SPOT X Test und Erfahrungen

24. April 2019
von Joachim Bardua
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SPOT X Test und Erfahrungen

Die US-amerikanische SPOT LLC. erweitert mit dem SPOT X ihr Angebot an Satelliten-Kommunikations- und Notfallsystemen um ein weiteres Modell. Das SPOT X verfügt gegenüber dem Spot GEN3 aber über einen entscheidenden Vorteil: Das Gerät kann Nachrichten nicht nur senden, sondern auch empfangen. Ein wichtiges Feature, das wie Anwender berichten, im Notfall von entscheidender Bedeutung sein kann!

Mit der vom Mobilfunknetz unabhängigen 2-Wege-Satelliten-Kommunikation schliesst Spot zu Mitbewerber Garmin auf, dessen inReach Modelle diese Technik schon länger bieten.

Wir konnten uns ein vom deutschen Importeur VarioTek zur Verfügung gestelltes Spot X 2-Wege-Satelliten-Kommunikationsystem näher anschauen und auf Touren in heimischen Gefilden ausführlich testen.

SPOT X, 2-Wege-Satelliten-Messenger
SPOT X 2-Wege-Satelliten-Messenger

Die Spot X Hardware

Das Spot X wiegt bei Abmessungen von 16,6 x 7,37 x 2,39 cm ca. 198 g. Das Gehäuse ist recht groß, die Größe wird aber durch die flache Bauweise relativiert – das Gerät passt noch gut in großzügig geschnittene Jackentaschen. Für Outdoorer mit “zarten” Händen dürfte das Spot aber nicht unbedingt erste Wahl sein: Außer – siehe unten – beim Tippen von Nachrichten.

Das Gehäuse ist nach IP67 staub- bzw. wasserdicht sowie nach MIL-STD-810G stoßfest. Zur Verarbeitungsqualität bzw. Dauerhaltbarkeit lässt sich nicht viel sagen, dazu wäre ein langfristiger Einsatz nötig.

Das Aufladen des integrierten Akkus – per Netzteil oder externen Powerakku – erfolgt über einen Micro-USB-Anschluss, der ebenfalls zur Kommunikation mit einem Computer dient (Firmware-Updates, Synchronisieren von Kontakten etc.). Eine mitgelieferte Trageschlaufe inklusive Karabiner wird durch zwei große Ösen gezogen. Um das SPOT X sicher in einer Hand zu halten schiebt man am besten die Hand in die rückseitige Schlaufe.

Das Spot X verfügt über eine vollständige Tastatur und erinnert damit an die altehrwürdigen Blackberry-Phones. Über die Tastatur lassen sich z.B. Adressen eingeben und Nachrichten verfassen.

Beim ersten Verwenden der QWERTY-Tastatur steht schnell der Gedanke “Wie kann man so etwas nur konstruieren?” im Raum, da die Tasten eng beisammen liegen und ein Tippen mit “spitzem Finger” bzw. per Fingernagel nötig ist. Mit der Zeit relativiert sich dies, mit etwas Gewöhnung ist ein fehlerfreies und schnelles Tippen mit beiden Daumen möglich. Auch mit dünnen und eng anliegenden Fingerhandschuhen lässt sich die Tastatur gut einsetzen. Allerdings stellt sich die Frage, ob im Notfall unter Stress noch ein zielgerechtes Tippen möglich ist?

Die SOS-Taste und der USB-Anschluss sind jeweils durch Klappen geschützt – einerseits vor einem unbeabsichtigten Drücken (SOS), andererseits vor Staub und Feuchtigkeit (USB). Zu Kritisieren ist das Öffnen der SOS-Taste – mit dicken Daunen-Winterhandschuhen erweist es sich als schwierig!

Anders sieht es bei der Ein-/Aus- (oben rechts am Gehäuse) bzw. der Tracking- und der Zurück-Taste aus. Bei der Ein-/Aus-Taste wünschen wir uns ein besseres Feedback (“Wird die Taste jetzt gedrückt?“), bei den anderen beiden Tasten dass sie etwas über das Gehäuse hinaus ragen würden und sie somit besser fühlbar wären. Die Bedienung der zentralen Wippe bzw. Taste erfolgt am besten durch ein Interagieren per Fingernagel.

Übrigens – die Tastatur bzw. das Display lassen sich per Ein-/Aus-Taste beleuchten.

Ein kurzer Abstecher zu dem Menü: Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich und nahezu selbsterklärend. Nur für die Bedeutung der zahlreichen, am oberen Bildschirmrand auftauchenden Symbole ist ein Blick in’s Handbuch nötig.

Zur Akkulaufzeit, Spot gibt unter idealen Bedingungen im kontinuierlichen 10-Min. Trackingmodus bis zu 240 Stunden (10 Tage) an. Auch wenn wir es nicht explizit getestet haben, dieser Wert scheint sehr optimistisch zu sein. Im energiezehrenden 2,5 Min. Modus (Tracking + Abruf) geht die Akkukapazität schnell flöten, das Abrufintervall für Nachrichten wird am besten auf “Aus/manueller Abruf” gestellt, das Trackingintervall auf 10 Minuten oder länger.

SPOT X, Tastatur und USB Anschluss
SPOT X: Tastatur und USB Anschluss

Über welche Funktionen verfügt das SPOT X?

  • Absetzen von SOS-Meldungen an die GEOS Notzentrale (GEOS International Emergency Response Coordination Center, IERCC),
  • Check-In Ok-Nachrichten verschicken,
  • per Tastatur geschriebene Textnachrichten sowie vordefinierte Nachrichten senden bzw. Nachrichten empfangen sowie
  • Live-Tracking Positionen – je nach Vertrag – in Intervallen von 2,5 / 5 / 10 / 30 / 60 Minuten übermitteln (die Positionen lassen sich auf einer Webseite anschauen),
  • Bewegungsalarm-Nachrichten versenden sowie
  • Statusmeldungen an ein Twitter bzw. ein Facebook Business-Konto übermitteln.
  • Empfänger sind E-Mail-Adressen sowie Mobilfunknummern.
  • Dazu kommt eine rudimentäre Wegpunkt-Navigation inkl. Kompass sowie ein Erstellen von Wegpunkten auf dem Gerät.

Das Spot X ist als ein Stand-Alone Gerät konzipiert, sprich es lässt sich vollkommen unabhängig einsetzen. Die SPOT-App für Android und iPhone ist noch nicht im Zusammenspiel mit dem Spot X verwendbar. Die App greift “nur” per Mobilfunknetz auf das Spot-Nutzerkonto zu (wichtig: es gibt keine Bluetooth-Verbindung zu dem Spot!) – ob dies ein echter Mehrwert ist bleibt abzuwarten!

SPOT X Test – Welche Zusatzkosten fallen an?

Ohne einen kostenpflichtigen Serviceplan geht nichts! Um die SPOT-Dienste nutzen zu können ist das Abschliessen eines Servicevertrags nötig. Drei Optionen stehen zur Auswahl:

  • Jahresabonnements: Ab €14,22/Monat, zuzüglich einer einmaligen Aktivierungsgebühr von €23,79.
  • Flex-Tarife: Ab €17,79/Monat, zuzüglich einer Jahresgebühr von €29,74.
  • Upfront-Tarife: Ab €170,65/Jahr, Vorauszahlung für ein Jahr, zuzüglich einer einmaligen Aktivierungsgebühr von €23,79.

Flex-Tarife bieten den Vorteil den Service jederzeit auszusetzen zu können – sie eignen sich also insbesondere für eine temporäre Nutzung.

Jahres Basis Jahres Erweitert Jahres Unbegrenzt
Kosten €14,22/Monat €23,74/Monat €35,64/Monat
Anzahl Nachrichten 20* 100* unbegrenzt
SOS unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Check-In Nachrichten unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Tracking Intervalle 10/30/60 Min. 5/10/30/60 Min. 2,5/5/10/30/60 Min.
Flex Basis Flex Erweitert Flex Unbegrenzt
Kosten €17,79/Monat €35,64/Monat €47,54/Monat
Anzahl Nachrichten 20* 100* unbegrenzt
SOS unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Check-In Nachrichten unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Tracking Intervalle 10/30/60 Min. 5/10/30/60 Min. 2,5/5/10/30/60 Min.
Upfront Basis Upfront Erweitert Upfront Unbegrenzt
Kosten €170,65/Jahr €284,89/Jahr €427,87/Jahr
Anzahl Nachrichten 240* 1.200* unbegrenzt
SOS unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Check-In Nachrichten unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Tracking Intervalle 10/30/60 Min. 5/10/30/60 Min. 2,5/5/10/30/60 Min.

*: zusätzliche Nachrichten €0,25/Nachricht; weitere Infos zu den Tarifen: wespot.de.

An dieser Stelle ziehen wir den ersten Vergleich zu den Garmin inReach Geräten. Ein Garmin wie das inReach Mini kostet €349,99 (UVP), das Spot X kommt auf €359.- (UVP).

Spot punktet bei den Verträgen! Die Garmin Freedom-Tarife (diese entsprechen den Flex-Tarifen) beginnen bei €19,99/Monat, dazu kommt eine jährliche Gebühr von €29,99. Außerdem bieten die Spot Verträge mehr Inhalt, so ist bei dem günstigsten Flex-Tarif das Live-Tracking enthalten, bei Garmin kostet jeder Punkt extra.

SPOT X vs. Garmin inReach Mini
SPOT X vs. Garmin inReach Mini

Abdeckung des Globalstar Satellitensystems

Das Spot X sendet und empfängt Nachrichten über das Globalstar-, die Garmin Geräte hingegen über das Iridium-Satellitennetzwerk.

Die 2-Wege-Kommunikation beschränkt sich bei Spot derzeit im Wesentlichen auf N-Amerika, S-Amerika, Europa, N-Afrika und S-Afrika, eine 1-Wege-Kommunikation (also ohne den Empfang von Nachrichten) umfasst zusätzlich Länder wie Russland, China und Australien.

Spot X Abdeckung

Spot X Abdeckung (Quelle: Spot)

In dieser Hinsicht ist die Kommunikation über das Iridium-Netzwerk (Garmin) deutlich überlegen, da eine 100%ige globale Abdeckung zur Verfügung steht.

SPOT X Konfiguration

Beim Konfigurieren der Nachrichten – inklusive der Adressen – kommt dem persönlichen Spot-Account eine große Bedeutung zu. Übrigens, der Account erscheint aufgeräumter, übersichtlicher und leichter verständlich als der entsprechende Garmin inReach-Konto.

In dem Konto lassen sich bis zu 70 Kontakte speichern; dies können Mobilfunknummern oder E-Mail-Adressen sein. Achtung, einen Kontakt mit E-Mail-Adresse und Mobilnummer gilt es zweimal anzulegen!

Weiterhin ist das Konfigurieren von bis zu 14 vordefinierten Nachrichten möglich; im Account sind Nachrichten wie “Ich liebe dich. Ich melde mich bald wieder bei dir.” schon hinterlegt, lassen sich aber individuell anpassen.

Außerdem gibt es noch eine frei definierbare Check-in/OK-Nachricht, die sich inklusive Standort an bis zu 10 separat hinterlegte Kontakte (Mobilfunknummer, E-Mail-Adr.) sowie Twitter senden lässt.

Für den SOS-Modus lässt sich noch eine zusätzliche Info speichern, die z.B. “Bin alleine mit dem Kanu unterwegs” lauten könnte. Dazu kommen noch zwei separate Notfallkontakte (Name, Land, Telefonnummer), die als Ansprechpartner für GEOS gedacht sind.

Weiterhin lässt sich ein “Share Page” (Webseite, Beispiel) mit allen Live-Positionen und Nachrichten sowie ein passwortgeschützter “Get Spotted Page” zum Abrufen der aktuellen Position des Spots einrichten.

Was uns dabei nicht gefällt: Nachrichten und Tracking-Punkte werden nur für die letzten sieben Tage gespeichert und sind nur für diesen Zeitraum auf der Karte (dem “Share Page”) sichtbar. Im Benutzerkonto stehen alle Daten lediglich für 30 Tage zur Verfügung, lassen sich aber im GPX-, CSV-, KML-Format herunterladen. Allerdings gibt es die Möglichkeit die Daten über die Plattform Spotwalla länger vorzuhalten.

Wegpunkte lassen sich in dem Account über eine Karte anlegen; ein Import von Wegpunkten z.B. in Form von GPX-Dateien ist leider nicht vorgesehen.

Sind alle Vorbereitungen erledigt, ist ein Synchronisieren des SPOT X über den “Device Updater” (für Windows und Mac) nötig – erst dann werden alle Einstellungen wirksam sowie Kontakte und Wegpunkte übertragen!

SPOT X Test – Die Nachrichten im Detail

Eine Check-in/OK-Nachricht kann wie folgt aussehen:

1: E-Mail-Empfänger

VTSPOTX507
Breitengrad:47.90226
Längengrad:11.36903
Seehöhe:671.0 m | 2201 ft
GPS location Date/Time:GPS-Aufenthaltsort Datum/Uhrzeit04/20/2019 12:12:45 CEST

Message:Message/ NachrichtDies ist ein standardisierter Nachrichtentext, bitte aktualisieren Sie diesen.*

Klicken Sie auf den untenstehenden Link um zu sehen, wo ich gerade bin.
http://fms.ws/16ZQCs/47.90226N/11.36903E

Wenn der obige Link nicht funktioniert, versuchen Sie diesen Link:
http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=47.90226,11.36903&ll=47.90226,11.36903&ie=UTF8&z=12&om=1

VTSPOTX507

Sie haben diese Nachricht erhalten, weil VTSPOTX507 hat Sie zu seiner/ihrer SPOT-Kontaktliste.

FindMeSPOT.com

2: Mobilfunk-Nummer

Dies ist ein standardisierter Nachrichtentext, bitte aktualisieren Sie diesen.*
Breite: 47.90226
Länge: 11.36903
Seehöhe: 671,0 m | 2201 ft
https://fms.ws/16ZQCs

*: Dieser Text lässt sich im Spot-Account anpassen.

Eine Custom Message (individuelle Nachricht) würde folgenden Inhalt haben:

1: E-Mail-Empfänger

VTSPOTX507
Breitengrad:47.90222
Längengrad:11.36894
Seehöhe:668.0 m | 2192 ft
GPS location Date/Time:GPS-Aufenthaltsort Datum/Uhrzeit04/23/2019 19:45:20 CEST

Message:Message/ NachrichtTestnachricht

Klicken Sie auf den untenstehenden Link um zu sehen, wo ich gerade bin.
http://fms.ws/16fsku/47.90222N/11.36894E

Wenn der obige Link nicht funktioniert, versuchen Sie diesen Link:
http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=47.90222,11.36894&ll=47.90222,11.36894&ie=UTF8&z=12&om=1

VTSPOTX507

Sie haben diese Nachricht erhalten, weil VTSPOTX507 hat Sie zu seiner/ihrer SPOT-Kontaktliste.

FindMeSPOT.com

Was müssen Sie als Nächstes tun?

Sie können diese Nachricht wie eine normale E-Mail beantworten, aber beachten Sie dabei, dass Nachrichten an SPOT-Geräte maximal 140 Zeichen haben dürfen. Andernfalls wird die Nachricht abgewiesen. Wenn die ursprüngliche Nachricht in der Antwort enthalten ist, zählt sie auch zu den 140 erlaubten Zeichen.

Halten Sie alle Nachrichten an SPOT-Geräte kürzer als 140 Zeichen
Entfernen Sie die ursprüngliche(n) Nachricht(en) aus der Nachricht
Entfernen Sie ggf. auch E-Mail-Signaturen, denn auch diese zählen zur Nachrichtenlänge
Verwenden Sie möglichst wenige Leerzeichen und Satzzeichen etc., auch diese zählen zur Nachrichtenlänge
Geben Sie Ihrer Nachricht keinen Betreff, denn auch dieser zählt zur Nachrichtenlänge
Sie können ‘< EOM >’ als Kennzeichen für das Ende der Nachricht verwenden.
Wenn ein Problem auftritt, wenden Sie sich bitte an den SPOT-Kundendienst:

In Nordamerika
(866) 651-7768

Außerhalb von Nordamerika
+1 (408) 933-4518

2: Mobilfunk-Nummer

Testnachricht
Breite: 47.90226
Länge: 11.36903
Seehöhe: 665,0 m | 2182 ft
https://fms.ws/16ZQCs

Es ist unschwer zu erkennen, dass die an E-Mail-Adressen versendeten Messages sehr unübersichtlich gestaltet sind!

Von dem Spot X lassen sich also vorgefertigte Check-in/OK sowie vordefinierte bzw. per Tastatur getippte Textnachrichten absenden. Empfänger können E-Mail-Adressen bzw. Mobilfunknummern aus der Kontaktliste bzw. direkt eingegebene (neue) Kontakte sein. Pro Nachricht sind mehrere Empfänger möglich.

2-Wege-Nachrichten: Auf Check-in/OK Nachrichten sowie Textnachrichten lässt sich per Smartphone an die Spot X Mobilfunknummer (siehe unten) antworten, von einem Computer sind nur Antworten auf Textnachrichten per E-Mail möglich.

Dabei ist zu beachten: Die Nachrichten (Text & E-Mail) dürfen maximal 140 Zeichen enthalten. Dazu zählt beim Antworten auch die in der Nachricht enthaltene ursprüngliche Nachricht sowie der Betreff und eine eventuelle Signatur!

Ebenso wichtig ist die folgende Info (Quelle: Spot-Konto): Während SPOT X ausgeschaltet ist oder keine Kommunikation mit dem SPOT Satellitennetz erfolgt, werden eingehende Nachrichten nicht an Ihr Gerät zugestellt. Alle eingehenden Nachrichten werden bis zu 72 Stunden nach dem Senden in der Warteschlange gespeichert und erst dann zugestellt, wenn Ihr SPOT X-Gerät innerhalb dieses Zeitraums wieder eingeschaltet wird. Wird das SPOT X-Gerät nach 72 Stunden nicht eingeschaltet, werden alle Nachrichten in der Warteschlange dauerhaft gelöscht und nicht an Ihr SPOT X-Gerät gesendet.

Die zum Löschen vorgesehenen Nachrichten lassen sich aber an eine im Konto hinterlegte E-Mail-Adresse senden!

Übrigens, das SPOT X weist auf eingehende Nachrichten mittels Ton hin. Das automatische Abrufintervall beträgt 2,5 / 5 / 10 / 30 / 60 Min / 4 Std. / 24 Std., alternativ erfolgt der Abruf manuell.

Spitze – Die eigene Mobilfunknummer!

Wie es bereits angeklungen ist, das Spot X verfügt über eine eigene Mobilfunknummer mit folgendem Schema 1(254)XXX-XXXX. “1” ist die Vorwahl für die USA, “254” für Texas. Laut Spot FAQ sollen europäische Kunden eventuell eine Nummer aus Frankreich erhalten.

Über diese Nummer ist das Gerät bzw. der Anwender (nahezu) jederzeit erreichbar – ein großes Plus gegenüber dem Garmin inReach System!

Die Mobilfunknummer wird auch beim 2-Wege-Senden von Spot X zu Spot X bzw. zwischen einem inReach und Spot X benötigt. Bei der inReach / Spot Kommunikation muss die erste Nachricht vom inReach ausgehen, bei der Spot zu Spot Kommunikation haben wir festgestellt, dass die Nachrichten teils “verstümmelt” ankommen; der Text wird in Form kleiner Kästchen dargestellt.

Die ebenfalls zu dem Spot gehörige E-Mail Adresse basiert ebenfalls auf der Mobilfunknummer, Beispiel: 1254XXX-XXXX@textmyspotx.com

Werden die vom Spot X gesendeten Positionen und Nachrichten zuverlässig übermittelt?

Während unseres SPOT X Tests haben wir auf diversen Touren geprüft, wie viele Live-Trackingpositionen tatsächlich in dem Spot-Portal ankommen. Zum Vergleich wurde teils ein Garmin inReach Mini eingesetzt. Beide Geräte waren am rechten bzw. linken Rucksackträger befestigt, sodass die Antennen senkrecht nach oben zeigen – damit ist ein möglichst optimaler Empfang bei einer guten Zugänglichkeit der Geräte garantiert. Lediglich bei Tour 4 war das SPOT X in der Rucksackdeckeltasche untergebracht, aber auch in diesem Fall hat die Antenne fast senkrecht nach oben gezeigt.

Die statistische Auswertung (Link: Interaktive Karte):

  • Tour 1
  • Intervall: Alle 10 Minuten
  • Zeitdauer: 02:30 hh:mm
  • Max. Anzahl Positionen: 15 Positionen
  • SPOT X: 12 Positionen (80%)
  • inReach Mini: 15 Positionen (100%)
  • Tour 2
  • Intervall: Alle 2,5 Minuten
  • Zeitdauer: 02:15 hh:mm
  • Max. Anzahl Positionen: 54 Positionen
  • SPOT X: 25 Positionen (46%)

  • Tour 3
  • Intervall: Alle 10 Minuten
  • Zeitdauer: 02:45 hh:mm
  • Max. Anzahl Positionen: 17 Positionen
  • SPOT X: 10 Positionen (58%)
  • inReach Mini: 17 Positionen (100%)
  • Tour 4
  • Intervall: Alle 10 Minuten
  • Zeitdauer: 04:20 hh:mm (inkl. ca. 45 Min. Pause)
  • Max. Anzahl Positionen: 22 Positionen
  • SPOT X: 12 Positionen (54%)
  • inReach Mini: 21 Positionen (95%)

  • Tour 5
  • Intervall: Alle 10 Minuten
  • Zeitdauer: 03:30 hh:mm
  • Max. Anzahl Positionen: 21 Positionen
  • SPOT X: 14 Positionen (67%)
  • inReach Mini: 20 Positionen (95%)
  • Tour 6
  • Intervall: Alle 10 Minuten
  • Zeitdauer: 02:30 hh:mm
  • Max. Anzahl Positionen: 15 Positionen
  • SPOT X: 10 Positionen (67%)

Unser SPOT X Test zeigt: Die “Erfolgsquote” fällt bei dem Spot – im Gegensatz zu dem inReach – enttäuschend aus. Woran könnte dies liegen? Ein Punkt könnte die Verfügbarkeit bzw. Sichtbarkeit der Globalstar Satelliten sein, da auch bei den Touren 1 und 2 ohne jegliche Einschränkungen durch die Morphologie (z.B. umgebende Berge) nicht alle Positionen übertragen wurden. Ein weiterer Grund könnte ein fehlender GPS-Fix zum Zeitpunkt des Absendens sein.

Dem steht das Versenden bzw. Empfangen von OK- und Textnachrichten gegenüber, die zu 100% bei den Empfängern eingetroffen sind. Allerdings kann eine zeitliche Verzögerung auftreten.

Nicht zu vergessen: Bei einem Stillstand von mehr als fünf Minuten werden keine Positionen gesendet. Erst bei erneuter Bewegung geht das Senden weiter (zu diesem Zweck verfügt das SPOT X über einen integrierten Beschleunigungssensor).

SPOT X mit beleuchteter Tastatur
SPOT X mit beleuchteter Tastatur

SPOT X Test – Wegpunkte & Navigation

Auf dem Spot lassen sich Wegpunkte erstellen bzw. bearbeiten. Dies kann einerseits der aktuelle Standort sein, andererseits eine beliebige Position (Formate: HDDD.DDD; HDDD.MM.MMM; HDDD.MM’SS.S’). Jeder Wegpunkt beinhaltet Name, Standort, Höhe und Hinweise.

Die Wegpunkte sind als Navigationsziele auswählbar, ein elektronischer Kompass weist den Weg. Dazu gibt es auf der Kompassseite vier konfigurierbare Datenfelder (Standort (Breite/Länge), Zielort (Breite/Länge), Distanz zum Zielort, Heading, Bearing, Kurs, Höhe, Geschwindigkeit).

In einem weiteren Menü mit Reisedaten stehen acht Datenfelder zur Auswahl. In Ergänzung zu den oben genannten Datenfeldern gibt es noch das Feld (zurückgelegte) “Strecke”.

SPOT X Test & Erfahrungen – Zubehör

Das SPOT X wird mit einer Trageschlaufe inkl. Karabiner, einem USB-Kabel, einem Netzteil sowie einer GEOS Broschüre ausgeliefert. Dazu kommt ein USB-Stick mit Schnellstartanleitungen (auch in deutsch).

Tipps – Halterungen z.B. für den Geländewagen oder die Segeljacht gibt es bei RAM Mounts, kostengünstige Versicherungen für Rettungseinsätze bietet GEOS an.

SPOT X Test & Erfahrungen – Fazit

Für den SPOT X 2-Wege-Kommunikationssystem sprechen insbesondere drei Argumente: Die eigene Mobilfunknummer, die – wenn auch gewöhnungsbedürftige – Tastatur und die vergleichsweise günstigen Serviceverträge. Dazu kommen eine übersichtliche Benutzeroberfläche sowie ein leicht verständliches Benutzerkonto zum Konfigurieren des SPOT X.

Unser SPOT X Test zeigt aber, dass nur ca. 50 bis 80 Prozent aller bei einer Tour möglichen Live-Tracking-Positionen überhaupt gesendet werden (oder ankommen). In dieser Disziplin kann das SPOT X mit einem parallel getesteten Garmin inReach Mini schlichtweg nicht mithalten.

Bei der Auswahl eines 2-Wege-Kommunikationssystems spielt neben den Funktionen, der Zuverlässigkeit, dem Kaufpreis und den laufenden Kosten die weltweite Verfügbarkeit der Dienste eine wichtige Rolle – je nach potentiellen Reisezielen sind auch hier die Iridium-Systeme deutlich im Vorteil.

Trotz der genannten Einschränkungen können wie das SPOT X als kostengünstiges Kommunikationssystem durchaus empfehlen – schon alleine aufgrund der eigenen Mobilfunknummer!

Leserbewertung: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (23 GPS-Fans, ∅ Score: 69,57 %)

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Anzeige - Aktualisiert: 17.11.2019 / Affiliate Links / Bild(er): Amazon

Was spricht für den SPOT X?

L
Vergleichsweise günstige Datenverträge
L
Eigene Mobilfunknummer
L
Tastatur zum Eingeben von Nachrichten
L
Übersichtliche Benutzeroberfläche
L
Verständliches Benutzerkonto

Was spricht gegen den SPOT X?

K
Relativ groß
K
Haptik der Tasten und der Tastatur
K
Unzuverlässige Übermittlung von Live-Positionen
K
Verschachtelte E-Mail Nachrichten
K
Kurze Speicherdauer für Nachrichten & Positionen

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2 Kommentare

  1. In der Tat ist der Tarifdschungel eine echt nervige Sache.
    Dazu noch einige Hinweise:
    Positiv (sogar sehr!):
    Beim Spot X kann man 14 Textnachrichten als Vorlage hinterlegen und diese dann einfach per Auswahl versenden. Damit lassen sich schon die meisten Anwendugnsfälle abdecken.
    Und diese Nachrichten kosten NICHTS extra!! Egal ob als SMS oder Mail versendet.
    Empfangene Nachrichten kosten NICHTS extra. Dafür werden sie gnadenlos auf 140 Zeichen limitiert und, wenn sie dieses Limit überschreiten, nicht übertragen.
    Das klingt erst mal nicht so gut.
    Wenn man aber bedenkt, das bei Inreach auch die empfangenen Nachrichten über das Datenvolumen gehen, dann ist das ein echtes Plus. Wenn man z.B. bei Inreach nicht das Limit für die maximale Zeichenanzahl pro Nachricht gesetzt hat, kann einem eine einzige umfangreiche Mail von zu Hause oder (falls man keine Whitelist aktiviert hat) von irgendjemandem der zufällig den Kontakt hat, mal so richtig Geld kosten.
    Tracking ist UNBEGRENZT im Preis enthalten!
    Bei Inreach geht auch das in den Volumenbasierten Tarifen in die Kosten.
    Da stört es mich relativ wenig, dass das Tracking bei SPOT nicht soooo toll sein soll.
    Mit meinem Inreach Explorer+ hatte ich da auch immer wieder richtig große Aussetzer (Nepal, Norwegen, Mitteleuropa).
    Negativ:
    Die Tastatur und vor allem die Power Taste sind wirklich was für “Grobmotoriker mit winzigen Fingern”.
    Bei den Protegar Tarifen bekommt man eine “echte” deutsche Handynummer an die kostenlos (für den Absender) Nachrichten geschickt werden können.
    Bei Spot bekommt man unumstößlich eine Amerikanische bzw. Kanadische Nummer. Somit sind für die meisten Leute SMS an diese Nummer nicht gerade billig.
    Spot schreibt zwar immer noch auf seiner Webseite und in den FAQ das man “eventuell” eine französiche Nummer bekommen kann. Aber laut Auskunft von WESpot (Variotek, dem offiziellen Vertrieb von Spot ind D) wird es definitiv bei den Amerikanischen Nummern bleiben. Die waren auch ziemlich verärgert (gerade eben dort angerufen) das Spot das immer noch nicht von der Webseite genommen hat. Also bleibt als kostenlose Alternative eine Mail.

    Erster subjektiver Eindruck zur Sende-/Empfangsqualität des Spot:
    Vom heimischen Balkon aus diverse Nachrichten gesendet und prompt empfangen.
    Von genau der selben Stelle aus klappt das mit dem Inreach Explorer+ entweder nur nach ewigem warten oder gar nicht……
    Im übrigen dauert der Nachrichten Versand unter normalen Bedingungen beim Inreach Explorer+ auch die (Zitat von weiter oben) “gefühlt ewigen Minuten”.
    Das sind erst mal erste Testergebnisse und überhaupt nicht repräsentativ.
    Aber zumindest die o.g. Tarife und Optionen bieten auch dem schmalen Budget die Möglichkeit ein solches System zu nutzen ohne zu tief in die Tasche greifen zu müssen.
    Und die Flex Tarife gibt es nun auch für den deutlich preiswerteren und leichteren Spot Gen3 der zudem auch noch mit Lithium Batterien versorgt werden kann was für mich ein riesiger Vorteil ist wenn ich mal wieder im Skandinavischen Winter bei -30 Grad unterwegs bin.
    Allgemein finde ich die Tendenz solche Geräte die ja für den Einsatz unter rauen Bedingungen geradezu gedacht sind mit fest verbauten und sehr kälteempfindlichen Li Polymer Akkus zu bauen, mehr als bedenklich und kann das so gar nicht gut finden.
    Die Nachteile des Spot Systems (nicht mal ansatzweise komplette Abdeckung des Globus und eben auch immer wieder Ausfälle beim Tracking) sind mir bekannt. Die Regionen in die ich in den nächsten Jahren reise sind aber versorgt und “Extrem Tracking” mit 2,5 Minuten und weniger Zeitspanne brauche ich absolut nicht. Meist habe ich das Intervall sogar auf 20 Minuten oder seltener gesetzt (vor allem beim Inreach wo jeder Trackingpunkt ins Budget geht).

    Antworten
  2. Danke für den ausführlichen Bericht!
    Es ist übrigens kein Problem, die getrackten Wegpunkte länger als 7 Tage online zu speichern. Man muss sich nur auf der Plattform Spotwalla registrieren und den Spot da einrichten. Wir halten darüber seit anderthalb Jahren unsere Weltreise fest ;).

    Antworten

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