Suunto Spartan Ultra
Test

von Joachim Bardua
21. Dezember 2017

Preis bei Test

ab € 418.-

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Nach unseren Tests der Suunto Spartan Trainer und der Suunto Spartan Sport haben wir uns jetzt die Suunto Spartan Ultra angeschaut. Die Spartan Ultra ist bereits seit Ende 2016 auf dem Markt und hat schon bei ihrer Einführung viel Kritik einstecken müssen – Grund war der eher bescheidene Funktionsumfang!

Seitdem hat Suunto diverse Software-Updates veröffentlicht, die einerseits Fehlerbehebungen und Verbesserungen, andererseits neue Funktionen auf die Ultra gebracht haben. Mit dem letzten Update v1.11.56 vom Oktober 2017 sind beispielsweise einige Outdoor spezifische Neuerungen gekommen. Schon alleine deswegen haben wir die Spartan Ultra primär unter dem Gesichtspunkt “Outdoor” getestet!

Die Suunto Spartan Ultra gibt es in sechs Ausführungen. Die Ultras unterscheiden sich nur bei den Farben, den Materialien und dem Gewicht (Preisangaben: UVP, mit / ohne Herzfrequenz-Brustgurt):

  • Ultra All Black Titanium (€799.- / €749.-)
  • Ultra Stealth Titanium (€799.- / €749.-)
  • Ultra Gold Special Edition (€869.- / €819.-)
  • Ultra Copper Special Edition (€869.- / €819.-)
  • Ultra Black (€699.- / €649.-)
  • Ultra White (€699.- / €649.-)

Für unseren Test haben wir uns die Spartan Ultra Black ausgesucht. Wie die anderen Modelle gibt es sie ein Jahr nach der Einführung zu deutlich günstigeren Straßenpreisen!

Spartan Spartan Ultra: Technik

Die Suunto spartan Ultra gefällt – und zwar sehr gut! Nicht nur optisch, sondern auch hinsichtlich Verarbeitung und Wertigkeit. Die 77,3 g leichte Ultra Black sieht für eine Sportuhr edel aus, ihre Verarbeitung ist klasse. Dies offenbart sich schon beim Drücken einer der drei Tasten – satt und mit einem perfekten Druckpunkt.

Der Tragekomfort ist sehr hoch, die Spartan wurde für den Test über mehrere Wochen quasi dauerhaft getragen. Gegenüber so manchen Mitbewerberprodukt hat sie diesbezüglich einen großen Vorteil: Die Uhr lässt sich locker tragen, sie verfügt schließlich über keinen integrierten Herzfrequenzsensor – ein tendenziell eher strafferes Anziehen des Armband ist somit nicht nötig! Das Armband lässt sich mit Hilfe eines speziellen Werkzeugs auswechseln; allerdings ist die Auswahl an Ersatzarmbändern recht eingeschränkt (Farben!).

Die Spartan Ultra Black verfügt über ein mit 320 x 300 Pixel hochauflösendes Touchscreen-Display. Die Ablesbarkeit des Farbdisplays ist in der Summe sehr gut, sie kann durch diverse Beleuchtungseinstellungen zusätzlich gesteuert werden.

Die Akkulaufzeiten gibt Suunto mit 18 Stunden im Trainingsmodus und mit bis zu 140 Stunden im Energiesparmodus an; im Modus “Zeit” – also quasi als Alltagsuhr – sollen es 20 Tage sein. Der Energieverbrauch lässt sich durch zahlreiche Parameter steuern:

  • Displayhelligkeit & Beleuchtungsdauer
  • Standby-Hintergrundbeleuchtung an/aus
  • Reduzierter Farbmodus an/aus
  • Discovery-Modus (Verbindung mit einem Smartphone) an/aus
  • Vibration an/aus
  • GLONASS an/aus
  • GPS-Genauigkeit (beste, gut, okay)

Aufgrund der zahlreichen Optionen haben wir für den Test mehrmals einen Power-Modus ausprobiert; während einer Aktivität waren quasi alle Verbraucher “an”. Dabei sind knapp 9 Stunden herausgekommen – ein toller Wert!

Suunto Spartan Ultra – Die wichtigsten Fakten

  • GPS: GPS, GLONASS, A-GPS, SiRF star V
  • Display: Saphirkristall, Matrix-Farbdisplay, 320 x 300 Pixel
  • Material: Lünette aus Edelstahl, Gehäuse aus glasfaserverstärktem Polyamid, Armband aus Silikon
  • Gewicht: 77 g (Angabe Suunto)
  • Abmessungen: 50 x 50 x 17 mm
  • Wasserdichtigkeit: bis 100 m Tiefe
  • Bedienung: Drei Tasten, Touchscreen
  • Sensoren: Beschleunigungsmesser, Barometer, Höhenmesser, E-Kompass, Temperatur
  • Schnittstellen: Bluetooth Smart (Smartphone, Sensoren, Herzfrequenz / Foot / Bike / Power POD), USB (Aufladen, Datenaustausch)
  • Aufzeichnungsintervall: 1 Sek. oder 10 Sek.
  • Akkulaufzeiten: 18 Std. bis 140 Std. (je nach GPS-Einstellungen), 20 Tage im Zeitmodus
  • Armband: austauschbar

Suunto Spartan Ultra: GPS-Empfänger

Der verbaute SiRF star V Chip bietet GPS und GLONASS im Verbindung mit A-GPS (Assisted GPS) zum Beschleunigen der Positionsbestimmungen. Dazu wird die Uhr via Suunto Movescount mit den aktuellen Satellitendaten gefüttert.

Zum Steuern der GPS-Genauigkeit stehen die Stufen “beste, gut, ok” zur Verfügung. Die unterschiedlichen Stufen werden im Handbuch wie folgt beschrieben:

  • Beste: ca. 1 Sek. Signalintervall, bei voller Leistung
  • Gut: ca. 1 Sek. Signalintervall, bei niedriger Leistung
  • OK: ca. 60 Sek. Signalintervall, bei voller Leistung

Bei unseren Tests haben wir die Spartan Ultra in der Regel im Modus “beste Genauigkeit” verwendet; außerdem wurde als Aufzeichnungsintervall für Aktivitäten immer 1 Sekunde gewählt. Interessanterweise empfiehlt Suunto GLONASS z.B. nur in Städten mit hohen Gebäuden einzusetzen und ansonsten nicht zu aktivieren!

Die interaktive Karte enthält zwei Trackaufzeichungen von Touren im Vergleich zu einer Garmin fenix 5X. Die Aufzeichnungen der Spartan Ultra gefallen uns in der Summe deutlich besser als die der fenix 5X.


Aufzeichnungsinterval: * 1s

Script: GPX-Viewer (J. Berkemeier)

Suunto Spartan Ultra: Barometer / Höhenmesser

Bei der Spartan Ultra setzt Suunto zum Bestimmen der Höhe während einer Aktivität auf FusedAlti. Die Methode wird im Handbuch wie folgt beschrieben:

FusedAlti liefert Höhenmesswerte aus einer Kombination von GPS- und barometrischen Höhendaten. Durch die Kombination der beiden Verfahren in der endgültigen Höhenmessung werden die Auswirkungen von vorübergehenden und Messfehlern minimiert. … Standardmäßig wird die Höhe mit FusedAlti ermittelt, wenn Sie beim Training GPS verwenden und während Sie navigieren. Wenn das GPS nicht aktiviert ist, wird die Höhe mit dem Luftdrucksensor ermittelt.

Wie genau fallen die Höhenwerte aus? Bei den beiden Touren wurden jeweils 814 m / 827 m bzw. 914 m / 931 m Anstiegshöhenmeter aufgezeichnet (Spartan Ultra vs. fenix 5) – eine sehr gute Übereinstimmung!

Die Spartan Ultra lässt sich zusätzlich als Wetterstation einsetzen. Dazu gibt es einen Screen mit einer Luftdruck-Grafik über die letzten 12 Stunden. Praktisch – allerdings wäre eine zusätzliche Anzeige über 24 Stunden sinnvoll.

Ein weiteres Feature ist die Unwetterwarnung. Wenn der Luftdruck innerhalb von drei Stunden um 4 hPa (0,12 inHg) oder mehr fällt, wird der Outdoorer darauf hingewiesen. In der Praxis entsteht der Eindruck, dass die Spartan Ultra die erste Outdoor-Uhr ist, bei der diese Funktion auch wirklich funktioniert und verlässliche Warnungen liefert!

Suunto Spartan Ultra: Bedienung, Menü

Die Spartan Ultra wird per Touchscreen & drei Tasten gesteuert. Die Touchscreen-Steuerung funktioniert mit dünnen Fleece-Handschuhen ganz gut, besser sind spezielle Handschuhe für kapazitive Displays. Bei Feuchtigkeit wird es schwierig, da geht schon bei ein paar Tropfen schnell nichts mehr. Ist aber nicht tragisch, schließlich gibt es noch die Tasten!

Das Menü ist sehr übersichtlich aufgebaut und ermöglicht in Verbindung mit Tasten & Touchscreen eine elegante und schnelle Bedienung. Ein Wunsch wäre aber ein individuelles Konfigurieren der Abfolge der einzelnen Screens. Um zu der wichtigen Barometerseite zu gelangen müssen erst vier andere Seiten aufgerufen werden … !

Die Seitenabfolge lautet (von der zentralen Uhrenseite nach oben bzw. unten):

  • Einstellungen
  • Timer
  • Logbuch
  • Navigation
  • Training
  • Uhrenseite
  • Aktivität (Schritte, Kalorien)
  • Training
  • Erholung
  • Schlafen
  • Outdoor (Barometer, Höhenmesser)

Noch ein paar Worte zu dem neuen Outdoor-Ziffernblatt. Durch ein Antippen wird zwischen der Anzeige von Datum, Uhrzeit der zweiten Zeitzone, Höhe, Sonnenauf-/untergang, Batteriestand und Mondphase gewechselt. Dies sind alles wichtige Informationen, nur leider ist die Schriftgröße viel zu klein.

Suunto Spartan Ultra Test

Suunto Spartan Ultra Test

Edle Verarbeitung & Optik

Suunto Spartan Ultra

Suunto Spartan Ultra: Outdoor-Funktionen

Beim Funktionsumfang hat uns diesmal insbesondere das Thema “Outdoor” interessiert. Themen wie Aktivitätstracking, Schlafaufzeichnung, Smart-Notifications, Training etc. wird außen vor gelassen – diesbezüglich verweisen wir auf unsere bisherigen Suunto Tests: Suunto Sport Wrist HR & Spartan Trainer Wrist HR.

Outdoor-Funktionen – Übersicht:

  • Alarmsignale für Sonnenaufgang / – untergang (z.B. eine Stunde vorher)
  • Einstellen einer Kompass Deklination
  • 16 verschiedene Positionsformate
  • Separate Kompassseite mit Nord/Süd-Marker zum Anzeigen der Himmelsrichtungen.
  • Luftlinien-Navigation zu POIs (Wegpunkte)
  • Navigieren mit Routen (Tracks) ohne Aufzeichnen einer Aktivität.
  • Speichern des aktuellen Standorts als POI in unterschiedlichen Kategorien (von “Abdrücke” bis “Zuhause”); es sind bis zu 250 POI möglich.
  • Starten einer Aktivität in Kombination mit einer Brotkrümel / POI / Routen Navigation inkl. Höhenprofil der vorausliegenden Strecke bei Routen.
  • Navigation direkt zum Start einer Aktivität (Find-Back, Luftlinien-Navigation zum Ausgangspunkt).
  • Zurück zum Ausgangspunkt einer Aktivität mit Hilfe der aktuellen Aufzeichnung (Brotkrümelpfad).

Einen informativen Artikel zu den einzelnen Navigationsfunktionen inklusive Abbildungen findet sich auf dieser Seite: suunto.com.

Während unseres Tests haben wir alle Möglichkeiten durchgespielt und müssen sagen, die Spartan Ultra macht ihre Sache wirklich gut.

Was allerdings nicht gefällt ist die Abhängigkeit von Suunto Movescount (quasi das Gegenstück zu Garmin Connect). Warum? Um eine neue Route auf die Uhr zu bringen muss sie zuerst in Movescount mit Hilfe einer Online-Karte neu geplant werden (alternativ: Import einer Route z.B. als GPX-Datei); anschließend ist ein Synchronisieren via Kabel oder App nötig, damit sie auf der Uhr als Route zur Verfügung steht.

Und wie sieht es unterwegs aus, ohne Internetzugang? Schlecht, da kein direkter Zugriff auf das Dateisystem der Spartan Ultra möglich ist lässt sich z.B. von einem Laptop keine neue Strecke auf die Uhr kopieren und zum Navigieren einsetzen. Gleiches gilt für Tracks, die auf einem Smartphone gespeichert sind – es lassen sich keine Dateien in die Movescount App importieren und via Bluetooth auf die Spartan Ultra bringen.

Suunto Spartan Ultra Kompass Navigation

Suunto Spartan Ultra Test

Kompass Navigation

Suunto Spartan Ultra – Kompass Navigation

%

Suunto Spartan Ultra

Fazit

Keine Frage – die Suunto Spartan Ultra ist eine tolle Multisport- und Outdoor-Uhr. Sie sieht gut aus, ist extrem hochwertig verarbeitet und macht schlichtweg was sie soll. Sprich, die vorhandenen Funktionen sind gut umgesetzt und funktionieren!

Ihr größter Nachteil ist – neben der Online-Abhängigkeit – der Funktionsumfang. Vergleicht man sie mit einem Modell aus der Garmin fenix 5 Reihe, dann hat die Spartan Ultra auch über ein Jahr seit Markteinführung eindeutig das Nachsehen. Unter diesem Gesichtspunkt ist sie also weniger zu empfehlen. Wem allerdings die Funktionen ausreichen (und wer auf weitere Updates setzt), erhält mit der Suunto Spartan Ultra eine klasse Uhr für Sport & Outdoor, die zumal deutlich günstiger als die gut vergleichbare Garmin fenix 5 ist. Die Spartan Ultra Black HR ist schon für rund €400.- zu haben, die Garmin fenix 5 gibt es als Performer-Bundle ab €570.-.

Leserbewertung: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (14 GPS-Fans, ∅ Score: 77,14 %)

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Pro

L

Optik und Wertigkeit

L

Touchscreen & Tasten

L

Macht was sie soll, zuverlässig

L

Übersichtliches Menü

L

Komfortable Online-Konfiguration (aber, siehe rechts)

L

Lange Akkulaufzeiten

L

Genauigkeit von Track-Aufzeichnungen

L

Preis / Leistung

Contra

K

Funktionsumfang (je nach Anforderungen)

K

Ändern der Displays (z.B. einzelner Datenfelder) nur online möglich

K

Funktionsumfang der Smartphone App

K

Routen lassen sich nur online planen bzw. auf die Uhr übertragen

  • GPS 80%
  • Batterie 100%
  • Display 80%
  • Bedienung 80%
  • Navigation 80%
  • Ausstattung 40%
  • Karten 0%
  • Gesamtbewertung 80%

Bewertungskriterien

  • GPS-Empfang (Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung, Genauigkeit von Tracks)
  • Akku (Laufzeiten mit eneloop Akkus)
  • Display (Ablesbarkeit unter wechselnden Bedingungen, Auflösung)
  • Bedienung (Einsteigerfreundlich, Anpassbarkeit, mit Handschuhen möglich, Touchscreenhandhabung / -empfindlichkeit)
  • Navigation (Routing, Zielführung)
  • Ausstattung (Anzahl an Funktionen)
  • Karten (weltweit / regional, Raster- / Vektor- / Marine-, Satellitenbilder, kostenlose OSM-Karten)
  • Jede Kategorie fließt zu gleichen Teilen in das Endergebnis ein.
Suunto Spartan Ultra Test was last modified: Dezember 30th, 2017 by Joachim Bardua
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