Preiswerte Outdoor-GPS-Geräte im Vergleichstest: Garmin eTrex 20, Magellan eXplorist 310, Garmin Dakota 10

Preiswerte Outdoor-GPS-Geräte im Vergleichstest: Garmin eTrex 20, Magellan eXplorist 310, Garmin Dakota 10 (Bild zum Vergrößern anklicken)


Outdoor-GPS-Handgeräte zum Wandern, Fahrradfahren und Geocaching gibt es in großer Auswahl. Die Spanne reicht vom 100.- Euro Einsteigergerät bis zum 600.- Euro High-Tech-Boliden. Für diesen Vergleichstest haben wir uns Allround-GPS-Geräte ausgesucht, die alles bieten, was zum Wandern, Fahrradfahren oder Geocaching benötigt wird – inklusive Farbdisplay und topografischen Karten!

Da aber nicht jeder Outdoorer über eine üppige Haushaltskasse verfügt, werden preiswerte GPS-Geräte in der Klasse von rund 140.- bis 200.- Euro betrachtet. Mit dem GPS-Gerät alleine ist es schließlich nicht getan. Im Budget sind noch Kosten von 40.- bis 50.- Euro für notwendiges Zubehör einzukalkulieren. Dazu gehören Zusatzakkus & Ladegerät, Fahrrad- bzw. Rucksackhalterung und eventuell noch eine Speicherkarte.

Die gewählten GPS-Geräte mußten folgenden Vorgaben entsprechen:

  • Kartenfähige Allround-GPS-Geräte zum Wandern, Fahrradfahren und Geocaching
  • Die Installation von kostenlosen OpenStreetMap-Karten ist möglich
  • Das Gesamtpaket soll inklusive Zubehör nicht mehr als 250.- Euro kosten

Das Testteam ist schnell zusammengestellt. Die Auswahl lautet: Garmin Dakota 10, Garmin eTrex 20 und Magellan eXplorist 310. Ein weiterer potentieller Kandidat wäre das Medion S3857. Da nicht bekannt ist, ob und wie die Entwicklung des Medions weitergeht, wurde es außen vorgelassen. Eventuell folgt 2013 ein neues Modell. Beim Garmin Dakota 10, der immerhin schon seit 2009 auf dem Markt ist, läßt sich spekulieren, ob 2013 ein Nachfolgemodell auf den Markt kommt – mit dem Vorteil, dass es das eine oder andere Schnäppchen geben sollte!

Aktuelle Preise bei Amazon.de (Stand 02/2014):

Bewertung: Der Test ist so konzipiert, dass in jeder Testkategorie (Gehäuse, Energieversorgung, …) Punkte vergeben werden. Der Sieger erhält drei, der Zweitplatzierte zwei und für den dritten Platz gibt es einen Punkt. Liegen zwei oder drei Geräte gleichauf, werden die Punkte gerecht geteilt. Und zum Schluß wird zusammengezählt und ein Sieger gekürt!

Inhaltsverzeichnis:

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Tipp: Die Outdoor-Navi-Datenbank in einem zweiten Fenster öffnen, bei den drei Testkandidaten ein Häkchen setzen und mit “Details zu den ausgewählten Geräten anzeigen” alle wichtigen Fakten anzeigen lassen.

Outdoor-GPS Vergleichstest: Gehäuse

Die wichtigsten Fakten lauten:

  • Garmin Dakota 10: 5,5 x 10,0 x 3,3 cm, 157 g (inkl. eneloop Akkus)
  • Garmin eTrex 20: 5,3 x 9,9 x 3,3 cm, 150 g (inkl. eneloop Akkus)
  • Magellan eXplorist 310: 5,6 x 11,1 x 3,6 cm, 170 g (mit eneloop Akkus)

Der Dakota und der eTrex liegen bei Größe und Gewicht ungefähr gleichauf, der eXplorist hebt sich etwas ab. Sein Mehrgewicht von 20 g gegenüber dem eTrex macht sich beim in die Hand nehmen bemerkbar. Besonders auffällig ist der große Bügel am unteren Gehäuserand des eXplorist 310; dadurch wirkt er deutlich größer, der eigentliche Corpus ähnelt aber dem vom eTrex und Dakota. Der Bügel beschert dem eXplorist einen Vorteil: Es läßt sich beispielsweise eine relativ dicke und stabile Reepschnur zum Sichern des Gerätes einfädeln. Beim eTrex gibt es nur eine Öse für sehr dünne Schnüre, beim Dakota fällt sie etwas größer aus.

Das Einsetzen des Gehäuserückdeckels erweist sich bein Magellan eXplorist anfangs als hakelig. eneloop Akkus lassen sich bei ihm nur mit deutlichem Widerstand entnehmen, da sie im Batteriefach recht fest sitzen.

Das Display ist beim Dakota und eXplorist in das Gehäuse versenkt, während es beim eTrex mit dem Gehäuserand bündig abschließt. Wird der eTrex mit dem Display nach unten hingelegt, ist die Gefahr das Display zu verkratzen recht groß – eine Displayschutzfolie kann also nicht schaden! Die Verarbeitung ist bei allen drei GPS-Geräten ganz hervorragend. Auch in der Praxis – ein Dakota und ein eTrex sind schon seit längerem im Einsatz – zeigen sich keine Schwächen.

Gehäuse
GPS-GerätBewertung
Garmin eTrex 202 Punkte
Garmin Dakota 102 Punkte
Magellan eXplorist 3102 Punkte

Alle drei Kandidaten sind vor Feuchtigkeit geschützt, Garmin und Magellan geben die Kennziffer IPX7 an. Das Batteriefach wird bei allen drei Geräten durch eine umlaufende Dichtung vor Feuchtigkeit geschützt; beim USB-Anschluss übernimmt die Aufgabe jeweils eine Gummischutzkappe. Beim Dakota und eTrex ist die Kappe durch zwei Schräubchen gesichert und läßt sich somit vom Anwender problemlos austauschen. Der eXplorist muss zum Service eingeschickt werden, da die Dichtung in das Gehäuse integriert ist. Eine Do it yourself Lösung scheint es nicht zu geben.

Summa summarum – in dieser Disziplin schenken sich die drei Kandidaten nichts, die Punkte werden gleichmäßig verteilt.

Rückseiten, von links nach rechts: Garmin Dakota 10, Magellan eXplorist 310, Garmin eTrex 20

Rückseiten, von links nach rechts: Garmin Dakota 10, Magellan eXplorist 310, Garmin eTrex 20; gut zu erkennen sind die Aufnahmen für die Fahrradhalterungen (Abbildung zum Vergrößern anklicken)

Outdoor-GPS Vergleichstest: Energieversorgung

Alle drei Testkandidaten lassen sich mit zwei Batterien bzw. Akkus in der universellen Größe “AA” bestücken. Um den unterschiedlichen Typen gerecht zu werden, gibt es im Setup entsprechende Einstellungen. Bei Garmin lauten sie “Alkaline, Lithium, NiMH-Akku“, bei Magellan “Lithium, Alkali, Akkus“.

Interessant sind auch die möglichen Einstellungen zum Optimieren der Akku-Laufzeiten. Bei den Garmin-Geräten läßt sich die Beleuchtungsdauer wählen (z.B. Beleuchtung bleibt dauerhaft an oder geht nach 30 Sekunden aus), beim Dakota steht zusätzlich ein Energiesparmodus zur Verfügung. Wenn aktiviert, schaltet sich das Display aus und wird durch ein Antippen wieder geweckt; Tracks werden in diesem Modus weiterhin aufgezeichnet. Bei Magellan siehts folgendermaßen aus. Die Beleuchtungsdauer des Displays läßt sich analog zu den Garmin-Geräten einstellen, ein Energiesparmodus schickt das Gerät nach einer individuellen Zeitvorgabe in den Ruhezustand, Tracks werden ebenfalls aufgezeichnet. Ein zusätzlicher Ausschalttimer sorgt dafür, dass der eXplorist nach x-Stunden komplett ausgeschaltet wird, wenn keine Interaktion mit dem Gerät stattfindet.

Gut zu wissen: Die drei GPS-Geräte können an einer externen Stromversorgung betrieben werden, eingelegte Akkus werden dabei aber nicht aufgeladen! Beim Dakota darf man sich beim Anschliessen an eine externe Stromversorgung nicht wundern: Wenn er zum Beispiel an einen Powerakku angeschlossen wird, geht er zuerst in den Massenspeichermodus über. Nach ein paar Sekunden wechselt er auf externe Stromversorgung und läßt sich normal benutzen. Am PC besteht diese Möglichkeit nicht, dort geht er ohne Wenn und Aber in den Massenspeichermodus über.

Maßgebliches Kriterium für die Bewertung sind die in der Praxis zu erreichenden Laufzeiten. Folgende Zeiten wurden mit den von uns empfohlenen 2.000 mAh eneloop Akkus Typ HR-3UTGA ermittelt (Angaben in hh:mm):

  • Maximaler Energieverbrauch (Beleuchtung dauerhaft 100%, kontinuierliche Trackaufzeichnung, aktive Navigation)
    • Garmin Dakota 10: 11:30/12:00/11:38
    • Garmin eTrex 20: 11:03/11:45/11:38 (GPS & GLONASS aktiviert)
    • Magellan eXplorist 310: 07:56/08:13/09:08
  • Minimaler Energieverbrauch (Beleuchtung 0%, Trackaufzeichnung alle 5 Sek., keine aktive Navigation, kein WAAS/EGNOS, Energiesparmodus)
      Energieversorgung
      GPS-GerätBewertung
      Garmin eTrex 203 Punkte
      Garmin Dakota 102 Punkte
      Magellan eXplorist 3101 Punkt
    • Garmin Dakota 10: 23:50/24:20
    • Garmin eTrex 20: 31:50/33:40 (nur GPS aktiviert)
    • Magellan eXplorist 310: 20:21/20:27, 15:42 (ohne Energiesparmodus)

Die gemessenen Zeiten sind als Anhaltswerte zu verstehen. In der Praxis liegen sie – je nachdem wie der Anwender sein Gerät benutzt – irgendwo dazwischen.

Klarer Sieger in dieser Disziplin ist der eTrex 20, Platz zwei nimmt der Dakota 10 ein. Der eXplorist 110 muss sich mit Platz drei begnügen.

Outdoor-GPS Vergleichstest: Display

Zunächst ein paar Fakten:

  • Garmin Dakota 10: 2,6-Zoll, 3,6 x 5,5 cm, 160 x 240 Pixel (einzigstes Touchscreen-Display im Test)
  • Garmin eTrex 20: 2,2-Zoll, 3,5 x 4,4 cm, 176 x 220 Pixel
  • Magellan eXplorist 310: 2,2 Zoll, 3,5 x 4,4 cm, 240 x 320 Pixel

Als Erstes fällt die mit 240 x 320 Pixel sehr hohe Auflösung beim eXplorist 310 auf. Daraus resultiert ein schön scharfes Bild, was sich besonders positiv z.B. beim Lesen von Geocache-Beschreibungen äußert. Die Schriftgröße fällt allerdings recht klein aus, sodass manch ein (älterer) Outdoorer beim Ablesen Probleme bekommen kann. Der Dakota 10 hat das größte Display im Test; die um fast 30% größere Fläche ist vor allem beim Betrachten von Karten ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Entscheidend ist aber die Ablesbarkeit bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen.

Beim Geocachen im dichten Wald, Biken in der Dämmerung oder bei Weltuntergangswetter mit schwarzen Wolken muss beim eXplorist 310 die Hintergrundbeleuchtung immer aktiviert sein, ansonsten ist auf dem Display recht wenig zu erkennen. Der Dakota, vor allem aber der eTrex schneiden etwas besser ab. Um das Display richtig gut ablesen zu können, wird bei ihnen aber auch ein gewisses Quantum an Hintergrundbeleuchtung benötigt; beim Dakota mehr als beim eTrex.

Display
GPS-GerätBewertung
Garmin eTrex 203 Punkte
Magellan eXplorist 3102 Punkte
Garmin Dakota 101 Punkt

Bei Sonnenschein sind die Displays aller drei Testgeräte generell sehr gut ablesbar, aber nur, wenn sie optimal zur Sonne ausgerichtet sind (der eTrex kommt dabei minmal besser weg als der eXplorist, Schlußlicht ist der Dakota). Kommt das Licht dagegen schräg von der Seite (wie es für die Wintermonate typisch ist), zeigen sich wieder deutliche Unterschiede. Beim eXplorist 310 geht ohne Hintergrundbeleuchtung nichts, das Display vom Dakota erscheint matt und kontrastarm, am besten schneidet noch der eTrex ab. Wird die Beleuchtung auf Maximum gestellt, brillieren der eTrex und der eXplorist. Das Display des Dakotas sieht vergleichsweise dunkel und trüb aus. Ähnliches gilt bei diffusem Licht, insbesonders der eXplorist braucht eine kräftige Hintergrundbeleuchtung.

Als eine Schwachstelle erweist sich beim eXplorist 310 das Kartenmaterial (Basiskarte, Maps4Me-Karte). Die Ablesbarkeit der Kartenseite leidet unter den vorherrschenden grünen Farbtönen.

Die abschliessende Bewertung fällt relativ leicht. Das insgesamt beste Display hat der eTrex 20. Der eXplorist 310 positioniert sich an zweiter Stelle, der Dakota 10 folgt knapp dahinter auf dem dritten Platz.

Magellan eXplorist 310: Outdoor-Navi für Fahrrad, Wandern, Geocaching

Magellan eXplorist 310: Outdoor-Navi für Fahrrad, Wandern, Geocaching (Abbildung zum Vergrößern anklicken)

Outdoor-GPS Vergleichstest: GPS

Welche GPS-Hardware verbaut ist, verrät Garmin leider nicht. Magellan ziert sich nicht so und gibt in den Spezifikationen an, dass im eXplorist 310 ein SiRFstarIII GPS-Chipsatz in Verbindung mit einer Patchantenne integriert ist.

Alle drei Geräte bestimmen die Position mit Hilfe des amerikanischen GPS, der eTrex 20 kann zusätzlich Satelliten des russischen GLONASS Satellitennetzwerkes heranziehen. Dies sollte allerdings nicht überbewertet werden, echte Vorteile ergeben sich daraus nur bei sehr ungünstigen Empfangsbedingungen. Der parallele Empfang von GPS- und GLONASS-Signalen hat dafür den Nachteil, dass der Stromverbrauch etwas höher ist. WAAS/EGNOS Korrektursignale können dagegen alle drei Testgeräte verarbeiten.

Die beiden Garmin-Geräte bestimmen die Position vergleichsweise schnell. Dem liegt ein als HotFix bezeichnetes Verfahren zugrunde. Die Geräte können die Bahndaten der Satelliten im Voraus berechnen und die Position flotter bestimmen. Ein kleiner, aber feiner Vorteil gegenüber dem eXplorist!

GPS
GPS-GerätBewertung
Garmin Dakota 102 Punkte
Garmin eTrex 202 Punkte
Magellan eXplorist 3102 Punkte

Viel wichtiger ist es aber, was sie in der Outdoor-Praxis leisten, sei es beim Navigieren zu einem Geocache oder Aufzeichnen von Tracks.

Geocaches lassen sich mit allen drei Handgeräten sicher finden (auf den letzten Metern sind Erfahrung und Spürsinn in der Regel wichtiger als eine noch so gute GPS-Genauigkeit). Bei Trackaufzeichnungen zeigt insbesonders der eTrex 20 immer wieder Abweichungen bis zu 30 Meter, der eXplorist 310 legt dagegen meist sehr akkurate Aufzeichnungen hin. Der Dakota 10 rangiert zwischen den beiden. Anhand der folgenden Beispiele kann sich jeder Outdoorer ein eigenes Bild machen: Download Tour 1, Download Tour 2 (kmz-Dateien am besten mit Google Earth öffnen).

Die abschließende Bewertung fällt nicht leicht. Auf der einen Seite stehen die technischen Vorteile der Garmin-Geräte (HotFix, GLONASS beim eTrex), auf der anderen Seite die in der Praxis gemachten Erfahrungen. Nach einem Abwägen aller Stärken und Schwächen werden die Punkte gerecht verteilt.

Outdoor-GPS Vergleichstest: Speicherkapazität

Je üppiger, desto besser – lautet das Kriterium zur Beurteilung der Speicherkapazität. Dahinter verbirgt sich einerseits die Größe des zur Verfügung stehenden physikalischen Speichers, andererseits werden die Herstellerangaben bezüglich der maximal möglichen Anzahl an Tracks, Routen, Wegpunkten und Geocaches bewertet.

Die wichtigsten Kenndaten lauten:

  • Dakota 10: 900 MB nutzbarer Speicher; 1.000 Wegpunkte, 2.000 Geocaches, 50 Routen, 200 Tracks, einzelne Tracks mit bis zu 10.000 Punkten.
  • eTrex 20: 1,8 GB nutzbarer Speicher, zusätzlich ist eine 8 GB micro SDHC Karte möglich; 2.000 Wegpunkte, 5.000 Geocaches, 200 Routen, 200 Tracks, einzelne Tracks mit bis zu 10.000 Punkten.
  • eXplorist 310: 1,8 GB, davon 500 MB nutzbar (ca. 1,2 GB werden durch die vorinstallierte Karte belegt); 1.000 Wegpunkte, 10.000 Geocaches, 50 Routen, 50 Tracks, einzelne Tracks mit bis zu 10.000 Punkten.

Beim physikalischen Speicher ist der eTrex 20 eindeutiger Sieger. Er bietet Anwendern besonders viel Platz zum Installieren von Karten. An zweiter Stelle rangiert der Dakota, an dritter Stelle der eXplorist. Beim eXplorist könnte man allerdings die vorinstallierte Karte löschen (vorher auf einer Festplatte sichern!) und durch anderes Kartenmaterial ersetzen.

Speicherkapazität
GPS-GerätBewertung
Garmin eTrex 203 Punkte
Garmin Dakota 101,5 Punkte
Magellan eXplorist 3101,5 Punkte

Hinsichtlich der GPS-Daten beeindruckt beim eXplorist die Anzahl an Geocaches, bei den Garmin-Geräten vor allem die vielen speicherbaren Tracks bzw. Routen.

Das Ranking lautet bzgl.

  • Kartenmaterial: eTrex > Dakota > eXplorist
  • Geocaches/Wegpunkte: eXplorist > eTrex > Dakota
  • Tracks/Routen: eTrex > Dakota > eXplorist

Daraus ergibt sich folgende finale Bewertung: eTrex > Dakota/eXplorist.

Garmin Dakota 10

Garmin Dakota 10: Preiswertes Outdoor-Navi mit Touchscreen (Abbildung zum Vergrößern anklicken)

Outdoor-GPS Vergleichstest: System

In diesem Kapitel verbergen sich Kriterien wie Systemstabilität und Geschwindigkeit, die sehr zu Frust oder Freude eines Anwenders beitragen können.

Der eXplorist 310 war im Test das einzigste Gerät mit einem Systemabsturz (welche Funktion das war, konnte nach der Tour leider nicht mehr reproduziert werden). Auch ist es bei ihm vorgekommen, dass er aufgrund einer korrupten Datei nicht mehr starten konnte. Erst nach dem Entfernen alle Tracks, Routen etc. war ein Starten möglich. Dies sollte aber nicht zu hoch bewertet werden, bei den Garmin-Geräten kann so etwas ebenfalls vorkommen.

Ansonsten kommt es beim eXplorist bei Funktionsaufrufen zu Wartezeiten, bei den beiden Garmins ist das Verhalten des eTrex im Zusammenspiel mit Rasterkarten zu kritisieren. Das Zoomen und Verschieben einer Rasterkarte wie der “Garmin Alpenvereinskarte 2013” geht schon sehr gemächlich voran. Der Dakota zeigt beim Arbeiten mit Rasterkarten (“Custom Maps”) eine bessere Performance.

System
GPS-GerätBewertung
Garmin Dakota 103 Punkte
Garmin eTrex 201,5 Punkte
Magellan eXplorist 3101,5 Punkte

Wer sein Gerät schnell einsatzbereit haben möchte, ist an einer kurzen Startzeit interessiert. Da die Startzeit von der Anzahl an im Speicher befindlichen GPS-Daten (Tracks, Routen, Geocaches) und dem installierten Kartenmaterial abhängt, wurden alle drei GPS-Geräte mit den gleichen Inhalten bestückt: 1x Pocket Query inklusive Wegpunkte, 10x Tracks und OSM-Kartenmaterial (inklusive Basiskarte; Dakota/eTrex: südliche Abschnitte der Freizeitkarte Deutschland, ca. 270 MB, eXplorist: südl. Teil der maps4me Karte, ca. 300 MB )

  • Garmin Dakota 10: 12 Sekunden
  • Garmin eTrex 20: 20 Sekunden (ohne eingelegte Speicherkarte und ohne Freizeitkarte startet er minimal schneller)
  • Magellan eXplorist 310: 23 Sekunden (werden sämtliche Karten deinstalliert, ändert sich an dem Wert nicht viel)

Der Dakota gewinnt in dieser Disziplin, er startet schnell und zeigt keine ausgesprochenen Schwächen bei Tempo und Stabilität. Platz zwei und drei teilen sich der eTrex und der eXplorist.

Outdoor-GPS Vergleichstest: Schnittstellen

Schnittstellen
GPS-GerätBewertung
Magellan eXplorist 3103 Punkte
Garmin Dakota 101,5 Punkte
Garmin eTrex 201,5 Punkte

Zur Kommunikation mit der Außenwelt ist bei allen drei GPS-Geräten eine USB-Schnittstelle vom Typ Mini-B integriert.

Der USB-Anschluß dient in erster Linie dazu, Daten wie Tracks, Routen, Wegpunkte, Geocaches, POIs und Karten mit dem PC auszutauschen. Zusätzlich kann die Stromversorgung über den USB-Anschluß erfolgen.

Lobenswert: Der eXplorist 310 kann als einzigster Testteilnehmer über die Schnittstelle andere Gerät mit Positionsdaten versorgen (NMEA-Daten), was ihm einen Bonus bei der Bewertung einbringt.

Outdoor-GPS Vergleichstest: Kartenmaterial

Karten sind zum Navigieren mit einem Outdoor-GPS-Gerät zwar kein Must-Have, beim Aufspüren eines Geocaches, Abradeln eines Tracks oder Navigieren zu einem Point-of-Interest sind sie aber eine große Hilfe und erleichtern die Orientierung.

Umso besser, wenn es für das anvisierte GPS-Gerät eine große Auswahl an Karten gibt! Da kommerzielle Karten richtig viel Geld kosten können, sind kostenlos erhältliche OpenStreetMap-Karten von besonderem Interesse. Nur mit OSM-Karten läßt sich der gesetzte Preisrahmen von 250.- Euro einhalten!

Welche Kartentypen sind überhaupt möglich?

Vektorkarten, Rasterkarten und Satellitenbildern sind die gebräuchlichen Kartentypen; sie lassen sich auf allen Testgeräten verwenden. Da die meisten Anwender in der Regel Vektorkarten einsetzen, werden diese im folgenden ausführlicher behandelt. Beispiele für Vektorkarten: Garmin Topo Deutschland 2012 Pro, Magellan Summit Serie Deutschland, OpenStreetMap-Karten.

OpenStreetmap-Karten

In dieser Disziplin glänzen die Garmin-Geräte. Das Angebot an OSM-Karten ist riesig. Es gibt zahlreiche Anbieter, zudem stehen thematisch unterschiedliche Karten zur Verfügung. Für Deutschland gibt es beispielsweise eine Freizeit-, eine Reit- und Wander-, eine Mountainbike- oder eine Radfahrkarte. Einen Einstieg in das Thema bietet dieser Artikel.

Einzigste Quelle für den eXplorist ist die Webseite maps4me. Gegen einen moderaten Obulus von 8,90 Euro/Jahr lassen sich Karten von vielen Ländern herunterladen. Sollte maps4me allerdings seine Pforten dichtmachen, haben die Magellan-Anwender das Nachsehen.

Bei OpenStreetMap-Karten ist eines zu berücksichtigen: Für manche Länder gibt es ganz excellente Karten (Deutschland, Island, viele osteuropäische Länder, …), in anderen Ländern ist die Qualität eher mau, auch kann die Detaillierung innerhalb eines Landes je nach Region sehr unterschiedlich sein. Deshalb kann es für den einen oder anderen Outdoorer wichtig sein, dass er für sein GPS-Gerät kommerzielle Karten bekommen kann.

Kommerzielle Karten

Auch in dieser Disziplin ist Garmin nicht zu toppen. Topografische Karten sind für viele Länder erhältlich, die Garmin Deutschland Webseite listet beispielsweise Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien, Polen, Schweden, Finnland … und noch einige mehr auf. Weitere Garmin-Karten sind bei Drittanbietern erhältlich, außerdem hat Garmin spezielle Karten wie die Topo Transalpin und zahlreiche Straßenkarten im Portfolio.

Bei Magellan ist das Angebot eher dünn gesäht. Die deutsche Magellan-Webseite führt topografische Karten von Deutschland, Großbritannien, zwei Regionen in Italien und Griechenland auf, die US-Seite noch Karten der Summit-Serie von USA, Kanada und Mexiko, zusätzlich sind noch Spezialkarten von Spanien erhältlich. An Straßenkarten gibt es beispielsweise die City Series Europe.

Vorinstallierte Karten

Die auf den drei Testgeräten vorinstallierten Karten müssen in die Betrachtung ebenfalls miteinfließen. Beide Garmin-Geräte haben eine nur bedingt brauchbare, weltweite Basiskarte an Bord, beim eXplorist ist dagegen eine sehr hilfreiche World Edition-Karte mit dem gesamten NAVTEQ Straßennetz von Westeuropa, USA, Kanada und Australien sowie den wichtigsten Straßen der restlichen Welt vorinstalliert. Die Magellan-Karte ist allerdings nicht sehr aktuell, sie stammt von 2010. Alternative: Die eXplorist Basiskarten von Maps4Me verwenden.

Topografische Karten
GPS-GerätBewertung
Garmin eTrex 202,5 Punkte
Garmin Dakota 102,5 Punkte
Magellan eXplorist 3101 Punkt

Tipp: Den eTrex 20 und den Dakota 10 gibts z.B. bei Amazon.de in zwei Ausführungen. Als “normale” Version und im Bundle mit einer Region der Topo Deutschland light. Da der Preisunterschied minimal ist, sollte man das Bundle vorziehen. Hinter der Topo Deutschland light verbirgt sich eine vereinfachte Version der Garmin Topo Deutschland.

Ein kleiner Exkurs zu Rasterkarten und Satellitenbildern

Garmin bietet eine große Auswahl an Rasterkarten (z.B. BirdsEye Select Deutschland, Alpenvereinskarten 2013) und Satellitenbildern an. Für den eXplorist gibt es Rasterkarten nur für Nord-Amerika (National Geographic TOPO!), Satellitenbilder dagegen weltweit. Alternativ lassen sich Rasterkarten mit Tools wie z.B. Mobile Atlas Creator selbst erstellen. Dieses Thema wird an dieser Stelle aber außen vorglassen, da nicht jeder Anwender Zeit, Lust & Laune hat, sich in die Materie einzuarbeiten!

Die abschließende Bewertung fällt leicht, die beiden Garmin-Geräte teilen sich Platz 1 und 2. Die Angebot an verfügbaren Karten, egal ob kostenlose OpenStreetMap- oder kommerzielle Karten, ist gegenüber Magellan einfach erdrückend.

Weiterlesen: Preiswerte Outdoor-GPS-Geräte für Wandern, Fahrrad, Geocaching – Teil 2

Vergleichstest: Preiswerte Outdoor-GPS-Geräte für Wandern, Fahrrad, Geocaching was last modified: Juli 18th, 2017 by Joachim Bardua

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