Ciclosport Xplova G5 – Nicht nur Wanderer, sondern auch Radfahrer entdecken zunehmend die Vorteile satellitengestützter Navigation. Da ist es kein Wunder, dass Ciclosport – bekannt für Fahrradcomputer und Herzfrequenzmesser – in diesen zukunftsträchtigen Markt einsteigt. Basierend auf dem Know-how von Firmen wie Falk Navigation, NAVTEQ, Kompass und Logiball, führt Ciclosport das Outdoor-Navigationsgerät Xplova G5 ein.

Das Xplova G5 ist für Biker und Hiker konzipiert, kann aber auch als Autonavi eingesetzt werden. Eine dynamische Zielführung ("Auto-Routing") auf allen in der Karte vorhandenen Wegen gehört zu den trendigen Highlights des Xplovas – inklusive Sprachansagen!

Xplova G5: Autonavigation

Das Xplova G5 basiert auf einer Navigationssoftware von Falk Navigation. Wer schon einmal ein Autonavigationssystem von Falk in den Händen hatte, erkennt sofort viele Gemeinsamkeiten: Die einzelnen Menüs und die Zieleingabe sind analog zu den Falk-Autonavis aufgebaut, eine schnelle, kurze und ökonomische Routenführung steht ebenso zur Verfügung wie die Berechnung von zwei Alternativrouten mit den Parametern "schnell" und "kurz".

Wie die Praxis zeigt, kann das Xplova G5 mit reinrassigen Autonavigationssystemen durchaus mithalten. Die Sprachansagen sind nahezu identisch zu den großen Geschwistern, die optische Zielführung ist ebenfalls an die Falk-Navis angelehnt.

Xplova G5: Kartenmaterial und Outdoor-Navigation

Das Xplova G5 wird mit einer von Logiball entwickelten Deutschland-Karte im Maßstab 1:25.000 ausgeliefert. Über die Karten hat Navigation-Professionell schon berichtet. Es handelt sich um eine Kombination von NAVTEQ Wegenetz und Kompass Wald- und Gewässerinformationen, ergänzt um Höhenlinien.

Das Ergebnis ist eine Karte mit allen öffentlichen Strassen sowie Forst-, Wander- und landwirtschaftlichen Wegen. Das Kartenbild ist recht einfach gehalten. Es wird lediglich zwischen Siedlungs- (unterschiedliche Grautöne), Waldflächen (grün) und sonstigen Gebieten (hellgrau) unterschieden. Immerhin vermittelt ein 3D-Relief im Zusammenspiel mit den Höhenlinien einen relativ plastischen Eindruck vom Gelände. Die Xplova-Karte ist aufgrund ihrer geringen Detaillierung weniger für Outdoor-Profis, sondern eher für Novizen geeignet, die eine übersichtliche Karte schätzen. Fehlende Geländeinfos, wie z.B. kleinere Bäche, erschweren allerdings die Orientierung.

Nicht nur das Wegenetz ist umfassend, sondern auch die POI-Sammlung. Zu den üblichen NAVTEQ-POIs kommen zahlreiche POIs von Kompass hinzu, wie beispielsweise Gipfel, Höhenpunkte oder Bildstöcke. Die POI-Sammlung ist aber in einigen Details stark verbesserungswürdig. Gipfel sind auf der Karte statt mit Namen nur mit Höhenangaben verzeichnet, in der Kategorie "Sehenswerte Natur" finden sich hauptsächlich Wasserreservoire, in der Kategorie "Essen & Trinken" viele Gasthäuser ohne weitere Angaben. Allerdings kann jeder Anwender die vorinstallierten POIs durch eigene POIs ergänzen.

Wie erwähnt, wird das Xplova G5 mit einer Karte von Deutschland ausgeliefert. Da das Kartenangebot ein wesentlicher Aspekt bei der Entscheidung für ein GPS-Gerät ist, hat Navigation-Professionell bei Ciclosport nachgefragt und folgende Informationen zu weiterem Kartenmaterial erhalten: Eine Österreich Karte ist bereits fertiggestellt, Schweiz und Italien sollen im März, eine NAVTEQ Straßenkarte von Westeuropa im Januar folgen.

Der Tour Explorer Lite von MagicMaps gehört zum Lieferumfang des Xplova G5. Dahinter verbirgt sich eine abgespeckte Variante des MagicMaps Tour Explorers, einer PC-Tourenplanungs- und Verwaltungssoftware. Der Tour Explorer Lite beinhaltet eine topographische Rasterkarte von Deutschland im Maßstab 1:100.000. Die Karte kann auf den Xplova übertragen werden: Der interne Speicher (2 GB groß) und die microSD-Speicherkarte (bis 32 GB) nehmen jeweils einen Kartenausschnitt auf.

Eine dynamische Zielführung ist mit der MagicMaps-Karte allein nicht möglich. Allerdings kann man das NAVTEQ Wegenetz als Layer einblenden und damit routen. Die MagicMaps-Karte wird idealerweise zum Navigieren mit Tracks verwendet, die der Tour Explorer Light auf den Xplova überträgt. Der TE Light importiert Tracks von beliebigen Quellen. Ebenso lassen sich Tracks auf der Topo-Karte bzw. dem einblendbaren ADFC-Radtourennetz zusammenklicken. Nach dem Übertragen auf den Xplova werden die Tracks im Track Manager ausgewählt, die Navigation erfolgt optisch über die Kartenseite. Um einen Track entgegen der Aufzeichnungsrichtung abradeln zu können, erlaubt der Track Manager ein Umkehren des Tracks, aber nur dann, wenn die Navigation gestartet wurde.

Die mitgelieferte, topographische Karte von MagicMaps bietet einen guten Einstieg in die Welt der Rasterkarten. Wem nach mehr gelüstet: MagicMaps hat eine große Auswahl entsprechender Karten im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000 im Programm.

"Wie funktioniert das automatische Routing für Fußgänger und Radfahrer?"

Zur Zieleingabe stehen alle nur erdenklichen Möglichkeiten zur Verfügung: Favoriten, Sonderziele, Adressen, Koordinaten, letzte Ziele, beliebige Orte auf der Karte, ein Nachhause-Button, Touren, ein TrackManager und ein Routenplaner. Das Xplova G5 berechnet die Route in Abhängigkeit vom gewählten Profil (Auszug Xplova Handbuch):

  • Fahrrad: Optimiert die Strecken auf die Nutzung von Wegen, Pfaden und normalen Straßen (keine Schnellstraßen oder Autobahnen).
  • Fußgänger: Optimiert die Strecken auf die Nutzung von Straßen und gekennzeichneten Fußgängerwegen.

Bei der Berechnung wird die kürzeste Entfernung zwischen Start und Ziel zugrunde gelegt; die Basis bildet das gesamte Wegenetz der topographischen Karte. Die Navigation erfolgt über die Kartenseite, Richtungspfeile weisen dabei auf Abbiegungen hin. Ausführliche Sprachansagen gibt es nur im Fahrrad-Modus.

Das Xplova G5 berechnet für Fahrradfahrer teils sinnvolle Strecken. Kleine Landstraßen, Nebenstrecken oder Forstwege werden dabei bervorzugt. Ebenso wählt das Xplova z.B. ungeteerte Wege, die neben einer Landstraße liegen. Allerdings kommt man oft nicht umhin, die Strecke durch das Setzen von Zwischenzielen den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Alternativ lassen sich, wie bei einem Autonavi, bestimmte Streckenabschnitte sperren. Beispielsweise kann der Radler einstellen, dass die nächsten 2 Kilometer der Strecke nicht berücksichtigt werden. Der Fahrradfaher kann auch einfach drauflos radeln – das Xplova berechnet schließlich wie ein Autonavi sofort eine neue Strecke, sobald man von der vorgeschlagenen Route abweicht.

Das Planen von Touren ist insbesonders für Rundfahrten sehr praktisch. Für die Tour werden einzelne Punkte, die in der Reihenfolgen beliebig veränderbar sind, entlang der anvisierten Strecke gesetzt. Anschließend wird die Navigation gestartet und das Xplova führt von Punkt zu Punkt. Leider wird die Strecke immer nur bis zum nächsten Wegpunkt berechnet und auf der Karte angezeigt, ein Gesamtüberblick "Wo führt mich das Navi lang?" fehlt. Am ersten Wegpunkt angekommen, wird die Navigation zum folgenden Etappenziel mit "Nächstes Ziel" gestartet – ein recht umständliches Verfahren.

Beim Planen von Touren stört es ziemlich, dass kleine Wege auf der Karte erst ab einem Zoommaßstab von 250 m angezeigt werden. Damit steht nur ein kleiner Geländeausschnitt zum Auswählen von Zwischenzielen zur Verfügung, so dass auf dem Display schnell die Übersicht verloren geht – trotz einer Displaygröße von 3,5-Zoll. Auch wünscht man sich beim Wegenetz mehr Differenzierungen: So unterscheidet die Karte z.B. nicht zwischen Forststrasse und Wanderweg. Möchte man ein Ziel – beispielsweise einen Gipfel – in der POI-Datenbank finden, gibt es ein weiteres Problem. In der Kategorie "(Gipfel-)Kreuze" werden Wegkreuze, Gipfel mit Höhenangaben statt Namen oder zahlreiche POIs mit der Bezeichnung "Gipfelkreuz" aufgeführt. Da es nahezu unmöglich ist, in dieser Liste den Wunschgipfel zu finden, gibt man die Suche schnell auf!

Ziele lassen sich ebenso per Luftliniennavigation anvisieren. Eine gelbe "Gummiband-Linie" weist dann auf der Karte die direkte Richtung zum Ziel.

Die zurückgelegte Strecke ("Aktivität") wird vom Xplova auf Knopfdruck aufgezeichnet. Ein roter, blinkender Punkt weist auf die laufende Aufzeichnung hin, die Spur erscheint leider nicht in der Karte. Die Strecke kann anschließend zum Navigieren verwendet werden, allerdings nur recht umständlich über den Verlaufmanager. Im Trackmanager werden die Aktivitäten nicht angezeigt. Außerdem ist die Richtung nicht umkehrbar, so dass man die Tour nicht in die entgegengesetzte Richtung "Zurück zum Ausgangspunkt" abradeln kann.

Xplova G5: Trainingsfunktionen

Das Xplova G5 läßt sich mit Herzfrequenz- und Trittfrequenzsensoren koppeln. Die gewonnen Daten werden beim Aufzeichnen der Aktivität gespeichert und auf der Fahrradcomputer-Seite angezeigt. Insgesamt stehen hier 15 konfigurierbare Felder zur Verfügung, die jeden Statistikfan erfreuen. Neben dem Aufzeichnen und Visualisieren der Trainingsdaten gibt es individuell einstellbare Warnungen. Für Geschwindigkeit, Herz- und Trittfrequenz lassen sich Mindest- und Höchstwerte eingeben, bei deren Über- und Unterschreitung ein Hinweis erfolgt, für Zeit und Strecke ist ebenfalls ein Schwellenwert definierbar.

Mehr noch: Ein Trainingsmodus hilft beim Erreichen von Leistungszielen. Sind beispielsweise 2.000 Kalorien verbraucht, wird die Datenaufzeichnung gestoppt und der Sportler darauf hingewiesen. Weiterhin stehen ein Benutzer- und drei Fahrradprofile zur Verfügung. Im Benutzerprofil werden Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Gewicht und Größe hinterlegt, in den Fahrradprofilen Name und Gesamtkilometer.

Hardware, Menü und Bedienung

Das kompakte Gehäuse macht mit Abmessungen von 102 x 75 x 19 mm auch an eleganten Rennern eine passable Figur. Es ist nach IPX7 wasserdicht, so dass Touren bei Wind und Wetter nichts entgegensteht.

Der integrierte, nicht wechselbare Lithium-Polymer-Akku hat laut Spezifikationen eine Laufzeit von 10 Stunden. Im Test wurden Zeiten von 07:45 hh:mm bis 08:30 hh:mm (Displaybeleuchtung überwiegend ausgeschaltet) bzw. 06:15 bis 06:30 hh:mm (Displaybeleuchtung mit maximaler Hellgkeit und permanent eingeschaltet) erreicht. Die gemessenen Werte mögen für kurze Tagestouren ausreichen, bei einem Bikemarathon oder langen Alpencross-Tag kommt das Xplova jedoch schnell an seine Grenzen. Externe Sensoren wie der Herz- und Trittfrequenzsensor dürften zusätzlich an den Energievorräten nuckeln. Die kurze Akkulaufzeit und die Abhänigkeit von der Steckdose sind für manchen Einsatzzweck ein Knock-Out Kriterium, allerdings kann das Xplova mit einem externen Akku aufgeladen werden.

Der microSD-Karten Slot verbirgt sich auf der Unterseite des Gehäuses hinter einer Abdeckung, eine Dichtung verhindert Feuchtigkeitsattaken. Der von einer Gummiabdeckung geschützte Mini-USB 2.0 Anschluß befindet sich an der unteren Längsseite.

Links an der Schmalseite des Gehäuses sind drei Tasten zum Ein/Ausschalten, Regulieren von Lautstärke und Beleuchtung, Starten und Beenden der Aufzeichnung sowie Aufrufen der Hauptseiten angebracht. Die Bedienung erfolgt in erster Linie über den Touchscreen, dabei sind iPhone like Gesten ("Wischbewegungen") möglich. Das Gerät kann mit dünnen Fingerhandschuhen problemlos gesteuert werden.

Zwei Ansichten – Karten- und Fahrradcomputer-Seite – dominieren das Geschehen, zu den einzelnen Untermenüs wird über eine Menüleiste am unteren Bildschirmrand gewechselt. Aufgrund der unübersichtlichen Menüführung benötigt man einige Zeit, um herauszufinden, welche Funktion sich wo versteckt. Recht nervig ist es, dass die Karte nur nach einem Antippen der "Schwenkfunktion" verschoben werden kann. Ebenso stört es, dass das Xplova recht langsam ist – ein leistungsfähiger Prozessor wäre sehr wünschenswert!

Die Ablesbarkeit des 3,5-Zoll Displays ist alles andere als perfekt. Bei praller Sonne muß das Gerät mit der Hand perfekt ausgerichtet werden, um überhaupt Details ablesen zu können. Ist der Himmel grau oder herrscht diffuses Licht, dann ist selbst mit Hintergrundbeleuchtung oftmals nur wenig zu erkennen. Eine Hintergrundbeleuchtung mit wesentlich mehr Power wäre sehr angebracht.

Zum GPS-Empfänger gibt es herstellerseitig fast keine Informationen, lediglich dass er eine Empfindlichkeit von -159 dbm hat. In der Praxis hat sich der Empfänger bewährt, die Position wird schnell bestimmt, die Trackaufzeichnungen machen einen akkuraten Eindruck.

Xplova G5: Software

Außer dem Tour Explorer werden zwei weitere PC-Anwendungen mitgeliefert: X-Tracks und X-Navi Manager.

X-Tracks erninnert sehr an die Software SportTracks von Zone Five Software. Sie dient zum Verwalten der mit dem Xplova G5 aufgezeichneten Aktivitäten. Dazu gehören Profilansichten, z.B. Herzfrequenz oder Höhe über die Strecke dargestellt, und eine Google-Maps Karte. X-Tracks ermöglicht das Exportieren der Aktivitäten, aber nur im proprietären xtb-Format. Ein Verwenden in anderen Anwendungen ist derzeit nicht möglich, da ein entsprechender Konverter, z.B. in das gpx- oder kml-Format, fehlt.

Der X-Navi Manager ist eine Anwendung von Falk, die weitere Karten, Software-Updates oder POI auf dem Xplova G5 installiert.

Xplova G5: Lieferumfang, Bundles

Lieferumfang:

  • Xplova G5 mit vorinstallierten Kartenmaterial
  • DVD mit Software, Treibern, karte und Handbuch
  • DVD mit MagicMaps Tour Explorer Lite und Deutschlandkarte 1:100.000
  • USB-Kabel
  • Netzteil
  • 2x Fahrradhalterungen
  • 6x Kabelbinder
  • Polster für Fahrradmontage

Verkauft werden drei Bundles: Xplova G5, Xplova G5 HR mit Herzfrequenz-Sendegurt und Xplova G5 HR+ mit Herzfrequenz-Sendegurt und Kombi-Sender für Geschwindigkeit und Trittfrequenz.

Getestete Software:

Firmware: MDM01C-27-V1-264
Version: 1.0
Buildnr: 3568 (26.10.2009)
Kartendaten: 2009-2 Outdoor
Fahrradcomputerversion: 1.11.00

Die Fahrradhaltererung wird mit zwei Kabelbindern montiert. Die Konstruktion macht einen soliden Eindruck und dürfte auch für harte MTB-Touren stabil genug sein – ein finaler Härtetest steht allerdings noch aus! Das Xplova wird mit Hilfe von zwei Führungsschienen in die Halterungen geschoben, eine kleine Nase rastet dann in das Gehäuse ein.

Xplova G5: Fazit

Das Ciclosport Xplova G5 bietet eine Funktion, die in dieser Form nur das MyNav 600 Professional hat: Auto-Routing auf dem gesamten Wegenetz der topographischen Karte inklusive Sprachansagen.

Das Routing unterstützt den Wanderer oder Radfahrer beim Planen und Durchführen seiner Touren. Allerdings wird die Tourenplanung durch das problematische Eingeben von Zielen über die Karte und die ungenügende POI-Datenbank erschwert. Nicht nur die Software, sondern auch die Hardware weist Verbesserungspotential auf. Das dunkle Display und die kurze Akkulaufzeit rechtfertigen nicht den Preis von € 500.- für die Basisversion.

Das interessante Konzept bedarf einiger grundlegender Verbesserungen bei Hard- und Software, damit ein konkurrenzfähiges Produkt entsteht.

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Test: Outdoor-Routing mit dem Ciclosport Xplova G5 was last modified: Juni 13th, 2015 by Joachim Bardua

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