941/41/3927/36/21

(Messwerte inklusive Zeit zum Starten des Gerätes)

Getestete SW-Versionen (Geräte-SW/GPS-SW): GPSMap 60Cx: 3,70/3,00; Vista HCx: 2,70/2,60; Colorado: 2,70/2,60; Oregon: 2,50/2,40).

Eindeutiger Sieger des Vergleichs ist der eTrex, dicht gefolgt vom GPSmap 60Cx. Der Oregon 300 platziert sich im Mittelfeld, als letzter geht der Colorado 300 durch die Ziellinie. Anzumerken ist, daß auch die Positionierungszeiten des Colorados im Grunde ganz hervorragend sind!

Ergänzung 15.08.2009: Ein erneuter Test mit aktueller Firmware zeigt ein anderes Ergebnis!

GPSMap 60CxeTrex Vista HCxColorado 300Oregon 300
< 4 Std.51,24456,414,2
24 Std.16,910,727,815,9
Bootdauer891411

(Messwerte inklusive Zeit zum Starten des Gerätes, in Sekunden, Mittelwerte zahlreicher Messungen, < 4 Std.: Messung maximal 4 Stunden nach dem vorherigen Einschalten, 24 Std.: Erneute Messung nach 24 Stunden)Getestete SW-Versionen (Geräte-SW/GPS-SW): GPSMap 60Cx: 4,00/3,00s; Vista HCx: 3,00/2,90; Colorado: 2,96/2,90**; Oregon: 3,13/3,70) (**Test noch mit Firmware-Vorversion ohne HotFix Data!)

Da eine Abhandlung sämtlicher Funktionen den Rahmen dieses Artikel sprengen würde, sind die wichtigsten Funktionen in einer PDF-Datei aufgeführt: Download: Marktübersicht Outdoor GPS-Handgeräte.

Zu den wichtigsten Highlights der einzelnen Modelle zählen:

Oregon 300 und Colorado 300

  • Drahtloser Datenaustausch
  • Anschluß für externe GPS Antenne (nur Colorado)
  • Großer interner Speicher (Oregon 300: 850 MB, Colorado 300: 384 MB)
  • Praktischer Wecker
  • Luftdruckmessung auch im ausgeschalteten Zustand
  • Tritt-/Herzfrequenz-Messung
  • 2-achsialer Kompass
  • Sehr gute Autonavigation (ohne Sprachansagen)
  • Umfangreiches Trackmanagement (nur Oregon)
  • 20 Tracks mit je 10.000 Punkten speicherbar
  • Paperless Geocaching
  • Schnelle Texteingabe (nur Oregon)
  • Automatisches Einstellen der Zeitzone (nur Oregon)
  • Profile für unterschiedliche Aktivitäten

GPSmap 60Cx und eTrex Vista HCx

  • Anschluß für externe GPS Antenne (nur GPSmap)
  • 2-achsialer Kompass (GPSmap 60CSx, Vista)
  • Beleuchtete Tasten (nur GPSmap)
  • Separate Serielle Schnittstelle (nur GPSmap)
  • Umfangreiches Trackmanagement
  • Praxisnahe Trackfunktionen
  • 20 Tracks mit je 500 Punkten speicherbar
  • Zusätzliches Speichern von Tracks auf die Speicherkarte
  • Annäherungsalarme


Colorado 300

Was halten die Geräte im harten Outdoor-Einsatz aus?

Das GPSmap 60Cx ist bislang am längsten im Einsatz. Am Anfang seiner Karriere ist der Ein-/Ausschalter hängen geblieben, das Gerät wurde im Rahmen der Garantie problemlos ausgetauscht. Nach knapp 3 Jahren intensiven Gebrauchs zeigen lediglich die Noppen der Gummierung Verschleißerscheinungen

Der eTrex Vista HCx hält seit mehr als einem Jahr tapfer durch, allerdings fängt inzwischen die Gummiummantelung an, sich abzulösen und der Joystick hakelig zu reagieren. Der Gummi löst sich aufgrund einer nicht hitzeresistenten Klebeverbindung ab.

Beim Colorado 300 gibt es ein Problem mit der Wasserdichtigkeit. Da der Colorado in einem AquaPac nur schlecht bedienbar ist, wurde er beim Tourenpaddeln auf der Faltboot-Spritzdecke befestigt. Regen und vom Paddel tropfendes Spritzwasser haben dazu geführt, daß Wasser über den SD-Karten Slot eingedrungen ist – glücklicherweise war der Schaden nach einer Nacht auf der Heizung wieder behoben. Der Oregon und der GPSmap 60Cx wurden daraufhin der gleichen Prozedur unterzogen, bis auf einzelne Tropfen unter dem Batteriefachdeckel blieben beide Navis trocken. Der Batteriefachdeckel konnte von Anfang an nur mit einem gewissen Krafteinsatz abgezogen werden. Nach über einem Jahr im Gebrauch wird das Öffnen immer schwieriger. Abhilfe schafft ein Hauch Vaseline, der auf die Dichtungen und Führungsschienen aufgebracht wird.

Ergänzung 26.09.09: Garmin hat dem Colorado inzwischen eine verbesserte Abdichtung für den Speicherkartenslot spendiert. Dafür läßt sich bei dem nur mäßig benutzten Testgerät der Batteriefachdeckel nur noch mit viel Kraft abziehen, beim Anbringen des Deckels wird die um die Batterieaufnahme angebrachte Dichtung gequetscht! Der 1,5 Jahre alte Colorado wurde von Garmin mittlerweile kostenlos gegen ein neues Gerät ersetzt!

Der Oregon 300 hält bislang ein Jahr ohne jegliche Probleme wacker durch.

Für welche Art von Outdoor-Aktivität sind die Hand-Navis geeignet?

Alle vier Kandidaten werden in der folgenden Tabelle in Bezug auf einzelne Outdoor-Aktivitäten, die der Autor intensiv betreibt, bewertet.

Über ein Sternchen mehr oder weniger kann man sicherlich diskutieren, da bei der Einstufung persönliche Vorlieben und subjektives Empfinden eine große Rolle spielen. Für eine Einordnung der Geräte sind die Angaben aber mit Sicherheit sehr gut geeignet, vor allem, weil die Beurteilung auf zahlreichen Outdoor-Einsätzen basiert und nicht das Ergebnis einer theoretischen Abhandlung ist.

AktivitätGPSMap 60CxeTrex Vista HCxColorado 300Oregon 300
Wandern
Trekking
Radtouren
Mountainbike
Tourenpaddeln
Gesamt

5 Sterne: überragend/4 Sterne: sehr gut/3 Sterne: gut/2 Sterne: befriedigend/1 Stern: ausreichend

Wenn ich mich für ein Gerät entscheiden müßte?

…. würde ich den großen Bruder des GPSmap 60Cx, den 60CSx wählen, allerdings mit einem tränendem Auge, da der Oregon 300 ebenfalls ein klasse Gerät ist, vom Vista HCx ganz zu schweigen …….

Gesamtergebnis

Zahlreiche Leserbewertungen, basierend auf den Einzeltests der Geräte, geben folgendes Bild ab:

Platz 1: GPSmap 60Cx
Platz 2: eTrex Vista HCx
Platz 3: Oregon 300
Platz 4: Colorado 300

Die Reihenfolge spiegelt gut das Ergebnis des Tests wieder, je nach persönlichen Vorlieben und primären Einsatzzweck kann die Gruppierung allerdings auch anders ausfallen.

Test aktueller Garmin-Geräte (Oregon 450/500, GPSmap 62s) gibts auf dieser Seite: Garmin Outdoor-Geräte

NEU: Online Navi-Galerie

Praxistest: Top Outdoor GPS-Geräte von Garmin – Update was last modified: Dezember 6th, 2014 by Joachim Bardua

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