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Auto-Routing bei Fahrrad- & Outdoor GPS-Geräten

Auto-Routing – also das automatische Berechnen einer Strecke zum Ziel auf dem Wegenetz der verwendeten Karte ist ein Feature, das bei Auto-Navis (PNDs) selbstverständlich ist.

Bei GPS-Geräten für Outdoor- und Sport hat dieses Feature in den letzten Jahren zunehmend Einzug gehalten und ist inzwischen bei vielen Geräten ein wichtiger Bestandteil des Repertoires an Navigationsfunktionen.

Die große Frage lautet aber: Wie gut funktioniert Auto-Routing für Fahrradfahrer, Wanderer und andere Outdoorer?

Zum grundlegenden Verständnis, beim Auto-Routing sind drei Ebenen zu betrachten.

Auto-Routing – Die Ansprüche der Nutzer

Nehmen wir mal die Radfahrer, bei denen die Ansprüche an Strecken lauten können:

  • Egal ob Bundes- oder Landstraße
  • Nur auf Landstraßen
  • Nur auf von Bundes- oder Landstraße getrennten Fahrradwegen
  • Es können auch von den Straßen abgetrennte Fahrradstreifen sein
  • Die Radwege müssen geteert sein
  • Die Radwege können unbefestigt sein, aber nicht zu grob
  • Wirtschaftswege sind eine Option, aber nur "autobahnmäßig" ausgebaute Forststrassen
  • Niemals auf kleinen Pfaden und Wanderwegen
  • Runter nur auf Trails
  • Möglichst wenig Höhenmeter
  • Nur auf markierten Fahrradtouren
  • Geeignet für Rennrad, Gravelbike, Tourenrad, Mountainbike, mit Kinderanhänger, mit oder ohne E …

Diese Liste lässt sich fast beliebig erweitern!

Bei Wanderern sieht es vielleicht nicht ganz so kompliziert aus, aber auch hier gibt es die unterschiedlichsten Anforderungen an eine vom GPS-Gerät berechnete Strecke.

Auto-Routing – In den Karten enthaltenen Informationen

Die zum Routing verwendeten Karten müssen – um ein zu den Anforderungen passendes Routing überhaupt gewährleisten zu können – alle möglichen Informationen enthalten.

OpenStreetMap

Inzwischen sind auf OSM basierende Karten üblich, sei es bei Garmin, Mio, Sigma, Tahuna oder Wahoo. Für OSM gibt es zum Einordnen der Verkehrswege zahlreiche Klassifikationen, die ganz schön komplex ausfallen. Beispiele: Fahrrad, Wandern.

Und diese vielen Infos müssen in den Karten landen, beispielsweise durch fleissige OSM-Mapper. Dies mag in Ländern wie Deutschland und Österreich noch der Fall sein, in Regionen wie Sizilien haben die Menschen aber andere Prioritäten …!

Fehler gibt es natürlich auch, gerade bei OSM kommt es vor, dass Straßen bzw. Wege nicht miteinander verbunden sind – da hilft das beste Routing nichts, Umwege sind garantiert.

Markierte Rad- und Wanderwege

Auch diese Infos sollten idealerweise in den Karten vorhanden sein und in das Routing einfließen. Regional gibt es da riesige Unterschiede, die Abbildungen unten zeigen in OSM enthaltene Fahrradrouten in Deutschland und in Italien …!

Ein Beispiel ist die Garmin Topo Deutschland, zu der es eine Liste mit enthaltenen Radwegen gibt: Markierte Rad- und Wanderwege Topo Deutschland

Mio hat alle Fahrradwege analog zu der OpenCycleMap integriert, ähnliches gilt für Tahuna Navis.

Bayerischer Wald - In der OpenCycleMap farbig markierte Fahrradrouten
Bayerischer Wald – In der OpenCycleMap farbig markierte Fahrradrouten
OSM - Fahrradrouten in Süddeutschland
OSM – Fahrradrouten in Süddeutschland
OSM - Fahrradrouten in Italien
OSM – Fahrradrouten in Italien

Beliebte Strecken

Von Anwendern häufig gefahrene Strecken sind auch ein Mittel um die Routenberechnung zu beeinflussen.

Bei Garmin nennt sich dies "Routing nach Beliebtheit". Dahinter steckt eine Auswertung von Strecken, die Nutzer zu Garmin Connect hochgeladen haben.

Die Garmin-Karten – beispielsweise auf Edge Fahrradcomputern – enthalten diese "Heatmap" Daten, der Anwender muss nur die entsprechende Funktion aktivieren, damit solche beliebten Strecken in das Routing einfliessen.

Routing nach Beliebtheit hat einen großen Vorteil: Über die Jahre dürfte die Datenqualität und damit die Routenführung immer besser werden.

Garmin Connect Heatmap für Rennrad
Garmin Connect Heatmap für Rennrad

Auto-Routing –  Einstellungen & Software-Algorithmen auf den GPS-Geräten

Eine ganz wichtige Komponente sind neben den verwendeten Karten die auf den Geräten vorhandenen Einstellungen – z.B. die Berechnungsmethoden oder die Vermeidungskriterien.

Beispiele

Garmin Edge 1030 Plus

  • Routing nach Beliebtheit
  • Routing-Modus (Rennradfahren, auf versch. Untergründen, Offroad-Radfahren, Mountainbiken, Autofahrt, Motorradfahren, Zu Fuß, Gerade Linie)
  • Berechnungsmethode (Distanz minimieren, Zeit minimieren, geringer Anstieg)
  • Vermeidungen (Wichtige Autobahnen, Mautstraßen, unbefestigte Straßen, Fähren, schmale Wege)

Tahuna Teasi One 4

  • Routeneinstellung (Hauptstraßen, unbefestigte Straßen, Radwege, Fähren)
  • Einbahnstraßen benutzen
  • Einfache, kurze oder vorgeschlagene Routen

Mio Cyclo Discover Plus

  • Typ Stadtrad, Mountainbike, Rennrad
  • Hauptstraßen, Fahrradrouten, Knotennetzwerk, unbefestigte Wege, Kopfstein, Fähren (jeweils bevorzugen / erlauben / nach Möglichkeit meiden)

Dazu kommen die Algorithmen zur Berechnung der Routen. Da hat jeder Hersteller sein eigenes Rezept.

Garmin stimmt seine Berechnungsmethoden sicherlich auf die hauseigenen Karten ab. GPS Tuner – ein ungarisches Unternehmen das die Navi-Software für Mio, Sigma und Tahuna entwickelt – vermutlich auf OSM-Karten, da die drei genannten Anbieter ausschließlich auf OSM setzen.

Generell gilt: Mit den Routing-Optionen "experimentieren" und in Bezug auf die verwendete Karte ein persönliches Setup finden, das die besten Ergebnisse liefert.

Fazit – Auto-Routing in der Outdoor-Praxis

Damit eine "optimale Strecke" herauskommt müssen viele Komponenten zusammenspielen – was in der Praxis aber nicht immer so funktioniert wie gewünscht.

In einem einfachen Fall, vom Wanderparkplatz zum Gipfel ist das Ergebnis in der Regel gut (da gibt es meistens auch nicht so viele Optionen), bei einem komplexen Fall wie einer langen Fahrradstrecke dagegen nicht, die Strecke entspricht vielfach nicht den Anforderungen des Bikers.

Warum? Entweder verfügen die Karten nicht über die notwendigen Informationen, die Routing-Einstellungen sind nicht granular genug oder die Routing-Algorithmen sind nicht perfektioniert – von einer potenten Hardware zum Berechnen ganz zu Schweigen.

Bessere Ergebnisse lassen sich durch das Planen von Mehrzielrouten erreichen. Dazu haben manche Geräte einen Routenplaner an Bord, mit dem sich durch das Setzen von Zwischenzielen der ungefähre Verlauf vorgeben lässt.

Generell kann ich aber nur empfehlen: Per Auto-Routing berechnete Strecken als Vorgabe anzusehen und beim Radeln auch das beste Navi einzusetzen das der Mensch hat: Es sitzt zwischen den Schultern 🙂

Oder gleich eine mit einem Routenplaner (z.B. komoot, Garmin Connect) geplante Tour verwenden bzw. einen Track aus einem Tourenportal einsetzen!

Auto-Routing vom Parkplatz zum Gipfel (wenn man es bei so einer Tour überhaupt braucht)
Auto-Routing vom Parkplatz zum Gipfel (wenn man es bei so einer Tour überhaupt braucht)

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