Garmin eTrex Solar Test

Puristischer Dauerläufer im ausführlichen Outdoor Praxistest!

Letztes Update: 13. Januar 2024

Garmin eTrex Solar Test – Garmin hat die beliebte eTrex Serie erweitert. Das eTrex Solar setzt auf dem eTrex SE auf unterscheidet sich von diesem nur in wenigen Punkten:

  • Ein Solarmodul sorgt für ultralange Akkulaufzeiten
  • Fest verbauter Akku statt AA-Batterien
  • Multiband-GNSS für noch genauere Positionsbestimmungen
  • 279,99€ gegenüber 179,99€
Garmin eTrex Solar Test - Hauptmenü
Garmin eTrex Solar – Hauptmenü des kompakten Outdoor-Handgerätes

Garmin eTrex Solar Test – Gehäuse & Bedienung

Vorbei sind die Zeiten in denen ein eTrex über fünf Tasten plus Thumbstick bedient wird. Beim eTrex Solar (und eTrex SE) erfolgt die Bedienung über fünf Tasten, der Thumbstick entfällt. Ihr Zusammenspiel ist schnell verinnerlicht. Das Gerät lässt sich mit dünnen Fleecehandschuhen bestens bedienen, mit dicken Winterhandschuhen wird’s schon schwieriger.

Das Menü des eTrex Solar hat seine eigene Logik, ist nach der obligatorischen Eingewöhnungsphase aber problemlos zu meistern.

Das Gehäuse fällt schön kompakt aus, wenngleich es etwas größer als bei den alten eTrex Modellen mit Thumbstick ist. Manche Anwenderinnen und Anwender können sich vielleicht an dem dem großzügigen Raum um das Display stören – dafür steht unten viel Platz für das Solarmodul zur Verfügung.

Die Verarbeitung macht einen sehr guten Eindruck, die Zeiten von herausfallenden Tasten dürften vorbei sein (ein Problem der alten eTrex Modelle).

Auf der Rückseite gibt’s die obligatorische Schiene zum Aufnehmen einer Karabinerhalterung oder zum Einschieben in eine Fahrradhalterung (#ad), am unteren Gehäuserand steht eine große Öse für eine Sicherungsschlaufe bereit.

Garmin eTrex Solar Test – Technik

Display

Das transflektive, monochrome 2,2-Zoll Display ist – mit bzw. ohne Hintergrundbeleuchtung – unter allen Lichtbedingungen hervorragend ablesbar und zudem richtig scharf. Die Größe reicht für die gegebenen Funktionen vollkommen aus.

Garmin eTrex Solar Test
Garmin eTrex Solar Test

GNSS-Empfang

Beim eTrex Solar kommt ein top moderner GNSS-Empfänger zum Einsatz, der mit mehreren Satellitensystemen kommuniziert – auf unterschiedlichen Frequenzen:

  • GPS L1 / L5
  • GLONASS L1
  • GALILEO E1 / E5a
  • QZSS L1 / L5
  • BEIDOU B1 / B2a
  • NAVIC L5

Das japanische QZSS spielt bei uns keine Rolle, das indische NAVIC (= IRNSS) ebenfalls nicht, wenngleich hin und wieder mal ein einzelner NAVIC-Satellit in der Anzeige auftaucht (siehe Abbildungen). Bleiben also noch GPS, GLONASS, GALILEO und BEIDOU.

In den Einstellungen stehen folgende Optionen zur Auswahl:

  • Nur GPS
  • Multi-GNSS
  • Multi-GNSS + Multiband
  • Demomodus

Zum Vergleich, beim eTrex SE gibt’s mit GPS, GLONASS, GALILEO, QZSS bzw. BEIDOU fünf GNSS, in den Einstellungen "Nur GPS / Multi-GNSS / Demomodus".

eTrex Solar - GPS Satelliten
eTrex Solar – GPS Satelliten
eTrex Solar - GLONASS Satelliten
eTrex Solar – GLONASS Satelliten
eTrex Solar - GALILEO Satelliten
eTrex Solar – GALILEO Satelliten
eTrex Solar - QZSS Satelliten
eTrex Solar – keine QZSS Satelliten
eTrex Solar - BEIDOU Satelliten
eTrex Solar – BEIDOU Satelliten
eTrex Solar - NAVIC Satelliten
eTrex Solar – einzelner NAVIC Satellit

Wie sieht es mit der Genauigkeit von Aufzeichnungen aus?

Auf Beispiele verzichte ich – denn die Genauigkeit von Trackaufzeichnungen ist im Multi-GNSS + Multiband Modus einfach super. Im Vergleich zum GPSMAP 67 (mein ausführlicher GPSMAP 67 Test) zeigen sich beim genauen Hinschauen hier und da minimale Abweichungen. Aber dies ist eher als ein nicht praxisrelevantes Herumnörgeln einzustufen.

Garmin eTrex Solar - Das Solarmodul befindet sich unterhalb des Displays
Garmin eTrex Solar Test – Das große Solarmodul befindet sich unterhalb des Displays

Solar & Akkulaufzeiten

Garmin macht zu den Akkulaufzeiten folgende Angaben:

Garmin eTrex SolarGarmin eTrex SE
bei Tracking nur mit GPS 200 Std. (*)im Standardmodus168 Std.
bei Tracking mit GNSS und Multiband100 Std. (*)
im Expeditionsmodus1.800 Std. (*)im Expeditionsmodus1.800 Std.
Verwendung bei 75.000 Luxunbegrenzt
alle Angaben "bis zu"; (*) ohne Solarladung

Bei einer Sonneneinstrahlung von 75.000 Lux soll laut Garmin eine unbegrenzte Akkulaufzeit möglich sein. Zur Orientierung: Wikipedia gibt für Mitteleuropa bei einem klaren Himmel mittags im Sommer 90.000 Lux, für einen klaren Himmel mittags im Winter 20.000 Lux, für einen bedeckten Himmel mittags im Sommer 19.000 Lux an.

Interessante Infos sind auf dem Gerät nachzulesen (Abkürzungen sind ausgeschrieben): "Gerät wird mit Solar aufgeladen, wenn es Sonnenlicht erkennt – auch ausgeschaltet. 1 h bei 50% Solarintensität bringt 2 h Akkulaufzeit für GPS. Maximiere die Solarladung, indem du das Display auf direktes Sonnenlicht ausrichtest. Vermeide übermäßige Hitze, die das Laden verlangsamen kann. Sind Akkuladung und Solargewinn hoch genug, kann sich das Gerät selbst erhalten. Das Akkusymbol wird als Unendlichzeichen angezeigt."

Um einen Eindruck von den möglichen Laufzeiten zu bekommen habe ich einen rein statischen Test durchgeführt:

  • Display mit dauerhafter 100% Beleuchtung, Multi-GNSS & Multiband, 1s Aufzeichnungsintervall (also fast allem was Saft zieht): ca. 32 Std., inkl. 04:45 Akkuladung durch Solar.
  • Display mit 30s Beleuchtungsdauer und 20% Helligkeit, Nur GPS, 1s Aufzeichnungsintervall: nach ca. 123 Std. abgebrochen, inkl. 9 Std. Akkuladung durch Solar, noch 65% Akkukapazität übrig.

Diese Laufzeiten versprechen Unabhängigkeit. In der Praxis dürften keinerlei Energiesorgen aufkommen, insbesondere in Kombination mit Energiesparmaßnahmen wie einer reduzierter Beleuchtung und einem Verzicht auf Multi-GNSS bzw. Multiband.

Die folgenden Screenshots zeigen zu welchen Steigerungen das Solarmodul führen kann (bei angenehmen Temperaturen).

Solarladung Anfang Dezember bei bestem Wetter
(1) Solarladung im Dezember bei gutem Wetter
Solarladung im Dezember bei bestem Wetter
(2) Solarladung im Dezember bei bestem Wetter
Statistiken zur Solarladung bei überwiegend trüben Winterwetter
(3) Statistiken zur Solarladung bei überwiegend trüben Winterwetter
Statistiken zur Solarladung bei überwiegend trüben Winterwetter
(4) Statistiken zur Solarladung bei überwiegend trüben Winterwetter

Wird der Akku bei Kälte per Solar geladen?

Garmin gibt für den Akku als Ladetemperaturbereich 0° bis 60° an – darunter bzw. darüber erfolgt kein Aufladen per Solar (der USB-Ladetemperaturbereich beträgt 0° bis 45°).

Die Abbildung von einer Skitour zeigt ein Beispiel, trotz blauem Himmel erfolgt kein Aufladen. Der Akku war bei Temperaturen von -15° bis 0° einfach zu kalt.

Bei Kälte wird der Akku nicht geladen
Bei Kälte wird der Akku nicht geladen

Technik – Datenhaltung & Weiteres

  • USB-C Anschluss
  • 28 MB Speicher (im Mac-Finder: 22 MB verfügbar)
  • Aktivitäten (Aufzeichungen von Touren) liegen im FIT-Format vor
  • Gespeicherte Daten (laut Garmin):
    • Strecken: 50
    • Aktivitäten: 200
    • Wegpunkte: 1.000
    • Kompatibel zu Tracks und Routen (*)

(*) Auf das eTrex Solar manuell per Explorer in den Ordner "NewFiles" kopierte GPX-Tracks werden automatisch in Strecken im FIT-Format konvertiert.

Das eTrex Solar verfügt leider über keinen barometrischen Höhenmesser. Dies äußerst sich beispielsweise in nicht so genauen Aufstiegs-/Abstiegshöhenmetern von aufgezeichneten Touren.

Beispiel Aufstiegs-/Abstiegshöhenmeter einer Bergtour:

  • eTrex Solar: 1.102/1.104 m
  • eTrex 32X : 962/967 m (*)
  • GPSMAP 67: 963/951 m (*)
  • Forerunner 965: 970/962 m (*)

(*) mit barometrischen Höhenmesser, manuell kalibriert, plus Auto-Kalibrierung, Multi-GNSS & Multiband

Ein weiteres Beispiel:

  • eTrex Solar: 920/923 m
  • GPSMAP 67: 805/862 m (**)
  • Forerunner 965: 843/849 m (**)

(*) mit barometrischen Höhenmesser, nicht manuell kalibriert, plus Auto-Kalibrierung, Multi-GNSS & Multiband

Ebenso vermisse ich einen Piepser, der beispielsweise auf Systemmeldungen bzw. eingehende Nachrichten hinweist.

Garmin eTrex Solar Test – Navigation

Zum Navigieren bietet das eTrex Solar eigentlich alles was Outdoor-Handgeräte von Garmin ausmacht – allerdings ohne topografische Karten und automatischem Routing. Spezielle Funktionen wie Mitteln von Wegpunkten, Wegpunktprojektion, einer Strecke rückwärts folgen und "Zurück zum Start" gehören wie gehabt zum Navigationsportfolio. Was mich etwas wundert ist, dass Garmin die altbewährte Funktion "Peilen und Los" geändert hat. Die Vorgehensweise für die bisher darin enthaltene Funktion "Wegpunkt-Projektion" ist jetzt eine andere und meines Erachtens komplizierter umgesetzt.

Beim Folgen einer Strecke gilt es der schwarz dargestellten Strecke zu folgen; der Kompass unterstützt dabei. Dies funktioniert in der Praxis gut, an manchen Stellen kann allerdings ein Blick auf eine Karte nicht schaden: Entweder in Papierform oder in der Garmin Explore App (oder einen anderen App).

eTrex Solar Test - Ausschnitt aus der Liste mit allen Zielen
Ausschnitt aus der Liste mit allen Zielen
Folgen einer Strecke, der kleine Kompass zeigt die Richtung an
Folgen einer Strecke, der kleine Kompass zeigt die Richtung an
Noch 7,4 km zum Endpunkt der Strecke
Noch 7,4 km zum Endpunkt der Strecke
Kompassseite (ohne weitere Datenfelder)
Kompassseite (ohne weitere Datenfelder)

Garmin eTrex Solar Test – Software

Das eTrex Solar ist kompatibel zu:

  • Garmin Connect App
  • Garmin Explore App
  • Garmin BaseCamp (PC; Planen und Verwalten von Touren, Übertragen von Tracks etc.)
  • Garmin Express (PC; Software-Updates etc.)

In der Connect App lassen sich alle eTrex Solar Einstellungen bearbeiten oder eine LiveTrack-Sitzung starten. Das Übertragen von Strecken ist nicht möglich. Dazu gibt’s die nicht gerade benutzerfreundliche Explore App, über die sich beispielsweise Sammlungen mit Aktivitäten, Strecken, Routen, Wegpunkten synchronisieren, Updates einspielen und Geräte-Einstellungen vornehmen lassen. Die Connect App ist also nur fürs Live-Tracking nötig.

Eine Funktion in der Explore App halte ich für besonders interessant: Auf der topografischen Karte eine Strecke planen und diese unmittelbar auf dem eTrex starten (oder einen Wegpunkt erstellen und dorthin navigieren). Und dies funktioniert selbst komplett offline!

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Garmin eTrex Solar Test – Fazit

Zweifellos, das Garmin eTrex Solar macht was es soll: Navigieren & Daten sammeln – und dies mit absoluter GNSS-Präzision, extremer Ausdauer und einem bestens ablesbarem Display.

Die wichtigste Frage lautet: Für wen eignet sich das eTrex Solar? Das eTrex Solar (#ad) sehe ich schon aufgrund seiner UVP von €279,99 eher als ein Nischenprodukt an. Es dürfte aber alle ansprechen, die sich insbesondere über die Akkulaufzeiten keine Gedanken machen möchten – beispielsweise Naturwissenschaftlerinnen, Angler oder Fotografinnen zum Speichern und Wiederauffinden von Standorten. Oder Outdoor-Enthusiasten denen eine puristische Navigation ausreicht und im Zweifelsfall mal einen Blick aufs Smartphone werfen.

Zudem könnte das eTrex Solar einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der eTrex Serie geben – beispielsweise auf einen eTrex 32x Nachfolger mit Solar, Karten, Farbdisplay …!

Garmin eTrex Solar – Pro

  • Handliches Gehäuse
  • Extrem lange Akkulaufzeiten
  • Präzise GNSS
  • Bestens ablesbares Display
  • Tastenbedienung
  • Umfangreiches Garmin Ökosystem

Garmin eTrex Solar – Contra

  • Kein barometrischer Höhenmesser
  • Kein Piepser
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3 Gedanken zu „Garmin eTrex Solar Test – Puristischer Dauerläufer im Outdoor-Test!“

  1. Die Angaben im Test stimmen nicht ganz: In Connect kann man nicht alle Einstellungen verwalten, z.B. die Menüs lassen sich dort nicht verändern. Das Planen von Tracks (=Strecken?) in der Explore App ist primitiv, das Routing funktioniert offenbar gar nicht, so dass man den Track komplett von Hand zeichnen muss. Die Explore-Website ist zickig und lässt sich bei zwei von drei Versuchen nicht öffnen. Das Hochladen von mehreren Tracks auf einmal ist nicht möglich, so dass gerade die Planung von Mehrtagestouren mit verschiedenen Streckenvarianten sehr mühsam ist. Die Seite ist auch recht unübersichtlich und schlechst erklärt.
    Mein Macbook erkennt das Gerät nicht, obwohl dies laut Handbuch der Fall sein sollte, die Version des Betriebssystems sollte kompatibel sein. Demzufolge kann man auf dem Rechner vorhandene Tracks nicht auf das Gerät schieben. Über das Programm "Android File Transfer", das sich beim Anstöpseln öffnet, kann man zwar den Gerätespeicher einsehen, aber nicht verändern und keine Daten dorthin schieben. Folglich funktioniert das etrex SE/solar ausschließlich mit einem Smartphone (wenn man nach Tracks navigieren will.
    Insgesamt ist das Gerät damit leider kein Ersatz für das Etrex 10.

    Antworten
  2. Habe ich das richtig verstanden, dass Tracks nicht mehr im GPX Format gespeichert werden können? Das würde bedeuten, dass man Aufzeichnungen erst auf dem PC manuell von FIT in GPX wandeln müsste! Extrem nachteilig.

    Antworten
    • Ja, wie ich es in Erinnerung habe nur FIT; reine Gewohnheitssache, z.B. in Basecamp importieren und von dort als GPX exportieren; davon abgesehen, viele Apps, Portale etc. erlauben einen FIT-Import.

      Grüße

      Antworten
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