Lowrance Sierra, Foto: LowranceSeit dem ersten Testbericht von Navigation-Professionell.de über die Lowrance Endura Outdoornavis hat sich viel getan, Lowrance hat nicht nur einige Software-Updates, sondern auch neues topographisches Kartenmaterial herausgegeben. Gründe genug, die Enduras einen erneuten Test zu unterziehen.

Als Testobjekt stand diesmal ein Endura Sierra zur Verfügung, das Top-Modell der Serie. Der Sierra wird mit der neuen Topo-Karte von Gesamt-Deutschland (Ausgabe 2010) ausgeliefert. Das ergibt in der Summe ein preislich sehr attraktives Bundle: Karte und Gerät kommen auf ca. 400.- bis 430.- Euro.

Damit erhält der Käufer ein Outdoor-Navi, das out of the box viel Funktionalität fürs Geld bietet. Wem das nicht ausreicht, der kann noch einen Schritt weitergehen: Da der Sierra auf Windows CE basiert, ist die Installation anderer Navigationsanwendungen möglich, der Endura dient quasi als "Rugged PDA". Beispiele sind Magic Maps Scout, OSMtracker, OziExplorerCE, Mapyx Quo (integriert sogar den elektronischen Kompass des Sierras), Pathaway (geplant), Cachewolf, PDF-Viewer …. Die Installation einiger dieser Anwendungen erfordert aber gewisse Bastel-Kenntnisse im EDV-Bereich. Wer sich für das Thema weiter interessiert, kann sich im naviboard, magellanboard oder auf outnav.blogspot.com informieren.

Lowrance Endura Sierra: Pro und Contra

Lowrance hat den Enduras seit der Markteinführung einige Software-Updates spendiert, beispielsweise stehen jetzt mehr Positionsformate oder Kartenbezugssysteme zur Auswahl, ebenso gibt es die Möglichkeit, GPX-Daten auf die Speicherkarte zu kopieren. Eine Übersicht mit allen Neuerungen und Verbesserungen enthält Teil 2 unseres Endura Safari Tests.

Auf sämtliche Details des Sierras soll in diesem Artikel nicht mehr eingegangen werden. Viele Infos (Bedienung, Display, Funktionen, …) enthält der Test des Safaris. Deshalb erfolgt an dieser Stelle eine Zusammenfassung aller Vorzüge und Schwächen des Sierras:

Pro

  • Robuste Konstruktion und überzeugende Verarbeitung
  • Bedienung per Touchscreen und Tasten und somit für viele Einsatzbereiche geeignet
  • microSD-Karten bis 32 GB
  • Übersichtliches Menü
  • Sehr guter GPS-Empfang & akkurate Trackaufzeichnungen
  • Standby-Modus
  • Einfach zu kalibrierender E-Kompass
  • Barometrischer Höhenmesser
  • Paperless Geocaching (3.000 Geocaches sind möglich), Filter für Geocaches
  • Track-, Routen, Wegpunkt-Navigation
  • Überzeugende Turn-by-Turn Navigation mit Sprachansagen (optional)
  • Sprachnotizen, Bildbetrachter, MP3 Player
  • Audio-Ausgang
  • Ausgabe von NMEA-Daten (spezielles Kabel notwendig)
  • Navionics Seekarten verwendbar
  • Basiskarte mit NAVTEQ-Strassennetz von Europa, vielen POIs, Gewässern und Höhenlinien im 50 m Abstand
  • Suche nach Adressen

Contra

  • Langer Startvorgang: Mit eingelegter Topo-Karte und vielen Geocaches an Bord sind fast 2 Minuten zu veranschlagen (Booten und verarbeiten der GPX-Dateien).
  • Kurze Akkulaufzeit, erneute Tests mit 2.700 mAh NiMH-Akkus kommen auf 06:10 hh:mm (permanent 100% Hintergrundbeleuchtung, Trackaufzeichnung, aktive Navigation) bzw. ca. 09:30 hh:mm (weitgehenst ohne Beleuchtung, Trackaufzeichnung, keine Navigation, keine Töne)
  • Ablesbarkeit des Displays bei Sonnenschein
  • Topo-Karten nicht am PC verwendbar (weiteres siehe unten)
  • Verbesserungspotential, z.B.: keine Wegpunktprojektion, 3 MB Grenze bei Pocket Queries, Trackmanagement

Wir hoffen aber, dass Lowrance mit weiteren Software-Updates das gesamte Potential der Enduras ausreizen wird!

Lowrance Endura Sierra: Topo Deutschland 2010

Mit Spannung haben wir die neue Topo Deutschland 2010, die Gesamt-Deutschland auf einer microSD-Karte vereint, erwartet. Die bisherige Topokarte konnte die Anforderungen an eine Outdoor-Karte in keinster Weise erfüllen. Die Neuauflage basiert auf unterschiedlichsten Datenquellen: Höhenmodell von Accuterra, Strassennetz von NAVTEQ sowie Daten von Alpstein und den Landesvermessungsämtern.

Wir haben die Karte ausschließlich bei Touren in Oberbayern eingesetzt, die getroffenen Aussagen gelten also nur für die genannte Region!

Im Submenü zur Kartenseite stehen diverse Optionen zur Auswahl. Die Screenshots weiter unten zeigen, wie sich mit unterschiedlichen Einstellungen der Informationsgehalt ändert. Als optimal – vor allem zum flotten Zoomen und Verschieben der Karte – hat sich folgende Konfiguration bewährt: Darstellungsmodus > Basiskarte, Detailgrad > wenig, Höhenlinien > Hauptlinien, Tracks > Nur Kartendaten oder Alle. Besonders der Punkt "Tracks" ist wichtig, da nur mit den aufgeführten Einstellungen das komplette Wegenetz, also auch alle kleinen Wanderwege, angezeigt wird! Bei den Höhenlinien reichen die Hauptlinien vollkommen aus, ansonsten wird das Kartenbild – vor allem im Gebirge – zu unübersichtlich. Beim Wegenetz (gecheckt in den Ammergauer Alpen) fällt auf, dass die Lowrance-Karte das gesamte Netz der Topo-Bayern 1:25.000 enthält. Damit haben Wanderer und Biker alle wichtigen, noch so kleinen Pfade zur Auswahl!

Unterschiedliche Farben und Schraffuren differenzieren zwischen Bebauungsflächen, Wiesen, Wäldern, Feldern, Moorgebieten, Felszonen usw. Das Kartenbild erscheint aber nicht so harmonisch, da Wiesen bzw. vegetationslose Flächen optisch deutlich hervortreten (kräftige Farben mit Schraffuren). Gewöhnungsbedürftig, vor allem weil bei den Wiesenflächen im ersten Moment der (subjektive) Eindruck entstehen kann, dass es sich um Wald handelt. Auch ist aufgefallen, dass bei manchen Strassen doppelte Konturen auftreten können (z.B. Autobahnen, siehe Fotostrecke), die anscheinend auf einer Überlagerung von unterschiedlichem Kartenmaterial basieren. Der letzte Kritikpunkt an der ansonsten sehr guten Karte betrifft die POIs, da die Datenbank keine Gipfel enthält.

Die Topo-D wird auf einer microSD-Karte geliefert, eine eventuelle Nutzung am PC ist nicht vorgesehen. Dafür braucht die microSD-Karte nur in den Speicherkartenslot des Sierras geschoben werden, eine umständliche Installation entfällt. Dieses Konzept hat aber auch einen Nachteil. Wer beispielsweise häufig in den Grenzregionen von Deutschland/Österreich unterwegs ist, müßte bei jedem Übertritt die Speicherkarte rausnehmen und die Topokarte des jeweiligen Landes einlegen.

Navigation-Professionell.de hat nachgefragt, Lowrance bietet deshalb seinen Kunden an, die Karten von D und AT auf einer Speicherkarte zusammenzufassen. Der Support erfolgt in diesem Fall über das Naviboard-Forum (Link siehe oben), der User muß zusammen mit den Speicherkarten der beiden Länder eine neue 16 GB microSD-Karte einsenden (am besten von A-Data mit der Bezeichnung Turbo).

An weiteren Topo-Karten für Europa sind derzeit verfügbar: UK, Österreich (Neuauflage mit den gleichen Datenquellen wie bei der Deutschland-Karte), Schweiz, in Vorbereitung sind: Italien, Finnland, Polen, Frankreich, Schweiz (Neuauflage) und Spanien.

Lowrance Endura Sierra: Fazit

Lowrance Endura Sierra und Topo Deutschland 2010: Ein ideales Gespann für Outdoorer, die für ihre Aktivitäten ein robustes Navi zu einem attraktiven Preis suchen. Zumal sich der Sierra perfekt für die Installation weiterer Software eignet und somit den Wünschen mancher Outdoorer entgegenkommt. Aber auch out of the box bietet der Endura Sierra alle grundlegenden Navigationsfunktionen inklusive Paperless Geocaching, Autonavigation mit Sprachansagen (entsprechendes Kartenmaterial notwendig) und Multimedia. Allerdings muß Lowrance mit weiteren Software-Updates dringend nachbessern. Das zähe Startverhalten des Endura kann ganz schön nerven, die Batterielaufzeiten sind arg kurz und die Lowrance-Software läßt so manche Funktion vermissen.

Leser-Bewertung

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Robuster Handwerker: Lowrance Endura Sierra im Test was last modified: Mai 4th, 2015 by Joachim Bardua

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