Samsung Gear Fit2 Test

Fitness-Tracker trifft Smartwatch!

von Joachim Bardua
04. Juli 2016

Preis bei Test:

€ 199.-

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Samsung Gear Fit2 – Samsung startet mit der Gear Fit2 einen weiteren Ausflug in die Welt der Fitness-Wearables.

Die Gear Fit2 – eine Weiterentwicklung der 2014 erschienenen Gear Fit – kann aber weitaus mehr als der Name vermuten lässt. Analog zur Gear S2, der aktuellen Smartwatch von Samsung, kann die Gear Fit2 via Bluetooth-Kopfhörer Musik abspielen und Smartphone-Benachrichtigungen anzeigen. Nicht nur dass, es sind sogar Interaktionen mit dem Smartphone möglich!

Fitness-Tracker trifft Smartwatch – ob der Gear Fit2 diese Mischung gelingt soll unser Test klären!

Samsung Gear Fit2 – Kalorien Screen

Samsung Gear Fit2 Test: Design, Tragekomfort

Die Gear Fit2 gibt es in zwei verschiedenen Größen und unterschiedlichen Farben. In Größe S für Handgelenke mit einem Umfang von 125 bis 170 mm, in Größe L für Handgelenke mit einem Umfang von 155 bis 210 mm, jeweils in den Farben blau ("airsuperiorityblue"), pink ("mexicanpink") und schwarz. Einziger Unterschied zwischen den zwei Größen ist die Länge der bei Bedarf austauschbaren Armbänder.

In Größe S wiegt die Gear Fit2 29,5 g (nachgewogen), in Größe L sollen es 2 g mehr sein. Der rechteckige Tracker passt sich dank der gebogenen Form dem Handgelenk optimal an. In Kombination mit dem recht schmalen und weichen Elastomer-Armband ist ein hoher Tragekomfort gewährleistet. Engere Lochabstände im Armband würden aber eine noch bessere Anpassbarkeit ermöglichen. Auch neigt die Schnalle dazu, schon einmal unbeabsichtigt aufzugehen – die Gear Fit2 fällt aber trotzdem nicht herunter.

Die Gehäusegröße der Gear Fit2 wird mit 51,2 x 24,5 mm angegeben. Das rechteckige, von Gorilla3 Glas vor Kratzern geschützte Display sitzt in einem schicken Aluminiumrahmen, ansonsten besteht das Gear Fit2 Gehäuse aus Polycarbonat und Fiberglas.

Sportlich, stylisch, Fashion orientiert, so lässt sich die Optik der Samsung Gear Fit2 beschreiben – insbesondere im Zusammenspiel mit den knackig bunten Farben auf dem die Optik dominierenden Display.

Samsung Gear Fit2 – Pixel Heart Ziffernblatt

Samsung Gear Fit2 Test: Technik

Display

Samsung verbaut ein gewölbtes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 216 x 432 Pixel (322ppi). Das Display sorgt für knackige Farben und eine scharfe Darstellung.

Die Displaybeleuchtung lässt sich in Stufen zwischen 1 und 11 regeln. In dunkler Umgebung reicht eine Helligkeitseinstellung von 3 bis 5 vollkommen aus; wird die Fit2 auch nachts getragen, sollte Stufe 1 gewählt werden. Bei praller Sonne kommt die Gear Fit2 selbst im Outdoor-Modus (= maximale Helligkeit) an ihre Grenzen und ist oftmals nur schwer ablesbar. Das spiegelnde Display trägt seinen Teil dazu bei.

In den Einstellungen kann zum Schonen des Akkus ein Bildschirm-Timeout eingestellt werden. Zur Auswahl stehen 15, 30 oder 60 Sekunden, ein Deaktivieren des Timeouts ist nicht vorgesehen. Bei Erreichen dieses Wertes blendet die Fit2 automatisch die Startseite ein – je nach Einstellung wird dann die Uhrzeit oder nur ein schwarzes Display angezeigt. Durch einen Tastendruck, ein kräftiges Antippen des Displays oder durch eine Bewegung des Handgelenks wird die Anzeige wieder zum Leben erweckt.

Das Aktivieren des Displays per Handgelenkbewegung funktioniert in der Regel sehr zuverlässig, nur selten ist ein Tastendruck nötig! Beispiel Laufen, da kann es aber stören, dass der Aktivierungsprozess etwas dauert und das Anzeigen der Daten leicht verzögert wird.

Staub-/Wasserdichtigkeit

Die Gear Fit2 ist mit IP68 spezifiziert (Handbuch: "Sollte das Gerät in Kontakt mit Wasser kommen, darf es nicht mehr als 1,5 m unter Wasser und/oder länger als 30 Minuten im Wasser bleiben"). Während des Tests wurde die Fit2 auch beim Duschen getragen, dabei hat sie keinen Schaden genommen.

Samsung Gear Fit2 – Fakten

  • Tizen Betriebssystem
  • 51,2 x 24,5 mm, 28 g (Größe S), 30 g (Größe L)
  • GPS & GLONASS
  • Beschleunigungssensor, Barometer, Lagesensor, Herzfrequenz
  • Bluetooth v4.2
  • WLAN 802.11 b/g/n 2,4GHz
  • 1,5-Zoll gewölbtes AMOLED-Display, 216 x 432 Pixel Auflösung, 16 Mio. Farben
  • 4 GB Gerätespeicher (ca. 2 GB verfügbar)
  • 512 MB RAM, Dual Core Prozessor (1GHz Exynos 3250)
  • 200 mAh Akku
  • IP68 Wasserdichtigkeit / Staubschutz
  • Kompatibel zu Geräten mit Android 4.4 oder höher bzw. Samsung Galaxy-Modellen mit Android 4.3 oder höher (je mind. 1,5 GB RAM)

Akku

Samsung gibt als "typische Nutzung" eine Akkulaufzeit von bis zu 3 bis 4 Tage an. Bei geringerer Nutzung sollen es bis zu 5 Tage sein, mit GPS bis zu 9 Std.

Im Test sind wir im Einsatzszenario "Fitnesstracker & Smartwatch" auf rund 52 Stunden gekommen (Bluetooth / Notifications / Herzfrequenz: an, Wi-Fi / GPS: aus, Displayhelligkeit je nach Umgebung). Beim Aufzeichnen von Aktivitäten inklusive GPS hat der Akku rund 07:15 hh:mm (Bildschirm-Beleuchtung: maximal, Bildschirm-Timeout: 1 Minute, Bluetooth: an) bzw. 05:15 hh:mm (wie zuvor, zeitweise MP3-Player aktiviert) durchgehalten.

Für den alltäglichen Einsatz als Fitness-Tracker und Smartwatch sind zwei Tage Akkulaufzeit ein sehr bescheidener Wert, bei sportlichen Aktivitäten dürften die gemessenen fünf bis sieben Stunden dagegen oftmals ausreichen.

Der häufige Gang zur Ladestation wird dadurch etwas relativiert, dass die Gear Fit2 recht schnell wieder aufgeladen ist. Beim Aufladen gilt es aufzupassen, da die Fit2 nicht besonders fest in der Station sitzt – also lieber einmal mehr kontrollieren, sonst steht man saftlos da! Die Ladestation hat noch einen anderen Nachteil, aufgrund ihrer Form und Größe ist sie beim Reisen eher unpraktisch.

Schnittstellen

Als Schnittstellen stehen Bluetooth und Wi-Fi zur Verfügung. Bluetooth zur Verbindung mit einem Smartphone bzw. einem Kopfhörer, Wi-Fi anscheinend nur zur Softwareaktualisierung (zumindest wurde keine andere Funktion entdeckt). Wi-Fi lässt sich allerdings nur verwenden, wenn die Gear mit keinem Smartphone verbunden ist.

Das Verbinden mit anderen Geräten funktioniert einwandfrei und zuverlässig, die Synchronisierung mit einem Smartphone erfolgt sehr schnell (ausprobiert mit diversen Android Smartphones). Besonders gut gefällt das unterbrechungsfreie Abspielen von Musik während einer Aktivität, die Verbindung Fitness-Tracker zu Kopfhörer ist sehr stabil (getestet: Mpow Swift Sport Kopfhörer).

GPS

Die Samsung Gear Fit2 verfügt über einen kombinierten GPS / GLONASS Empfänger, der für eine sehr schnelle Positionsbestimmung sorgt – lästige Wartezeiten vor dem Starten einer Aktivität sind somit passé!

Viel wichtiger ist noch die Genauigkeit von Aufzeichnungen. Anhand der interaktiven Karte kann sich jeder ein eigenes Bild machen. Die Samsung Gear Fit2 kann mit den zum Vergleich herangezogenen Wearables von Garmin gut mithalten. Wie die Genauigkeit beim Drehen von Runden im Stadium aussieht, ist eine andere Frage – dies dürfte aber für die wenigsten Gear Fit2 Nutzer von Bedeutung sein!


HRM-Run: Wearable mit Garmin HRM-Run Brustgurt verwendet!

Höhenprofil

Herzfrequenz

Die Samsung Gear Fit2 verfügt über einen integrierten optischen Herzfrequenzsensor, der das Tragen eines Herzfrequenz-Brustgurtes überflüssig macht. Da die Fit2 keine externen Sensoren unterstützt, kann bei Bedarf kein anderer Herzfrequenzsensor angeschlossen werden.

Zur Technik macht Samsung keinerlei Angaben. Es ist aber davon auszugehen, dass Samsung analog zur Fit und Gear 2 auf Firstbeat Technologie zur Analyse der Herzfrequenzdaten setzt.

Die Gear Fit2 misst die Herzfrequenz einerseits kontiniuerlich über 24/7, andererseits beim Aufzeichnen von Aktivitäten (bzw. Trainieren).

24/7 Herzfrequenzmessung

"Die Gear misst Ihren Puls in regelmäßigen Abständen" so steht es im wenig ausführlichen Handbuch. Wer diese Funktion benutzen will, muss im Menü der Fit2 die "Auto-Pulsmessung" aktivieren. Dann wird die Herzfrequenz automatisch alle 10 Minuten gemessen. Der Anwender erhält dann auf dem auffälligen Puls-Screen z.B. die Info "70 bpm vor 7 Min." sowie Angaben zum Minimum bzw. Maximum des aktuellen Tages, z.B. "37 … 169". Zusätzlich lässt sich jederzeit eine manuelle Messung starten. Die Werte können auch in der S Health App abgerufen werden.

Herzfrequenz beim Trainieren

Startet der Nutzer ein Workout, dann zeichnet die Gear Fit2 nicht nur die Strecke per GPS auf, sondern auch die Herzfrequenz. Das kontiniuerliche Aufzeichnen der Herzfrequenz äußerst sich an den im Sekundentakt blinkenden LEDs des Sensors.

Was noch aufgefallen ist: Die Herzfrequenz wird nicht bei jedem Aktivitätstyp aufgezeichnet (z.B. "Anderes Workout") – da sollte Samsung unbedingt nachbessern!

Wie genau sind die Herzfrequenzdaten?

Dazu kann keine genaue Aussage getroffen werden. Grund: Es gibt keine Möglichkeit zum Exportieren der Herzfrequenzdaten, um sie mit Hilfe von Diagrammen mit anderen Wearables zu vergleichen (auch nicht durch den Export zu Diensten wie Strava).

So bleibt nur die Möglichkeit eines visuellen Vergleichs von Wearable zu Wearable. Beim Trainieren zeigt sich, dass die Gear Fit2 Herzfrequenzwerte sehr gut mit den Werten von Garmin Wearables übereinstimmen.

Samsung Gear Fit2 – Herzfrequenz

Samsung Gear Fit2 Test: Bedienung

Zunächst fällt auf, dass sich in den Einstellungen ein Schriftstil und eine Schriftgröße (klein, mittel, groß) wählen lässt. Prima, dies kann für eine bessere Ablesbarkeit sorgen.

Das rechteckige 1,5 Zoll Display der Gear Fit2 verlangt etwas Eingewöhnung ab, da die Informationen quasi übereinander angeordnet sind – mit der Zeit kann man an dieser Art der Darstellung sogar Gefallen finden.

Die Bedienung erfolgt per Touchscreen bzw. mit Hilfe zweier recht kleiner Tasten und lässt sich nach der obligatorischen Gewöhnungsphase als flüssig und einfach charakterisieren. Die wichtigsten Seiten werden durch ein horzontales Scrollen bzw. Wischen aufgerufen, durch ein Wischen nach oben oder unten werden weitere Screens angezeigt.

  • Hauptseite: je nach Einstellung Uhrzeit, Etagen, Schritte, Kalorien (auf keinem der Standardscreens scheint es eine Datumsanzeige zu geben!); ein Wischen nach unten führt zu MP3-Player, Beleuchtungseinstellung, "Nicht Stören" Aktivierung und diversen Statusmeldungen (z.B. Akkustand).
  • Nach links gehts zu den Smart-Notifications und Hinweisen wie z.B. zum Tagesschrittziel.
  • Nach rechts wird durch diverse Screens gescrollt (mit teils weiteren Unterseiten):
    1. Kalorien: Heute verbrauchte Kalorien und Statistik.
    2. Workout: Starten einer Aktivität.
    3. Schritte: Heute genommene Schritte, Wochenstatistik, Ziel festlegen.
    4. Etagen: Heute genommene Etagen, Wochenstatistik, Ziel festlegen.
    5. Herzfrequenz: Anzeigen der zuletzt gemessenen Herzfrequenz inkl. Zeitpunkt und Tageshoch bzw. -tief; nach oben Wischen Screen zum Aktivieren einer Messung und mit Wochenstatistik.
    6. Community: Festlegen eines Ziels und mit Freunden vergleichen.
    7. Koffein: Manuelles Eingeben der getrunken Tassen Kaffee.
    8. Wasser: dito für Wasser.

Über die Taste unten wird eine Liste mit Apps aufgerufen, die sich via Samsung Gear App konfigurieren lässt. Zusätzlich zu den oben aufgeführten Seiten gibt es noch eine Stoppuhr, einen Timer oder die Funktion "Telefon finden". Weitere Apps können via Gear App aus dem Netz heruntergeladen werden.

Samsung Gear Fit2 Test: Aktivitätstracking

Als Fitnessarmband zählt und speichert die Gear Fit2 zahlreiche Parameter. Der Nutzer wird zu den genommenen Etagen, zurückgelegten Kilometern & Schritten und den verbrauchten Kalorien informiert. Neben den aktuellen Tageswerten gibt es noch Infos zu Etagen und Schritten pro Wochentag, außerdem können für diese beiden Werte Ziele definiert werden.

Besonders interessant ist die Frage, wie genau diese Angaben überhaupt sind. Dazu haben wir die Gear Fit2 gegen eine Garmin vivoactive HR antreten lassen.

Die Ergebnisse fallen teils sehr unterschiedlich aus! Jeder Hersteller vertraut bei der Berechnung der einzelnen Parameter nun einmal eigenen Algorithmen, dazu kommen noch technische Unterschiede. Die Bestimmung von Schritten und Distanz per Beschleunigungsmesser hängt von diversen Faktoren ab. Garmin bietet zum Verbessern der Genauigkeit sogar die Möglichkeit an, die individuelle Schrittlänge zu hinterlegen. Die verbrauchten Kalorien werden anhand des Grundumsatzes (basierend auf den Angaben im Benutzerprofil), der Aktivitäten und in der Regel auch anhand der Herzfrequenz berechnet. Etagen werden mit Hilfe eines barometrischen Höhenmessers bestimmt.

Besonders auffällig sind die Unterschiede bei den hochgestiegenen Etagen. Die Gear Fit2 Angaben betragen in der Regel ein Mehrfaches! Ein Interpretationsversuch:

  • Tag 1 und Tag 2: Aktive Tage in den Bergen, die Gear Fit2 Angaben erscheinen deutlich plausibler. Beispiel Tag 2, die 200 Etagen stimmen sehr gut mit einem separat gemessenen, barometrisch bestimmten Wert von ca. 610 Anstiegshöhenmetern überein (bei Samsung gelten 3 Meter als eine Etage). Die zu kleinen Werte bei Garmin hängen möglicherweise mit einer geringen Schrittgeschwindigkeit zusammen, die Höhenänderungen werden dann nicht als Etagen erfasst.
  • Tag 3: Ein Bürotag, die vivoactive HR gibt den Verlauf korrekt wieder (einmal die Treppe runter & hoch); bei der Fit2 macht sich bemerkbar, dass z.B. morgens nach dem Aufstehen gleich 13 hochgestiegene Etagen angezeigt werden – eine eindeutige Fehlfunktion!
  • Tag 4: Mischung aus Büro & Sport, die Fit2 Etagen entsprechen nicht der Realität, die vivoactive HR Werte erscheinen dagegen als etwas zu niedrig.

Tag 1

Samsung Gear Fit 2

  • Schritte: 8.895
  • Strecke: 6,5 km
  • Etagen: 168
  • Kalorien: 1.900
Garmin vivoactive HR
  • Schritte: 6.266
  • Strecke: 5,1 km
  • Etagen: 24
  • Kalorien: 2.436

Tag 2

Samsung Gear Fit 2

  • Schritte: 9.822
  • Strecke: 7,0 km
  • Etagen: 200
  • Kalorien: 1.830
Garmin vivoactive HR
  • Schritte: 7.208
  • Strecke: 5,8 km
  • Etagen: 34
  • Kalorien: 2.629

Tag 3

Samsung Gear Fit 2

  • Schritte: 1.380
  • Strecke: 1,0 km
  • Etagen: 35
  • Kalorien: 1.667
Garmin vivoactive HR
  • Schritte: 2.129
  • Strecke: 1,8 km
  • Etagen: 1
  • Kalorien: 1.670

Tag 4

Samsung Gear Fit 2

  • Schritte: 7.870
  • Strecke: 6,5 km
  • Etagen: 128
  • Kalorien: 2.495
Garmin vivoactive HR
  • Schritte: 7.610
  • Strecke: 6,8 km
  • Etagen: 8
  • Kalorien: 2.311

Die Samsung Gear Fit2 erkennt automatisch Aktivitäten wie Laufen, Gehen, Radfahren, Ellipsentraining und Rudern, dazu kommt eine Schlaferkennung.

Die automatische Aktivitätserkennung startet nach 10 Minuten, auf dem Display wird ein entsprechender Hinweis eingeblendet. Ähnliches gilt für das Beenden der Aktivität, auch dies erfolgt automatisch. Da der GPS-Empfänger nicht aktiv ist, werden z.B. beim Gehen die Streckenlänge und die zurückgelegten Schritte per Beschleunigungsmesser erfasst. Ähnliches gilt für die Herzfrequenz, sie wird bei solchen Aktivitäten interessanterweise nicht aufgezeichnet. In der Samsung S Health App wird die Aktivität dann z.B. als "34 Min. Gehen" aufgelistet und wirkt sich auf das tägliche Aktivitätspensum aus.

Bei der Schlaferkennung fällt auf, das Anfangs- und Endzeiten sehr gut mit der Garmin vivoactive HR übereinstimmen (Beispiele, Nacht 1: Garmin 22:31 bis 06:54, Samsung 22:37 bis 06:56; Nacht 2: Garmin 21:42 bis 08:35, Samsung 21:35 bis 08:49), es aber deutliche Unterschiede bei den Schlafphasen gibt (leicht, tief etc.).

Samsung Gear Fit2 Test: Workouts / Sportarten

Die Gear Fit2 kann zum Aufzeichnen der unterschiedlichsten Sportarten genutzt werden. Als Aktivitätstypen stehen zur Auswahl: Laufen, Gehen, Wandern, Radfahren, Stepper, Heimtrainer, Ellipsentrainer, Laufband, Ausfallschritte, Situps, Kniebeuge, Pilates, Yoga, Rudermaschine, anderes Workout.

Beispiel Laufen

Als Erstes lässt sich ein Ziel festlegen: Minuten pro Kilometer (z.B. leichtes Joggen oder Tempoausdauer), Dauer (z.B. 01:30 hh.mm), Strecke (z.B. 5 km), Kalorien (z.B. 500 kcal) oder ein einfaches Workout ohne Vorgabe.

Zusätzlich kann noch GPS ein-/ausgeschaltet (was beim Laufen wenig Sinn macht …) und eine regelmäßige Anleitung (z.B. alle 5 Min.) aktiviert werden.

Während des Laufens werden auf dem Screen der aktuelle Puls und in einem größeren Datenfeld wahlweise Dauer, Strecke, Kalorien, Minuten pro km (Pace), Geschwindigkeit oder Puls angezeigt (Wechsel per Wischen). Fortgeschrittene Funktionen wie Auto-Pause, Auto-Runde oder Herzfrequenzzonen gibt es nicht, ebenso nicht die Möglichkeit, andere Datentypen auswählen zu können. Macht aber nichts, schließlich handelt es sich "nur" um ein Fitnessarmband und keine Laufsportuhr!

Was leider nicht möglich ist: Das gleichzeitige Anzeigen von mehreren Datentypen auf einer Seite, wie z.B. Puls, Strecke, Dauer und Pace. So ist immer ein lästiges Wischen über den Screen nötig.

Wer die Funktion "regelmäßige Anleitung" aktiviert hat, erhält über den Bluetooth-Kopfhörer Hinweise wie "Sie haben 15 Minuten geschafft, … Puls 123 Herzschläge pro Minute".

Nach dem Beenden einer Aktivität wird – neben allerlei anderen statistischen Daten – in der Zusammenfassung eine kleine detaillierte Karte angezeigt, aber erst nach einer Synchronisation mit dem Smartphone.

Hilfreich kann die Möglichkeit sein, sich via S Health App Ziele zu setzen (z.B. "Mehr Sport") oder ein Programm auszuwählen. Es stehen Programme für "Babyschritte bis 5 km, 5-km-Lauf, erster 10-km-Versuch, 10-km-Lauf" zur Auswahl.

Der 5-Kilometer-Lauf besteht aus 30 Workouts, verteilt über 10 Wochen. Nach dem Übertragen auf das Fitnessarmband steht als erstes Trainingsziel 20 Minuten Laufen auf dem Programm; der Nutzer wird also mit elektronischer Unterstützung sukzessive zum Erfolg geführt. Auch wenn es nicht im Detail ausprobiert wurde, scheint sich dahinter eine ausbaufähige und hilfreiche Funktion zu verbergen!

Samsung Gear Fit2 – Workout Screen

Samsung Gear Fit2 Test: Smart Notifications

Die Benachrichtigungen müssen zunächst in der Samsung Gear App konfiguriert werden. Dort wird hinterlegt, von welchen Anwendungen Meldungen angezeigt werden (z.B. Telefon, WhatsApp, E-Mail, … siehe Screenshot in der Galerie unten), ob der Bildschirm bei neuen Benachrichtigungen aktiviert wird und weiteres.

Beispiel WhatsApp, die Nachrichten lassen sich auf der Gear Fit2 vollständig lesen, dazu gibt es die Optionen "Antworten" (mit vorgefertigten, aber konfigurierbaren Textnachrichten) und "Auf Telefon anzeigen". Die Darstellung ist auf dem länglichen Display der Gear Fit2 etwas unglücklich, da sind Smartwatches mit einem anderen Formfaktor eindeutig im Vorteil.

Anrufe lassen sich beantworten (die Anruf-Funktion auf dem Smartphone wird gestartet), abweisen, oder per Nachricht absagen (z.B. "Ich rufe zurück"); Details zu entgangenen Anrufen lassen sich auf dem Smartphone anzeigen.

Insgesamt gesehen sind die Smart Notifications eine der Top-Funktionen der Gear Fit2!

Samsung Gear Fit2 Test: MP3-Player

Die Gear Fit2 verfügt über ca. 2 GB Speicher, der unter anderem für Musik zur Verfügung steht. Musik kann mit Hilfe der Samsung Gear App vom Smartphone auf die Fit2 übertragen werden. Die Gear Fit2 unterstützt die Audioformate MP3, M4A, AAC, WAV, WMA, AMR, AWB, OGG, OGA und 3GA. Das Kopieren via Bluetooth geht flott über die Bühne, auf der Gear Fit2 kann unter anderem die Kopfhörerlautstärke geregelt, zum nächsten Titel gesprungen und auf Wiedergabelisten / einzelne Titel / Interpreten / Alben zugegriffen werden.

Wer Spotify Playlisten verwenden will, muss auch weiterhin ein Smartphone dabei haben. Zu diesem Zweck gibt es auf der Fit2 ein etwas verstecktes Menü zum Auswählen der Quelle: Gear oder Smartphone. Hinweis: Auf der US Supportseite wird zwar eine Spotify App für die Fit2 beschrieben, aktuell ist sie aber – zumindest bei uns – noch nicht verfügbar!

Samsung Gear Fit2 Test: Apps

Eine Nutzung der Samsung Gear Fit2 ist nur im Zusammenspiel mit Android Smartphones möglich; Apple Jünger bleiben außen vor.

Das verwirrende Setup-Procedere beginnt mit der Installation der Samsung Gear App; im weiteren Verlauf werden weitere Apps installiert, sodass letztendlich vier Apps bzw. Services auf dem Smartphone landen (getestet mit einem Huawei Y6):

  • Gear
  • GearFit2 Plugin
  • Accessory Service
  • S Health

Diese Ansammlung von Apps ist schon sehr ungewöhnlich und ist auch so bei keinem anderen Anbieter umgesetzt (z.B. Fitbit, Garmin).

Letztendlich muss man sich nur mit Samsung Gear (im Wesentlichen zum Einstellen der Fit2) und S Health auseinandersetzen. Beide Apps sind im Grunde selbsterklärend.

Samsung S Health ist die elementare Anwendung zum Anzeigen und Analysieren der Fitness-Daten. Im Vergleich zu den wichtigsten Mitbewerbern fällt auf, dass sie bei weitem nicht so viele Möglichkeiten bietet wie Garmin Connect und nicht so übersichtlich und motivierend wirkt wie die Fitbit App.

Sehr interessant ist die Möglichkeit, S Health mit anderen Diensten zu verbinden. Fitbit, Jawbone, Microsoft, Misfit, Runkeeper und Strava stehen zur Auswahl (siehe Galerie rechts). Je nach Dienst werden unterschiedliche Daten geteilt, bei Fitbit sind es Schlafdaten (!), bei Strava Trainingsdaten.

Im Test wurde Strava ausprobiert, die Trainingsaufzeichnungen werden zuverlässig und schnell übertragen. Sie haben aber nur einen sehr eingeschränkten Wert, da wichtige Informationen wie die Herzfrequenzwerte fehlen!

Samsung Gear App Galerie
(anklicken)

Bild: Samsung

Samsung Gear Fit2

Samsung Gear Fit2 Test: Fazit

Die Samsung Gear Fit2 hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits macht sie als Fitness-Tracker eine gute Figur, bietet mit umfangreichen Smart-Notifications das Beste aus der Smartwatch-Welt, verfügt über GPS und ein scharfes Display mit knackigen Farben … andererseits sind die Akkulaufzeiten nur mäßig, das Display ist bei Sonne kaum ablesbar, die wichtige S Health App bietet nur einen eingeschränkten Funktionsumfang … trotz dieser Nachteile kann einem die Gear Fit2 aber irgendwie ans Herz wachsen!

Soll ich mir die Samsung Gear Fit2 kaufen? Die Empfehlung lautet: Wer die Gear Fit2 überwiegend draußen einsetzen möchte sollte sich besser woanders umschauen, wer die Gear Fit2 primär im Alltag und im Studio tragen möchte, kann sie durchaus in die engere Wahl nehmen!

Die Samsung Gear Fit2 kostet derzeit €199,99 und liegt somit preislich auf der Höhe
möglicher Alternativen. Weitere Fitness-Tracker mit GPS und Herzfrequenz: Garmin vivosmart HR+ (UVP: €219,99; Straßenpreis: ab €199,99), Fitbit Surge (UVP: €249,95, Straßenpreis: ab €195,95).

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Samsung Gear Fit2 Test – Vorteile

  • Klein, leicht, schick
  • Für viele Sportarten geeignet
  • Funktionsumfang als Fitnessarmband
  • Starke Smartphone-Benachrichtigungen
  • Schnelles & genaues GPS
  • Integrierter MP3-Player
  • Zuverlässige BT-Verbindung zu Kopfhörern
  • Zuverlässige und schnelle Datensynchronistaion
  • Flüssige Bedienung per Touchscreen und Tasten

Samsung Gear Fit2 Test – Nachteile

  • Genauigkeit des Fitness-Trackers (Etagen!)
  • Keine Datumsanzeige
  • Ablesbarkeit des Display bei Sonne
  • Kurze Akkulaufzeiten
  • Eingeschränkter Datenexport aus S Health
  • Nur mit Android Smartphones verwendbar
  • Selbst in Größe S nicht für sehr schmale Handgelenke geeignet
  • Informationsgehalt des Handbuchs (PDF)




Samsung Gear Fit2 Test – Fitness-Tracker trifft Smartwach! was last modified: Juli 18th, 2017 by Joachim Bardua

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