TomTom Start 60: Komfort-Navi mit Riesendisplay3,5-Zoll, 4,3-Zoll, 5-Zoll, 6-Zoll – die Evolution der Displaygröße bei Autonavis geht weiter! In dem neuen Start 60 verbaut TomTom erstmals ein 6-Zoll großes Display und gehört damit zu den wenigen Anbietern, die in diese Größenregion vorstoßen. Das Display – mit einer Bildschirmdiagonale von immerhin 15 cm – soll laut TomTom die Bedienung noch einfacher machen und für ein verbessertes Fahrerlebnis und mehr Sicherheit sorgen.

Navigation-Professionell.de hat sich ein TomTom Start 60 an Land gezogen und auf einer Strecke von rund 3.000 km auf seine Alltagstauglichkeit getestet.

Zugegeben, die Skepsis war am Anfang groß, schließlich ist das TomTom Start 60 nicht gerade klein (ca. 10.5 x 16,2 cm) und somit besteht die Gefahr, dass das Sichtfeld des Fahrers eingeschränkt wird. Dies hat sich aber keineswegs bestätigt! Selbst bei einer Mittelklasse-Limousine wirkt das Start 60 keinesfalls überdimensioniert! Vorausgesetzt, das Navi wird nicht mitten auf die Scheibe geklebt (da gehört es sowieso nicht hin – ist aber oftmals zu sehen). Am besten wird es mit Hilfe der selbstklebenden Platte zentral auf dem Armaturenbrett und möglichst nah an der Frontscheibe befestigt.

Mit dem in das Gehäuse integrierten Dual Mounting System saugt sich das TomTom Start 60 auf der Klebeplatte fest. Die Halterung hält bombenfest, vor der Montage wird allerdings empfohlen, alle Flächen mit dem mitgelieferten Reinigungstuch zu säubern. Als anfängliches Manko hat sich die Lage des Ein-/Ausschalters erwiesen. Da das TomTom Navi bei dieser Art der Befestigung einen Kopfstand machen muss (der Bildschirminhalt dreht sich automatisch mit), ist der Schalter nur schwer zu erreichen. Es gibt aber eine Alternative. Durch eine entsprechende Konfiguration (Einstellungen > Akkuenergie sparen > Gerät schaltet sich ein, wenn es an eine Stromquelle angeschlossen wird/Gerät setzt Betrieb ohne externe Stromquelle fort) wird das Start 60 beim Einstecken des Ladesteckers in die Kfz-Steckdose automatisch aktiviert bzw. beim Ziehen des Ladesteckers geht es in den Schlafmodus über.

TomTom Start 60 Test: Bedienung, Navigation

TomTom Navis glänzen schon immer in der Disziplin "Bedienung" – mit dem Start 60 wird es aber nochmals besser! Warum? Ein Vertippen ist von gestern. Nicht nur die einzelnen Symbole zum Aufrufen von Funktionen sind groß genug, sondern auch die Buchstaben der virtuellen Tastatur. Dazu kommt das übersichtliche Menü, sodass auch Einsteiger in die Materie, die Generation 50+ und alle Komfortsuchenden ihre Freude am Start 60 haben sollten.

Zur Zieleingabe gibt es alle wichtigen Funktionen, inklusive der Eingabe von Koordinaten und einer Auswahl über die Karte. Das Suchen von Adressen geht bei manchem Mitbewerber – z.B. beim Falk Pur 550 – dank einer etwas cleveren Vorauswahl möglicher Ziele schneller über die Bühne, außerdem bietet das Start 60 Mehrzielrouten mit nur drei Zwischenzielen – für die meisten Nutzer dürfte das aber vollkommen ausreichen.

Die Übersichtlichkeit setzt sich auf der Kartenseite fort. Fahrspurassistent, eine sich deutlich von der Karte abhebende Strecke (je nach Einstellung der Kartenfarbe!), Infos zur Ankunftszeit, verbleibenden Fahrtzeit und -strecke, Geschwindigkeit und temporär eingeblendete, wirklichkeitsgetreue 3D-Abbildungen von Autobahnabfahrten und -kreuzungen sorgen für eine sichere Navigation. Ein Kritikpunkt könnte sein, dass eigentlich viel Platz für noch mehr Informationen – z.B. eine realitätsnahe Beschilderungsanzeige – zur Verfügung stehen würde. Nach unseren Erfahrungen ist weniger aber oftmals mehr. Ein eher puristisches Kartenbild sorgt schließlich für übersichtliche und klare Verhältnisse.

Die überzeugende optische Navigation wird durch gute Sprachansagen – die TomTom über die Jahre deutlich verbessert hat – unterstützt. Zur Auswahl stehen Lisa, Werner und – zusätzlich mit der Ansage von Straßennamen – Yannick. Die maximale Lautstärke des Start 60 ist auch für laute Autos ausreichend, die Stimmen klingen selbst in dieser Einstellung noch sehr gut.

Einen Minuspunkt gibt es beim Navigieren durch Tunnels. Die Zielführung ist nicht immer durchgängig, es kommt vor, dass die Position nicht weitergeführt wird.

Über die Routenführung bei einem TomTom Navi muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Dank IQ Routes spielt auch das Start 60 bei der Wahl der Strecken in der Oberliga. Ausreißer gibt es zwar hier und da, in der Summe bietet das TomTom aber überdurchschnittliches. Besonders positiv fallen mal wieder die präzisen Angaben zu voraussichtlichen Ankunfstzeit auf.

Verkehrsnachrichten werden via TMC empfangen. TMC-Verkehrsinfos sind eine praktische Hilfe, wer allerdings einmal ein TomTom Navi mit HD Traffic verwendet hat, wird schnell enttäuscht sein. Besonders Vielfahrern kann deshalb nur ein Live-Gerät empfohlen werden, hier gibts unsere passenden Tests.

RDS/TMC Meldungen stehen in folgenden Ländern zur Verfügung (Quelle: TomTom): Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich sowie ausgewählte Regionen in den USA und Kanada.

TomTom Start 60 Test: Sonstiges

An weiteren Funktionen bietet das Start 60 Geschwindigkeitswarnungen, die aber nicht individuell einstellbar sind, Warnungen vor Radarkameras (inklusive Meldefunktion), diverse Sicherheitswarnungen, ein Hilfemenü für Notfälle, Hilfen bei der Parkplatzsuche, Sperren von Straßenabschnitten (100, 500, 2.000, 5.000 Meter), Vermeidungen von Teilen der Route und natürlich viele Konfigurationsmöglichkeiten.

Wie schnell berechnet das Start 60 Routen? Hier einige Vergleichswerte für die Routenberechnung (Einstellung schnellste Route):

  • Nahverkehr, 8 km: 2,2 Sek
  • Autobahn/Stadt kombiniert, 50 km: 4,2 Sek.
  • Fernverkehr, 400 km: 27 Sek.
  • Fernverkehr, 810 km: 5,6 Sek.
  • Fernverkehr (Autobahn und Landstraße), 1000 km: 31 Sek.

Von der 400 km Strecke abgesehen, sind die Werte – vor allem bei den Fernstrecken – sehr gut. Zu beachten ist, dass Navis wie das TomTom Start, die historische Verkehrsdaten in die Berechnung miteinbeziehen, in der Regel länger brauchen als Geräte "ohne".

Beim GPS-Empfang schwächelt das Start 60 dagegen hin und wieder, obwohl es mit QuickGPSfix ausgerüstet ist. Im Vergleich zu einem TomTom Live-Navi braucht es teilweise deutlich länger, was sich vor allem beim Ausfahren aus Tiefgaragen störend bemerkbar machen kann.

Kartenmaterial

An Bord sind Karten von 45 Ländern in Europa: Andorra, Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Gibraltar, Griechenland, Irland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, San Marino, Schweden, Schweiz, Spanien, Türkei, Vatikanstadt, Großbritannien, Bulgarien, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Russische Föderation, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Rumänien, Serbien, Ukraine, Weißrussland.

Dazu gibt es TomToms Kartenaktualitätsgarantie (bis zu 90 Tage nach Erstnutzung kann – falls verfügbar – die neuste Kartenversion kostenlos heruntergeladen werden) sowie täglich verfügbare, kostenlose Map Share Kartenaktualisierungen. Über den integrierten MicroSD-Karten Steckplatz lassen sich weitere Karten, z.B. Reisekarten, laden.

TomTom Start 60 Test: Fazit

Mit dem Start 60 hat TomTom einen Volltreffer gelandet. Optisch ansprechend, ein universelles Befestigungssystem, ein Riesen-Display, einfach zu bedienen, überzeugende Routen – zu einem Straßenpreis von 190.- EUR erhält der Interessent ein auf der ganzen Linie überzeugendes Navi! Zwar sind ein paar Schwächen hinzunehmen, die generelle Alltagstauglichkeit wird dadurch aber kaum gemindert.

Das TomTom Start 60 hat sich die Note "sehr gut" wirklich verdient und erobert sich den zweiten Platz in unserer aktuellen Bestenliste. Größter Wunsch an TomTom wäre jetzt noch ein Navi mit 6-Zoll Display und LIVE-Services – nicht nur HD Traffic Fans dürfte es freuen!

Empfohlener Online-Shop:

TomTom Start 60: Pro und Contra

Pro

  • Riesiges, übersichtliches Display
  • Große Buttons bzw. Tastatur, ein Vertippen ist unmöglich
  • Qualität der berechneten Routen
  • Optische Navigation
  • Präzise Angaben zur voraussichtlichen Ankunftszeit
  • Steckplatz für microSD-Karten
  • Dual Mounting System

Contra

  • Navigation in Tunnels nicht immer durchgängig
  • Zeitdauer bis zur Positionsbestimmung vergleichsweise lang
  • Ein-/Ausschalter schlecht erreichbar (wenn das Gerät auf dem Kopf steht)
  • Keine Ladekontrollleuchte
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TomTom Start 60 Test: Bewertung

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Unsere Bewertung

System73%sehr gut
Navigation80%sehr gut
Bedienung80%sehr gut
Ausstattung60%gut
Zubehör60%gut
Bewertung 73,3%sehr gut
Gesamtnote: System/Navigation/Bedienung zu 25%, Ausstattung zu 15%, Zubehör zu 10% gewichtet

Getestete Versionen

Anwendung: 12.000.920525.94
Karte: v885.4050 (Veröffentlichungsdatum 01/2012)

Getestet: TomTom Start 60 – Navi mit 6-Zoll Display! was last modified: Februar 23rd, 2016 by Joachim Bardua

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