Mit dem Falk LUX 32 hat United Navigation ein universelles Outdoor-Navi für Wanderer, Radfahrer und Geocacher im Programm. Der LUX 32 ist der große Bruder des von uns bereits ausführlich getesteten Falk LUX 22.

Die beiden Modelle unterscheiden sich beim Funktionsumfang, dem Kartenmaterial und den POIs (Point-Of-Interest). Der LUX 32 bietet zusätzlich:

  • Eine vorinstallierte Premium Outdoor Karte als Ergänzung zur Basiskarte Plus
  • Vorinstallierte Premium Outdoor POIs
  • Die zusätzlichen Funktionen “Meine Route” und “Bus & Bahn”
  • Weitere Routingoptionen für Fußgänger und Fahrradfahrer
  • Einen Marco Polo Reiseführer

Dafür kostet der LUX 32 deutlich mehr, er ist für rund 399.- € zu haben, den LUX 22 gibt es bereits für 280.- € (Straßenpreise von Amazon).

Da die beiden LUX Outdoor-Navis auf der gleichen Hard- und Software basieren, wird in diesem Test auf einige Themen verzichtet. Wer sich für Akkulaufzeiten, Display, GPS-Empfang und anderes interessiert, kann dies in dem Falk LUX 22 Test nachlesen.

Inhalt:

  1. Topografische Karten
  2. POIs, Reiseführer
  3. Routing, Navigation
  4. Fazit
  5. Bewertung
  6. Pro & Contra
  7. Screenshots

Falk LUX 32 im Outdoor-Test

Falk LUX 32: Topografische Karten

Beim LUX 32 sind zwei unterschiedliche Karten vorinstalliert (in beiden Fällen handelt es sich um sogenannte vektorielle Karten):

  • Die Basiskarte Plus von 20 europäischen Ländern und
  • eine Premium Outdoor Karte, z.B. von Deutschland.

Bei der Basiskarte Plus handelt es sich um eine spezielle OpenStreetMap/OpenCycleMap-Karte von 20 europäischen Ländern: Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Italien, San Marino, Vatikanstadt, Spanien, Kroatien, Frankreich, Monaco, Andorra, Polen, Dänemark, Tschechien, Ungarn, Bulgarien.

Die Basiskarte Plus wird von Falk regelmäßig aktualisiert, dieser Bereitstellungsservice kostet allerdings Geld. Für ein zweijähriges Abo sind 39,95 € hinzulegen, dafür erhält der Käufer zwei Karten-Updates. Der Preis erscheint recht hoch, insbesondere unter dem Aspekt, dass es für die GPS-Geräte vom Konkurrenten Garmin zahlreiche, zumeist kostenlose und sehr detaillierte OpenStreetmap-Karten gibt. Weitere Infos zur Basiskarte Plus gibt es in dem Falk LUX 22 Test.

Die Premium Outdoor Karte bietet Falk für folgende Ländern an: Deutschland (im Preis des LUX 32 enthalten, ansonsten 149,95 €), Schweiz (249,95 €), Mallorca (119,95 €), BeNeLux (129,95 €), USA (189,95 €). Eine spezielle TransAlp Karte umfasst Süd-Deutschland, Österreich und Nord-Italien, sie ist für 189,95 € erhältlich.

Für diesen Test wurde die routingfähige Premium Outdoor Karte von Deutschland näher betrachtet, Zielregionen waren Teile des Alpenraums und des bayerischen Alpenvorlands.

Zunächst fällt auf, das die Karte von fünf Farben geprägt wird. Dunkelgrün für Waldflächen, ein mittleres Grün für Golfplätze und städtische Grünlagen und ein sehr helles Grün für Wiesen, Ackerflächen, Schrofen, Felsflächen. Gewässer sind blau, Ortschaften und Städte fallen grau aus. Weitere Differenzierungen in Form von Signaturen (z.B. Nadel-/Laubwald, Moore) gibt es nicht, die Karte bietet in dieser Hinsicht nur einen sehr geringen Informationsgehalt. Ob solche Details auf einer Karte, die in erster Linie für Freizeitaktivitäten genutzt wird, nötig sind, läßt sich diskutieren. Allerdings ist es schade, dass wichtige Details wie der Höllentalferner an der Zugspitze oder zum Orientieren hilfreiche Informationen wie z.B. einzelne Gebäude fehlen (siehe Screenshots).

Was sich aber nicht diskutieren läßt, sind Fehler bei der Differenzierung unterschiedlicher Wegetypen. Da lassen sich kleine Wanderwege oder Steige nicht von unbefestigten Wirtschaftswegen unterscheiden – insbesondere beim Biken oder Wandern ein nicht zu unterschätzender Fehler! Zudem kommt es vor, dass kleine Steige in der Karte nicht eingezeichnet sind, obwohl sie in den offiziellen Karten der Bayerischen Vermessungsverwaltung vorhanden sind. Eine Folge: Nutzt der Outdoorer das automatische Routing des LUX 32, wird er zu einem teils deutlichen Umweg gezwungen (siehe Screenshots unten).

Zwei weitere Kritikpunkte gibt es noch. Zum einen wäre eine zusätzliche plastische Darstellung hilfreich, um insbesondere bei Touren im Gebirge einen besseren Eindruck von der Morphologie zu bekommen. Zum anderen werden alle Gewässer erst ab einem bestimmten Maßstab eingeblendet (Maßstabbalken = 3.000 m). Will man einen bestimmten Punkt auf der Karte ansteuern, kann das Fehlen der Gewässer die großräumige Suche erschweren.

Wer weiteres Kartenmaterial für den Falk LUX sucht, wird bei MagicMaps fündig. MagicMaps bietet Rasterkarten von unterschiedlichen Regionen an. Im Test wurden Kartenausschnitte des Tour Explorer 25 Bayern verwendet (Tour Explorer Version 6.0.6). Die Rasterkarten müssen auf eine in den LUX eingelegte microSD-Karte kopiert werden, da der interne Speicher des LUX 32 knapp bemessen ist (Tipp: Zum Kopieren der Karten die Tour Explorer Funktion “Karte zum PC exportieren” nutzen und als Ziellaufwerk die Speicherkarte verwenden; vorher auf der Speicherkarte noch den Ordner “MapRegions” anlegen). Nach der Installation kann der Outdoorer die sehr detaillierten Rasterkarten zum Navigieren einsetzen. Mit der Funktion “2D-Rasterkarte an” wird komfortabel zwischen der Rasterkarte und der Premium Outdoor Karte hin und her gewechselt.

Ein Wechsel zwischen der Premium Outdoor Karte und der Basiskarte Plus ist dagegen nicht möglich; es wird ausschließlich die Premium Karte angezeigt.

Falk LUX 32: POIs, Reiseführer

Neben der Premium Karte bietet der LUX 32 noch Premium POIs. Auf der Karte werden dann neben den normalen POIs der Basiskarte zahlreiche weitere POIs wie Seilbahn-/Liftstationen, Berghütten (z.B. Alpenvereinshütten), Wasserfälle, Klettersteige und Gipfel angezeigt. Eine komfortable Suchfunktion hilft beim Aufspüren eines bestimmten POIs, um ihn anschließend als Navigationsziel zu verwenden.

Ergänzung 15.03.2013: Mittlerweile gibt es ein umfangreiches Update der Sonderzieldatenbank

Der integrierte Marco Polo Reiseführer kann am Urlaubsort eine wertvolle Hilfe sein. Die Informationen sind in mehrere Kategorien (Sehenswertes, Museen, Essen & Trinken, Einkaufen, Übernachten, Am Abend, Messe & Verkehr, Kunst & Kultur, Alle Kategorien) gegliedert, teilweise gibt es noch Unterkategorien. Beim Durchstöbern muss man sich allerdings auf Wartezeiten einstellen, der LUX genehmigt sich schon mal mehrere Sekunden bis zum Anzeigen der POIs. Der Informationsgehalt der einzelnen POIs ist schwankend, beispielsweise stehen für Museen und Gaststätten in München deutlich mehr Daten zur Verfügung als für Garmisch-Partenkirchen.

Falk LUX 32: Routing, Navigation

Der LUX 32 stellt in Kombination mit der Premium Outdoor Karte noch mehr Routingoptionen als der LUX 22 zur Verfügung, mit denen der Wanderer oder Fahrradfahrer die vom LUX berechnete Strecke optimieren kann:

  • Fahrrad: Flach, bergig, kurz, Luftlinie; Fahrradwege/Wanderwege/Starkes Gefälle/Straßenverkehr/Pfade/Fähren/Tunnel jeweils vermeiden oder verwenden.
  • Fußgänger: Flach, bergig, kurz, Luftlinie; Wanderwege/Klettersteige/Pfade/Fähren/Tunnel jeweils vermeiden oder verwenden.

Diese Routingoptionen lassen sich in Verbindung mit den zahlreichen Möglichkeiten zur Tourenplanung einsetzen. In der Praxis erweist es sich als eine sinnvolle Vorgehensweise, die unterschiedlichen Optionen auszuprobieren, bis die berechnete Strecke möglichst den eigenen Vorstellungen entspricht. Zusätzlich kann sich der Wanderer oder Fahrradfahrer zwei Alternativrouten berechnen lassen. In einer Grafik werden die Höhenprofile für alle drei Strecken angezeigt, sodass der Outdoorer vorab Infos zu den erwartenden Steigungen und Höhenmetern erhält und die Strecke entsprechend auswählen kann.

Die Qualität der vom LUX 32 berechneten Routen variiert – vor allem beim Fahrradfahren – von “Perfekt, da würde ich auch langfahren” bis “Das kann doch nicht wahr sein“. Insbesondere im Gebirge sollte man die Vorschläge kritisch hinterfragen. Es kommt schon einmal vor, dass der Biker bergauf einen unfahrbaren Weg geroutet wird. Und bergab eignen sich manche Strecken nur für versierte Trailfahrer.

Wer solche Probleme umgehen möchte, navigiert am besten mit Hilfe von Tracks, die am PC geplant werden oder von Online-Tourenportalen stammen. Dazu bietet der LUX eine als “iGPX” bezeichnete Funktion, die ein unkomplizierte Navigieren mit Tracks ermöglicht.

Besonders erwähnenswert sind noch das Planen von Mehrzielrouten (Funktion “Tour planen“) und das Hinzufügen von Zwischenzielen zu einer Strecke. Zusätzlich steht eine Rundkurs-Funktion (“Rundkurs planen“) zur Verfügung. Der LUX berechnet dann eine Rundstrecke auf Basis einer vom Anwender vorgegebenen Distanz bzw. Dauer; Start und Ziel ist ein beliebiger Standort. Auch hier besteht die Möglichkeit, sich zwei Alternativrouten berechnen zu lassen. Die Rundkurs-Funktion eignet sich z.B. zum Entdecken einer unbekannten Gegend. Es kann aber vorkommen, dass die Strecken etwas ungewöhnlich ausfallen, z.B. in Form einer Acht oder Hin- und Rückweg auf der gleichen Straße.

Falk LUX 32: Fazit

Wie anfangs erwähnt, stand bei dem Test des Falk LUX 32 das Kartenmaterial im Vordergrund. Die auf dem Testgerät vorinstallierte Premium Outdoor Karte von Deutschland bedeutet zwar einen deutlichen Mehrwert gegenüber der Basiskarte Plus, allerdings sind – zumindest in der Testregion – ein paar Fehler hinzunehmen. Dazu gehören nicht eingezeichnete Wege und eine falsche Darstellung von kleinen Steigen.

Über den Informationsgehalt der Premium Outdoor Karte läßt sich diskutieren. Für viele Outdoorer dürfte er vollkommen ausreichen, wer dagegen mehr Details benötigt, sollte auf die Rasterkarten von MagicMaps zurückgreifen.

Ansonsten zeichnet sich der LUX 32 durch die gleichen Stärken wie der LUX 22 aus. Dazu gehören beispielsweise die iGPX Tracknavigation und die einfache Bedienung bzw. Konfiguration. Weitere Routingoptionen, eine umfangreiche POI-Sammlung und Extras wie den Marco Polo Reiseführer und die Funktion Bus & Bahn machen das Paket komplett.

[Update 04/14] Neue Funktionen, Verbesserungen und Karten: Falk Software-Update 5.0

Falk LUX 32: Bewertung

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Falk LUX 32: Pro & Contra

Pro

  • Automatisches Routing auf allen Wegen
  • Einfaches Planen von Mehrzielrouten und Rundstrecken
  • Turn-by-Turn Navigation mit Sprachansagen
  • iGPX Tracknavigation
  • Papierloses Geocaching
  • Einfache Bedienung, übersichtliches Menü
  • Viel Speicher für Karten, Tracks etc.
  • Vorinstallierte Basiskarte und Premium Outdoor Karte
  • Umfangreiche POI-Sammlung
  • Optionale Rasterkarten von MagicMaps
  • Fahrradhalterung gehört zum Lieferumfang

Contra

  • Kurze Akkulaufzeit
  • Ablesbarkeit des Displays
  • Eingeschränktes Angebot an Premium Karten
  • Premium Outdoor Karte mit Schwächen
  • Mit dem Lux erstellte Wegpunkte sind nicht auf den PC übertragbar
  • Kosten für die Aktualisierung der Basiskarte Plus
  • Montage der Fahrradhalterung

Falk LUX 32: Screenshots

Falk LUX 32 Premium KarteFalk LUX 32: MagicMaps Karte
Falk Premium Karte Deutschland (Ausschnitt aus den Ammergauer Alpen): Roter Pfeil, der Steig sieht aus wie ein Wirtschaftsweg, müßte aber rot eingezeichnet sein.MagicMaps Karte Bayern: Der Steig ist korrekt eingezeichnet, außerdem bietet die MagicMaps Rasterkarte einen deutlich höheren Informationsgehalt.
Falk Premium Karte: Steige sind nicht eingezeichnetMagicMaps Karte: Alle Pfade sind vorhanden
Falk Premium Karte Deutschland (Ausschnitt aus dem Alpenvorland): Der LUX 32 berechnet eine Route (blau eingezeichnet) entlang des Wegenetzes der Karte, der eigentliche Wanderweg fehlt.MagicMaps Karte Bayern: Der offizielle, markierte Wanderweg verläuft nach links oben (gestrichelt); die eingezeichneten landwirtschaftlichen Gebäude erleichtern die Orientierung.
Falk Premium Karte: ZugspitzeMagicMaps Karte Zugspitze
Falk Premium Karte Deutschland (Ausschnitt von der Zugspitze): Die Karte bietet keine plastische Darstellung, der noch existente Höllentalferner fehlt.MagicMaps Karte Bayern: Die Karte bietet mehr Details und vermittelt einen besseren Eindruck von der Morphologie.
Test: Falk LUX 32 was last modified: April 16th, 2014 by Joachim Bardua

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