Garmin Outdoor Test

Dakota 20, eTrex Vista HCx, Oregon 550, Oregon 450, GPSmap 62st, GPSmap 78 (von links nach rechts)(zum Vergrößern anklicken)

Im ersten Teil des Artikels Mega-Test und mehr: Sechs Garmin Outdoor GPS-Geräte! stehen die Themen Gehäuse, Bedienung, Handhabung, Display und Energieversorgung im Vordergrund.

Jetzt geht es weiter – der zweite Teil des Vergleichs befasst sich mit GPS-Empfang, Schnittstellen, Karten, Funktionen und Zubehör. Zum Schluß gibt es noch Tipps zur Auswahl des richtigen Garmin GPS-Gerätes.

Garmin Outdoor GPS-Geräte: GPS-Empfang

Empfangen und Auswerten von GPS-Signalen ist die elementare Aufgabe jedes GPS-Handgerätes. Klingt trivial, dahinter verbirgt sich aber jede Menge Technik. Zwei wichtige Bauelemente für diesen Zweck sind GPS-Empfänger und -Antenne. Garmin schreibt bei allen Geräten nur "Hochempfindlicher GPS-Empfänger: ja". Welcher Hersteller dahinter steckt, wird nicht weiter spezifiziert. Eine Recherche im Internet bringt aber einige Infos zu Tage:

Perfekter Satelliten-Empfang

Perfekte Satelliten-Konstellation; Positionsbestimmung mit 12 Hightech-Vögeln

  • Folgende GPS-Chipsätze sollen verbaut sein (diverse Quellen, ohne Gewähr); eTrex Vista HCx: MediaTek MT3318, Dakota 20: MediaTek MT3329; Oregons und GPSmap 62/78: STMicroelectronics STA2062 "Cartesio".
  • Hinweise gibt es auch anhand gleicher GPS-Firmware Versionen; eTrex: 2.90; Dakota 20, Oregons, GPSmap 78/62st: 4.52 (mit aktuellen Beta-Versionen: Dakota, Oregons: 5.00; GPSmap 78/62st: 2.89)

Bis auf den eTrex haben alle Testteilnehmer Garmin’s HotFix Technologie an Bord. Daraus resultiert eine extrem schnelle Bestimmung der Position, die Geräte berechnen aus empfangenen Satellitensignalen die Positionen der Hightech-Vögel für einige Tage im Voraus. Der eTrex ist aber auch nicht von schlechten Eltern, er steht seinen Kollegen kaum nach!

Bei den GPS-Antennen setzt Garmin auf folgende Typen:

  • GPSmap 62st: Quadrifilar-Helix
  • eTrex, GPSmap 78: Patch
  • Oregon 450/550: Keramik-Antenne (Quelle: garminoregon.wikispaces.com)
  • Dakota: keine Infos vorhanden!
Tipp: Wer sich für das Thema GPS-Antennen näher interessiert, erhält auf der Webseite von u-blox (www.u-blox.com) ein interessantes PDF. In das Suchfeld "gps antennas" eingeben, dann kommt man zu dem Dokument "GPS Antennas: RF Design Considerations for u-blox GPS Receivers".

Für einen optimalen Empfang ist ein Ausrichten der Geräte gemäß des Antennentyps notwendig. Mit Helix-Antenne (= Antennenstummel) möglichst senkrecht (GPSmap 62st), mit Patch-Antenne möglichst horizontal (etrex, GPSmap 78), mit Keramik-Antenne ist es erfahrungsgemäß egal (Oregon), beim Dakota ebenfalls.

Bei Outdoor-Touren gestaltet es sich naturlich schwierig, die Geräte entsprechend zu platzieren. Wer möchte schon beim Wandern den eTrex horizontal ausgerichtet vor sich her tragen? Für Wanderer ist der perfekte Platz für ein GPS-Gerät rechts oder links an der Schulter am Rucksackträger – der Theorie nach nicht gerade optimal für den eTrex oder den GPSmap 78. Aber ein guter Kompromiss zwischen GPS-Empfang und Erreichbarkeit des Gerätes. Beim Biken werden die Navis – je nach Fahrradtyp und Sitzposition – horizontal oder leicht schräg am Lenker angebracht, was für die Helix-Antenne des GPSmap 62st nicht unbedingt ideal ist.

Vier Satelliten in Reihe: schlecht!

Ungenaue Position garantiert: Vier Satelliten in Reihe

Neben der Technik (GPS-Chip, Antennentyp, Firmware) und Befestigung an Körper, Outdoor-Equipment oder Bike hat die Satellitenkonstellation einen entscheidenden Einfluß auf die Qualität der Positionsangaben. Die Abbildung links zeigt als typisches Beispiel eine äußerst ungünstige Konstellation in einem tief eingeschnittenen Gebirgstal. Kommen dann noch durch Felswände reflektierte Satellitensignale hinzu, dann kann die angestrebte, akkurate Trackaufzeichnung so richtig hinüber sein.

Was läßt sich daraus folgern? Die perfekte Positionsbestimmung oder Trackaufzeichnung ist nicht immer gewährleistet – zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Den eigenen Erfahrungen nach liefern alle Geräte (Ausnahme eTrex, siehe unten) aber durchwegs überzeugende Ergebnisse, die für "normale" Anwendungsbereiche vollkommen ausreichen. Wer absolute Perfektion sucht, sollte mit professionellen (und teuren) GIS-Geräten inklusive Postprocessing und speziellen GPS-Antennen liebäugeln.

Welche Aufzeichnungsqualität von den getesteten Garmin-Geräten zu erwarten ist, zeigt die folgende Fotostrecke. Die Bilder offenbaren "Schwächen", die aber oftmals nur im direkten Vergleich mehrerer Tracks auffallen. Außerdem zeigen sie Ausschnitte von Tracklogs in Grenzsituationen wie enge Täler, Reflexionen durch Felswände und ungünstige Satellitenkonstellationen. Damit kein falsches Bild entsteht: Es handelt sich um Ausschnitte von Tracks; über die insgesamt zurückgelegte Strecke gesehen, haben solche Bereiche nur einen recht geringen Anteil!

Die größte Kritik hat der eTrex einzustecken. Tracklogs lassen manchmal eine deutliche Positionsdrift erkennen (Fotostrecke, Bild 1 und 2). Möglicherweise liegt es am GPS-Chipsatz oder einer Kombination von mehreren Faktoren. Abweichungen in der Größenordnung von 10 bis 15 Metern treten bei allen Geräten immer wieder auf. Gefühlt scheinen der Dakota und die Oregons aber eher dazu zu neigen – unabhängig von Befestigungsposition bzw. Ausrichtung der Antenne.

Die in der Summe besten Resultate haben wir auf unseren zahlreichen Testtouren (per Ski und Schneeschuh) mit dem GPSmap 62st erzielt. In einer separaten Tasche möglichst weit oben am Rucksackträger angebracht (und somit kaum Abschattungen durch den Körper ausgesetzt), liefert er überzeugende Tracklogs. Bis auf eine Ausnahme: In seltenen Fällen kann ein einzelner Trackpunkt deutlich abweichen (Fotostrecke, letztes Bild).

Fotostrecke Trackaufzeichnungen (anklicken)

Fazit GPS-Empfang: Alle Garmin-Geräte zeichnen sich durch eine extrem kurze Zeit bis zu ersten Positionsbestimmung aus. Der GPS-Empfang hängt generell von unterschiedlichen Faktoren ab: Hardware (GPS-Chip, Antennen-Typ, Firmware), Rahmenbedingungen (Felswände, Satellitenkonstellation, …) und der Befestigung bzw. Ausrichtung der Geräte beim Outdoor-Einsatz. Trackaufzeichnungen zeigen in Abhängigkeit von den genannten Faktoren eine hohe Qualität, lediglich der eTrex kann hin und wieder durch eine deutliche Positionsdrift aus dem Rahmen fallen.

Garmin Outdoor GPS-Geräte: Schnittstellen

Schnittstellen werden bei Outdoor GPS-Geräten zum Datenaustausch benötigt. Sei es zum Übertragen von

  • Tracks, Routen, Wegpunkten, Geocaches zwischen kompatiblen Garmin-Geräten
  • Herz- und Trittfrequenzdaten von Sensoren zum Gerät
  • Tracks, Routen, Wegpunkten, Geocaches, POIs und Karten zwischen Gerät und PC/Laptop
  • Übermittlung von NMEA Daten (Position, Geschwindigkeit, Richtung, …) zu PC/Laptop, Kartenplottern und anderem Marine-Equipment.
  • Einsatz als GPS-Maus
  • Übertragung von Korrekturdaten im RTCM SC-104 Format zum Navi

Datenaustausch zwischen kompatiblen Garmin-Geräten

Für den direkten Austausch von Tracks, Routen, Wegpunkten und Geocaches zwischen kompatiblen Geräten haben einige der hier vorgestellten Navis eine drahtlose ANT+ Schnittstelle an Bord. Fehlen tut sie nur beim Klassiker eTrex Vista HCx und beim GPSmap 78 (im Gegensatz zum Schwestermodell 78s). ANT+ bietet aber noch mehr. Sportive Outdoorer können Herz- bzw. Trittfrequenzdaten von einem entsprechenden Sensor zum Garmin übertragen. Zwar haben die Geräte keine Trainingsfunktionen, aber für informative Zwecke reicht es völlig aus.

Datenaustausch zwischen Outdoor-Navi und PC/Laptop

Dahinter verbirgt sich die wohl am meisten genutzte Schnittstelle. Welcher Outdoorer möchte schon auf das Auswerten und Archivieren seiner Tracks verzichten oder ohne digitale Karte seiner Zielregion dastehen?

Dazu steht bei allen Test-Teilnehmern ein USB-Anschluß Typ Mini-B zur Verfügung. Die Oregons und der GPSmap 62st sind "high-speed USB … compatible", "normales" USB gibt es beim 78, Dakota und eTrex.

Tipp: Um das Hochgeschwindigkeits-USB nutzen zu können, sind die aktuellen Garmin USB-Treiber Version 2.3 notwendig!

Gerät an den PC anstöpseln, das Programm MapSource starten und mit wenigen Klicks werden Tracks, Routen, Wegpunkte und Karten zwischen internen Speicher und PC hin und hergeschaufelt – so beim eTrex. Wird Zugriff auf die microSD-Speicherkarte benötigt, dann ist im Setup ein Aktivieren des Massenspeichermodus notwendig. Im Windows-Explorer ist die Speicherkarte dann sichtbar (aber nicht der interne Speicher), jetzt können z.B. Tracklogs von der Speicherkarte auf den PC transferiert werden.

Beim GPSmap 62st und den Oregons wird wie folgt vorgegangen. Beim Anschliessen der Geräte kommt die Frage "In Massenspeichermodus wechseln?" (vorausgesetzt, im Setup ist als Schnittstelle "Garmin Spanner" eingestellt; bei einer anderen Einstellung gehen die Geräte gleich in den Massenspeichermodus über). Bei einem "ja" zeigt der Windows-Explorer je ein Laufwerk für den internen bzw. externen Speicher an. Mit MapSource besteht nur Zugriff auf den aktiven Tracklog, wenn man mehr will, muß das aktuelle Garmin Programm BaseCamp ran. Dann können alle Daten, inklusive der vorinstallierten Freizeitkarte (bei den "t" Modellen) und sämtliche Rasterkarten (Garmin Custom Maps, BirdsEye Select), auf dem PC verwendet werden.

Der GPSmap 78 macht folgendes: Beim Anstöpseln geht er sofort in den Massenspeichermodus über, unabhängig vom Setup. Ähnlich ist es beim Dakota, allerdings bietet dieser Garmin-Pfadfinder keinerlei Schnittstelleneinstellungen. Beide Geräte lassen sich dann bequem über BaseCamp verwalten (mit MapSource: nur aktiver Tracklog lesbar).

Übermittlung von NMEA Daten, Einsatz als GPS-Maus
Schnittstellen Setup Garmin GPSmap 62st
Dahinter verbirgt sich ein komplexes Thema! An dieser Stelle wird nur auf die grundsätzlichen Möglichkeiten der einzelnen Geräte eingegangen. Seitens Garmin ist diese Thematik leider nicht ausführlich genug dokumentiert. Wer weitergehende Infos benötigt, muß sich beispielsweise in Foren informieren!

  • Der Dakota 20 kann keine NMEA Daten ausgeben.
  • Bei den Oregons und dem GPSmap 62st sind unterschiedliche Einstellungen zum Übermitteln von NMEA Daten über die USB-Schnittstelle möglich. Wie die Schnittstelle konfugiert wird, hängt in erster Linie vom Zielsystem ab (welche Schnittstelle gibt es, welche Software ist im Einsatz).

    Ein paar Beispiele:

    Läuft auf PC oder Laptop eine Software wie VisualGPS, dann muß im Schnittstellen-Setup "Garmin Spanner" eingestellt werden. Zusätzlich muß auf PC/Laptop zum Emulieren eines virtuellen COM-Ports die Software “Garmin Spanner” installiert sein. Grund: Viele Programme können nur auf COM-Schnittstellen zugreifen. Garmin Spanner gibt es allerdings nur für Windows XP (nicht für Vista/WIN 7/Linux/MAC).

    Weitere Setup-Optionen lauten "Garmin – seriell" (Ausgabe von Daten im Garmin proprietären PVT Protokoll), "NMEA-Eing./-Ausg." (Ausgabe im Standard NMEA 01803 Format) oder "Textausgabe" (Positions- und Geschwindigkeitsdaten im ASCII Text Format). Um in der Einstellung "NMEA-Eing./-Ausg." die Datensätze mit einem System, das nur über eine serielle Schnittstelle verfügt, empfangen und auswerten zu können, wird ein spezielles Kabel benötigt. Garmin bietet zu diesem Zweck ein serielles Daten-/Netzkabel an, über das auch die Stromversorgung des GPSmap oder Oregon erfolgen kann. Navi-seitig hat das Kabel einen USB-Anschluss, das andere Kabelende wird z.B. mit einer 9-poligen RS-232 Buchse versehen.

    Wer seinen Oregon oder GPmap 62 lediglich als GPS-Maus einsetzen möchte (um beispielsweise ein Windows 7 Laptop zum Navigieren einzusetzen), hat es recht einfach. Programme wie Touratech, Fugawi oder OziExplorer nutzen vom Oregon 450/500 oder GPSmap 62st ausgegebene Daten wie Position, Kurs, Höhe und Geschwindigkeit zum Realtime-Tracking. Dazu wird nur ein USB-Kabel benötig; zumindest bei Touratech ist es egal, wie die Schnittstellenkonfiguration im Garmin lautet.

  • Beim GPSmap 78 dient der USB-Anschluß ausschließlich zum Austausch von Daten wie Kartenmaterial oder GPX-Dateien ("Massenspeichermodus"). Positionsdaten werden nur über den 4-poligen, seriellen Port geschickt, der mechanisch stabiler ausfällt als die etwas fragile USB-Buchse. Ausführliche Infos siehe GPSmap 78s Test.
  • Ganz einfach ist es beim eTrex Vista. Es sind keine Schnittstellen-Einstellungen nötig (und auch nicht möglich). Es braucht nur das USB-Kabel angesteckt werden und schon rasen Daten im Garmin spezifischen Protokoll zum Empfänger. Der eTrex kann so auf einfache Weise als GPS-Maus dienen.

Übertragung von RTCM Korrekturdaten

Dabei handelt es sich um eine Schnittstelle zum Übertragen von DGPS-Daten (Differential Global Positioning System) im RTCM SC-104-Format. Da dies in der Regel von uns Outdoorern nicht genutzt wird, gibt es an dieser Stelle nur einen Link zum Einstieg in das Thema: Wikipedia

Fazit Schnittstellen: Der Outdoorer hat die Wahl. Vom Dakota 20, der lediglich Daten mit dem PC austauschen kann bzw. über eine drahtlose ANT+ Schnittstelle verfügt, bis hin zum Oregon oder GPSmap 62 mit ihren vielfältigen Möglichkeiten, andere Systeme mit GPS-Daten zu versorgen. Ein Einsatz als GPS-Maus – in der Praxis wohl am meisten genutzt – läßt sich am einfachsten mit dem eTrex, den Oregons oder dem GPSmap 62 verwirklichen. Das GPSmap 78 ist mit seiner seriellen Schnittstelle für Marine-Anwendungen prädestiniert.

Garmin Outdoor GPS-Geräte: Digitale Karten

Digitale Karten sind bei Outdoor GPS-Geräten nicht mehr wegzudenken, da sie die Orientierung deutlich erleichtern können. Alle hier vorgestellten Geräte sind kartenfähig, einen Unterschied gibt es aber bei den verwendbaren Typen. Die neuen Modelle (Oregon, Dakota, GPSmap) können mit Vektor- und Rasterkarten, der Klassiker eTrex hingegen nur mit Vektorkarten. Auf Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Typen soll hier nicht eingegangen werden, generell hat jeder seine Stärken und Schwächen. Ideal kann die Kombination sein: Raster(Bild-)karte als Basis, Vektorkarte als Layer (z.B. Straßen, Wanderwege und POI überlagern die Bildkarte).

Wer ein Outdoor-Navi sucht, für das es ein großes, weltweites Angebot an Vektorkarten gibt, wird bei Garmin garantiert fündig – Garmin hat schließlich viele Karten im Programm. Die Auswahl wird durch kostenlose OpenStreetMap-Karten (OSM) noch größer, von denen einige bereits im Garmin-Format erhältlich sind.

Raster- (oben) und Vektorkarte (unten)

Garmin BirdsEye Select Rasterkarte oben, Topo Deutschland Vektorkarte unten (Raster- wird von Höhenlinien der Vektorkarte überlagert)

Um Rasterkarten auf’s Garmin zu bringen, gibt es zwei Möglichkeiten: Garmin Custom Maps und Garmin BirdsEye Select.

Garmin Custom Maps müssen mit Google Earth aufwendig kalibriert oder mit Hilfe von Software wie Touratech QV, MagicMaps Tour Explorer oder diversen Freeware Programmen auf das Gerät gebracht werden. Außerdem haben Custom Maps ein paar Restriktionen, wie Größe und Anzahl an Kartenkacheln. Ihr großer Vorteil ist die Verwendung von Karten aus unterschiedlichen Herkunftsquellen.

Bei Garmin BirdsEye Select handelt es sich um einen kostenpflichtigen Service von Garmin. Der Anwender braucht sich nur den gewünschten Kartenausschnitt zurechtschneiden und kann ihn dann mit wenigen Klicks auf sein Gerät laden. Als Nachteil ist das derzeit recht eingeschränkte Angebot an Kartenanbietern zu sehen, technisch sind sie den Custom Maps aber deutlich überlegen (z.B. Kartenlayer in unterschiedlichen Maßstäben ). Ausführliche Infos zu Custom Maps und BirdsEye Select enthält folgender Artikel: Ausprobiert: Garmin BirdsEye Select Rasterkarten.

Summa summarum: Rasterkarten sind eine interessante Ergänzung zu den Verktorkarten, eine ausgesprochene Stärke der Garmin-Geräte sind sie aber nicht. In dieser Disziplin bieten Spezialisten wie der Aventura oder Sportiva von CompeGPS weitaus mehr (CompeGPS Testberichte).

Bei allen Garmin-Geräten mit einem "t" im Namen ist eine Freizeitkarte von Europa vorinstalliert. Der Preisunterschied zu den Geräten ohne "t" beträgt ca. 30 bis 60 Euro. Die Karte läßt sich nicht nur auf dem Gerät selber, sondern mit Garmin BaseCamp zusätzlich am PC nutzen. Sie enthält unter anderem: Höhenlinien, Landbedeckung, Straßennetz, POI, Gewässer. Der Informationsgehalt fällt zwar von Land zu Land unterschiedlich aus, den Aufpreis ist sie aber allemal wert. Vor allem als Basis zum Navigieren mit Tracks und Routen.

Zum Speichern der Vektorkarten. Die digitalen Karten werden im internen oder/und externen Speicher (microSD-Karten) als IMG Dateien gespeichert. Gegenüber dem eTrex haben alle neuen Modelle große Vorteile: Die IMG-Files lassen sich beliebig benennen, die Anzahl an Files ist nicht begrenzt (das Limit berechnet sich aus der Anzahl an Kartenkacheln, es sind in allen IMG Dateien zusammen 4.000 Stück möglich), jede IMG Datei darf max. 4 GB groß sein (Quelle: garminoregon.wikispaces.com). So lassen sich unterschiedliche Kartensets optimal verwalten.

Fazit Karten: Bei Vektorkarten sind alle Garmin-Geräte spitze, vor allem das große Angebot – inklusive OSM-Karten – gefällt. Gegenüber dem eTrex bieten die neuen Modelle mehr: Rasterkarten lassen sich als eine interessante Ergänzung zu den Vektorkarten einsetzen, zudem bietet das gesamte Handling der Karten mehr Möglichkeiten.

Garmin Outdoor GPS-Geräte: Funktionen

Der Funktionsumfang aller sechs Geräte ist immens. Deshalb ist es schier unmöglich, an dieser Stelle auf jedes Detail einzugehen. Es sollen aber einige Feinheiten herausgearbeitet werden, die uns bei den einzelnen Geräten gut gefallen bzw. besonders erwähnenswert sind.

GPSmap 62st, GPSmap 78

GPSmap 78: Position von Sonne und Mond

GPSmap 78: Position von Sonne und Mond

  • Alarm-/Hinweistöne: Abbiegewarnungen, Annäherungsalarme/-punkte (für jeden Wegpunkt/POI etc ist ein individueller Annäherungsradius einstellbar), Marinealarme (Anker/Kursabweichung/Tief-/Flachwasser), Tastentöne, Satellitenempfang verloren, Batterie schwach
  • Anzeige von Sonne-/Mondposition am Himmel
  • Automatisches Archivieren von Tracks (wenn voll/täglich/wöchentlich)
  • Distanzmessung von einem beliebigen Punkt zu einem anderen Punkt
  • Energiesparmodus (Bildschirm schaltet sich nach x Sekunden aus)
  • GPS-Funktionen: "Position auf Karte einstellen" bzw. "Autolocate Position"
  • Herz-/Trittfrequenzsensor anschließbar (nicht GPSmap 78, bei 78s vorhanden)
  • Kalender mit automatischer Historie (z.B. wann wieviele Geocaches gefunden wurden)
  • Kompass: Kurs (CDI) wählbar
  • Luftdruck wird auch im ausgeschalteten Zustand gespeichert
  • MOB ("man over board") durch langes Drücken der "Find" Taste
  • Paperless Geocaching, "Enter Next Stage" Funktion für Multicaches
  • Profile: Jedem Profil lassen sich unterschiedliche Karten zuordnen, z.B. ein Profil mit Custom Maps, ein anderes mit OSM
  • Setup: Große Auswahl bzgl. Positionsformat, Kartenbezugssystem/-sphäroid (inkl. User definiert), Nordreferenz (wahr/magnetisch/Gitter/User definiert)
  • Stoppuhr (mit Zwischenzeiten nach Entfernung)
  • Taschenrechner (Standard/wissenschaftlich)
  • Wecker
  • Wegpunkte auf der Karte verschieben
  • Zeitzone wird automatisch ermittelt

Oregon 450t, Oregon 550, Dakota 20

Garmin Dakota 20, Archiv

Garmin Dakota 20: automatisches Archivieren von Tracks

  • Alarm-/Hinweistöne: Satellitenempfang verloren, Batterie schwach, Zielankunft, Marinealarme (Anker/Kursabweichung/Tief-/Flachwasser)(keine Annäherungsalarme)(Dakota 20: Marine nur Anker-/Kursabweichungsalarm,
  • Automatisches Archivieren von Tracks (wenn voll/täglich/wöchentlich)
  • Bildbetrachter (nicht Dakota 20)
  • Distanzmessung nur vom aktuellen Standort zu einem Punkt auf der Karte
  • Digitalkamera/Geotagging (Oregon 550)
  • Energiesparmodus (Bildschirm schaltet sich nach x Sekunden aus)
  • Herz-/Trittfrequenzsensor anschließbar
  • Kompass: Kurs (CDI) wählbar
  • Luftdruck wird auch im ausgeschalteten Zustand gespeichert
  • MOB ("man over board"): separater Button (nicht so schnell erreichbar wie die MOB Taste beim GPSmap 62/78)
  • Paperless Geocaching, "Enter Next Stage" Funktion für Multicaches
  • Profile: Jedem Profil lassen sich unterschiedliche Karten zuordnen, z.B. ein Profil mit Custom Maps, ein anderes mit OSM
  • Setup: Große Auswahl bzgl. Positionsformat, Kartenbezugssystem/-sphäroid (inkl. User definiert), Nordreferenz (wahr/magnetisch/Gitter/User definiert)
  • Stoppuhr
  • Taschenrechner
  • Wecker
  • Wegpunkte auf der Karte verschieben
  • Zeitzone wird automatisch ermittelt

eTrex Vista HCx

eTrex Vista HCx, Steuerkurs-Einstellungen

eTrex Vista HCx: Steuerkurs-Einstellungen

  • Anzeige von Sonne-/Mondposition am Himmel
  • Alarm-/Hinweistöne: Meldungen (Satellitenempfang verloren, Batterie schwach), Abbiegetöne, Annäherungsalarm, Marinealarme (Anker/Kursabweichung)
  • Distanzmessung zwischen beliebigen Punkten
  • Genauigkeitskreis auf Kartenseite
  • GPS-Funktionen: Neue Position einstellen mit "Karte verwenden" bzw. "automatisch"
  • Jumpmaster (für Fallschrimspringer)
  • Kalender: Ereignisse, z.B. Geocache-Fund, manuell hinzufügbar
  • Kartenseite: Beim Verschieben des Cursors werden die Koordinaten angezeigt
  • Kompass- oder GPS-Richtung nutzen: Schwellenwerte einstellbar (Abbildung rechts)
  • Kompass: Kurszeiger wählbar
  • Setup: Große Auswahl bzgl. Positionsformat, Kartenbezugssystem (inkl. User definiert), Nordbezug (wahr/magnetisch/Gitter/User definiert)
  • Spiele (6x)
  • Stoppuhr (mit Zwischenzeiten nach Entfernung)
  • Taschenrechner (Grad/wissenschaftlich)

Die Garmins können zum Navigieren mit Wegpunkten, Routen, Tracks, POIs, Fotos und Geocaches eingesetzt werden, bieten im Zusammenspiel mit City Navigator Karten eine Turn-by-Turn Navigation, berechnen auf routingfähigen Outdoor-Karten den Weg zum Ziel, haben Funktionen wie Wegpunkt mitteln, Wegpunkt projizieren, Peilen & Los, Trackback an Bord – die komplette Liste würde recht lang ausfallen.

Bei der Entscheidung "Welches ist das richtige Garmin für mich?" spielt die Anzahl an speicherbaren Tracks, Routen etc. eine Rolle . Unter diesem Gesichtspunkt bieten die neuen Modelle besonders viel, z.B. Verwenden von Tracks mit 10.000 Punkten (beim eTrex nur mit 500 Punkten) oder viele Geocaches (inklusive Paperless Geocaching). Der eTrex hat aber auch eine feine Funktion: Tracks lassen sich in Ergänzung zum internen Speicher in voller Länge auf der microSD-Karte speichern, das Gerät dient quasi als Datenlogger – bis die Speicherkarte platzt. Sämtliche Details "Wer kann wieviel?" enthält unsere Navi-Galerie.

Ganz perfekt sind dieTestkandidaten allerdings nicht, hier und da treten noch Fehler auf, außerdem gibt es zahlreiche Verbesserungsvorschläge oder Anforderungen an weitere Funktionen (siehe Foren wie forums.groundspeak.com, naviboard.de oder forum.garmin.de ). Was sich als fehlend oder verbesserungswürdig erweist, hängt allerdings stark vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. Nicht jeder Outdoorer benötigt alle Funktionen bis in das kleinste Detail!

Fazit Funktionen: Der Funktionsumfang der Garmin GPS-Handgeräte sollte die meisten Outdoorer zufrieden stellen. In der Summe bieten von allen vorgestellten Modellen der GPSmap 62 und 78 am meisten. Spezialisten sind der GPSmap 78 und der Oregon 550. Der 78 eignet sich insbesonders für Wassersportler, der 550 für Foto-Dokumentationen (weniger für Schnappschüsse).

Garmin Outdoor GPS-Geräte: Zubehör, Handbücher

Der Lieferumfang fällt beim Oregon 550 am üppigsten aus: AA-Ladegerät, 2 NiMH-Akkus mit 2.000 mAh, Karabinerclip, USB-Kabel und Schnellstartanleitung. Bei den anderen Geräten sind in der Regel Karabinerclip, USB-Kabel und Schnellstartanleitung dabei. Der eTrex kommt mit USB-Kabel, Handgelenkschlaufe sowie einer CD (Programm MapSource und Benutzerhandbuch).

Tipp: Das unserer Meinung nach beste GPS-Handbuch, sollte in keinem Bücherregal fehlen.

Das Handbuch liegt bei einigen Modellen (GPSmap, Oregon) im internen Speicher als PDF vor, eignet sich aber nur für einen ersten Einstieg. Hier besteht deutliches Verbesserungspotential seitens Garmin. Wer alle Funktionen seines neuen Spielzeugs nutzen möchte oder Verständnisfragen hat, ist auf Foren, FAQ-Sammlungen oder spezielle Literatur angewiesen. Unsere Literatur-Empfehlung siehe rechts.

Weiteres Zubehör ist erhältlich, Beispiele (je nach Modell unterschiedlich): Garmin-Fahrradhalterung (preisgünstig und zuverlässig), Kfz-Kit (Halterung, Stromversorgung), Boots-Halterung, Herz-/Trittfrequenzsensoren, serielle Datenkabel, externe GPS-Antennen (MCX-Buchse, nur GPSmap Modelle). Sehr sinnvoll kann eine Tragetasche sein, mit der sich das Garmin-Navi z.B. beim Wandern am Rucksackträger befestigen läßt.

Garmin Outdoor GPS-Geräte: Im Einsatz – Welches Garmin für wen?

So unterschiedlich die GPS-Geräte sind, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen – in Abhängigkeit von der Outdoor-Aktivität. Geocaching, Wandern, Trekking, Wanderreiten, Alpinismus, Skitouren, Radeln, Mountainbiken, Paddeln oder Seekajaking würde eine kleine Auswahlliste lauten. Und einen gewissen Spielzeug-Faktor haben die GPS-Gadgets natürlich auch!

Ein paar (subjektive) Anregungen und Tipps für die Auswahl – basierend auf vielen eigenen Erfahrungen – lauten:

Garmin GPSmap 62st, Foto: GarminAllrounder: Der Vergleich läßt es hier und da schon erkennen, Autors Darling ist zweifellos der GPSmap 62st. Die Bedienung per Tasten ist für viele Anwendungsbereiche ideal (sei es mit Handschuhen oder in einer wasserdichten Hülle), das Display gehört zu den Guten, die Batterielaufzeit ermöglicht lange Touren unabhängig von Nachschubquellen, Funktionen sind in Hülle und Fülle vorhanden.

Alpinismus/Skitouren: siehe Allrounder, außer auf der Wunschliste steht ein besonders kleines und leichtes Teil. Dann besteht die Wahl zwischen dem eTrex (besseres Display) und dem Dakota 20.
Garmin Oregon 450t, Foto: Garmin
Geocaching: Ein Entscheidungskriterium kann die Anzahl an speicherbaren Geocaches sein. Die Oregon und GPSmap Modelle bieten am meisten, und zwar je 5.000 Geocaches (allerdings nur 2.000 Wegpunkte). Beim Dakota sind es 2.000 Caches (1.000 Wegpunkte), der eTrex nimmt lediglich 1.000 Wegpunkte an Bord (über Paperless Geocaching verfügt der eTrex nicht, Caches werden als normale Wegpunkte behandelt). Bis auf den eTrex haben alle Garmin’s eine äußerst praktische Funktion: mit "Enter Next Stage" werden die Koordinaten der nächsten Zwischenstation eines Multis eingegeben. Für die Touchscreen Modelle spricht das flotte Eingeben von Texten.

Garmin GPSmap 78, Foto: GarminPaddeln/Seekajak: Eigentlich stehen nur der GPSmap 78 und der GPSmap 62st zur Diskussion. Beide verfügen über Marinealarme, MOB-Taste/Funktion (schneller erreichbar als der MOB-Button bei den Oregons und beim Dakota), Gezeitentabellen (in Verbindung mit Garmin BlueChart Karten), Kurszeiger/CDI (zeigt die Abweichung vom ursprünglichen Kurs an), diverse Seekarten Einstellungen, sind schnell zu bedienen und ideal für eine wasserdichte Hülle geeignet. Beim 78er besteht ein direkter Zugriff von der Kartenseite auf die Marineoptionen, zudem ist er schwimmfähig und bietet für nicht paddelnde Wasserfreunde eine separate, serielle Schnittstelle. Eine sinnvolle Alternative zum 78 ist das Schwestermodell 78s mit e-Kompass und Barometer (ca. 40.- Euro Aufpreis gegenüber dem GPSmap 78).

Radfahren, Mountainbiken: Besondere Beachtung gehört dem Display. Da das Navi in der Regel am Lenker festgenagelt ist, kann es – wie beim Wandern – nicht mal so eben mit der Hand optimal ausgerichtet werden. Kandidaten sind also der eTrex Vista HCx oder das GPSmap 62st (für den 78er gibt es derzeit keine Fahrradhalterung), wobei der eTrex seinen Kollegen bei der Ablesbarkeit toppen kann. Der 62er zeichnet sich aber durch einige Vorteile aus: Sportive Radler schliessen schnell mal einen Herzfrequenzsensor an, Alpencrosser freuen sich über die große Anzahl an Tracks. Die Batterielaufzeiten sind bei beiden spitze!
Garmin Dakota 20, Foto: Garmin
Trekking: Für mehrtägige oder – wöchige Touren ist insbesonders der Dakota 20 zu empfehlen. Als Hauptkriterium gilt das geringe Gewicht in Verbindung mit den langen Akkulaufzeiten. Dazu kommt der große Funktionsumfang inklusive 3-Achsen Kompass, Höhenmesser/Barometer (misst den Luftdruck auch im ausgeschalteten Zustand) und viel Speicherplatz. Größter Nachteil ist das recht kleine und dunkle Display (insbesonders für Rasterkarten nicht optimal).

Wandern: Wanderer und alle anderen Fußgänger haben es am einfachsten – volle Auswahl!

Wander-/Distanzreiten: Eine der wenigen Disziplinen, für die keine eigenen Erfahrungen vorliegen. Da es sich – vermutlich – um einen überwiegend "weiblichen" Sport handelt, fällt auch hier die Auswahl auf den Dakota 20. Schließlich ist er klein und schnuckelig und verschwindet spielend in jeder Barbour Jacke. Dazu kommt der große Funktionsumfang und die intuitive Bedienung. Es ist aber vorstellbar, dass sich auf einem unruhigen Vierbeiner eine schnelle Bedienung per Tasten (GPSmap 62st oder eTrex) als vorteilhaft erweist.
Garmin eTrex Vista HCx, Foto: Garmin
Je nach genehmigten Budget sind die Verkaufspreise von grundlegender Bedeutung (Amazon Straßenpreise 03/2011):

  • Dakota 20: 240.- Euro
  • eTrex Vista HCx: 210.- Euro
  • GPSmap 62st: 372.- Euro (GPSmap 62s: 315.- Euro)
  • GPSmap 78: 278.- Euro (GPSmap 78s: 317.- Euro)
  • Oregon 450t: 325.- Euro (Oregon 450: 295.- Euro)
  • Oregon 550: 375.- Euro (Oregon 550t: 388.- Euro)

Garmin-Geräte bei empfohlenen Online-Shops:

Getestete Firmware-Versionen (Software, GPS Software):

  • Dakota 20: 3.80, 4.52
  • eTrex Vista HCx: 3.20, 2.90
  • GPSmap 62st: 2.92 Beta, 2.85
  • GPSmap 78: 2.80, 4.52
  • Oregon 450t: 4.20, 4.52
  • Oregon 550: 4.20, 4.52

Wichtige Links:

Mega-Test und mehr: Sechs Garmin Outdoor GPS-Geräte! (2) was last modified: März 20th, 2016 by Joachim Bardua

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