Garmin Edge 850 Test

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Ein Fahrradcomputer wie der getestete Garmin Edge 850 ist vor allem für Radfahrende interessant die

  • ein riesiges Ökosystem aus Hardware, Software und Karten schätzen,
  • ein nahtloses Zusammenspiel mit einer Smartwatch brauchen und
  • alle nur erdenklichen Funktionen benötigen – oder zumindest einen Teil davon.

Der Garmin Edge 850 ist zudem eine Miniversion des Garmin Edge 1050 (mein ausführlicher Garmin Edge 1050 Test).

Unterschiede Edge 850 / Edge 1050

  • Gehäuse (Größe, Gewicht, Austauschen des Akkus),
  • Akkulaufzeiten
  • Display (Größe, Auflösung),
  • Zusätzliche Tasten beim 850
  • Kleinen Unterschieden bei der Benutzeroberfläche.

Die preisliche Differenz ist nicht so riesig, Garmin verlangt für den 850 549,99 €, für den 1050 659,99 € (UVP).

Ansonsten sind der Edge 850 und der Edge 1050 identisch (außer ich habe eine Kleinigkeit übersehen)!

Garmin Edge 850 Test
Garmin Edge 850 Test
Edge 1050 vs. Edge 850 (Rückseite)
Edge 1050 (links) vs. Edge 850 (Rückseite)

Garmin Edge 850 Test – Gehäuse

Mit 5,5 x 9,2 x 1,7 cm und 113 g gehört der Edge 850 zu den Kleinen und Leichten auf dem Markt. Zum Vergleich, der Edge 1050 kommt auf 6,0 x 11,9 x 1,6 cm und 161 g.

Ein bedeutsamer Unterschied ist die Anordnung der Aufnahme für die Fahrradhalterung auf der Gehäuserückseite. Beim 1050 gibt’s ein Problem, die Aufnahme ist so platziert, dass sich das Gerät nicht mehr in jede Halterung einsetzen lässt. Beim kleinen 850 besteht dieses Problem nicht.

Das Gehäuse des 850 lässt sich zudem zum Austauschen des Akkus aufschrauben; dies ist allerdings nur von Bedeutung wenn das Ende des Lebenszyklus erreicht ist. Beim 1050 ist ein Tausch nicht so einfach möglich, Garmin wird die Option zum Aufschrauben vermutlich beim Edge 1060 einführen.

Garmin Edge 850 – Akku

Garmin gibt bis zu 12 Stunden bei intensiver Nutzung und bis zu 36 Stunden im Energiesparmodus an. Die intensive Nutzung dürfte für die meisten Nutzerinnen und Nutzer von Bedeutung sein. Welche Bedingungen bzw. Einstellungen zugrunde liegen verrät Garmin hier. Diese Info zeigt auch, dass es zahlreiche Parameter zum Tunen bzw. Maximieren der Akkulaufzeiten gibt.

Bei intensiver Nutzung (*) komme ich auf folgende Zeiten:

  • 03:25 hh:mm Fahrtdauer: von 99% > 62%
  • 06:15 hh:mm Fahrtdauer: von 62% > 4%

(*) Navigation, häufige Wechsel Karte / Datenseite, diverse Sensoren, Radar aktiv, Telefon aktiv, Töne an, Satelliten automatische Auswahl, Auto-Helligkeit, Beleuchtung immer an

Die Laufzeit liegt demnach bei rund 10 Stunden.

Mit ein paar Änderungen (**) ergeben sich folgende Zeiten:

  • 02:39 hh:mm Fahrtdauer: von 100% > 84%
  • 05:10 hh:mm Fahrtdauer: von 100% > 64%

(**) keine Navigation, meist Datenseite am Display, diverse Sensoren, Radar aktiv, Telefon aus, Töne aus, Satelliten automatische Auswahl, Auto-Helligkeit, Beleuchtungsdauer 30 s

Zu der gesteigerten Laufzeit auf rund 13 Stunden dürfte Insbesondere die Reduktion der Beleuchtungsdauer auf 30 Sek. beitragen. Das Display schaltet sich z.B. Radarhinweisen oder Navigationshinweisen an, ansonsten ist es aus. Wer beispielsweise mal kurz seine Leistungswerte checken möchte legt am besten den Befehl "Beleuchtung ein" auf eine Taste einer elektronischen Schaltung. Allerdings schaltet sich das Display nach dem Drücken der Taste erst mit Verzögerung ein.

Durch Verzicht ist eine weitere Steigerung der Laufzeit möglich, z.B. keine Sensoren / kein Radar / kürzere Beleuchtungsdauer / nur GPS.

Wer hingegen ein kompaktes Gerät mit ultimativer Laufzeit sucht, z.B. zum Bikepacking, sollte sich den Coros Dura anschauen (mein Coros Dura Bikepacking Test)

Garmin Edge 850 – Display

Der Edge 850 verfügt analog zum Edge 1050 über ein transmissives LCD Display, das für tolle Farben und eine hohe Auflösung sorgt. Gegenüber dem transflektiven TFT-Display des Vorgängers Edge 840 (#ad) hat das Display des Edge 850 Vor- und Nachteile. Welcher Displaytyp "besser" ist, ist fast schon eine Glaubensfrage.

  • Die Größe von 2,7 Zoll könnte für manche Anwenderinnen und Anwender zu klein sein (Edge 1050: 3,5 Zoll).
  • Das LCD Display sorgt für einen deutlichen Stromverbrauch, da es im Gegensatz zum Edge 840 immer ein gewisses Quantum an Beleuchtung braucht. Das Display des 840 wird hingegen erst bei direkter Sonneneinstrahlung richtig gut (ein Beispiel für die teils schlechte Ablesbarkeit von transflektiven TFT-Displays zeigt mein Beitrag zur Turin – Nizza Rally)
  • Was die Ablesbarkeit, die Farben und den Kontrast angeht bin ich ein Fan des Edge 850 und ziehe ihn in jederzeit einem Edge 840 vor.
  • Das es den Edge 840 noch zu kaufen sind bei der Wahl 850 vs. 840 – neben der Ablesbarkeit – insbesondere zwei Punkte zu beachten:
    • Der 840 liefert deutlich längere Akkulaufzeiten (mein Edge 840 Test)
    • Der 840 verfügt nicht über alle Funktionen des 850 bzw. bekommt keine entsprechenden Updates mehr

Garmin Edge 850 – Funktionen

Die aktuellen Fahrradcomputer von Garmin bieten einen Funktionsumfang, der seinesgleichen sucht. Die Mitbewerber können da nicht mithalten. Ob dieser Funktionsoverkill allerdings benötigt wird ist eine Ermessensfrage … zumindest sind sie an Bord und ließen sich einsetzen.

Aufgrund der vielen Funktionen gehe ich nur auf ein paar Punkte ein, die mir besonders gut bzw. weniger gut gefallen.

  • Strecken
    • Navigation funktioniert gut und zuverlässig
    • Lassen sich mittlerweile auf dem Gerät umkehren
    • Auf dem Edge lassen sich nur 100 Strecken speichern
    • Unter "Navigation > Strecken" gibt’s keine Ordnerstruktur (im Gegensatz zum Hammerhead Karoo), es ist lediglich ein Sortieren bzw. Durchsuchen möglich
    • Eine neue Strecke lässt sich aus der Connect App auch bei laufender Streckennavigation übertragen (aber nicht analog zum Coros Dura sofort 1:1 ersetzen)
    • Strecken und andere Daten lassen sich von einem Laptop per Kabel kopieren, was insbesondere beim Übertragen von mehreren Strecken sehr komfortabel ist (bei keinem Mitbewerberprodukt möglich).
  • ClimbPro (grafische Darstellung von Anstiegen)
  • Klingel (statt Knatternabe)
    • Auslösen per Di2 Taste oder Antippen
  • POI
    • Es gibt leider keine Funktion wie "Zeige mir alle Wasserstellen entlang der Strecke an"; dies erfolgt am besten über einen Umweg mit Hilfe von OnRouteMap
  • Konfiguration der Datenseiten, grafische Datenfelder
    • Die Konfiguration erfolgt komfortabel mit Hilfe einer grafischen Animation
    • Es gibt viele, optisch ansprechende und informative grafische Datenfelder (Leistung, Herzfrequenz, Trittfrequenz …)
  • Steuern eines Lichtnetzwerkes per Widget
    • Ein-/Ausschalten von per ANT+ verbundenen Leuchten
  • Automatische Helligkeitssteuerung
    • Macht was sie soll
  • Zusätzliche Tasten (gegenüber dem Edge 1050)
    • Erweitern die Optionen zum Bedienen
  • Sensoren
    • Es lassen sich alle nur erdenklichen Sensoren verbinden, allerdings nicht einzelnen Profilen zuweisen (analog zum Hammerhead Karoo)
  • Vorinstallierte Karten
    • Die weltweit verfügbare TopoActive Karte reicht meines Erachtens für Touren in In- und Ausland meistens vollkommen aus
  • OSM Karten
    • Anhängerinnen und Anhänger von zusätzlichen OSM Karten können diese weiterhin installieren

Die folgenden Abbildungen zeigen interessante Funktionen und Datenseiten:

Edge 850 - Seite mit wesentlichen Daten
Edge 850 – Seite mit wesentlichen Daten
Edge 850 - Kartenseite, grafisches Datenfeld & Radarwarnung
Edge 850 – Kartenseite, grafisches Datenfeld & Radarwarnung
Edge 850 - Grafische Daten & Radarwarnung
Edge 850 – Grafische Daten & Radarwarnung
Edge 850 - Höhenprofil einer Strecke
Edge 850 – Höhenprofil einer Strecke
Edge 850 - ClimbPro Seite
Edge 850 – ClimbPro Seite & Radarwarnung
Edge 850 - Steuern von Leuchten
Edge 850 – Steuern von Leuchten

Garmin Edge 850 Test – Fazit

Mit einem Garmin Edge 850 lässt sich schlichtweg nichts falsch machen – insbesondere wenn die anfangs erwähnten Vorgaben (Ökosystem, Smartwatch, Funktionen) von Bedeutung sind.

Nur eines ist vor einem Kauf zu beachten: Die Akkulaufzeiten müssen zu dem geplanten Einsatzzweck bzw. den Tourenlängen passen!

Dafür gibt’s einen leistungsstarken und kompakten Fahrradcomputer mit einem brillanten Display, flotter Bedienung per Touchscreen & Tasten und Maßstab setzenden Funktionen. Im Vergleich zu Mitbewerberprodukten ist der aktuelle Straßenpreis von rund 450.- € durchaus gerechtfertigt.

Garmin Edge 850 – Pro

  • Größe & Gewicht
  • Touchscreen & Tasten
  • GNSS-Genauigkeit
  • Brillantes Display
  • Funktionsumfang
  • Auswahl an grafischen Datenfeldern

Garmin Edge 850 – Contra

  • Kurze Akkulaufzeiten (je nach Einsatzzweck)
  • Keine POI entlang Strecke
  • Einarbeitungszeit
  • Komplexes Menü
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