Der Garmin Edge 705 vereint Navigationssystem, Fahrradcomputer und Trainingsassistenten in einem Gehäuse. Von Wired.com wird der Edge 705 sogar als “Heiliger Gral aller Radsport-Enthusiasten” bezeichnet.

In dem kompakten, schwarzen Gehäuse versteckt sich ein immenser Funktionsumfang, der den Garmin Edge 705 für Hobbyradler ebenso wie für Radsport-Profis interessant macht. Farbiger Kartenbildschirm, Offroad- und Straßennavigation, hochempfindlicher GPS-Empfänger, barometrische Höhenmessung, Trainingshilfen wie Virtual Partner und Herzfrequenzbereiche, Messung von Herz- und Trittfrequenz, kompatibel zu Leistungsmessgeräten, drahtloser Datenaustausch …. sind ein Auszug aus dem immensen Potential des Edge 705.

Bei so vielen Möglichkeiten ist es kein Wunder, daß der Edge 705 Auszeichnungen wie den „Eurobike Award 2008“ sowie den „Tour Meilenstein“ eingeheimst hat.

Garmin Edge 705: Technik

Das 2,2″-Display mit einer Auflösung von 176 x 220 Pixel mag auf den ersten Blick etwas klein erscheinen. Zum Biken reicht die Größe allerdings vollkommen aus – nicht nur beim sportlichen Fahren, wenn der Fahrer in den Lenker beißt und das Display vor der Nase hat, sondern auch beim gemütlichen Tourenradeln mit aufrechter Sitzposition. Bei allen Testrunden, ob bei Sonnenschein oder bedecktem Himmel, ließ sich das Display bestens ablesen. Wenn es dunkel wird, kann die Hintergrundbeleuchtung eingeschaltet werden.

Akkulaufzeit

Der Edge ist mit einem nicht auswechselbaren Li-Akku ausgerüstet. Die angegebene Laufzeit von bis zu 15 Stunden dürfte auch für so manchen Radmarathon ausreichen.

MTB-Alpencrosser können allerdings vor einem Problem stehen, da nicht jede Hütte einen Stromanschluß zum Aufladen des Edge bietet. In diesem Fall empfiehlt sich der Einsatz eines externen Akku-Packs oder gleich eines Outdoor-Gerätes mit Wechsel-Akkus.

GPS-Empfang

Der integrierte GPS-Empfänger ist schlichtweg vom Feinsten. Hinsichtlich Empfindlichkeit, Genauigkeit und Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung kann er mit den Besten seiner Gattung mithalten.

Von welchem Hersteller der GPS-Chip stammt, wird in den Spezifikationen nicht näher angegeben. Allerdings verrät der Startbildschirm des Edge einige Details, es werden die Hinweise “Powered by SiRFInstantFixII” bzw. “SiRF Technology” eingeblendet.

Streckenaufzeichnungen des Edge stimmen ganz hervorragend mit Tracks des Referenzgerätes Garmin GPSmap 60Cx überein. Zwei Beispieltracks verdeutlicht dies (Edge 705: grün, GPSmap 60Cx: rot). Auf der zweiten Karte (unten rechts) zeigen beide Geräte einen längeren GPS-Ausfall. Grund: Eine unglückliche Satellitenkonstellation in einem tief eingeschnittenen Tal sowie eine Abschattung der am Lenker befestigten Geräte durch den Fahrer.

Download als kmz-Datei/Tracks in Google Earth betrachten

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Garmin Edge 705: Bedienung

Neben dem zentralen Thumb Stick gibt es weitere sieben Tasten. Um damit alle Funktionen virtuos steuern zu können, benötigt es schon etwas Einarbeitungszeit.

Beim Ausprobieren der vielen Trainings- und Navigationsfeatures stehen schnell einige Fragen im Raum, auf die auch das Handbuch leider nicht näher eingeht. Das auf CD mitgelieferte Manual müßte wesentlich detailierter sein, um von Anfang an alle Möglichkeiten nutzen zu können.

Nachdem diese Hürden genommen sind und sämtliche Schritte in Fleisch und Blut übergegangen sind, läßt sich der Edge unter allen Bedingungen schnell bedienen.

Garmin Edge 705: Navigation

Die Navigationsfunktionen lassen sich erst so richtig ausreizen, wenn auf dem Edge digitale Karten installiert sind. Als Installationsort bietet sich eine microSD-Karte, die max 2 GB groß sein darf, an. In Abhängigkeit vom Einsatzzweck sind die Topo Deutschland v2 oder der City Navigator NT sinnvolle Zusatzinvestitionen.

Die City Navigator Straßenkarten machen aus dem Edge quasi ein Autonavigationssystem, allerdings ohne Sprachausgabe. Beispielsweise kann über das Zieleingabemenü eine Adresse oder einer der POI (Restaurants, …) herausgesucht werden. Nach der Routenberechnung braucht der Radler nur der magenta eingezeichneten Strecke folgen. Zusätzliche optische und akkustische Abbiegehinweise erleichtern die Orientierung. Praktisches Detail: Im Setup lassen sich beispielsweise Hauptstraßen (Autobahnen und Bundesstraßen) vom Routing ausschliessen.

Eine gängige Navigationsmethode ist das Abfahren einer Strecke, die zuvor am PC geplant oder von einem Internetportal heruntergeladen wurde. Um die Strecke auf den Edge zu übertragen, wird er mit dem mitgelieferten USB-Kabel an den PC angeschlossen, so daß er in den Massenspeichermodus übergeht. Am einfachsten ist es, die als gpx-Datei vorliegende Tour mit dem Windows Explorer in den Ordner Garmin\GPX des internen Speichers zu kopieren. Die Dateien können aber auch in dem entsprechenden Ordner auf der microSD-Karte gespeichert werden. Anschließend kann die Tour über “Zieleingabe > Gespeicherte Strecken” ausgewählt werden. Um der Strecke vom Start zum Ziel zu folgen, muß der Biker auf der Karte der magenta Linie oder auf der Kompassseite dem roten Richtungspfeil hinterherkurbeln.

Im Test wurden rund 30 Tracks bzw. GPX-Dateien auf den Edge 705 geladen. Eine Obergrenze ist nicht näher spezifiziert. Die vielen Dateien wurden auch anstandslos erkannt, allerdings dauert das Lesen der Daten einige Zeit. Alternativ können die Touren als TCX-Dateien (Format des Garmin Training Center) auf den Edge übertragen werden. Die Dateien müssen in den Ordner courses kopiert werden. Im Menü des Edge 705 stehen sie unter “Training > Strecken” zum Abradeln bereit.

Tipp: Wenn auf dem heimischen PC schon eine Sammlung an Touren im GPX-Format vorliegt, dann können sie am einfachsten mit dem Konverter der Webseite www.gpsies.com in das TCX-Format umgewandelt werden.

Weitere Navigationsmöglichkeiten:

  • Um jederzeit zum Ausgangspunkt der aktuellen Trainingsstrecke zurückzukehren, gibt es die Funktion “Zurück zum Start”.
  • “Protokoll folgen”: Hinter diesem Eintrag im Zieleingabemenü verbirgt sich die Möglichkeit, einer Strecke aus dem Trainingsprotokoll zu folgen.
  • Luftliniennavigation: Jeder beliebige Punkt auf der Karte kann als Ziel gewählt werden. Der Edge berechnet die Luftlinie zum Ziel und zeigt diese als magenta Linie auf dem Display an. Als Orientierungshilfe dient auch hier der rote Pfeil auf der Kompassseite.

Garmin Edge 705: Training

Die Funktionsvielfalt des Edge 705 gestattet es, selbst komplexe Trainings zu absolvieren. Um sämtliche Möglichkeiten optimal zu nutzen, ist ein profundes Wissen über Trainingslehre notwendig. Auch Datensammler sollten mit dem Edge 705 glücklich werden können. Geschwindigkeiten, Distanzen, Höhenmeter, Kalorien, Herzfrequenz, Trittfrequenz und Leistungswerte sind nur ein kleiner Auszug aus dem Daten-Repertoire des Edge.

Die wesentlichen Trainingsoptionen in einer Übersicht:

  • Auto Pause: Die Stoppuhr wird automatisch angehalten, z.B wenn Sie an einer Ampel warten
  • Auto Lap: Automatisches Markieren einer Runde
  • Alarmtöne: Nach einer bestimmten Trainingszeit oder Distanz, bei Über-/Unterschreiten einer definierten Geschindigkeit, Herz- oder Trittfrequenz und Leistungswertes
  • Virtual Partner: Ein virtueller Trainingspartner/Konkurrent, der nach bestimmten Vorgaben gegen Sie antritt
  • Trainings: Ausdauer-, Intervall-, Herzfrequenz-Trainings
  • Verwenden von aufgezeichneten Strecken zum Trainieren
  • Protokolle zu allen Trainingseinheiten
  • Einstellen von Puls-/Trittfrequenzbereichen

Grundlage für die Trainings sind unterschiedliche Profile. Im Benutzerprofil werden Geschlecht, Geburtsdatum und Gewicht eingetragen. Für die Fahrräder – maximal drei Stück – werden Gewicht und Kilometerstand hinterlegt.

Garmin Edge 705: Garmin Training Center

Zum Auswerten der Trainingsdaten sowie zum Erstellen von Trainingsplänen stellt Garmin die Training Center Software zur Verfügung. Diese läuft unter Windows 2000 oder neuer, sowie Mac-Rechner mit OS X 10.4 oder neuer. Der Import der Trainingsdaten vom Edge auf den PC erfolgt mit Hilfe des mitgelieferten USB-Kabels.

Zum Visualisieren von Strecken ist es sinnvoll, eine topographische Karte oder eine Straßenkarte in das Training Center einzubinden, z.B. die Garmin Topo Deutschland oder den Garmin City Navigator. Eine Alternative ist die Webseite Garmin Connect. Analog zum Training Center können die Daten hochgeladen und ausgewertet werden.

Garmin Edge 705: Befestigung, Zubehör

Im Lieferumfang befinden sich zwei Fahrradhalterungen (1x Vorbau-, 1x Lenkermontage) inklusive mehrerer Kabelbinder und eines Keilstücks zum optimalen Ausrichten des Edge 705. Aspiranten, die in der Garage zwischen Rennrad, Citybike, Reiserad, Hardtail und Fully wählen können, müssen zusätzlich in die Tasche greifen. Ein weiteres Befestigungsset kostet ca. € 10.-. Von Nachteil ist es aber, daß der Edge nur drei Radprofile zulässt.

Der Edge 705 wird in unterschiedlichen Bundles mit Herzfrequenz- oder Herzfrequenz- und Trittfrequenzmesser angeboten.

Lieferumfang:

  • Zwei Fahrradhalterungen
  • Ladegerät
  • USB-Kabel
  • Kurzanleitung, Handbuch auf CD

Garmin Edge 705:Fazit

Mit dem Edge 705 hat Garmin einen GPS-Fahrradcomputer im Programm, der das Herz vieler Hobbyradler und Profisportler höher schlagen läßt. Die zahlreichen Navigations- und Trainingsmöglichkeiten dürften jeden Rennradler, Tourenfahrer und Mountainbiker zufrieden stellen.

Neben dem immensen Funktionsumfang stechen insbesonders der akkurate GPS-Empfänger und das sehr gut ablesbare Display hervor. Um sämtliche Funktionen des Edge 705 auszureizen zu können, ist allerdings einiges an Einarbeitungszeit notwendig.

Biker, die nicht alle Trainingssteuerungsmethoden des Edge 705 benötigen, können sich als Alternative den Edge 605 anschauen oder zu einem Outdoor GPS-Gerät greifen, welches noch mehr Navigationsfunktionen bietet.

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Im Test: Garmin Edge 705 – Das ultimative GPS System für Radsportler was last modified: September 19th, 2018 by Joachim Bardua
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