Garmin Montana 650t mit Kompassseite

Nachdem das Garmin Montana 650t unseren ersten Test mit Bravour bestanden hat, konnte Navigation-Professionell.de das Gerät noch auf einer 12-tägigen Trekkingtour im Hohen Norden einsetzen. Schwerpunkte des Praxistests sind Themen wie Wasserdichtigkeit, Handhabung, Akkulaufzeit, Display und GPS-Empfang.

Die Ergebnise ergänzen den Artikel Garmin Montana 650t: Das neue Allround-Navi im ausführlichen Test.

Garmin Montana 650t Praxistest: Gehäuse, Wasserdichtigkeit

Warum wurde das Montana 650t ausgewählt, und nicht ein kleines und leichtes GPS-Gerät? Ganz einfach: aus Neugierde und wegen dem großen 4-Zoll Display.

Abmessungen von 7,5 x 14,4 x 3,6 cm (BxHxT) und ein Gewicht von 289 g inklusive Lithium-Ionen-Akkupack prädestinieren das Montana unter der Prämisse “Light-Hiking” nicht unbedingt als ideales Trekking-Navi. Schließlich gibt es GPS-Geräte, die deutlich kleiner und leichter ausfallen und ebenfalls alle benötigten Funktion an Bord haben, Beispiel Garmin Dakota 20.

Als Erstes steht bei so einer Tour die Frage “Wie transportiere ich das Montana beim Wandern?” im Raum. Da keine kontinuierliche Trackaufzeichnung geplant war, wurde das Montana in der Brusttasche von Fleece oder Gore-Tex Jacke versenkt. Das Zusatzgewicht von 289 g hat nicht weiter gestört, da auf der Gegenseite ein 20 kg Trekkingrucksack für den nötigen Ausgleich gesorgt hat.

Bei einer Tour im Hohen Norden muß natürlich das Thema Wasserdichtigkeit berücksichtigt werden. Zwar ist das Montana nach IPX7 spezifiziert, da bei Outdoor-Aktivitäten aber nicht immer normgerechte Bedingungen herrschen und der Batteriefachdeckel des Montanas etwas Spiel zeigt, war das Ergebnis natürlich besonders interesant. Aber nicht das Montana, sondern die High-End Gore-Tex Jacke hat versagt. Die heftigen Wassereinbrüche durch den laminierten Reißverschluß der Außentasche machten dem Montana nichts aus, das Akkufach blieb immer trocken. Auch ein ungünstiges, durch intensives Schwitzen hervorgerufenes Mikroklima in der Außentasche ließ den Montana nur lächeln. Folge war zwar ein beschlagenes Display, das Akkufach zeigte aber auch unter diesen Bedingungen keine Feuchtigkeitsspuren.

Die Handhabung erwies sich – auch mit kalten Fingern – als klasse. Dazu haben insbesonders die großen Symbole und die pfiffige Benutzeroberfläche beigetragen. Mit “normal großen” Händen gab es beim Hantieren mit dem Montana ebenfalls keine Einschränkungen.

Garmin Montana 650t Praxistest: Akku, Display

Zum Einsatz ist der mitgelieferte Li-Akku gekommen, der laut unserem ersten Test das beste Verhältnis von Akkulaufzeit zu Gewicht zeigt. Am Ende der Tour stand immerhin noch eine Restkapazität von 10% zur Verfügung. Mit dem Montana 650t wurden: 45 Bilder aufgenommen, zahlreichen Wegpunkte markiert und einige Stunden per GoTo navigiert. Außerdem diente das Montana als Landkarte, da die Papierkarte dank des großen Displays meistens in der Tasche bleiben konnte. Das 4-Zoll Display hat sich auch beim Planen von Routen als äußerst vorteilhaft erwiesen. Mit wenigen Klicks wird mit Hilfe der digitalen Karte eine Route geplant und zum Navigieren eingesetzt.

Die excellente Ablesbarkeit des Displays hat sich bei dem neuen Test bestätigt. Trotz unterschiedlichster Lichtverhältnisse (siehe Fotostrecke) war die Hintergrundbeleuchtung nur selten notwendig – zum Vorteil der Akkulaufzeit.

Nachteile? Gab es, aber nur, weil die Software (im Test: Version 2.70) des Montanas noch nicht ganz ausgereift ist. Ab und zu kam es zu Systemabstürzen. Ansonsten hat sich das Montana 650t beim Trekking prima bewährt!

Garmin Montana 650t Praxistest: GPS-Empfang

Beim Montana ist die Patch-Antenne an einer ungewöhnlichen Stelle angeordnet: auf der Rückseite neben dem Objektiv. Daraus resultiert – zumindest theoretisch – ein optimaler GPS-Empfang bei horizontaler Ausrichtung des Gerätes, aber mit dem Display nach unten. Was bei Outdoor-Touren oder beim Geocaching zu Problemen führen würde ….!

Die folgenden Screenshots zeigen die Satellitenseite des Montanas bei unterschiedlicher Geräte-Ausrichtung. Ein optimaler GPS-Empfang ist immer mit “Display nach unten, Patch-Antenne zeigt zum Himmel” zu verzeichnen. Bei senkrechter Ausrichtung des Gerätes sind kaum Einbusen hinsichtlich der Anzahl an Satelliten bzw. der Signalstärke festzustellen. Wird das Montana dagegen horizontal mit dem Display nach oben gehalten – die Patch-Antenne zeigt dann Richtung Boden – gibt es teils deutliche Unterschiede. In der Praxis sind aber keine Auswirkungen festellbar. Beim Geocachen im dichten Wald bzw. Aufzeichnen von Tracks haben sich bislang keine Nachteile gezeigt.

Montana senkrecht ausgerichtet

Montana horizontal ausgerichtet, Antenne zeigt nach unten

Montana horizontal ausgerichtet, Antenne zeigt nach oben

Senkrechte Ausrichtung, Antenne auf der Rückseite

Horizontale Ausrichtung, Antenne unten

Horizontale Ausrichtung, Antenne oben

Senkrechte Ausrichtung, Antenne auf der Rückseite

Horizontale Ausrichtung, Antenne unten

Horizontale Ausrichtung, Antenne oben

Garmin Montana 650t – Praxistest was last modified: Juli 18th, 2017 by Joachim Bardua
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