Fahrradcomputer für deutlich unter €200.- gibt’s in großer Auswahl – beispielsweise auf Amazon (#ad). Ein Vertreter dieser Preisklasse ist der Coospo CS600, den ich mir in diesem Test näher anschaue.
Von Coospo habe ich bereits das eine überzeugende Leistung abliefernde Radarsystem TR70 getestet – umso interessanter ist es was der CS600 so alles kann.

Coospo CS600 Test – Gehäuse, Bedienung
8,4 x 5,3 x 1,8 cm und 69 g – der CS600 ist ein kompakter und leichter Fahrradcomputer, der zudem mit einem Garmin kompatiblen Halterungssystem, einer Öse für eine Sicherungsschlaufe und einem auf der Rückseite befindlichen USB-C Anschluss ausgestattet ist.
Die Bedienung erfolgt über sechs Tasten in Kombination mit einem deaktivierbaren Touchscreen. Die Bedienung bzw. das Zusammenspiel von Tasten und Touchscreen ist schnell verinnerlicht. Viele Einstellungen lassen sich nicht nur über das im Großen und Ganzen sehr übersichtliche Menü vornehmen, sondern auch über die CoospoRide App.
Beim Bedienen stört mich lediglich, dass es durch ein Antippen des Touchscreens schnell zu einem Pausieren einer Aufzeichnung kommen kann. Der Pause-Button ist zu prominent platziert.
Coospo CS600 Fahrradcomputer – Konnektivität
Konnektivität ist eine große Stärke des Coospo CS600!
Es gibt:
- USB-C (Laden, Massenspeicher)
- ANT+ (Sensoren)
- Bluetooth (Sensoren, Smartphone)
Das Verbinden mit unterschiedlichen Sensoren habe ich intensiv getestet. Ob Herzfrequenz, Leistungsmesser oder Radarsysteme – funktioniert ohne Wenn und Aber! Von jedem Typ sind mehrere Sensoren möglich, z.B. drei verschiedene Leistungsmesser unterschiedlicher Hersteller. Dazu gehört auch das Hinterlegen der Kurbellängen. Zudem vermisse ich Infos zum Batteriestatus, beispielsweise bei Herzfrequenzsensoren.
Die Liste an möglichen Sensoren lautet:
- Herzfrequenz
- Geschwindigkeit
- Trittfrequenz
- Geschwindigkeit & Trittfrequenz
- Leistungsmesser
- Rollentrainer
- Gangwechsel
- Di2
- Radar
E-Bike Konnektivität ist laut Coospo geplant, gleiches gilt für SRAM Schaltsysteme.
Dass sich ein so preiswerter Fahrradcomputer über DI2 Tasten steuern lässt habe ich nicht erwartet – wenngleich die Auswahl an Funktionen für die Tastenbelegung sehr übersichtlich ist.
Folgende Infos und Funktionen stehen zur Verfügung:
- Akkuladestand (Schalthebel, System)
- Tasten belegen (1x Klicken, 2x Klicken, Drücken)
- Vorherige Seite
- Nächste Seite
- Karte anzeigen
- Runde
- Fahrt starten / Pause
- keine
- Schaltmodus (M, S1, S2)
Eine wichtiges Feature vermisse ich. Beim Drücken einer Di2 Taste – z.B. für einen Seitenwechsel – geht die Hintergrundbeleuchtung des Displays nicht automatisch mit an.
Coospo CS600 – Akku
Coospo gibt für die Akkulaufzeit 36 Stunden an (mit GPS). Die Zeit zum Aufladen soll zwei Stunden betragen.
Die Akkulaufzeit habe ich intensiv getestet.
Beispiele (immer: mehrere Sensoren, Navigation, häufige Wechsel Karte / Datenseiten):
- Auto-Helligkeit: 100% auf 95% Akkuladung, 02:30 hh:mm Gesamtdauer der Tour
- 100% Helligkeit, Beleuchtungsdauer 60 s: 100% auf 85% Akkuladung, 05:35 hh:mm Gesamtdauer
- 100% Helligkeit, Beleuchtungsdauer 15 s: 97% auf 82% Akkuladung, 04:45 hh:mm Gesamtdauer
- 100% Helligkeit, Beleuchtung immer an: 100% auf 78% Akkuladung, 03:20 hh:mm Gesamtdauer
- 100% Helligkeit, Beleuchtung immer an: 100% auf 70% Akkuladung, 04:25 hh:mm Gesamtdauer
Die Beispiele zeigen, dass sich der Coospo CS600 für sehr lange Touren eignet. Wichtigste Einstellung zum Optimieren der Laufzeit ist wie bei allen Fahrradcomputern die Hintergrundbeleuchtung.
Coospo CS600 Fahrradcomputer – Display
Die Ablesbarkeit des transflektiven 2,4 Zoll LCD Displays war bei der ersten Ausfahrt ziemlich enttäuschend. In den Abendstunden und mit leicht getönter Sonnenbrille war die Ablesbarkeit bescheiden. Grund dafür war die aktive Auto-Helligkeit und das Fehlen von direkter Sonneneinstrahlung.
Deshalb habe ich gleich meine Lieblingseinstellung gewählt: 100% Helligkeit mit einer Beleuchtungsdauer von 30 s. Mit dieser Vorgabe ist das Display jederzeit bzw. bei allen Lichtbedingungen bestens ablesbar. Das Display hat zudem die Eigenschaft, das die Ablesbarkeit bei zunehmender Sonneneinstrahlung immer besser wird. Und das Gute daran ist: Die Akkulaufzeit ist trotz maximaler Helligkeit immer noch hervorragend.
Coospo CS600 – GNSS, Höhenmesser
Im CS600 ist ein Chipsatz von u-blox mit mehreren GNSS verbaut.
- GPS
- BeiDou (BD)
- QZSS
- GLONASS (GLO)
- GALILEO (GAL)
Die Abbildung zeigt welche Kombinationen möglich sind.
Die Genauigkeit von Aufzeichnungen ist klasse, da kann der CS600 mit diversen Fahrradcomputern von Garmin mithalten.

Die Höhe wird laut Coospo automatisch kalibriert. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine manuelle Kalibrierung sinnvoll ist. Erst dann fallen die Höhendaten von Touren sehr genau aus.
Ein Beispiel im Vergleich zu einem Garmin Edge 850 (jeweils Coospo / Garmin): 960 / 979 m Anstieg; 874 / 908 m Abstieg (Achtung, unterschiedlicher Start- / Zielpunkt).
Zu guter Letzt ist beim Kapitel Technik noch anzumerken, dass der CS600 flott unterwegs ist. Wartezeiten gibt’s nicht, das Starten des Gerätes erfolgt schnell.
Coospo CS600 Test – Funktionen
In Sachen Funktionalität bietet der CS600 mehr als ich in dieser Preisklasse erwarten würde.
Ich habe aber nicht alle Funktionen ausprobiert (z.B. das Trainieren mit einem smarten Indoortrainer), während des Tests lag der Schwerpunkt beim Navigieren und Aufzeichnen bzw. Visualisieren von Daten.
Der Coospo CS600 lässt sich zum Navigieren mit Kursen (= Strecken, Routen) einsetzen. Die Kurse basieren auf mit dem CS600 aufgezeichneten Touren (Menü "Historie") oder auf importierten Kursen (Menü "Kurs"). Der Import erfolgt von einem Laptop via USB oder über die CoospoRide App von einem Smartphone. Das Übertragen von einem Smartphone kann allerdings dauern. Andere Möglichkeiten zur Zielauswahl – z.B. POIs, Adressen, Kartenpunkte – gibt’s nicht.
Der Kurs ist auf der Kartenseite grün eingezeichnet; Richtungspfeile geben die Fahrtrichtung vor (siehe Foto unten). Navigationshinweise im Sinn von "Abbiegen in x Metern" helfen zusätzlich. Diese Hinweise tauchen auch auf anderen Datenseiten auf. Allerdings können sie an wichtigen Abbiegungen auch mal fehlen oder falsche Hinweise liefern. Zu Beachten ist, das beim Abweichen kein Re-Routing stattfindet.
Bei Rundkursen mit identischen ersten und letzten Kilometern funktioniert das Navigieren nicht. Die Navigation muss an der Stelle an der sich ein Kurs aufteilt neu gestartet werden.
Die Kurse lassen sich nicht nur in der ursprünglichen Richtung, sondern auch in Gegenrichtung folgen.
Die Karte unterstützt beim Navigieren. Vom Informationsgehalt der Karte darf man aber nicht zu viel erwarten. Die eingezeichneten Straßen helfen lediglich, beispielsweise an Weggabelungen im Sinne von "Ist es die nach rechts oder die nach links abbiegende Straße?". Es gibt keine POIs, keine Höhenlinien etc. Straßennamen lassen sich zwar einblenden; dies habe ich allerdings gleich deaktiviert, da die Darstellung sehr unglücklich ist und nur stört.

Die Karte lässt sich nicht verschieben sondern nur zoomen. Das Zoomen erfolgt aber nicht wie üblich mit Hilfe von zwei Buttons, sondern nur über einen Button in Form einer Endlosschleife; dies macht den Wechsel zwischen Zoomstufen aufwendiger als nötig.
Die Datenseiten lassen sich umfangreich konfigurieren – am besten in der CoospoRide App. Es gibt eine große Auswahl an Layouts und Datenfeldern. Außerdem lässt sich die Reihenfolge durch ein Verschieben mit dem Finger schnell ändern (siehe Abbildung).

Was ich mir noch wünschen würde wäre eine differenzierte Farbgebung bei der grafischen Darstellung der Herzfrequenz. Die Herzfrequenz wird in Form einer roten Kurve visualisiert. Besser wäre es wenn in der Grafik eine farbliche Unterscheidung gemäß der Herzfrequenzzonen erfolgen würde.
Von den vielen Funktionen möchte ich noch das Hinterlegen von Herzfrequenz- und Leistungszonen, das automatische Erkennen der FTP sowie das Konfigurieren unterschiedlicher Alarme (Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Leistung, Zeit, Distanz, Kalorien) erwähnen. Die Herzfrequenz- / Leistungsalarme hängen allerdings nicht von den hinterlegten Zonen ab (z.B. "Warne mich beim Überschreiten von Zone 4"), sondern müssen separat definiert werden.
Im Zusammenspiel mit einem Radar gibt’s optische und akustische Warnungen, die allerdings nicht auffällig bzw. nicht laut genug sind. Auch ist die Anzahl an nachfolgenden Fahrzeugen nur schlecht zu erkennen. Mitbewerber bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.
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Coospo CS600 Test – Fazit
Nach mehreren hundert Kilometern ist meine anfängliche Skepsis gegenüber dem CS600 schnell gewichen:
Der Coospo CS600 bietet viel Technik und Funktionalität zum kleinen Preis – allerdings gibt’s im Detail noch einige Punkte an denen Coospo arbeiten müsste.
Wer einen preiswerten Fahrradcomputer sucht, der nicht in ein riesiges Ökosystem (wie z.B. bei Garmin & Wahoo) eingebunden ist, sollte den CS600 in die nähere Auswahl nehmen.
Coospo CS600 – Pro
- Kompakt & leicht
- GNSS-Genauigkeit
- Ablesbarkeit des Displays
- Akkulaufzeiten
- Vielzahl an Sensoren
- Konfiguration per App
- Grundlegende Navigation mit Kursen
- Import von Kursen via App bzw. USB
- Tourenexport aus der App als FIT-Datei
Coospo CS600 – Contra
- Informationsgehalt der Karte
- Karte nicht verschiebbar
- Nur Navigation mit Kursen
- Einige Details mit Optimierungspotential