Garmin Oregon 450

Garmin Oregon 450

Lange erwartet, jetzt endlich da: Garmins neue Outdoor-Navis Oregon 450 und 450t. Wer schon immer mit dem Topmodell 550 oder 550t liebäugelte, die nötige Knete dafür aber nicht aufbringen konnte (oder wollte) und auf die Kamera sowieso verzichten kann, findet jetzt eine günstigere Alternative. Navigation-Professionell.de hat den Newcomer bereits getestet.

Die Nachfolger im Test: Oregon 600 und Oregon 650

Die Oregon-Reihe gehört zu den begehrtesten GPS-Geräten für Wanderer, Biker und Geocacher. Kein Wunder, punkten Garmins Topmodelle doch mit einem spielerischem Handling, sinnvoller Ausstattung und vielseitigen Navigationsmöglichkeiten – angefangen vom Routing auf Outdoor-Touren (mit vielen Karten) bis hin zu »Paperless Geocaching«.

Oregon 450 und 450t lösen die Modelle 200, 300 und 400t ab. Der wesentliche Unterschied zu dem bereits von Navigation-Professionell.de vorgestellten 550/550t liegt in der fehlenden Kamera. Im Gegenzug wurde – so Garmin – das Display weiter verbessert.

Der Testkanditat von Navigation-Professionell.de, ein Oregon 450t, musste auf Touren in den Alpen, im Bayerischen Wald und der Fränkischen Schweiz seine Qualität unter Beweis stellen – stets im Vergleich mit einem 550t. Der Test geht dabei vor allem auf die Unterschiede zu den Vorgänger-Modellen und zum 550 bzw. 550t ein. Ausführliche Infos – vom Handling bis zur Tracknavigation – finden Sie den Tests von Oregon 300 und Oregon 550t.

Oregon 450t: GPS-Empfang

In punkto Empfang gibt sich das Oregon 450t keine Blöße. Auch unter schwierigen Bedingungen – z.B. im dichten, schneebedeckten Wald – lieferte der Neuling zuverlässig die Position. Nur in tief eingeschnittenen, schluchtartigen Tälern kann es – wie bei anderen Modellen auch – zu Abweichungen kommen, die aber auf die ungünstige Satellitenkonstellation (Anordnung in Reihe) und den Empfang reflektierter Signale (Mehrwegausbreitung) zurückzuführen sind. Unterschiede zum Oregon 550t gab es – wie der Beispieltrack zeigt – im Test praktisch kaum. Dank »Hot Fix-Technologie« erfolgt (wie bei allen Oregons und Dakotas) auch beim 450t die erste Positionsbestimmung beim Einschalten in der Regel extrem schnell, vor allem deutlich flotter als bei allen anderen Outdoor-Modellen auf dem Markt. Dazu berechnen die Garmins aus empfangenen Satellitensignalen deren Position für einige Tage im Voraus. Vorteil: Oregon & Co wissen beim Anschalten schon, wo sich die Satelliten am Himmel befinden, was die Zeit bis zur ersten Standortbestimmung verkürzt.

Vergleich von Trackaufzeichnungen Oregon 450t (rot), oregon 550t (blau) und GPSmap 60CSx (rosa). Die Qualität der Aufzeichnungen ist durchwegs gut, die Abweichungen gering.

Download der Tracks zum Vergleichen: Garmin Oregon Test (kml-Datei beispielsweise mit Google Earth öffnen)

Oregon 450t: Display

Bei den Vorgängern Oregon 200, 300 und 400t war die teilweise schlechte Ablesbarkeit des recht matten Displays ein Kritikpunkt. Vor allem bei tiefstehender Sonne mit schrägem Lichteinfall oder bei diffusem Licht waren selbst mit voll aufgedrehter Beleuchtung Karte oder Track oft nicht zu erkennen. Etwas besser, aber auch noch lange nicht perfekt, zeigt sich das überarbeitete Display des Oregon 500/550t.

Beim Bildschirm des 450/450t soll eine weitere Reduzierung der Mattierung für eine nochmals verbesserte Ablesbarkeit sorgen, selbst bei ungünstigen Lichtverhältnissen. Eine Verbesserung, die sich in der Praxis aber kaum bemerkbar macht: Zwar erscheint im direkten Vergleich das Display des 450t einen Tick heller als das des 550t – aber eben nur einen Tick. Am ehesten sieht man den Unterschied bei ganz zurückgestellter Beleuchtung.

Zusammengefasst gilt nach den Erfahrungen von Navigation-Professionell.de für den Bildschirm des 450/450t wie für den des 550/550t:

  • In der prallen Sonne, bei direktem Licht überzeugen beide Displays mit einer brillianten Darstellung – meist sogar ohne Beleuchtung. Hier zählen die Bildschirme zu den besten auf dem Markt.
  • Anders bei diffusem Sonnenschein oder schrägem Lichteinfall von vorne, wenn das Display vom Gerät abgeschattet wird (z.B. am Bike): Hier lassen sich Details auch mit Maximalbeleuchtung oft nur schwer (wenn auch etwas besser als beim 300 und 400t) erkennen, was durch das starke Spiegeln der Displays noch verstärkt wird. Ähnliches gilt aber (leider) für viele aktuellen Outdoor-Navis. Tipp für Biker: Gerät waagrecht am Lenker ausrichten.
  • Bei bedecktem Himmel und im Schatten kommt man zwar selten ohne Hintergrundbeleuchtung aus, die Bildschirme lassen sich in der Regel aber recht gut ablesen.

Insgesamt ist das Display von Oregon 450 und 450t sicherlich im Outdoor-Bereich das derzeit beste Touchscreen-Display von Garmin. Wer mit dem 550/550t liebäugelt kann unbesorgt zugreifen. Im Vergleich zu den Vorgängern 200 bis 400t ist der Bildschirm etwas besser, weil klarer und kantrastreicher, was sich vor allem in der prallen Sonne, bei diffusem Licht oder im schattigen Wald positiv bemerkbar macht.

Im Test erweisen sich die Displays als kälteresistent. Auch bei arktischen Temperaturen im Bayerischen Wald bis zu –10° ließen sich die – mit Karabinerclip am Rucksack befestigten – Touchscreens von 450t und 550t stets zuverlässig bedienen.

Oregon 450t: Neue Funktionen

Die umfangreichen, exzellenten Navigations- und Geocaching-Funktionen der Oregons wurden von Navigation-Professionell.de bereits im Test von Oregon 300 und 550t ausführlich beschrieben, weshalb an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen wird (Test: Oregon 300, Test: Oregon 550t). Allerdings hat Garmin die Firmware aller Oregon-Modelle zwischenzeitlich um neue Funktionen erweitert – über die der 450t natürlich von Haus aus verfügt. Die wichtigsten:

Tracks

Ein pfiffiges Feature betrifft die Navigation mit Tracks. Aktiviert man einen Track für die Navigation, werden automatisch die »Low bzw. High-Points« (Berg- und Talpunkte) auf dem Track bestimmt und auf der Karte dargestellt. Die Punkte erscheinen zudem als Liste im Menü »Aktive Route«. Zusätzlich werden im gleichen Menü auch alle Wegpunkte angezeigt, die auf dem Track oder in seiner unmittelbaren Umgebung liegen. Die Punkte sind dabei – wie bei einer Route – entsprechend ihrer Entfernung vom aktuellen Standort gelistet.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Auch wer mit Track navigiert, kann sich damit die Entfernung zum nächsten Gipfel, Zeltplatz oder Fotospot (auf bzw. neben dem Track) anzeigen lassen – was bisher der Routennavigation vorbehalten war. Er muss den Punkt nur als Wegpunkt markieren und schon erscheint er mit entsprechenden Angaben im Menü »Aktive Route«. Alternativ kann man sich die Entfernung auch im Tripcomputer über das Datenfeld »Entfernung zum nächsten (Wegpunkt)« angeben lassen.
  • Aus den Höhenangaben zweier benachbarter Low- und High-Points lassen sich leicht die Höhenmeter von Zwischenanstiegen bzw. -abstiegen bestimmen.

Höhenprofil

Interessantes auch beim Höhenprofil: Bei der Tracknavigation wird jetzt nicht mehr nur das Profil des zurückgelegten Wegs (in grün) angezeigt, sondern auch des weiteren Wegs (in dunkelblau). Mehr noch: Das Höhenprofil lässt sich neuerdings sogar in den Tripcomputer, die Navigations- oder die Kartenseite einblenden.

Tripcomputer

Auch der Tripcomputer bietet inzwischen üppige Möglichkeiten für die individuelle Konfiguration. Neben dem Höhenprofil kann man sich unter anderem auch den Kompass der Navigationseite, ein spezielles Geocaching-Feld oder – für sportliche Aktivitäten – eine Stoppuhr anzeigen lassen. Fein!

Oregon 450t: Ausstattung

Rasterkarte auf dem Garmin Oregon 450t

Rasterkarte auf dem Garmin Oregon 450t


Abgesehen von der Kamera, ist die Ausstattung identisch zum Oregon 550t. Verbesserungen bestehen im Vergleich zum 400t:

  • Kompass: Oregon 450 und 450t besitzen einen 3-Achsen-Kompass, der unabhängig von der Haltung des Geräts die Richtung korrekt anzeigt. Den 400t mit 2-Achsen-Kompass muss man dazu waagrecht ausrichten.
  • Speicher: Im Unterschied zu den Vorgängermodellen Oregon 300 und 400t hat Garmin beim 450/450t den Speicher ordentlich aufgebohrt. So lassen sich 2000 Wegpunkte (300/400t: 1000), 200 Routen a 250 Wegpunkte (50 Routen a 250 Wps) und 200 Tracks mit je 10.000 Punkten (20 a 10.000 Punkte) speichern. Das dürfte selbst für mehrwöchige Expeditionen reichen.
  • Topokarte Europa (»Freizeitkarte«): Das Oregon 450t ist als Extra mit einer Topokarte von Europa im Maßstab 1:100.000 ausgestattet, der selben wie im 550t. Vorteil im Vergleich zum 400t: auf der Karte fehlen auch die Schweiz, Island, die Türkei und Norwegen nicht. Ausführliches dazu – mit Screenshots – im Test des Oregon 550t.
  • Rasterkarten: Auf das Oregon 450/450t lassen sich (wie auf alle Oregons, Dakota und Colorados) inzwischen auch Ausschnitte von Rasterkarten (bzw. Satellitenkarten) übertragen (Rasterkarten auf Garmin-Geräten), wenn auch nicht ganz so flott und einfach wie bei den Rasterkarten-Modellen von TwoNav oder Satmap. Trotzdem eine Funktion die die Vielseitig erhöht, kann man damit doch die Vorteile beider Kartentypen nutzen.

Oregon 450t: Batterielaufzeit

In punkto Batterielaufzeit bestehen keine Unterschiede zu den übrigens Oregons. Mit Hochleistungsakkus (mindestens 2500 mAh) oder Lithiumbatterien lassen sich auf Wanderungen durchaus die von Garmin angebenenen 16 Stunden Laufzeit erzielen, unter Einbeziehung aller Stromspar-Maßnahmen (sparsamer Einsatz der Beleuchtung, Displayabschaltung aktiviert, Karte genordet, nicht zu häufiges »Aufs-Display-Gucken« etc.) sogar bis zu etwa 20 Stunden. Beim Biken dagegen, mit voll aufgedrehter Dauerbeleuchtung und Kartenorientierung in Fahrtrichtung können die Akkus bzw. Batterien durchaus auch schon nach rund 12 bis 13 Stunden schlapp machen.

Oregon 450t: PC-Software – Basecamp & MapSource

Für die Tourenplanung und –auswertung mit Garmin-Karten stellt Garmin inzwischen das kostenlose Programm BaseCamp zur Verfügung. Die Software liegt auch allen neueren Garminkarten bei. Leider ist BaseCamp noch lange nicht ausgereift. So lassen sich z.B. bei Routen nachträglich keine Wegpunkte einfügen. Bleibt zu hoffen, dass Garmin hier bald Abbhilfe schafft…

Nicht mehr voll kompatibel ist die bisherige Karten-Software MapSource. So kann man gespeicherte Tracks, Routen und Wegpunkte nicht wie bei älteren Modelle (etrex, GPSmap 60Cx/CSx, GPSmap 76Cx/CSx etc.) per Mausklick vom Gerät auf den PC herunterladen. Als Workaround bleibt nur, die Daten direkt vom Gerät als GPX Datei zu importieren (Garmin Oregon, Dakota und Colorado speichern Daten im GPX-Format und melden sich als eigenes Laufwerk im Windows Explorer an, sobald man sie an den PC anschließt).

Oregon 450t: Fazit

Kauftipp von Navigation-Professionell.de für den Garmin Oregon 450/450t

Kauftipp von Navigation-Professionell.de für den Garmin Oregon 450/450t


Unterm Strich erweist sich das Oregon 450t als Gerät, das Spaß macht. Die übersichtliche, intuitive Bedienung, mit der selbst Einsteiger relativ schnell klar kommen, die ausgereiften Navigationsfunktionen und ein breites Angebot an routingfähigen Karten sorgen dafür. Zudem zählt das Displays zu den besseren bei Outdoor-Navis, auch wenn in puncto Ablesbarkeit durchaus noch Verbesserungspotential besteht. Dafür lässt sich das 450/450t – zwar mit etwas »Aufwand« – sogar mit Rasterkarten füttern. Alles in Allem Grund genug für einen Kauftipp von Navigation-professionell.de

Die Pluspunkte im Vergleich zum Vorgänger Oregon 400t liegen im verbesserten Bildschirm, im 3-Achsen-Kompass, im größeren Speicher für Wegpunkte, Routen und Tracks sowie der vollständigeren Topokarte von Europa. Auch beim Vergleich mit dem günstigeren (und kompakteren) Dakota 20 überwiegen die Vorteile, vor allem beim Display. Nicht nur wegen der Größe und der höheren Auflösung (240 x 400 statt 160 x 240), was vor allem der Kartendarstellung zugute kommt. Der Bildschirm der neuen Oregons ist auch deutlich heller. Das Dakota-Display erweist sich z.B. im dichten, schattigen Wald und bei diffusem Licht als eindeutig zu dunkel – selbst mit voll aufgedrehter Hintergrundbeleuchtung (Garmin Dakota 20).

Alle Infos zum Nachfolger Oregon 600/650

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Technischen Daten zu allen Modellen enthält die Geräte-Übersicht von Navigation-Professionell.de.

NEU: Online Navi-Galerie

Oregon 450t: Lieferumfang / Preis

  • USB-Kabel
  • Karabinerclip
  • Anleitung (auf CD)
  • Schnellanleitung
  • Oregon 450: 399 Euro (Straßenpreis ca. 360 Euro)
  • Oregon 450t: 479 Euro (Straßenpreis ca. 420 Euro)

Testversion: Firmware Version 3.0, GPS-Version 3.70

Siegertyp: Test Outdoor-Navis Garmin Oregon 450 und Oregon 450t was last modified: März 29th, 2016 by Benjamin Hans

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