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Sigma ROX 11.1 EVO Test – Ein kleiner & feiner GPS-Fahrradcomputer

Die SIGMA-ELEKTRO GmbH aus Neustadt an der Weinstraße hat mit dem ROX 11.1 EVO einen kleinen und funktionsstarken GPS-Fahrradcomputer im Programm, den ich mir in diesem Test näher anschaue!

Das ROX 11.1 ist – von der Funktionsvielfalt mal abgesehen – insbesondere unter einem Aspekt interessant: dem Verkaufspreis!

Die ROX 11.1 Basisversion kommt auf eine UVP von €169,99, der aktuelle Straßenpreis beträgt gerade einmal €110.-!

Wie sieht es in dieser Preisklasse bei den Mitbewerbern aus?

  • Wahoo hat da nichts zu bieten, das Produktportfolio startet mit dem ELEMNT BOLT 2 (UVP: €299,99, Straßenpreis ca. €260.-).
  • Garmin steht mit dem Edge 130 Plus schon besser da (UVP: ab 199,99, Straßenpreis ca. €150.-). Das 130 Plus dürfte zudem der stärkste ROX 11.1 Konkurrent sein.
  • Weitere Fahrradcomputer in der Preisklasse der ROX 11.1 kommen von Bryton (z.B. das Rider 420E, Straßenpreis ab €100.-) und Mio (z.B. das Cyclo 210, Straßenpreis ca. €130.-).

(alle Preise Stand 01/2022)

Das ROX 11.1 hat es trotz dieses "Schnäppchenpreises" in sich. Von einer Karte als Navigationsgrundlage mal abgesehen ist das ROX 11.1 ein Funktionswunder. Ob E-Bike Kompatibilität, ANT+ FE-C Trainer Unterstützung, Bluetooth & ANT+ Konnektivität, barometrischer Höhenmesser, Tracknavigation, Komoot Integration … das ROX 11.1 eignet sich aus meiner Sicht gleichermaßen zum Rennradfahren, Mountainbiken, Gravelbiken oder Tourenradfahren – mit oder ohne Strom!

Hinweis!

Diesem Artikel liegen – jahreszeitlich bedingt – noch nicht so viele Kilometer und Höhenmeter zu Grunde wie ich es eigentlich für nötig halte. Deshalb werde ich diesen Artikel sukzessive erweitern und spätestens zum Start der Bikesaison im Frühling 2022 fertigstellen.

Sigma ROX 11.1 EVO Test
Sigma ROX 11.1 EVO Test
Sigma ROX 11.1 und ROX 4.0
Sigma ROX 11.1 und ROX 4.0

Sigma ROX 11.1 EVO Test – Lieferumfang & Befestigung

Das ROX 11.1 gibt’s in unterschiedlichen Bundles. In diesem Test schaue ich mir das Sensoren-Set näher an (UVP: 249,95 €; Straßenpreis ca. €175.-).

Lieferumfang:

  • ROX 11.1 EVO
  • Short Butler Fahrradhalterung mit zwei Distanzstücken (bis 35 mm Lenkerdurchmesser)
  • Herzfrequenzbrustgurt (*)
  • Geschwindigkeitssensor mit je zwei Befestigungsgummis (*)
  • Trittfrequenzsensor mit je zwei Befestigungsgummis (*)
  • USB-Kabel
  • Schnellstartanleitung

(*) Alle Sensoren verfügen über ANT+ und Bluetooth!

Mit diesem Set bekommen Biker*innen eigentlich alles was benötigt wird – für drinnen und draußen.

Besonders gut gefällt mir die sogar an fette 35 mm Lenker passende Short Butler Halterung. Das ROX wird mit einer Vierteldrehung eingesetzt und sitzt stabil. Zum Mountainbiken würde ich aber trotzdem eine zusätzlich Sicherungsschlaufe anzubringen. Am Gehäuse des ROX gibt’s dazu eine kleine Öse. Davon abgesehen: Das ROX Befestigungssystem ist Garmin kompatibel. Damit steht eine nahezu unendliche Auswahl an Halterungen zur Verfügung.

Der Geschwindigkeits- und der Trittfrequenzsensor – beide sind magnetlos und schön klein – lassen sich analog zu den Garmin Sensoren v2 ruckzuck mittels Gummiringen montieren und sind bei mir derzeit an einem Tacx Boost Indoor-Trainer im Einsatz.

Größenvergleich - Garmin Edge 130 vs. Sigma ROX 11.1 vs. Sigma ROX 4.0
Größenvergleich – Garmin Edge 130 vs. Sigma ROX 11.1 vs. Sigma ROX 4.0

Sigma ROX 11.1 EVO Test – Technik

Das 55 g leichte ROX 11.1 ist klein – und sogar kleiner als das bereits von mir getestete ROX 4.0! Die Verarbeitung des nach IP67 wasser- und staubdichten ROX 11.1 macht einen guten Eindruck, die Option die Abdeckung der USB-C Buchse bei Bedarf auswechseln zu können erscheint kundenfreundlich.

Konnektivität

ANT+, ANT+ FE-C und Bluetooth – darüber lässt sich wirklich alles verbinden! Im Test habe ich die Konnektivität bislang mit diversen Herzfrequenzsensoren, den mitgelieferten Sensoren, einem smarten Tacx Indoor-Trainer, einem Garmin Rally Leistungsmesser, einem Androiden und einem Specialized E-Bike ausprobiert – funktioniert auf Anhieb und erweist sich als zuverlässig, z.B. nach dem erneuten Einschalten des ROX. Auf diese Weise lässt sich ein Pool an unterschiedlichen Sensoren einrichten (bei dualen Sensoren lässt sich das Protokoll nicht steuern, manche werden per ANT+, manche per Bluetooth verbunden). Zum trendigen Thema E-Bike, in dieser Hinsicht ist Sigma absolut vorbildlich (Übersicht).

Super ist auch, dass ein direktes Verbinden mit dem PC via USB möglich ist. So besteht jederzeit Zugriff auf die gespeicherten Aktivitäten.

Mein größter Wunsch an Sigma: Eine Fernbedienung zum Durchführen von Seitenwechseln ist meines Erachtens ein ganz wichtiges Zubehörteil – die Hand kann am Lenker bleiben, die Sicherheit wird erhöht! Vielleicht kann sich Sigma z.B. mit o_synce zusammentun und eine "ANT+ remote" Bedienung integrieren. Von Neustadt nach Heidelberg ist es ja nicht weit 🙂

Display

Das 1,77 Zoll Display mag auf den ersten Blick klein erscheinen, bei meinen Touren hat’s aber vollkommen ausgereicht – die Fläche reicht aus um z.B. die Trackübersicht und zwei Datenfelder anzuzeigen. Die Ablesbarkeit ist super, bei einer tief am Horizont stehenden Wintersonne reicht eine Helligkeitseinstellung in Stufe "4" vollkommen aus. Im Sommer dürfte es ähnlich gut ablesbar sein.

Akku & GPS

Sigma gibt für den 1.000 mAh Akku eine Laufzeit von bis zu 18 Stunden an. Dazu kann ich noch keine echte Aussage machen, es sieht aber vielversprechend aus. Ähnliches gilt für das GPS-System, die Kombination von drei GNSS (GPS, GLONASS, Galileo) verspricht einiges. Erste Trackaufzeichnungen machen einen sehr akkuraten Eindruck.

Für ein möglichst schnelles Finden der Satelliten soll A-GPS (Assisted-GPS) sorgen. Das Übertragen der nötigen Daten erfolgt über die Sigma Ride App. Trotz dieser Unterstützung könnte die Positionsbestimmung aber noch etwas zackiger erfolgen.

Farbig hinterlegte Herzfrequenz-Datenfelder
Farbig hinterlegte Herzfrequenz-Datenfelder
Höhenprofil der letzten zwei Kilometer
Höhenprofil der letzten zwei Kilometer, farbige Datenfelder

Sigma ROX 11.1 EVO Test – Setup & Bedienung

Zum Einstellen gibt’s zwei Optionen: Einerseits auf dem ROX selber, andererseits in der Sigma Ride App. Manche Einstellungen lassen sich nur auf dem ROX vornehmen (z.B. das Hinzufügen und das Verwalten von Sensoren), andere nur in der App (z.B. das Erstellen von Sportprofilen, das Bearbeiten von Trainingsansichten).

In der Summe hat Sigma die ganze Konfiguration super umgesetzt – besonders gut gefällt mir das Definieren der Trainingsansichten. Warum? Auch während einer Tour und bei einer laufender Aufzeichnung lässt sich in der App schnell mal eine Ansicht ändern und der Inhalt eines Datenfeldes austauschen. Das Vornehmen weiterer Einstellungen – wie z.B. das Regeln der Displayhelligkeit – ist dagegen nur möglich, wenn kein Training gestartet ist. Dies gilt es dann im Menü des ROX zu ändern. Apropos Menü, anfangs fand ich es schon gewöhnungsbedürftig … aber wahrscheinlich fehlen da noch ein paar Kilometer bis zum Verinnerlichen.

Die folgenden Abbildungen zeigen das Konfigurieren der Trainingsansichten. Für jedes Sportprofil – z.B. Mountainbike – lassen sich bis zu sechs Seiten einrichten, je nach Nutzung kommen automatisch noch zusätzliche Seiten dazu (z.B. "Komoot" oder "FE-C" für einen Rollentrainer). Beim Definieren der Datenfelder einer Seite gibt’s eine riesige Auswahl, Infos dazu enthält die Funktionsübersicht von Sigma. Besonders fein ist die Möglichkeit, einzelne Datenfelder farbig hinterlegen zu können.

(zum Vergrößern anklicken)

ROX 11.1 EVO in der Sigma Ride App
ROX 11.1 EVO in der Sigma Ride App
Justieren von Trainingsansichten
Justieren von Trainingsansichten
Einrichten einer Trainingsseite
Einrichten einer Trainingsseite
Einzelne Datenfelder lassen sich aus vielen Kategorien wählen
Einzelne Datenfelder lassen sich aus vielen Kategorien wählen

Sigma ROX 11.1 EVO Test – Funktionen

Bei den Funktionen habe ich mich zunächst auf das Navigieren mit Tracks konzentriert. Weiteres – wie zum Beispiel das Zusammenspiel mit einem smarten Trainer – folgt.

Das Navigieren mit einem Track wird auf dem ROX 11.1 gestartet. In dem dazugehörigen Menü lassen sich einzelne Tracks zudem in die Gegenrichtung umdrehen und im Detail betrachten (z.B. ein Höhenprofil).

Nach dem Starten sind auf der Trainingsseite die aktuelle Position, die zurückgelegte Strecke (hellgraue Chevrons) und der Track (schwarze Chevrons) zu sehen. Befindet man sich etwas abseits vom Startpunkt weist eine feine Luftlinie dorthin.

Unterwegs gilt es dem Track zu folgen – Abbiegehinweise in Form von Pfeilen mit Distanzangaben sind nicht vorgesehen! Eine Autozoom-Funktion (nicht abschaltbar) unterstützt beim Abschätzen der Entfernungen zu Abbiegungen. Beim Verlassen eines Tracks – bzw. beim Wiederauffinden – gibt es kurzzeitig rot bzw. grün hinterlegte Hinweise am Bildschirm, unterstützt von Piepstönen. Eine echte Karte kann diese Art der Tracknavigation natürlich nicht ersetzen.

Während einer Tour lässt sich auch ein anderer Track aufrufen, vorausgesetzt er ist bereits auf dem ROX 11.1 EVO gespeichert (bei laufender Aktivität lässt sich kein neuer Track aus der Ride App übertragen, siehe unten).

Sigma ROX 11.1 - Annäherung an den Startpunkt eines Tracks
Sigma ROX 11.1 – Annäherung an den Startpunkt eines Tracks
Sigma ROX 11.1 - Abbiegungen entlang des Tracks
Sigma ROX 11.1 – Abbiegungen entlang des Tracks
Sigma ROX 11.1 - Dem Track folgen
Sigma ROX 11.1 – Dem Track folgen
Sigma ROX 11.1 - Abweichung vom Track
Sigma ROX 11.1 – Abweichung vom Track

Interessant wird’s beim Abweichen von einem Track. Dann zeigt eine feine Linie die kürzeste Entfernung zum Track an.

Falls der Weg zum ursprünglichen Track nicht gefunden wird ist es am einfachsten das Smartphone mit laufender Ride App zu zücken. Dort werden der Track (blau) und die gefahrene Strecke (rot) angezeigt. Mit Hilfe der Karte lässt sich die Tour dann wie geplant fortsetzen (Abbildung rechts, Situation passend zum letzten Foto oben).

Tipp: In der Kartenansicht lassen sich über das Layer-Symbol diverse Kartentypen und Optionen wählen (Höhenlinien, Radwege)!

Alternativ lässt sich mit Komoot navigieren. Dazu gilt es das ROX 11.1 EVO mit der Komoot App auf dem Smartphone zu verbinden (gute Anleitungen sind auf der Webseite von Sigma zu finden). In Komoot wird dann die Navigation entlang einer Tour gestartet, auf dem ROX sind Richtungspfeile und Distanzangaben zu sehen – eine Pfadspur wie beim Navigieren mit einem Track gibt es aber nicht.

Wie kommen die Tracks auf das ROX 11.1 EVO?

Eine Option ist es mit dem Sigma Data Center zu arbeiten (für Windows und Mac) und z.B. eine im Data Center geplante oder eine in das Center importierte Tour per USB-Kabel auf das ROX zu bringen.

Einfacher ist es die Sigma Ride App zu verwenden,

  • die einerseits mit dem Data Center kommuniziert (so landen beispielsweise alle im Data Center geplanten Touren in der App),
  • andererseits den direkten Import einer GPX-Datei (z.B. aus einem beliebigen Cloud-Speicher oder aus dem Smartphone-Dateisystem) erlaubt.

Der Wunschtrack wird dann mit dem ROX 11.1 synchronisiert und anschließend über das ROX Menü zum Navigieren ausgewählt.

Praktisch – Tracks lassen sich auch im Offline-Modus von der App auf das ROX bringen (z.B. ein vom Smartphone in die App importierter Track).

Komoot Nutzer*innen können einen komfortablen Weg gehen und in der Ride App eine Verbindung zu Komoot einrichten. Neu geplante Touren landen dann in der App und lassen sich auf das ROX bringen.

Sigma Ride App - Details zu der aktuellen Tour
Sigma Ride App – Details zur aktuellen Tour (blau = zu folgender Track, rot = gefahrene Strecke)
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Sigma ROX 11.1 Test – Sonst noch etwas?

Bei den ersten Touren bzw. beim Auseinandersetzen mit den Funktionen ist mir noch folgendes aufgefallen:

  • Jäger*innen von Strava Live Segmenten müssen sich bei den Mitbewerbern umschauen, diese Funktion ist nicht vorgesehen.
  • Das ROX 11.1 EVO #ad "arbeitet" mit FIT-Dateien.
  • Aktivitäten werden im 1 s Rhythmus aufgezeichnet.
  • Das Abstrampeln von Workouts ist möglich (diverse FTP, HIIT & Intensive Workouts sind schon vorinstalliert).
  • Der barometrische Höhenmesser lässt sich manuell oder automatisch kalibrieren.
  • Smartphone-Benachrichtigungen bleiben bildschirmfüllend sichtbar und müssen immer weggedrückt werden (ein zusätzliches automatisches Verschwinden nach ein paar Sekunden wäre mir lieber).
  • Es sind bis zu 36 Tracks (dürfte im Zusammenspiel mit der Ride App vollkommen ausreichen) bzw. 36 Workouts auf dem Gerät möglich.
  • Das ROX speichert bis zu 100 Stunden Training.
  • In den Einstellungen des jeweiligen Sportprofils sind diverse Alarmfunktionen vorhanden, z.B. alle 50 km Trinken oder eine Zielzone in Abhängigkeit von der Herzfrequenz.
  • Intensitätszonen und Leistungszonen lassen sich individuell belegen.

Sigma ROX 11.1 EVO – Fazit zum Test

Was soll ich sagen? Auch wenn das ROX 11.1 EVO noch nicht die Trails rauf und runter donnern durfte und noch nicht alle Funktionen im Detail durchgespielt wurden sieht es bereits jetzt so aus, dass Sigma mit dem 11.1 EVO einen Preisknaller im Programm hat.

Zu Straßenpreisen zwischen €110.- für die Basisversion und €170.- für das empfehlenswerte Sensoren-Set halte ich das ROX 11.1 EVO für einen tollen GPS-Fahrradcomputer #ad. Vorausgesetzt man kann sich mit der Tracknavigation ohne Karte arrangieren und benötigt nicht einige Funktionen seines stärksten Konkurrenten, des Garmin Edge 130 Plus (Strava Segmente, ClimbPro, …).

Weiteres folgt …!

Sigma ROX 11.1 EVO – Pro

  • Funktionsumfang
  • Starke Sigma Ride App
  • Umfangreiche Konnektivität
  • E-Bike Daten
  • Sehr gut ablesbares Display
  • Kompakt & leicht
  • Kompatibel zum Garmin Halterungssystem
  • Komoot Integration
  • Preis/Leistung

Sigma ROX 11.1 EVO – Contra

  • Nicht wirklich …
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