Tests - ausführlich, praxisorientiert, authentisch!

Garmin Edge 1040 Test - ALLES WAS SIE WISSEN MÜSSEN!

Beim Testen zählen nur Kilometer und Höhenmeter!

Letztes Update: 5. November 2022

Garmin Edge 1040 und Garmin Edge 1040 Solar – die beiden neuen Spitzenmodelle für ambitionierte Radsportlerinnen und Radsportler – aber auch zum Tourenradfahren! In dem aktuellen Test schaue ich mir einen Edge 1040 Solar näher an! Dazu durfte das Edge 1040 zahlreiche Kilometer und Höhenmeter auf Schotterstraßen und Trails zurücklegen!

Garmin Edge 1040 vs. Garmin Edge 1040 Solar

Das Edge 1040 Solar bietet zusätzlich:

  • Solarpanel und längere Akkulaufzeiten
  • 64 GB interner Speicher (vs. 32 GB)
  • Weltweite Karten (vs. Europa)
  • Größerer Lieferumfang
    • + Schwarze Silikonhülle (separat: €19,99 UVP)
    • + MTB-Halterung (separat: €39,99 UVP)

Dazu kommt eine andere Farbgebung, das 1040 hat einen weißen Rand.

Unter Berücksichtigung des größeren Lieferumfangs relativiert sich der Aufpreis von €150.- gegenüber dem Edge 1040. €749,99 für das 1040 Solar sind aber trotzdem eine Menge Geld.

Garmin Edge 1040 Solar Test - Stamina Trainingsseite
Garmin Edge 1040 Solar Test – Stamina Trainingsseite – Das Solarpanel ober-/unterhalb vom Display ist gut zu erkennen

Garmin Edge 1040 Test – Einrichten, Bedienung, Menü

Wenn Sie von einem anderen Edge* upgraden sollten ist die initiale Einrichtung via Connect App schnell erledigt: So werden die individuell konfigurierten Profile und verbundenen Sensoren übernommen.

*kompatibel: 520, 520 Plus, 530, 820, 830, 1000, 1030

Zudem erlaubt es die Connect App nahezu alle Einstellungen vorzunehmen. Da zeigt sich gleich ein großer Vorteil gegenüber Mitbewerbern wie Hammerhead und Wahoo: Die Konfiguration kann auf dem Smartphone und auf dem Edge erfolgen, bei Hammerhead dagegen nur auf dem Gerät, bei Wahoo hauptsächlich in der App.

Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger (in die Garmin Welt) haben aber mit Sicherheit zu kämpfen: Aufgrund des riesigen Funktionsumfangs und des nicht minder komplexen Menüs dürfte es am Anfang so manchen Frust geben – aber um so schöner ist es wenn diese Hürde genommen ist 🙂

Die Benutzeroberfläche des 1040 hat Garmin gegenüber dem Edge 1030 Plus an vielen Stellen überarbeitet und hier und da mit pfiffigen Details angereichert.

Richtig gut finde ich die neue gestaltete Startseite, über die sich ein Profil (Mountainbike, Gravelbike, Indoor …) auswählen lässt, die zuletzt gemachte Tour oder eine neu importierte Strecke angezeigt wird und auf der Zugriff auf informative Übersichten bzw. wichtige Funktionen besteht (Abbildungen). Die Übersichtsfelder lassen sich zudem individuell anordnen bzw. de-/aktivieren.

Wie gehabt öffnet ein Streichen über das Display von oben nach unten diverse Widgets. Ein Tray-Icon unten auf der Kartenseite und der Power Guide Seite ermöglicht den Zugriff auf weitere Optionen.

Nach mehreren tausend Kilometern mit dem 1040 muss ich festhalten: Das gesamte Bedienkonzept gehört komplett überarbeitet. So nerven das Schnellzugriffs-Menü-Overlay (z.B. beim Zugriff auf das Tray-Icon für wichtige Karteneinstellungen), die vielen Meldungen und Screens sowie diverse in der Praxis fragwürdige Funktionen (z.B. stört das Auto-Pause Symbol beim Checken der Karte). Dazu kommt das komplexe Menü mit seinen vielen Ebenen. Vielleicht hat das Edge 1040 inzwischen einfach zu viele Funktionen an Bord?

Startseite - Nach unten geht's zu den Widgets
Startseite – Nach unten geht’s zu den Übersichten
... die sich jeweils antippen lassen ...
… die sich jeweils antippen lassen
... alle wichtigen Infos ...
… wichtige Infos liefern
... noch mehr Infos ...
... noch mehr Infos ...
… bis zur Positionssuche
Wichtiges Menü per Hamburger-Symbol
… das Hamburger-Symbol öffnet ein Menü
Auf der Kartenseite gibt's unten ein Symbol zum Öffnen dieses Overlays
Tray-Symbol zum Anzeigen weiterer Optionen
Wie gehabt, öffnen durch ein Streichen von oben nach unten
Widgets durch ein Streichen von oben nach unten öffnen

Das Edge 1040 wird primär per Touchscreen bedient. Drei Tasten unterstützen dabei (Ein- / Ausschalten / Ruhezustand / Display sperren, Lap-Taste, Timer-Taste). Der Touchscreen reagiert sensibel, mit langen Bikehandschuhen funktioniert die Bedienung nicht ganz so gut. Garmin hat leider die Option zum Einstellen der Touchscreen-Empfindlichkeit rausgenommen. Beim Edge 1030 Plus macht sich ein Erhöhen beim Tragen von langen Handschuhen positiv bemerkbar.

Die vielen kleinen Änderungen gegenüber dem Edge 1030 Plus zeigen sich auch bei ClimbPro – die Abschnitte von Steigungen werden jetzt wesentlich differenzierter dargestellt, zudem ist die Übersicht zu allen Anstiegen entlang einer Strecke richtig gut gemacht.

Dies zeigt sich auch auf anderen Trainingsseiten wie dem Power Guide oder einem Strava- oder Garmin-Segment.

ClimbPro - Ein Anstieg im  Detail
ClimbPro – Ein Anstieg im Detail
ClimbPro - Alle Anstiege einer Strecke
ClimbPro – Alle Anstiege einer Strecke
Garmin Edge 1040 - Rückseite
Garmin Edge 1040 – Rückseite – Die fein geriffelte Oberfläche zieht beim Mountain- und Gravelbiken schnell Schmutz an
Edge 1040 Test - MTB-Crash - Der Adapter aus Metall hält, die Halterung bricht
Edge 1040 Test – MTB-Crash – Der Adapter aus Metall hält, die Halterung bricht unten rechts im Einsatz

Garmin Edge 1040 Test – Technik

Gehäuse

Die wichtigste Info lautet: Garmin fertigt den Adapter zum Einsetzen in eine Fahrradhalterung jetzt aus bruchfestem Metall. Geändert ist auch die Befestigung der beim Mountainbiken nicht unwichtigen Handschlaufe, die jetzt nicht mehr durch die Abdeckung des USB-Anschlusses läuft.

Die Optik des 1040 Solar ist klasse, was mir weniger gut gefällt ist das auf der Rückseite fein geriffelte Gehäuse – auf matschigen Trails bleibt allerlei Dreck hängen.

Akku, Solar & Laufzeiten

Garmin macht zu den Akkulaufzeiten folgende Angaben:

Ausführliche Angaben gibt’s in den verlinkten Supportseiten – dort zeigt sich auch welche Parameter die Laufzeiten beeinflussen (z.B. Datenseite oder Karte am Display, verwendetes GNSS, Sensoren, Navigation, Beleuchtung, …). Aufgrund dieser vielen Optionen verzichte ich auf einen Test. Die Zeiten dürften für die Mehrheit der Anwenderinnen und Anwender mehr als ausreichen – und zur Not lässt sich unterwegs via USB-C mittels eines externen Zusatzakkus nachtanken. Alternativ wird gleich ein Garmin Charge Akkupack angesetzt (mein ausführlicher Garmin Charge Test) oder via Edge Power Mount getankt.

Solar-Panel des Edge 1040 Solar

Analog zu anderen GPS-Geräten mit Solar (fenix 7, Instinct 2, Forerunner 955) setzt sich das Solarmodul des Edge 1040 Solar aus zwei Bereichen zusammen: Einem sichtbaren rötlichen Panel ober- bzw. unterhalb des Displays und ein unsichtbares, weniger effektives Panel, das sich analog zur fenix zwischen dem eigentlichen Display und dem Schutzglas befinden dürfte. An die Optik des sichtbaren Panels muss man sich gewöhnen.

Übrigens, das Panel tankt nicht nur während der Fahrt Sonnenlicht, sondern auch im ausgeschalteten Zustand.

Was bringt das Solarpanel in typischen deutschen Gefilden, sprich auf Touren im Mittelgebirge bzw. Gebirge mit einem wechselndem Mix an Wald und freien Flächen? Die folgende Liste zeigt ein paar Daten von diversen Touren (allesamt im Juli bei bestem Wetter mit strahlender Sonne). Die Angaben zu dem gewonnenen Akkunutzen stammen von der Solar-Trainingsseite (Abbildung), finden sich aber auch im Protokoll des Edge bzw. in Garmin Connect. Das Edge ist dabei immer mit dauerhafter 100% Displaybeleuchtung und einer Verbindung zu diversen Sensoren unterwegs gewesen.

  • Dauer 3 Std. (später Nachmittag): + 6 Min
  • Dauer 3 Std. 30 Min. (früher Vormittag): + 1 Min
  • Dauer 2 Std. 45 Min. (tagsüber): + 8 Min
  • Dauer 4 Std. (über Mittag): + 23 Min
  • Dauer 3 Std. 35 Min. (tagsüber): + 10 Min.
  • Dauer 3 Std. 40 Min. (später Nachmittag): + 4 Min.
  • Dauer 6 Std. (mittags bis abends): + 21 Min.

Nach dem 2022er Sommer mit extrem viel Sonne lässt sich festhalten:

Bei uns bringt das Solarpanel nur wenigen Nutzerinnen und Nutzern wirklich etwas. Zumal die Akkulaufzeiten auch ohne Solar schon sehr gut sind – und die meisten Beine eh nicht so lange durchhalten wie das Edge 1040 🙂

Solar Trainingsseite
Solar Trainingsseite

Display

Das Display punktet auf jeden Fall in einer Hinsicht: Es ist groß. Ein 3,5 Zoll Display – was viele Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer lieben – gibt’s ansonsten nur bei wenigen Fahrradcomputern wie dem Hammerhead Karoo 2, dem Mio Cyclo Discover Connect oder bei Bryton.

Wie bei allen anderen Edge-Modellen ist ein transflektives Display verbaut, das bei direkter Sonneneinstrahlung zur Hochform aufläuft. Dann ist es sagenhaft gut ablesbar. Im dichten Wald, bei einem steten Wechsel von Schatten und etwas Sonne, im Körperschatten oder sehr tief stehender Sonne sieht’s allerdings anders aus. Dann ist das Display – insbesondere im Zusammenspiel mit einer getönten Fahrradbrille – vielfach zu dunkel. Zumal ein Spiegeln zusätzlich stören kann. Unter diesen Bedingungen reicht eine Beleuchtung im Modus "Automatische Helligkeit" nicht aus, gleiches gilt für eine Helligkeitseinstellung von 70%. Deshalb ist bei mir die Leuchtpower dauerhaft am Anschlag – zumindest beim flotten Mountainbiken oder Graveln, wenn ein schneller Blick aufs Display stets gewährleistet sein muss. Dann leidet allerdings die Akkulaufzeit – und zwar nicht wenig.

Und wie sieht es in einem Vergleich zu einem Edge 1030 Plus aus?

Das Display des getesteten Edge 1040 Solar erscheint im direkten Vergleich zu einem Edge 1030 Plus minimal dunkler. In der Praxis gibt’s aber keinerlei Unterschiede – beide Displays sind identisch gut (bzw. schlecht) ablesbar. Gleiches dürfte für einen direkten Vergleich 1040 Solar vs. 1040 gelten.

Und im Vergleich zum Hammerhead Karoo 2?

Um es kurz zu machen: Das Display vom Edge ist für Sonnenhungrige, das Display vom Karoo 2 erweist sich als der bessere Allrounder. Dahinter steckt nun einmal eine jeweils komplett andere Displaytechnologie*.

*Nach meinen Messungen kommen das 1040 Solar und das Edge 1030 Plus bei 100% Helligkeit und ohne jegliche Sonneneinstrahlung auf eine Leuchtdichte von ca. 47, 5 bzw. 48 Nits (cd/m²), bei 70% Helligkeit auf ca. 20 bzw. 22 Nits. Das Karoo 2 liefert dagegen 456 bzw. 397 Nits.

GPS

Beim GPS-Empfänger* setzt Garmin auf modernste Technologie: Es werden die Signale von mehreren GNSS verwendet, dazu kommt der Empfang auf mehreren Frequenzbändern.

*eigentlich müsst es GNSS-Empfänger lauten, Stichwort "Tempo Taschentücher"

Dies führt – analog zur fenix 7 bzw. epix 2 – zu sagenhaft genauen und konsistenten Aktivitätsaufzeichnungen. Details erspare ich mir an dieser Stelle, denn dazu gibt’s einen separaten Garmin Edge 1040 Test mit vielen Beispielen (Garmin Edge 1040 GPS-Genauigkeit im Test).

Die Super-Genauigkeit hat natürlich ihren Preis: Die Akkulaufzeit leidet mit jeder Genauigkeitsstufe. "Multi-GNSS" reicht meines Erachtens unter schwierigen Empfangsbedingungen vollkommen aus, "GPS" eignet sich für weniger herausforderndes Gelände.

Bei der fenix 7 und epix 2 hat Garmin inzwischen die sogenannte SatIQ Satellitenintelligenz eingeführt, die Anwenderinnen und Anwendern die Entscheidung für ein System abnimmt. Da sich SatIQ in der Praxis bewährt bleibt nur zu hoffen, dass diese Option früher oder später auch auf dem 1040 Einzug hält.

Garmin Edge 1040 GPS-Einstellungen
Garmin Edge 1040 GPS-Einstellungen

Geschwindigkeit

Hat sich beim Thema "Geschwindigkeit" etwas gegenüber dem Vorgänger Edge 1030 Plus getan?

Ein Vergleich bei ein paar Funktionen:

  • RoundTrip-Routing: Das Edge 1040 berechnet zügig drei 40 km Routen, während sich das 1030 Plus tot rechnet …
  • Streckenberechnung: Beim Edge 1030 Plus hat Garmin ein Caching-System eingeführt, das eine Strecke beim ersten Aufrufen berechnet und speichert. Beim 2ten Aufruf läuft das Berechnen dann schneller ab. Beim 1040 erfolgt das Zwischenspeichern dagegen automatisch ohne vorherigen Aufruf. Aber auch ohne dieses Zwischenspeichern erfolgt das Kalkulieren beim 1040 deutlich schneller.
  • Zoomen und Verschieben der Garmin Fahrradkarte: Da sind praktisch keine Unterschiede zu sehen.
  • Benutzeroberfläche: Beim Aufrufen von Funktionen etc. herrscht Gleichstand.

Ein Geschwindigkeitsproblem hat das 1040 allerdings: Selbst mit der neuesten Firmware (Stand 11/2022) reagiert das Gerät zeitweise überhaupt nicht mehr, da gilt es oftmals genervt zu warten. Dies tritt insbesondere beim Re-Routing, also dem Abweichen von einer Strecke, auf.

Sensoren

Das Edge 1040 ist nach wie vor ein Wunder an Konnektivität. Ob Herzfrequenzsensor, Trittfrequenzsenor, Leistungsmesser, smarter Trainer, Smartphone, Radarsystem – per ANT+, ANT+ FE-C und Bluetooth lässt sich eigentlich alles koppeln was von Bedeutung ist.

In diesem Zusammenhang gibt’s eine interessante neue Funktion. Nach dem Speichern einer Aktivität werden in der Zusammenfassung nicht nur die verwendeten Sensoren, sondern auch ihr Akkuladestand angezeigt – inklusive zu Sensoren von Drittanbietern.

Dazu noch folgendes:

  • Für einige neue Funktionen wie dem Power Guide wird ein kostspieliger Leistungsmesser benötigt, z.B. ein Garmin Rally Pedal. Falls so ein Pedal (oder ein anderes System) nicht bereits vorhanden ist treibt dies die gesamten Anschaffungskosten hoch.
  • Stamina, Segmente, Power Guide, Karte, Daten … um schnell und sicher zwischen den vielen Seiten wechseln zu können empfehle ich unbedingt eine Garmin Edge Fernbedienung (#ad) einzusetzen oder Di2 Tasten einzusetzen!
  • Sensoren lassen sich nicht einzelnen Aktivitätsprofilen zuweisen (eine Funktion die es mittlerweile bei Hammerhead gibt).
Sensoren in der Zusammenfassung einer Aktivität
Sensoren in der Zusammenfassung einer Aktivität

Garmin Edge 1040 Test – Speicher & Karten

Garmin verbaut beim 1040 32 GB Speicher, beim 1040 Solar sogar 64 GB (angezeigt: 62,3 GB; frei: 27,7 GB). Zusätzliche Speicherkarten lassen sich nicht einlegen.

Die Kapazität reicht mehr als aus, beim 1040 sind die 64 GB es fast schon zu viel des Guten. Und wer mehr brauchen sollte kann über Garmin Express durch ein Deinstallieren von Karten – z.B. von Amerika, Australien und Neuseeland – weiteren Platz freischaufeln.

Aber auch von Europa. So lässt sich die Karte von Gesamt-Europa gegen eine von Zentral-Europa austauschen (was allerdings nicht möglich ist: nur Central + West zu installieren, in diesem Fall wird Gesamt-Europa benötigt). Nach dieser Prozedur stehen auf dem 1040 Solar mehr als 50 GB zur freien Verfügung.

Das Installieren von Karten erfolgt ausschließlich über Garmin Express. Andere Hersteller sind in dieser Hinsicht besser aufgestellt und ermöglichen ein Installieren bzw. Updaten per Wi-Fi. Selbst einige Garmin Wearables bieten einen Kartendownload per Wi-Fi.

Installieren und Deinstallieren von Karten in Garmin Express
Installieren und Deinstallieren von Karten in Garmin Express (Edge 1040 Solar)

Die vorinstallierte, auf OSM-Daten basierende Fahrradkarte von Garmin reicht für Touren in heimischen Regionen vollkommen aus, zumal sie sich mit einer "Popularity Karte" mit Infos zu häufig gefahrenen Straßen und Wegen kombinieren und in unterschiedlichen Designs darstellen lässt (Abbildungen).

Kartendesign Classic
Kartendesign Classic
Kartendesign Hoher Kontrast
Kartendesign Hoher Kontrast
Kartendesign Mountain Biking
Kartendesign Mountain Biking

Hier bleibt auf den ersten Blick vieles beim Alten – sprich wie beim Vorgänger Edge 1030 Plus bzw. anderen Edge Fahrradcomputern.

Zum Folgen einer Strecke stehen diverse Optionen zur Verfügung (z.B. mit / ohne Abbiegehinweisen). Funktioniert gut, beim intensiven Ausprobieren zeigt sich aber schnell, dass Garmin gegenüber anderen Edge Modellen im Detail manches geändert hat.

Die Re-Routing Funktion beim Abweichen von einer Strecke sind gegenüber dem Edge 1030 Plus verbessert worden. Meines Erachtens ist die Funktion aber zu komplex – in den Einstellungen für die Streckenneuberechnungen stehen vier Optionen zur Auswahl!

Nur eines finde ich schade. Garmin bei der Edge-Neuauflage verpasst, langjährige Community-Wünsche umzusetzen. Damit ließe sich das Navigationserlebnis noch einmal steigern. Beispiele für die Kartenseite: Deaktivieren des Symbols für den Virtual Partner, Ändern von Farbe und Strichstärke einer Strecke und ein Vergrößern des Positionssymbols (beim flotten Biken entlang von Trails ist die eigene Position nur schwer zu erkennen).

Neben der prima Streckennavigation, Zurück zum Start, Trailforks MTB-Trail Integration & RoundTrip-Routing stehen alle üblichen Methoden wie z.B. ein Suchen über die Karte oder nach POIs, das Eingeben von Koordinaten und Adressen zur Verfügung. Umlaute lassen sich über die Tastatur eingeben – mit einem Trick, der hier aber nicht verraten wird 🙂

Die Installation eigener POIs in Form von GPI-Dateien wird derzeit nicht unterstützt.

Selbst beim Routenplaner hat Garmin Hand angelegt: Eine neu gebastelte Route lässt sich gleich als Strecke speichern.

Noch zu erwähnen ist Up Ahead zum Anzeigen von wichtigen Punkten entlang einer Strecke beispielsweise zu Verpflegungsstationen oder Wasserstellen. Dies erfordert aber eine Vorbereitung, da die Streckenpunkte in Connect manuell hinzugefügt werden müssen.

Wer häufiger im Dunkeln unterwegs ist wird schnell feststellen: Die Kartenseite dunkelt entgegen anderen Trainingsseiten nicht ab und blendet. Ein Feature das es bei alten Edge-Modellen noch gab.

Garmin Edge 1040 solar Test - Folgen einer Strecke
Garmin Edge 1040 Solar Test – Folgen einer Strecke

Noch ein paar Worte zum Importieren von Strecken auf das Edge 1040! Von einem manuellen Import via PC & USB-Kabel mal abgesehen ist die Garmin Connect App Dreh- und Angelpunkt. Das Übertragen von Strecken aus der App auf das Edge funktioniert zuverlässig. Die Connect App hat aber einen Nachteil: Das Smartphone muss online sein und über eine schnelle Mobilfunkverbindung verfügen. Deshalb sollten Touren mit ausreichend Vorlaufzeit geplant und frühzeitig übertragen werden!

Und wie kommen die Strecken in die Connect App? Bei mir hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

  • Planen einer Tour am PC mit BRouter, dem meines Erachtens besten Online-Routenplaner!
  • Export aus BRouter als GPX-Datei.
  • Import der GPX-Datei in die Garmin Connect Webseite (zum Hinzufügen von Streckenpunkten für die Up Ahead Funktion) oder
  • Import der GPX-Datei in die Komoot Webseite (die Tour wird dann per Schnittstelle automatisch zu Garmin Connect übertragen).
  • Übertragen der Tour aus der Connect App auf das Edge 1040.

Der Workflow mag im ersten Moment komplex erscheinen – ist es mit etwas Übung aber nicht!

Die Garmin Edge Fahrradcomputer sind leider nicht zur Garmin Explore App kompatibel. Garmin Explore hat schließlich einen Vorteil: Die App lässt sich komplett offline nutzen!

Garmin Edge 1040 Test – Training

Zum Trainieren bietet Garmin Funktionen in Hülle und Fülle. Was mir daran besonders gut gefällt ist die über die Jahre zu beobachtende Entwicklung: Sportlerinnen und Sportler bekommen immer mehr Informationen und Hilfestellungen. Allerdings gilt es nach wie vor sich damit näher auseinanderzusetzen. Für eine Umsetzung und echte Leistungssteigerung ist ein generelles Grundwissen zur Trainingslehre nötig.

Beim Edge 1040 hat Garmin das Arsenal noch einmal erweitert. Power Guide, Radfahrvermögen, Streckenanforderrungen und Stamina lauten die wichtigsten Neuerungen.

Power Guide

Hinter einem mit einer Strecke verknüpftem Power Guide steckt – wie Garmin schreibt – eine Leistungstrategie zum Planen einer Anstrengung.

Zunächst gilt es einen Power Guide zu erstellen: Auf der Garmin Connect Webseite, in der Connect App oder direkt auf dem Edge.

Nach dem Auswählen einer Strecke und Eingeben diverser Parameter (Gewicht von Fahrrad und Zubehör, Radfahrposition, Geländetyp) berechnet das System eine Strategie. Durch das Justieren des Anstrengungsgrades (leichter bis schwieriger) lässt sich die Vorgabe noch einmal anpassen. Der Guide besteht dann aus unterschiedlichen Splits (Intervallen) mit entsprechenden Leistungsvorgaben in Watt. Dazu kommt eine erwartete Abschlusszeit.

Zum Verwenden eines Guides wird ein Leistungsmesser benötigt, zudem muss die aktuelle FTP bekannt sein. Die FTP lässt sich per Test bestimmen oder von System automatisch berechnen (was meines Erachtens nicht so gut funktioniert).

Ein Power Guide auf der Connect Webseite
Ein Power Guide auf der Connect Webseite – Die Zahlen auf der Karte markieren die Splits

Nach dieser Prozedur wird die Strecke gestartet und der Power Guide aktiviert – jetzt gilt es nur noch die Leistungsempfehlung in etwa einzuhalten und die Strecke runterzureißen. Falls die Vorgabe zu leicht oder zu schwer ist: Der Leistungsgrad lässt sich unterwegs anpassen.

Auf der Power Guide Seite gibt’s dann eine Vielzahl an Informationen – wobei allerdings nicht jedes Detail klar ist; insbesondere was die Wattzahlen angeht. Garmin liefert bislang allerdings keine genaue Beschreibung (zumindest habe ich keine gefunden).

Der farbige Balken oben zeigt die noch ausstehende Länge des Splits an, die darunter folgenden Wattangaben (3S Leistung, Split) werden beim Überschreiten der Vorgabe (Guide) rot.

Auf flachen Abschnitten ohne ClimbPro Steigung sind eine Karte und statistische Daten zu sehen, deren Bedeutung nicht ganz klar ist. Bei Anstiegen wird ClimbPro angezeigt. Farbige Balken oberhalb der Grafiken visualisieren die benötigte Leistung pro Split.

Unten gibt’s noch zwei konfigurierbare Datenfelder, bei mir sind es die Trittfrequenz und für ein besseres Verständnis die aktuelle Leistung.

In der Summe sind die Power Guides eine interessante Hilfe zum Powern entlang einer Strecke.

Power Guide (1) - Darstellung ohne ClimbPro Anstieg
Power Guide (1) – Darstellung ohne ClimbPro Anstieg
Power Guide (2) - Darstellung mit ClimbPro Anstieg
Power Guide (2) – Darstellung mit ClimbPro Anstieg
Power Guide (3) - Abbiegehinweis & Warnung
Power Guide (3) – Abbiegehinweis & Warnung

Radfahrvermögen

Dieses Feature soll beim Analysieren der eigenen Fähigkeiten helfen. Die Analyse basiert auf dem Trainingsprotokoll über 7 Tage, dem VO2max und Angaben wie zum Körpergewicht.

Demnach bin ich ein Ausdauerspezialist – gleichzeitig werden eigene Schwächen offenbart, z.B. im anaeroben Bereich.

Einstufung des Radfahrvermögens
Einstufung des Radfahrvermögens
Infos zum Radfahrvermögen
Infos zum Radfahrvermögen

Streckenanforderungen

In den Details zu einer Strecke gibt’s unter Streckenanforderung eine Info was einen so erwartet.

Die Abbildungen zeigen zwei Beispiele von sehr unterschiedlichen Strecken (1.800 Höhenmeter / 66 km vs. 500 Höhenmeter / 60 km).

Demnach sind insbesondere aerobe Fähigkeiten gefragt. Die kleinen schwarzen Balken symbolisieren die Anforderungen, die farbigen Balken das eigene Vermögen (und damit die Schwächen und Stärken).

Streckenanforderung (1)
Streckenanforderung (1) – Strecke: 66 km, 1.770 Höhenmter
Streckenanforderung (2)
Streckenanforderung (2) – Strecke: 60 km, 500 Höhenmeter

Stamina

Eine spannende Funktion, die zum aktuellen "Energievorrat" informiert und diese Angaben während einer Tour laufend anpasst. Garmin beschreibt Stamina auch als eine auf aktuellen Messwerten und der Aktivitätshistorie beruhenden Echtzeit-Ausdauer-Überwachung.

In der Summe habe ich mit den Angaben gute Erfahrungen gemacht. Gegen Ende kann es aber vorkommen, dass nicht mehr genügend Saft vorhanden sein soll (dritte Abbildung). In diesem konkreten Fall war aber trotzdem ein lockeres Powern bis zum Ende möglich. Die andere Seite gibt es aber auch. So zeigt Stamina noch genügend Reserven an, die Beine brennen aber und sind schwer.

Stamina (1) - Zu Beginn einer Tour
Stamina (1) – Zu Beginn einer Tour
Stamina (2) - Während der Tour
Stamina (2) – Während der Tour
Stamina (3)
Stamina (3) – Kurz vor Ende der Tour

Garmin Edge 1040 – Zubehör

Ein Thema bei dem eigentlich nicht viele Worte nötig sind: Dank des riesigen Angebots seitens Garmin und zahlloser Drittanbieter besteht kein Mangel an Zubehör. Halterungen, Schutzhüllen, Sensoren, Radar-Systeme – um nur ein paar zu nennen. Gleiches gilt für Karten, neben den kommerziellen Karten von Garmin sind die vielen kostenlos verfügbaren OSM-Karten erwähnenswert.

Für lange Touren und zum E-Biken gibt’s mit dem Edge Power Mount eine äußerst interessante Halterung. Das Power Mount wird per Kabel an E-Bikes mit Shimano Steps bzw. Bosch E-Bike-System Gen. 2 Antrieben angeschlossen – der Strom für den Edge kommt dann vom Akku des E-Bikes. Alternativ erfolgt die Verbindung über ein USB-A Kabel, sodass ein Anschliessen z.B. an externe Powerakkus möglich ist. Das Power Mount kostet allerdings knackige €129,99, für ein Anschlusskabel sind noch einmal €49,99 hinzulegen.

Garmin Edge 1040 Bundle, GPS, EU*
  • Spezifische Aktivität: Bikebergsteigen, MTB-Trail, Rennrad, Gravel, MTB-CrossCountry

* Anzeige - Aktualisiert: 25.11.2022 / Der Preis kann gestiegen sein / Affiliate Links / Bilder: ©Amazon / Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen / Haftungsausschluss

Garmin Edge 1040 Test – Fazit

Mein Garmin Edge 1040 Solar Test über mehrere tausend Kilometer zeigt: Mit der neuen Generation setzt Garmin bei Technik und Funktionen wieder einmal Maßstäbe! Highlights wie das superpräzise GPS, die überzeugenden Akkulaufzeiten und die ausgefuchsten Trainingsfunktionen gibt’s en masse, dazu kommen zahlreiche bewährte Standardfunktionen.

Nach einem halben Jahr im Dauereinsatz zeigen sich allerdings nicht wenige Schwächen: Die Software ist nicht ausgereift, das Gerät reagiert oftmals nur sehr zögerlich, das Display ist teils nur schwer ablesbar, die Bedienung ist unnötig komplex.

Eine entscheidende Frage lautet: Soll ich mir einen Edge 1040 (UVP: €599,99) oder einen Edge 1040 Solar (UVP: €749,99) kaufen? Oder sogar noch einen Edge 1030 Plus?

Wenn Geld ohne Bedeutung ist oder die neuen Features benötigt werden JA, ansonsten gilt es abzuwägen: Meines Erachtens reicht ein Edge 1030 Plus – dessen Straßenpreis deutlich unter €500.- liegt – für viele Radsportlerinnen und Radsportler vollkommen aus.

Allerdings gibt’s komplett neue Funktionen – die Garmin erfahrungsgemäß über Software-Updates nachschiebt – nur noch für die 1040er Generation. Insofern ist ein Edge 1040 bzw. ein Edge 1040 Solar als ein zukunftsorientiertes Investment anzusehen.

Mit oder ohne Solar? Wenn das letzte Quentchen an Akkulaufzeit eine Rolle spielt und lange Touren in sonnigen Gefilden mit wenig Wald durchgeführt werden ist das 1040 Solar durchaus die bessere Wahl. Zumal der Lieferumfang umfangreicher ausfällt und sich der Aufpreis von €150.- bei einer realistischen Einsatzdauer von vier bis fünf Jahren relativiert.

Zum Edge 1040 bei Radsport ROSE (#ad)

Edge 1040 – Pro

  • Schnelles & präzises GNSS
  • Top Akkulaufzeiten
  • Großes Display
  • Immenser Funktionsumfang
  • Umfangreiche Konnektivität
  • Viel Zubehör & großes Kartenangebot

Edge 1040 – Contra

  • Komplexes Menü
  • Gesamtes Bedienungskonzept
  • Ablesbarkeit des Displays bei best. Lichtbedingungen
  • Nicht ausgereifte Software

Edge 1040 – Bewertung

  • GPS: 100%
  • Tempo: 80%
  • Batterie: 100%
  • Display: 80%
  • Handhabung: 60%
  • Navigation: 100%
  • Funktionen: 100%
  • Karten: 100%
  • Gesamt: 90%
* #ad: Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalte ich eine Provision, mit der Sie diese Webseite unterstützen (für Sie entstehen keine Mehrkosten).

Schreibe einen Kommentar

2 Gedanken zu „Garmin Edge 1040 Test – ALLES WAS SIE WISSEN MÜSSEN!“

  1. Vielen Dank für diesen umfassenden Test und Deine grandiosen Bemühungen!

    Allerdings frage ich mich, weshalb Du das Gerät denn mit deutscher Spracheinstellung nutzt. Die Übersetzungen wirken oftmals sehr irreführend. 🙂

    Antworten
    • Danke! Wenn ich englisch benutzen würde dürften sich ein paar Leser beschweren … außerdem brauche ich deutsch für mein neues 1040 Handbuch.

      Grüße

      Antworten
error: Der Inhalt ist geschützt!