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Sigma ROX 4.0 – GPS-Fahrradcomputer im Test

Sigma ROX 4.0 Test – Nicht alle Fahrradfahrer*innen brauchen einen GPS-Fahrradcomputer mit umfangreichen & komplexen Navigations- bzw. Trainingsfunktionen. Vielfach reicht ein "einfacher" GPS basierter Fahrradtacho zum Erfassen, Anzeigen und Speichern wichtiger Daten vollkommen aus. Zumal solche Lösungen deutlich preisgünstiger sind.

Für diese Zielgruppe hat die deutsche Sigma-Elektro GmbH zwei neue GPS-Geräte auf den Markt gebracht: das ROX 2.0 und das ROX 4.0.

In diesem Test schaue ich mir das Sigma ROX 4.0 näher an, einen GPS-Fahrradcomputer den es in unterschiedlichen Bundles gibt (Straßenpreise 08/2021):

  • Als Einzelgerät ab ca. €80.-
  • Zusammen mit einem Herzfrequenzsensor für ca. €120.-
  • Mit Herzfrequenz- / Trittfrequenz- / Geschwindigkeitssensor für ungefähr €180.-

Die Unterschiede zu dem günstigeren ROX 2.0 (ca. €65.-) führt dieser Artikel auf: Sigma – ROX 2.0 – ROX 4.0 – ROX 11.1 EVO (inkl. aller wichtigen technischen Daten).

Sigma ROX 4.0 GPS-Fahrradcomputer
Sigma ROX 4.0 GPS-Fahrradcomputer

Sigma ROX 4.0 Test – Lieferumfang, Zubehör

Das getestete Herzfrequenz-Bundle kommt nicht nur mit einem (arg kurzen) USB-Kabel und einem "klassischen" Herzfrequenz-Brustgurt (mit dualer ANT+ und Bluetooth Konnektivität), sondern auch mit einem superpraktischen Teil – dem "Overclamp Butler" zum Befestigen am Lenker.

Seine Stärken lauten:

  • Kompatibel zu Lenkern mit einem Durchmesser von bis zu 35 mm.
  • Befestigung am Lenker, das ROX 4.0 befindet sich aber mittig über dem Vorbau.
  • Das ROX 4.0 sitzt stabil und sicher in der Halterung.

Dazu kommt: Das Sigma Befestigungssystem ist kompatibel zum Garmin Universum, was die Auswahl an möglichen Halterungen in’s Unermessliche steigert. Davon mal abgesehen, der Preis für einen zweiten Butler geht vollkommen in Ordnung (UVP: €19,95), zudem bietet Sigma noch einen preiswerten "GPS Mount" an.

Sigma ROX 4.0 Bike-Computer im Test
Sigma ROX 4.0 Bike-Computer im Test (per Overclamp Butler befestigt)

Technik des Sigma GPS-Fahrradcomputers

Das kleine und leichte ROX 4.0 verfügt über alle wesentlichen Voraussetzungen für erfolgreiche Touren:

  • Super ablesbares Display (das Kunststoff neigt aber zum Verkratzen)
  • Tolle Akkulaufzeit (25 Stunden sind angegeben, einen Test habe ich mir erspart)
  • ANT+ und Bluetooth zum Verbinden mit Smartphone, Sensoren & E-Bike
  • Kombinierter GPS + GLONASS Empfänger
  • Barometrischer Höhenmesser (Kalibrierung manuell oder automatisch), Temperatursensor, Umgebungslichtsensor
  • USB-C
  • Speicherkapazität von bis zu 100 Stunden (Aufzeichnungsintervall: 1 s)

Sensoren lassen sich wahlweise per ANT+ oder Bluetooth koppeln. Die Verwendung von ANT+ ist generell empfehlenswert da dieses Protokoll energieeffizienter ist. Im Test war es kein Problem das ROX 4.0 mit Herzfrequenz- / Trittfrequenz-/ Geschwindigkeitssensoren unterschiedlicher Anbieter zu koppeln – nach einem Neustart des ROX sind die Verbindungen auch gleich wieder hergestellt.

Die E-Bike Kompatibilität habe ich im Test mit einem Specialized ANT+ LEV Bike ausprobiert. Funktioniert bestens, angezeigt werden Akkukapazität und Unterstützungsstufe (Infos zu allen Systemen und möglichen Funktionen hält Sigma bereit).

Das Smartphone wird per Bluetooth gekoppelt – ein erneutes Verbinden war unter Android hin und wieder nötig (was am Smartphone, dem Bluetooth-Stack, dem ROX, der Ride App liegen kann …).

Aktivitätsaufzeichnungen zeigen hinsichtlich der GNSS-Genauigkeit hier und da mal Abweichungen von bis zu 30 m gegenüber anderen GPS-Geräten – da ist meines Erachtens noch etwas Feinschliff nötig (Abbildung unten). Ebenso kann unter schwierigen Empfangsbedingungen schon einmal die Meldung "GPS Kein Signal!" auftauchen. In der Summe dürfte dies aber für die meisten Anwender*innen ohne Bedeutung sein.

GNSS-Genauigkeit Sigma ROX 4.0
Ausschnitt aus einer Aktivitätsaufzeichnung: Das Referenzgerät Garmin GPSMAP 66sr (schwarz) & das Mio Cyclo Discover Connect (magenta) überlagern sich; das Sigma ROX 4.0 (rot) weicht bis zu 20 m ab.

In diesem Beitrag stehen zahlreiche Aufzeichnungen zum Vergleichen zur Verfügung: GPS-Genauigkeit von Fahrrad-Navis.

Sigma ROX 4.0 Test – Bedienung, Konfiguration

Die Bedienung erfolgt über drei Tasten. Um das Zusammenspiel der Tasten in Verbindung mit dem Menü zu verstehen empfiehlt es sich das informative Online-Handbuch zu konsultieren – so ganz intuitiv ist das Menü nicht. Wenn diese kleine Hürde genommen ist steht einem Einsatz nichts entgegen – bis auf eine Ausnahme. Die große vordere Taste wird schnell mal aus Versehen gedrückt. Folge: Die laufende Aufzeichnung bleibt stehen. Dies wird zwar am Display per Symbol angezeigt, auf einer anspruchsvollen Abfahrt oder einem kniffligen Trail liegt der Blick aber eher einige Meter vor dem Lenker … ein Teil der Tour fehlt dann!

Das Setup ist schnell erledigt, die Sigma Ride App (Android, iOS) unterstützt dabei. In der App lassen sich nicht nur Dienste (Sigma Cloud, Strava, Komoot, TrainingPeaks) anbinden und diverse Einstellungen vornehmen, sondern auch die Trainingsansichten ("Datenseiten") konfigurieren.

Es sind bis zu sechs Trainingsansichten mit jeweils vier Werten pro Seite möglich. Auf jeder Seite ist das große Datenfeld in der Mitte bereits mit der Geschwindigkeit belegt. Diese Vorgabe lässt sich leider nicht ändern, praktischer wäre ein individuelles Konfigurieren auf jeder Seite.

Ein paar Einstellungen sind in der Ride App versteckt (zumindest unter Android), beispielsweise das Erstellen von zusätzlichen Sportprofilen (mit jeweils unterschiedlichen Trainingsansichten) und Justieren weiterer Geräteeinstellungen (z.B. die automatische Höhenkalibrierung an-/ausschalten).

Die folgenden Abbildungen zeigen die Vorgehensweise, gestartet wird in den Einstellungen durch ein Antippen des ROX 4.0 Bildes.

Sigma Ride App (1)
Sigma Ride App (1)
Sigma Ride App (2)
Sigma Ride App (2)
Sigma Ride App (3)
Sigma Ride App (3)
Sigma Ride App (4)
Sigma Ride App (4)

Mit dem ROX 4.0 auf Tour

Was soll ich sagen? Das Sigma ROX 4.0 macht was es soll! Erfassen, Anzeigen, Aufzeichnen und Speichern von Daten!

Dazu kommen Navigationsanweisungen, vorausgesetzt Komoot ist im Einsatz. Dazu muss in den Einstellungen der Komoot App unter "Bluetooth Connect" das ROX 4.0 hinterlegt werden – und schon tauchen nach dem Starten einer Tour in Komoot entsprechende Navigationsanweisungen auf. Beispielsweise "Hauptstraße 55 m" in Kombination mit einem nach links weisenden Richtungspfeil. Es empfiehlt sich, in den Trainingsansichten das Datenfeld "Abbiegehinweise" prominent zu platzieren. Alternativ lässt sich der "Red Circle" oben rechts nutzen, die Aussagekraft des Datenfelds "Abbiegehinweise" halte ich aber für besser.

In der Praxis sind die Abbiegehinweise eine gute Hilfe, ersetzen aber nicht immer den Blick auf’s Smartphone.

Benachrichtigungen zu eingehenden Anrufen und Nachrichten gibt’s natürlich auch, diese haben aber nur informativen Charakter, Interaktionen sind nicht möglich (z.B. ein Antworten mit einer vorgefertigter Nachricht wie "Bin gerade Biken").

Besonders gut gefallen mir die Auto Pause (die unterhalb einer Geschwindigkeit von 2,2 km/h anspringt), das mögliche Deaktivieren des GPS-Empfängers (spart Saft, die Daten kommen dann von externen Sensoren) und das manuelle Kalibrieren des Höhenmessers.

Nach einer Tour lässt sich eine Aufzeichnung per Tastendruck speichern. Es ist allerdings nicht möglich eine Aufzeichnung ohne Speichern zu beenden; die Tour muss anschließend in der Ride App gelöscht werden.

Das ROX 4.0 lässt sich auch ohne aktivierten GPS-Empfänger einsetzen, beispielsweise beim Rollentraining oder einem "Fahren mit Tacho". Die aktuelle Geschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke kommen dann von einem Geschwindigkeitssensor, die Strecke wird – im Gegensatz zur Geschwindigkeit – aber nur nach dem Starten eine Aktivität angezeigt.

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Datenaustausch

Die mit dem ROX 4.0 aufgezeichneten Touren stehen nicht nur in der Ride App (Android, iOS) zur Verfügung, sondern lassen sich auch zu

  • Komoot (manueller Upload einzelner Aktivitäten in der Ride App sowie automatischer Upload im Hintergrund),
  • Strava (manueller Upload in der Ride App),
  • TrainingPeaks (nicht ausprobiert)
  • und in die zentrale Sigma Cloud hochladen (automatischer Upload).

Die Ride App lässt sich übrigens auch ohne irgendein Benutzerkonto und ohne Anbindung an die Sigma Cloud nutzen, zumal per USB Zugriff auf die im ROX 4.0 im FIT-Format gespeicherten Aktivitäten besteht.

Die in der Sigma Cloud gespeicherten Daten stehen über die Sigma Link App (Android, iOS) bzw. das Sigma Data Center (Windows, Mac OS, Android, iOS) zur Verfügung.

Die Sigma Link App lässt sich nicht direkt mit dem ROX 4.0 verbinden, es erfolgt aber eine Datenübertragung aus der Cloud in die App. Die Link App wird im Gegensatz zur Ride App für den Betrieb des ROX 4.0 nicht unbedingt benötigt.

Das Data Center ist sehr funktionsstark, die Benutzeroberfläche macht aber einen in die Jahre gekommenen Eindruck.

Eine aufgezeichnete Tour in der Sigma Ride App
Eine aufgezeichnete Tour in der Sigma Ride App
Manueller Upload der Tour zu Strava, Komoot ...
Manueller Upload der Tour zu Strava, Komoot …
Eine mit dem ROX 4.0 aufgezeichnete Tour im Sigma Data Center
Eine mit dem ROX 4.0 aufgezeichnete Tour im Sigma Data Center (Abbildung zum Vergrößern anklicken)

Sigma ROX 4.0 Test – Fazit

Wie schon geschrieben: Das Sigma ROX 4.0 macht auf überzeugende Weise was es soll!

Das Sigma ROX 4.0*   ist insbesondere allen Fahrradfahrer*innen zu empfehlen, die auf der Suche nach einem preiswerten GPS-Bikecomputer zum Anzeigen, Aufzeichnen und späteren Analysieren von Daten sind. Zumal das ROX über wichtige Funktionen wie eine Smartphone-Anbindung, das Koppeln mit Sensoren und einen barometrischen Höhenmesser verfügt, aber auch ein klasse Display und eine lange Akkulaufzeit bietet. Lediglich das Navigieren mit Komoot sollte nicht überbewertet werden.

Alternativ bietet sich für rund €20.- weniger das ROX 2.0 an, das mit einem kleineren Display und einer kürzere Akkulaufzeit kommt, dafür aber auf Sensoren verzichtet.

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Pro

  • Preis/Leistung
  • Bestens ablesbares Display
  • Lange Akkulaufzeiten
  • USB-C, ANT+ & Bluetooth
  • Diverse Sensoren (intern & extern)
  • E-Bike Kompatibilität
  • Konfiguration per Ride App
  • Praktische "Overclamp" Halterung

Contra

  • Kein Beenden von Aufzeichnungen ohne Speichern
  • GPS-Ungenauigkeiten
  • Kratzempfindliches Display

Bewertung

  • GPS: 60%
  • Tempo: 80%
  • Batterie: 100%
  • Display: 100%
  • Navigation: 60%
  • Bedienung: 60%
  • Karten: —
  • Ausstattung: 60%
  • Gesamt: 80%

Ergänzung – Zwei Bilder zu Höhendaten

(jeweils der gleiche Anstieg, nur ein paar Höhenmeter mehr)

  • Gestrampelte Höhenmeter (oben links)
  • Aktuelle Höhe und Gradient für die aktuelle Position (z.B. 1.374m bzw. 12%)
  • Höhenprofil für die letzten x Kilometer
Sigma ROX 4.0 - Höhenprofil (1)
Sigma ROX 4.0 – Höhenprofil (1)
Sigma ROX 4.0 - Höhenprofil (2)
Sigma ROX 4.0 – Höhenprofil (2)
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8 Gedanken zu „Sigma ROX 4.0 – GPS-Fahrradcomputer im Test“

  1. Hi Joachim.

    No body in any review comments of the altitude graph. Can you please explain it in detail what kind of information it gives. In particular, does it show the position of the bike in the graph together with the local gradient? This would be very helpful.
    Thanks, Nuno

    Antworten
    • Hi Nuno,

      I have added two images (same climb); you get the current gradient and the altitude (e.g. 1.374m, 12%, for your actual position) and the elevation profile.

      Cheers

      Antworten
  2. Hallo und Danke für den Test.
    Eine Frage habe ich: Zählt der Computer Strecke und Fahrzeit bei gekoppelten externen Sensoren und deaktiviertem GPS, ohne dass eine Tour gestartet werden muss? Quasi wie die ganz einfachen Sigma-Tachos – anstecken und losfahren.

    Antworten
    • Hallo Maik,

      so, jetzt habe ich es mal auf der Rolle ausprobiert (GPS aus, Geschwindigkeitssensor gekoppelt). Es wird permanent die Geschwindigkeit angezeigt, die Strecke nur wenn die Aktivität gestartet wurde.

      Grüße

      Antworten
      • Hallo Joachim,

        vielen Dank für den extra durchgeführten Test. Das ist genau die Info, die ich gesucht habe.

        Besten Dank und Grüße

        Antworten