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Garmin GPSMAP 65s Test

Mit dem GPSMAP 65s und dem GPSMAP 65 hat Garmin zwei neue Handgeräte in der Tradition der beliebten und erfolgreichen Garmin GPSMAP 64 Serie auf den Markt gebracht.

In dem aktuellen Test schaue ich mir das GPSMAP 65s näher an – ein Arbeitspferd mit Garmin’s neuester State of the Art Satellitentechnologie.

Wie unterscheiden sich das GPSMAP 65s und das GPSMAP 65?

Die beiden Handgeräte unterscheiden sich nur bei den Sensoren. Das 65s bietet zusätzlich einen barometrischen Höhenmesser und einen 3-Achsen Kompass mit Neigungskorrektur.

Zwei Features die meines Erachtens den Aufpreis von 50.-€ Wert sind. Das 65s kommt auf eine UVP von ca. €390.-, das 65 auf ca. €341.- (bei 16% MwSt.)

Der barometrische Höhenmesser sorgt für genaue Höhenangaben (gegenüber den GPS-Messungen beim GPSMAP 65) und Höhenprofile z.B. entlang von Tracks; außerdem lässt sich das 65s als Wetterstation einsetzen.

Der Kompass führt zu einem korrekten Ausrichten der Karte bzw. des Kompasses im Stand sowie bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten. Beim GPSMAP 65 – das Ausrichten erfolgt per GPS – braucht’s dazu etwas Bewegung.

Garmin GPSMAP 65s Test - Satellitenanzeige
Garmin GPSMAP 65s Test – Satellitenanzeige

Was bietet das GPSMAP 65s gegenüber dem GPSMAP 64sx?

Das GPSMAP 65s lässt sich am besten mit dem GPSMAP 64sx vergleichen.

Das 65s bietet gegenüber dem 64sx:

  • Den Multi-GNSS & Multi-Band Empfänger (64sx: maximal zwei GNSS gleichzeitig, nur L1/E1 Band)
  • Der interne Speicher beträgt jetzt 16 GB (ca. 8,4 GB frei) gegenüber 8 GB (ca. 7,7 GB frei). 
  • Grund für dieses Speicher-Upgrade dürfte der gesteigerte Platzbedarf für die vorinstallierten TopoActive Karten sein.
Garmin GPSMAP - Familientreffen - 60Cx, 62st, 64s, 64sx, 65s, 66s, 66sr
Garmin GPSMAP – Familientreffen – 60Cx, 62st, 64s, 64sx, 65s, 66s, 66sr (von links)

GPS-Empfang – Garmin GPSMAP 65s Test

Die spannende Neuerung des 65s ist der Multi-GNSS und Multi-Band Empfänger – damit soll unter schwierigen Empfangsbedingungen (Täler, Häuserschluchten, dichter Wald, …) eine bessere Genauigkeit möglich sein. 

Auf dieses Thema bin ich bereits in dem Artikel GPSMAP 65s – Test der GPS-Genauigkeit (mit vielen Beispielen) ausführlich eingegangen. Deshalb gibt’s hier nur eine kurze Zusammenfassung. 

Multi-GNSS bedeutet den gleichzeitigen Empfang von GPS, GLONASS, Galileo, OZSS und IRNSS Satellitensignalen. Da OZSS und IRNSS aber nur regionale Systeme im asiatisch-pazifischer Raum bzw. in Indien sind, stehen bei uns nur GPS, GLONASS und Galileo Satelliten zur Verfügung.

Multi-Band erlaubt die gleichzeitige Auswertung von L1 und L5 (GPS) bzw. E1 und E5a (Galileo) Signalfrequenzen.

Das 65s bietet folgende Satelliten-Einstellungen:

  • GPS only ohne Multi-Band
  • Multi-GNSS ohne Multi-Band
  • Multi-GNSS mit Multi-Band
  • Hilfemodus (GNSS deaktiviert)

Beim GPSMAP 64sx sind dagegen – neben "GPS only" – lediglich die Kombinationen GPS + GLONASS oder GPS + Galileo möglich; die Frequenzen sind L1 bzw. E1.  

Die neue Technolgie führt in der Outdoor-Praxis zu

  • einer schnellen Positionsbestimmung (insbesondere im Vergleich zum 64sx),
  • einer GPS-Genauigkeit, die im Idealfall nahezu immer "1,8 m" beträgt ("3 m" beim GPSMAP 64sx),
  • keinerlei Positionsdrift im stationären Zustand und
  • zu Track-Aufzeichnungen, die einen Tick genauer ausfallen können als bei einem GPSMAP 64sx.

Die folgenden Screenshots zeigen die unterschiedlichen GNSS-Einstellungen in der Praxis. Dabei zeigt sich: Eine Steigerung der Genauigkeit von 3 m auf 1,8 m wird durch ein Aktivieren von Multi-Band erreicht.

Multi-GNSS & Multi-Band

GPS - Multi-GNSS & Multi-Band
GPS
Galileo - Multi-GNSS & Multi-Band
Galileo
GLONASS - Multi-GNSS & Multi-Band
GLONASS

Multi-GNSS

GPS - Multi-GNSS
GPS
Galileo - Multi-GNSS
Galileo
GLONASS - Multi-GNSS
GLONASS

GPS only

GPS

Bei den 64er Handgeräten gab’s noch einen Anschluss für eine externe GPS-Antenne, beim 65er dagegen nicht mehr. Möglicherweise weil so etwas nur wenige Anwender verwenden, sich die Baukosten reduzieren lassen oder weil Multi-GNSS & Multi-Band eine externe Antenne überflüssig machen.

Energieversorgung – Garmin GPSMAP 65s Test

Beim 65s setzt Garmin weiterhin auf auswechselbare AA Zellen. Damit unterscheidet es sich deutlich vom GPSMAP 66sr mit seinem nicht auswechselbaren Li-Akku. Beim 66sr dürfte der Wechsel von AA zu Li-Akku der stromsaugenden Kombination von großem Display und leistungsstarken GNSS-Empfänger geschuldet sein.

Da die Handgeräte der GPSMAP 64 Serie zu den ausdauernden GPS-Geräten stellt sich die Frage, wie sich die neue Satellitentechnologie auf den Stromverbrauch der 65er Serie auswirkt und ob diese 64er Stärke erhalten bleibt.

Für den Garmin GPSMAP 65s Test Dazu habe ich das Gerät im Zusammenspiel mit weißen eneloops getestet (in hh:mm):

  • Powermodus* – Multi-GNSS & Multi-Band: 10:15 / 11:20
  • Powermodus* – GPS only: 12:27 / 11:50 / 12:10
  • Energiesparmodus** – Multi-GNSS & Multi-Band: 19:05
  • Energiesparmodus** – GPS only: 21:45

*dauerhaft 100% Displaybeleuchtung, alle Verbraucher aktiviert, **Energiesparmodus eingeschaltet, alle Verbraucher möglichst deaktiviert

Auch wenn dies eher theoretische Werte sind zeichnet sich ab, dass die von Garmin angegebenen 16 Stunden machbar sind – vorausgesetzt der Energiesparmodus ist aktiviert. Ein Verzicht auf die neue Satellitentechnologie sorgt für eine weitere Steigerung der Batterielaufzeiten.

Speicherkapazität – GPSMAP 65s Test

Die Anzahl an Daten mit denen das GPSMAP 65s umgehen kann sind rechts aufgeführt. Dazu steht im internen Speicher ausreichend Speicherplatz zur Verfügung; weitere Karten gehören am besten auf die bis zu 32 GB große Micro-SD-Karte.

200 gespeicherte Tracks und 2.000 archivierte Tracks sind eine Menge – nur leider gibt’s auch in der neuen Generation keine Funktionen zum Durchsuchen oder Sortieren der Tracks. Der Track-Manager listet die Tracks lediglich nach der Entfernung zur aktuellen Position auf. Schade – insbesondere unter dem Aspekt, dass es im Wegpunkt-Manager solche hilfreichen Funktionen gibt!

  • 10.000 Punkte pro Track
  • 2.000 GPX Dateien
  • 200 gespeicherte Tracks
  • 2.000 archivierte Tracks
  • 5.000 Wegpunkte
  • 200 Routen (250 Punkte bei Luftlinie, 50 Punkte On-Road)
  • Geocaches ohne Limit (nur durch verfügbaren Speicher begrenzt)
  • 3.000 Kartensegmente
  • 500 Custom Map Kacheln
  • 250 Birdseye Satellitenbilder Dateien

Bedienung & Menü – Garmin GPSMAP 65s Test & Erfahrungen

Das nach IPX7 wasserdichte GPSMAP 65s ist ein handschuhfreundliches Tastengerät par excellence. Fahrradfahrer können sich über einen weiteren Vorteil freuen: Dank "oben liegender" Tasten lässt sich das 65er auch am Fahrradlenker bestens bedienen.

Die oben liegende Tastatur und die abstehende Helix-Antenne führen zu einem relativ großen Gehäuse. Ein Gerät für die Jackentasche ist das 65s nicht unbedingt. Beim Wandern wird es am besten mit dem zum Lieferumfang gehörigen Karabinerclip am Rucksackträger befestigt, zum Fahrradfahren gibt es eine Halterung als Zubehör**  (ca. 15.-€).

Das Menü mit all seinen Funktionen benötigt zweifellos eine gewisse Einarbeitungszeit. Die unterschiedlich konfigurierbaren Aktivitäten (Freizeit, Geocaching, …) tragen aber zu einer zielgerichteten und praxisgerechten Bedienung bei.

So kann eine Aktivität "Wandern" anders konfiguriert sein als eine Aktivität "Mountainbike".

Die folgenden Abbildungen zeigen ein Beispiel für ein individuell konfiguriertes Hauptmenü, die Anwendungen sind auf das absolut Nötigste reduziert, weitere wichtige Funktionen sind im Seitenband angeordnet. Die Abbildungen 1 + 2 zeigen das Standardmenü.

GPSMAP 65s - Standardmenü (1)
Standardmenü (1)
GPSMAP 65s - Standardmenü (2)
Standardmenü (2)
GPSMAP 65s - Angepasstes Menü
Angepasstes Menü
GPSMAP 65s - Anwendungen im Seitenband
Anwendungen im Seitenband

TopoActive Karte – 65s Test

Die auf OSM-Daten basierende, vorinstallierte TopoActive-Karte von Europa ist ein sehr guter Einstieg in die Welt der Kartografie. Sie eignet sich besonders gut zum Navigieren mit Tracks. Dazu kommt – im Rahmen von Garmin’s ActveRouting – ihre Fähigkeit zum Auto-Routing (= automatisches Berechnen von Routen entlang des Wegenetzes) sowie eine umfangreiche POI-Sammlung.

Das Suchen nach Adressen ist allerdings auf nur wenige Länder beschränkt (Belgien, Deutschland, Luxemburg, Niederlande, Polen).

Höhenlinien sind nicht vorhanden – Höhendaten für komplett Europa wären ein paar GB an Daten mehr. Sie lassen sich aber für einzelne Länder installieren.

Ein Kaufargument für Garmin GPS-Geräte wie das GPSMAP 65s ist das immense Angebot an zusätzlichen Karten – von kommerziellen Garmin-Karten bis hin zu kostenlosen OSM. Besonders empfehlenswert sind die Garmin Topo Deutschland V9 Pro und die Garmin Alpenvereinskarten – von den vielen super OSM-Karten mal ganz abgesehen.

Funktionen – GPSMAP 65s Test

Das GPSMAP 65s eignet sich für so ziemlich alle Outdoorsaktivitäten wie Fahrradfahren, Geocachen, Paddeln oder Wandern. Dazu stellt es alle Garmin typischen Outdoor-Funktionen bereit.

Einem Track oder einer per Routenplaner gebastelten Route folgen, auf dem Wegenetz der Karte per Active-Routing navigieren, TracBack und Spezialitäten wie z.B. eine Luftlinien-Navigation in Kombination mit Kurs (CDI) einsetzen, Adressen suchen, Koordinaten eingeben, POIs und Wegpunkte verwenden – dazu kommen Höhenmesser- & Barometer-Funktionen, Annäherungsalarme, Verbinden mit Sensoren via ANT+ oder Bluetooth, Datenübertragung von Gerät zu Gerät (z.B. Tracks), diverse Kalender … es ist eigentlich alles an grundlegenden, in der Outdoor-Praxis benötigten Funktionen integriert.

Wünschenswert wäre nur seitens Garmin ein Umsetzen von seit Jahren bestehenden Forderungen wie ein Zurücksetzen des Gesamtkilometerzählers ohne kompletten Reset oder ein individuelles Ändern der Magenta Farbe beim Navigieren!

Komfortfunktionen wie ein Roundtrip-Routing, Connect IQ Erweiterungen, inReach-Kompatibilität oder eine integrierte Taschenlampe mit SOS-Funktion fehlen, dies bietet nur die GPSMAP 66 Serie.

Eine Smartphone-Konnektivität ist auch gegeben, in diesem Zusammenhang gibt es Hinweise auf neue Benachrichtigungen, Live-Track via Connect App und, ganz wichtig, ein Datenaustausch. Über die allerdings rechts komplexe Explore App lassen sich Daten wie Routen, Tracks und Wegpunkte mit dem Smartphone bzw. dem Explore Portal austauschen.

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Fazit & Bewertung – Garmin GPSMAP 65s Test

In aller Kürze: Es gibt fast keinen Grund mehr ein Handgerät wie das GPSMAP 64sx zu kaufen. Für 50.-€ mehr gibt es nicht nur die praktische Garmin TopoActive Karte, vor allem aber den derzeit besten GNSS-Empfänger.

Das GPSMAP 65s macht der klassischen GPSMAP Reihe alle Ehre und ist auch in der Neuauflage ein Arbeitspferd für alle nur erdenklichen Outdoor-Aktivitäten.

Tipp – eine Vergleichstabelle (66s/66st vs. 66sr vs 65s. vs. 64sx) mit den wichtigsten Funktionen enthält die GPSMAP Kaufberatung.

Pro – GPSMAP 65s

  • Schneller & extrem akkurater GNSS-Empfänger
  • Tastenbedienung
  • Funktionsumfang für alle Outdoor-Aktivitäten
  • Vorinstallierte TopoActive Karte
  • Riesiges Angebot an weiteren Karten
  • Datenaustausch mit Smartphone

Contra – GPSMAP 65s

  • Kein USB-C
  • Kleines & gering auflösendes Display

Bewertung

  • GPS: 100%
  • Tempo: 80%
  • Akku: 100%
  • Display: 80%
  • Bedienung: 80%
  • Navigation: 80%
  • Ausstattung: 80%
  • Karten: 100%
  • Gesamt: 80%

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