VO2max, Stress Score, Performance Condition, Lactate Threshold, Training Effect, Recovery Advisor, Heart rate-based calorie computation, Automated Adaptation, Energy Expenditure – Begriffe, mit denen sich jeder Besitzer einer aktuellen Garmin GPS-Sportuhr auseinandersetzen kann. Nur was bedeuten diese Anglizismen?

Garmin setzt bei seinen Sportuhren auf Technologie aus Finnland: Firstbeat ist die Company, die hinter diesen geheimnisvollen Begriffen steckt.

Um Firstbeat zu zitieren (Quelle: firstbeat.com):

Firstbeat is the leading provider of physiological analytics for sports and well-being. We transform heartbeat data into personalized information on exercise, stress and recovery. Hundreds of elite sports teams, wellness professionals, and millions of consumers worldwide trust Firstbeat to enhance performance and well-being.

Bei den aktuellen Garmin Modellen fenix 3, fenix 3 HR, fenix 5, epix, Forerunner 630, Forerunner 235, Forerunner 230, Forerunner 920XT, Forerunner 935 und einigen älteren Modellen sind diese Firstbeat-Features integriert – je nach Modell in unterschiedlicher Ausprägung.

Beispiele:

  • Forerunner 630: Performance Condition, Stress Score, Lactate Threshold, VO2max, Training Effect, Recovery Advisor, Heart rate-based calorie computation
  • Forerunner 235 und Forerunner 230: VO2max, Training Effect, Recovery Advisor, Heart rate-based calorie computation
  • fenix 3: Energy Expenditure, Training Effect, Automated Adaptation, VO₂max Automated Fitness Test (running or cycling), Recovery Advisor, Performance Condition, Stress Score
  • epix: Energy Expenditure, Training Effect, Automated Adaptation, VO₂max Automated Fitness Test (running), Recovery Advisor
  • Forerunner 920XT: Training Effect, VO2max Automated Fitness Test (running & cycling), Recovery Advisor, Energy Expenditure, Automated Adaptation
  • fenix 5, Forerunner 935:
    1. VO2max-Berechnung (VO2max Fitness Level)
    2. Kalorienverbrauch (Calories Burned)
    3. Training Effect 2.0 (Training Effect: Aerobic)
    4. Training Effect 2.0 (Training Effect: Anaerobic)
    5. Erholungsratgeber (Recovery Time Advisor)
    6. Trainingsbelastung (Training Load)
    7. Trainingszustand (Training Status)
    8. Leistungszustand (Real-Time Performance Condition)
    9. Laktatschwelle (Lactate Threshold)
    10. Leistungsbezogene anaerobe Schwelle (Functional Threshold Power (FTP))
    11. HFV-Stresstest (Quick Stress Level Test)

Garmin Forerunner 630: VO2max Wert (Bild: Garmin)

Dieser Artikel ist als Einstieg in das Thema gedacht, weitere Informationen gibt es in diversen Publikationen von Firstbeat (Links siehe unten) und im WWW!

Garmin Sportuhren: Stress Core

Fehlender Schlaf, falsche Ernährung, zu viel Alkohol, nervige Arbeit, Krankheiten, falsche Trainingsbelastungen und andere Stress-Faktoren beeinflussen (nicht nur) sportliche Erfolge. Damit Sportler einen Eindruck bekommen, an welchen Tagen sie sich besser Erholen sollten und welche sich z.B. für ein hartes Training eignen, gibt es den Stress Score. Der Stress Score wird mit Hilfe der Herzfrequenz-Variabilität berechnet und in Form von Zahlen zwischen 1 (sehr niedrig) und 100 (sehr hoch) dargestellt.

Ein interessantes White Paper zum Thema:

Garmin Sportuhren: VO2max

Das maximale Volumen an Sauerstoff, das der Körper in einer Minute aufnehmen kann. Gilt als die Standardmessmethode zum Bestimmen des aeroben Fitnesslevels einer Person. Der aerobe Fitnesslevel korreliert deutlich und positiv mit der Gesundheit, Lebenserwartung, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit einer Person: je höher desto besser!

Firstbeat berechnet diesen Wert auf Basis der Herzfrequenz, der Workload und beim Laufen mit Hilfe der per GPS bzw. Footpod bestimmten Geschwindigkeit bzw. beim Fahrradfahren mit Hilfe von Wattzahlen von Leistungsmessern. Die maximale Sauerstoffaufnahme kann durch Training gesteigert werden; laut Firstbeat kann ein Anfänger seinen VO2max durch ein optimales Training über einen Zeitraum von 4 bis 10 Wochen um 10 bis 20% steigern.

Die Garmin-Sportuhren zeigen den aktuellen VO2max Wert im Menü "Eigene Statistiken" an, je nach Modell getrennt nach Laufen und Radfahren (z.B. fenix 3). Eine Einordnung des persönlichen VO2max kann z.B. über die Tabellen in den Garmin Handbüchern vorgenommen werden (Beispiel: fenix 3).

Ausführliche Informationen gibt es in diesem Firstbeat White Paper: Aerobic Fitness level (VO2max) Estimation (Link siehe oben)

Garmin Sportuhren: Performance Condition

Die Performance Condition wird auf Basis von Pace, Herzfrequenz und Herzfrequenz-Variabilität bestimmt und soll in Echtzeit die aktuelle Leistungsfähigkeit darstellen – quasi ein guter Tag bzw. schlechter Tag Indikator (O-Ton Garmin, siehe Video).

Bei der Garmin fenix 3 kann die Performance Condition als separates Datenfeld dargestellt werden, beim Forerunner 630 gibt es noch eine extra Grafik.

Garmin Sportuhren: Lactate Threshold

Der Lactate Threshold wird von Garmin wie folgt beschrieben:

Lactate threshold is the exercise intensity at which lactate (lactic acid) starts to accumulate in the bloodstream. In running, it is the estimated level of effort or pace. When a runner exceeds the threshold, fatigue starts to increase at an accelerating rate. For experienced runners, the threshold occurs at approximately 90% of their maximum heart rate and between 10k and half-marathon race pace. For average runners, the lactate threshold often occurs well below 90% of maximum heart rate. Knowing your lactate threshold can help you determine how hard to train or when to push yourself during a race. (Quelle: garmin.com)

Siehe auch: Firstbeat: Anaerobic Threshold

Die Garmin fenix 3 und der Forerunner 630 stellen im Menü "Eigene Statistiken" zwei Funktionen zum Bestimmen des Lactate Treshold zur Verfügung (automatisch bzw. per Test). Weitere Informationen enthält das folgende Garmin Video bzw. ein interessanter Beitrag im amerikanischen Garmin-Forum: forums.garmin.com.

Garmin Sportuhren: Training Effect

Der Trainingseffekt (TE) visualisiert mit Zahlen zwischen 1 und 5 die Effektivität eines Trainings. Garmin definiert die Werte wie folgt:

  • 1: gering
  • 2: erhaltend
  • 3: verbessernd
  • 4: stark verbessernd
  • 5: überbelastend
Zwischenwerte sind möglich. Der Trainingseffekt wird im Protokoll der Geräte (bzw. in Garmin Connect) in den Details zu einer Aktivität aufgeführt.

Der TE basiert auf den EPOC Werten einer Aktivität, die wiederum auf dem persönlichen Fitness- oder Aktivitätslevel beruhen. Hinter EPOC verbirgt sich eine Maßeinheit, die das Erholungsbedürfnis und die Störung des Gleichgewichtszustandes eines Körpers durch eine Trainingseinheit widerspiegelt. Firstbeat berechnet den EPOC bereits während einer Aktivität auf Basis von Herzfrequenzdaten.

Der Trainingseffekt wird anhand des Benutzerprofils und der Dauer bzw. Intensität eines Trainings bestimmt (wenn der maximale, auf Herzfrequenzdaten beruhende EPOC erreicht ist). Weitere Faktoren sind der individuelle Fitnesslevel und die Trainingshistorie.

Weitere ausführliche Informationen liefern die Firstbeat White Paper "EPOC (Excess Post-Exercise Oxygen Consumption)" und "Training Effect" (Link siehe oben).

Garmin Sportuhren: Recovery Advisor

Der Erholungsratgeber macht nach dem Speichern einer Aktivität Angaben zur Erholungszeit. Erst nach dieser Zeit gilt der Sportler als erholt und kann das nächste Training starten.

Ca. 10 Minuten nach dem Starten einer neuen Aktivität gibt es eine zusätzliche Erholungsprüfung, die auf den aktuellen Erholungszustand hinweist. Firstbeat spricht hier von einem "Readiness Check", der aber nur beim Laufen und Radfahren zur Verfügung steht.

Das Abschätzen der Erholungszeit nach dem Training basiert auf der kumulierten Belastung während des Trainings (EPOC, Trainingseffekt) und der täglichen Reaktionen auf die Workouts. Der Erholungsratgeber ist für alle aeroben Trainings verfügbar; besonders genaue Informationen werden erhalten wenn beim Laufen Geschwindigkeitsdaten vorliegen bzw. beim Radfahren Watt-Zahlen von Leistungsmessern.

Der Erholungsratgeber wird z.B. beim Forerunner 235 in dem Menü "Eigene Statistiken" aktiviert.

Garmin Sportuhren: Race Time Prediction

Die Garmin-Sportuhren machen auf Basis des VO2max Angaben zu möglichen Finish-Zeiten. Beispiel Forerunner 235, unter "Eigene Statistiken > Lauf-Prognose" gibt es Infos zu voraussichtlichen 5 km / 10 km / Halbmarathon / Marathon Endzeiten.

Die Vorhersage basiert laut Firstbeat auf dem Wissen, dass eine Verbesserung des VO2max häufig auch eine Verbesserung der Laufzeiten zur Folge hat (siehe White Paper "Aerobic Fitness level (VO2max) Estimation)").

Garmin Sportuhren: Heart rate-based calorie computation

Die herzfrequenzbasierte Kalorienberechnung liefert exakte Angaben zum Kalorienverbrauch. Die Berechung basiert auf der Herzfrequenz und dem VO2max. Dies Methode ist laut Firstbeat beim Forerunner 235 und Forerunner 230 umgesetzt.

Garmin Sportuhren: Energy Expenditure

Energy Expenditure ist nach Firstbeat die genaueste Methode zum Berechnen des Kalorienverbrauchs. Dabei wird sogar zwischen Kohlenhydraten und Fett unterschieden und für jeden Läufer die optimale Fettverbrennungszone bestimmt!

Der dahinter stehende Algorithmus soll während sämtlicher Übungsphasen – Erholung, maximale Intensität, … – sehr genau sein. Die hohe Genauigkeit wird durch ein Einbeziehen von Atemfrequenz, Herzfrequenz und VO2-Werten erreicht, dazu kommen Daten aus bisherigen Messungen. Die Genauigkeit nimmt mit der Häufigkeit der Messungen sogar zu.

Ausführliche Informationen liefert das White Paper "Energy Expenditure Estimation".

Laut Firstbeat kommt diese Methode bei der fenix 3 / fenix 2 / epix und dem Forerunner 920 XT / FR 620 / FR220 / fenix 2 zum Einsatz.

Garmin Sportuhren: Automated Adaptation

Dieser Begriff wird als automatische Anpassung an den Fitnesslevel und die Traingshistorie eines Sportlers definiert.

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Garmin Sportuhren: VO2max, Stress Core und andere Begriffe was last modified: Mai 23rd, 2017 by Joachim Bardua

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